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Autorenarchiv

375. Eine Geschichte vom Glücklichsein

Dienstag, 3. September 2013 | Autor:

Lieber Blogbesucher,

die nachfolgende Geschichte verdient es, dass man sich einmal fünf Minuten Zeit nimmt um darüber nachzudenken. Viele Kriege, Streitereien und Probleme in unseren Tagen gäbe es nicht, wenn wir so handeln würden.

 

Gemälde von Michael Willfort

 

Autor unbekannt – von Marburger Medien

Zwei Brüder wohnten einst auf dem Berg Morija. Der jüngere war verheiratet und hatte Kinder. Der ältere war unverheiratet und lebte allein. Die beiden Brüder arbeiteten zusammen. Sie pflügten ihre Felder zusammen und streuten gemeinsam das Saatgut auf das Land. Zur Zeit der Ernte brachten sie das Getreide ein und teilten die Garben in zwei gleich große Stöße, für jeden einen Stoß Garben.
Als es Nacht geworden war, legte sich jeder der beiden Brüder bei seinen Garben zum Schlafen nieder. Der Ältere aber konnte keine Ruhe finden und dachte bei sich: „Mein Bruder hat eine Familie, ich dagegen bin allein und ohne Kinder, und doch habe ich gleich viele Garben genommen wie er. Das ist nicht Recht!“ Er stand auf und nahm von seinen Garben und schichtete sie heimlich und leise zu den Garben seines Bruders. Dann legte er sich wieder hin und schlief ein.

Gemälde von Michael Willfort

In der gleichen Nacht, geraume Zeit später, erwachte der Jüngere. Auch er musste an seinen Bruder denken und sprach in seinem Herzen: „Mein Bruder ist allein und hat keine Kinder. Wer wird in seinen alten Tagen für ihn sorgen?“ Und er stand auf, nahm von seinen Garben und trug sie heimlich und leise hinüber zu dem Stoß des Älteren.

Der_Himmel_voller_Herzen Gerd Altmann_pixelio



Als es Tag wurde, erhoben sich die beiden Brüder. Und jeder war erstaunt, dass die Garbenstöße die gleichen waren wie am Abend zuvor. Aber keiner sagte darüber zum anderen ein Wort. In der zweiten Nacht wartete jeder ein Weilchen, bis er den anderen schlafen wähnte. Dann erhoben sich beide und jeder nahm von seinen Garben, um sie zum Stoß des anderen zu tragen. Auf halbem Weg trafen sie aufeinander, und jeder erkannte, wie gut es der andere mit ihm meinte. Da ließen sie ihre Garben fallen und umarmten einander in herzlicher Liebe. Und der Segen Gottes blieb über ihnen ein Leben lang.

 Umarmung_by_S.v.Gehren_pixelio.de

Thema: Denke einmal nach! | 2 Kommentare

374. Wüstenzeit

Dienstag, 3. September 2013 | Autor:

Gemälde von Michael Willfort

Lieber Blogbesucher,

der nachfolgende Artikel hat mich persönlich angesprochen, weil ich mich darin wieder gefunden habe. Vielleicht geht es Ihnen zur Zeit ähnlich, dann ermuntere ich Sie, diesen Artikel einmal zu lesen. Mir haben die Worte geholfen und Mut und Glauben aufgebaut.

Wünsche Ihnen Gottes Segen für Ihr Leben!

 

Wüste in Israel

 

 

Durch die Wüste zum Ziel

 

Isolde Müller Missionswerk Karlsruhe

Es gibt viele Arten von Wüsten, flache Sandwüsten, Sanddünenwüsten, Felswüsten, Wüsten mit hohen Bergen, Sand und Steine gemischt usw. Jeder von uns kennt auch solche Lebenswüsten in seinem persönlichen Leben. Bei jedem Menschen sieht das anders aus. Das sind Herausforderungen, Situationen, die schwierig sind, Krankheit usw. In Psalm 139 verspricht uns Gott, dass er immer mit uns ist. Wären wir am Ende der Welt, so wäre er immer noch da. Vers 9 und 10:


Eilte ich dorthin, wo die Sonne aufgeht, oder versteckte ich mich im äußersten Westen, wo sie untergeht, dann würdest du auch dort mich führen und nicht mehr loslassen. Und darum, weil Gott uns nicht mehr loslässt, ist er auch in unserer Wüste bei uns.

Doch wie bewältigen wir solche Lebenswüsten, Zeiten, in denen es sehr „trocken“ in unserem Leben ist? Vielleicht spüren wir Einsamkeit oder spezielle Nöte oder eine enorme Last liegt auf uns. Auf unserem Weg als Christen wird uns das begegnen. Niemand wünscht sich das, aber wir brauchen dieses Wüstentraining. Dies zu verstehen, ist sehr hilfreich für unser Leben. Die Bibel sagt uns nicht, dass in unserem Leben alles glatt gehen wird, sondern dass Gott mit uns sein wird, auch in jeder erdenklich schwierigen Situation. Psalm 23,4: Und geht es auch durch dunkle Täler, fürchte ich mich nicht, denn du, Herr, bist bei mir. Ist das nicht wunderbar? Egal, wie Ihr Tal aussieht – er verlässt Sie nicht! Einige Verse vorher, in Psalm 22,32 lesen wir: Die noch nicht geboren sind, werden es hören und weitersagen: Gott ist treu, auf seine Hilfe ist Verlass! Es wird immer so sein und sich nicht ändern: Gott ist treu, auf seine Hilfe ist Verlass!!!

 

Jeder hat seine persönliche Wüste: in der Familie, am Arbeitsplatz, bei den Finanzen, bei Krankheit oder in persönlicher Not. Gott will damit in unserem Leben etwas bezwecken, obwohl wir es oftmals nicht verstehen. Doch es ist eine Zeit, in der wir Gott intensiv suchen. Wenn Gott uns in bestimmte Situationen hineinführt, kommt das heraus, was in unserem Herzen ist: Furcht, Frustration, Zorn, Entmutigung, Verwirrung, Einsamkeit, Unverständnis, Misstrauen, Verletzungen, Unversöhnlichkeit, Neid oder Eifersucht. Solche Dinge will Gott aufdecken, damit wir sie ausräumen können und er uns heilen kann. Jeder Weg  durch eine Lebenswüste sollte für uns gewinnbringend sein und hat nur ein Ziel: Uns vorzubereiten! Das, was Gott uns verheißen hat, fällt nicht vom Himmel, wir erreichen es nur, wenn wir uns dafür zubereiten lassen. Eine Wüstenzeit ist keine negative Zeit, auch wenn sie uns meistens so vorkommt.

Wie reagieren wir auf solche Wüstenzeiten z. B. in Krankheitsnot? Machen wir Gott Vorwürfe oder kommen wir mit Danksagung? „Danke, dass du mich heilen willst!“ „Danke, dass du mir hilfst!“ Viele Christen geben in Zeiten der Dürre auf, doch Gott sagt: Gib nicht auf! In Jesaja 35,1 lesen wir, was mit der Wüste passiert:

Freuen werden sich die Wüste und das dürre Land, frohlocken wird die Steppe und aufblühen wie eine Narzisse. Sie wird in voller Blüte stehen und frohlocken, ja frohlockend und jubelnd. Die Herrlichkeit des Libanon ist ihr gegeben, die Pracht von Karmel und Scharon: Sehen werden sie die Herrlichkeit des Herrn, die Pracht unseres Gottes. Vers 6 und 7: Denn in der Wüste brechen Wasser hervor und Bäche in der Steppe. Und die Wüstenglut wird zum Teich und das dürre Land zu Wasserquellen.

Dieser Bibelvers bezieht sich auf die Heimkehr des Volkes Israel. Doch, wenn auch wir heimkehren, d.h. umkehren, zurückkommen auf Gottes Wege – uns reinigen und verändern lassen – DANN wird auch unsere Wüste frohlocken, es werden Wasser hervorbrechen,  das dürre Land wird zu Wasserquellen und –  wir werden die Herrlichkeit des Herrn sehen, die Pracht unseres Gottes. Das ist der ganze Sinn und Zweck unserer persönlichen Wüste: dass wir die Herrlichkeit Gottes sehen. Ihre persönliche Wüste ist keine Bestrafung und auch keine Ablehnung von Gott. Der beste Beweis ist, dass Jesus selber auch in der Wüste war. Hat Gott Jesus bestraft? Natürlich nicht! Er hatte keinen Grund dazu, denn der Vater hat zu ihm gesagt: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden Lukas 3,22. Das geschah bei der Taufe Jesu durch Johannes.

Direkt danach ereignete sich Folgendes: Lukas 4,1:

Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde durch den Geist in der Wüste vierzig Tage umhergeführt und von dem Teufel versucht.

Auch wenn Sie voll Heiligen Geistes sind – Ihr Weg führt trotzdem durch die Wüste, wie bei Jesus! Jesus hat den gleichen Weg gemacht, den auch Sie und ich gehen. Das Ende dieser Begebenheit ist folgendermaßen, das lesen wir in Lukas 4,14:

Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück, und die Kunde von ihm ging aus durch die ganze Umgegend.

Ab diesem Zeitpunkt, direkt nach dieser Wüstenerfahrung begann der Heilungsdienst von Jesus. Das Ende jeder Wüstenerfahrung ist für uns ein Gewinn. Gott lässt uns nicht in der Wüste sitzen, er leitet uns durch. Gott hört nicht auf, in unserem Leben zu wirken, nur weil wir in der Wüste sind!  

Die Zeit in der Wüste ist keine Zeit in der wir nach großen Zeichen und Wundern streben, sondern eine Zeit, in der wir in uns gehen. Eine Zeit, in der wir zum Nachdenken kommen und Veränderung passiert. Zeichen und Wunder erleben wir danach. Nachdem Jesus in der Wüste war, begann sein
Heilungsdienst und in der o.g Bibelstelle haben wir gelesen: danach werden wir die Herrlichkeit des Herrn sehen.

In der Bibel lesen wir viele Beispiele von Menschen, die auch Zeiten der Wüste hatten. Bei jedem verliefen sie anders und auch die Zeiträume waren verschieden lang. Im Buch Hiob gibt es eine Beschreibung, wie Hiob sich fühlte. Hiob Kapitel 23,8 – 10:

Siehe, gehe ich nach vorn, so ist er nicht da, nach hinten, so bemerke ich ihn nicht, nach links, sein Tun schaue ich nicht, biege ich ab nach rechts, so sehe ich ihn nicht. Denn er kennt den Weg, der bei mir ist. Prüfte er mich, wie Gold ginge ich hervor.

Denken Sie auch manchmal: Gott sei nicht da? Sie meinen, es geht überhaupt nichts vorwärts und nichts verändert sich, die Träume schwinden. Die Erfüllung Ihrer Verheißungen scheint unmöglich. Ich sehe nichts, ich merke nichts, ich höre nichts! Und doch ist Gott da! Gott ist immer da! Er wohnt in Ihnen. Gott ist nicht abhängig davon, ob Sie ihn bemerken, ihn hören oder spüren! Im Hebräer 13,5+6 lesen wir:

denn ER hat gesagt: Ich will dich nicht versäumen noch verlassen, so dass wir zuversichtlich sagen können: Der Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten.

Oder Jesaja 41,7:

Ich, der HERR, werde sie erhören, ich, der Gott Israels, werde sie nicht verlassen.

Auch uns wird er nicht verlassen, weil wir seine Kinder sind. Weiter heißt es hier in Vers 18:

Ich werde die Wüste zum Wasserteich machen und das dürre Land zu Wasserquellen.

Hiob’s Wüste war heftig und doch wurde auch seine Wüste zum Wasserteich. Wir lesen das Ende der Geschichte in Hiob 42,10 – 17:

Und der HERR vermehrte alles, was Hiob gehabt hatte, auf das Doppelte. Und Hiob lebte nach diesen (Ereignissen noch) 140 Jahre. Und er sah seine Kinder und seine Kindeskinder, vier Generationen. Und Hiob starb, alt und der Tage satt.

Hiob hat durchgehalten. Wenn wir die Zeitspannen seines Lebens betrachten, war es nur eine kleine Zeit in der er in dieser Lebenskrise war und Gott hat in seinem Leben alles wieder hergestellt. Alles hat er zurück bekommen und noch viel, viel mehr.

Hiob ist vielleicht das bekannteste Beispiel, doch es gibt auch noch andere, in deren Leben wir das Wirken Gottes erkennen können. Josef wurde von seinem Vater geliebt und von seinen Brüdern gehasst. Verkauft als Sklave landete er sogar im Gefängnis. Er hatte eine lange und harte Wüstenzeit. Lange Gefängnisaufenthalte, Verleumdung und das noch in einem fremden Land, obwohl alles so vielversprechend begonnen hatte. Das, was ihm zum Schaden durch seine Brüder zugefügt wurde, benutzte Gott zur Erfüllung seines Traumes. Egal, was passierte, Josef hat immer das Beste daraus gemacht und nie aufgegeben oder an Gott gezweifelt. Psalm 105, 17-19:

Joseph wurde als Knecht verkauft. Sie zwängten seine Füße in Fesseln, (in) Eisen kam sein Hals, bis zu der Zeit, da sein Wort eintraf, das Wort des HERRN ihn bewährte.

Auch Josef musste warten, bis Gott eingriff. Wir wissen nicht, wann er eingreift, denn er hat seinen Zeitplan. Wir müssen durchhalten und Geduld haben.

Auch bei Josef ist das Ende der Geschichte wunderbar. Gott hat ihn gewaltig gebraucht und ihn erhöht und viel Ehre gegeben. Er wurde der zweite Mann im ganzen Reich. Gott weiß, was er tut, auch in Ihrem Leben. Geben Sie nicht auf! Gott wird Sie nicht verlassen, egal wo Sie sind und egal, wie es Ihnen geht. Hadern Sie nicht mit Ihrem Schicksal, sondern kommen Sie mit Dank vor sein Angesicht, so wie es auch
David in den Psalmen sagt. Ich möchte noch einmal Psalm 22 zitieren, in dem es heißt:

 

Gott ist treu, auf seine Hilfe ist Verlass!

Auch in Ihrem Leben!

Am Ende der Wüstenzeit dürfen wir uns hochschwingen wie ein Adler

Gemälde von Michael Willfort

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373. Die Affenfamilie und ihre Anhänger

Samstag, 22. Juni 2013 | Autor:

TPI Evolution nein..

Liebe Blog Besucher,

ich habe mich schon oft gefragt warum so viele aufgeklärte Menschen glauben, dass Sie vom Affen abstammen. Ich jedenfalls antworte darauf, wenn ich ab und zu einmal auf diese Sache angesprochen werde wie folgt. Wenn Du vom Affen abstammen willst, soll mir das recht sein. Ich jedenfalls weiß ganz genau, dass ich von Gott als ein wunderbares Geschöpf geschaffen wurde.

Ich wünsche Ihnen beim lesen des folgendes Artikels, dass auch Sie zu dieser Erkenntnis gelangen. Der Herr segne Sie.

„Die Affenfamilie“

 

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372. Lebensentscheidend

Sonntag, 9. Juni 2013 | Autor:

 

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Lieber Blog Besucher,

lebensentscheidende Einschnitte hat schon jeder mal, mehr oder weniger erlebt. Hier in diesen Bericht finden Sie Worte die Ihr Leben verändern können, wenn Sie wollen.

Ist da jemand?

Das ist die grundlegendste Frage überhaupt. Wenn Gott nicht existiert, ist es auch sinnlos, nach ihm zu suchen. In der Bibel, dem Wort Gottes, steht:

Wer zu Gott kommt, muss glauben, dass er ist

(Hebräer 11,6).

Auch wenn es nicht möglich ist, Gott im mathematischen Sinn zu beweisen, sind die Anhaltspunkte für seine Existenz doch sehr überzeugend.

Nehmen wir zum Beispiel das Universum………….viel Erkenntnis beim lesen dieser Zeilen.

 

 

Lebensentscheidend

 

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371. Quantenphilosophie

Donnerstag, 30. Mai 2013 | Autor:

Lieber Blog Besucher,

ich freue mich, dass immer mehr Wissenschaftler zur Erkenntnis kommen, dass es Gott gibt. Das Gott der Jenige ist der hinter allem Sein steht, und das nichts ohne IHM ist und war.

Die Jenigen die das aber immer noch leugnen, werden von Tag zu Tag weniger. Halleluja!!!

 

 

In der Samstagausgabe unserer Tageszeitung las ich auf der Seite “Christliche Welt” vor einiger Zeit einen sehr interessanten Beitrag unter der Überschrift

“Der luzide Traum der Menschheit – Physiker kommen den Geheimnissen des Lebens auf die Spur”

Zu diesem Thema hat ein Professor Ulrich Warnke, Direktor des Saarbrücker Instituts für technische Biologie und Bionik, ein Buch mit dem Titel “Quantenphilosophie und Spiritualität“ geschrieben.

Das Buch “Quantenphilosophie und Spiritualität” habe ich mir nicht gekauft, mir dafür aber den Vortrag des gelehrten Ulrich Warnke im Internet angesehen, das in Google unter dem Titel “Quantenphysik, Bewusstsein, Unterbewusstsein und Realität” aufrufbar ist.

Dabei könnte der Eindruck entstehen, dass es hier um die bekannte esoterische Idee eines universellen Bewusstseins geht, von dem wir alle ein Teil sind. Jedenfalls verweist der Vortragende immer wieder auf buddhistische Weisheiten. Aber so einfach ist die Sache auch wieder nicht, zumal Professor Warnke mit nachdenkenswerten Befunden aufwarten kann.

Denn ohne das, was die Quantenphysik beschreibt, würden alle unsere modernen Geräte nicht funktionieren. Die Ergebnisse der Quantenphysik sind paradox und erscheinen völlig unmöglich. Die Forscher entdeckten Unglaubliches, was in Experimenten aber immer wieder bestätigt wurde.

Raum und Zeit sind aufgehoben, die Teilchen können an mehreren Orten zugleich sein, erkennen im Voraus auf was ein Experiment hinausläuft und verhalten sich entsprechend. Hat ein Teilchen einen Rechtsspin (Drehung), reagiert das Antiteilchen, unabhängig von Raum und Zeit, sofort mit einem Linksspin.

Die Teilchen scheinen, unabhängig von der Entfernung, ohne jeden zeitlichen Verzug, voneinander zu wissen, ohne dass es eine erkennbare Verbindung gibt. Sie können verschwinden und im gleichen Augenblick woanders wieder auftauchen.

Auch der Welle-Teilchen Dualismus, Weiteres dazu weiter unten, liegt auf dieser Ebene.

Der Physiker Niels Bohr sagte, wer über die Quantenphysik nicht entsetzt ist, hat sie möglicherweise nicht verstanden. Albert Einstein meinte, die Quantenphysik drohe einem den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Sie hat nichts damit zu tun, was wir sonst über Atome und die Bausteine der Atome wissen.

Hier geht es gewissermaßen um den “Unterbau” unserer sichtbaren Welt, auf dem alles andere aufbaut. Von daher scheint alles möglich zu sein, einschließlich des absolut unmöglich Erscheinenden. Dazu könnte auch gehören, dass sich der gesamte Kosmos plötzlich in Nichts auflöst, wie einige theoretische Physiker meinen.

Die sicht- und greifbare Welt besteht, nach dieser Erkenntnis zu 99,9999999% aus leerem Raum, der allerdings mit Vakuumenergie gefüllt ist, die möglicherweise mit der “dunklen Energie”, nach der man bislang vergeblich sucht, identisch ist. Wäre ein Mensch so groß wie der Eifelturm, würde die Masse der echten Materie, der eines Reiskorns entsprechen.

Interessant ist die Frage, weshalb die Wissenschaft nun zu dem Schluss kommt, dass es eine allumfassende Intelligenz in der Natur gibt, die man Gott nennen kann.

Wikipedia – Einstein 1921 portrait2.jpg

In dem Zeitungsartikel wird Albert Einstein mit den Worten zitiert:

“Jeder, der sich ernsthaft mit der Wissenschaft beschäftigt, gelangt zu der Überzeugung, dass die Gesetzmäßigkeiten der Welt einen dem menschlichen ungeheuer überlegenen Geist manifestieren, dem gegenüber wir mit unseren bescheidenen Kräften demütig zurückstehen müssen.”

Für einen gläubigen Christen ist das nicht unbedingt neu. Sollte man in der Wissenschaft jetzt etwa einen “Intelligenten Designer” für möglich halten, gegen den man sich in atheistischen Wissenschaftskreisen bislang entschieden gewehrt hat oder was ist mit der Kraft gemeint, die man Gott nennen kann?

Ich habe mal versucht herauszufinden, was gemeint sein könnte, und da ging es mir zuerst darum einmal den Begriff “Quant” zu klären, von dem ich bisher soviel wusste dass es eine Quantenphysik und eine Quantenmechanik gibt, dass manche schon von einem Quantencomputer sprechen und dass dies eng mit den Namen Max Planck, Werner Heisenberg, Niels Bohr, Paul Dirac, Erwin Schrödinger und anderen verbunden ist.

Alles dieses ist sehr kompliziert und für den Laien kaum verstehbar.

Beim Quant, soviel habe ich herausgefunden, handelt es sich um ein “virtuelles Teilchen”, etwas was da, aber doch auch wieder nicht da ist, weshalb Teilchen auch nicht der richtige Begriff ist. Eigentlich kann niemand so recht sagen, was ein Quant ist.

Denn laut Wikipedia ist Virtualität die Eigenschaft einer Sache, nicht in der Form zu existieren, in der sie zu existieren scheint, aber in ihrem Wesen oder ihrer Wirkung einer in dieser Form existierenden Sache gleicht.

Von daher ist jedes Fernsehbild virtuell. Beim PC spricht man ohnehin von einer virtuellen Welt. Was auf dem Bildschirm eines PC erscheint ist virtuell. Die PC-Programme und Bilder gaukeln uns zum Beispiel Ordner vor, die wir nicht anfassen und in den Schrank stellen können, mit denen wir aber so umgehen können, als wenn sie tatsächlich in dieser handgreiflichen Form vorhanden wären.

Wenn der Unterbau unserer Welt virtuell ist, also gleichzeitig da und auch wieder nicht da ist, dann scheint tatsächlich alles möglich zu sein.

Auf die Quanten kam man, weil sich herausstellte, dass Energie und Strahlung nicht gleichförmig, sondern in kleinsten Portionen abgegeben werden, was man Quantelung nannte.

Eine kleinere Einheit gibt es nicht, und weil alle Abläufe im Kosmos, einschließlich im menschlichen Körper, mit dem Austausch von Energie verbunden sind, kommt den Quanten so eine entscheidende Bedeutung zu.

Hier taucht dann der Begriff der “Quantenebene” auf, die aus Information und Energie besteht und rein virtuell ist. Nach dieser Vorstellung ist die materielle Welt etwas, was auf den Quanten als den kleinsten Einheiten aufbaut.

Die Quantenebene ist, wie zu lesen ist, danach “eine kollektive, vibrierende Energie, so etwas wie ein vollkommen chaotisches ungeordnetes riesiges Energiefeld, in dem alles miteinander als verschiedene Frequenzen verbunden ist”.

Damit im Zusammenhang steht auch der Welle-Teilchen-Dualismus, wonach ein Elektron, einmal ein Teilchen und einmal eine Welle sein kann. Was es jeweils ist, hängt von der Art der Beobachtung ab. Wobei das Teilchen seine Eigenschaft sogar mit Wirkung für die Vergangenheit ändern kann.

Das Licht kann man so einmal als elektromagnetische Welle und einmal als Photonenstrom und damit als Teilchenstrom beschreiben. Oder anders: Einmal als Energie und einmal als Masse. Beides ist richtig, obwohl das, nach unserem Empfinden, ein Widerspruch ist.

Aber Masse und Energie sind, seit Einstein, ohnehin zwei Seiten ein und derselben Medaille, weil beides ineinander umwandelbar ist. Masse wird zu Energie und Energie zu Masse.

Das Bewusstsein stellt man sich in der Quantenphilosophie als Folge von Quantenaktivitäten vor und meint, dass das Bewusstsein auch umgekehrt Einfluss auf die allgegenwärtigen Quanten und damit die Materie hat.

Der eingangs erwähnte Prof. Warnke entwickelt in seinem Vortrag hierzu interessante und schlüssig scheinende Vorstellungen. Wie läuft eine Körperbewegung ab, zu der wir uns zuvor, rein geistig, entschlossen hatten? Das ist bis heute völlig ungeklärt. Wie wirken hier Geist und Bewusstsein auf die Materie ein?

Wie ist das mit dem Placeboeffekt oder der Scheinoperation, bei dem ein Medikament ohne Wirkstoff oder eine dem Patienten vorgetäuschte Operation eine Heilung bewirkt? Gestalten wir uns die Welt, in der wir leben, letztlich durch unsere Vorstellungskraft? Ist die ganze Welt letztlich ein virtuelles System, das auf eine völlig andere Weise existent ist, als es für uns den Anschein hat?

Sicher scheint nur soviel, dass uns unsere Sinnesorgane die Welt lediglich deuten. Wir nehmen mit den Sinnesorgangen bestimmte Qualitäten der uns umgebenden Welt wahr, wissen aber nicht wie diese wirklich aussieht.

Wir erleben die elektromagnetische Welle “Licht” als Helligkeit, weil wir dafür spezielle Sinnesorgane in Gestalt der Augen haben. Aber ist Licht wirklich “hell”? Für Pflanzen bedeutet Licht Nahrung und hat damit nichts mit hell oder dunkel zu tun.

Und was ist denn nun mit Gott gemeint?

Der Verfasser des Zeitungsberichtes spricht davon, dass die Natur ein höchst intelligentes System ist, dessen oberste, allumfassende Instanz man Gott nennen kann. Gott findet man aber nirgends. Gottheit ist eine Idee, ein Plan, keine Personifizierung. Gott wäre damit sein eigener Bauplan im kosmischen System. Die Welt also so etwas, wie eine „Selbstverwirklichung Gottes“?

 

 

Was kann uns das Wort Gottes dazu sagen?

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
1. Mose 1, Vers 1

Denn wenn er spricht, so geschieht’s; wenn er gebietet, so steht’s da.
Psalm 33, Vers 9

Wenn man sich mit den Abläufen in der Natur und den unglaublichen Feinabstimmungen befasst, wo das eine vom anderen im Voraus zu wissen scheint, dann ist die Erkenntnis, dass in der Natur ein höchst intelligentes System am Wirken ist, insbesondere für einen gläubigen Christen, nicht neu.

Paulus schreibt dazu im Römerbrief, dass Gottes unsichtbares Wesen, seine ewige Kraft und Gottheit, seit Anbeginn der Schöpfung, aus seinen Werken erkennbar ist (Römer 1, 20).

Soll man sich darüber freuen, dass die Wissenschaft vom tumben Zufallsprinzip abkommt und zur Erkenntnis eines „Intelligenten Designers“ gelangt?

Zweifellos kann die Quantenphysik das Verständnis für Gottes unbegrenzte Möglichkeiten vertiefen und zu einer neuen Sicht führen, bei der viele uns unerklärliche Dinge plötzlich in einem anderen Licht erscheinen.

Allerdings muss man sich auch hier davor hüten, wissenschaftliche Erkenntnisse zur Glaubengrundlage umzufunktionieren und hier vielleicht neue religiöse Vorstellungen zu kreieren, wozu sich die Quantenphilosophie eignen würde.

Ein “Grund zur Freude“ besteht in Sachen Quantenphilosophie aber schon deshalb nicht, weil der “Gott”, um den es hier geht, allenfalls, „als die oberste alles umfassende Intelligenz bezeichnet werden kann, die nicht personenhaft ist”.

Damit bleibt der Mensch allein ohne ein persönliches Gegenüber. Und das ist ganz und gar nicht der Gott an den wir glauben und der sich uns im Wort der Schrift und in Jesus Christus offenbart.

Und damit hätten wir in quantenphilosophischen Vorstellungen nichts anderes, als den altbekannten Götzenglauben, nur auf einer „höheren wissenschaftlichen“ Ebene. Anstelle der Götzenbilder treten quantenphilosophische Vorstellungen. Und damit würde die Schöpfung wieder mit dem Schöpfer gleichgestellt, über den man auf diese Weise verfügen möchte.

Gott ist aber unerforschlich und unergründlich. Er ist es, der auch die Welt der Quanten geschaffen hat, womit sich seine Schöpfung als immer noch wunderbarer erweist. Deshalb Vorsicht vor pseudoreligiösen Verführungen und esoterischen Praktiken, die sich aus den physikalischen Erkenntnissen ergeben könnten.

Der Weg zu Gott führt nach wie vor nur über Jesus Christus. Es ist der lebendige Gott, der sich jedem einzelnen Menschen persönlich zuwendet und der sich in seinem Wort und in Jesus Christus offenbart. Dort müssen wir IHN suchen, nicht in den Quanten.

Und noch etwas: Wenn es um die Erforschung von Geist, Bewusstsein und Denken geht, wird immer ein Kardinalfehler begangen, der, bildlich gesprochen, in der prinzipiellen Unmöglichkeit, sich selbst am Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, besteht.

Mit anderen Worten: Das Denken kann sich nicht selbst denken. Denken der Gedanken gibt es nicht. Wir können uns nicht selbst beim Beobachten beobachten und das dann wieder beobachten usw. Uns fehlt gewissermaßen die nächst höhere Ebene. Hier kommen wir an die Grenze, an der alle Forschung endet. Die Kategorien innerhalb derer wir denken können und über die wir nie hinauskönnen, sind festgelegt.

Über die müssten wir aber hinaus, wenn wir das eigentliche und wahre Wesen der Dinge, einschließlich dessen, was Leben und Bewusstsein ist, erkennen wollten.

Lasst uns deshalb dankbar für den Forschergeist bleiben, den Gott den Menschen geschenkt hat, der uns zum Lob Gottes führen soll, aber im Übrigen unsere Grenzen akzeptieren, demütig unter seinem Wort bleiben, das uns allein in alle Wahrheit leitet und davor bewahrt die Schöpfung mit dem Schöpfer zu verwechseln.

Jörgen Bauer

https://www.christliche-impulse.de/

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370. Manipulation – Der Geist der Mehrheit

Mittwoch, 29. Mai 2013 | Autor:

Fußball_web_R_by_wandersmann_pixelio.de

Lieber Blog Besucher,

wer sich einmal ernsthaft Gedanken zu diesem Thema macht, der wird schnell feststellen, dass wir in unserer Zeit auf eine sehr heuchlerische, scheinheilige und hinterlistige Art manipuliert werden. Viele merken es leider nicht, was dazu führen könnte, dass es eine ähnliche Wiederholung wie vor 80 Jahren gibt. Ich hoffe es nicht. Wenn jeder wachsam ist, dann besteht Hoffnung.

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Viel Spaß und Erkenntnis beim lesen des guten Artikels von  Jörg Podworny:

Der Geist der Mehrheit

Der Journalist Harald Martenstein über den Sog der Masse und den politischen Mainstream

Es stimmt nicht immer. Aber oft sind Wahlkampfzeiten spannende Zeiten. Politiker und Parteien steigen oder fallen in der Wählergunst. Politische Standpunkte werden intensiv diskutiert, wenn auch häufig auf griffige Slogans verknappt. Zukunftsfragen, gesellschaftliche und politische Schlüsselthemen gewinnen an Bedeutung und stehen in den Monaten vor einer Wahl weit oben auf der Tagesordnung. In den entscheidenden Wochen werden politische Zukunfts-Konzepte, -Programme und -Schwerpunkte befeuert oder landen (wieder) in der Schublade. Politiker-Karrieren beginnen, starten richtig durch – oder sind jäh wieder beendet. Spannende Zeiten für politisch Interessierte.

 

Eine wichtige Rolle in der Debatte um Politik und Politiker spielen Meinungsumfragen. Wer liegt vorn? Wer ist chancenlos? Wer springt über die Prozenthürden? Welche möglichen Regierungs-Koalitionen kristallisieren sich heraus? Und die öffentlich in den Medien verhandelten Aspekte: Welche Themen werden diskutiert? Wer steht wofür? Wer setzt die inhaltlichen Trends, die mehrheitsfähig sind? Welche Fragen bestimmen wesentlich die politische Debatte um Köpfe und Ideen? Und was denkt die Mehrheit dabei? Stimme ich dem zu? Was ist meine Meinung zu den wichtigen Fragen: Habe ich (m)einen eigenen Standpunkt oder schließe ich mich der Mehrheit an? Oder einer Minderheit?

 

Harald Martenstein hat sich den Ruf eines eigenständigen journalistischen Denkers erworben, der für seine Arbeit schon mehrfach Auszeichnungen bekommen hat; darunter so renommierte wie den „Egon-Erwin-Kisch“- oder den „Henri-Nannen-Preis“. Im vorigen Jahr wurde Martenstein mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet, für einen bemerkenswerten Essay in der ZEIT über den politischen Mainstream.

 

„Er beherrscht Medien, treibt Minister aus dem Amt und wechselt alle paar Jahre die Richtung“, schreibt Martenstein über ihn: „Er ist der Geist der Mehrheit. Aber hat er deshalb recht?“

 

Eine Hymne auf Westerwelle

 

Um zu illustrieren, was er meint, richtet er seinen Blick auf den heutigen Außenminister:

„Vor ein paar Monaten wollte ich unbedingt eine Kolumne über Guido Westerwelle schreiben. Besser gesagt, eine Hymne auf Guido Westerwelle. Ich wollte erklären, warum er ein sehr guter Politiker ist, zumindest einer der besseren in Deutschland. Ich dachte nicht wirklich so. Trotzdem habe ich mir gesagt: Das muss jetzt geschrieben werden. Manchmal schreibe ich Sachen, die ich nicht wirklich denke. Mehr so aus dem Bauch heraus. Wenn alle das Gleiche sagen, bekommt man Lust, dagegenzuhalten. Dann sagt man sich: Alle sind sich einig, hey, da stimmt doch was nicht. Damals haben alle auf Westerwelle herumgehackt. Jeder drittklassige Kabarettist hat Westerwelle-Witze im Programm gehabt, und das kam mir so billig, so vorhersehbar, so ungerecht vor, auch gemein, das hat mich an die Schulzeit erinnert, an diese miesen Momente, in denen alle gemeinsam auf einen Außenseiter losgehen.

 

Die Westerwelle-Kolumne ist nie geschrieben worden. Ich hab’s nicht geschafft. Stattdessen schreibe ich jetzt ein Lob der Reaktanz. Denn mir ist klar geworden, dass ich reaktanzgesteuert bin, zumindest teilweise. Anderen geht es genauso, das habe ich recherchiert. Reaktanz ist eine gute Sache.

 

Den Begriff ‚Reaktanz’ hat 1966 ein gewisser Jack W. Brehm erfunden, ein Sozialpsychologe. Reaktanz bedeutet, vereinfacht gesagt, dass wir Menschen auf eine Überdosis von psychischem Druck oder auch auf Verbote sehr häufig in folgender Weise reagieren: Wir tun genau das Gegenteil von dem, was von uns erwartet wird. Reaktanz ist ein typisches Abwehrverhalten gegen jede Art von Einschränkung, Druck und Verboten.“

 

Das funktioniert in der Bewertung von Schallplatten (wie ein soziologisches Experiment zeigt) genauso wie eben auch in politischen Fragen. Martenstein reagiert reaktant auf derart eingleisige Meinungen: „Wenn alle auf einer bestimmten Person oder Personengruppe herumhacken, werde ich reaktant, tut mir leid. Die Reaktanz ist ein naher Verwandter des Trotzes. Reaktanz ist gut, weil sie eine Einheitsgesellschaft mit Einheitsmeinungen verhindert.“

 

Dabei ist dieses Einheitsverhalten durchaus verständlich: „Wir sind irgendwie Herdentiere“, erklärt der Autor: „Neben der edlen Veranlagung zur Reaktanz, die jeder in sich trägt, gibt es ja auch den Hang zum Konformismus. Unsere Vorfahren haben in Horden gelebt. Ich will dazugehören. Jeder will das.

 

Das Gegenteil von Reaktanz heißt Mainstream. Das Gute am Main-stream ist, dass man nicht groß nachdenken muss. Man wirft sich einfach hinein in den Strom und lässt sich gemütlich treiben.“

So ist es eben, folgert Martenstein:

 

Das Volk

 

Da ist keiner gern allein.

„Der Sozialpsychologe Solomon Asch hat in den fünfziger Jahren ein Experiment gemacht. Es ist ein Klassiker. Versuchspersonen sollen vier verschieden lange Linien miteinander vergleichen. Zwei der Linien sind genau gleich lang. Die dritte und vierte Linie aber haben eine andere Länge – extrem anders. Man sieht es sofort.

 

Die Frage an die Versuchsperson lautet: ‚Welche beiden Linien sind gleich lang?’

 

Diese Frage soll in Anwesenheit anderer beantwortet werden, in einer größeren Gruppe. Die Versuchsperson ahnt nicht, dass alle anderen Mitglieder der Gruppe mit dem Testleiter zusammenarbeiten. Die eingeweihten Gruppenmitglieder geben alle eine falsche Antwort. Alle. Diese Antwort, wie gesagt, ist so grotesk falsch, dass selbst ein fünfjähriges Kind das merken muss. Drei Viertel der Versuchspersonen schließen sich, im Durchschnitt, trotzdem der falschen Antwort an. Nur ein Viertel hat den Mut, den eigenen Augen mehr zu trauen als der Gruppe. Die anderen denken vielleicht, dass mit ihren Augen etwas nicht stimmt. Oder sie wollen nicht unangenehm auffallen.

 

Das Experiment ist oft wiederholt worden, es kommt immer das Gleiche heraus. Man kann die meisten Leute dazu bringen, öffentlich zu erklären, dass eins plus eins drei ergibt. Kein Problem. Es müssen ihnen nur genügend andere Leute dabei Gesellschaft leisten.“

 

Was das für die politische Meinungsbildung bedeutet, liegt nahe. Martenstein führt das aus:

 

„In den fünfziger Jahren, in denen ich geboren wurde, dachte fast jeder, dass Deutschland die im Krieg verlorenen Ostgebiete auf keinen Fall aufgeben dürfe, dass Frauen nur in Ausnahmefällen arbeiten gehen sollten, dass Homosexualität eine Perversion sei, über die man am besten nicht spricht, dass es tausend wichtigere Dinge gebe als Umweltschutz. Heute denkt fast jeder in diesen Fragen ungefähr das Gegenteil. Auch ich denke das Gegenteil.

 

Ich denke ziemlich genau das Gegenteil von dem, was meine Großeltern gedacht haben, die allerdings, in ihrer Zeit, völlig normal waren, mit anderen Worten: Mainstream.“

 

Die Verfallszeit der Mehrheitsmeinung wechselt, aber es gibt im öffentlichen Diskurs keine immer gültigen Wahrheiten:

 

„In 50 Jahren schütteln die Menschen vielleicht die Köpfe über unsere Angst vor der Klimakatastrophe. Vielleicht bleibt sie ja aus, so wie auch das große Baumsterben ausgeblieben ist. Ich behaupte nicht, dass es so kommt. Aber eines weiß ich nun wirklich genau: Sehr viele Gewissheiten jeder Epoche der Geschichte haben sich im Nachhinein als falsch herausgestellt.“

 

Wenn das aber so ist, fragt Martenstein sich:

 

„Was wird zum Mainstream? Wer bestimmt das? Die Medien? Einer schreibt vom anderen ab, ist es so einfach? Erschafft sich der Mainstream, ab einem gewissen Punkt, sozusagen selber?

 

Weil ich seit längerer Zeit in den Medien arbeite, glaube ich, sie einigermaßen zu durchschauen. Es gibt keine geheimen Verschwörungen, so wenig, wie es gezielte Kampagnen gegen einzelne Politiker gibt. Es stimmt, dass es einem manchmal so vorkommt – fast alle schreiben das Gleiche. Alle sind gegen Westerwelle und gegen Kernkraft, alle waren für Klinsmann. Das hängt damit zusammen, dass die meisten Menschen ungern alleine dastehen. Sie möchten Erfolg haben und geliebt werden. Das gilt auch für Journalisten. Im Mainstream ist man sicher. Die meisten Medien spiegeln folglich den Mainstream wider und verstärken ihn dadurch noch, aber sie erschaffen ihn nicht.“

 

Ein Schlüsselwort in diesem Verhalten ist:

 

Der Schwarm

 

„Kaum ein Begriff hat in den Jahren, die seit meiner Kindheit verstrichen sind, eine solche Karriere gemacht wie ‚Schwarmintelligenz’. Das Internet funktioniert wie ein Schwarm, heißt es. Die Revolutionen in den arabischen Staaten wurden und werden über die schwarmförmige Organisation Facebook organisiert, ohne Anführer, ohne eine Partei.

 

Alle bewegen sich plötzlich in dieselbe Richtung wie ihre Nachbarn.“

 

Mit Folgen auch im politischen Leben, so folgert Martenstein:

 

„Ich glaube, dass die Gesetze der Schwarmintelligenz auch das politische Leben zu beherrschen beginnen. Das beste Beispiel ist die Bundeskanzlerin. Zu Recht wird gesagt, dass Angela Merkel für einen Stil des Regierens steht, den es vor ihr in Deutschland nicht gegeben hat.

 

Die Traditionen und Grundsätze ihrer Partei scheinen für sie keine Rolle zu spielen. Angela Merkel setzt Volksstimmungen um, sie ist keine Leitwölfin, eher ein Fisch im Schwarm. Sie lässt sich, wo immer und solange es geht, in der Strömung treiben. Als das Volk nach Fukushima die Atomkraft ablehnte, war bekanntlich auch Frau Merkel, die eben noch die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängert hatte, plötzlich für die Abschaltung der Atommeiler. Und jetzt, wo die Sozialdemokraten wieder erstarken, fällt ihr ein, dass der Mindestlohn, den die CDU vor Kurzem noch verteufelt hat, eine feine Sache ist. Bewege dich in Richtung des Mittelpunkts, vermeide Zusammenstöße, bewege dich in dieselbe Richtung wie die Mehrheit.“

 

Auch über Parteien und politische Personen hinaus beobachtet Martenstein diese Tendenz:

 

„Manchmal habe ich den Eindruck, dass Deutschland von einer Einheitspartei neuen Typs beherrscht wird, der Mainstreampartei. Diese Partei ist ökologisch, für einen höheren Bildungsetat, für Frauenquoten, für Klimaschutz, für Umverteilung des Wohlstands, dafür, dass die hier lebenden Ausländer Deutsch lernen … Konsens, wohin man schaut.“

 

In solch einer Lage braucht es „Querdenker“, findet der Autor, Leute, die auch mal auf den Mainstream pfeifen. Schwierig wird es mit der allgemeinen Bewertung:

 

„Der Medientheoretiker Norbert Bolz schreibt, dass die meisten Leute die Ansichten übernehmen, von denen sie glauben, dass die meisten anderen Leute sie auch haben. Darüber, welche Meinung gerade die allgemein übliche ist, informieren die Massenmedien. Die Meinungsmacher dort sind aber auch nur Leute wie alle anderen. Sie tendieren dazu, die Meinungen und die Themen anderer Meinungsmacher zu übernehmen …“

 

Die Folgerung:

„Weil der Mainstream heute die normative Rolle übernommen hat, die früher von Traditionen und Sittengesetzen gespielt wurde, tendiert man dazu, vom Mainstream abweichende Meinungen als unmoralisch zu verurteilen.“

 

Um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen, stimmt Martenstein ein Lob an, das

 

Lob der Reaktanz

 

„Ohne Reaktanz läuft ‚Demokratie’ auf eine massenpsychologische Zwangsherrschaft des Einheitsdenkens hinaus. Reaktanz ist die Kraft, die dafür sorgt, dass ein Meinungspendel nach einer gewissen Zeit wieder zurückschwingt.

 

Als Reaktist erfüllt man eine sozialhygienische Funktion und leistet einen Dienst an der Menschlichkeit. Es ist unappetitlich, wenn einzelne Personen zum public enemy erklärt werden, überall, von jedem. Guttenberg? Eva Herman? Jan Ullrich? Das sind Verfehlungen gewesen, kritikwürdig, gegebenenfalls strafbar, aber doch keine Kapitalverbrechen.

 

Wenn erst mal der nächste Skandal da ist, absorbiert er sowieso die gesamte Erregungsenergie, über die man verfügt.

Und Margot Käßmann? Der umgekehrte Fall. Eine Heilige. Da ist Reaktanz ebenfalls angebracht. Der dunkle Trieb, Idole schlechtzumachen, hat ebenfalls etwas mit Reaktanz zu tun. Das ist die Nachtseite der Reaktanz.“

 

Und Martenstein fügt noch einen Vorschlag an:

„Es müsste, im Mainstream-Medium Fernsehen, eine Sendung geben, eine einzige, die der Reaktanz verpflichtet ist. Einmal pro Woche, 30 Minuten lang, müsste jemand einer von fast allen geglaubten Wahrheit widersprechen, oder eine abseitige Meinung äußern, oder den aktuellen public enemy verteidigen. Ohne Ironie. Ohne einen Moderator, der sich distanziert. Auch das wäre ein interessantes Experiment.“

 

In diesem Sinne: Gönnen Sie sich eine eigene Meinung!

Ohne sich zu sehr auf einen „Publikumsjoker“ wie bei „Wer wird Millionär“ zu verlassen.

 

Martenstein schreibt: „Bei einfachen Fragen ist der Publikumsjoker fast immer eine sichere Sache. Aber je komplizierter es wird, desto öfter irrt sich die Mehrheit. Es ist dann klüger, jemanden anzurufen, der Ahnung hat. Eine Einzelperson.“

 

Quelle – EINS 2/2013

Artikel: Jörg Podworny

Thema: Zeitgeist | Beitrag kommentieren

369. Die Kraft des Heiligen Geistes im Leben der Gläubigen

Mittwoch, 29. Mai 2013 | Autor:

Gemälde Michael Willfort

Lieber Blogbesucher,

das Thema Heiliger Geist ist in der ganzen Christenheit sehr stark unterbelichtet. Darum sieht es so aus, wie es aus sieht. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Lesen Sie selbst diesen guten Bericht von Torrey.

 

 

Autor: R. A. Torrey

„Gott allein ist mächtig“ (Psalm 62,12 b).

Der Heilige Geist ist dem Gläubigen von Gott gegeben, damit Gottes mächtige Kraft in ihm sichtbar wird. Der Geist Gottes, der selbst Gott ist, nimmt, was Gott gehört und schenkt es uns. Wer zu Christus gehört, hat von Gott die Ehre und das Anrecht bekommen, alles zu besitzen, was Christus gehört. So kann auch Paulus sagen: „Darum rühme sich niemand eines Menschen; denn alles ist euer: Es sei Paulus oder Apollos oder Kephas, es sei Welt oder Leben oder Tod, es sei Gegenwärtiges oder Zukünftiges, alles ist euer, ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes“ (1. Korinther 3,21). Auch wenn wir durch den Glauben an Jesus Christus bereits rechtlich Miterben Jesu sind, so liegt es doch im Amt des Heiligen Geistes, dieses Erbrecht auf den einzelnen Gläubigen anzuwenden.

In dem Maße, wie wir die Bedeutung des Heiligen Geistes in unserem Leben verstehen, wird uns auch bewusst, wie nötig wir es haben, uns von Gottes Geist leiten und erfüllen zu lassen, damit Er uns zu einem gottgefälligen Leben verhilft. Lasst uns einen Blick in Gottes Wort werfen, um zu sehen, wie groß die Bedeutung des Heiligen Geistes im Leben der Gläubigen ist:

1. Der Heilige Geist hat die Macht, Christus zu offenbaren und Ihn zu verherrlichen

„Darum tue ich euch kund, dass niemand Jesus verflucht, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesus den Herrn nennen außer durch den Heiligen Geist“ (1. Korinther 12,3).

Als Jesus das Kommen des Heiligen Geistes ankündigte, sagte Er: „Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir“ (Johannes 15,26). Die Fähigkeit eines Menschen, Christus zu erkennen und an Ihn zu glauben ist abhängig von dem Wirken und der Kraft des Heiligen Geistes.

Wir fordern Menschen auf, Gottes Wort zu lesen, damit sie Christus kennen lernen, doch wenn der Heilige Geist dem Menschen nicht das Wort Gottes aufschließt, wird dieser niemals erkennen, wer Christus wirklich ist. Wenn es Dir also ein Anliegen ist, dass deine Verwandten, Freunde und Bekannte Jesus Christus kennenlernen, dann verlasse Dich nicht auf deine eigene Erkenntnis, dein Wissen oder deine guten Argumente, sondern verlasse Dich allein auf die Gnade und Macht des Heiligen Geistes und bitte Ihn darum, dass Er Christus offenbar macht.

2. Der Heilige Geist hat die Macht, die Welt von Sünde zu überführen

„Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben; über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht; über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist“ (Johannes 16,8-11).

Indem der Heilige Geist Christus offenbart, zeigt Er der Welt auch Christi Herrlichkeit und Gerechtigkeit und überführt somit die Welt von ihrer eigenen Ungerechtigkeit und Sünde. Beachten wir, dass Jesus ganz ausdrücklich betont, um welche Sünde es sich handelt: „… über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben.“ Du selbst wirst niemals einen Menschen von einer einzigen Sünde überzeugen können, denn dies liegt allein in der Macht des Heiligen Geistes. Jedes noch so gute Argument wird kraftlos sein, wenn der Heilige Geist nicht wirkt.

Dennoch sind unsere Argumente und Warnungen nötig, denn die Bibel sagt deutlich, dass der Heilige Geist die Welt durch uns überführen wird. In Johannes 16,7-8 lesen wir: „Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht.“ Somit liegt es an uns, das Wort Gottes zu predigen, in der Hoffnung, dass der Geist Gottes unser Reden gebraucht (vgl. Apostelgeschichte 2-4,37).

3. Der Heilige Geist hat die Macht, Menschen zu erneuern

„Er machte uns selig – nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit – durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist“ (Titus 3,5).

Die Wiedergeburt ist allein das Werk des Heiligen Geistes. Er kann einen Menschen, der in seinen Sünden geistlich tot ist zu neuem Leben erwecken. Er kann dem, der für geistliche Wahrheit blind ist, die Augen öffnen. Er macht den, der keinen Gefallen an Gottes Willen hat, dessen eigener Wille an die Sünde gebunden ist, verwandeln und ihm das Wesen des Sohnes Gottes einpflanzen, sodass er denkt, wie Gott denkt, liebt, was Gott liebt und hasst, was Gott hasst.

Auch hier gilt: Der rettende Glaube entsteht da, wo Gottes Wort von Menschen gepredigt wird (vgl. Römer 10,17; 1. Korinther 4,15) und doch ist selbst die beste Predigt ohne Kraft, wenn der Heilige Geist nicht durch sie wirkt. So, wie wir in unserer Rechtfertigung auf das Werk Jesu angewiesen sind, so sind wir in unserer Wiedergeburt auf das Werk des Heilige Geistes angewiesen.

4. Der Heilige Geist hat die Macht, anhaltende Freude zu schenken

„‘Wer von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt […] Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.‘ Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten“ (Johannes 4,14; 7,38+39).

Aus dem Zusammenhang wird klar, dass Jesus in diesen Versen das Wasser als Bild für den Heiligen Geist verwendet. Während die Welt mit ihren Angeboten und ihrer Attraktivität keinen Menschen wirklich sättigen kann – „wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten“ – besitzt der Heilige Geist die Macht, wahre, anhaltende Freude zu schenken. Er allein kann die Sehnsüchte des menschlichen Herzens stillen. Denn die Quelle und das Ziel des Menschen ist und bleibt Gott selbst! Hast du bereits von diesem lebendigen Wasser gekostet? Lebt Gottes Geist in dir und lässt du ihn durch dein Leben fließen?

5. Der Heilige Geist hat die Macht uns von dem Gesetz der Sünde und des Todes zu befreien

„Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes“ (Römer 8,2).

Jeder von uns kennt dieses Gesetz der Sünde und des Todes, denn jeder Mensch ist seit seiner Geburt an dieses Gesetz gebunden und die meisten von uns sind dies noch immer. Das muss allerdings nicht so bleiben, denn Gott hat einen Weg geschaffen, auf dem wir von diesem Gesetz befreit werden können: „Das Gesetz des Geistes, der uns lebendig macht in Christus Jesus!“

Wenn wir beginnen zu erkennen, dass wir die Sünde nicht aus eigener Kraft bekämpfen können, und damit aufhören, durch Eigenleistung unsere Gerechtigkeit vor Gott aufzubauen, wenn wir uns in unserer Schwachheit und Hilflosigkeit ganz auf Gottes Gnade werfen und auf das Wirken Seines Geistes vertrauen, dann dürfen wir erleben, wie Gottes Geist uns in Seiner Kraft leitet und dieses grausame Gesetz der Sünde und des Todes entmachtet.

Viele wiedergeborene Christen glauben, dass der beschriebene Zustand in Römer 7 zum Alltag des Christen gehören würde. Sie sind der Ansicht, dass Versagen völlig normal sei. Doch dies trifft nur dann zu, wenn der Christ versucht, sein Leben aus eigener Kraft zu meistern; schließlich sagt Paulus in Römer 7,25b: „So diene nun ich selbst [ego auto] mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.“ Aber als Christen sind wir nicht uns selbst überlassen, denn der Heilige Geist hat die Macht, das in uns zu vollbringen, was wir selbst niemals schaffen könnten (vgl. Römer 8,2-4).

In Römer 8 haben wir eine wunderbare Darstellung eines Lebens in der Kraft Gottes. Dies ist das Leben, das Gott uns ermöglicht. Zwar sind wir noch im Fleisch und die Sünde wohnt in uns, aber wir selbst sind nicht mehr „fleischlich“, wenn wir durch den Heiligen Geist erneuert wurden. Wir leben „im Geist“ und deshalb können wir „durch den Geist die Taten des Fleisches töten“ und müssen „die Begierden des Fleisches nicht vollbringen“ (vgl. Römer 8,13; Galater 5,16).

Wenn der Heilige Geist Gottes mit seiner Kraft in uns wohnt, dann dürfen wir den Sieg über die Sünde in unserem Leben erfahren. Dieser Sieg liegt jedoch nicht an uns selbst, noch an etwas, das wir getan hätten; wir haben es allein der Macht und Gnade des Heiligen Geistes zu verdanken.

Hat der Heilige Geist dich von dem Gesetz der Sünde und des Todes befreit? Wenn nicht, dann bitte Gott darum, dass Er es tut. Versuche nicht, dich aus eigener Kraft zu befreien, sondern kehre um zu Gott, damit Er dir Seine Kraft schenkt. Dann kannst du voller Freude mit Paulus sagen: „Das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes“ (Römer 8,2).

6. Der Heilige Geist stärkt den Gläubigen

„Er gebe euch Kraft nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen“ (Epheser 3,16).

Die Auswirkung dieser Stärke, die der Heilige Geist in den Gläubigen hineinlegt, sehen wir in den folgenden Versen. Dort sagt Paulus, dass der Heilige Geist uns eben nicht nur Kraft schenkt, um im Kampf gegen die Sünde zu überwinden, sondern auch, damit 1.) Christus in unseren Herzen wohne, 2.) wir in der Liebe eingewurzelt und gegründet sind und 3.) damit wir mit allen Heiligen begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft.

7. Der Heilige Geist hat die Macht, uns zu einem geheiligten Leben als Kinder Gottes zu verhelfen; einem Leben, das Gott entspricht und das Ihn ehrt

„Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder“ (Römer 8,14).

Der Heilige Geist verändert unser Leben und die Qualität unseres Lebens von Grund auf. Er gibt uns die Kraft zu einem heiligen Leben, das Gott gefällt und das Ihn ehrt. Er nimmt uns bei der Hand und führt uns hinein in das Leben als Söhne und Töchter Gottes. Wir müssen uns Seinen Händen überlassen, damit Er uns formt und verändert. Wer den Geist Gottes hat, der ist nicht nur ein Geschöpf Gottes, sondern auch dem Wesen nach Gottes Kind.

8. Der Heilige Geist versichert dem Gläubigen, dass er ein Kind Gottes ist

„Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind“ (Römer 8,16).

Achten wir darauf, dass Paulus nicht sagt, dass der Geist Gottes es unserem Geist bezeugt, sondern es wortwörtlich „zusammen mit unserem Geist“ bezeugt, dass wir Gottes Kinder sind. Es sind also zwei, die gemeinsam Zeugnis darüber ablegen, dass wir Gottes Kinder sind: Gottes Geist und unser Geist!

Wie aber sieht das praktisch aus? In Galater 4,6 gibt Paulus uns eine Antwort auf diese Frage: „Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der ruft: Abba, Vater!“

9. Der Heilige Geist formt den Charakter des Gläubigen um und macht ihn dem Wesen Jesu ähnlicher

„Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht“ (Galater 5,22-23).

Alle Frömmigkeit, jeder Wesenszug an uns, durch den wir Gott ehren, ist ein Werk des Heiligen Geistes, das Er in uns vollbringt. Es ist Seine Frucht, nicht unsere!

Solch ein Leben, das unter der Leitung des Heiligen Geistes geführt wird, ist nichts Natürliches – im Gegenteil. Der natürliche Mensch wird uns in den Versen beschrieben, die der Frucht des Geistes in Galater 5 gegenüberstehen (V. 19-21) Wenn aber Gottes Heiliger Geist durch die Bekehrung in dem gläubig gewordenen Menschen wohnt, dann wird das neue Leben aus Gott sichtbar werden. Da Gottes Geist in dem Gläubigen wohnt, darf er im Kampf gegen die Sünde und die sündigen Lüste auf die Kraft Gottes vertrauen. Außerdem wird Gottes innewohnender Geist den Charakter des Gläubigen Stück für Stück verändern und ihn dem Charakter von Jesus Christus ähnlicher machen (vgl. Römer 8,29b). Das ist es, was in der Bibel als „Frucht des Geistes“ oder als „Heiligung des Geistes“ bezeichnet wird (vgl. 1. Petrus 1,2; 2. Thessalonicher 2,13).

10. Der Heilige Geist hat die Macht, in „die ganze Wahrheit“ zu leiten

„Wenn er aber kommt, der Geist der Wahrheit, dann wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen“ (Johannes 16,13).

Unter all der menschlichen Weisheit und Lehre wird es niemals die vollkommene Wahrheit geben; ja, nicht einmal die beste Bibelschulung wird uns jemals zu einer völlig irrtumslosen und vollendeten Erkenntnis der Wahrheit verhelfen. Was wir brauchen ist Gottes Geist, der uns in die Wahrheit führt. Jesus hat verheißen, dass Er Ihn senden wird, um uns die Wahrheit zu offenbaren. Dieses Versprechen gilt in direkter Weise den Aposteln; doch wir dürfen sicher sein, dass ihre Berichte und Lehren von Gott kommen und dass sie der Wahrheit entsprechen.

11. Der Heilige Geist hat die Macht, an die Worte Jesu zu erinnern

„Der Tröster, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Johannes 14,26).

Wie das vorhergehende Versprechen, so gilt auch dieses zuerst und in besonderer Weise den Aposteln. Und doch bewirkt der Heilige Geist dies in jedem, der auf die Person und das Werk Jesu vertraut. Er öffnet uns die Augen, damit wir die Lehre Christi erkennen und ihr unser Vertrauen schenken können. Er erinnert uns auch an Jesu Worte, wenn wir sie besonders nötig brauchen – ob zu unserer eigenen Ermutigung oder zum Segen für andere.

12. Der Heilige Geist offenbart uns die Tiefen von Gottes Gedanken, die dem natürlichen Menschen verborgen sind und Er zeigt uns, welche Gnade Gott uns geschenkt hat.

„Uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes. Denn wer von den Menschen kennt die Gedanken des Menschen als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So kennt auch niemand die Gedanken Gottes als nur der Geist Gottes. Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, so dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist; und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich erklären. Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss“ (1. Korinther 2,4-10).

Der Heilige Geist ist sowohl der Verfasser des geschriebenen Wortes Gottes als auch derjenige, der dem Gläubigen das Wort Gottes erklärt. Wie interessant wäre es für uns, wenn schon ein menschlicher Autor eines literarischen Werkes sich die Zeit nehmen würde, uns einen tieferen Einblick in seine Gedanken zu gewähren. Und stellen wir uns nun vor, dass der große, erhabene Gott genau dies tut, wenn wir Sein Wort im Glauben lesen. Gott selbst ist durch Seinen Geist in uns und belehrt uns über Sein Wesen und Sein Wort.

Um die Bibel richtig zu verstehen, müssen wir auf Gott schauen und mit dem Psalmisten beten lernen: „Öffne mir die Augen, damit ich sehe, die Wunder in deinem Gesetz“ (Psalm 119,18).

Es reicht nicht aus, sich nur mit den gedruckten Buchstaben der Bibel zu befassen. Wir müssen beim Lesen in Demut Gottes Geist um Seine Hilfe und Seinen Beistand bitten, damit Er uns fähig macht, Gott zu erkennen und Ihm im Gehorsam zu folgen. Jeder Versuch, die Bibel durch menschliche Logik zu erfassen oder zu erklären, wird scheitern. Nur wenn wir zugeben, dass wir von Gott abhängig sind, dass wir selbst nichts haben, das wir Ihm bringen könnten und wenn wir uns allein auf die Gerechtigkeit Jesu verlassen, nur dann wird Gott uns Seine Weisheit schenken und uns Einblick geben in die Tiefe Seiner Gedanken (vgl. 1. Korinther 3,18; Philipper 3,4-7; Römer 10,3; 1. Korinther 1,25-28).

Gottes vollkommener Plan

Man könnte noch Vieles darüber sagen, was Gott uns, den Gläubigen, durch Seinen Heiligen Geist geschenkt hat. Aber zwei Dinge sind besonders zu betonen. Erstens: Wir sind in unserem gesamten Glaubensleben völlig von der Gnade Gottes und dem Wirken des Heiligen Geistes abhängig – sowohl im persönlichen Leben als auch in unserem Dienst. Und zweitens: Gott hat auf wunderbare Weise einen Plan gefasst, in dem Er uns die volle Kraft und den ständigen Beistand Seines mächtigen Geistes verheißen hat. Ein christliches Leben definiert sich nicht darüber, wie viel wir leisten, sondern darüber, was Christus für uns getan hat und was der Heilige Geist durch uns tut. „Seine göttliche Kraft hat uns alles geschenkt, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend“ (2. Petrus 1,3).

Quelle – Herold Ausgabe Mai 2013

Thema: Lebendiger Glaube | Beitrag kommentieren

368. Sollen sich Christen von dem schmutzigen Geschäft der Politik fernhalten?

Sonntag, 26. Mai 2013 | Autor:

 

Das verstehe ich unter einmischen..

 

Lieber Blog Besucher,

die Meinungen die ich zu diesen Thema immer wieder höre: Christen sollen sich von der Politik fernhalten. Ist eine solche Haltung auch biblisch? Auch da gehen die Meinungen weit auseinander. Warum ist das so? Ich glaube, man beachte dazu die biblischen Aussagen zu wenig bzw. man ist vom sogenannten „Gemeindegeist“ zu sehr geprägt. Denn, es gibt auch Gemeinden die das Verhältnis zwischen Politik und Christ durchaus klarer sehen.

Nehmen wir doch einfach einmal eine Aussage des Apostel Paulus, der wie ich meine doch eine klare Sicht der Dinge hatte, und wie ich behaupten möchte, mit viel mehr Weisheit und Erkenntnis von Gott ausgestattet war, als ich.

Da schreibt doch Paulus in Titus 3, 1 zum Beispiel folgendes:

„Erinnere die Christen daran, dass sie sich dem Staat und seinen Behörden unterzuordnen haben. Sie sollen die Gesetze des Staates befolgen und sich tatkräftig für das Gemeinwohl einsetzten“.

Ich frage Sie jetzt: Wie soll das gehen? Wenn wir uns von Politik fernhalten? Sobald wir diesen Wort der Bibel gehorsam sind, sind wir doch mitten drin in der Politik.

Die Mahnung des Apostel Paulus, dass die Christen sich tatkräftig für das Gemeinwohl einsetzten sollen, fand große Beachtung. Ihre öffentlichen Stellungnahmen zu Götzendienst, Wahrsagerei, Unmoral und Korruption im Staate waren streng genommen politische Aussagen. Zwar gab es damals noch keine politischen Parteien in unserem Sinne, doch bildeten die ersten Christen in Wahrheit eine eigene FRaktion im Staate. Nicht zuletzt hatten sie ihre eigenen sozialen Hilfsprogramme für die Armen und kümmerten sich um Witwen und Waisen sowie um die Kranken. Damit handelten die ersten Christen wie eine sozialreformerische Partei. Sie machten nicht nur leere Worte, sondern wirkten konstruktiv am Aufbau einer gesunden Gesellschaft mit.

Sätze wie die schmutzige Politik, waren nicht Bestandteil ihres Wortschatzes.

Da wir in 2013 wieder zu wählen haben und es unter den Parteien durchaus Parteien gibt, die für einen Christen nicht wählbar sind, können die nachfolgenden Beiträge vielleicht einmal dazu beitragen, sich zum einen Gedanken zu machen, und zum zweiten in die „schmutzige“ Politik in irgendeiner Form einmal etwa einzumischen. Viel Weisheit und Erkenntnis wünsche ich Ihnen.

 

M.T.

 

Die Christen und „die Obrigkeit“ …

Biblische Basis:

Was haben Christen mit Politik zu tun?

Christ und Politik? „Das eine hat mit dem andern nichts zu tun“, denken immer noch viele Menschen – und zwar sowohl in der Politik als auch in der christlichen Gemeinde. Das Anliegen einer strikten Trennung von Politik und Religion / Kirche / Glaube wird von Politikern und Bürgern aus unterschiedlichen Gründen verlangt. Zu stark ist der jahrhundertealte Filz und Missbrauch der unheiligen Allianz zwischen Thron und Altar gewesen. Auch in der Bibel – so wird gerne argumentiert – werden doch beide Bereiche strikt unterschieden:

Hier das Reich Gottes – da die Welt (der Politik). Aber werden sie auch voneinander getrennt? Haben sie wirklich nichts miteinander zu tun? Sollen sich Christen von dem schmutzigen Geschäft der Politik fernhalten? Ist nicht „unser Bürgerrecht (politeuma) im Himmel“ (Phil 3, 20)?

Diese Fragen werden oft allzu schnell einseitig beantwortet und damit ein Rückzug aus der bösen Welt (der Politik) begründet.

 

Was sagt die Bibel zu diesem Thema?

Jesus verkündete das Reich Gottes (Mt 4, 17). Das war seine Botschaft und das ist sie bis heute geblieben. Dieses „Reich ist nicht von dieser Welt“ (Joh 18, 36), entfaltet seine Wirksamkeit aber mitten in ihr. Jesus hatte sehr häufig mit leitenden Persönlichkeiten des Volkes Israel zu tun – und da ging es auch um politische Fragen. Einmal antwortet er auf eine ihrer Fangfragen mit dem berühmten Satz, der geradezu ein sozialethisches Paradigma darstellt: „Gebt dem Kaiser, was des Kaiser und Gott, was Gottes ist“ (Lk 20, 25). Zwei Reiche werden von Christus unterschieden, aber nicht voneinander geschieden. Im Reich der Welt gelten andere Maßstäbe als im Reich Gottes. Die darf man nicht vermischen. Als Christen leben wir in beiden Reichen zugleich und sollen beiden das geben, was ihnen zusteht. Da Gott der Herr des Lebens ist, gehört ihm alles: Leib und Leben, Ehre und Anerkennung. Aber auch dem König / der Obrigkeit / dem Staat gebühren Ehre und Respekt. Im Konfliktfall jedoch „muss man Gott mehr gehorchen als den Menschen“, sagt Petrus vor dem Hohen Rat (Apg 5, 29). Man darf also keine falsche Alternative aufstellen: Gott oder Kaiser, sondern muss als Christ beiden gerecht werden: Gott und Kaiser. In einem der zentralen Texte des Neuen Testaments zu diesem Thema, Röm 13, 1 – 7, wird von Paulus die Aussage Jesu vor Pilatus: „Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben her gegeben wäre“ (Joh 19, 11) näher ausgeführt: „Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet“ (Röm 13, 1).

Diese grundlegende Aussage muss uns in allen Überlegungen im Blick auf das Verhältnis der Christen zur Politik leiten. Auch wenn diese Verhältnisbestimmung im Lauf der Kirchengeschichte und heute recht unterschiedlich interpretiert werden kann, muss man doch festhalten:

Gott ordnet Obrigkeiten in diese Welt an, um Ordnung und Struktur in einer durch Sünde und Chaos angerichteten Welt zu schaffen. Er gibt und überträgt ihnen die Macht und den Auftrag, einen politischen Rahmen zu schaffen, in dem Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit gedeihen; in dem Gutes belohnt und Böses bestraft wird. Die Obrigkeit ist als weltliche Einrichtung gleichzeitig „Gottes Dienerin, dir zugut“. Gott hat ihr „das Schwert“ gegeben, um mit dieser Macht Gerechtigkeit und Frieden zu gewährleisten. Die Obrigkeit „vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut“ (Röm 13, 4).

Die Aufgaben der Obrigkeit und der Kirche sind sehr gut in der 5.These der Barmer Theologischen Erklärung von 1934 (der Grundlagentext der Bekennenden Kirche während des Dritten Reichs) formuliert:

„Fürchtet Gott, ehrt den König (1. Petr 2,17). Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.“

Die Weltregierung Gottes (Martin Luther) vollzieht sich in diesem Äon bis zur Wiederkunft Christi also u.a. durch die „Obrigkeit“, nicht durch die Gemeinde. (Immer, wenn die Kirche zur weltlichen Macht griff, hat sie sich vergriffen.) Auch wenn Gott die Obrigkeit angeordnet hat, heißt das nicht, dass alle Obrigkeiten gut sind. Es gibt böse, korrupte und unfähige Obrigkeiten. Es gibt solche, die sich unrechtmäßig selbst eingesetzt haben und solche, die demokratisch gewählt wurden. Petrus, der im Grundsatz dasselbe wie Paulus schreibt, spricht von der Obrigkeit als einer „menschlichen Schöpfung“ (1 Petr 2, 11 – 17). Obrigkeiten sind von Gott zwar angeordnet, aber eben menschliche, d.h. fehlbare und begrenzte Institutionen. Ob Monarchien oder Parlamentarische Demokratien – als Christen sollen wir diesen menschlichen Schöpfungen mit Respekt und Verantwortung begegnen: „Ehrt jedermann, habt die Brüder lieb, fürchtet Gott, ehrt den König“ (1 Petr 2, 17). Die Gestaltung der Verantwortung sieht für Christen unter einer Militärjunta oder einem Diktator anders aus als in der deutschen Demokratie.

 

 

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Als Christ in der Demokratie leben

Nun haben wir schon lange keinen König oder Kaiser mehr. Die Monarchie ist einer Demokratie gewichen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist ein freiheitlicher Rechtsstaat entstanden, der – aus den Fehlern der Vergangenheit geläutert und durch das 1949 gegebene Grundgesetz geordnet – als einer der bestmöglichen bezeichnet werden kann. Gelten dann aber überhaupt noch die Aussagen aus dem Römer- und 1.Petrusbrief, die im Kontext römischer Kaiser und ihrer okkupierenden Ordnungsstrukturen an die Christen verfasst wurden? Ja, denn sie formulieren Grundsätze, die nicht durch andere zeitgeschichtliche Einflüsse und politische Gestaltungsformen aufgehoben werden.

Die in diesem Zusammenhang häufig gemachte Aufforderung, der Obrigkeit „untertan [zu] sein“ (Rö 13, 1Tit 3, 1; 1 Petr 2, 13), muss man als ein bewusstes Einordnen und verantwortliches Mitgestalten verstehen. Dass aktive Verantwortung gegenüber allen Menschen dem Willen des Herrn entspricht, geht auch aus 1 Petr 3, 15 hervor: „Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann…“ Das betrifft auch die Obrigkeit. Aus den biblischen Texten kann man – mit Ausnahmen – keine direkten politischen Handlungsanweisungen für Christen ableiten. Weil es keine christliche Politik geben kann (sie muss für alle da sein), müssen Christen, die sich politisch engagieren, mit politischem Sachverstand an christlichen Grundwerten orientieren und sich für den freiheitlichen Rechtsstaat einsetzen. Weil – wie Ernst Wolfgang Böckenförde richtig erkannt hat – „der freiheitliche, säkularisierte Staat …von Voraussetzungen [lebt], die er selbst nicht garantieren kann“, sollen Christen genau immer wieder an diese Voraussetzungen ihrer Kultur erinnern: Christentum, Humanismus und Aufklärung.


1. Christen sollen um Gottes willen die Obrigkeit anerkennen

(Röm 13, 1.5.7; Tit 3, 1.2; 1 Petr 2, 13.17).

 

Das bedeutet in erster Linie, für die Obrigkeit zu beten (1Tim 2, 1.2), wählen zu gehen und sich einzumischen. Gerade die Frage, welche Partei, welche Kandidaten man überhaupt wählen soll, zeigt, wie wichtig das aktive Informieren über die Parteiprogramme und das Ethos ihrer Kandidaten ist. Christen sollten darauf hinweisen, politische Entscheidungen auf der Grundlage eines christlich-jüdischen Menschenbildes und des freiheitlichen Rechtsstaats zu treffen. Dass auch das Zahlen von Steuern und Zöllen für Christen zur Anerkennung der Obrigkeit dazugehört, wird im Neuen Testament betont (Röm 13, 7).

 

2. Sich aktiv für das Gute einsetzen (Röm 13, 3; 1 Petr 2, 15).

 

Darüber hinaus sollen sich Christen aktiv für das Gute einsetzen. Sie sollen „der Stadt Bestes“ suchen (Jer 29, 7). Sie sollen „zu allem guten Werk bereit“ sein (Tit 3, 1). Sie sollen die Obrigkeit darin unterstützen, das Gute zu tun (Röm 13, 3). Darüber hinaus sollen sie sich für Freiheit und Gerechtigkeit einsetzen. Es waren in der Geschichte häufig Christen, deren innovatives Engagement große gesellschaftliche Veränderungen eingeleitet haben. William Wilberforce hat sein Leben für die Abschaffung der Sklaverei investiert (siehe Seite 13). August Hermann Francke hat sich für nachhaltige Bildung und Fortschritt eingesetzt. Friedrich Wilhelm Raiffeisen ist als deutscher Sozialreformer in die Geschichte eingegangen. Johann Hinrich Wichern hat mit seinem „Rettungsdorf“, dem „Rauen Haus“ gesellschaftliche Reformen eingeleitet, weil er Jugendlichen Heimat und Arbeit gegeben hat.

 

3. Eine prophetisch-kritische Existenz leben

 

Christen sind im konstruktiven Sinn kritische Zeitgenossen. Sie weisen aufgrund ihres Gewissens, das an Gottes Wort gebunden ist, und ihrer Verantwortung auf gesellschaftliche und politische Missstände hin. Friedrich v. Bodelschwingh der Jüngere hat sich – nach anfänglicher Kooperation mit dem NS-Staat – gegen die Obrigkeit gestellt und ist seinem christlichen Gewissen gefolgt. Dadurch hat er ethische und politische Zeichen gesetzt.

Weil christliche Existenz auch kritische Existenz ist, sollen Christen gerade auch die Politik und ihre Vertreter kritisch-verantwortlich begleiten. Gut ist es, wenn sie persönlich Zugang zu ihnen gewinnen. Dass sie für sie beten, ist nach 1Tim 2 ihre Pflicht. Weil Christen in dem allen um die Vorläufigkeit ihres politischen Engagements wissen, trachten sie zuerst nach dem Reich Gottes. Weil sie um das Endgültige wissen und darin verankert sind, können sie sich auch in großer Freiheit für das Vorläufige – die Politik und die Gesellschaft – einsetzen.

Beitrag aus Magazin EINS 2/2013

  Horst Afflerbach ist Leiter der Biblisch-Theologischen

  Akademie Wiedenest, Mitglied im Hauptvorstand der

  Deutschen Evangelischen Allianz und im Arbeitskreis Politik.

 

 

 

 

 

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367. Papst Benedikt XVI. trat zurück

Donnerstag, 23. Mai 2013 | Autor:

 

Wikipedia Petersdom Wolfgang Stuck 

Als am 11. Februar Papst Benedikt seinen Rücktritt verkündete, löste er bei Katholiken und Nichtkatholiken eine Schockwelle aus, denn „ein Papst stirbt, aber tritt nicht zurück“ war die landläufige Meinung.

Foto NAI Papst

Dazu kam, dass in derselben Nacht in der Kuppel des Petersdoms ein Blitz einschlug, was von vielen als ein böses Omen angesehen wird. 

Auch in Israel war man über den Rücktritt des Papstes betroffen, denn mit Benedikt XVI. verlor Israel einen Freund, der gemäß seiner theologischen Erkenntnis hinter den Juden steht, was er in seinen drei Werken „Jesus von Nazareth“ manifestierte. Für Israels Oberrabbiner Jona Metzger war dieser Papst der beste, den der Judenstaat erlebte. Auch der sefardisch-orthodoxe Oberrabbiner Shlomo Amar bedauert Benedikts Rücktritt, denn er befürchtet, dass sein Nachfolger den Juden und damit Israel nicht mehr so wohlgesonnen sein könnte.

 

Im Februar 1994 tagten in Jerusalem vier Tage lang 430 jüdische und christliche Persönlichkeiten aus 91 Ländern. Darunter waren fünf Kardinäle, unter ihnen der Vorsitzende der Glaubenskongregation Kardinal Joseph Ratzinger, ferner vier Metropoliten, neun Oberrabbiner, 103 Bischöfe und 54 Rabbiner. Ich weiß nicht, wer mich neben Kardinal Ratzinger platziert hatte – vielleicht hatte ich das einem Irrtum zu verdanken. Auf diese Weise lernten wir uns kennen.

 

In seinem Tagungsvortrag sagte er: „Die Juden haben am Tode Jesu keine Kollektivschuld, denn weder die Juden noch die Römer brachten Jesus ans Kreuz, sondern allein unsere Sünden, lehrt das Neue Testament. Durch Jesus Christus sind Juden und Christen ein Volk Gottes geworden. Israels Glaube ist seither universal. So wurde Israel durch Christus ein Segen für alle Völker. Das „Schmah Israel, unser Gott ist eins“ , blieb auch in den Evangelien rechtskräftig, denn es gibt auch jetzt nur einen Gott. Es ist an der Zeit, dass die katholische Kirche sich bei den Juden für ihre Feindseligkeit und Intoleranz entschuldigt“. (Auszug aus NAI-Artikel, Feb. 94)

 

Benedikt XVI. ist ein theologischer Denker und kein politischer Taktiker. Das machte ihm das Regieren als Papst im Vatikan schwer. Nicht nur der Papst, auch Pastoren von Kirchen mit nur 400 Mitgliedern haben gegen Intrigen zu kämpfen, wie viel mehr das Oberhaupt einer Kirche von 1,2 Milliarden Mitgliedern unterschiedlicher Interessen.

 

In seiner Amtszeit formalisierte er die 1993 von Papst Johannes Paul II. begonnene, aber von ihm als Kardinal aus gearbeitete Annäherung der römisch-katholischen Kirche an Israel. Nun können sie diplomatische Beziehungen aufnehmen. So besuchte er 2009 als Papst Benedikt XVI. Israel. Er war nach Paul VI. und Johannes Paul II. der dritte Papst, der Israel besuchte, war aber der erste Papst, der sich nicht nur gegen den Antisemitismus aussprach, sondern sich bei seinem Besuch im KZ-Auschwitz „als Sohn des deutschen Volkes“ unter die Mitschuld am Holocaust stellte.

 

Solche Judenfreundschaft forderte die Kurie heraus, daher wurde, um ein Schisma zu verhindern, die Pius Bruderschaft, die den Holocaust in seiner Gänze leugnet, in den Schoß der Kirche zurückgenommen. Ebenso führte er die lateinische Messe ein, in der für die Bekehrung der Juden gebetet wird. Nachdem er sich gegen die Homo-Ehe und gegen die Empfängnisverhütung aussprach, wurde er als nicht reformfähig diskreditiert. Um nicht weiter gegen seine Überzeugungen Kompromisse machen zu müssen, trat er als 85-Jähriger von Krankheit geschwächt von seinem Amt zurück.

 

Damit begann die Nachfolgerspekulation und brachte die Vision des irischen Mönchs Maleachi ins Gespräch, der im Jahre 1139 insgesamt 266 Päpste voraussagte und schrieb:

„Wenn sich alles wie ein Wirbelsturm um Jerusalem dreht, kommt ein Papst aus dem Osten (Papst Johannes Paul II. kam aus Polen und war der 264. Papst). Ihm folgen nur noch zwei Päpste. Der vorletzte Papst schafft Frieden zwischen Kirche und Juden (Papst Benedikt XVI. war der 265.) Danach folgt der letzte Papst, der 266., der sich, laut Maleachis Vision, zu Gott macht und über Jerusalem herrschen will“.

Das sind alles nur Spekulationen. Sollten sie sich aber bewahrheiten, werden sie sich nicht gleich von heute auf morgen erfüllen. Wir werden den neuen Papst Franziskus I. den 266., der ein Jesuit ist, im Auge behalten.

 

NAI Ausgabe April 2013 von Ludwig Schneider

 

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366. Wenn die sturen Israelis auf die Europäer hören würden…

Donnerstag, 23. Mai 2013 | Autor:

Foto Flash 90  NAI 4-2013

 

Lieber Blog Besucher,

ich muss mich immer wieder wundern, wenn ich die Vorschläge der Gutmenschen aus Europa zum Nahostkonflikt höre oder lese. Meine Betrachtungsweise stelle ich immer im Licht der Bibel an, und da ist es dann zwangsläufig, dass ich zu einen anderen Ergebnis kommen muss.

Trotz der „weisen“ Vorschläge aus Europa bleibe ich so gelassen wie der Autor dieses Berichtes, und sage dazu ganz einfach: Warten wir ab.

 

Wenn die sturen Israelis auf die Europäer hören würden…

 

… dann wäre endlich Frieden im Nahen Osten. Und es gäbe keinen Judenstaat mehr

 

Ein Trauerzug in Gaza-Stadt. Die Leichen von zwei kleinen Kindern werden durch die Stadt getragen. Betroffene Gesichter, tiefes Leid. Wir erfahren, dass eine Familie Opfer eines israelischen Luftangriffs geworden ist. Das Foto gewinnt den World Press Photo Award 2012.

 

Und noch eine Auszeichnung: Der Film heißt A World not Ours („Eine Welt, die nicht uns gehört“). Er weckt Sympathie für die Palästinenser in einem Flüchtlingslager. Ein kurzweiliger Streifen mit ausgezeichneter Musik.

Der dänisch-palästinensische Regisseur Mahdi Feifel erklärt: „Die ganze Idee eines jüdischen Staates ist lächerlich.“ Sein Film gewinnt bei der deutschen „Berlinale“ den Friedensfilmpreis (!).

 

Israelkritische Fotos, Filme und Texte haben beste Chancen, internationale Auszeichnungen zu holen. Denn in denKöpfen der gebildeten Europäer, die sich gerne als moderne linke Intellektuelle verstehen, hat sich ein Dogma festgesetzt: Es hängt allein am guten Willen der Israelis, ob im Nahen Osten Frieden herrscht. Und weil die verstockten Juden sich eben nicht ernsthaft um den Frieden bemühen und stattdessen ihre ganze Energie daran setzen, die armen Palästinenser zu unterdrücken, geht es mit dem Frieden nicht voran.

 

Und so stellen sich diese Friedensbewegten, die von den tatsächlichen Verhältnissen in Israel keine Ahnung(aber dafür eine umso überzeugtere Meinung darüber) haben, den Weg zum Frieden vor: 

* Israel stellt den Siedlungsbau sofort ein. (Warum der Bau von Häusern auf einem kahlen Hügel bei Ma’aleAdumim vor den Toren Jerusalems den Frieden mehr gefährdet als der Raketenbeschuss durch die Hamas, bleibtihr Geheimnis).

 

* Israel baut die Kontrollstellen ab und lockert die Abriegelung des Gazastreifens. (Mag sein, dass dann islamistische Fanatiker ein paar israelische Busse in die Luft sprengen oder ähnliches – aber für den Frieden müssen doch auch die Juden Opfer bringen, oder?)

 

* Israel räumt die „besetzten Gebiete“. (Die Räumung des Gazastreifens war doch ein Anfang! Heute herrscht dort ein fanatisches Terrorregime, unterdrückt Frauen, misshandelt Andersdenkende und vertreibt sich die Zeit damit, Raketen auf die Juden in der Nachbarschaft abzufeuern. Das ist doch ein Modell für die Räumung des so genannten Westjordanlands!)

 

* Israel räumt den Palästinensern ein umfassendes Rückkehr-Recht ein. (Abgesehen davon, dass der überwältigende Anteil der Palästinenser kein Recht auf „Rückkehr“ hat, weil er gar nicht in Israel geboren wurde – Israel wäre nach der „Rückkehr“ ein anderer Staat. Nachdem nämlich die Hamas die demokratischen Wahlen gewonnen hat, nutzt sie Demokratie, um diese abzuschaffen.)

 

* Israel akzeptiert die Zweistaatenlösung. (Wobei der europäische Gutmensch gar nicht daran denkt, dass viele Araber diese Lösung verabscheuen. Sie wollen ganz Jerusalem und ganz Palästina, keinen unansehnlichen Kleinstaat neben dem „jüdisch-zionistischen Gebilde“).

 

Dass Israel den Schlüssel zum Frieden in der Hand hält und ihn nicht benutzt, weiß mittlerweile in Europa jedes Kind. Deshalb: Öffentliches Lob für alle Künstler und Journalisten, die Israel kritisieren! Man muss doch nicht gleich ein Antisemit sein, nur weil man ein wenig Sympathie hegt für den arabischen Traum vom Verschwinden des Judenstaats?

 

Gott wird diesen Traum platzen lassen wie eine Seifenblase. Aber der moderne Europäer hält Gott ja für vorgestrig, ein weltfremdes Auslaufmodell, ähnlich wie Netanjahu. Aber er irrt sich. Bei beiden.

 

NAI Bericht April 2013 von Tommy Müller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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