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201. Neujahrsgedanken

Samstag, 1. Januar 2011 | Autor:

Neujahrsgedanken

„Jesus, lass mich fröhlich enden
dies angefangne Jahr.
Trage stets mich auf den Händen,
stehe bei mir in Gefahr.
Freudig will ich Dich umfassen,
wenn ich soll die Welt verlassen.“

Welch fröhliche, mitreißende Glaubenskraft strömt von diesen schwungvollen Zeilen Johann Rists aus, mit denen das gern gesungene evangelische Lied „Hilf, Herr Jesu, lass gelingen…“ (EG, Nr. 61) endet! Wie ganz anders klingt es da beim französischen Atheisten Albert Camus: Er vergleicht den Menschen mit der Unglücksgestalt des Sysiphos aus der griechischen Sagenwelt. Der musste nämlich immer wieder einen schweren Felsblock bergauf rollen und dann, wenn er fast den Gipfel erreicht hatte, rollte der Felsen ins Tal hinab. So sinnlos, so mühevoll ist unser Leben nach Camus. Der „moderne“ Mensch freilich kann sich weder mit der übersprühenden Glaubensfreude unseres Liedes noch mit dem Pessimismus Camus‘ anfreunden, sondern will sein Leben tatkräftig, mehr oder minder optimistisch selbst anpacken; und hier liegt der Grund für die hohe Scheidungsrate in unserem Land, dass die Leute Gott nicht mehr Gott sein lassen, sich nicht mehr seiner Ordnung unterordnen, sondern sich und ihre Wünsche zum Götzen erheben.

Wir Christen aber dürfen gewiss sein und gerade zu Beginn eines neuen Jahres darauf vertrauen, dass Gott die Zügel in Händen hält, dass wir eben nicht allein sind mit unseren Sorgen und Wünschen, mit unserer Nervosität und Unzufriedenheit, unseren Krankheiten, mit den Unglücksfällen, den Konflikten in der Familie wie am Arbeitsplatz. Wer auf Gott verzichten zu können meint, der überschätzt, überfordert sich selbst und seinen Partner. Wer sich nicht mehr vor Gott verantwortlich fühlt, wird dann schnell berechnend, rücksichtslos und mancher resigniert, wenn er merkt, dass er es doch nicht schafft.
Gott möchte uns ja keineswegs seinen Willen aufzwingen, will uns vielmehr Spielregeln schenken, Spielräume eröffnen. Gott traut uns zu, dass wir unsere Gaben entdecken, unsere Aufgaben wahrnehmen, dass wir vernünftig, fair die Zeit nützen, die er uns zubilligt.

Pfr. Christian Fuchs, Neustadt a.d. Aisch – Franken

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197. Marginalien, Anmerkungen, Kernsätze u. a.

Freitag, 31. Dezember 2010 | Autor:

Wahrheit – Gerd Altmann_pixelio.de

Christenheit heute

Marginalien, Anmerkungen, Kernsätze u. a.

 

Zusammengetragen von Rolf Müller

Christen lassen sich auf Partnerschaften mit Gottlosen ein und investieren ihre Zeit und Kraft in die Fürsorge für diese Erde, anstatt Seelen für die Ewigkeit zu gewinnen. Jesus hat uns nicht aufgetragen, die Gesellschaft zu reformieren. Der Mensch muss von Grund auf erneuert werden; er muss durch den Glauben an Jesus Christus von neuem geboren werden. Es gibt zwar berechtigte Anliegen für die Zeit auf dieser Erde, doch das große Anliegen sollte die Ewigkeit und der Himmel sein.
(Dave Hunt)

Die grüne Bewegung ist ein humanistischer Versuch zur Wiederherstellung des verlorenen Paradieses von Eden, ohne anzuerkennen, dass das Problem in der Rebellion des Menschen gegen seinen Schöpfer besteht. Die Christenheit hat sich einer grünen Bewegung angeschlossen, und christliche Führungspersonen plappern deren Philosophie nach.
(Dave Hunt)

Ein Kennzeichen der letzten Tage vor der Wiederkunft Jesu ist die Weigerung, alles anhand der Bibel zu prüfen. Man stützt sich lieber auf Erfahrungen und Gefühle.
(Dave Hunt)

Es wird gesagt, das Geheimnis zur Weltevangelisation und zu persönlichem Sieg und Wohlstand sei die Offensive gegen Satan und das „Binden“ verschiedener böser Geister, die die Erde beherrschen. Wenn das stimmt, kann man die Christen für alle Naturkatastrophen und Kriege der Welt verantwortlich machen. Wenn das Böse diese Welt regiert und Menschen in die Hölle kommen, liegt das daran, dass Christen nicht genug gebetet haben. Das ist weder logisch noch biblisch.
(Dave Hunt)

Wenn sich Katholiken und Evangelikale einander als „Brüder und Schwestern in Christus“ bezeichnen und behaupten, sie würden an das gleiche Evangelium glauben, muss ein schwerwiegender Fehler vorliegen. Entweder starben die Märtyrer wegen eines bloßen Missverständnisses, das heute geklärt worden ist, oder dieses Bekenntnis der Einheit ist ein Betrug.
(Dave Hunt)

Viele Christen haben die biblische Klarheit aufgegeben und sich stattdessen für ein Leben der Verwirrung und der Kompromisse entschieden. Sie akzeptieren zu viel und beurteilen zu wenig. Gottes Wort macht deutlich, dass nicht alles, was glänzt, echtes Gold ist. Überall wimmelt es von Irrlehren. Die Versuchungen, sie anzunehmen, sind groß. Auf dem Spiel steht die Ewigkeit. Aus diesem Grund brauchen wir biblisches Unterscheidungsvermögen.
(John McArthur)

Die heutigen Predigten sind weder tiefgründig noch erhaben. Sie gehen weder in die Tiefe noch reichen sie in die Höhe. Ihr einziges Ziel ist Unterhaltung.
(John McArthur)

Wir Prediger können keine Menschen retten. Wir können Menschen nicht durch unsere Erkenntnis oder Schlauheit verändern, auch nicht dadurch, dass wir sie unterhalten oder auf ihre menschlichen Launen, Wünsche und Ziele eingehen. Es gibt nur einen, der Sünder verändern kann, und das ist Gott. Und er tut es durch seinen Heiligen Geist durch das Wort. Pastoren müssen also das Wort predigen. Nur so kann ihr Dienst echte Frucht hervorbringen. Gottes Wort kommt niemals leer zurück.
(John McArthur)

Nur wenige moderne Lobpreislieder lehren oder ermahnen. Stattdessen sind die meisten geschaffen worden, um die Gefühle aufzuwühlen.
(John McArthur)

Wie können die Menschen die gute Botschaft hören, wenn wir sie ihnen nicht sagen? Und wieso sollten sie uns zuhören, wenn unser Leben nicht mit ihr übereinstimmt?
(Phil Johnston)

Um der Verführung entgehen zu können, die dem Abfall zugrunde liegt, müssen wir die Stimme Jesu Christi in seinem Wort unterscheiden können von der verheerenden Vermischung von Wahrheit und Irrtum, die oft in seinem Namen verkündet wird.
(Dave Hunt)

Das macht diejenigen Christen sehr verwundbar, die alles annehmen, was wunderbar aussieht und ihnen von Gott zu kommen scheint. Die Bibel sagt uns nichts davon, dass wir heute dringend Zeichen und Wunder brauchen. Sie mahnt uns vielmehr, dass wir Unterscheidungsvermögen brauchen, um zu prüfen, was von Gott kommt und was von Satan stammt.
(Dave Hunt)

Gott ist eben nicht ein „Geist in der Flasche“, der nur dazu da ist, unsere Befehle auszuführen, sobald wir ihn herbeirufen; er ist vielmehr der Schöpfer der Welt, der uns ruft, uns seinem Willen zu unterstellen.
(Dave Hunt)

Was wir wirklich brauchen, ist die Abwendung von aller Beschäftigung mit dem eigenen Ich und eine Hinwendung zu Jesus Christus. Gott hat uns erlöst, weil er so ist, wie er ist, nicht weil wir etwas Besonderes wären. Gott liebt uns, weil er die Liebe ist, nicht weil wir so liebenswürdig oder herrlich wären.
(Dave Hunt)

Was wir verzweifelt nötig brauchen, ist die Rückkehr zu der Einfachheit, die in Jesus Christus liegt. Wir müssen, jeder für sich, fest und sicher wissen, was wir glauben und warum wir es glauben, und zwar auf der Grundlage der Bibel selbst, nicht aufgrund der Interpretation von irgendwelchen Leuten.
(Dave Hunt)

Zwei Dinge dürfen wir nie miteinander verwechseln: Unseren Wunsch, dass Menschen das Evangelium annehmen; und die Schaffung eines neuen Evangeliums, das für die Menschen annehmbar ist. Heute hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass das Positive notwendigerweise gut und das Negative entsprechend schlecht ist. Man sagt, man muss betonen, was positiv in der Heiligen Schrift ist – das, was tröstet und aufrichtet – und man soll alles vermeiden, was negativ klingt. Wenn man eine solche Unterscheidung trifft, ist man aber weit entfernt vom biblischen Glauben. Man meint mit „positiv“, was günstig und angenehm ist, und alles, was einem nicht gefällt, heißt dann „negativ“. Worauf es ankommt, ist eben nicht, ob etwas positiv ist oder nicht, sondern ob es wahr oder falsch, biblisch oder unbiblisch ist.
(Dave Hunt)

Viele aufrichtige Christen stellen sich vor, dass der Glaube nichts anderes ist als die Überzeugung, dass das, worum sie beten, auch geschehen wird. Doch das ist kein Glaube, sondern schlicht eine Anmaßung. Wenn das, worum wir beten, nämlich nur geschieht, weil wir daran geglaubt haben, dann hat Gott ja im Grunde gar keine Rolle in der Erhörung unseres Gebetes gespielt, sondern wir haben die Ergebnisse zustande gebracht durch die Kraft unseres eigenen Glaubens. Jesus Christus sagt: Habt Glauben an Gott! Glaube ist Vertrauen auf Gott und das, was er tun wird. Und Gott tut, was seinem Willen entspricht.
(Dave Hunt)

Wir müssen uns von jeder Botschaft abwenden, die sich hauptsächlich auf den Menschen konzentriert anstatt auf Gott; die mehr darauf abzielt, dem eigenen Ich möglichst viel Gutes zu sichern, anstatt das Ich zu kreuzigen und Gott die Ehre zu geben.
(Dave Hunt)

Die solide biblische Lehre verliert immer mehr an Bedeutung, während persönliche Erfahrungen eifrig beschworen werden und als Grundlage dienen für das Verständnis von Gottes Willen und sogar für die Deutung seines Wortes.
(Dave Hunt)

Der Glaube ist immer ein Glaube an Gott und er führt unweigerlich zum Gehorsam ihm und seinem Wort gegenüber. Alles andere ist Unglaube, ganz gleich, wie laut man auch das Gegenteil verkündet. Und der Unglaube hat viele Gesichter.
(Dave Hunt)

Wir müssen sehr Acht geben, dass wir uns der Bibel nicht mit unseren eigenen vorgefassten Meinungen nähern und nur versuchen, passende Verse zu finden, die wir irgendwie gebrauchen können, um das zu rechtfertigen, was wir sowieso schon immer glauben wollten. Wir müssen uns im Gegenteil von der Bibel ermahnen und verändern lassen.
(Dave Hunt)

Christus ist nicht für Leute gestorben, die etwas darstellen, sondern gerade für Sünder. Der Preis, den er am Kreuz bezahlt hat, macht nicht meinen persönlichen Wert aus, sondern entspricht nur den Forderungen der göttlichen Gerechtigkeit. Ja, je größer der Preis, desto größer war auch meine Sünde, nicht aber mein Wert! Dass der sündlose Sohn Gottes am Kreuz sterben musste, um mich zu erlösen, das sollte mir nicht etwa ein gutes Gefühl in Bezug auf mich selbst geben, ich sollte mich vielmehr schämen, denn es war ja meine Sünde, die ihn dort festgenagelt hat.
(Dave Hunt)

Nicht die „Heiligen“ einer Kirchengeschichte, nicht die großen Gottesmänner der Jahrhunderte, nicht die Kirchenväter sind uns als Maßstab gegeben. Wer auf Menschen schaut, wird enttäuscht; wer auf neue Offenbarungen, auf Träume und Gesichte traut, wird verführt; wer Antworten in seinem eigenen Innern sucht, wird von der Sünde betrogen, und wer auf sich selber blickt, wird verzagt. Nur wer von allem wegsieht und in Demut und Gehorsam auf Jesus Christus, den Anfänger und Vollender des Glaubens schaut, wird nicht wanken.
(Rudi Holzhauer)

Die Unwissenheit der Christen über das ganze Ausmaß der Erlösung in Christus hat weithin zu einer Überbewertung der Seelsorge geführt. Die Notwendigkeit von „Seelsorge“ unter Gotteskindern ist in der Regel das Ergebnis einer einseitigen Verkündigung, die das Warnen und Zurechtweisen zu kurz kommen lässt. Für Jungbekehrte und für besonders notvolle Fälle sind persönliche Gespräche mit reifen Christen, die ihnen die Gnade Gottes in Liebe und Konsequenz darlegen, gewiss eine Hilfe. Der moderne Seelsorger ist indessen so etwas wie ein ständiger Vermittler zwischen dem Gläubigen und Gott geworden.
Hat man Probleme, läuft man zum nächsten Seelsorger, um Rat, Hilfe und Tröstung zu erlangen Viele verunsicherte Gotteskinder meinen, Seelsorge als regelmäßige Begleitung zu benötigen. Der Schwerpunkt scheint von der zentralen Person des erlösenden und die Seele heilenden Heilandes – das ist Christus der Herr – auf besondere Menschen, die Seelsorger, übergegangen zu sein. Der „Patient“ erwartet buchstäblich Hilfe aus zweiter Hand; darum auch manchmal der häufige Wechsel von einem Seelsorger zum anderen. Das deutet auf Menschenbindung, die mit dem Evangelium unvereinbar ist.
(Rudi Holzhauer)

Die Gemeinde hat ihr Zeugnis verloren. Sie hat der Welt nichts mehr zu sagen. Sie vertritt ihre Lehrsätze so, wie man höflich einen Vorschlag unterbreitet. Die Gemeinde hat der Welt nicht nur nichts mehr zu sagen, sondern tatsächlich sind die Rollen vertauscht. Die Diener Christi gehen jetzt zur Welt, um erleuchtet zu werden.
(A. W. Tozer)

Die einzige Kraft, die Gott in seiner Gemeinde anerkennt, ist die Kraft des Heiligen Geistes. Die einzige Kraft, die heutzutage von der Mehrheit der Evangelikalen anerkannt wird, ist die Kraft des Menschen. Alles, was die Menschen aus eigener Kraft tun, ist Stückwerk ohne Ewigkeitswert. Nur was durch den Heiligen Geist getan wird, wird ewig bleiben. Alles andere ist Holz, Heu und Stoppeln.
(A. W. Tozer)

Sind Prediger eigentlich richtige Männer? Manche sprechen so übervorsichtig, fast entschuldigend. Sie wollen lieber für ewig verstummen, als jemanden zu verletzen. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass jemand, der übervorsichtig redet, auch wirkungsvoll reden kann. Seine Ängstlichkeit wird sein Bemühen zunichte machen und es außer Kraft setzen. Andererseits ist es auch wahr, dass die Gemeinde Christi unter streitlustigen Männern zu leiden hatte, die lieber kämpfen statt beten wollten. Aber sie hat mehr unter schüchternen, ängstlichen Predigern gelitten, die es vorzogen, nett statt aufrichtig zu sein. Letztere haben den größeren Schaden angerichtet, allein schon aus dem Grund, weil es von ihnen so viele gibt. „Eure Rede sei allzeit lieblich und mit Salz gewürzt.“ Das Fehlen des Salzes macht so viele unserer Predigten fad und langweilig. Man versucht, alles Salz hinauszubefördern, damit nur noch Süßigkeit erhalten bleibt. Der Rede wird jede Schärfe genommen, jeder Stolperstein wird sorgfältig aus der Sprache verbannt. Eine gekünstelte, wenig nutzbringende Art ist das Endergebnis.
(A. W. Tozer)

Einige Prediger haben geradezu eine krankhafte Angst vor Wiederholungen und eine derart unnatürliche Furcht vor dem Vertrauten, dass sie sich immer wieder um das Ungewöhnliche und Aufsehen erregende bemühen. Dahinter steckt der Gedanke, dass eine einmal ausgesprochene Idee nie wieder erwähnt werden sollte. Man nimmt an, dass Ideen wie Geburtstage sind, und niemand kann denselben Geburtstag zweimal feiern. Niemand sollte versuchen, origineller zu sein als ein Apostel.
(A. W. Tozer)

Wahrer Glaube ist nicht aus dem Stoff gemacht, aus dem die Träume sind. Gottes Verheißungen entsprechen der Realität. Wer ihnen vertraut, betritt keine Scheinwelt, sondern eine Welt der Fakten. „Durch Glauben wissen wir.“ Der Christ weiß, dass etwas wahr ist, weil Gott es gesagt hat, und nicht weil er es durch Erfahrungen belegen kann.
(A. W. Tozer)

Ältestensitzungen werden in der Regel mit einem formellen Gebet oder einer Gebetsgemeinschaft eröffnet. Danach hat das Haupt der Gemeinde respektvoll zu schweigen, während die wahren Herren das Zepter übernehmen. Das Gebet vor der Zusammenkunft erbittet lediglich die göttliche Hilfe für die eigenen Pläne. Mit menschlichen Mitteln sollen göttliche Ziele erreicht werden. Der Herr hat nicht einmal mehr ein Stimmrecht. Der Einfluss, den er ausübt, ist äußerst minimal. Wir singen von ihm und predigen über ihn, aber einmischen darf er sich nicht. Welche Stellung hat der Herr in der Gemeinde? Befehligt er den Einsatz oder ist er nur Mannschaftsmitglied? Entscheidet er oder hilft er nur, die Pläne anderer auszuführen? Ist Jesus Christus der Herr?
(A. W. Tozer)

Wenn die Gemeinde ein Bündnis mit der Welt eingeht, wird die Welt dadurch nicht wirklich christlicher, die Gemeinde aber viel weltlicher. Mit dem Weltgeist zieht aber auch der Fürst der Welt, Satan, mit ein.
(Rainer Wagner)

So wie es in Laodizea zugeht, geht es mehr oder weniger in vielen Gemeinden vor der Wiederkunft Jesu zu. Selbstgerecht und selbstgenügsam halten sie sich für innerlich und äußerlich gesund. Sie haben sich den lauen und toleranten, für alles offenen Vorstellungen der Welt geöffnet. Das bringt ihnen scheinbar äußeren Erfolg. Hatte die Gemeinde Philadelphia nichts außer Jesus, so hat die Gemeinde Laodizea alles außer Jesus. Jesus steht nicht mehr in der Gemeinde, sondern davor.
(Rainer Wagner)

Der Kurswechsel der Allianz, der sich gegenüber der Charismatischen Bewegung vollzogen hat, wird kaum hinterfragt. Was man früher als schmerzlichen theologischen Gegensatz ernst genommen hat, wird heute als unterschiedliche Prägung verharmlost. Auf die Klärung von Lehrfragen wird weitgehend verzichtet, dagegen die Ebene der Beziehung und des gemeinsamen Handelns betont. Wichtiger als die Suche nach Wahrheit ist die Einigung auf einen pragmatischen Mittelweg. Man will harmonische Aktion fördern, ohne sich vorher eine inhaltliche Auseinandersetzung zuzumuten. Sachlicher Gegensatz wird als Bereicherung gedeutet.
(Wolfgang Nestvogel)

Es geht immer wieder um das inhaltliche Profil und die biblische Substanz unserer Botschaft. Es wird zuviel darüber gesprochen, wie wir an den Nichtchristen herankommen können und zu wenig darüber, was wir ihm eigentlich zu sagen haben. Die Stärke des Evangeliums liegt gerade nicht darin, dass es sich in das vertraute Umfeld des Nichtchristen einpasst. Das Evangelium eröffnet vielmehr eine neue Welt, es durchbricht alte Schranken, es steht völlig einzigartig dem Hörer gegenüber.
(Wolfgang Nestvogel)

Heute geht die falsche Einheit mit Riesenschritten voran. Alle Religionen und Konfessionen sollen zusammenrücken um des äußeren und inneren Friedens willen. Einheit und Friede werden über Eindeutigkeit und Wahrheit gestellt. Der Maßstab ist nicht mehr „allein Christus, allein die Schrift, allein der Glaube“, sondern eine falsch verstandene Liebe ohne Wahrheit, eine Selbstverwirklichungsideologie und ein „Evangelium“ zum Wohlfühlen.
(Lothar Gassmann)

Das „Bunte-Blumenwiesen-Modell“ ist das Gemeinde- und Einheitsverständnis der Allianz. Sie sieht verschiedene Denominationen als Reichtum und Unterschiede, die man feiern soll. Der Katholizismus ist in diesem Modell eine weitere willkommene Blume auf der Wiese. Das ist kein Glaube an die eine Wahrheit Gottes, sondern postmoderner Pluralismus.
(Hans-Werner Deppe)

Man redet willig von Leid und Schmach und kriegt in Wirklichkeit schon die „Krise“, wenn die Butter fehlt. Wird jemand krank, dann wird drauflosgebetet, als wäre Gott ein riesiger Fehler unterlaufen, und man wird nicht müde, ihn mit immer neuen Vorschlägen zu bombardieren, wie er doch schnellstens den liebgewonnenen „Heileweltzustand“ wieder herstellen könnte.
„Dein Wille, Herr ist gut.“
(factum 1/2007)

Wie kann man darauf bestehen, unser Herr Jesus Christus könne unser Retter werden, ohne auch unser Herr zu sein? Ich bin überzeugt, dass es falsch ist, Jesus als eine Art göttliche Krankenschwester zu betrachten, zu der man gehen kann, wenn einen die Sünde verwundet hat; und wenn er geholfen hat, sagt man „Auf Wiedersehen!“ und geht seine eigenen Wege.
(A. W. Tozer)

Es gibt nichts Überholtes in dem Buch Gottes. Wenn ich in meine Bibel blicke, finde ich Altes, aber nichts Veraltetes. Alles, was hier steht, ist für mich. Es ist nicht für ein anderes Zeitalter, andere Verhältnisse oder andere Menschen gedacht.
(A. W. Tozer)

Niemand hat uns das Recht gegeben, in die Bibel zu blicken und zu sagen: „Ich will mich einmal mit dieser Sache befassen, und wenn sie mir gefällt, mache ich sie mir zu eigen.“ Es ist etwas faul in unserem Christentum, wenn wir annehmen, wir könnten eine biblische Lehre, die uns nicht gefällt, einfach unbeachtet lassen und dann noch meinen, das wirke sich nicht negativ aus.
(A. W. Tozer)

Die Moderne in Gesellschaft und Kirche akzeptiert keine Traditionen und Selbstverständlichkeiten mehr. Alles wird hinterfragt. Man tut so, als ob man wieder beim Punkt Null anfängt. Man bewahrt das Erbe der Väter nicht mehr, will es besser machen. Neu heißt – so meint man – besser, angenehmer. Die alten Zöpfe müssen ab. Traditionen hemmen und blockieren. Ein neuer Glaube für eine neue Zeit. Die Weltgeschichte beginnt mit mir. So wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Man übersieht, dass es erhaltenswerte Traditionen gibt, die zwar unmodern, aber notwendig sind. Es werden traditionelle Werte verworfen, die als Schutzwall gegen die zersetzenden Tendenzen der Moderne gebraucht werden könnten. Alte Liederbücher werden abgeschafft, aber die neuen Lieder werden nicht zum Allgemeingut der Gemeinde. Gottesdienstformen werden spontaner, aber niemand in der Gemeinde weiß mehr, was als nächstes drankommt. Jeder liest eine andere Bibelübersetzung, aber wir haben keine gemeinsamen Texte mehr…Wir schätzen keine Gewohnheiten mehr, aber ohne Gewohnheiten werden wir nicht Gemeinschaft leben können.
(Stephan Holthaus)

Viele Christen bleiben unverbindlich. Man möchte alles ausprobieren, aber für nichts haften. Sie sind lieber Beobachter, Zuschauer in der Gemeinde. Man hockt nur mit den Leuten zusammen, die auf der gleichen Wellenlänge liegen. Gemeinden klagen über die Unverbindlichkeit ihrer Mitglieder. Pflichtbewusstsein fehlt. Man macht nur noch, was Spaß macht. Man macht nur noch, „was mir etwas bringt.“ Man beobachtet, konsumiert, bringt sein Schäfchen ins Trockene. Nur keine Bindungen, das engt mich ein. Gemeindetourismus: Heute hier, morgen woanders. Je nachdem, wo etwas los ist, welche Gemeinde besser zu mir passt.
(Stephan Holthaus)

In unserer Zeit hat sich der Glaube in evangelikalen Gemeinden erheblich verändert. Glaube ist nicht mehr Vertrauen in historische Tatsachen, sondern praktische Lebenshilfe. Der Glaube hilft mir, ein glücklicher Mensch zu werden und ein glückliches Leben zu führen. Komm zu Jesus, und du wirst glücklich. Die Frage aller Fragen ist: Was bringt mir mein Glaube? Werde ich durch Jesus glücklich? Es geht nicht mehr um die Rechtfertigung, um die Versöhnung des Menschen mit Gott, sondern um mein persönliches Glück und meine Selbstverwirklichung. Der Glaube ist „mein“ Glaube, individuell zusammengestellt und gestaltet.
(Stephan Holthaus)

Wir verkaufen die christliche Religion als Konsumprodukt auf dem Gemischtwarenmarkt der Religionen. Nützlichkeitsdenken hat sich auch hier breit gemacht. Hauptsache, die Menschen bekehren sich, egal wie. Wir bieten ihnen die Gnade zu Schleuderpreisen an. Wir informieren die Käufer nicht über die Risiken und Nebenwirkungen des Glaubens. Wir passen uns den Gesetzen des freien Marktes an. Wir sprechen nicht mehr von Gehorsam und Unterwerfung unter die Herrschaft Gottes. Es geht um den Profit, um die großen Zahlen von Gottesdienstbesuchern und Bekehrten. Jesus ist eine Ware geworden und muss sich damit den Gesetzen der Marktwirtschaft anpassen.
(Stephan Holthaus)

In vielen Gemeinden zeigt sich die mangelnde Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Es zeigt sich eine mangelnde Konfliktfähigkeit der Gemeindeglieder. Man ist unfähig, über die Wahrheit liebevoll zu streiten. Keine Auseinandersetzung bitte! Dafür haben wir keine Nerven mehr. Wir haben uns ja alle so lieb. Jeder wird immer gleich „stehengelassen“, auch wenn er offensichtlich falsche Lehren vertritt. Oberstes Ziel ist die Bewahrung des Friedens in der Gemeinde. Man will es allen recht machen. Aufkommende Konflikte werden im Keim erstickt. Gemeindeälteste haben es längst aufgegeben, ihre Schäfchen zur Rechenschaft zu ziehen oder auf falsche Entwicklungen aufmerksam zu machen. Hauptsache, es läuft das vorgesehene Programm ab. Jeder möchte Jesus dienen, aber ohne Auseinandersetzungen bitte. Die Harmoniesucht ist ausgebrochen. Wir wollen uns wohlfühlen. Es geht nicht um die Lehre oder das Schriftverständnis, sondern die Leute müssen nett sein. Die Predigt muss illustrativ sein, Stories müssen her, Lebensberichte. Wir gehen den Auseinandersetzungen bewusst aus dem Weg, weil wir des Streitens müde geworden sind. Dialog und Annäherung sind gefragt. In der Verkündigung beobachten wir den gleichen Trend. Nur ja keinem auf die Zehen treten! Die Predigten haben keinen Biss mehr. Es herrscht die Angst vor, es könnten noch die letzten Treuen vor den Kopf gestoßen werden. Man predigt deshalb über Gemeinplätze. Gemeindeleiter gebärden sich wie Gummimännchen, man gibt nach allen Seiten nach. Jeder bestätigt jeden. Keiner kämpft mehr für die Wahrheit. Man versucht, die Erlösungsbotschaft watteweich zu verpacken. Die Botschaft von Gottes Zorn und Gericht ist nur noch selten zu hören. Eine Hölle scheint es nicht mehr zu geben. Sünde wird nur noch selten aufgedeckt und angesprochen. Dafür hat man sanftere Wege der Verkündigung gefunden. Jesus ist vielerorts nur noch eine Art Weihnachtsmann, der meinem Leben Sinn und Ziel verleiht. Gott ist nicht mehr der strafende gerechte Gott, sondern der liebe zärtliche Vater, der alle meine Bedürfnisse stillt. Wir benutzen Gott für unsere Zwecke, statt ihm zu gehorchen. Gott hat sich gefällig nach uns zu richten. Er soll mir helfen in der Not, mir ein glückliches Leben schenken, meine Sehnsüchte stillen. Gott ist ausschließlich der gütige Vater…Wer hört solche Sätze nicht gern? Ist es nicht ein großer Fehler gewesen, Gott immer nur als den gerechten, heiligen und zornigen Gott zu sehen?, fragen heute viele Christen. Also wird Gott zum Freund umfunktioniert, der mir nie widerspricht und mich immer bestätigt.
(Stephan Holthaus)

Der christliche Glaube gründet auf geschichtlichen Heilstatsachen, nicht auf Gefühlen und Erlebnissen. Natürlich macht jeder Christ in seinem Glauben Erfahrungen mit Gott. Solche Erfahrungen sind aber nicht erzwingbar, nicht manipulierbar, sondern seiner Güte überlassen. Und nicht alles gehört in die Öffentlichkeit. Eine festgesetzte, planmäßige Zeugnisstunde kann leicht zum Krampf werden. Man sieht sich genötigt, ein Zeugnis zu geben und auszuschmücken, was man in der Woche mit Gott erlebt hat. Es besteht die Gefahr der Ich-Zentriertheit, dass der Mensch mit seinem Erlebnis mehr im Mittelpunkt steht als Gott.
(Stephan Holthaus)

Der christliche Glaube verkommt zur Lebenshilfe. Gott ist nur noch derjenige, der meinem Leben Sinn und Ziel verleiht. Die Frage nach der Lebenshilfe ersetzt die Frage nach der Rechtfertigung. Wir brauchen nicht mehr mit Gott versöhnt zu werden – so meint man. Es geht nicht mehr um die Verehrung Gottes, sondern um ein besseres Leben auf der Erde. Der Himmel interessiert nicht mehr. Wir wollen den Himmel auf Erden, jetzt sofort, nicht erst im Jenseits.
(Stephan Holthaus)

Wir müssen wieder lernen, mit unserem Erbe und unseren Traditionen richtig umzugehen…Christen wissen um das Erbe ihrer Väter und Mütter des Glaubens, die oft unter Leiden den Glauben treu bewahrt haben. Dieses Erbe darf nicht der Beliebigkeit preisgegeben werden. Sonst haben wir unseren Kindern nichts mehr mitzugeben als eine wertlose Lumpensammlung traditionsloser Vergnügen. Deshalb ist es notwendig, dass wir uns der Geschichte erinnern. Andernfalls machen wir die gleichen Fehler wie unsere Vorfahren. Auch in der Gemeinde ist es nötig, dass wir uns an Gottes Werke in der Geschichte erinnern. Die Geschichte beginnt nicht erst mit uns! Wer die Geschichte kennt, der kann auch die Zukunft gestalten. Wir können durch den Blick in die Vergangenheit viel für die Gegenwart lernen. So werden wir auch die Traditionen wieder schätzen lernen, ohne dass wir sie in allen Einzelheiten übernehmen müssten. Auch für Christen gilt, dass sie das Erbe ihrer geistlichen Väter und Mütter festhalten sollen.
(Stephan Holthaus)

Der Glaube der Christen ist nicht Glaube an irgendwas, sondern Glaube an bestimmte Wahrheiten. Wir brauchen ein lehrmäßiges Fundament. Wir stehen vor der großen Aufgabe, die biblische Lehre ansprechend und interessant in ihrer ganzen Fülle darzulegen. Die Predigt muss wieder Predigt des Wortes Gottes werden, sonst verliert sie ihre Vollmacht. Schon in der ersten Gemeinde stand die gesunde Lehre an vorderster Stelle.
(Stephan Holthaus)

Der moderne Mensch hat sich auf den Thron Gottes gesetzt. Wir müssen wieder erkennen, dass der Mensch ein Sünder ist. Er läuft nicht als kleiner Gott über diesen Planeten. Ihm ist nicht alles möglich. Der Mensch ist begrenzt. Er steht unter der Vorsehung Gottes. Der Mensch hat sich durch den Sündenfall von Gott entfernt und damit von der Quelle des Lebens. Die Erlösung schafft er nicht aus eigener Kraft – sie muss ihm von Gott geschenkt werden.
(Stephan Holthaus)

Evangelikale müssen lernen, sich mit anderen Meinungen auseinander zu setzen. Oft wird über trennende Lehrfragen heute nicht mehr gesprochen. Damit hat man sich keinen Gefallen getan. Unterschiedliche Lehrüberzeugungen können langfristig nicht unter den Teppich gekehrt werden, ohne dass großer Schaden entsteht. Es gilt heute in Liebe und Sanftmut, aber auch in aller Deutlichkeit und Klarheit über Lehren zu sprechen, in denen sich auch gläubige Christen unterscheiden. Wir müssen in Ernsthaftigkeit und Respekt um die Wahrheit ringen. Wir müssen wieder lernen, auch in den Ortsgemeinden in Sanftmut, aber auch in Deutlichkeit kontroverse Themen anzusprechen. Wenn wir es nicht lernen, mit Spannungen umzugehen, werden wir nie wahre Gemeinschaft untereinander haben können. Die Friedhofsruhe in unseren Gemeinden ist faul und überdeckt nur unsere Unfähigkeit, Konflikte anzusprechen und zu lösen.
(Stephan Holthaus)

Heute sehen wir, dass die Kirchen leerer sind als je zuvor und die Gemeinden keine Widerstandskraft mehr haben. Die Konzentration auf das Eigentliche ist gefragt. Die Mitte muss wieder in den Blick kommen. Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt. Wir müssen unser Fundament kennen und Profil zeigen. Wir können nur dann überzeugen, wenn wir selbst überzeugt sind. Es geht nicht darum, angesichts der neuen Herausforderungen das Angebot zu verändern oder den Kurs nach dem Wind zu drehen. Es geht darum, der Welt von heute die Botschaft von gestern für das Heil von morgen zu bringen.
(Stephan Holthaus)

Wie erreichen wir die modernen Menschen überhaupt noch mit dem Evangelium? Schon die Frage zu stellen ist ein Ausdruck unserer Gottlosigkeit. Kann es denn jemals eine Zeit geben, in der Gott sich ohnmächtig der Gottvergessenheit seiner Geschöpfe beugen müsste? „Nichts ist unmöglich!“ ist eine Aussage über Gott. Es gibt noch Hoffnung für die Welt, solange Gott sie noch nicht aufgegeben hat. Es gibt für Gott keine Weltsituation, in die hinein er nicht Erneuerung und Erweckung schenken kann.
(Stephan Holthaus)

Die Botschaft vom Kreuz ist immer ein Skandalon. Unsere missionarischen Strategien dürfen auf keinen Fall dahin führen, dass wir ein sanftes, angenehmes und damit verfälschtes Evangelium vertreten. Das Wort vom Kreuz ist schon immer eine Torheit gewesen. Die Botschaft von der Menschwerdung Gottes widerspricht allen Selbsterlösungsvorstellungen des modernen Menschen radikal. Diese Spannung müssen wir aushalten, auch in einer Zeit der Harmonie und des Ausgleichs. Wenn wir an diesem Punkt fallen, fällt die ganze Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft. Diese zentrale Mitte des Glaubens in kleine Häppchen zu zerschneiden heißt, die Botschaft zu zerfasern. Wer in der Evangelisation nur noch mit Anspielungen und Anspielen arbeitet, wird sicher mehr Menschen erreichen, aber weniger gewinnen. Die Torheit des Evangeliums ist nicht zu umgehen. Vielleicht schämen wir uns als Christen dieser Torheit und wollen deshalb die angenehmere Alternative haben: das zeitgemäße Evangelium. Aber wenn die Kirche diese „Torheit“ aufgibt, dann verliert sie ihre Existenzberechtigung, dann gibt sie sich selbst auf.
(Stephan Holthaus)

Viele Christen machen sich viel mehr Gedanken darüber, was die Welt meint, als darüber, was Gott sagt. Die Gemeinden sind oft so vertieft darin, den Nichtchristen zu gefallen, dass sie ihre vornehmste Pflicht, nämlich Gott zu gefallen, völlig vergessen. Spurgeon sagte: „Ich fürchte, es gibt etliche, die predigen mit der Absicht, die Leute zu amüsieren…..Aber Paulus war nicht darauf aus, den Menschen zu gefallen und große Massen an sich zu locken.“
(John McArthur)

Die biblische Botschaft kann nicht den Wünschen der Hörer angepasst werden. Genau so wenig will sie amüsieren oder den Leuten Selbstzufriedenheit vermitteln. Biblische Predigt muss die Wahrheit Gottes hoch halten und ihr Gehör verschaffen. Die Botschaft selber darf nicht im Geringsten verändert oder verkürzt werden.
(John McArthur)

Die Menschen wollen gern das Alte drangeben und etwas Neues haben. Aber für gewöhnlich hat sich in der Theologie herausgestellt, dass das Wahre nicht neu und das Neue nicht wahr ist.
(John McArthur)

Warum wollen sie die gesunde Lehre nicht ertragen? Sie wollen sich nichts sagen lassen. Sie wollen nicht überführt werden. Sie wollen unterhalten sein. Sie wünschen eine Predigt, die in ihnen angenehme Gefühle weckt. Sie wollen sich wohlfühlen. Sie wollen, dass ihre Ohren gekitzelt werden mit Anekdoten, Humor, Psychologie, anregenden Lesungen, positivem Denken und Selbstbeweihräucherung. Kurze Predigten sollen ihr „Ich“ massieren mit freundlichem Geplauder, dem man allezeit zustimmen kann. Biblische Zurechtweisung, Strafe und Ermahnung werden für unerträglich gehalten. Denn die göttliche Wahrheit kitzelt die Ohren nicht, sie schlägt dagegen, dass sie brennen.
(John McArthur)

Die Wahrheit der Schrift ist beeinträchtigt, wenn sie nicht mehr im Mittelpunkt steht. Wenn, um die Freundschaft der Welt nicht zu gefährden, harte Wahrheiten unterschlagen werden, wenn seichte Vergnügungen die gesunde Lehre verdrängen und wenn man sprachliche Akrobatenstücke aufführen muss, um schwierige biblische Wahrheiten zu umgehen. Die Absicht, es dem Suchenden gemütlich zu machen, ist unvereinbar mit der biblischen Lehre. So wird die biblische Botschaft durch diese Philosophie unvermeidlich verbogen. Und was ist mit den Gläubigen, die doch Nahrung bekommen müssen? Die direkte, ganz normale Verkündigung der Wahrheit ist wichtiger, als dass sich „Entkirchlichte“ wohlfühlen.
(John McArthur)

Der Apostel Paulus ging mit den Ungläubigen keine Kompromisse ein. Er schloss mit den Feinden Gottes keinen Frieden. Er sagte: „Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigte!“ Gott hatte ihn berufen und ausgesandt. Paulus war kein Händler oder Marktschreier, sondern ein göttlicher Bote. Er hat seine Botschaft nicht angepasst, um seinen Hörern gefällig zu sein, und das gewünschte Echo zu erzielen. Sein Leben beweist zur Genüge, dass er seine Botschaft nicht den Hörerwünschen angepasst hat. Und die persönlichen Leiden, die er um seines Dienstes willen ertrug, zeigen gerade nicht, dass er etwas falsch machte, sondern dass alles ganz in Ordnung war.
(John McArthur)

Das große Wunder der Erlösung besteht nicht darin, dass wir Christus annehmen, sondern dass er uns annimmt. Wir würden ihn nie von uns aus lieben. (1. Joh.4,19). Die Errettung vollzieht sich, wenn Gott ein Herz verändert und sich der Ungläubige von der Sünde zu Christus kehrt. Gott versetzt den Sünder aus der Macht der Finsternis in das Reich des Lichtes. (Kol.1,13). So kommt dann Jesus, um durch den Glauben in unseren Herzen zu wohnen. (Eph.3,17). Die Errettung ist also nicht in erster Linie die Entscheidung des Sünders für Christus, sie ist vor allem Gottes souveränes Werk. Er gestaltet den Einzelnen um.
(John McArthur)

Samen ist ein passendes Bild für das Evangelium. Man kann ihn nicht produzieren. Wer das Evangelium ausbreitet, kann nur nehmen, was schon früher ausgesät wurde und Frucht getragen hat, um es erneut auszustreuen. Gott hat uns nicht berufen, unseren eigenen Samen, unsere eigene Botschaft zu produzieren. Sein Wort ist der einzige gute Samen. Wer versucht, ohne das Wort Gottes zu evangelisieren, bringt nichts Gutes hervor.
(John McArthur)

Das Gleichnis vom Weizen und Unkraut wird oft gründlich missverstanden. Es wird deutlich gesagt, dass der Acker die Welt ist. Trotzdem sehen viele in dem Acker die Kirche. Für sie bedeutet das Gleichnis, es seien falsche Elemente in der Kirche und Gott erlaube ihre Duldung, bis der Herr und die Engel im Endgericht die falschen und die wahren Christen trennen. Aber dieses Gleichnis lehrt nicht, Christen sollten Ungläubige in ihrer Gemeinschaft dulden. Wir dürfen nichts mit falschen Lehrern und solchen zu tun haben, die den Glauben nur heucheln. (2.Joh.9-11). Uns ist eindeutig aufgetragen, solche Einflüsse aus der Gemeinde zu entfernen.(1.Kor.5,2.7). Dieses Gleichnis enthält Verhaltensmaßregeln für die Gemeinde in dieser Welt, nicht einen Freifahrschein für die Welt in der Gemeinde. Die Botschaft von dem Weizen und dem Unkraut lautet einfach: Gott erlaubt nicht, die Ungläubigen mit Gewalt loszuwerden. Vielmehr sind wir als Botschafter Christi ausgesandt, um seine Gnade und Barmherzigkeit kund zu tun. Uns ist befohlen, das Evangelium zu predigen, aber wir sind nicht Gottes Henker. Endgültiges Gericht und Vergeltung ist Sache des Herrn und seiner Engel.
(John McArthur)

Die moderne Evangeliumsverkündigung lockt die Menschen auf einen Irrweg. Sie verheißt einen wunderbaren, bequemen Plan für unser Leben und unterschlägt das Ärgernis des Kreuzes. Obwohl sie Jesus als den Weg, die Wahrheit und das Leben präsentiert, verschweigt sie den schmalen Weg und die enge Pforte. Sie redet von der Liebe Gottes, aber nicht von seinem Zorn. Sie ist voll Liebe und Verständnis, aber man hört nichts von einem heiligen Gott, der die Sünde hasst. Sie ist zu einer Botschaft geworden, die leichthin Errettung verheißt und zu hastigen Entscheidungen auffordert. Nicht selten ist das alles mit falschen Versprechungen von Gesundheit, Glück und Wohlstand verbunden. Doch ist das nicht das Evangelium Jesu Christi.
(John McArthur)

Vieles bei der modernen Evangelisation gleicht dem Bauen auf Sand. Da wird sich keine Zeit gelassen, von der Sünde zu überführen, keine Möglichkeit zu tiefer Buße eingeräumt, und niemand erhält die Chance, zu verstehen, warum wir unser Verlorensein begreifen müssen. So kann der Heilige Geist sein Werk nicht tun. Es gibt einige, die sagen, sie seien errettet, bevor sie auch nur im Geringsten ihr Verlorensein empfunden haben. Sie haben gehört, aber sie gehorchen nicht. Sie haben auf falschen Grund, auf Treibsand gebaut.
(John McArthur)

Biblische Aussagen werden verdiesseitigt. Der Friede der Welt wird plötzlich so wichtig, dass der Friede mit Gott aus dem Blickfeld gerät. Das Vorletzte wird zum Letzten erklärt, doch dabei geht das Letzte verloren. Von Gott wird zwar noch geredet, jedoch kommt ihm kaum mehr als die Rolle eines Zuschauers bei den menschlichen Friedensbemühungen zu. Das Friedensreich wird hier auf dieser alten Erde von einer vereinigten Menschheit selbst aufgebaut. Der Mensch soll durch seine „moralische Anstrengung“ das vollbringen, was man von Gott nicht mehr erwartet. Die christliche Wahrheit wird verwässert. Man will nichts mehr davon hören, dass Jesus Christus beansprucht, die Wahrheit in Person und der einzige Weg zu Gott, dem Vater, zu sein. Um des politischen Friedens willen ist man der Ansicht, die Einheit der Menschen der christlichen Wahrheit überordnen zu müssen. Die Grenzen zwischen den Religionen sollen fallen. Jesus soll nur noch als ein Religionsstifter unter vielen gelten, aber nicht als Gottes einziger Sohn und Erlöser. Sein Absolutheitsanspruch soll der erstrebten Vereinigung der Menschheit und dem daraus erhofften Weltfrieden nicht im Wege stehen. Der Friede mit Gott geht verloren. Frieden mit Gott schließt das Ernstnehmen seines Willens und seiner Gebote ein. (Jes.48,18). Wer das grundlegende erste Gebot übertritt, kann keinesfalls mit Gottes Frieden rechnen, auch nicht mit einem dauerhaften irdischen Frieden; höchstens mit einem kurzlebigen Scheinfrieden. In der gesamten biblischen Heilsgeschichte wird deutlich, dass das Volk Gottes den wahren Frieden mit seinem Herrn immer dann verloren hatte, wenn es meinte, mit Vertretern heidnischer Religionen paktieren zu müssen.
(Lothar Gassmann)

Wer hält noch an der Wahrheit fest? Wer verteidigt noch die Grundfesten des Christentums? Wer kennt sie überhaupt noch? Etwa die sogenannten Evangelikalen, die der Generalsekretär der Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, als „radikal evangelisch“ bezeichnete? Wohl kaum, denn sie lassen sich selbst immer mehr ökumenisch einbinden und verlieren dabei an Kontur und Überzeugungskraft.
(Hans-Werner Deppe)

Seit Jahren werden immer mehr Schleusen für das Salzwasser charismatischer Irrlehren geöffnet, so dass dieses Wasser gutes evangelisches Land überschwemmt und verdirbt. Eine Hauptschleuse für dieses Salzwasser charismatischer Irrlehren ist die Zeitschrift „Aufatmen“. Seit Jahren macht „Aufatmen“ selbst extremste Charismatiker salonfähig (Walter Heidenreich, Robert Schuller, Peter Wenz, Anselm Grün u. a.)
(Hans-Werner Deppe)

Viele konservative Evangelikale verlassen fast geräuschlos ihre Gemeinde. Sie sprechen eine innere Kündigung aus und ziehen sich still zurück. Sie können und wollen die Ökumenisierung und Charismatisierung und anderes nicht mehr mittragen. Als Gründe werden gemäßigte Bibelkritik, erlebnisorientierte Gottesdienste und ungute Einheitsbestrebungen genannt. Sie wollen mit der Ökumene nichts zu tun haben, ebenso wenig mit Homo-Segnungen, Frauen-Ordination oder einem Show-Programm im Gottesdienst. Sie würden lieber heute als morgen ihre Gemeinden deshalb verlassen. Aber wohin sollen sie gehen? Wo sind die bibeltreuen Gemeinden, in denen nicht nur klares Wort Gottes gepredigt, sondern auch mit Liebe gelebt wird?
(Hans Werner Deppe / Lothar Gassmann)

Wer den lebendigen Christus hat, der wird in die Heiligung geführt – oder er hat eben Christus nicht!
(Siegfried Kettling)

Wir haben keine Leiter, in Gottes ewigen Ratschluss einzusteigen, das ist „verstiegen“. Wir haben kein Maß, Gottes ewige Gedanken zu messen, das ist „vermessen“. Nein, Gott ist Gott, und er hat sich vor uns nicht zu rechtfertigen! Unsere Theologie ist nicht die der Geheimräte Gottes, sondern der Kinder, die noch nicht am Ziel sind. Was wir als zwangsläufig logisch folgern, muss nicht die Logik der Ewigkeit sein. Wir können es nicht ergründen, wir können nur vertrauen.
(Siegfried Kettling)

Was braucht der Zeitgenosse? Das muss man ihn selbst am allerwenigsten und zu allerletzt fragen. Seit wann stellt der Patient die Diagnose anstelle des Arztes? Der Mensch hat nicht Fragen an Gott zu richten, er muss endlich entdecken, dass er der von Gott Gefragte ist, der dabei auf Tausend nicht Eins zu antworten weiß. Er soll endlich aufhören, von seinem Gottsuchertum zu reden – in Wahrheit flieht er doch vor Gott, ja er hasst ihn wie seinen ärgsten Feind. Mit Gott willst du in einen Dialog eintreten? Vermessenheit! Hier hat nur einer das Sagen!
(Siegfried Kettling)

Die Juden fragen nach Gerechtigkeit. Als Antwort hat Gott durch Karfreitag und Ostern die „Gottesgerechtigkeit“ aufgerichtet. (Rö.1,17). Die Griechen fragen nach Weisheit. Gott richtet in Jesus die „Gottesweisheit“ auf. (1.Kor.2,6-). Die Frommen erwarten Zeichen. Aber der sich selbst vergötternde Mensch richtet die Zeichen als Maßstab auf, an dem sich Gott gefälligst zu legitimieren hat. („Steig herab vom Kreuz, dann wollen wir glauben!“). Gott soll sich dem menschlichen Test unterwerfen. Gott setzt das Zeichen des Jona in die Welt, das Kreuzeszeichen.
(Siegfried Kettling)

Das Schiff, das sich Gemeinde nennt, treibt flott im Sog der Zeit.
Am Horizont ein Leuchtturm brennt, doch der ist fern und weit.
Die Nadel im Kompassgehäuse, weist längst nicht mehr nach Nord.
Das Logbuch fraßen die Mäuse. Die Seekarte flog über Bord.
Sie ändern die Farbe des Standers. Sie ändern den Kurs ohne Scheu.
Sie machen alles anders….
Ein anderer macht alles neu.
( fest und treu, Nr. 4/2006).

Wozu wir beten:
Wir beten nicht, um Gott zu informieren – denn das würde heißen, er weiß nichts.
Wir beten nicht, um Gott zu motivieren – denn das würde heißen, er will nicht.
Wir beten nicht, um Gott zu aktivieren – denn das würde heißen, er kann nicht.
Sondern wir beten, weil wir des Gesprächs mit dem Vater bedürfen, und um unseren Willen in seinen Willen zu legen. Aufgabe des Beters ist nicht, Gottes Pläne zu ändern, sondern ihn zu verherrlichen und ihm für diese Pläne zu danken.
(Siegfried Kettling/ John McArthur)

Wem vertraut und worauf baut mein Glaube? Kennzeichen des Glaubens ist, dass er gerade nicht bei sich selbst stehen bleibt. Christlicher Glaube sieht ganz und gar auf Christus und sein Tun zum Heil der Menschen. Aus Glauben leben heißt gerade nicht, aus der Kraft der eigenen frommen Anstrengung zu leben. Aus Glauben leben heißt: Leben in der Verbundenheit mit Christus, Leben im Aufsehen auf Jesus, Leben im Vertrauen auf seine Gegenwart und Gnade, Leben in der Zusage seiner Hilfe und Fürsorge, Leben in der Hoffnung auf sein Wiederkommen. Christlicher Glaube sieht weg von sich auf unseren Heiland und Erlöser Jesus Christus.
(Hansfrieder Hellenschmidt)

Christus hat uns gelehrt, dass kein Mensch zu ihm kommen kann, wenn ihn der Vater nicht zu ihm hinzieht. (Joh.6,44-). Gott errettet uns nicht, indem er unseren Willen überlistet. Er arbeitet mit ihm und gibt uns die Chance, eine Entscheidung zu treffen. Vielleicht haben wir mal den Satz gehört: „Nimm die Hände vom Steuer und lass Gott dran!“ Dabei wird unterstellt, dass Gott das Steuer übernimmt und uns lenkt, wenn wir das so wollen. Doch dieser Gedanke ist nicht biblisch. Wenn wir uns an Gott ausliefern, wird unser Wille dadurch nicht ausgeschaltet. Auch ein an Gott ausgelieferter Wille wird Kämpfe erfahren. Zum Glück hört der Heilige Geist nach der Bekehrung nicht mit seiner Arbeit am Willen eines Menschen auf. Er hilft uns, wenn wir eine Entscheidung treffen müssen.
(Erwin Lutzer)

Wie wurden wir erlöst? Indem wir uns auf den Tod Christi verließen. Wie empfangen wir die Kraft des Heiligen Geistes? Indem wir uns auf die Himmelfahrt Christi verlassen. Es kommt durch den Glauben. Durch den Glauben werden wir vom Heiligen Geist erfüllt, nicht durch ein besonderes Gefühl. Manche Christen denken fälschlicherweise, dieser Vorgang sei mit einem besonders erregenden Gefühl verbunden. Sie erwarten Wogen der Liebe, ein überwältigendes Gefühl des Friedens oder das Sprechen in fremden Zungen. Sie haben den aus dem Fleisch kommenden Wunsch, im Schauen und nicht im Glauben zu wandeln. Wir finden es schwierig, Gott beim Wort zu nehmen, und wie die Pharisäer bitten wir Gott um ein Zeichen, damit wir glauben können. Gott freut sich jedoch, wenn wir an ihn glauben, ohne seelische Krücken zu verlangen. So, wie wir täglich Gottes Verheißungen in Anspruch nehmen, unabhängig von Gefühlen, so können wir täglich die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, ebenso unabhängig von Gefühlen.
(Erwin Lutzer)

Als Gläubige müssen wir erkennen, dass wir von Gott angenommen sind, auch wenn unsere Gefühle uns oft etwas anderes sagen sollten. Wir leben das Leben eines Christen nicht durch Stimmungen, sondern durch den Glauben. Unser Wandel mit Gott hängt nicht davon ab, in welcher Stimmung wir morgens aus dem Bett steigen. Wenn wir unseren Gefühlen nachgeben, dann kommen wir beim Klingeln des Weckers nicht aus dem Bett. Es gibt Christen, die warten auf den magischen Augenblick, in dem ihnen nach Gehorsam, Bibellese und Hingabe an Gott zumute ist. Jeder von uns hat Pflichten, die ihm nicht passen. Wie kommen wir auf den Gedanken, dass wir warten sollten, bis uns danach ist? Christus war auch nicht danach gestimmt, am Kreuz zu sterben. Denken wir nur an Gethsemane! Doch er schreckte nicht zurück, weil er gehorsam war, ja gehorsam bis zum Tod am Kreuz. Jesus wusste, dass sich nach dem Gehorsam die Freude einstellt. Wir meinen, wir müssten in der rechten Stimmung sein, um Gott zu gehorchen. Doch es gibt keine Freude, solange es keinen Gehorsam gibt.
(Erwin Lutzer)

Wenn eine örtliche Gemeinde lebendig und wirksam sein will, muss sie in Bezug auf wesentliche Lehrfragen mit einer Stimme reden. Die Lehre darf nicht als Menü angeboten werden, von dem man sich aussuchen kann, was einem behagt. Es muss Einheit in der Lehre herrschen, eine Einheit, die klar, völlig und einzig auf Gottes inspiriertes Wort gegründet ist.
(A, W. Tozer)

Wenn jemand 4000 Klaviere hätte, und er alle eins auf das andere stimmen wollte, könnte das nie gelingen. Wenn er aber eine Stimmgabel zu Hilfe nähme, könnte er mit Erfolg alle Klaviere auf diese Stimmgabel hin stimmen. Die eine Stimmgabel, auf die alle Gläubigen hin gestimmt sind, ist der Glaube, die Wahrheit des Evangeliums.
(A. W. Tozer)

Leider wird das sorgfältige, durchdachte und genaue Auslegen des Wortes Gottes mehr und mehr abgewertet. Es wird subjektiven Erlebnissen der Vorrang gegeben. Das hindert oft das Wachsen im Glauben. Geistliche Veränderung und Wachstum kommt nicht durch Erlebnisse, sondern durch Gottes Wort. Es besteht die Gefahr, Erlebnisse und Erfahrungen an die erste Stelle zu setzen. Die biblische Reihenfolge: Gottes Wort geht voran, dann kommen der Glaube und zuletzt die Erfahrung.
(A. W. Tozer)

Bei dem Versuch, den empfundenen Bedürfnissen der Nichtchristen entgegenzukommen, haben viele Gemeinden ihre Gottesdienste radikal umgestaltet. Beinahe alles ist da zu finden: moderne weltliche Musik, Anspiele, Komödien, Tanz, Zaubertricks, alles, außer gesunden biblischen Predigten und Anbetung Gottes. Die Umgestaltung des Gottesdienstes zu einem evangelikalen Kleinzirkus führt unweigerlich zur Abwertung der Anbetung. Anbetung passt nicht in einen Gottesdienst, der darauf abzielt, unbekehrte Sünder zu unterhalten. Wenn die Gemeinde zusammenkommt, soll sie Gott preisen und anbeten, nicht Ungläubige unterhalten.
(A. W. Tozer)

„Im Auslegen seid frisch und munter, legt ihrs nicht aus, so legt was unter!“ (Goethe)

Das beginnt schon beim fromm-erbaulichen Umgang mit der Bibel. Oft ist dabei die erste Frage: „Was sagt dieses Wort mir?“ anstatt zu fragen: „Was sagt dieses Wort?“…Das Gotteswort selbst in seiner Würde wird aus dem Zentrum gerückt, und dafür schiebt sich der fromme Mensch mit seiner Erwartung an den Text in den Mittelpunkt…Vielleicht sagt mir dieser Text dies, dem nächsten das und dem übernächsten noch etwas anderes. Das Bibelwort wird zum Orakel, das jeder nach Belieben deutet. Der Subjektivismus hat Einzug gehalten! Gott und seinem offenbarten Wort wird so allerdings die ihm gebührende Ehre versagt! Die erste Frage muss sein: „Was sagt der Text an sich?“, – und dann kann gefragt werden: „Was bedeutet das nun für mich?“
(Helge Stadelmann)

Die beste Voraussetzung dafür, Mitarbeiter Jesu sein zu können, ist die Hilflosigkeit, das Wissen darum, dass ich nichts weiß, nichts kann und nichts bin. Gott liebt die leeren Hände und die leeren Herzen. Solche geistliche Armut darf aber nicht mit Resignation verwechselt werden. Davon haben wir genug in unseren Tagen. Viele haben sich entmutigen lassen und die Waffen gestreckt. „Man kann halt nichts machen.“ Geistliche Armut weiß zwar darum, dass wir nichts machen können. Sie weiß aber ebenso, dass unser Herr alles kann.
(F. Böker)

Die Gemeinschaftsbewegung befindet sich heute in einer Krise. Es ist eine Krise des Glaubens und des Lebens, hervorgerufen durch Anpassung an den Zeitgeist. Die Wurzel ist ein unklares Verhältnis zur Heiligen Schrift. (Bibelkritik). Je mehr das Vertrauen in die Bibel schwindet, desto mehr hört die Gemeinschaftsbewegung auf, Licht und Salz zu sein. Umso mehr wird sie lau werden und der Herr wird sie – wie die Gemeinde in Laodizea – ausspucken aus seinem Mund. Oder die Gemeinschaftsbewegung kehrt um und nimmt die Heilige Schrift und das Erbe der Väter ernst. Das wird sicherlich nicht der Weg der Mehrheit innerhalb der Gemeinschaftsbewegung sein, aber es ist der schmale Weg. Und die „kleine Schar“ hat in der Endzeit eine besondere Verheißung: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.“
(Lothar Gassmann)

Wir sollten wieder umkehren zum unfehlbaren und irrtumslosen Wort Gottes in Gestalt der Heiligen Schrift. Wir sollten nichts zur Bibel hinzufügen und nichts von ihr wegnehmen. Wir sollten jegliche Form von Bibelkritik wie der Infragestellung und Verkürzung des Wortes Gottes vermeiden. Wir sollten nicht so tun, als akzeptierten wir die Bibel als Gottes Wort, wenn sie uns etwas für unser Leben und unseren Glauben zu sagen hat, aber in allen anderen Fragen (Geschichte, Naturwissenschaft, Schöpfung) sei sie ohne Kompetenz. Sicherlich möchte die Bibel kein Naturkundebuch oder Geschichtsbuch im geläufigen Sinne sein. Aber wo sie etwas über die Natur und die Geschichte berichtet (und das ist sehr viel!), da ist sie genauso von Gott inspiriert wie in anderen Fragen und somit ohne Irrtum und Fehler.
(Lothar Gassmann)

Wir Gemeinschaftsleute sollten Acht geben, dass wir im ökumenischen Zeitalter nicht einen anderen Christus annehmen, etwa den Christus der Hostie. Wir sollten auch keinen Christus verehren, der eine kosmische Kraft ist oder uns in mystischer Weise in einer Ikone begegnet. Und vor allem keinen Christus, der in einer Linie mit Show-Unterhaltern und Lachkünstlern zitiert wird. Denn dies ist nicht der biblische HERR Jesus Christus, sondern eine von Menschen erfundene irdische Gestalt. Bewahren wir doch als Gemeinschaftsleute die Ehrfurcht vor dem heiligen allmächtigen Gott!
(Lothar Gassmann)

Wir sollten mit der biblischen Erkenntnis Ernst machen, dass der Mensch nicht aufgrund seiner eigenen Werke gerettet wird, sondern allein aufgrund der Gnade und Barmherzigkeit Gottes durch die Erlösung Jesu Christi, die der bußfertige Sünder im Glauben erfasst. Gute Werke sind nicht Vorraussetzung der Errettung, sondern deren geschenkte und notwendige Folge. Das schließt Werkheiligkeit ebenso wie die Vernachlässigung guter Werke und die „billige Gnade“ aus. Selbstgemachte Vollkommenheit als auch Freizügigkeit und Zügellosigkeit sind unbiblisch und von Übel.
(Lothar Gassmann)

Wir sollten zurückkehren zu der Erkenntnis und dem Vertrauen, dass Gott die Macht hat, durch sein bibeltreu verkündigtes Wort Menschen zu bekehren. Wir sollten keine Methoden in Gottesdienst und Evangelisation verwenden, die von diesem Wort ablenken oder in Widerspruch zu ihm stehen.
(Lothar Gassmann)

Wir sollten daran festhalten, die Wahrheit in Liebe zu sagen und aus Liebe die Wahrheit nicht zu verschweigen. Tendierte man früher eher zur „Wahrheit ohne Liebe“, so ist in unserer harmoniebedürftigen Zeit das Pendel stark in die entgegengesetzte Richtung ausgeschlagen. „Um der Liebe willen“ wird fast jedem recht gegeben und die Wahrheit verschwiegen. Diese Tendenz macht auch vor der Gemeinschaftsbewegung nicht Halt. Wer sich auf Gottes Wort beruft und es wagt, Irrlehren und Missstände beim Namen zu nennen, wird auch in Gemeinschaftskreisen schnell als „Friedensstörer“ und „Querulant“ gebrandmarkt. Können wir die Wahrheit nicht mehr ertragen? Wir haben doch die Heilige Schrift, die uns in den grundlegenden Fragen klare Wegweisung gibt! Wenn wir es nicht mehr wagen, uns auf die Bibel zu berufen, geben wir nicht nur die Wahrheit, sondern den Herrn selber preis!
(Lothar Gassmann)

Wir sollten in froher Erwartung der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus entgegensehen und bereit sein für sein Reich. Die Zeichen mehren sich, dass der Herr bald wiederkommt und seine Gemeinde heimholt. Wir sollen allerdings nicht in den Fehler verfallen, das Datum seiner Wiederkunft berechnen zu wollen. Alle, die das versucht haben, die haben sich geirrt. Lasst uns vielmehr wachsam sein und noch vielen das Evangelium weitersagen.
(Lothar Gassmann)

Man greift zu einem besonderen Effekt, um die Leute in eine evangelistische Veranstaltung zu locken, etwa indem man einen prominenten Menschen einlädt, sei er Sportler, Künstler oder Politiker. Er soll die Leute anziehen, natürlich nur, damit sie im Anschluss an seinen Beitrag das Evangelium hören sollen. Also: Erst der Promi als Lockvogel, dann die Predigt als Zugabe. Die Rechnung wird nicht aufgehen. Zwar werden die Menschen kommen, denn wann hat man schon einen berühmten Menschen in einer christlichen Veranstaltung! Aber wenn die Erwartungen einmal auf das gerichtet sind, was groß ist vor der Welt, und man sich in dessen Licht sonnt, wird das biblische Evangelium kaum eine Chance haben. Nicht, dass sein Licht kleiner wäre, aber es ist ganz anders.
(Bernhard Kaiser)

Evangelisation, die ewigkeitsbeständige Rettung von Sündern bewirken will, ist angewiesen auf das souveräne Erlösungshandeln Gottes. Und Gott teilt uns in der Bibel mit, dass er dieses Erlösungshandeln durch das Instrument seines Wortes praktiziert. Daher ist Evangelisation auf die getreue Weitergabe dieses Wortes angewiesen.
(Wolfgang Nestvogel)

Da sagt mir neulich einer:
„Es geht um Jesus Christus. Es geht nicht um die Bibel.“
Er meint, ich solle die Bibelfrage zurückstellen und auf sich beruhen lassen. Ja, es geht um Jesus Christus, aber den Jesus Christus der Bibel! Es geht nicht um irgendeinen Christus. Mit einem selbstgemachten Christus kommt man überall durch, auch im Islam! Es geht auch heute um den Jesus Christus der Bibel. Wer von der Bibel etwas abstreicht und sich sein Jesus– und Christusbild nach seinen Ideen, nach seinen Empfindungen, nach seinem Erleben oder nach seiner Vernunft und seinem Verstand zurechtmacht, kommt überall unangefochten durch, im Westen und im Osten, in der Kirche und im Staat, in der Gemeinschaft und in der Ökumene! Wer aber den Jesus Christus der Bibel predigt, gerät in Auseinandersetzungen. Es geht um Jesus Christus, den Jesus Christus der Bibel! Es geht um die Bibel.
(Heinrich Jochums)

Wir können uns auf unsere Bibel verlassen, unter allen Umständen, auch auf unsere Bibel, wie wir sie heute haben. Das größte Wunder der Bibel aber ist, dass wir in ihr Jesus selber finden dürfen. Jesus sagt: „Ihr suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist es, die von mir zeuget.“(Joh.5,39) Wir glauben, bezeugen und preisen die Wunder an seinem Gesetz, an seinem Wort, an seiner Bibel. Die Bibel selbst bezeugt uns diese Wunder, und der Heilige Geist, der in der Bibel zu uns redet, bestätigt uns die Wunder in unserem Herzen.
(Heinrich Jochums)

Wir bleiben bei dem Wort. Wenn wir uns nicht mehr auf die Worte der Bibel verlassen können, können wir uns auch nicht mehr auf die Sätze der Bibel verlassen. Wenn wir uns nicht mehr auf die Sätze der Bibel verlassen können, können wir uns auch nicht mehr auf die biblischen Geschichten verlassen. Wenn wir uns nicht mehr auf die biblischen Geschichten verlassen können, können wir uns auch nicht mehr auf die Geschichte des Lebens Jesu verlassen. So können wir uns erst recht nicht mehr auf die Worte Jesu verlassen. Eins hängt hier mit dem anderen aufs engste zusammen.
(Heinrich Jochums)

 

Gemälde Michael Willfort

 

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141. Christus teilt die Menschheit

Dienstag, 16. November 2010 | Autor:

Seine Geburt teilt
Jesus Christus ist der große Teiler der ganzen Menschheit. Bei Seiner Geburt wurde die Geschichte der Menschheit in zwei Teile geteilt. Seither wird die menschliche Geschichte, mit nur wenigen Ausnahmen, von Christi Geburt her berechnet. Alles, was sich zugetragen hat, war entweder vor Christus oder nach Christus. Der Kalender bezeugt, dass Jesus bei Seinem Kommen in die Welt die Zeit in zwei Hälften teilte. Sooft jemand ein Datum schreibt, bezeugt er bewusst oder unbewusst die Tatsache, dass Jesus der große Teiler der Weltgeschichte ist. Das Jahr 2010 oder sonst ein Jahr ist nach dem Kommen Jesu in die Welt berechnet.

Außer Seiner Geburt ist uns sehr wenig von Seiner Jugend, Seinen Kinder- und Teenagerjahren und auch von Seinen Jahren als junger Mann bekannt. Nur etwa drei Jahre, die Er vor den Augen der Öffentlichkeit lebte, sind uns in der Bibel hinterlassen. In dieser Zeit tat Er Seine Arbeit als Verkündiger des Evangeliums, bis Er im Alter von 33 Jahren wie ein Schwerverbrecher von rohen Händen an das Kreuz genagelt wurde.

Dennoch bezeugen die meisten Menschen auf der Welt, wenn sie ein Datum auf einen Brief oder ein amtliches Dokument setzen, dass Er lebte und wirkte und eine gewaltige segensreiche Spur hinterließ. So groß war der Eindruck, dass man von diesem Mann nicht mehr loskam. Ohne das Datum und das Geburtsjahr des Herrn ist z. B. ein Scheck, ein Vertrag oder eine Empfangsbescheinigung nicht gültig. Jeder Brief trägt einen Stempel, auf dem das Geburtsjahr des Sohnes Gottes verzeichnet ist. Jede Zeitung, jede Nachricht, ob alt oder neu, trägt das Datum ihres Erscheinens. Und jedes Mal wird – ob gewollt oder ungewollt – auf die Geburt dessen hingewiesen, der der Sohn Gottes ist. Du begegnest vielleicht hundertmal am Tag der Tatsache, dass Christus, obwohl Er von vielen verworfen und abgelehnt wird, doch der ist, der die Zeit in zwei Teile geteilt hat.

Auch Sein Tod teilt


So wie Seine Geburt die Geschichte teilte, so teilte auch Sein Tod die Menschheit in zwei Teile. Als Jesus am Kreuz auf Golgatha hing, hingen dort mit Ihm zwei andere Männer, einer zur Rechten und der andere zur Linken. Die meisten erkennen in ihnen nur die beiden Verbrecher, aber in Wirklichkeit sind sie auch ein Sinnbild für die gesamte Menschheit auf Erden.

Der du dies liest, du findest dich in einem dieser beiden Männer wieder. Fast 2000 Jahre sind vergangen, seit sie dort hingen. Einer von ihnen ist heute bei Jesus Christus, dem in den Himmel erhöhten Herrn, und der andere an dem schrecklichen Ort der ewigen Trennung von Gott. Wie kam es zu diesem großen Unterschied? In ihrer Sünde waren sie beide gleich. Man findet in der Bibel keine Spur davon, dass die Sünde des einen schlimmer gewesen wäre als die des anderen. Beide waren zum Tode verurteilt, sie waren beide gleich schuldig, beide mussten sterben. Der Unterschied bestand nur in ihrer Einstellung zu dem Gekreuzigten in ihrer Mitte, dem Herrn Jesus Christus. Beide waren gleich schuldig, aber einer bereute seine Taten, erhielt die Zusage des ewigen Heils und glaubte an Jesus, der andere verwarf Ihn.

Diese beiden symbolisieren die ganze Menschheit. Wir alle haben gesündigt und sind vor Gott und Menschen schuldig geworden. Aber wir können gerettet werden (vgl. dazu Römer 3:23 und Römer 6:23). Entweder bist auch du gerettet oder verloren. Und das entscheidet sich allein an deiner Stellung zu Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Er selbst verspricht: »Wer auf mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben. Auf ihn kommt keine Verurteilung mehr zu; er hat den Schritt vom Tod ins Leben getan« (Joh. 5:24).

M. R. de Haan

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134. Christliches Abendland? Was denken die Moslems darüber?

Sonntag, 24. Oktober 2010 | Autor:

Ich habe mir nicht erst seit der Diskussion um die Integration von Ausländern Gedanken darüber gemacht, was wohl ein Moslem denken muss, bzw. was er erwartet, wenn er nach Deutschland kommt.

Er hat in seiner Vorstellung ja das Idealbild eines christlichen Abendlandes vor Augen. Was aber trifft er in Wirklichkeit an? Sex, Skandalpartys, Betrug, Gewalt, „christliche Religion“, Fremdenfeindlichkeit, Drogen, Alkohol, Ausschweifung, Abtreibung, zur Schaustellung der Homos, usw., usw.



Wenn das unsere Werte sind, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass sich Moslems von so einer Gesellschaft mit solch einen Glaubensbild abwenden.

Zum heulen finde ich die Kommentare unserer  Spitzenpolitiker und Kirchenfürsten zu diesem Thema. Sie reden von Religion und meinen damit Christentum. Soviel Unkenntnis und Sprachverwirrung ist schon mehr als peinlich. Man redet von Dingen die man nicht kennt und selbst nicht lebt, aber das ist ja bei unseren Politiker und vielen Kirchenfürsten nicht ungewöhnlich; nur bei diesem Thema aber besonders peinlich und nicht ohne Folgen.

Wenn man dann im Zusammenhang von Intergration auch immer wieder das Christentum bemüht, und gleichzeitig auch immer wieder die Menschenwürde benennt, und darauf so großen Wert legt, dann sollte man doch „vor der eigenen Haustüre“ einmal kehren. Was meine ich damit: Wir ermorden jedes Jahr in einem der reichsten Länder der Erde mehrere Hundertausend unschuldige ungeborene Kinder im Mutterleib. Bezahlen dafür 40 Mio. Euro mit Krankenkassenbeiträgen, und mahnen bei den Moslems mehr Moral und Anstand an. Lächerlich.

Glauben wir wirklich, dass wir besser sind, als ein x – beliebiger Moslem?

Darf ich Ihnen einmal einige Zahlen geben, die nicht nur Deutschland betreffen, sondern weltweite Zahlen sind. Aber hauptsächlich in sogenannten „christlichen“ Ländern ihre Blüten treiben.

12% aller Webseiten werden von Sexwerbung belegt.

Der weltweite geschätzte Jahresumsatz der illegalen Sexindustrie ist höher als das Weltgesamtbudget für Militärausgaben von ca. 5-7 Billiarden US – Dollar.

In der EU werden 450.000 Menschen sexuell ausgebeutet

In Deutschland werden 13.000 Kinder zur Kinderprostitution gezwungen

Der Umsatz durch Prostitution in Deutschland beträgt 6 Milliarden Euro pro Jahr

28.258 Personen klicken pro Sekunde eine Sexseite an

Alle 39 Sekunden erscheint ein neues Pornovideo in den USA

300-400.000 Klicks erfolgen pro Tag auf Pornoseiten

80% der Opfer sind jünger als 10 Jahre, 33% jünger als 3 Jahre

Ich denke, diese Zahlen sind genug, und sagen einiges über unser angebliches „christliches“ Abendland mit seiner „Hochkultur“ aus.

Christen im Jahr 2010 unterscheiden sich kaum noch von den Menschen in dieser Welt. Wir wundern uns dann, das wir mit Gott nichts mehr erleben. Wir übertreten die Gebote Gottes und denken kaum noch darüber nach. Buße ist ein Fremdwort. Aber wir wundern uns.

Unser größtes Problem in unserer Gesellschaft ist der Mammon, nicht der Islam. Der Großteil von uns hat so viel und trotzdem kriegen wir den Kragen nicht voll. Unser Herz als Christen hängt nicht an Gott, sondern am Mammon.

Das Moslems wenn Sie solche Zustände wie bei uns antreffen und täglich ansehen müssen, sich nicht integrieren wollen, kann ich gut nachvollziehen. Auf eine solche Kultur kann man getrost verzichten.

Wir Christen hätten aber die Aufgabe, den „Fremden“ ein vorbildliches Leben vorzuleben, und nicht Sex, Schmutz und Dreck zu verbreiten.

Im Wort Gottes, das der Maßstab für einen Christen sein sollte, steht folgendes.

Römer Kapitel 12, Vers 18 – 21:

Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen – auch Moslems – Frieden. Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben(5.Mose 32, 35): „Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.“
Vielmehr, „wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feuriges Kohlen auf sein Haupt sammeln“(Sprüche 25, 21-22). Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

Das Bild von den feurigen Kohlen bezieht sich auf ein ägyptisches Ritual, bei dem der Sünder als Symbol für seien Reue eine Pfanne mit brennender Kohle auf dem Kopf tragen musste. Außerdem beinhaltet die Vergebung immer die Möglichkeit, den Feind zu Scham und Buße zu bewegen.

Gemälde Anbetung Hannes Stets

 

Wenn wir diese Worte zum Großteil beherzigen würden, dann hätten wir die ganzen Probleme  nicht über die wir nun schon Jahrzehnte ohne Ergebnis diskutieren.

M.T.

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133. Ist der Mensch wirklich gut?

Sonntag, 24. Oktober 2010 | Autor:

Gemälde Michael Willfort

 

Mit grandiosem Schwung hat die Aufklärung alle Kulturbereiche beeinflusst und geformt. Denn„Aufklärung“, das hört sich gut an. Schon der deutsche Philosoph Immanuel Kant bezeichnete die Aufklärung als „den Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“. Auch heute ist Kant der Beifall hierfür sicher. Und so ist diese Geistesbewegung bis in unsere Tage hinein wirksam.
Ihre optimistische Überzeugung lautet: Alle Menschen sind im Grunde gleich, vernünftig und gut. Die Wirksamkeit einer entsprechenden Belehrung – in den Schulen zum Beispiel – wird zu einer glückbringenden Gesellschaft und damit zum Fortschritt der Menschheit führen.
Wir kennen diese Sprüche. Nicht nur von gestern, auch von heute. Aber trotz aller Fragwürdigkeit ist der Glaube an die Stetigkeit des Fortschritts die Grundlage der weltbestimmenden Ideologien in Ost und West. Und viele gehen an diesem harten Stein zugrunde, weil sie an das Gute im Menschen, ja an den Menschen schlechthin, glauben – und ihnen die bittere Enttäuschung nicht erspart bleiben wird.
Und wer diesen „Glauben“ hat, muss mit Blindheit geschlagen sein. Dabei wollen wir absolut keine Pessimisten sein, die überall und immer nur das schwärzeste Schwarz sehen. Aber wenn schon zum Optimismus kein Grund gegeben ist, sollen wir uns ehrlich bemühen, diese Welt realistisch zu sehen. Und wie sieht diese Wirklichkeit aus?

 

Noch sind die Toten der beiden Weltkriege – und zwar 10 Millionen Tote im Ersten und 60 Millionen Tote im Zweiten Weltkrieg – nicht vergessen, da befinden sich die Nationen der Erde in einem offenen oder geheimen Rüstungswettlauf von nie gekanntem Vernichtungspotential. Jahr für Jahr kann man in dem Jahrbuch des Stockholmer „Instituts für Friedensforschung“ nachlesen, wie viel Milliarden Dollar weltweit für Waffensysteme ausgegeben werden. Und diese Summen werden nur noch unheimlicher, wenn man bedenkt, dass zur gleichen Zeit unsere Umwelt durch unverantwortliches Handeln gefährdet und zerstört wird und – schlimmer als das – unzählige Menschen verhungern und im Elend umkommen müssen, weil ihnen das Allernotwendigste zum Leben fehlt.

 

Noch nie ist so unaufhörlich von Toleranz, Fortschritt und Humanität geredet worden wie in unserer Zeit. Und noch nie ist so viel Blut geflossen wie in den vergangenen Jahrzehnten. Und was wir in unserer unmittelbaren Gegenwart über Gräuel erfahren, die Menschen anderen Menschen zufügen, ist ungeheuerlich.

Hinzu kommt, dass gewissenlose Menschen durch die bildliche Darstellung brutaler Gewalt und intimer Szenen die ohnehin von einem Hang zur Selbstzerstörung und zur Aggression befallene Menschheit weiter negativ beeinflussen. Menschenunwürdig sind nicht nur die abscheulichen Taten pervertierter Menschen. Menschenunwürdig ist auch die Schmutzwelle der Video-, CD-Rom- und Literaturerzeugnisse, die unser Land überschwemmen. Das Internet eröffnet dem PC-Besitzer ungeahnte und sofort zugängliche aktuelle und wichtige Informationen. Das Internet macht’s möglich. Es öffnet allem und jedem Tür und Tor. Sehr Nützlichem und völlig Harmlosem. Aber auch unglaublich Gefährlichem. Die globale kriminelle und terroristische Vernetzung wird perfektioniert. Von dem Sektenunwesen, dem Schmutz und Schund ganz zu schweigen.
Wer seine Umwelt und sich selbst richtig einschätzt, der wird um die Erkenntnis nicht herumkommen: Der Mensch ist nicht nur sehr gefährdet und allem Bösen ausgesetzt, sondern der Mensch selbst ist nicht gut. Selbst ein Kämpfer gegen das Christentum wie Friedrich Nietzsche rief angsterfüllt aus: „In deinem Keller bellen wilde Hunde. Sie zerren an der Kette. Lass sie nicht herauf ..!“ – Und was sagt die moderne Tiefenpsychologie? Kurz und bündig bestätigt sie dasselbe: „Du trägst einen Abgrund, eine Hölle, in dir.“ Aber: Du musst heraus aus diesem elenden Zustand! Das will man nicht hören. Stattdessen sagt man: „Sage Ja zu deiner Hölle – und sie wird schweigen.“ Und genau das ist auch ein scharfer Stein, der viele zugrunde richtet, indem sie ihn annehmen und sich danach verhalten. Denn das ist Verhärtung.

Das Urteil der Bibel

Das Wort Gottes bestätigt, was wir, jeder von uns, ganz praktisch erfahren haben: Wir sind moralisch unendlich tief abgestürzt. Seitdem das erste Menschpaar der verlockenden Stimme Satans Gehör schenkte, brach die Sünde mit Macht in alle Daseinsbereiche. Das war kein allmähliches moralisches Absinken, sondern ein plötzlicher, gewaltiger Dammbruch. Die überschäumenden Fluten des Bösen rissen alles nieder. Der erste Sohn dieses Menschenpaars begnügte sich nicht mit Unhöflichkeiten, sondern wurde ein gemeiner Mörder. Die Sünde war plötzlich da; nackte, hässliche Sünde.
Das Urteil der Bibel über die Menschen ist kompromisslos: „Weise sind sie, Böses zu tun; aber Gutes zu tun verstehen sie nicht“ (Jeremia 4:22).
Es ist also nicht so, als wenn nur die Schale ein wenig angekratzt wäre. Nein, der Kern, das Innere, ist faul. Es ist so verdorben, dass es nicht mehr zu reparieren ist.
Oft will man uns einreden, es wäre doch noch ein glimmender Funke vorhanden. Und man sagt: Wenn man ihn nur recht pflegt und anfacht, dann wird schließlich eine schöne, helle Flamme daraus werden. Aber die Wirklichkeit ist anders und niederschmetternd. Denn das Übel ist radikal. Es ist auch kein einziger Lichtblick mehr da. Die Wurzel ist völlig verdorben. Das ist es, was die Bibel meint.
Fast scheint es so, als sei das Wort „Sünde“ ein modernes Fremdwort geworden. Denn die Begriffe „Sünde“ und „sündigen“ haben in der Sprache des modernen Menschen einen eigenartigen Begriffswandel durchgemacht. Für viele haben diese Worte wenig oder nichts mehr mit ihrem Verhältnis zu Gott zu tun. Aber dafür umso mehr mit ihrem Magen, mit ihrem Herzen und mit ihrem Körpergewicht. Und so verstehen sie unter „sündigen“ in erster Linie ein Verhalten, bei dem man irgendwie des Guten zu viel tut oder durch Radarkontrolle in die Verkehrssünder-Kartei kommt.
Aber die Bibel versteht unter „sündigen“ etwas anderes. Sünde ist mehr als der bloße Verstoß gegen eine Diätvorschrift oder ein Verkehrsschild. Sünde ist keine Bagatelle. Sünde bedeutet Getrenntsein von Gott und hat ewiges Verderben zur Folge. Sünde ist wie eine Lawine. Sie fängt unscheinbar an, und dann entwickelt sie eine unheimliche Zerstörungskraft. Und woher kommt die Sünde? Sie ist einfach da. Wie ein Raubtier, das uns auflauert. Ein Vulkan, der ständig brodelt. Sie ist da, auch wenn man sie ignorieren möchte. Denn die Folgen der Sünde sind für jeden spürbar und sichtbar. Das merkt der Alkoholiker spätestens dann, wenn er in der Gosse liegt.

Notunterkunft_web_R_B_by_Thomas Max Müller_pixelio.de

 

Selbst Ehebruch und Habsucht sind gesellschaftsfähig geworden. Aber ein Volk, das im Zuge der viel propagierten moralischen Freiheiten gottfeindliche Gesetze im Hinblick auf Familie und Ehe erlassen hat, hat auch die Folgen zu tragen. Hunderttausende von Kindern müssen ohne Elternhaus aufwachsen, fallen dem Staat zur Last und bilden wiederum den Nährboden für ungezählte neue Probleme.
Sünde lässt sich nicht wegdiskutieren Jede Granate, jede Bombe, jeder Mord ist Sünde. Aber auch jede Unwahrheit, jede Halbwahrheit, jeder böse Blick, alle Schein-Heiligkeit. Sünde war da beim Brudermord des Kain damals, und sie ist da bei jedem Krieg heute. Und bei jedem Übervorteilen im Geschäft, bei jedem Sich gehenlassen zu Hause und im Beruf, bei jeder Lüge und bei jedem Diebstahl. Und bei jedem Ehebruch, ob in der Tat oder in Gedanken.
Wer hätte es nicht selbst schon erfahren, dass Sünde kein Fremdwort, sondern erschreckende Realität ist? Unsere Zeitungen berichten täglich davon. Von Rauschgiftsucht und Brutalität, von Hunger, Tod und Vergewaltigung. Aber nicht nur in den Tageszeitungen steht davon. Alle machen in ihrem eigenen Leben die bittere Erfahrung, dass Sünde da ist.
Alle sind gemeint. Nicht nur die Liederlichen, auch die Soliden. Nicht nur Ganoven im T-Shirt oder die mit weißem Kragen. Und nicht nur die großen und kleinen Playboys und –girls. Nein. Auch die es mit dem Spruch halten: „Tue recht und scheue niemand!“ Auch die „immer strebend sich bemühen“. Auch die das Gute im Menschen so leidenschaftlich verfechten. Alle sind verloren. Alle! Ausnahmslos! Man braucht keine Bank ausgeraubt und kein Flugzeug entführt zu haben oder seinen Ehepartner zu betrügen. Der Mensch ist, so wie er ist, ein Sünder und somit verloren.
Vielleicht denken Sie: „Wie kann man so etwas sagen? Die Menschen sind doch verschieden. Es gibt gute und böse Menschen. Ganz böse und weniger böse. Ganz gute und weniger gute.“ – An sich ist das nicht verkehrt; von unserer Warte aus gesehen. Das deckt sich mit unseren täglichen Erfahrungen. Und wer diesen Unterschied nicht sieht, ist blind für die Wirklichkeit. Es gibt in sich selbst vernarrte Menschen. Die fragen immer und immer nur nach ihrem eigenen Vorteil. Aber es gibt andere, die sich aufopfern, hilfsbereit sind, an die anderen denken, den anderen Gutes tun. Wer wollte das bestreiten?
Das ist die Sicht von unserer Warte aus. Unsere getrübte Schau. Getrübt durch den Nebel einer völlig verdorbenen Welt. Nebel, die wie giftige Schwaden über den Niederungen unseres natürlichen geistigen Horizonts liegen. Von oben sieht es ganz anders aus. So wie die Erdoberfläche große Höhenunterschiede aufweist, die aber vom Mond aus schon nicht mehr zu erkennen sind, so müssen auch unsere moralischen „Höhenunterschiede“ in den Augen eines absolut heiligen Gottes zu einem Nichts zusammenschrumpfen.
Zwar widerspricht eine solche Schau der Dinge völlig unseren Vorstellungen, aber die Bibel macht sie uns klar. Lehrt denn die Bibel diese völlige Unterschiedslosigkeit vor dem heiligen Gott? Ja. Gottes Urteil lautet: „Alle sind abgewichen, sie sind allesamt verderbt; da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer“ (Psalm 53:3). Ferner: „Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt …“ (Römer 3:23). Dieses „alle haben gesündigt“ heißt also nicht, auch die Besten sind nicht ganz ohne Fehler, sondern es will heißen: Der Unterschied zwischen so genannten Guten auf der einen Seite und den Bösen auf der anderen Seite kommt da gar nicht mehr in Betracht. „Denn es ist kein Unterschied.“
Unsere Sicht ist die menschliche, die natürliche Sicht. Aber allein Gottes Maßstab gilt. Nicht als ob Gott jene uns täglich auffallende Bandbreit zwischen „Guten“ und „Bösen“ nicht sähe. Wie sollte er, der alles sieht, das nicht sehen! Aber mit seinem göttlichen Urteil, dass alle Sünder sind, hat das nichts zu tun.

Die ganz verkehrte Richtung unseres Lebens

Wenn zwei Menschen zusammen in einen Zug gestiegen sind, tut vielleicht der eine etwas Vernünftiges im Zug, der andere etwas Dummes. Da tritt der Schaffner ins Abteil. Er sieht auf die Fahrkarten und muss beiden mitteilen, dass sie in den falschen Zug gestiegen sind. Alle beide. Und dass sie genau in die entgegengesetzte Richtung fahren. Alle beide. Der Vernünftige und der Dumme, der Gute und der Böse.
Das meint die Bibel mit dem Wort „Sünde“: die ganz verkehrte Richtung unseres Lebens. Die Richtung „Weg-von-Gott“. Und in diesem Zug sitzen alle Menschen. Das sagt uns Gott in seinem Wort: alle Menschen.
Das Problem Nummer eins der Menschheit ist die Sünde. So war es früher, und so ist es in unserer gefährlichen Zeit. Der berühmte Physiker und Mathematiker Albert Einstein sagte einst auf einer Tagung vor Wissenschaftlern: „Das wahre Problem liegt in den Herzen und Gedanken der Menschen. Es ist nicht ein physikalisches Problem, sondern ein ethisches. Was uns erschreckt, ist nicht die Explosionskraft der Atombombe, sondern die Macht der Bosheit des menschlichen Herzens, seine Explosivkraft für das Böse. Im Namen Gottes, wenn Sie an ihn glauben, nehmen Sie ihn ernst, und beherrschen Sie und bändigen Sie die wissenschaftlichen Entdeckungen; wenn nicht, sind wir verloren“.
Es ist ein Märchen, dass der Mensch gut ist. Ein schönes, gefährliches Märchen. Weil es dem sündigen, erlösungsbedürftigen Menschen Sand in die Augen streut. Die Wahrheit ist hart, aber sie bleibt trotz allem wahr. Der Mensch ist unter die Sünde, an das Böse verkauft. Sünde lässt sich nicht wegdiskutieren. Das ist ein trauriges Fazit.
Aber noch ist Rettung möglich. Noch wird die Frohe Botschaft ausgerufen: Jesus Christus, der Retter ist da. Sünde kann vergeben werden.

Gemälde von Michael Willfort

Autor: Friedhelm König
Gekürzt aus: „… der uns den Sieg gibt“

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132. Halloween – Nur ein harmloses Spiel?

Freitag, 22. Oktober 2010 | Autor:

Es stimmt mich jedes Mal sehr traurig, wenn ich mitbekomme, dass Eltern für Ihre Kinder zu Halloween bei ALDI Kleidung mit Gruselbemalung kaufen, und Ihre Kinder da hinein stecken. Ich frage mich dann oft, ist es Ignoranz, Dummheit oder ….was auch immer. Ein sogenanntes „christliches“ Volk denkt in keinster Weise an den Reformationstag , rüstet aber jedes Jahr mehr auf, für Halloween. Armes Deutschland, armes „christliches“ Abendland.

Wenn dieser nachfolgende Artikel nur soviel bewirkt, dass Sie einmal ernsthaft über die Hintergründe von Halloween nachdenken, dann hat er seinen Sinn erfüllt.

Alle Jahre wieder: mit Kürbisfratzen, Vampir-Verkleidungen und Gruselpartys macht sich Halloween bei uns immer breiter. Was bis vor wenigen Jahren noch ein typisch amerikanischer Brauch war, ist inzwischen bei uns heimisch geworden.
Es sind nicht nur Eltern oder Erzieher, die vor der Frage stehen: Woher kommt Hal-loween eigentlich? Was hat es mit diesem neuen Interesse an Tod, Geistern und Vampiren auf sich? Kann ich meine Kinder mit gutem Gewissen an solchen Partys teilnehmen lassen?
Zunächst einmal freuen sich Produzenten von Kostümen und Gruselartikeln über die große Nachfrage im Herbst. Der Buchhandel bietet von Horror-Romanen bis hin zu Halloween-Partybüchern eine ganze Palette an Lesestoff.

Aber was steckt nun wirklich hinter Halloween? Die einen führen dieses Fest direkt auf die keltischen Druiden zurück; die anderen meinen, die Bräuche hätten sich erst im Laufe der Jahrhunderte entwickelt und seien ein harmloser Spaß. Wieder andere behaupten, Halloween sei nur eine Erfindung der Unterhaltungs-Industrie. Es hat si-cher nicht gleich mit Okkultismus zu tun, wenn ein ausgehöhlter Kürbis mit einer brennenden Kerze vor dem Nachbarhaus steht. Doch es gibt andere Bräuche, die an Halloween gepflegt werden und die einen dunklen Hintergrund haben.

Sie finden hier einige Informationen zu Halloween. Nehmen Sie sich einmal die Zeit, um sie zu lesen und sich dann Ihr eigenes Urteil zu bilden.

Was bedeutet das Wort „Halloween“?

Seinen Ursprung hat Halloween in der Tradition der keltischen Druiden. Der Name selbst kommt dagegen von „Allerheiligen“, das am 1. November begangen wird. Die englische Bezeichnung dafür ist „All Hallows“. Der Abend davor, also der 31. Okto-ber, ist demnach der „All Hallows’ Even“ – oder eben „Halloween“.
Die Kürbisfratze ist das typische Symbol für Halloween. Ob im Vorgarten als Laterne oder als Lichterkette aus Plastik-Kürbissen: die gelb-orange Frucht erfreut sich auf-grund des neuen Booms einer großen Beliebtheit. „Jack O’Lantern“, wie die Laterne auf englisch heißt, geht auf eine irische Sage zurück: die Sage von Jack, dem Schmied, der ruhelos mit einer Laterne in der Hand über die Erde wandern soll, weil ihm nach dem Tod der Zugang sowohl zum Himmel als auch zur Hölle verwehrt wur-de. Und so höhlte sich Jack eine Rübe aus, stellt sein Licht hinein und zog los. In Ermangelung von Rüben mutierte die Laterne im Lauf der Halloween-Traditionen zur Kürbislaterne.

Harmlos oder gefährlich?
Ein Kommentar

Was hat das keltische Neujahrsfest mit uns zu tun? Wer denkt bei Partys noch an die dunklen Traditionen? Ist dieses Datum nicht längst nur noch ein Anlass, an dem man – entsprechend verkleidet – ein wenig über die Stränge schlagen darf? Warum sollte man Kindern verbieten, um Süßigkeiten zu betteln?

Für manche mag Halloween tatsächlich nur ein gruseliges Kostümfest sein. Auffal-lend ist jedoch, dass Halloween in zahlreichen Horror-Filmen und Grusel-Büchern stets das Datum ist, an dem die grausamsten Verbrechen begangen werden. In Sa-tanisten- und Hexenkreisen ist Halloween bis heute ein „Fest“ des Schreckens und des Todes. Somit ist es eine berechtigte Frage, ob es wirklich so harmlos sein kann, mit derart dämonischen Bräuchen spielerisch umzugehen.

Wie schnell man in okkulte Praktiken verwickelt wird, kann man im Fernsehen sehen und in Zeitschriften lesen: „Im Banne der Dämonen“ oder die Einladung, Gläser zu rücken, zu pendeln oder die Tarot-Karten zu befragen. Nicht nur bei Kindern und Ju-gendlichen ist die Neugier groß, solche Dinge einfach mal auszuprobieren. Doch nur zu schnell wird aus solchen „Spielchen“ tödlicher Ernst. Denn wer mit übersinnlichen Erfahrungen herumexperimentiert, gefährdet Leib und Seele. Er setzt sich okkulten Einflüssen aus – den Einflüssen des Bösen. Zahlreich sind die Veröffentlichungen von Betroffenen, dass sie die Geister, die sie aus Spaß herbeiriefen, nicht mehr los-werden konnten.

In der Bibel wird deutlich von der Existenz dunkler Mächte gesprochen, von dem, was Halloween scheinbar so verharmlosend präsentiert: Geister und Dämonen, Tod und Teufel. Ganz klar warnt die Bibel davor, sich auf diese Gefahren spielerisch ein-zulassen. Es ist von einem Kampf zwischen den Mächten Satans und der Kraft Got-tes die Rede. Satan, der Gegenspieler Gottes, setzt alles daran, das Leben der Men-schen zu zerstören, indem er sie davon abhält, in einer persönlichen Beziehung mit Gott zu leben. Er verbreitet Angst und Lügen und sorgt dafür, dass Menschen keinen Frieden für ihre Seele finden. Die Bibel spricht in diesem Zusammenhang von „Fins-ternis“: Wer Gott nicht kennt, lebt im Einflussbereich der bösen Mächte Satans. Im Gegensatz dazu heißt es von Gott: „Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis!“ (1. Johannesbrief, Kapitel 1, Vers 5)
Die Bibel verschweigt nicht, wie dieser Kampf ausgeht: Jesus Christus, der Sohn Gottes, Gott persönlich, besiegt den Tod und die Dunkelheit und damit auch Satan. Das Licht überwindet die Finsternis. Jesus Christus sagt von sich selbst: „Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht mehr in der Dunkelheit umherirren, sondern folgt dem Licht, das ihn zum Leben führt!“ (Johannesevangelium, Kapitel 8, Vers 12)

Diese Einladung gilt jedem, der sich danach sehnt, aus der Einsamkeit und Verzweif-lung und aus der Dunkelheit okkulter Verstrickungen freizukommen. Jesus Christus ist der Sieger über den Tod. Er lädt uns ein: „Ich bin die Auferstehung und das Le-ben! Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Johannesevangelium, Kapitel 11, Vers 25) Der Tod hat also nicht mehr das letzte Wort. Das letzte Wort hat Jesus. Wenn wir ihm die Herrschaft über unser Leben einräumen, brauchen wir uns vor der Dunkelheit des Todes nicht zu fürchten. Denn Jesus schenkt uns ewiges Le-ben in seiner Gegenwart und in seinem Licht.

Dieses Leben mit Jesus Christus kann schon hier und heute beginnen. Weil Jesus lebt und jedem von uns ganz nahe ist, haben wir die Möglichkeit, durch das Gebet Kontakt mit ihm aufzunehmen und mit ihm zu leben. Wer sein Leben Jesus Christus anvertraut, erfährt Geborgenheit und die Gewissheit, dass in nichts und niemand mehr von Gottes Liebe trennen kann. Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Ein erster Schritt zu einem Leben mit Jesus Christus könnt folgendes Gebet sein.

„Jesus Christus, ich brauche dich. Ich habe bisher ohne dich gelebt und mein Leben selbst bestimmt. Jetzt übergebe ich dir mein Leben mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, mit Leib, Seele und Geist. Vergib mir bitte alle meine Schuld. Ich sage mich los von allen gottlosen Bindungen, von allem, was mich von dir trennt und mich gefangen hält. Ich bitte dich, mein Herr und Erlöser zu sein. Verändere mich bitte durch die Kraft deines Heiligen Geistes. Ich danke dir, dass du mich angenommen hast. Amen.“

Wer mit ehrlichem Herzen betet, der darf sicher sein, dass Gott ihn angenommen hat und Jesus Christus durch seinen heiligen Geist bei ihm ist und ihn nie mehr verlas-sen wird. In der Bibel wird das bestätigt: „Alle, die ihn – Jesus Christus – aufnahmen, gab er die Macht, Gottes Kinder zu werden.“ (Johannesevangelium Kapitel 1, Vers 12)

Noch mehr von Gott erfahren Sie in seinem Wort, der Bibel. Gott will durch sie zu Ihnen reden. Aber er stellt Ihnen auch andere Menschen zur Seite. Diese finden sie in jeder christlichen Gemeinde, in der Jesus im Mittelpunkt steht. Sollten Sie noch nach einer christlichen Gemeinde suchen, empfehlen www.Glaube24.de, Stichwort „Gemeindeatlas“.

Zitate

„Ich bin kein Spielverderber. Aber der dunkle Hintergrund der lichten Kürbisköpfe ist viel zu ernst, als dass ich darüber lachen könnte. Halloween ist nicht nur eine Mode unserer Event-Gesellschaft, nicht nur Geschäftemacherei zwischen Sommerangebo-ten und Weihnachtsware. Weil ich ein Freund von Spaß und Lebensfreude bin, halte ich nichts von der Lust am okkulten Gruseln. Wir sollten lieber das Lob Gottes feiern, als alte Geisterriten auszugraben!“
Peter Hahne (Berlin), TV-Moderator

„An Halloween geht man meist „spielerisch“ mit dem Teufel und den Geistern um. Doch es stehen auch übernatürliche Mächte dahinter, mit denen niemand spielen kann. Ich habe als Jugendlicher den Teufel als reale Macht erlebt, die mir anfangs nützlich schien, mich dann aber fast zerstört hat. Ich sah bestätigt, was die Bibel über den Teufel sagt, dass er der Erfinder der Lüge und der Mörder von Anfang an ist.“
Jörg Kuhn, TV-Redakteur, Wetzlar

„Halloween ist die Zeit des Jahres, in der die höchste Anzahl an satanisch-okkulten Ritualverbrechen stattfindet.“
Jack Roper, Okkultismus-Forscher, Milwaukee/USA

Die alternative Früchte-Party

In vielen Schulen und Kindergärten zählt die Halloween-Party inzwischen zum Pflichtprogramm. Damit Sie Ihren Kindern etwas anderes bieten können, ohne dass der Spaß zu kurz kommt, haben wir hier einige Anregungen für eine fröh-liche Alternativ-Party zusammengestellt.

Der Kürbis ist nicht die einzige Frucht, die im Oktober reif wird. An vielen Orten wird im Oktober das Erntedankfest gefeiert. Wir erinnern uns daran, dass Gott, der Schöpfer des Lebens, für uns sorgt. In Kirchen werden Erntedank-Tische aufgebaut – auf denen übrigens meistens die Kürbisse auch nicht fehlen dürfen. Doch das ist ja längst nicht alles, was auf unseren Feldern oder auch in den Regalen im Supermarkt zu finden ist!

Einige Vorschläge zur Gestaltung:

Kostüme: Jeder Gast erhält die Aufgabe, sich in eine bestimmte Frucht zu verwandeln. Spaß und Heiterkeit ist garantiert! Es ist nicht schwer, für Halloween in ein fertig gekauftes Kostüm zu schlüpfen. Aber haben Sie mal versucht, sich als Banane zu verkleiden? Das lustigste Kostüm wird am Ende prämiert!

Speisekarte: Genießen Sie ein buntes Büffet, z.B. mit Obstsalat, Früchtetorten, Milch-Mixgetränke mit verschiedenen Früchten, warme Bratäpfel, frischgepresste Obstsäfte …

Programm: Wenn Sie einen Kindernachmittag gestalten möchten, bietet sich an, gemeinsam etwas zu basteln oder Spiele vorzubereiten.
Basteln: Anfang November wird an vielen Orten der St.-Martins-Tag mit Laternenumzügen gefeiert. Nutzen Sie diesen Nachmittag, um dafür gemeinsam Laternen zu basteln – vielleicht sogar in Form eines Apfels oder einer anderen Frucht.

Spiele:
• Früchte-Memory
• Apfel-Fischen: In einer gefüllten Wasserwanne schwimmen verschiedene Äpfel. Wer schafft es als erster mit dem Mund einen Apfel zu angeln?
• Bilderrätsel: Fotos von verschiedenen Früchten werden am Computer eingescannt. Ein Ausschnitt aus dem Foto wird ver-größert und ausgedruckt. Wer rät als erster, welche Frucht auf diesem Bild zu sehen ist?
• Quiz: Je nach Alter der Kinder kann man einige interessante Fragen vorbereiten. Woher kommen die Früchte, die wir in unserem Supermarkt finden? Wie wird aus einem Apfelkern ein großer Baum? Und was kann man aus den verschiedenen Früchten machen?

Kreativ: Jeder schreibt eine kleine Geschichte zu der Frucht, die er repräsentiert. Z.B. „Anna Apfel erlebt Weihnachten“ oder „Wie Zacharias Zitrone das Lachen lernte“. Oder: Wer findet die lustigsten Antworten auf die Frage: „Warum ist die Banane krumm?“

Erzählung: Zu einem gemütlichen Bratäpfel-Schmaus gehört eigentlich eine schöne Geschichte. Suchen Sie eine nette Erzählung zum Vorlesen. Oder es gibt jemanden in Ihrem Verwandten- oder Freundeskreis, der ein wenig davon erzählen kann, welche Früchte man früher aß oder wie man damals die Ernte eingebracht hat.

Hinweise zu diesem Extrablatt

• Den Comic können Sie auch als Extradruck bei uns in jeder gewünschten Menge anfordern. (KT 82)
• Für Jugendliche gibt es das Faltblatt „Faszination des Bösen“. (JT 583)
(Abgabe aller Produkte auf Spendenbasis).

EXTRA
BLATT

Stiftung Marburger Medien
Friedrich-Naumann-Str. 15, 35037 Marburg
Fon 06421-1809-0, Fax 06421-1809-23
versand@marburger-medien.de; www.marburger-medien.de
Schweiz: TextLive Ländli, 6315 Oberägeri, Fon 0471-7549910
textlive@laendli.ch; www.laendli.ch
Redaktion: Michael Mogel; Gestaltung: Guy Marchal
Fotos: dpa, Biosphoto, DesignStudio Lemgo, F. Haubner,
G. Marchal, Archiv
Cartoon: JoeMax; www.joemax.de
EX 12

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128. Nicht für die Schule lernen wir, …

Freitag, 2. Juli 2010 | Autor:

Als ich über die Artikel dieser Sommerausgabe nachdachte, wurde ich an ein nettes Erlebnis während eines Griechenlandurlaubs erinnert. Eine Gruppe junger Leute unternimmt in der Ägäis eine mehrtägige Schiffsreise. Ein Hafen wird angelaufen. Landgang für alle. „Bitte seien Sie pünktlich zurück!“, bekommen die Urlauber mit auf den Weg. In kleinen Gruppen marschieren sie los.

Ein Teilnehmer hat unterwegs seine Gruppe verloren. Ihm wird immer mulmiger, als er merkt, dass er den Weg zum Hafen nicht mehr findet. Er fragt einen alten Griechen in englischer Sprache danach, doch leider versteht der ihn nicht. Die Panik unseres verirrten Reisenden wächst und er schickt ein Stoßgebet zum Himmel. Da kommt ihm eine Idee! In seinem Gedächtnis taucht – ganz hinten und aus grauer Schulzeit – ein altgriechischer Satz auf. Der müsste ihm eigentlich den Weg zum Hafen eröffnen! Wieder spricht er den Griechen an und lässt mit freundlichem Lächeln seinen Satz vom Stapel. Der Angesprochene sieht den jungen Deutschen zunächst erstaunt an und bricht dann in schallendes Gelächter aus. Aber er weist ihm den Weg zum Hafen – das ist jetzt die Hauptsache. Erschöpft aber glücklich erreicht er kurz vor dem Ablegen das Schiff und erzählt von seinem Erlebnis. „Ja, was hast du dem Griechen denn gesagt?“, fragt ihn eine Mitreisende. Noch etwas außer Atem wiederholt er seinen Spruch. Einige, die noch etwas mehr aus ihrem Unterricht behalten haben als der junge Mann lachen nicht weniger herzhaft als der Grieche. „Kein Wunder, dass der alte Mann höchst überrascht von deiner Frage war“, sagt einer. „Du hast ihn nämlich gefragt: ‚Sag an, edler Jüngling, wo geht es hier zu den Galeeren?“

Bernhard Matzel

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127. Es kommt drauf an wie man die Dinge sieht

Montag, 28. Juni 2010 | Autor:

 

Die Gelegenheit

Es wird eine Geschichte von einem jungen Mann erzählt, der in einen entlegenen Teil Afrikas geschickt wurde, um dort eine Schuh-Firma zu vertreten. Schon nach kurzer Zeit kehrte er wieder zu dem Leiter der Handelsgesellschaft zurück. Er war entmutigt und sehr enttäuscht. „Warum haben Sie mich in diese Gegend geschickt?“, fragte er, „kein Mensch trägt dort Schuhe.“

 

Einige Zeit später wurde ein anderer junger Mann in diesen Teil Afrikas geschickt. Gleich nach seiner Ankunft lief er zum Telegrafenamt und gab ein Telegramm an seinen Chef auf:

„Bitte, senden Sie sofort 10.000 Paar Schuhe, niemand hat hier welche!“

Der Erste war von den Umständen geblendet worden; der Zweite sah die Gelegenheit.

Zu welchem dieser beiden zählen wir uns? Entmutigt uns die vielfach vorhandene Ablehnung des Evangeliums, die Ahnungslosigkeit der Menschen in Bezug auf die Frohe Botschaft, oder sehen wir die vielen Menschen mit den Augen Gottes, der sie leibt und sie erretten will? Sie alle brauchen doch Jesus.

Gemälde Anbetung Hannes Stets

 

Thomas Weber

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111. Wenn Menschen gottlos werden,dann…

Dienstag, 8. Juni 2010 | Autor:

„Wenn Menschen gottlos werden, dann sind

…Regierungen ratlos,

…Lügen grenzenlos,

…Schulden zahllos,

…Besprechungen ergebnislos,

…dann ist Aufklärung hirnlos,

…sind Politiker charakterlos,

…Christen gebetslos,

…Kirchen kraftlos,

…Völker friedlos,

…Sitten zügellos,

…Mode schamlos,

…Verbrechen maßlos,

…Konferenzen endlos,

…Aussichten trostlos.“

Antoine de Saint-Exupèry. Franzöischer Dichter(1900-1944)

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110. Der nächste Finanz-Tsunami braut sich zusammen

Dienstag, 8. Juni 2010 | Autor:

8 Dezember, 2009 – 12:36 | Andre Hoek

 

F. William Engdahl Es ist gerade ein Jahr her, da löste der Bankrott der Wall-Street-Investmentbank »Lehman Brothers« eine weltweite Panik an den Finanzmärkten aus. Jetzt künden seismische Erschütterungen den Ausbruch des nächsten Finanz-Tsunamis an. Die Einlagensicherung in den USA verzeichnet ein Defizit, es häufen sich die Bankenzusammenbrüche, der Dollar steht auf einem 14-Jahres-Tief, die Krise auf dem US-Häusermarkt ist noch lange nicht vorbei, allerorten können Hypothekendarlehen nicht bedient werden – in solch einer Lage kann schon der geringste unerwartete Schock eine neue weltweite Krise auslösen.

Vielleicht stecken wir schon mittendrin. Die Nachricht, dass Dubai, die Geldwäsche-Oase am Persischen Golf, um Zahlungsaufschub für die 60 Milliarden Dollar Schulden von Dubai World bittet, hat weltweit die Börsen auf Talfahrt geschickt. Doch Dubai ist schwerlich die Ursache für den kommenden Schock. Weit realistischer ist eine neue Phase der Kernschmelze der von der Schuldenlast fast erdrückten Wirtschaft der Vereinigten Staaten. Denn hier setzt zusätzlich zum Zusammenbruch des Marktes für Wohnimmobilien eine Krise bei den Gewerbeimmobilien ein, die sich nach Aussage von Bankern bis mindestens 2013 hinziehen wird.
Bei Geschäftsimmobilien droht ein gewaltiger Crash Der amerikanische Immobilien-Milliardär Wilbur L. Ross jun. spricht davon, dass der US-Markt unmittelbar vor »einem gewaltigen Crash bei den Gewerbeimmobilien [steht]. Alle Komponenten der Immobilienbewertung weisen gleichzeitig in die falsche Richtung. Der Leerstand wächst, die Mieten sinken und der Kapitalisierungsfaktor – der Gewinn, den die Investoren verlangen, damit sie ein Anwesen kaufen – steigt.« Ross gehört zu den Experten, die der US-Regierung in dem Bemühen unterstützen, die Bilanzen der Banken von »faulen Wertpapieren«, d.h. wertlosen Anleihen, zu befreien. Er sollte daher bestens über die Lage der großen US-Banken informiert sein.

Beim Verkauf von gewerblich genutzten Gebäuden wird ein Einbruch auf den niedrigsten Stand in fast 20 Jahren erwartet, denn die Branche erlebt gegenwärtig den deutlichsten Rückgang seit der Sparkassenkrise zu Beginn der 1990er-Jahren, das zumindest meldet das Marktforschungsunternehmen für gewerbliche Immobilien, Real Capital Analytics. Die einschlägigen »Moody’s Commercial Property Price Indices« sind laut Moody’s Investors Service (so lautet der volle Name der Ratingagentur) seit Oktober 2007 bereits um 41 Prozent gesunken. Eine Talsohle ist noch nicht in Sicht. Sinkende Preise bei Gewerbeimmobilien bedeuten einbrechende Gewinne für Hedge-Fonds, Banken, Rentenfonds und andere, die auf dem Höhepunkt der Spekulationswelle, d.h. in der Zeit von 2005 bis 2007, Anteile an Einkaufszentren, Bürogebäuden, Wohnblocks und Warenhäusern gekauft hatten.

Bei Gewerbeimmobilien hat die nächste Runde im US-Finanz-Tsunami bereits begonnen – hier tickt eine 2,3 Billionen Dollar schwere Zeitbombe.
Die fällige Refinanzierung der damals aufgenommenen mehreren Hundert Milliarden Dollar an Gewerbeimmobilienkrediten wird erst Ende 2013 ihren Höhepunkt erreichen – das heißt, in den nächsten drei Jahren werden sich Bankrotte häufen; die Gewinne der Investoren, unter ihnen auch Großbanken, werden weiter fallen. Jüngst hat der Gewerbeimmobilien-Finanzierer Capmark Financial Group, der 2006 und 2007 Immobilienkredite in Höhe von über 60 Milliarden Dollar vergeben hatte, Gläubigerschutz beantragt.

Der Büro-Leerstand hat in den USA mit 17 Prozent im dritten Quartal einen Fünf-Jahres-Höchststand erreicht, bei Einkaufszentren wird der höchste Leerstand seit 1992 gemeldet. Die Lage wird dadurch noch weiter verschlimmert, dass sich die Banken, die die entsprechenden, meist sehr hohen Kredite für Gewerbeimmobilien vergeben haben, weigern, diese Verluste zuzugeben, weil sie vergeblich auf einen »Wirtschaftsaufschwung« hoffen, der die Gebäude wieder profitabel macht. Doch je mehr Zeit vergeht, desto klarer erweist sich dies als reines Wunschdenken. Die Banken, die noch immer unter den hohen Verlusten bei Eigenheimhypotheken leiden, sind einfach nicht in der Lage, auch noch die nächste Welle von Verlusten bei gewerblichen Immobilien aufzufangen.

Das bedeutet, dass Hunderte, wenn nicht gar Tausende mittelgroßer Banken womöglich geschlossen werden, zumal die US-Einlagensicherung Federal Deposit Insurance Corporation soeben ein Defizit angekündigt hat. Die amerikanische Bundesbehörde FDIC wurde während der Bankenpanik in der Zeit der Großen Depression eingerichtet, um die Einlagen bei Privatbanken zu garantieren. Wenn das Vertrauen in die Absicherung durch die FDIC schwindet, ist die Einrichtung einer einlegerbetriebenen staatlichen Bank nicht mehr ausgeschlossen. Nach Angaben der Federal Reserve verfügen Banken, denen Verluste bei Gewerbeimmobilien drohen, derzeit über einen Notfonds in Höhe von lediglich 38 US-Cents für jeden Dollar an faulen Krediten. Anfang 2007, vor Beginn der Subprime-Immobilienkrise, hielten die Banken noch 1,58 Dollar pro Dollar an faulen Krediten in Reserve.
Der Leerstand bei Büros in den USA ist heute höher als zur Zeit der Immobilienkrise in den 1990er-Jahren, und das mit zunehmender Tendenz.

Das Schlimmste steht uns noch bevor, doch schon heute ist der Leerstand bei Wohnungen, Einzelhandelsgeschäften und Lagern höher als während der Immobilienkrise zu Anfang der 1990er-Jahre. Insider schätzen, dass die Verluste bei gewerblichen Immobilien im nächsten Jahr bei etwa 45 Prozent liegen könnten. Die meisten amerikanischen Banken verlängern inzwischen die Darlehen bei Fälligkeit, auch wenn sie heute solche Kredite nicht mehr vergeben würden. In einigen Fällen ist der Wert des Gebäudes bereits unter die Höhe des Darlehens gefallen. Doch die Banken verfahren so, um keine Verluste melden zu müssen – wenn sich die Wirtschaft nicht sehr schnell kräftig erholt, ist das eine sehr kurzsichtige Praxis. Und eine Erholung ist unter den gegebenen Umständen nicht denkbar; der Gewerbeimmobiliensektor wird somit zur tickenden Zeitbombe.

Darlehen für gewerbliche Immobilien sind nach Hypotheken auf Eigenheime die zweitgrößte Kreditart. Der Gesamtumfang der Hypothekenschulden für Gewerbeimmobilien liegt in den USA heute bei 3,5 Billionen Dollar (2,3 Billionen Euro). Über die Hälfte davon halten Banken. Allein die Nullzinspolitik der Federal Reserve verhindert gegenwärtig eine dominoartige Welle von Bankenzusammenbrüchen.
Crash bei Gewerbeimmobilien würde die Banken lahmlegen Bei einer Anhörung des Kongresses erklärte James Helsel vom amerikanischen Maklerverband US National Association of Realtors: »Als nächstes wird der Markt für Gewerbeimmobilien einbrechen.« Alles deutet darauf hin, dass dieser Wirtschaftszweig eine ernste Schrumpfung durchmacht; in den nächsten Jahren könnte eine Abwärtsspirale der Preisdeflation einsetzen. Das Subprime-Debakel auf dem Häusermarkt hat überwiegend die größten amerikanischen Banken und Finanzinstitute betroffen.

Das Gros der Hypotheken auf gewerbliche Immobilien halten hingegen kleine bis mittlere Banken. Nach Schätzung der Deutschen Bank sind die vier größten US-Banken in ihren Bilanzen bis zu zwei Prozent bei gewerblichen Immobilien exponiert, die Banken auf Platz 30 bis 100 der Liste der größten Banken in den USA dagegen mit durchschnittlich zwölf Prozent. Diese Zahlen machen deutlich, dass bei einem massiven Einbruch auf dem Markt für gewerbliche Immobilien vor allem regionale und kommunale Banken lahmgelegt werden, im Vergleich zu den paar von dem Subprime-Wohnimmobilien-Desaster betroffenen Instituten, die als »zu groß, um bankrott zu gehen« galten.
Die ohnehin angeschlagene Wirtschaft des Landes wird dadurch weiter in den Abgrund gerissen. Von den Darlehen für Gewerbeimmobilien, die in den Boomjahren aufgenommen worden sind, sind 400 Milliarden Dollar Ende Dezember 2009 fällig oder müssen refinanziert werden, 2012 wird dieser Wert bei fast zwei Billionen Dollar liegen. Angesichts der dramatisch steigenden Arbeitslosigkeit, der Schrumpfung des real verfügbaren Einkommens und angesichts einer Sparrate der amerikanischen Verbraucher von fast sieben Prozent, wird ein großer Teil dieser Kredite nicht zurückgezahlt werden können.
Die Optionen Refinanzierung oder Verbriefung bietet sich in dem gegenwärtigen Wirtschaftsklima nicht an. Wie auf dem Häusermarkt wird ein Überangebot auch bei den gewerblichen Gebäuden die Preise nach unten treiben und einen Teufelskreis in Gang setzen. Wir befinden uns in der Anfangsphase der zweiten Welle des Finanz-Tsunamis.

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