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249. Geschichte des Atheismus: Ein Zeitalter der Umwälzungen

Sonntag, 27. Februar 2011 | Autor:

Geschichte des Atheismus: Ein Zeitalter der Umwälzungen
Unsere Geschichte des Atheismus verlässt die klassische Ära der Griechen und Römer und kommt in einer Welt an, die man das christliche Abendland nennt. Die christliche Kirche hält die Gesellschaft zusammen und obwohl verschiedene Strömungen aufkommen, vermitteln sie dem Volk den Glauben an Gott.

Das 18. Jahrhundert wird allgemein als eines der umwälzendsten und dynamischsten Perioden der Geschichte angesehen. Es war eine Zeit voller ungetrübtem Fortschrittsdenken. Revolution hing in der Luft. Zum ersten Mal, so dachte man, könne man es schaffen, die Fehler der Vergangenheit nicht mehr zu wiederholen. Vorne lag eine schöne neue Welt. Es gab unter den Revoluzzern wenig Zweifel darüber, was das Hindernis für den menschlichen Fortschritt war.

Die Kirche, die mit ihren Dogmen die Menschen unterdrückte hielt den Fortschritt auf. Noch dazu arbeitete sie mit den korrupten Monarchien zusammen, die das Volk verhungern ließen. Sie verlor immer mehr an Rückhalt in der Bevölkerung. Vor allem in Frankreich war das der Fall, wo sich der ganze Zorn in der berühmten Revolution entladen sollte. Die Kritik an der Macht der Kirche richtete sich schnell auch an den christlichen Glauben, auf dem die Kirche basierte. In Nordamerika wurden Kirche und Staat getrennt. Viele sehen darin den Grund, weshalb Amerika zum wichtigsten christlichen Land auf der Welt wurde. Denn wo keine korrupte Kirche zu kritisieren war, stellten sich auch atheistische Ideen als unfruchtbar heraus. Zunächst wollen wir jedoch nach Großbritannien schauen.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatten britische Intellektuelle die Nase voll von institutionalisierter Religion. Der englische Bürgerkrieg (1642-49) hatte zu einer Vorherrschaft von einem für England sehr untypischen religiösen Extremismus geführt, deren Moral den Meisten auf Dauer zu restriktiv war. Oliver Cromwell schwang sich an die Macht, ließ Weihnachten verbieten und sogar ‚plum pudding‘, eine kulinarische Besonderheit auf der Insel, die nicht gerade als ein Paradies für Feinschmecker angesehen wird.

Denker schrieben sich die Finger wund um eine derartige Diktatur in Zukunft zu verhindern. Seit dieser kurzen Zeit ohne König haben sich die Engländer geschworen, nie wieder die Monarchie aufzugeben. Als ein König sich offen römisch-katholisch zeigte wurde er vertrieben und durch den toleranten protestantischen William III, Prince of Orange ersetzt. Der Philosoph John Locke schrieb als Antwort auf diese turbulente Zeit in England seine Letters Concerning Toleration, in denen er für Glaubens- und Gewissensfreiheit eintrat. Es sollte nicht mehr eine bestimmte Religion bevorzugt werden, das hatte er aus der Zeit des Fanatismus und der Intoleranz gelernt. Die Kritik in England war zwar schon gegen gewisse Aspekte des christlichen Glaubens gerichtet, aber noch nicht offen atheistisch. Man machte sich lustig über die Kirche aber kritisierte nicht den christlichen Glauben an sich. Das war zu einem großen Teil auch die Folge der relativ großen politischen Freiheit, welche die Engländer seit ihrer Glorious Revolution (1688) genossen.

Das wichtigste Bollwerk gegen die Ausbreitung atheistischer Gedanken war allerdings der sogenannte Pietismus, der im 18. Jahrhundert vor allem in England enormen Einfluss hatte. Diese Bewegung hatte seinen Ursprung in Deutschland. In den lutherischen deutschen Gebieten waren Viele von den langweiligen theologischen Diskussionen der Scholastiker enttäuscht. Schriftsteller wie Philip Jacob Spener betonten die persönliche Komponente des Glaubens. Auf den britischen Inseln kamen diese Gedanken in den 1730ern massiv durch die Predigten und Lieder von John und Charles Wesley in Umlauf. Die Entscheidung des Individuums geriet in den Mittelpunkt. Die Kirche war nicht mehr notwendig für das Seelenheil. Das menschliche Herz wird das Tor zum Himmel. Die Kirche ist wichtig für Lehre und Unterweisung, aber sie verwaltet nicht mehr die Rettung der Seelen. Die Kirche von England war erbost über die Freiluftprediger, die ihren Einfluss schmälerten.

Der Pietismus machte es möglich, die Kirche als Institution zu kritisieren und gleichzeitig den christlichen Glauben zu leben. Er schuf die Verbindung zwischen Glaube und dem individuellen subjektiven Bewusstsein. Ein Glaube, der lebendig ist und den man erfährt ist schwierig zu kritisieren. Leute kritisieren selten etwas, was ihnen etwas bedeutet.
Anders entwickelten sich die Dinge in Frankreich. Während der Pietismus den protestantischen Christen half, den Kopf mit dem Herzen zu verbinden, sah es in diesem römisch-katholischen Land ganz anders aus. Pietismus oder etwas Ähnliches konnte dort keinen Fuß fassen. Ansätze wurden von den Jesuiten unterdrückt. Die Französische Revolution stieß die Vormacht der Kirche schließlich um. Radikale atheistische Ideen fanden im Frankreich des 18. Jahrhunderts den geeigneten Nährboden ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Die Folgen waren dramatisch und schufen ein goldenes Zeitalter für den Atheismus.

Autor: Conrad

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248. Relativismus

Sonntag, 27. Februar 2011 | Autor:

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Relativismus

Ein weitverbreitetes Ideal der heutigen Zeit ist der Relativismus. Es lohnt sich, näher zu untersuchen, was sich hinter diesem Begriff verbirgt. Grundsätzlich besagt der Relativismus, dass alle Wahrheit relativ ist. Absolut gültige Wahrheiten gibt es demnach nicht. Die Begründung dafür ist, dass jede logische Schlussfolgerung von bestimmten Denkvoraussetzungen ausgeht. Diese Voraussetzungen wiederum sind die Schlussfolgerungen aus anderen Denkvoraussetzungen und so fort. Eine Argumentation ist also nie frei von Unbewiesenem. Am folgenden Beispiel eines Heißluftballons wird das veranschaulicht. Die Denkvoraussetzungen dabei sind: „Warme Luft steigt nach oben.“ und „Im Ballon ist warme Luft.“. Ausgehend davon kann man logisch schlussfolgern: „Ein Ballon voll warmer Luft wird nach oben steigen.“ Diese Schlussfolgerung ist aber nur zutreffend, wenn auch die beiden Voraussetzungen zutreffend waren. Der nächste Schritt ist also, auch die Voraussetzungen zu beweisen: Die erste Voraussetzung „Warme Luft steigt nach oben.“ ist nur dann richtig, wenn man von folgenden Denkvoraussetzungen ausgeht: „Warme Luft ist leichter als kalte Luft.“ und „Das Gravitationsgesetz gilt immer und überall.“ Auch diese beiden Voraussetzungen müssten wiederum bewiesen werden. Dazu muss man allerdings wieder auf andere Denkvoraussetzungen zurückgreifen. Um das Gravitationsgesetz zu beweisen, muss man von folgenden Denkvoraussetzungen ausgehen: „Die Ergebnisse eines Gravitationsversuches gelten nicht nur am Ort der Versuchsdurchführung, sondern überall.“ und „Eine Beobachtung, die in der Vergangenheit gemacht wurde, wird sich in der Zukunft wiederholen.“ So kann man das logische Schlussfolgern immer weiter betreiben. Dieses Schlussfolgern hat kein Ende. Zu einem letztlich schlüssigen Beweis kommt man nie. Denn jede Denkvoraussetzung müsste wieder neu bewiesen werden.

Wenn man also den Anspruch hätte, nur solche Entscheidungen zu treffen, deren Richtigkeit bewiesen ist, dann könnte man überhaupt nicht mehr handeln. Da dann aber das komplette Leben auf der Erde still stehen würde, ist man gezwungen, von einer ersten Voraussetzung auszugehen, die nicht weiter bewiesen wird. Beispielsweise davon, dass das Gravitationsgesetz ein immerwährendes Naturgesetz ist. Weil dies aber letztendlich nicht beweisbar ist, sollte diese, wie auch jede andere Wahrheit als relativ bezeichnet werden. Der Relativismus gibt uns eine realistische Sichtweise davon, wie leistungsfähig der menschliche Verstand ist. Der Verstand kann demnach nichts letztlich beweisen. Das heißt, jeder muss glauben. Trotzdem ist der Verstand ein wichtiges Werkzeug, weil er die logischen Verbindungsfäden zieht zwischen den geglaubten Annahmen und den Folgen, die sich aus diesen Annahmen ergeben.

Der Relativismus macht keine Aussage darüber, was man glauben soll, sondern nur wie man glauben soll. Das heißt, er sagt nichts Inhaltliches, beispielsweise ob Gott existiert oder nicht. Sondern nur, dass logische Begründungen, egal ob sie für oder gegen die Existenz Gottes sprechen, nur relativ, aber nicht absolut richtig sind.

Bei der Betrachtung des Relativismus muss man sehr genau vorgehen, weil Details leicht übersehen werden. Manche Relativisten sagen nämlich, dass Wahrheit relativ ist, wohingegen man genaugenommen nur sagen kann: „Wahrheit ist mittels des Verstands nur relativ beweisbar.“ Ob die Wahrheit aber letztlich relativ oder absolut ist, kann man nicht zeigen. Vielleicht ist die Wahrheit absolut, aber sie ist zumindest nicht mit dem Verstand als absolut beweisbar.

Welchen Unterschied macht es für das reale Leben überhaupt, ob etwas nicht absolut, sondern nur relativ beweisbar ist? Hat die ganze Überlegung überhaupt einen realen Wert oder ist sie nur ein bedeutungsloses Gedankenspiel?
Im Hier und Jetzt macht der Relativismus keinen greifbaren Unterschied. Sein Nutzen liegt nur im Hinblick auf die Zukunft. Er sagt nämlich: „Egal, welche Ansichten man vertritt, sie sollten immer vorläufig sein.“. Das bewahrt einen davor, kritik- und korrekturunfähig auf schädlichen Ansichten zu verharren. Diese Erkenntnis hilft einem, im Denken beweglich zu bleiben und das Ohr vor sachlichen Argumenten nicht zu verschließen. Sollte man einen schädlichen Weg eingeschlagen haben, dann sorgt die Vorläufigkeit der Denkposition dafür, dass man noch umkehren kann, um einen anderen Weg einzuschlagen.

Die Notwendigkeit von Absolutem

Was das reale Leben im Hier und Jetzt angeht, hat der Relativismus keine Bedeutung. Es ist für ein normales Leben sogar notwendig, bestimmte Sachen als absolut anzusehen. Sobald man eine Entscheidung trifft und ausführt, hat sich die Gedankenwelt unwiderruflich in eine Tatsache verwandelt. Und zwar hat sie sich derart verwandelt, das man vernünftigerweise von einer absoluten Tatsache sprechen sollte. Eine absolute Tatsache meint hier, dass sich alles andere an dieser Tatsache orientieren muss. Sie steht fest. Am folgenden Beispiel wird das deutlich: Es gibt Menschen, die aus einer bestimmten Denkposition zu dem Entschluss kamen, eine hohe Steinmauer zu bauen, beispielsweise wie in Berlin, Belfast, der Westbank oder quer durch China. Die inhaltliche Begründung für diese Entscheidung kann dabei unterschiedlich sein. Beispiele für Begründungen sind: „Schutz vor Terroristen, verfeindeten Nachbarsvölkern, wilden Tieren oder Naturkatastrophen; Sicherstellung von Herrschaftsansprüchen, von ethnischer, ideologischer oder wirtschaftlicher Trennung.“. Sobald der Entschluss ausgeführt wird und die Mauer aufgebaut wird, tut der vernünftige Mensch gut daran, die Mauer als absolute Tatsache zu akzeptieren. Alles andere wäre schädlich. Denn wenn er sie nur als relativ real verstehen würde, könnte er auf die schmerzvolle Idee kommen, durch die Mauer hindurchlaufen zu können. In diesem Sinne sollte man manche Tatsachen als absolut ansehen. Natürlich ist die Mauer insofern relativ, dass es durchaus möglich ist, sie in Zukunft wieder abzureißen. Aber eben nur in der Zukunft. Man sieht auch hier, dass der Relativismus nur im Hinblick auf die Zukunft seinen Wert hat, nicht aber im Hier und Jetzt. Er hat keinen Wert, was den Umgang mit der jetzigen Realität um uns herum betrifft.
Es ist irrelevant, ob der Entschluss zum Bau der Mauer aus einer relativen oder aus einer absoluten Denkposition hervor kommt, denn sobald er ausgeführt wird, ist er absolut. Und sobald der Entschluss, die Mauer wieder einzureißen, ausgeführt wird, sollte man die Mauer auch im absoluten Sinne als nicht mehr existent ansehen. Denn sonst würde man sich unnötigerweise einschränken. Man würde innerhalb der früheren Mauerbegrenzung bleiben, obwohl man mittlerweile wieder mehr Freiheit hat. Die zu Grunde liegende Denkposition sollte aber offen für Kritik bleiben, denn sonst hätte man nach dem Bau der Mauer keine Möglichkeit mehr, umzudenken und die Mauer wieder einzureißen.

Die Realität im Hier und Jetzt lässt nicht mit sich diskutieren. Sie ist absolut. Es interessiert die Realität nicht, ob man glaubt, man sei nur relativ durch die Führerscheinprüfung gefallen. Denn man hat dann absolut keinen legalen Führerschein. Es interessiert die Realität nicht, ob man glaubt, dass der Partner nur im relativen Sinne weggelaufen sei. Denn er ist im Moment absolut weg. Es interessiert die Realität nicht, ob man glaubt, dass der Kühlschrank nur relativ leer sei, wenn er im Moment absolut leer ist. Das führt zu definitiv vorhandenem Hunger, unabhängig davon, ob man Nahrungsaufnahme nur als relativ wichtig ansieht. Es interessiert die Realität nicht, ob man glaubt, ein Automobil würde nur relativ 12000 Euro kosten. Denn nach dem Kauf befinden sich auf dem Bankkonto absolut 12000 Euro weniger, wenn alles mit rechten Dingen vor sich geht. Es interessiert die Realität nicht, ob man AIDS-Viren nur als relativ existent ansieht. Denn sie werden definitiv das Immunsystem schädigen. Es interessiert die Realität nicht, ob man die Steindecke eines einstürzenden Hochhauses nur als relativ schwer ansieht. Oder ob man die Steine nur als relativ existent betrachtet. Denn sie werden einen absolut erschlagen, wenn sie genügend Masse haben. Die Realität im Hier und Jetzt ist völlig intolerant.

Was das Hier und Jetzt angeht, spielt der Inhalt einer Denkposition eine Rolle, nicht aber, ob dieser Inhalt in relativer oder absoluter Weise vertreten wird. Das heißt, es spielt eine Rolle, ob man eine Steinmauer bauen will oder nicht. Es spielt keine Rolle, ob dieser Entschluss aus einem relativen oder absoluten Denksystem entsprungen ist. Der Relativismus macht keine Aussage, ob Umweltschutz, Atheismus oder Kapitalismus gut oder schlecht sind. Genauso wenig, ob die Verwendung menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken, Globalisierung, Terrorismus, Krieg oder Diplomatie, Auto- oder Fahrradfahren, Familien- oder Singledasein, Scheidung, Pornografie, Prostitution, Pflichtbewusstsein, Disziplin, Fleiß, Hilfsbereitschaft, Abtreibung, Feminismus, Homosexualität, Entwicklung künstlicher Intelligenz, Sterbehilfe, Entwicklung von Massenvernichtungswaffen, Erlebnisorientierung, exzessive Partys, Alkoholismus, Fernsehkonsum, Süßigkeitenverzehr, Spiritualität, Religiosität, Gottglaube, Geisterglaube, Demokratie, ein heliozentrisches Weltbild, die inhaltlichen Aussagen von Mohammed, Buddha oder des Dalai Lama, Kommunismus und Gentechnik etwas Gutes oder etwas Schlechtes sind. Die einzige relevante Aussage des Relativismus ist: „Wenn du einen dieser Inhalte als gut verteidigst oder wegen Schädlichkeit bekämpfst, dann bleibe offen für Kritik.“.

Es wird versucht, mittels Rhetorik die Begriffe „relativ“ und „absolut“ zu missbrauchen. Indem bestimmte Ansichten und Personen als absolut gebrandmarkt werden, stellt man sie als gefährlich dar. Die Analyse der Begriffe zeigt, dass eine solche Vorgehensweise letztlich ein Unterstellen von Böswilligkeit, die in Form von Kritikunfähigkeit auftritt, ist.

Autor: Daniel

Alles klar?

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247. Wann ist ein Christ ein Christ?

Sonntag, 27. Februar 2011 | Autor:

Gemälde Anbetung Hannes Stets

 

Wann ist ein Christ ein Christ?
Ulrich Fritschle

Herbert Grönemeyer singt: Wann ist ein Mann ein Mann?
Doch auf diese Frage kommt es im Leben wirklich nicht an!
Eine Frage wird nie gestellt, die viel wichtiger ist.
Es ist die Frage: „Wann ist ein Christ ein Christ“

Du behauptest lautstark „Du bist ein Christ“.
Doch sagst du nie, worauf dein „Christsein“ denn begründet ist.
Sei nicht naiv und glaube nicht du bist ein Christ
nur weil du in einer „christlichen“ Familie geboren bist.

Oder denkst du deine Babytaufe hat dich zum Christ gemacht?
Dann hast du darüber noch niemals gründlich nachgedacht.
Auch die Sakramente deiner Kirche sollten dich nicht in falsche Sicherheit betten.
Denn auch diese werden dich nicht vor der ewigen Verdammnis retten.

Oder bist du sicher: du bist ein Christ
weil du in genau der richtigen Kirche Mitglied bist?
Vielleicht bist du sicher Christ zu sein weil du dir vor Augen malst,
dass du ja dein Leben lang treu die Kirchensteuer zahlst?

Vielleicht meinst du, du hast auf den Himmel gar ein Recht,
denn schließlich bist du als Mensch doch gar nicht mal so schlecht.
Und so bist du dir auch ganz sicher: „du bist ein Christ“
weil man niemals bei dir deine „guten Werke“ vermisst.

Nennst du dich Christ, weil du regelmäßig zur Kirche gehst
obwohl die Bibel dich nicht interessiert und du sowieso nichts verstehst?
Nennst du dich Christ weil du glaubst an eine höhere Macht?
Täusch dich nicht, so hat schon mancher gedacht.

Dir scheint die christliche „Religion“ vielleicht angenehm
und gegenüber anderen Religionen auch recht bequem.
Und da du glaubst, dass Gott in allen Religionen zu finden ist
bist du vielleicht genau deshalb ein Christ?

Ein bisschen Esoterik, New Age, Buddhismus, so etwas von Allem?
Hat dein „Christsein“ vielleicht gar daran sein Gefallen?
Oder denkst du wenn du dich Christ nennst und tust so „als ob“
kommst du nach dem Tod ganz sicher in den Himmel, – Gott lob?

Möglicherweise flüstert dir jemand dein „Christsein“ auch nur ins Ohr?
„Du arbeitest ja mit, und singst dazu auch noch im Kirchenchor“.
Du liebst deine Kirche oder deine Ortsgemeinde
und hast als „Christ“ natürlich keinerlei Feinde?
Und du bist dir sicher: weil es auch genau so ist
kannst du von dir behaupten: Du bist ein Christ.

Aber du lehnst es ab wenn andere mit der Bibel argumentieren.
Glaube mir, das kann ich wirklich nicht kapieren.
Wo doch die Bibel Grundlage für das Leben des Christen ist.
Diese „Grundlage“ lehnst du ab und nennst dich trotzdem Christ?

Auch lehnst Du ab Jesus Christus als das größte Geschenk
und behauptest: Größer ist es wenn ich an mich selber denk!
Wenn du darüber nachdenkst, – wird dir da nicht schlecht?
Dann noch zu behaupten Christ zu sein, woher nimmst du dir das Recht?

Wenn Christus für dich nicht der Größte ist
wieso benutzt du seinen Namen und nennst dich Christ?
Obwohl Jungfrauengeburt und Auferstehung für dich nur Legende ist
bist du so dreist zu behaupten du bist Christ.

Mein Freund ich muss dir da mal etwas sagen:
Du bist einer der vielen „Namenschristen“ aus unseren Tagen.
Ein billiger „Lippenbekenner“, – weil das ja so einfach ist,
aber niemals im Sinne der Bibel ein echter Christ. (1)

Ich sage es dir hier ganz ehrlich:
der Zustand in dem du lebst ist gefährlich!
Die Bibel sagt: jeder Mensch ist ein Sünder, durch und durch schlecht.
Das ist keiner der gut ist, keiner ist gerecht. (2)

Das willst du nicht glauben, das ist mir klar. (3)
Und genau darum bist du in großer Gefahr.
Die Bibel weiß, dass der Mensch sich selbst täuschen kann,
darum mahnt sie auch die Prüfung des eigenen Glaubens an. (4)

Am Ende stellst du fest: du hast dich dein Leben lang Christ „genannt“
und wenn du vor Jesus steht muss er dir sagen: „ich habe dich nie gekannt“ (5)
denn du hast nach deinen eigenen Zielen und Willen gelebt,
den Willen Gottes zu tun, danach hast du aber nie gestrebt. (6)

Hast du nun erkannt, dass du noch immer ein verlorener Sünder bist
und niemals im Sinne der Bibel ein geretteter Christ?
Ein Sünder, der unter dem Zorne Gottes steht, (7)
der am Tag des Gerichtes in die ewige Verdammnis geht? (8)

Das ist es aber nicht, was Gott dein Schöpfer will
denn dazu liebt er seine Schöpfung viel zu viel. (9)
Er will, dass der Mensch die Wahrheit über seinen Zustand erkennt
und nicht ohne Sündenerkenntnis und Vergebung ins Verderben rennt.

Du feierst Weihnachten und Ostern doch denkst du nie daran,
dass Jesus Christus zur Vergebung deiner Sünden auf diese Erde kam.
Du musst begreifen, dass du ein verlorener Sünder bist
und Rettung erlangen kannst nur durch den Glauben an Jesus Christ. (10)

Wikipedia Petersdom Wolfgang Stuck.

 

Weder Maria der Papst oder deine Kirche kann dich vor der Verdammnis retten
Du musst dich im Glauben in das Heil Jesu Christi betten.
Nach Busse und Umkehr von deinem alten Leben
danach solltest du vor allem Anderen streben.

Jesus Christus deine Schuld und Sünde bekennen.
Ihn um Vergebung bitten und ihn HERR über dein Leben nennen.
Mit dem Herzen an Jesus glauben um gerecht zu werden,
das ist, was wirklich zählt hier auf Erden.

Und dann mit deinem Munde Jesus Christus als deinen Retter bekennen,
erst dann hast du das Recht, dich Christ zu nennen. (11)
Damit sind alle deine „Sündenketten“ zerissen
und du darfst mit absoluter Sicherheit wissen,
dass du vor der ewigen Verdammnis gerettet bist, (12)
denn erst jetzt bist du im Sinne der Bibel ein „echter“ Christ.

Durch den Glauben hat Gott dich von neuem geboren, (13)
du hast nun ewiges Leben und gehst nicht mehr verloren.
Du musst wissen, – im Sinne des Evangeliums ist nur der ein echter Christ,
der durch Glaube, Busse und Vergebung von Gott wiedergeboren ist.
Es gibt nur diese eine Wahrheit nach der musst du streben:
Jesus Christus sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh 14, 6)

Noch einmal, damit du es nicht vergisst:

…….nichts von alledem macht dich zu einem Christ!

Du meinst nun ich bilde mir ein, ich sei etwas Besseres als du.
Nein, nein, so ist das nicht, hör gut zu:

Ich bin ein Sünder, wie jeder andere Mensch auf dieser Welt,
aber ich habe durch Jesus Christus Vergebung erlangt, das nur zählt!
Weil ER mein persönlicher HERR und RETTER ist,
darum nenne ich mich auf Grundlage der biblischen Wahrheit „Christ“

(1) 2. Tim 3,5 dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab!

(2) Römer 3, 10-12 wie geschrieben steht: »Es ist keiner gerecht, auch nicht einer, 11 es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. 12 Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer.

(3) Joh 3, 18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat.

(4) 2.Kor 13, 5 5 Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid; stellt euch selbst auf die Probe! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, daß Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, daß ihr unecht wärt!

(5) Mt 7, 23 Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!

(6) Mt 7, 21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut

(7) Kol 3, 6 um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des
Ungehorsams;

(8) Mt 10, 28 Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle!

(9) 1.Tim 2, 4 welcher will, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

(10) Joh 14, 6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!

(11) Röm 10,9 Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.

(12) 1.Jo 5, 13 Dies habe ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, und damit ihr [auch weiterhin] an den Namen des Sohnes Gottes glaubt

(13) Joh3,3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

Wir stellen heute zunehmend fest, dass Menschen von sich behaupten sie seien Christen und die dennoch die schlichten Wahrheiten der Bibel leugnen, ja diese Wahrheiten und jene, welche sie vertreten sogar angreifen. Von Francis Schaeffer stammt der Ausspruch: „Das Wort >Christ< hat seine eigentliche Bedeutung praktisch verloren……Weil das Wort als Zeichen nur noch wenig bedeutet, kann es heute alles oder nichts bedeuten“.

Im Sprachgebrauch unserer Zeit kann das Wort für jede Person stehen, die in irgendeiner Weise Jesus Christus eine Bedeutung beimisst. Dieses zeigt auch das folgende Beispiel der „Unitarischen Geistlichen“ Marylin Sewell, welche den bekannten Atheisten Hitchens interviewte.

KeepBelieving.com (1.2.10) Auszüge: Neulich, während einer Reise nach Portland, Oregon, stellte der bekannte Atheist Christopher Hitchens eine wirklich gute Theologie auf.

Die meisten Leute kennen Hitchens als Autor des Bestsellers, Gott ist nicht groß: Warum Religion alles vergiftet. Seit der Veröffentlichung des Buchs 2007 ist Hitchens im Land herum gereist und hat mit einer Reihe von Religionsführern debattiert, einschließlich einiger wohlbekannter evangelikaler Denker.

In Portland wurde er von der Unitarischen Geistlichen Marilyn Sewell interviewt. Der folgende Schlagabtausch fand kurz vor Anfang des Interviews statt.
Sewell: Die Religion, die sie in ihrem Buch zitieren, ist im Allgemeinen der fundamentalistische Glaube in seinen verschiedenen Formen. Ich bin ein liberaler Christ und ich glaube nicht wörtlich an die Geschichten der Schrift. Ich glaube nicht an die Lehre des Sühnopfers Christi (zum Beispiel, dass Jesus für unsere Sünden starb). Machen sie irgendeinen Unterschied zwischen fundamentalistischem Glauben und liberaler Religion?

Hitchens:

Ich würde sagen, wenn sie nicht glauben, dass Jesus von Nazareth der Christus und Messias war und dass er von den Toten auferstand und dass durch sein Opfer unsere Sünden vergeben sind, sind sie in keiner sinnvollen Weise ein Christ.

Sewell wollte diese Diskussion nicht führen, somit waren ihre nächsten Worte, „Lassen sie uns woandershin gehen“. Dieses kleine Schnipsel zeigt einen wichtigen Punkt des religiösen „Gott-Geredes“. Man kann sich als alles Mögliche bezeichnen, aber wenn man nicht glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, der am Kreuz für unsere Sünden starb und dann von den Toten auferstand, dann ist man „in keiner sinnvollen Weise ein Christ“. Das trifft den Nagel auf den Kopf. In einer der köstlichen Ironien unserer Zeit, erfasst ein offener Atheist unserer Zeit die zentrale Lehre des Christentums besser als viele [Namens] Christen. Was sie über Christus glauben macht wirklich einen Unterschied.

Das Grab ist leer. Jesus ist auferstanden.

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245. Gibt es Gott?

Mittwoch, 16. Februar 2011 | Autor:

Gründliches Nachdenken führt zum Glauben an den Schöpfergott. Das prophetische Wort und die Tatsache, dass es Persönlichkeit, Werte und Gewissen gibt, belegen die Wahrheit der Bibel.

BRUNO SCHWENGELER
Kann man beweisen, dass es Gott nicht gibt? Nein, das kann man nicht! Der Philosoph Bertrand Russel schrieb in seinem Buch «What I believe», er gebe nicht vor, beweisen zu können, dass es keinen Gott gibt. Dennoch war er Atheist.

Und Nietzsche sagte Folgendes:

«Wenn man uns diesen Gott der Christen beweisen würde, könnten wir noch weniger an ihn glauben.» Der Biochemiker Ernest Kahane bekannte in einem Vortrag im Kernforschungszentrum CERN: «Es ist absurd und absolut unsinnig zu glauben, dass eine lebende Zelle von selbst entsteht, aber dennoch glaube ich es, denn ich kann es mir nicht anders vorstellen.» Solche Aussagen berühmter und bekennender Atheisten zeigen: Der Atheismus ist eine Sicht, die auf blindem Glauben beruht.

Platon hatte wohl recht mit seiner Definition: «Der Atheismus ist eher eine Krankheit der Seele als ein Irrtum des Geistes.» Nietzsche fand das Leben ohne Gott unerträglich und wurde schließlich wahnsinnig. Der englische Schriftsteller Gilbert Keith Chesterton meinte mit grosser Weisheit: «Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, glauben sie nicht an gar nichts, sie glauben an alles.»

Weil es schwierig ist, den Atheismus zu verteidigen, nehmen viele unreligiöse Menschen eine agnostische Haltung ein: Man könne nicht wissen, ob Gott existiert oder nicht. Demzufolge postulieren heute viele Menschen, es gebe keine Wahrheit, nur noch Wahrheiten, die für den jeweils Einzelnen bedeutsam sind. Häufig hört man den Satz: «Was die Bibel sagt, mag für dich wahr sein, für mich aber nicht.» Man geht davon aus, dass das Evangelium für einige wahr sein könnte, für andere aber nicht.

Russel: «Kann nicht
beweisen, dass es
keinen Gott gibt.»

Platon: «Atheismus
ist eine Krankheit
der Seele.»

Chesterton: «Wer
aufhört, an Gott zu
glauben, glaubt
nicht an gar nichts,
sondern an alles.»

Die Wahrheit ist nur relativ, nicht absolut und nicht allgemein gültig. Was bedeutet das letztlich? Nun, wenn Wahrheit relativ ist, dann ist niemand jemals auf dem falschen Weg. Viele Menschen hassen die Vorstellung, dass es irgendetwas geben könnte, das in irgendeinem Sinn wertend oder richtend über ihnen steht. Nicht ihr Verstand hindert sie, an den Gott der Bibel zu glauben, sondern die Angst, sich diesem Gott unterordnen zu müssen. Man will die Wahrheit gar nicht wissen, aus Angst, dass die Antwort unbequem sein könnte. Aber: Kann es sein, dass die Wahrheit relativ ist, es Wahrheit also überhaupt nicht gibt? Kann der Mensch im Supermarkt der Meinungen und Religionen überhaupt erkennen, was Wahrheit ist? Ich behaupte: Ja, das kann er. Trotz einer Fülle von Religionen ist der Mensch in der Lage, die Wahrheit zu erkennen. Die Bibel sagt in Johannes 1,9: «Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet. » Schon vor mehr als 3000 Jahren hing Nofretete mit ihrem Gatten Echnaton religiösen Betrachtungen nach. Schliesslich setzte der junge Pharao gegen den Widerstand einer mächtigen Priesterschaft durch, dass nur noch ein einziger Gott verehrt werden durfte. Die zahlreichen Götter wurden abgeschafft. Echnaton lebte zurückgezogen und verfasste voller Hingabe Hymnen an den einzigen Gott, den er als Schöpfer und Erhalter des Lebens besang: «Es gibt niemanden sonst, der dich kennt. Erlöse deinen Sohn Echnaton.» Wie kam ein ägyptischer König vor rund 3500 Jahren dazu, solch ein Gebet zu formulieren?

Von den Athenern, im 6. Jahrhundert vor Christus, wissen wir, dass sie «Dem unbekannten Gott» einen Altar widmeten. Der Apostel Paulus ist Jahrhunderte später diesem Altar begegnet und hat die Verkündigung des Evangeliums damit verknüpft.

Wir sind heimatlos, weil wir das Land unserer Herkunft und Bestimmung verloren haben.

Auch bei den Inkas finden wir den Glauben an den einen Schöpfergott. Die Inkas beteten ursprünglich die Sonne – Inti – an. Eines Tages bemerkte der König Pachacuti, dass die Sonnenstrahlen durch jede vorbeiziehende Wolke abgeschwächt wurden. Und er sagte sich: Wenn Inti wahrer Gott wäre, könnte kein anderes Ding sein Licht verdunkeln. Plötzlich wurde Pachacuti überwältigt von der Erkenntnis, dass er nur einen Gegenstand als Schöpfer angebetet hatte. Mutig griff er die unausweichliche Frage auf: Wenn Inti nicht der wahre Gott ist, wer ist es dann? Es können hier viele ähnliche Beispiele von Naturvölkern, etwa die Karen in Burma oder das Volk der Santal in Indien, genannt werden. Wahrscheinlich enthalten 90 oder mehr Prozent der Urreligionen auf diesem Planeten die klare Erkenntnis von der Existenz eines allerhöchsten Gottes. Tatsache ist: Der Glaube an Gott ist kein Sprung ins Ungewisse. Dies im Gegensatz zum Atheismus. In der Bibel, im Buch Prediger (Kap. 3,11), finden wir eine plausible Erklärung. Da steht, dass Gott dem Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt hat. Deshalb fragt der Mensch nach Gott, deshalb ist er ruhelos. Es gibt einen Raum des Glücks, den wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln nicht öffnen können. C. S. Lewis spricht von einem «Verlangen nach unserem eigenen weit entfernten Land, das wir nie bereist haben, von dem Duft der Blume, die wir nicht gefunden haben, von dem Klang der Melodie, die wir nicht gehört haben». Wir sind heimatlos, weil wir das Land unserer Herkunft und Bestimmung verloren haben. «Unruh. Wenn der Schöpfer Himmels und der Erde das Vakuum unseres Herzens nicht füllen kann, dann tut es Zeichen für den Geisteszustand unserer aufgeklärten Welt. Man bildete sich ein, Gott überholt zig ist unser Herz, bis dass es Ruhe findet in Gott», betete Augustinus. Der Mensch ist unheilbar religiösu haben. der Aberglaube. Dass heute Kartenleger und Astrologen so gut im Geschäft sind, ist ein schlechtes Jesus hat man zu einem guten, aber schwachen Menschen degradiert. Der Himmel ist entzaubert, die Erde voller Probleme. Menschen betreten den Mond und greifen nach den Sternen. Aber sie glauben an eine schwarze Katze! Wenn die Welt ihre Ursache nur dem Zufall verdankt, weshalb stossen wir dann allenthalben auf den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung? Ebenso wenig rational ist die Annahme, dass eine Welt, die auf Ursache und Wirkung basiert, selbst keine Ursache hat. Gründliches Nachdenken führt zurück zum Glauben an den Schöpfer. Von Isaac Newton, wohl dem grössten Physiker aller Zeiten, ist die Aussage überliefert: «Wer oberflächlich Physik betreibt, der kann an Gott glauben. Wer sie bis zu Ende denkt, der muss an Gott glauben.»

Überall in der Natur entdeckt man Beweise für einen Plan. Das Radar der Fledermaus, das Navigationssystem einer Schwalbe oder die vollkommene Harmonie physikalischer Gesetze. Überall finden sich Belege für einen grossartigen Schöpfer. Die Natur bezeugt den Schöpfer. Albert Einstein sagte: «Meine Religiosität besteht in der demütigen Bewunderung des unendlich überlegenen Geistes, der sich in dem Wenigen offenbart, das wir mit unserer schwachen und hinfälligen Vernunft vor der Wirklichkeit zu erkennen vermögen.» Alles spricht dafür, dass die Welt entworfen wurde, damit die Menschen in ihr leben können. Es gibt einen Schöpfergott, der seine Zeugen selbst erschaffen hat. «Der Himmel verkündigt die
Herrlichkeit Gottes und das Firmament bezeugt seine wunderbaren Werke», lesen wir in Psalm 19,2. In diesem Vers steckt ebenso viel Wahrheit wie in dem Spruch: «Die Narren sprechen in ihrem Herzen: ‹Es gibt keinen Gott›» (Psalm 14,1). Manche Wissenschaftler versuchen das Leben auf das zu reduzieren, was messbar ist. Menschen sind für sie lediglich Protoplasma-Klümpchen. Aber sie und ich – wir sind mehr als Materie. Die Existenz von Persönlichkeit ist eine Tatsache. Doch wie kann ich das sein, wenn es keinen Gott gibt? Fliesst ein Fluss höher als die Quelle? Natürlich nicht! Wie also soll menschliche Persönlichkeit aus anorganischer Materie entstehen? Die Tatsache, dass es Persönlichkeit gibt, ist ein weiterer beeindruckender Hinweis auf Gott, der uns nach seinem Bild erschaffen hat. Das Gleiche gilt für das Vorhandensein von Werten. Wir alle haben Wertvorstellungen, doch wie sind sie zu erklären, wenn es keinen Gott gibt? Materie bringt keine Moral hervor. Auch der Frage nach der Wahrheit haben die Menschen immer grosse Bedeutung beigemessen. Doch warum sollten sie das tun, wenn es keine höchste Realität gibt? Wahrheit zählt, weil sie ein Wesensmerkmal Gottes, der höchsten Realität, ist. Wir verehren Schönheit, doch sie ist bedeutungslos, wenn auch sie nur aus dem Chaos hervorging. Auch Schönheit und Güte sind Wesensmerkmale Gottes, und jede gute Tat und jeder schöne Augenblick vermitteln uns eine Ahnung von der guten und schönen Quelle, aus der sie hervorgingen. Auch die Tatsache, dass der Mensch ein Gewissen hat, ist ein überzeugender Beweis für die Existenz Gottes. Natürlich ist das Gewissen nicht die konkrete und unmittelbare Stimme Gottes, es ist vielmehr durch alle möglichen Dinge verzerrt: durch unsere Prägung, unsere Vernunft, unsere Neigung zum Ungehorsam. Trotz aller Verschiedenheit der menschlichen Kulturen gibt es eine bemerkenswerte Übereinstimmung bei den grundlegenden Werten, auf die uns das Gewissen verweist: die Verurteilung von Mord oder Diebstahl, Ehebruch, ungezügelte Begierde, Entführung und Folter. C. S. Lewis fasste dies folgendermassen zusammen: «Wenn nicht ein bestimmtes Repertoire moralischer Vorstellungen besser wäre als ein anderes, gäbe es keinen Grund, die bürgerliche Moral der Nazi-Moral vorzuziehen. In dem Augenblick, in dem man behauptet, dass eine moralische Haltung besser sei als eine andere, werden beide an einem absoluten Massstab gemessen. » Moral, Gewissen, der Unterschied zwischen Recht und Unrecht sind unübersehbare Hinweise auf einen Gott, der ein Interesse am Richtigen und Guten und Wahren hat. Er ist keine blinde Macht, kein sonderbarer Konstrukteur, sondern ein persönlicher Gott, der uns in seinem Bilde geschaffen hat. Im Brief an die Römer (1,20–22) schreibt Paulus die bedeutungsschweren Worte: «Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, so dass sie keine Entschuldigung haben. Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden. » Die Bibel ist nicht ein Buch wie jedes andere, sondern Gottes Wort. Das stärkste Argument für den übernatürlichen Charakter der Information der Bibel ist jedoch die Prophetie. Nach dem Verständnis der Mathematik kann die Zukunft prinzipiell nicht vorausgesagt werden. Und doch gibt es in der Bibel hunderte Voraussagen, die geschichtlich überprüfbar sind. Sie beziehen sich auf Städte, Weltreiche, Herrscher, vor allem aber auf die Geschichte Israels. Tausende Jahre zuvor wurde die Staatsgründung Israels vorhergesagt. Mathematiker haben berechnet, dass bereits die Eintrittswahrscheinlichkeit für acht erfüllte Prophezeiungen bei 1 : 10 hoch 17 liegt. Bei den Hunderten von eingetroffenen Prophezeiungen wäre die Eintrittswahrscheinlichkeit 1 gegen 10 hoch Zigtrilliarden. Die Prophetie ist das wissenschaftlich überzeugendste Argument dafür, dass die Informationen der Bibel nicht von Menschen stammen können.
Die Wahrheit, Jesus Christus, macht frei von Gebundenheiten. Er macht frei, zu vergeben, zu lieben, selbst da, wo nichts Liebenswertes ist. Durch die Jahrhunderte hindurch haben das Menschen in aller Welt erfahren. Ist diese verändernde Kraft nicht Beweis genug?
Heute erleben wir, dass der Atheismus selbst zu einer fanatischen Religion geworden ist, die Andersdenkenden die Meinungsfreiheit nehmen will. Auch Atheisten glauben etwas ganz fest, nämlich, dass es den Gott der Bibel nicht gibt. Sie beanspruchen für sich eine absolute Wahrheit, die es nach ihrer Sicht nicht gibt! Das ist intellektuell unredlich.
Interessant ist, dass die meisten Verfechter dieser Bewegung in Zeiten grosser Not oder vor ihrem Tod den anrufen, den es ihrer Meinung nach gar nicht gibt. Lenin bat am Ende seines Lebens Gott und die Welt um Vergebung seiner Schuld. Engels kehrte im hohen Alter zu Gott zurück: «Das Leben muss zu dem einen zurückgebracht werden, der am Kreuz für alle Menschen gestorben ist.» Marx erklärte: «So habe ich den Himmel verscherzt, ich weiss es genau Meine Seele, die einst Gott gehörte, ist nur für die Hölle bestimmt.»

Wenn die Welt ihre Ursache nur dem Zufall verdankt, weshalb stossen wir dann allenthalben auf den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung?
Mao Tsetung wurde 1936 sehr krank. Er bat darum, getauft zu werden. In einem Interview sagte er 1971: «Bald werde ich vor Gott erscheinen müssen.» Die Wahrheit dessen, was ich glaube, ist entscheidend. Denn wenn das, was ich glaube, nicht stimmt, dann ist auch mein Glaube falsch. An der Wahrheitsfrage entscheidet sich letztlich alles. Was aber ist Wahrheit wirklich? Diese Frage wurde schon vor 2000 Jahren von Pontius Pilatus gestellt. Die damals herrschenden Römer, die sich weder um Götter noch um Ideologien scherten, verstanden unter Wahrheit Macht, das, was zum Erfolg und zum Sieg führt. Und nun fragte ein Statthalter dieses Reiches Jesus, einen Gefangenen, der ihm ausgeliefert war (wenigstens in seinen Augen), nach dem, was Wahrheit ist! Zuvor hatten die Juden Anklage gegen Jesus erhoben, er mache sich zu Gottes Sohn, zum Messias, zum König. «Bist du das», hatte Pilatus den Angeklagten gefragt, «König?» Jesus aber löste seine Königswürde von der Machtfrage. Als er auf diese Erde kam, verzichtete er auf alle Macht, die ihm vom Himmel gegeben war. Aber er verbindet seinen Anspruch auf sein Königtum mit der Wahrheitsfrage:

«Du sagst es, dass ich ein König bin. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme» (Joh. 18,37).

Wahrheit ist Jesus selbst, sein Wesen, sein Ursprung, seine Bestimmung. An anderer Stelle sagt Jesus über sich: «Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich» (Joh. 14,6). Wahrheit ist demzufolge mehr als nur richtige Fakten. Die Wahrheit ist eine Person. Jesus selbst stellt diesen Absolutheitsanspruch. Er allein ist das Leben und nur durch ihn allein kommt man zum Leben, zum ewigen Leben.

Der christliche Anspruch basiert auf einer historischen Person, die den meisten Verfassern des Neuen Testaments persönlich bekannt war. Jesus sagt von sich, dass er Gottes endgültige Selbstoffenbarung an die Menschen sei.

NAI

 

Nicht ihr Verstand hindert die Menschen, an den Gott der Bibel zu glauben, sondern die Angst, sich vor diesem Gott verantworten zu müssen.

Das Volk der Juden kehrt in sein Land zurück: Das prophetische Wort
Er unterstützt diese Behauptung mit einer unvergleichlichen Lehre, mit seinem sündlosen Leben – das selbst seine Feinde bezeugen mussten – und seiner Auferstehung. Die Tatsache der Auferstehung Jesu ist von vielen hundert Zeugen bestätigt. Kaum ein anderes Ereignis ist geschichtlich so gut dokumentiert. Selbst die fanatischen Feinde Jesu seiner Zeit kamen nicht daran vorbei: Jesus ist auferstanden und lebt. Und er gibt denen sein Leben, die an ihn glauben und ihm vertrauen. Der Geist der Wahrheit wird den Jüngern geschenkt (Joh. 14,26). Die Wahrheit ist da, wo Jesus ist. Wahrheit lässt sich nur finden, wenn jemand in Beziehung zu Jesus tritt: «Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen» (Joh. 8,31–32).

Alle diese genannten Tatsachen machen es schwer, Gottes Existenz vernünftigerweise zu leugnen. Sie verweisen auf einen mächtigen Gott, der fähig ist, die Bahnen der Sterne und die Entwicklung eines Fötus zu ersinnen. Sie verweisen auf einen Gott, der der Ursprung der menschlichen Persönlichkeit und deshalb selbst ein persönlicher Gott ist. Er ist die ultimative Quelle unserer Werte, des Lebens, der Sprache, von Wahrheit, Schönheit und Güte. Und er möchte, dass wir ihn kennen und uns an ihm freuen, dass wir ihn verehren und mit ihm leben.

Gemälde Michael Willfort – Gedanken

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237. Christus kommt wieder

Freitag, 21. Januar 2011 | Autor:

Das Grab ist leer, ich habe mich selbst überzeugt, und Jesus kommt wieder,

dass weiß ich gewiß.



Christus kommt wieder

Sehr unterschiedlich sind die Auffassungen der Menschen, wenn sie von der Wiederkunft Christi hören. Wie soll ein Toter wieder erscheinen, das fragten sich Menschen schon zur Zeit des Völkerapostels Paulus. „Wie sagen denn etliche unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es aber keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist auch euer Glaube vergeblich.“(1. Korinther 15:12) Das ist die Schlussfolgerung!

Wer sagt, Christus kommt wieder, der sagt damit auch, Christus ist auferstanden!

Viele Menschen sind von der bevorstehenden Wiederkunft Christi nicht überzeugt. Und das wird sich sicherlich auch nicht ändern. Wir Menschen wollen uns nicht gerne etwas sagen lassen, was unter Umständen unangenehm sein könnte. Denn es kann schon unangenehm sein, plötzlich das eigene Leben nicht mehr gestalten zu können. Und wir stehen dann vor vollendeter Tatsache, dass nun ein anderer bestimmen wird.

Es ist ähnlich wie bei Wirbelstürmen, Überschwemmungen oder Erdbeben. Was gewesen ist, ist vorbei. Es muss neu begonnen werden. Allerdings ganz anders, ganz neu wird es sein. Das alte Dasein ist nicht mehr möglich, etwa wie nach Aufräumarbeiten oder Beseitigung der Schäden. Der Wechsel vom bisherigen Leben zum zukünftigen Leben ist so radikal, wie es im Katastrophenfall eben noch nicht ist. Da knüpfte man am Vergangenen an. Völlig anders aber wird es sein, wenn Jesus kommen wird, „zu richten die Lebenden und die Toten“ (1. Petrus 4:5). Martin Luther fasste es in die einprägsamen Worte zusammen: Christus wird „am jüngsten Tag mich und alle Toten auferwecken, und mir, samt allen Gläubigen in Christus ein ewiges Leben geben“.

Das ist gewiss spannend. Wer möchte nicht ein Leben haben, das befreit ist von Angst und Schmerz, Schuld und Versagen, Krankheit und Niederlagen? Wir wollen doch ein Dasein mit Erfolg, Freude, Dankbarkeit, Güte, Liebe, Harmonie und vielem mehr.
Und das soll keine Utopie sondern Wirklichkeit sein? Da sagt jemand, „das ist zu schön, um wahr zu sein!“ Halt: Es ist wahr. Es ist deshalb wahr, weil es derjenige verspricht, der niemals lügt. Als Jesus zu seiner Zeit mit Vertretern seines Volkes sprach, entgegnete er ihnen: „Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen solchen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört habe.“ (Johannes 8:40) In diesem Gespräch kam es schließlich so weit: „Da hoben sie Steine auf, dass sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus.“

Wer hätte die Erfahrung noch nicht gemacht, dass die Wahrheit keineswegs stets gern gehört wird und man sich ihr stellt. Wir basteln uns unsere Gedanken selber zusammen und verschließen uns oft genug dem Wort der Wahrheit. Bei Jesus können wir lernen, uns ihm gegenüber nicht mit Lügen verteidigen zu müssen, sondern uns als die Schwachen, die des Arztes bedürfen, als die Geängsteten, die des Trostes bedürfen, als die Hoffnungslosen, die der Hoffnung bedürfen, zu verhalten. Die Bibel nennt es einfach „glauben“.

Der Mitstreiter von Martin Luther an der Wittenberger Universität ist Philipp Melanchthon gewesen. Von ihm haben wir eine schöne Erklärung über den Glauben. „Der Glaube ist nicht bloß ein Wissen im Verstande, sondern auch ein Vertrauen im Willen, das heißt, er ist ein Wollen und Empfangen dessen, das in der Verheißung dargeboten wird, nämlich die Versöhnung und die Vergebung der Sünden. So gebraucht die Schrift das Wort „Glaube“.
Wie nun aber bekommen wir solchen Glauben? Das ist rasch zu beantworten. Solcher Glaube wird uns geschenkt. Gott schenkt ihn uns, denn er will unsere Rettung. Sein Mittel ist das Wort der Bibel. Diesem Wort vertrauen wir. Hören wir auf das Wort der Heiligen Schrift, dann wird Gottes Geist an unserem „inneren Menschen“ arbeiten. Bleiben wir offen für das Wort, auch dann, wenn es dabei zu Widerständen kommt. Denn davon lesen wir auch. Es gibt Menschen, die dem Wort nicht vertrauen wollen, es ablehnen und damit auch ihre eigene Zukunft bestimmen. Bei Jesu Wiederkunft werden auch solche sein, „die sagen zu den Bergen: Fallet über uns! Und zu den Hügeln: Decket uns!“ (Offenbarung 6:16)

„Die Kräfte des Himmels werden ins Wanken kommen. Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel. Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden und werden kommen und sehen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit … Dann werden zwei auf dem Felde sein, einer wird angenommen, und der andere wird verworfen werden. Zwei werden mahlen auf der Mühle, eine wird angenommen, und die andere wird verworfen werden. Darum wachet, denn ihr wisset nicht, welchen Tag euer Herr kommen wird … Darum seid auch ihr bereit! Denn des Menschen Sohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint.“

Dr. Hans Lindemann

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236. „Und dann stehst du vor Gott …!“

Freitag, 21. Januar 2011 | Autor:

Gemälde Anbetung Hannes Stets

 

„Und dann stehst du vor Gott …!“

Gott wird uns einmal fragen …

Im Zug saß er eine Reihe vor mir, und obwohl ich ihn nicht sehen konnte, war es unmöglich, ihn nicht zu überhören. Und was ich zu hören bekam, störte mich vom ersten Moment an. Ich bin normalerweise ein freundlicher Zeitgenosse. Doch wenn es um pausenloses „Um Gottes Willen“, „o Gott, o Gott“, „Ach Gott nochmal“ und ähnliche Gedankenlosigkeiten geht, werde ich fast immer nervös, wenn sie lautstark vorgetragen werden auch etwas agressiv. Zuerst wollte ich einfach weghören – keine Chance. Dann lagen mir ein paar spitze Bemerkungen auf der Zunge – „das kommt genauso schlecht!“ mahnte mich meine Frau zu Recht. Aber irgendetwas muss man doch tun, dachte ich reichlich genervt, aber auch schon ein bisschen resigniert, denn die genannten Phrasen hörten nicht auf, sondern verstärkten sich eher noch. Da mir nichts Vernünftiges einfiel, blieb ich schließlich gegen meinen inneren Impuls sitzen, bis sich das Problem an einer der nächsten Haltestellen von selbst löste. Als ich am Abend noch einmal über diese Begebenheit nachdachte – etwas frustriert und auch ein bisschen beschämt – wurde ich an einige Sätze erinnert, die man im Lübecker Dom entdecken kann. In Stein gemeißelt steht da:

Ihr nennt mich Retter – und lasst retten euch nicht.
Ihr nennt mich das Licht – und glaubt an mich nicht.
Ihr nennt mich den Weg – und geht ihn nicht.
Ihr nennt mich das Leben – und begehret mich nicht.
Ihr nennt mich Meister – und folget mir nicht.
Ihr nennt mich herrlich – und liebet mich nicht.
Ihr nennt mich weise – und fraget mich nicht.
Ihr nennt mich Herr – und dienet mir nicht.
Ihr nennt mich allmächtig – und vertrauet mir nicht.
Kenn ich euch einstens nicht – so wundert euch nicht.

Bernhard Matzel

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234. Anstößiges zu Geld & Glück Thema: Glückspiel

Freitag, 21. Januar 2011 | Autor:

Geldverschwendung_web_R_K_B_by_Margot Kessler_pixelio.de.

Anstößiges zu Geld & Glück

Thema: Glückspiel

Drei Ratschläge und sechs Richtige
Mein erster Rat in diesem Monat lautet: Kaufen Sie einen Lottoschein! Geben Sie nicht zu viel Geld aus – aber tun sie es. Ja, wirklich. Wundert Sie das? Warum eigentlich, der Lottoschein ist doch die Verkörperung unseres Themas: Geld und Glück! Und in Ihrem Fall ist es vermutlich die einzige Chance, dass Sie noch in diesem Leben richtig reich werden. Die Wahrscheinlichkeit beim Schweizer Zahlenlotto (6 aus 45) zu gewinnen ist 1 zu 8.145.060. Um sich diese Zahl vorstellen zu können, denken Sie sich einfach einen Turm aus gestapelten Einfranken-Münzen. Dieser Turm hätte eine Höhe von 12.2 Kilometern. Zugegeben, die Wahrscheinlichkeit ist recht klein – aber unendlich viel größer, als wenn sie keinen Lottoschein kaufen! Immerhin werden auch rund fünfzig Prozent der eingesetzten Gelder wieder an die Gewinnerinnen und Gewinner ausgeschüttet und der Rest kommt gemeinnützigen Zwecken zugute. Im Jahr 2003 wurden in Deutschland 8,2 Mrd. Euro für Lotto ausgegeben. Mehr als ein Drittel aller Erwachsenen gehen in Deutschland jede Woche zur Lotto-Annahmestelle.

Mein zweiter Rat lautet: Sorgen Sie sich nicht um statistische Wahrscheinlichkeiten, sondern gewinnen Sie! Ich garantiere Ihnen, wenn Sie gewinnen, sind Ihnen die Statistiker und die Millionen Verlierer völlig egal. Sie gehören dann zu den 4.129 DM-Millionären und über 200 Euro-Millionären, die es seit dem Lotto-Start in Deutschland im Oktober 1955 gibt. Ist das nicht ein hoffnungsvoller Blick in den nächsten Monat?
Wenn Sie übrigens nicht wissen, welche Zahlen sie tippen sollen, dann folgt hier mein dritter Rat: 38 – 26 – 25 – 27 – 31 – 43. Das sind die Zahlen, die in den bis am 15. September 2004 erfassten 4.265 Deutschen Ziehungen am häufigsten gekommen sind. Falls Sie statistisch sensibel sind, dann rate ich Ihnen: 13 – 28 – 45 – 10 – 20 – 15. Das sind die Zahlen, die am seltensten gezogen wurden.

Das Spiel ums Glück
Haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum Glückspiele „Glückspiele“ heißen? Es braucht ja kein Glück, um spielen zu können. Stimmt, es braucht Glück, um zu gewinnen. Warum heißt es dann nicht „Glücksgewinnen“? Vielleicht darum, weil wir beim Glückspiel um unser Glück spielen? Darum geht es doch. Hinter der Hoffnung auf den großen Gewinn steht der Wunsch nach Lebensglück. Das kann ich gut verstehen. Es gibt wohl keine effizientere Art, reich und glücklich zu werden: Wenig Input bringt sehr viel Output in kurzer Zeit. Eigentlich wäre alles gut, wenn da nicht diese Warnung in der Bibel wäre: „Hastig errafftes Gut zerrinnt; wer aber ruhig sammelt, bekommt immer mehr“ (Sprüche 13,11). Das schnell gewonnene Geld scheint nicht lange zu bleiben und nicht wirklich glücklich zu machen.
„Mit gewonnenem Geld haben außerordentlich viele Leute Probleme“, sagt der Braunschweiger Psychologe Heiner Erke. Den Grund sieht er darin, dass den Lottogewinnern bewusst ist, dass sie das Geld im buchstäblichen Sinne nicht verdient haben. Sie haben einfach nur Glück gehabt. „Wir wissen aus vielen Untersuchungen, dass viele Lottogewinner nach einigen Jahren wieder genauso arm bzw. genauso reich sind, wie vor ihrem Glückstreffer, sagt der

Berliner Psychotherapeut Wolfgang Krüger. Der Grund: Die meisten Menschen haben nie gelernt, mit Geld umzugehen.
Interessant ist auch die Reaktion von Gewinnern. Da ist zum Beispiel dieses ältere dänische Ehepaar, das die Lottogesellschaft bat, den Millionengewinn doch wieder zurückzunehmen. Sie hätten auch nach langer Überlegung keine Verwendung für das Geld gefunden. „Ich konnte ihnen nur mit Mühe erklären, dass Glücksspiel nun mal das Risiko des Gewinns in sich birgt“, berichtet ein Angestellter der Lottogesellschaft. Ein Lotto-Gewinner aus Dortmund hat dieses Jahr seinen ganzen Gewinn von 9,1 Millionen Euro, gespendet. „Er hatte einfach Angst vor dem plötzlichen Reichtum“, sagte ein Lotto-Sprecher. Diese Reaktionen werden bestätigt durch eine Umfrage bei Lottomillionären in Dänemark: „Glück und Freude“ empfanden nur 26 Prozent. 2 Prozent berichteten von «Übelkeit, Schlaflosigkeit und Angst». Im Juli 2004 haben ZDF-Journalistinnen das Thema „Lottomillionäre“ recherchiert. Sie kommen zum Schluss: „Wir haben im Laufe der Dreharbeiten gelernt, dass mit einem Millionengewinn nicht nur Glück und Sorglosigkeit einhergehen. Eine Summe von fünf Millionen Euro kann den Gewinner schnell überfordern. Im schlimmsten Fall scheitert man sogar an dem Gewinn. Es stimmt, Geld macht noch lange nicht glücklich.“

Anstöße
Angesichts dieser Erkenntnisse gebe ich Ihnen – als zukünftige Lottogewinnerinnen und Lottogewinner – wie immer ein paar Anstöße zur Erhaltung ihres Glückes:

– Sagen Sie niemandem, dass Sie gewonnen haben. Sie dürfen Ihre Freude mit niemandem teilen. Wenn Sie es doch tun, dann sagen Sie es nur ganz wenigen Menschen. Geben Sie keine genauen Zahlen an und untertreiben Sie, ohne zu lügen. Lernen Sie so schnell als möglich „nein“ zu sagen, „Freunden“ zu misstrauen und mit ständigem Betteln und Neid zu leben.

– Versuchen Sie, Ihr Leben ohne jede sichtbare Veränderung weiter zu führen. Kündigen Sie nicht, reduzieren Sie Ihre Arbeitszeit und -leistung nicht und geben Sie nicht mehr Geld aus.

– Spielen Sie nie mehr Lotto oder andere Glücksspiele. Es besteht nur eine verschwindend kleine Wahrscheinlichkeit, dass Sie nochmals gewinnen, aber eine hohe, dass Sie spielsüchtig werden.

Haben Sie die Lust am Lottogewinn verloren? Das kann ich gut verstehen. Kaufen Sie trotzdem einen Schein, denn der nächste Infoletter kommt bestimmt und wird Ihnen helfen, mit dem Geld glücklich zu werden.

Mit freundlichen Grüssen.

Dr. rer. pol. Thomas Giudici

P. S.: Bitte vergessen Sie auf keinen Fall, mir 10% Ihres Gewinnes mit den oben genannten Zahlen zu überweisen.

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208. Die Welt – ein großes Dorf!

Donnerstag, 13. Januar 2011 | Autor:

Erde Wir_haben_nur_eine_Gerd Altmann Pixelio.de

 

Die Welt – ein großes Dorf!

Wenn wir die ganze Menschheit auf ein Dorf von 100 Einwohnern reduzieren und auf die Proportionen aller bestehenden Völker achten würden, so wäre dieses Dorf so zusammengestellt:

57 Asiaten
21 Europäer
14 Amerikaner (Nord und Süd)
8 Afrikaner

52 wären Frauen
48 wären Männer

70 Nicht-Weiße
30 Weiße

70 Nicht-Christen
30 Christen

6 Personen würden 59 % des gesamten Weltreichtums besitzen und diese Personen kämen aus den USA.

80 hätten keine ausreichenden Wohnverhältnisse
50 wären unterernährt
1 würde heute sterben
2 würden geboren
1 hätte einen akademischen Abschluss

Quelle: Internationale Woche der Freundschaft
Viele gute Gründe, dankbar zu sein

• Wenn du Essen im Kühlschrank, ein Dach über dem Kopf und ein Bett hast …
… bist du reicher als 75 % dieser Welt.

• Wenn du ein eigenes Konto bei einer Bank hast …
… gehörst du zu den 8% der Reichen dieser Zeit.

• Wenn du heute morgen gesund aufgewacht bist …
… geht es dir besser als der einen Million, die diese Woche nicht überleben werden.

• Wenn du nie die Gefahr eines Krieges oder die Einsamkeit einer Gefangenschaft, den Schmerz von Folterung oder das Elend von Hunger erlebt hast …
… geht es dir besser als 500 Millionen anderer Menschen dieser Erde.

• Wenn du an einem christlichen Gottesdienst teilnehmen kannst, ohne die Gefahr, bedroht, verhaftet, gefoltert oder getötet zu werden …
… bist du besser dran als 3 Milliarden anderer Menschen.

Ich traf einen jungen Mann, der sich an seinen Porsche lehnte. Ich fragte ihn, wie es ihm gehe. „Beschissen!“, antwortete er mir. Wenig später stellte ich einer Frau im Rollstuhl diese Frage. „Danke, mir geht es gut.“, war ihre Antwort.

Folgende Zitate oder Sinnsprüche können uns die Augen öffnen für die Wunder am Wegesrand, für viele Menschen sind sie die Brücke zu einem glücklicheren Leben geworden!

Dankbare Menschen entdecken überall viele Geschenke.

Wer Freude genießen will, muss sie teilen.
Das Glück wurde als Zwilling geboren
Lord Byron

Es gibt erfülltes Leben
trotz vieler unerfüllter Wünsche
Dietrich Bonhoeffer

Betrachte jeden Tag, als könnte er der letzte sein.
Seneca

Dankbarkeit ist nicht nur die größte aller Tugenden, sondern auch die Mutter von allen.
Marcus Tullius Cicero

Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte.
Berthold Auerbach

Der Mensch ist gerade so glücklich, wie er sich zu sein entschließt.
Abraham Lincoln

Wäre das Wort „Danke“ das einzige Gebet, das Du je sprichst, so würde es genügen.
Meister Eckhart

Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.
Francis Bacon

Ich will dir danken, Herr. Denn deine Güte reicht, soweit der Himmel ist, und deine Treue, soweit die Wolken ziehen.
Die Bibel: Psalm 36,5

Danke, mir geht`s gut!

vom Denken zum Danken

Quelle: www.marburger-medien.de

Thema: Denke einmal nach! | Ein Kommentar

206. Werte – aber woher?

Mittwoch, 12. Januar 2011 | Autor:

Geldverschwendung_web_R_K_B_by_Margot Kessler_pixelio.de

Hansjürg Stückelberger

www.ZfürZukunft.de

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Wir brauchen Werte. 16-jährige Jungen und Mädchen betrinken sich regelmäßig; Gewalt unter Jugendlichen in den Schulen ist an der Tagesordnung. Längst macht sich ein Gefühl der Unsicherheit und Angst breit. Der Wirtschaftsoptimismus hat sich in den Krisen in Luft aufgelöst. Was wird aus unserem Land, wenn sich der Trend so weiterentwickelt? Verlieren wir dann nicht mehr als nur „Moral“?

Die Finanzkrise hat es an den Tag gebracht. Europa braucht Werte. Denn die Krise ist nicht ausschließlich ein Problem von geldgierigen Bankern. Sie hat auch einen allgemeinen moralischen Aspekt. Der Krise voraus ging der Wertezerfall, der nicht nur bei den Bankern Spuren hinterlassen hat. Und die Krise kam nicht über Nacht. Grundlegende Werte sind absichtlich zerstört worden. Die Philosophie der 68er-Revolution (Herbert Marcuse) bezeichnete die Familie als das System der Versklavung: Der Mann unterdrücke die Frau, die Eltern unterdrücken die Kinder. Für seine Entfaltung brauche der Mensch schrankenlose Freiheit, auch schrankenlose sexuelle Freiheit. Haben nicht viele Jugendliche von den Erwachsenen gelernt? Mir als Pfarrer tut es weh, dass kirchliche Kreise beim Werteabbau, welcher der 68er-Bewegung folgte, zum Teil kräftig mitgeholfen haben.

Das Resultat hat der ehemalige Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, Peter Hasler, leider ziemlich treffend zusammengefasst, als er erklärte, die Kirchen hätten ihre Funktion zur Orientierung der Öffentlichkeit verloren. Dieser Moralabbau hat bei vielen ein Gefühl der Enttäuschung und ohnmächtiger Wut hervorgerufen. Gleichzeitig stellen wir fest, dass Bücher und Zeitungsartikel sich mit dem Thema Werte befassen. Werte haben anscheinend Hochkonjunktur. Kaum eine große Zeitung, die ihren Lesern nicht Stoff für eine Wertediskussion liefert. Doch gerade diese Diskussionen machen schmerzhaft deutlich, wie umfassend unsere Werteverwirrung und Orientierungslosigkeit geworden sind.

Was ist ein Wert:
Sind Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Höflichkeit, Toleranz, etc. gute Eigenschaften, also Tugenden oder Werte? Sind Werte dem Wandel der Zeit unterworfen? Gab es Werte, welche für unsere Großeltern wichtig waren, für moderne Menschen aber belangslos sind? Sind Werte vom Einzelnen abhängig? Darf, oder muss jeder seine Werte selbst bestimmen? Werte, die jeder auch wieder selber abschaffen kann? Oder brauchen wir doch allgemein verbindliche Werte? Werte, die für alle gelten, für Ehe, und Familie, für Politiker, Konzernvorstände, Fließbandarbeiter, Beamte, Mitglieder des Bundestages, Chauffeure und Journalisten?

Gibt es absolut gültige, zeitunabhängige Werte? Wenn ja, wo finden wir sie?

Wer sagt uns, was unveränderbare, vielleicht sogar ewige Werte sind, auf die wir uns verlassen können, weil sie uns helfen, unser Leben sinnvoll zu gestalten?

Unser Begriff „Wert“ stammt vom mittelhochdeutschen Wort „Werder“ und bezeichnet eine Flussinsel oder einen Landstrich, der auch bei Hochwasser nicht überschwemmt wird. In einigen deutschen Städten gibt es noch heute eine Region, die Werder genannt wird. Auf den „Wert“ kann man also sichere Häuser bauen. Jede Gesellschaft lebt von festen Werten, sonst hat sie keinen Bestand. Gewiss kann und muss auch jeder für sich selbst Werte wählen, nach denen er lebt, die nicht für alle anderen Gültigkeit haben müssen. Aber für eine Gesellschaft, die sich im Wechsel der Geschichte und in den Auseinandersetzungen unserer globalisierten Wirtschaft bewähren will, sind bleibende und allgemein verbindliche Werte unverzichtbar.

Gerechtigkeit
Es gibt solche tragenden Werte. Das Fernsehen ist voll von Kriminalfilmen. Dabei weiß der Zuschauer genau, dass am Ende die Gerechtigkeit siegen wird. Sonst ist es kein guter Krimi. Schon kleine Kinder haben einen ausgesprochenen Sinn für Gerechtigkeit. Das wissen alle Eltern und jede Lehrkraft. Jeder Rechtsstaat ist auf diesem Gefühl für Gerechtigkeit aufgebaut, das in jedem Menschen vorhanden ist. Das Bewusstsein von Gerechtigkeit ist also dem Menschen angeboren. Zwar kommt es häufig vor, dass unter dem Einfluss von Tradition und Kultur Menschen über ein und dieselbe rechtliche Frage zu sehr unterschiedlichen Urteilen gelangen. Aber wir finden in allen Menschen ein Rechtsempfinden. Und nicht nur das. Alle Menschen wollen, dass Gerechtigkeit hergestellt wird, auch wenn die Umsetzung in der Praxis sehr unterschiedlich ausfallen kann. Es lebt also in allen Menschen ein moralisches Gesetz, das der Mensch nicht selbst gemacht hat. Es gibt also Ordnungen, die nur von dem stammen können, der den Menschen geschaffen hat. Wer da rauf baut, setzt auf einen ewigen Wert.

Kostspieliger Werteverfall

Wer das nicht tut, muss dies teuer bezahlen – der Moralabbau hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Sozialkosten in allen europäischen Ländern in den letzten 15 Jahren explodiert sind. Er kostet den Steuerzahler Milliarden. Aber wir können den Zerfall der Werte nicht lösen, indem der Staat immer mehr Polizei, Sozialarbeiter, Psychologen und Berater anstellt und immer neue Überwachungssysteme einrichtet. Vieles, was in dieser Hinsicht geschieht, ist gut und leider nötig. Aber vieles ist nur Symptombekämpfung, also eine Scheinlösung zu Lasten der öffentlichen Hand. In den ganzen Diskussionen um die Finanzkrise vermisse ich eine selbstkritische Einsicht. Europa, nicht nur die Finanzindustrie, hat ein großes Problem, nämlich ein massives Wertedefizit. Wir müssen das Übel an der Wurzel behandeln. Europa braucht eine christlich- abendländische Reform. Nur so kann es seine Zukunftsfähigkeit wieder gewinnen.

Mit diesem Magazin und den begleitenden Hilfsaktionen wollen wir mithelfen, jene Ordnungen wieder zu entdecken, aus denen Europa entstanden ist, und auf die wir unsere Zukunft bauen können. Das sind Ordnungen, die ihren Ursprung im Schöpfer haben, die Schöpfungsordnungen. Das sind keine Beschränkungen oder gar Fesseln. Im Gegenteil. Sie helfen zu einer sinnvollen Entfaltung der Persönlichkeit, zu einem erfüllten Leben und einem gesellschaftlichen Zusammenleben in Frieden, Wohlstand und Lebensfreude. Die Schöpfungsordnung, erläutert und präzisiert durch die christliche Offenbarung, gibt uns sichere Werte. Wenn viele sich dar- auf ausrichten, – und wir sind ja nicht allein – wird ein Umdenken in Deutschland und in Europa gelingen.

Was praktisch tun?

Wenn Sie diese hier aufgelisteten Werte als solche anerkennen, dann fordern Sie diese in Ihrem Lebensumfeld auch ein.
Nicht mehr länger schweigen!
Das beginnt bei scheinbar belanglosen Gesprächen mit Freunden und Bekannten. Sprechen Sie aus, was Sie denken – bezeichnen Sie etwas als schlecht, was Sie als solches empfinden. Bringen Sie ein, wofür Sie eigentlich sind. Sagen Sie es aber entspannt und lassen Sie die Meinung des anderen gelten, auch wenn Sie in Ihren Augen nicht richtig erscheint…nur nicht mehr schweigen, darum geht es! Damit beginnt die Umgestaltung der Gesellschaft.

Sieben Werte für Frieden, Wohlstand und Lebensfreude

► Menschenwürde
Gott hat den Menschen zu seinem Ebenbild geschaffen. Diese Würde zeichnet ihn vor allen anderen Geschöpfen aus und begründet seine Menschenrechte.

► Gerechtigkeit
Das in der Menschenwürde begründete Selbstwertbewusstsein jedes Menschen fordert Schutz, indem Unrecht angemessen bestraft wird.

► Solidarität/Nächstenliebe
Nächstenliebe und solidarische Gesellschaftsstrukturen bauen Glück und Wohlstand für alle auf.

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► Freiheit
Jeder Mensch kann mit Gott in persönlicher Beziehung stehen. Darum hat er den Menschen Freiheit zur Selbstbestimmung gegeben, die an der Freiheit der Mitmenschen und dem göttlichen Willen ihre Grenze findet.

► Ehe und Familie
Ehe und Familie sind die von Gott vorgesehene Ordnung, aus der menschliches Leben in Geborgenheit entsteht, heranreift und ohne die es Gemeinschaft und Gesellschaft nicht gibt.

 

► Recht auf Leben
Da alle Menschen ohne Einschränkung mit derselben Würde ausgezeichnet sind, haben auch alle Schwachen und Ungeborenen ein unantastbares Recht auf Leben.

► Toleranz
Das friedliche Zusammenleben von freien Menschen mit unterschiedlichen Standpunkten ist nur mit gegenseitiger Toleranz möglich. Diese Toleranz schließt gewalttätige und totalitäre Intoleranz aus.

Wenn wir Werte wiederentdecken wollen, dürfen wir den Blick vor akuten Problemen unserer Tage nicht verschließen. Wir sollen uns auch nicht scheuen, zu den bewährten Wurzeln unserer Kultur zurück zu finden.

Welche Instanz ist angemessen, um festzulegen, welche Inhalte unserer Gesellschaft tatsächlich tragfähige Werte sind? Unterliegt das der freien Wahl des Einzelnen, entscheidet das die EU? Oder können wir auf eine höhere Instanz zurückgreifen?

Thema: Denke einmal nach! | 3 Kommentare

201. Neujahrsgedanken

Samstag, 1. Januar 2011 | Autor:

Neujahrsgedanken

„Jesus, lass mich fröhlich enden
dies angefangne Jahr.
Trage stets mich auf den Händen,
stehe bei mir in Gefahr.
Freudig will ich Dich umfassen,
wenn ich soll die Welt verlassen.“

Welch fröhliche, mitreißende Glaubenskraft strömt von diesen schwungvollen Zeilen Johann Rists aus, mit denen das gern gesungene evangelische Lied „Hilf, Herr Jesu, lass gelingen…“ (EG, Nr. 61) endet! Wie ganz anders klingt es da beim französischen Atheisten Albert Camus: Er vergleicht den Menschen mit der Unglücksgestalt des Sysiphos aus der griechischen Sagenwelt. Der musste nämlich immer wieder einen schweren Felsblock bergauf rollen und dann, wenn er fast den Gipfel erreicht hatte, rollte der Felsen ins Tal hinab. So sinnlos, so mühevoll ist unser Leben nach Camus. Der „moderne“ Mensch freilich kann sich weder mit der übersprühenden Glaubensfreude unseres Liedes noch mit dem Pessimismus Camus‘ anfreunden, sondern will sein Leben tatkräftig, mehr oder minder optimistisch selbst anpacken; und hier liegt der Grund für die hohe Scheidungsrate in unserem Land, dass die Leute Gott nicht mehr Gott sein lassen, sich nicht mehr seiner Ordnung unterordnen, sondern sich und ihre Wünsche zum Götzen erheben.

Wir Christen aber dürfen gewiss sein und gerade zu Beginn eines neuen Jahres darauf vertrauen, dass Gott die Zügel in Händen hält, dass wir eben nicht allein sind mit unseren Sorgen und Wünschen, mit unserer Nervosität und Unzufriedenheit, unseren Krankheiten, mit den Unglücksfällen, den Konflikten in der Familie wie am Arbeitsplatz. Wer auf Gott verzichten zu können meint, der überschätzt, überfordert sich selbst und seinen Partner. Wer sich nicht mehr vor Gott verantwortlich fühlt, wird dann schnell berechnend, rücksichtslos und mancher resigniert, wenn er merkt, dass er es doch nicht schafft.
Gott möchte uns ja keineswegs seinen Willen aufzwingen, will uns vielmehr Spielregeln schenken, Spielräume eröffnen. Gott traut uns zu, dass wir unsere Gaben entdecken, unsere Aufgaben wahrnehmen, dass wir vernünftig, fair die Zeit nützen, die er uns zubilligt.

Pfr. Christian Fuchs, Neustadt a.d. Aisch – Franken

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Gott ist gut
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