Home

Archiv für die Kategorie » Lebendiger Glaube «

626. Der Glaube an das Wunder der Geburt Jesu

Sonntag, 14. Januar 2018 | Autor:

R_by_NicoLeHe_pixelio.de

Liebe Blogbesucher,

bei vielen Themen der Bibel diskutieren sich Menschen fast zu Tode. Besonders religiös orientierte Menschen tun sich da besonders hervor, so auch beim Thema Jungfrauengeburt. Dabei ist für einen gläubigen Christen die Sache ganz einfach. Was Gott mir durch sein Wort, die Bibel, mitteilt und das was mir der Heilige Geist offenbart ist für mich die Wahrheit. Wenn man eine Neugeburt wie im  Johannes Evangelium, Kapitel 3 beschrieben erlebt hat, dann hat man sein Leben, Jesus Christus zu 100% ausgeliefert, weil er der Weg – der einzige – die Wahrheit – er ist die Wahrheit – und das Leben – ohne IHN kein wirkliches Leben – ist. Ohne Jesus werden wir kein ewiges Leben bekommen. Unter diesem Level geht es nicht. Was uns sogenannte „Kirchenfürsten“ mit Dr.Titeln alles erzählen wollen ist irrelevant.

 

Ich bedanke mich bei der Herold Redaktion für die Genehmigung diesen Artikel hier veröffentlichen zu dürfen.

Die christliche Lehre, dass Jesus Christus von einer Jungfrau geboren wurde, ist für die Welt gelinde gesagt eine unvorstellbare Behauptung. In vielen Zeitschriften und Magazinen finden sich zur Weihnachtszeit verschiedenste Artikel und Kommentare darüber, wie Menschen so unwissenschaftlich und naiv sein können, um an solch eine Lehre zu glauben. In der bekannten New York Times schrieb ein Redakteur: „Der Glaube an die jungfräuliche Geburt Jesu beweist, dass die Christenheit wenig mit Intellekt, sondern viel mit mystischer Weltanschauung gemeinsam hat.“

Aber ist dies tatsächlich der Fall? Vertreten wir Christen eine unhaltbare Lehre? Und kann ein Christ die Lehre, dass Jesus Christus von einer Jungfrau geboren wurde, ablehnen und trotzdem noch Christ sein? Oder ist diese Lehre, wie sie die Bibel ganz klar und deutlich bekennt, unverzichtbar für den rettenden Glauben?

Tatsächlich gehört die Lehre von der jungfräulichen Geburt Jesu zu den biblischen Lehren, die als erste beim Aufkommen der Bibelkritik zunächst angezweifelt und dann im Laufe der Zeit als unhaltbar abgelehnt wurde. Kritiker behaupteten, da diese Lehre ohnehin „nur“ in zwei der vier Evangelien Erwähnung findet, wäre sie schließlich auch nicht unverzichtbar. Und da der Apostel Paulus in seinen Predigten in der Apostelgeschichte kein Wort darüber verliert, so die Kritiker, hat er vermutlich auch nicht an diese Lehre geglaubt. Doch für die meisten Kritiker ist es eine unglaubliche Lehre, weil sie schlichtweg so übernatürlich ist. Moderne Irrlehrer, wie der pensionierte Bischof der Episkopalkirche John Shelby Spong, vertreten die Meinung, die Lehre von der übernatürlichen Geburt Jesu sei nur ein Beweis dafür, dass die frühe Gemeinde die Göttlichkeit Jesu überbewertet hätte. Spong bezeichnet die Geburt und die Auferstehung Jesu als „Eintritts-Mythos“ und „Austritts-Mythos“ die den Jesus-Mythos umrahmen würden. Ach, wäre doch Spong nur ein Mythos!

Leider existieren heute auch unter selbsternannten „Evangelikalen“ solche, die die übernatürliche Geburt Jesu für überflüssig halten. Für sie zählt nur die Bedeutung hinter dem Wunder Jesu Geburt, doch eine historische Tatsache müsse sie dadurch noch lange nicht sein.

Also nun die Frage: Muss man daran glauben, dass Jesus Christus von einer Jungfrau geboren wurde? Natürlich ist es möglich, dass ein Mensch zu Christus findet und an Ihn als den Erlöser glaubt, ohne sofort die Lehre, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde, zu kennen. Schließlich kennt ein Neubekehrter noch nicht jede christliche Wahrheit von Anfang an, sondern erlernt diese erst nach und nach. Aber die Frage hier ist: Kann ein Christ diese Lehre aus Überzeugung ablehnen? Und hierauf muss die Antwort unbedingt „Nein!“ lauten.

Matthäus berichtet uns, dass Maria, ehe sie mit ihrem Verlobten, Joseph, Geschlechtsverkehr hatte, „schwanger war von dem Heiligen Geist“ (Mt 1,18). Und dann erklärt uns Matthäus, dass hierdurch erfüllt wurde, was der Prophet Jesaja vorausgesagt hatte: „Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben. Das heißt: ‚Gott mit uns’“ (Mt 1,23; Jes 9,6-7).

Lukas gewährt uns sogar noch tiefere Einblicke, indem er uns darüber berichtet, wie ein Engel Maria besuchte, um sie darauf vorzubereiten, dass sie, obwohl sie noch eine Jungfrau war, ein Kind erwartet – und zwar nicht irgendein Kind, sondern ein göttliches Kind: „Und der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das gezeugt wird, Gottes Sohn genannt werden“ (Lk 1,35).

Doch nehmen wir einmal an, nur eine Bibelstelle würde von der Geburt Jesu durch eine Jungfrau sprechen, so würde diese eine Bibelstelle doch völlig ausreichen, um sie als für alle Christen verbindliche Lehre anzusehen. Wir haben kein Recht, den Wert einer biblischen Lehre daran zu messen, wie häufig sie in der Schrift Erwähnung findet. Wir können nicht einerseits die Bibel als Gottes Wort ansehen und dann andererseits ihre eindeutigen Aussagen hinterfragen.

Millard Erickson fasste dies gut zusammen: „Wenn wir die Lehre von der Geburt Jesu durch eine Jungfrau ablehnen, obwohl die Bibel sie so deutlich vertritt, haben wir die Autorität der Bibel untergraben und es besteht kein Grund mehr, warum wir dann noch eine ihrer Lehren akzeptieren sollten. Zudem hat das Ablehnen der jungfräulichen Geburt Jesu Auswirkungen, die weit über die Lehre an sich hinausreichen.“

Was sind das für Auswirkungen, von denen Erickson hier spricht? Nun, wenn Jesus nicht von einer Jungfrau geboren wurde, wer war dann sein Vater? Jede Antwort auf diese Frage stellt eine Demontage des Evangeliums dar! Die übernatürliche Geburt Jesu erklärt, wie Christus zugleich Gott und Mensch sein konnte, warum Er sündlos war und dass die Erlösung ganz das gnädige Werk Gottes ist. Wäre Jesus nicht von einer Jungfrau geboren, dann hätte Er zwangsläufig einen menschlichen Vater und die Bibel würde uns belügen!

Carl Henry, ein Dekan eines evangelikalen theologischen Instituts sagt, dass die jungfräuliche Geburt Jesu das „zentrale historische Indiz der Menschwerdung ist. In ihr sehen wir nicht nur die göttliche und die menschliche Natur in dem Menschgewordenen vereint, sondern sie führt uns auch das Wesen, die Absicht und die Durchführung von Gottes Erlösungsplan vor Augen.“ Henry fasst dies sehr gut zusammen, und wir tun gut daran, dies zu unserer Überzeugung zu machen.

Die weltlichen Redakteure der bekannten und angesehensten Zeitschriften und Magazine können die jungfräuliche Geburt Jesu als Beweis für intellektuelle Zurückgebliebenheit der Christen ansehen. Aber es ist der Glaube der Gemeinde Jesu, bezeugt durch Gottes Wort und geschätzt von allen wahren Gläubigen zu allen Zeiten. Diejenigen, die die jungfräuliche Geburt Jesu leugnen, halten an anderen biblischen Lehren nur noch mit Not fest, denn sie haben die Autorität der Bibel bereits aufgegeben. Sie haben Christi Natur untergegraben und seine Inkarnation abgeschafft.

Christen müssen die Tatsache beachten, dass ein Leugnen der jungfräulichen Geburt Jesu auch ein Leugnen von Jesus als dem Erlöser ist. Der Erlöser, der wegen unserer Sünden stellvertretend für uns starb, wurde vom Heiligen Geist gezeugt und von einer Jungfrau geboren. Die jungfräuliche Geburt ist keine losgelöste Sonderlehre, sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der biblischen Offenbarung über die Person und das Werk Jesu Christi. Mit ihr steht und fällt das Evangelium.

Eines wissen wir ganz sicher: Errettung finden wir allein in dem Glauben an den versöhnenden Opfertod Jesu Christi, dem von einer Jungfrau geborenen Erlöser. Ohne diese Lehre gibt es kein Christentum, und ein wahrer Christ wird niemals die unverzichtbare Wahrheit der jungfräulichen Geburt Jesu leugnen.

 

Autor: Albert Mohler ist Leiter des größten theologischen Seminars der südlichen Baptisten, Prediger und Buchautor. Er ist ein großer Kämpfer für die Verteidigung des christlichen Glaubens, der evangelischen Bekenntnisse und der Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift.

Quelle: Herold – Schriftenmission

 

Thema: Lebendiger Glaube | Beitrag kommentieren

618. Nachfolge mit Leidenschaft

Montag, 25. Dezember 2017 | Autor:

Liebe Blogbesucher,

dieses Thema sollte zu vielen Christen in Europa sprechen dürfen, weil, wie ich bei mir selbst beobachten kann, wir weit davon entfernt sind ein Christsein mit Leidenschaft zu leben. Wenn wir so etwas sehen wollen, dann müssen wir in die Länder die um Ihres Glaubens Willen Verfolgung leiden. Das sind für mich wahre Vorbilder des Glaubens, die echte Leidenschaft zeigen.

 

Hier ein Beispiel von vielen.

 

 

Ich danke der Arche Gemeinde Hamburg sehr herzlich für die Genehmigung diesen Beitrag hier in meinem Blog veröffentlichen zu dürfen.

 

„Nicht dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre; ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin. 13 Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe; eines aber [tue ich]: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt, 14 und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“ (Philipper 3, 12-14)

 

Paulus spricht hier über den Lauf, den ein Christ zu vollenden hat, um sein Ziel zu erreichen. Damit meint er nicht die Wiedergeburt und die Errettung. Deine Rettung ist nicht das Ergebnis eines guten Laufes und deiner besonderen Anstrengung, sondern ein Geschenk Gottes, wie wir in Epheser 2, 8-9 lesen: „Aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, 9 … damit sich nicht jemand rühme.“ Darin besteht die Rechtfertigung, die vor Gott gilt. Sie wird nicht durch eine Leistung erreicht, sondern du erhältst sie aus reiner Gnade. Von dem einmaligen Akt der Rechtfertigung, den Gott in Jesus Christus in einem einzigen Augenblick an uns vollzieht, ist die Heiligung zu unterscheiden. Diese ist ein Prozess, in dem wir in das Bild Jesu verändert werden. Wir sollen und dürfen Christus in unserem Wesen, in unseren Gedanken, Einstellungen und Herzen immer ähnlicher werden. Das ist der Lauf, von dem Paulus spricht.

Der Apostel nennt nun einige Prinzipien, wie wir den Lauf der Heiligung effektiv bestreiten können:

 

  1. Wir sind noch nicht vollendet

Das Erste, was wir als Gotteskinder auf dem Weg zu Jesus wissen müssen, ist, dass wir noch nicht am Ziel angelangt sind. Selbst Paulus hatte es noch nicht erreicht, denn er schreibt: „Nicht dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre“ (Philipper 3,12). Und Vers 13: „Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe.“ Er sagt, dass er noch nicht das ist, was er einst sein wird.

Obwohl der Apostel bereits eine neue Kreatur war und ein neues Herz geschenkt bekommen hatte, obwohl er vor Gott gerechtfertigt war, ihm seine Sünden vergeben waren und der Heilige Geist in ihm wohnte, war er dennoch nicht vollkommen! Er erlebte immer noch Versuchungen, er lebte in seinem unerlösten Fleisch und war immer noch ein Sünder. Denn er schreibt: „Ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht“ (Römer 7,18). Und: „Glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten, von denen ich der größte bin“ (1. Timotheus 1,15).

Paulus geht also in aller Deutlichkeit gegen die Lehre vor, die behauptet, dass Christen Menschen seien, die nicht mehr sündigen. Er wendet sich gegen die, die meinen, dass Christen bereits auf Erden in einen Zustand geistlicher und moralischer Perfektion gelangen könnten, sodass nichts Sündiges mehr in ihnen sei.

In einer Predigt sprach ein Pastor davon, dass er den Grad geistlicher Vollkommenheit erreicht habe. Ein Zuhörer fragte ihn nach der Predigt: „Macht es Ihnen etwas aus, wenn ich Ihre Frau dazu befrage?“ Der Pastor antwortete: „Nun, Sie können sie fragen, aber Sie müssen wissen, dass meine Frau noch nicht an diese Lehre glaubt.“ Wie sollte sie auch! Denn bei ihrem Mann konnte sie sie nicht erkennen.

Paulus war der wohl hingegebenste und reifste Christ, der je lebte. Nach seiner Begegnung mit Jesus bewirkte er für das Reich Gottes sehr viel. Er war ein Evangelist, ein Lehrer, ein Gemeindegründer, er war ein Hirte und ein Vater in Christus. Dennoch schrieb er: „Ich habe es noch nicht erlangt“, und er bekannte freimütig und ohne Umschweife, dass er das Ziel noch nicht erreicht hatte. Diese Erkenntnis machte ihn demütig, schützte ihn vor geistlicher Arroganz und half ihm, motiviert weiterzulaufen. Geistliches Wachstum beginnt mit der Erkenntnis, dass du noch nicht da bist, wo du sein solltest. Solche, die meinen, sie hätten bereits geistliche Vollkommenheit erreicht, sehen keinen Grund, im Lauf voranzukommen. Warum sollten sie auch nach etwas jagen, von dem sie meinen, dass sie es schon besitzen? Das sind selbstzufriedene und selbstgerechte Menschen, die in großer Gefahr stehen, ihrer Sünde gegenüber blind zu werden. Sie meinen, sie wüssten alles, und sind stets bemüht, auf ihre geistlichen Erkenntnisse und Leistungen hinzuweisen. Wirklich reife Christen dagegen sind ihren Sünden gegenüber sensibel und leben demütig vor Gott. Sie kultivieren ihre Heiligung und machen Fortschritte in ihrem christlichen Leben. Sie wissen: Wir sind noch nicht am Ziel, es ist noch eine Wegstrecke zurückzulegen.

 

  1. Größte Anstrengung, aber in Gottes Kraft

Das zweite Prinzip für einen leidenschaftlichen Lauf ist die Bereitschaft zur größten Anstrengung. Es ist nämlich anstrengend, in der Heiligung zu wachsen. Paulus schreibt: „Ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin. 14 … und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus“ (V. 12+14).

Es ist also ein eifriges Jagen nach dem Ziel, von dem Paulus hier spricht. Er ist ein Mann der Bewegung. Er liegt nicht auf dem Sofa herum und sagt: „Ich bin doch errettet. Nun lasse ich alle fünfe gerade sein.“ Eine solche Gesinnung haben auch uns schon Leute unterstellt, wenn wir die Betonung auf die Gnade Gottes legen. Sie befürchteten: „Wenn man so viel von der Gnade Gottes hinsichtlich Errettung und Erwählung spricht, dann führt das doch dazu, dass die Menschen nichts mehr tun.“ Das Gegenteil ist der Fall, wie wir hier an Paulus sehen. Er jagt dem Ziel, Jesus ähnlicher zu werden, nach. Dabei trainiert und bewegt er jeden geistlichen Muskel. Denn er läuft, um zu gewinnen und den Preis zu erhalten. „Ich laufe, ich jage, ich strenge mich an, weil ich noch nicht da bin“, sagt er. Oder mit anderen Worten: „Dafür arbeite und ringe ich auch“ (Kolosser 1,29). Dem Timotheus schreibt er: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens“ (1. Timotheus 6,12).

Aber wichtig ist, dass wir nicht meinen, wir müssten diesen Kampf in eigener Kraft kämpfen. Nein, Paulus wusste, er kämpft nicht allein, sondern in Abhängigkeit von der Kraft Gottes. Alles, was er tat, tat er nicht aus sich selbst heraus. Er arbeitete und rang. Im selben Atemzug schreibt er weiter: „… gemäß seiner wirksamen Kraft, die in mir wirkt mit Macht“ (Kolosser 1,29). „Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen“ (Philipper 2,13). Gott errettet uns nicht, um uns dann uns selbst zu überlassen. Nein, der Herr hat sich nicht zurückgezogen, sondern Er ist und bleibt uns durch den Heiligen Geist Beistand und Kraftquelle.

Wo bist du gerade in deinem Lauf? Vielleicht bist du über eine Hürde gestürzt und liegst am Boden. Aber Jesus ist da und hilft dir wieder auf, denn Er hat dasselbe Ziel wie du. Er motiviert dich und schenkt dir Kraft durch die Verheißungen Seines Wortes, durch die Predigt, durch deine Geschwister in der Gemeinde. Er richtet dich auf und stellt dich wieder her. Und in dieser Seiner Kraft darfst du der Heiligung nachjagen und den Lauf vollenden!

 

Nun folgt noch ein weiteres Prinzip für den Lauf der Heiligung:

 

  1. Ungeteilt das Ziel vor Augen

Wir müssen das Ziel vor Augen haben. Denn was nützt eine noch so große Anstrengung, wenn der Läufer nicht auf das Ende fokussiert ist? Jeder Athlet weiß, dass er nach vorne schauen muss. Sobald er in das Publikum oder zu Boden blickt, beginnt er zu straucheln und stürzt vielleicht sogar.

Beim Lesen des Briefes springt die Zielstrebigkeit des Apostels ins Auge, mit der er sein Christsein lebt. Er schreibt: „Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt, 14 und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus“ (Philipper 3,13-14). Paulus ist hochkonzentriert. Er schaut nur nach vorne. Dabei erledigt er nicht mehrere Dinge gleichzeitig und lässt sich von Nebensächlichkeiten ablenken, denn er schreibt: „Eines aber tue ich“ – und das ist: „Ich strecke mich aus nach dem, was da vorne liegt.“

Menschen, die in bestimmten Disziplinen (sei es im Sport, in der Musik oder Kunst) großartige Leistungen vollbringen, haben meist nur eines im Sinn: Sie trainieren und üben über Jahre hinweg, um Spitzenleistungen zu vollbringen. Sie verzetteln sich nicht, sie tanzen nicht auf vielen Hochzeiten und verschwenden keine unnötige Energie. Solch eine Konzentration auf das Ziel ist auch für den Lauf eines Christen absolut notwendig. Du musst dich konzentrieren auf das Ziel! Du darfst nicht aus den Augen verlieren, wo du hinwillst! Denn sonst wirst du straucheln.

Jakobus spricht von einem Mann „mit geteiltem Herzen, unbeständig in allen seinen Wegen“ (Jakobus 1,8). Verfolgst du mehrere Ziele bei deinem Lauf als Christ? Hast du ein geteiltes Herz und stehst in Gefahr, das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren? Paulus ermahnt uns, das Ziel im Fokus zu haben und weder nach rechts noch nach links zu blicken. Er erinnert uns, dass wir nur nach vorne schauen sollen.

Das wusste auch schon Salomo, er schrieb deshalb in den Sprüchen: „Lass deine Augen geradeaus schauen und deine Blicke auf das gerichtet sein, was vor dir liegt! 26 Mache die Bahn für deinen Fuß gerade, und alle deine Wege seien bestimmt; 27 weiche weder zur Rechten ab noch zur Linken, halte deinen Fuß vom Bösen fern!“ (Sprüche 4,25-27). So soll auch ein Christ in der Laufbahn sich nicht von nichtigen Dingen ablenken lassen, sondern den Kampfpreis immer fest vor Augen behalten. Dazu gehört auch, dass „ich vergesse, was dahinten ist“ (Philipper 3,13). Zu vergessen, was hinter mir liegt, bedeutet: Ich schaue während meines Laufes nicht zurück. Ein Läufer dreht sich nicht um und beschäftigt sich mit dem, was sich hinter ihm abspielt. Tut er das doch, verliert er Geschwindigkeit, verlässt die Bahn und verliert am Ende das Rennen. Schau nicht zurück! Es ist bedeutungslos, was hinter dir geschieht.

Was sollen wir denn vergessen? Alles. Paulus macht hier keine Einschränkung oder trifft eine Auswahl. Er meint alles, was hinter uns liegt. Das beinhaltet die guten wie auch die schlechten Dinge. Es bedeutet einerseits, die Erfolge, tugendhaften Taten, großartigen Leistungen und geistlichen Dienste zu vergessen. Wir sollen uns nicht baden in dem, was wir schon alles geleistet haben. Andererseits sollen wir aber auch die schlechten Dinge hinter uns lassen wie Sünden, Missetaten, Fehler und Unheil. Das soll nicht zu Ballast werden, der an uns hängt in unserem Lauf dem Ziel entgegen. Jesus sagt: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes“ (Lukas 9,62; L84). Genauso wenig sollen wir uns von unseren vergangenen Sünden, Verfehlungen und Schulden lähmen und schwächen lassen. Sie sind doch vergeben! Der Schuldbrief ist zerrissen. Was belastest du dich dann mit den Verfehlungen deiner Vergangenheit? Was wühlst du in den Sünden deiner Vorfahren? Schau nach vorne! Wenn du deine Sünden an das Kreuz Jesu gebracht hast, sind sie vergeben und für immer getilgt!

Auch in der Gemeinde blicken wir nach vorne. Hin und wieder hört man Geschwister von den guten alten Zeiten sprechen. „Damals war es so schön, da taten wir dies und taten wir das. Und der Herr war mit uns …“ Natürlich sagt Psalm 103, 2: „Vergiss nicht, was der HERR dir Gutes getan hat.“ Diese Wahrheit soll als Ermutigung für den gegenwärtigen Lauf dienen, aber nicht zur rückwärtsgewandten Nostalgie führen.

Es können auch Verluste von lieb gewordenen Menschen sein, die uns hindern, den Blick nach vorne zu richten. Deine Kinder haben dich verlassen und sind eigene Wege gegangen. Und du schwelgst in der Vergangenheit, als sie noch so klein, süß und gehorsam waren. Oder vielleicht sind liebe Angehörige gestorben und du lebst nur noch in der Erinnerung, wie schön es damals mit ihnen war. Natürlich gibt es eine Zeit der Trauer, und wir dürfen auch weinen. Aber die Trauer darf uns nicht daran hindern, nach vorne zu blicken und zu wissen: Das, was noch kommen wird, ist viel schöner als das, was jemals war.

 

  1. Das Ziel

Und wie heißt nun schließlich das konkrete Ziel, dem Paulus nachjagt? Er benennt es in Römer 8, 29: „Die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden.“ Das Ziel ist, so zu werden, wie Jesus ist. Das ist unsere Berufung, das ist der Weg, auf dem wir uns befinden. Das bedeutet, dass wir danach streben, in einen Stand zu kommen, in dem keine Lüge mehr in uns ist, kein Stolz, keine Überheblichkeit, kein Streit und kein Ehegezänk, kein Ehebruch, keine Habgier, kein böses Herz, keine Krankheit, kein Leid und kein Geschrei, sondern vollkommene Heiligkeit. All das erlangen wir nicht auf dieser Welt, sondern dann, wenn wir bei Ihm sind. Dann werden wir so sein wie Er. Das Ziel ist nicht irdisch, sondern himmlisch. Denn „wir erwarten Jesus Christus als den Retter, 21 der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, sodass er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit“ (Philipper 3,20-21). (Siehe auch 1. Johannes 3,2).

Paulus lebte in der Erwartung, dieses Ziel zu erreichen. Und er bewegte sich mit derselben Hingabe und demselben Eifer darauf zu wie damals, als alles begann. Wenn ein Läufer die Ziellinie überschritten hat, wirft er seine Arme in die Luft und jubelt, weil er gesiegt hat. Und auch im Himmel herrscht Jubel, wenn ein Läufer nach dem anderen ins Ziel kommt.

Es wird der Tag kommen, an dem Jesus dich heimruft. Das wird der Augenblick sein, in dem du die Ziellinie überquerst. Jesus wird da sein und mit Ihm die himmlischen Heerscharen und die Erlösten. Sie sehen, wie du ankommst, und sie jubeln. Sie jubeln aber weniger über dich und deine Leistung, sondern sie jubeln mehr über das Lamm Gottes, das dich dazu brachte, dass du das Ziel erreichen konntest.

Am Ende seines Lebens schrieb Paulus die Worte: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; 8 hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird“ (2. Timotheus 4,7-8; L84). Paulus erwartete den Siegespreis und war gewiss, dass er ihn im Himmel bei Gott empfing. Danach streben auch wir – nicht aus eigener Kraft, aber befähigt durch den Heiligen Geist. Ich wünsche dir wirklich von Herzen den Segen Gottes, Seinen Beistand und Seine Kraft für deinen Lauf. Dann werden wir gemeinsam im Himmel feiern! Amen.

 

Autor: Christian Wegert

Quelle: Arche Gemeinde Hamburg

Thema: Lebendiger Glaube | Beitrag kommentieren

610. Allein das Wort Gottes – „Sola scriptura“

Sonntag, 29. Oktober 2017 | Autor:

Die Bibel_by_Uwe Duwald_pixelio.de

Liebe Blogbesucher,

das Reformationsjahr jährt sich zum 500 mal und viele springen jetzt aus der Deckung und entdecken plötzlich wie kostbar das Wort Gottes ist, wenn man es mit dem Herzen liest. Leider ist zu befürchten, dass die Euphorie um die Bibel nach diesem Höhepunkt bei vielen die aus der Deckung gekommen sind, wieder verflachen wird. Die Gedanken von Hartmut Steeb haben mir gut gefallen, darum wollte ich sie hier auch noch einmal zum aufmerksamen lesen zur Verfügung stellen.

Ich danke Herrn Steeb für die Genehmigung zur Veröffentlichung hier in meinem Blog.

Hartmut Steeb

Allein die Schrift – die Ur-Kunde unseres Glaubens

Das Reformationsgedenkjahr neigt sich dem Ende zu. Was über 10 Jahre lang vorbereitet wurde, auch mit viel Glanz und Gloria bedacht, wird geschlossen. Was bleibt? Hoffentlich mindestens die vier Solis, die uns in die Zukunft für das Leben der Christen und der Kirchen begleiten. Ein Sola nehmen wir in dieser Ausgabe von EiNS auf. Es geht es um die Bibel, Sola scriptura, „Allein die Schrift.“ Denn sie ist die  Ur-Kunde des Glaubens, die ursprüngliche Kunde des Glaubens. Urkunden beglaubigen einen Zustand. Sie weisen aus, dass es wirklich so ist: Die Geburtsurkunde, die Heiratsurkunde, auch die Sterbeurkunde. Die Ur-Kunde der Geschichte Gottes mit den Menschen, die erste Kunde von Gott, ist das Material, mit dessen Hilfe Gott eindeutig und für alle Zeit klar gemacht hat was er sagt, was er will, wie er wirkt, was er getan hat und tun wird und was für unser Leben wichtig ist. Auf diese Ur-Kunde des Wortes Gottes ist Verlass.

Darum ist es tragisch, und das darf und muss man ja gerade auch im Rückblick auf das Reformationsgedenkjahr auch sagen, dass in den letzten Jahrzehnten bis in die Kirchen hinein viel Misstrauen gegenüber dem Wort Gottes gesät wurde. Es ist modern geworden alles anzuzweifeln. Wenn Sie nur einmal die Zusammenfassung christlichen Glaubens nehmen, wie sie im Apostolischen Glaubensbekenntnis zum Ausdruck kommt, dann können Sie die Bibelkritik mit den Händen greifen. Wenn Sie anfangen „Ich glaube an Gott den Vater…“ – dann fragen schon die ersten, ob es nicht auch die Mutter sein kann. Wenn Sie weitergehen „…den Schöpfer, Himmels und der Erde…“ dann kommt die Frage, ob das denn stimmt, ob nicht doch alles aus Zufall geworden ist. Und wenn Sie an die Geburt Jesu kommen, dann erfahren sie selbst den Zweifel von Kirchenleitern an der biblischen Botschaft, dass Jesus von der Jungfrau Maria geboren worden ist. Und wenn man dann gar in manchen ethischen Fragen denkt und sagt, man müsse „in einigen Fragen mit der Schrift gegen die Schrift“, also im Zweifel das Wort Gottes auch gegen ihren Wortlaut auslegen…“ – das ist unreformatorisch!

Wir dürfen uns nicht wundern wenn die Kirche und unser Glaube kraft- und saftlos wird, wenn wir meinen, dass wir es besser wissen würden als Generationen vor uns und als es uns das Wort selbst über sich sagt.

Nein, ich verstehe auch nicht jedes Wort der Heiligen Schrift. Auch wenn ich mich seit Jahrzehnten schon intensiv damit beschäftige, könnte ich noch viele Fragen auf den Tisch legen. Aber mir hat es vor Jahren das Wort aus 2. Timotheus 3,16 angetan und zwar in der älteren Übersetzung Martin Luthers:

„Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Aufdeckung der Schuld, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.“ Die vier Großbuchstaben L A B E stehen für ein altes deutsches Wort: Laben. Es bedeutet: sich erfrischen, Kraft tanken, neue Stärke aufnehmen. Wer Gottes Wort so liest, dass er sich fragt, was dieses Wort lehrt, worin  dieses Wort Schuld aufdeckt, zur Besserung anleitet, zur Erziehung – gemeint ist das altehrfürchtige Wort der „Heiligung“ – führt, der wird genau diese Kraft für sein Leben erfahren. Ich wünsche Ihnen, dass sie sich an diesem Wort Gottes laben können, wie an einer Wasserquelle, der Quelle gelingenden Lebens, gleich anschließend, wenn Sie das Heft EiNS gelesen haben.

Die Evangelische Allianz ist auch eine Bewegung, die der Ur-Kunde des Glaubens traut, auch in Zukunft.

Darin bleiben wir verbunden

Ihr

Hartmut Steeb

Quelle: Magazin EINS der ead

Thema: Lebendiger Glaube | Ein Kommentar

609. Lassen Sie Gott ihre Geschichte schreiben!

Donnerstag, 26. Oktober 2017 | Autor:

Liebe Blogbesucher,

als ich diese Predigt von Isolde Müller las fand ich mich zu 100% darin wieder. Es ist so hilfreich zu sehen, dass viele bedeutende Personen in der Bibel die gleichen Schwierigkeiten hatten wie wir. Deshalb kann ich jeden der in einem Lebenstief steckt nur ermuntern an Gott festzuhalten. Lassen Sie sich von den nachfolgenden Worten ermutigen.

Isolde Müller

Ich danke Isolde Müller vom Missionswerk Karlsruhe für die Genehmigung zur Veröffentlichung.

Erst wenn wir uns mit unserer Vergangenheit versöhnen, werden wir wirklich frei. Dafür können wir einiges von Hiob lernen.

 

Jeder Mensch hat eine Geschichte – seine persönliche Lebensgeschichte. Ganz speziell. Gott selbst schreibt sie. Deshalb weiß Gott, durch welche Herausforderungen Sie in Ihrem Leben schon gegangen sind. Er weiß, welche Enttäuschungen Sie erlebt, welche Höhepunkte Sie gefeiert haben. Gott kennt Ihre Kindheit, Ihre Eltern, Ihr Umfeld, Ihre Ehe und Familie. Er kennt unsere Geschichte besser als wir selbst. Wie ergeht es Ihnen, wenn Sie zurückblicken? Können Sie sagen: „Es ist gut, wie Gott mich geführt hat“? Viele Menschen nehmen ihre eigene Lebensgeschichte nicht an. Sie hadern damit. Sie wünschten, ihre Vergangenheit wäre anders verlaufen oder sie selbst wären eine andere Persönlichkeit. Oder sie haben Schuldgefühle bzw. ein schlechtes Gewissen wegen etwas, das in der Vergangenheit geschehen ist und denken: „Hätte ich bloß damals dies und jenes getan!“ oder: „Hätte ich doch anders entschieden!“

Gott schreibt nur gute Geschichten

Zur geistlichen Reife gehört, dass wir uns mit unserer Geschichte versöhnen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott einen Plan hat mit unserem Leben. Wir dürfen vertrauen, dass er unsere Geschichte mit guten Absichten schreibt und dass sie gut ausgehen wird. Auch aus unseren Niederlagen macht er etwas Gutes! Wenn wir diese Gewissheit haben, erfahren wir Frieden und Gelassenheit im Leben. Vielleicht scheint in Ihrem Leben alles kaputt zu sein? Ich kann Ihnen zusprechen: Es gibt Hoffnung! Gott wird wiederherstellen, was Satan rauben konnte. In der Bibel lesen wir oft von Menschen mit vielen verschiedenen Nöten. Gott begegnete jeder Not anders. Er will auch Ihrer Not begegnen. Er kann Ihre Geschichte anders weiterschreiben als bisher.

Manchmal ist es nötig, dass wir dafür unsere Blickrichtung ändern. Schauen Sie nicht auf Ihre Umstände, sondern heben Sie den Blick: Sehen Sie auf Gott. Die neue Blickrichtung setzt den Segen in Bewegung und verändert Ihre Situation. Und dann können Sie es getrost Gott überlassen, wie er Ihr Problem löst. In der Bibel gibt es unzählige Beispiele, wie Gott mit Menschen Geschichte geschrieben hat – trotz ihrer Fehler, trotz ihrer Unzulänglichkeiten:

Mose konnte sich schlecht ausdrücken, er stotterte und war ein Mörder.

Gideon hatte Angst.

David hatte eine Affäre und war ebenfalls ein Mörder.

Petrus verleugnete Jesus.

Und Martha machte sich ständig Sorgen.

Man könnte noch viele weitere aufführen. Gott hat mit ihnen allen Geschichte geschrieben! Egal wie ihre eigenen Geschichten aussahen, egal welche Fehler hinter ihnen lagen. Selbst die Jünger hatten keine glänzenden Lebensgeschichten. Jesus kannte ihre Fehler gut – und trotzdem hat er sie in seinen engsten Kreis berufen!

Hiob: ein Beispiel für Gottes Sieg

Betrachten Sie mit mir ein besonderes Leben: die Geschichte von Hiob. Wenn es uns sehr schlecht geht, vergleichen wir uns manchmal mit Hiob. Sogar die Welt kennt diesen „armen Kerl“, der den Ausdruck „Hiobsbotschaft“ geprägt hat. Hiob wird eigentlich nur im Negativen genannt. Dabei ist seine Geschichte ein Beispiel für Gottes Sieg und Wiederherstellung! Ich denke, mit dieser Geschichte will Gott uns seine Souveränität zeigen: Unser Leben ist in seiner Hand. Gott hat zugelassen, dass Hiob von Satan angegriffen wurde, obwohl es keinen Grund dafür gab: Er hatte sich nicht versündigt und sich nichts zuschulden kommen lassen. Eine Geschichte mit einer ähnlichen Aussage lesen wir auch im Neuen Testament, in Johannes 9,1–3: „Und als [Jesus] vorüberging, sah er einen Menschen, blind von Geburt. Und seine Jünger fragten ihn und sagten: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbart würden.“ Das ist auch der eigentliche Sinn des Buches Hiob: Gottes Macht soll offenbar werden. Wir sollen erkennen, dass Gott treu ist. Gott will zeigen, dass Satan nichts ausrichten kann, auch wenn er noch so wütet: Gottes Macht ist größer! Gott kann alles wiederherstellen, was Satan uns geraubt hat. Ja, er kann es sogar vermehren.

Behalten Sie Ihr Gottvertrauen

In Hiob 1,1 sagt uns die Bibel, dass Hiob ein rechtschaffener, redlicher und gottesfürchtiger Mann war, der das Böse mied. Wir kennen die Geschichte: Hiob verlor alles – seinen Besitz, seine erwachsenen Kinder und er wurde sehr krank. Doch trotz alldem hielt er Gott die Treue. Er überprüfte sich, ob Sünde in seinem Leben war und wir lesen in Kapitel 2,10, dass Hiob sagte: „Das Gute nehmen wir von Gott an, da sollten wir das Böse nicht auch annehmen?“ Und weiter heißt es: „Bei alldem sündigte Hiob nicht mit seinen Lippen.“

 

Es ist hilfreich, sich selbst die Frage zu stellen: Was kommt im Laufe unserer Lebensgeschichte aus unserem Mund heraus? Sind wir schnell dabei, Gott Vorwürfe zu machen oder das Warum und Wieso zu beklagen? Wenn Gott nicht gleich eingreift, meinen wir, er höre uns nicht oder habe uns vergessen. So verbeißen wir uns in unser eigenes Denken und werfen unser Vertrauen weg, wenn etwas nicht so geht, wie wir es uns wünschen. Hiob dagegen hat Gott vertraut. Kein schlechtes Wort gegen Gott kam ihm über die Lippen.

Doch dann erlebte Hiob die Anfechtung in Form seiner Freunde. Sie ließen nicht locker und wollten ihm einreden, dass er Schuld auf sich geladen habe. Sie kamen mit all den Floskeln, die manche von uns auch gut kennen: „Du hast gesündigt.“ – „Du hast zu wenig Glauben.“ – „Gott straft dich.“ – „Gott hat dich vergessen, er hört dich nicht.“ Sind das Sätze, die Sie auch denken?

Die Texte in Hiob beschreiben detailliert, wie sehr Freunde oder andere Menschen einem zusetzen können. Hiob war innerlich zerschunden und verletzt. Er fühlte sich angegriffen. Am Anfang hatte er auf Gott vertraut, aber dann begann er zu zweifeln. Er wollte sterben. Er wollte aufgeben, weil er plötzlich keinen Ausweg mehr sah. Genauso kann es uns selbst ergehen, wenn wir auf Menschen hören, die uns Falsches einreden. Lassen Sie sich von anderen nichts einreden, wenn es Ihnen schlecht ergeht, sonst kommt Verzweiflung auf. Lassen Sie nicht zu, dass Satan Sie durch falsche Einflüsterungen in Depressionen führt.

In Hiob 42,7 spricht Gott mit Hiobs Freunden: „Ich bin voller Zorn über dich und deine beiden Freunde, ihr habt nicht die Wahrheit über mich gesagt, so wie mein Diener Hiob es tat!“ Auch wir hören oft die Unwahrheit über Gott – von Menschen um uns herum. Die Frage ist: Wem glauben wir? Den Menschen oder Gottes Wort?

Sagen sie sich los vom Negativen

Im letzten Kapitel im Buch Hiob lesen wir, was Hiob schließlich in einem Zwiegespräch mit Gott sagte: „Herr, ich erkenne, dass du alles zu tun vermagst; nichts und niemand kann deinen Plan vereiteln. Du hast gefragt: ‚Wer bist du, dass du meine Weisheit anzweifelst mit Worten ohne Verstand?’ Ja, es ist wahr: Ich habe von Dingen geredet, die ich nicht begreife, sie sind zu hoch für mich und übersteigen meinen Verstand. Du hast gesagt: ‚Hör mir zu, jetzt rede ich, ich will dich fragen, und du sollst mir antworten.’ Herr, ich kannte dich nur vom Hörensagen, jetzt aber habe ich dich mit eigenen Augen gesehen. Darum widerrufe ich meine Worte, ich bereue in Staub und Asche“

(Hiob 42,2-6). Hiob bereute, dass er sich von seinen Freunden so hatte herunterziehen lassen. Es tat ihm leid, dass er Gott angeklagt und an seiner Hilfe gezweifelt hatte. Hiob hat Gott um Vergebung gebeten, seine negativen Worte widerrufen. Er hat sich losgesagt von all dem Blödsinn, den er geredet hatte. Ist das in Ihrer Situation gerade auch angebracht? Sagen Sie sich los von allen negativen Worten und Gedanken.

„ALS HIOB FÜR SEINE FREUNDE BETETE; DA WENDETE DER HERR FÜR IHN ALLES ZU GUTEN:“

HIOB 42,10

Vermeiden Sie Negative Festlegungen

Wenn eine negative Haltung in uns wächst und wir diese aussprechen, machen wir leicht eine Tür auf für den Feind. Negative Aussagen können eine Festlegung in unserem Leben sein. Mit dem Ausspruch „Ich schaffe es nicht!“ legen wir uns beispielsweise fest, dass die Situation im Schlechten bleibt.

Manchmal sind es auch andere Menschen, die uns festlegen. Wenn wir ihre Aussagen glauben und annehmen, können Sätze wie „Aus dir wird nie etwas werden!“ oder „Du bist ein Versager!“ zu Festlegungen werden, die uns binden. Es ist, als lege der Feind den Finger darauf und trumpfte auf: Du hast es doch gesagt! In Galater 6,7 lesen wir: „Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten.“ Der Same, den wir aussäen, wird wachsen. Positiv oder negativ.

Üben sie sich in Vergebung

Gott hat Hiobs Leben wiederhergestellt: seine Ehre, seinen Stand. Hiob wurde von Gott gerechtfertigt – und er hat mehr bekommen als vorher: „Als Hiob für seine Freunde betete, da wendete der Herr für ihn alles zum Guten. Er gab ihm doppelt so viel, wie er früher besessen hatte“ (Hiob 42, 10). Von Krankheit war nun auch keine Rede mehr. Die wichtigste Aussage des ganzen Buches Hiob lesen wir in diesem Vers: Hiob musste erst vergeben, bevor Gott ihn großzügig neu beschenkte. Mit Groll im Herzen kann man nicht für seine Widersacher beten. Danach wendete der Herr für ihn alles zum Guten – so steht es hier. Das Buch Hiob ist die Lebensgeschichte einer Wiederherstellung. Aber die Voraussetzung ist, dass wir vergeben.

Gott kennt Ihr Leben, Ihre Geschichte, Ihre Herausforderungen. Versöhnen Sie sich mit Ihrer Geschichte. Schaffen Sie heute einen Wendepunkt in Ihrem Leben. Lassen Sie sich ermutigen durch die Geschichte von Hiob – einer Geschichte der Wiederherstellung. Plagen Sie sich nicht mit Selbstvorwürfen. Klammern Sie sich nicht an alten Groll. Gehen Sie den Weg der Vergebung. Sie können Ihrer Lebensgeschichte eine Wendung geben und Gott kann Ihre Geschichte ganz anders weiterschreiben!

 

Isolde Müller – Leiterin des Missionswerkes

Quelle: Freude am Leben

 

Thema: Lebendiger Glaube | Beitrag kommentieren

598. Die Bibel Lüge oder Wahrheit

Donnerstag, 14. September 2017 | Autor:

Die Bibel

Lieber Blog Besucher,

als ich dieses Heft gelesen habe ist mir so bewußt geworden wie groß unser Gott ist. Wie oft sind wir Menschen auf unsere eigenen Leistungen stolz und glauben, dass wir die Allergrößten auf diesen Planeten sind. Ich bin mir unheimlich klein und hilfsbedürftig vorgekommen als ich die Fakten dieser Zahlen bewußt bedacht habe.

 

 

Ich bedanke mich bei Herrn Reichl vom CLV Verlag  bei Herrn Werner Gitt(Autor) und Herrn Caspari Mission Heukelbach für die Genehmigung zur Veröffentlichung hier in meinem Blog.

Hier nur ein Beispiel aus der Broschüre zum staunen:

Das ist ein Zitat aus dem Buch „Fragen“ von Werner Gitt. Seite 29/30

Der folgende Fragenkomplex, bei dem es um die Gültigkeit und Verbindlichkeit der Bibel geht, ist von sehr grundlegender Art. Deshalb werden in diesem Kapitel nur fünf Fragen behandelt und – dem Gewicht dieser Thematik entsprechend – wird ein sehr ausführlicher Anhang angefügt. FB1: Die Bibel ist doch von Menschen aufgeschrieben worden, darum ist alles relativ zu sehen. Wie können Sie sagen, dass sie von Gott ist und dass alles wahr ist? AB1: Wir wollen hier die Frage nach der biblischen Wahrheit an einem ausgewählten Beispiel zeigen, das den Vorteil hat, mathematisch nachvollziehbar zu sein. Die Bibel enthält 6408 Verse mit prophetischen Angaben, von denen sich 3268 bisher so erfüllt haben, während die restlichen Prophetien noch zukünftige Ereignisse betreffen. Keine Voraussage ist verändert eingetroffen. Das gibt es in keinem anderen Buch der Weltgeschichte. Hier haben wir einen – auch mathematisch ausdrückbaren – Wahrheitsgehalt vor uns, der nirgends seinesgleichen hat. Wir wollen nun die Frage stellen, ob es möglich ist, dass sich so viele Prophetien zufällig erfüllen können, d.h., ob ihr Eintreffen ohne das Wirken Gottes erklärbar ist. Dazu werden wir uns nun der Wahrscheinlichkeitsrechnung bedienen. In dem folgenden Berechnungsmodell wird nicht berücksichtigt, dass manchmal mehrere Verse der Bibel dazu dienen, eine einzige Prophetie zu beschreiben und zum anderen ein Vers auch mehrere Prophetien enthalten kann. Ebenso geht der Tatbestand, dass manche prophetische Aussage mehrfach erwähnt wird, nicht in die Rechnung ein. Diese Modellvereinfachung wird jedoch durch den folgenden Ansatz für die Grundwahrscheinlichkeit bei Weitem ausgeglichen. Nimmt man die sehr hohe Grundwahrscheinlichkeit von p = 0,5 für die zufällige Erfüllung einer Einzelprophetie an, so lässt sich die Gesamtwahrscheinlichkeit w für die 3268 bisher erfüllten Prophetien mathematisch exakt errechnen. Diese beträgt w = 2–3268 = 1,714 ·10–984. Die prophetischen Aussagen sind derart, dass das Eintreten des jeweilig beschriebenen Ereignisses mathematisch mit 1:1000 bis 1 zu mehreren Millionen anzusetzen wäre. Mit dem Ansatz 1 :2 (= 0,5) liegen wir damit auf der absolut sicheren Seite. Zum Zahlenvergleich für w wollen wir einige ausgedachte Lottosysteme betrachten. Wenn die Wahrscheinlichkeit für einen Volltreffer im kommerziellen Zahlenlotto »6 aus 49« – d.h. aus 49 Feldern mit fortlaufender Nummerierung – etwa 1:14 Millionen beträgt, so wollen wir die Frage stellen: Auf wie viel Felder dürfte ein zweiter Lottoschein erweitert werden, bei dem ebenfalls 6 richtige Zahlen für einen Volltreffer zu benennen sind, um gerade auf jene Wahrscheinlichkeit zu kommen, die sich für die zufällige Erfüllung von 3268 Prophetien ergäbe? Was würden wir schätzen? a) die Größe einer Tischtennisplatte? Auf einer Fläche von A = 1,525 · 2,74 m2 = 4,1785 m2 sind L = 167 140 Einzelfelder von der Größe, wie sie auf einem handelsüblichen Lottoschein anzutreffen sind, möglich. b) die Größe eines Fußballfeldes? Bei A = 7350 m2 sind L = 459375 000 Einzelfelder möglich. c) oder gar die Oberfläche der gesamten Erdkugel? Bei A = 510 Mill. km2 sind L = 31,3653 · 1018 Einzelfelder möglich, wobei 1018 eine Trillion oder eine Million Billiarden bedeutet. Rechnet man die Wahrscheinlichkeiten aus, um bei L durchnummerierten Feldern sechs Richtige zu ziehen, so ergeben sich für die obigen Flächen folgende Werte: a) w = 1 : 0,4 · 1030 (bzw. 2,5 · 10–30) b) w = 1 : 1,3 · 10 49 (bzw. 7,69 · 10–50) c) w = 1 : 1,3 · 10114 (bzw. 7,69 · 10–115) Wir sehen anhand der Zahlen für w, dass die Vergleiche a) bis c) völlig unzureichend sind. Das mathematische Ergebnis für die Felderzahl ist geradezu atemberaubend! Wir müssten zu ihrem Größenvergleich die Gesamtzahl aller Atome des Universums zu Hilfe nehmen, und diese ist mit 1080 selbst nicht mehr vorstellbar. Es ist eine 1 mit 80 Nullen oder die Zahl 10 Milliarden achtmal mit sich selbst multipliziert. Auf die errechnete transastronomische Zahl von 2,74 · 10164 Feldern jenes Superlottoscheins kommt man allerdings erst durch einen weiteren, unsere Vorstellungen noch einmal übersteigenden Vergleich: Stellt man sich so viele Universen gleicher Größe vor, wie unser Universum Atome hat, dann ist die Gesamtzahl der Atome aller dieser gedachten Universen immer noch um den Faktor 27 400 kleiner als der benötigte Lottoschein Felder haben dürfte [G1, 185]. Nach den obigen Betrachtungen können wir nur eine vertretbare Konsequenz ziehen: Die Prophetien sind göttlicher Art, sie können von keinem Menschen stammen. So führen uns die Berechnungen zu einem Ergebnis, das Jesus in dem bekannten Gebet zum Vater (oft fälschlicherweise als »Hohepriesterliches Gebet« bezeichnet, obwohl es sich hier nicht um einen hohepriesterlichen Dienst, d.h. Sühnung der Sünden des Volkes, handelt) auf die knappe Formel bringt: »Dein Wort ist die Wahrheit!« (Joh 17,17). Die Bibel kann somit nicht von menschlicher Herkunft sein, sondern es gilt: »Alle Schrift ist von Gott eingegeben« (2Tim 3,16). Gott benutzte auserwählte Menschen, denen er die für uns wichtige Information gab, damit sie diese – ohne dabei ihre Person, ihr Wesen und ihre Empfindungen auszuklammern – für uns aufschrieben. Weiteres zu dieser Frage ist in drei Unterkapiteln im Anhang »Basissätze zur Bibel« zu finden: I.1 Zu ihrer Herkunft; I.2 Zu ihrem Wahrheitsgehalt; I.3 Zur Prüfung ihrer Wahrheit.

 

Frage: Haben Sie dies alles verstanden? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch.

 

Die Bibel Lüge oder Wahrheit

Thema: Lebendiger Glaube | Ein Kommentar

555. Lobpreis bahnt den Weg zum Herzen Gottes

Montag, 19. Dezember 2016 | Autor:

Liebe Blog Besucher,

ich bin überzeugt davon wenn die Christenheit im Gehorsam Gott das Lobopfer bringen würde dass IHM allein zusteht, es sehr gut mit der Christenheit stünde. Aber der Ungehorsam dem Wort Gottes gegenüber und die Bequemlichkeit der westlichen Christenheit spiegelt den „Zustand“ wider den wir zur Zeit vor Augen haben. Mein Gebet ist es was im Psalm 50, Vers 23 geschrieben steht: „Wer Dank opfert, der preiset mich; und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes“.

Herzlichen Dank an Matthias Allgaier von Missionswerk Stimme des Glaubens für die Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Lobpreisbetrachtung aus dem Heft: Die Macht des Lobpreises.

 

Gebet und Lobpreis dürfen nie voneinander getrennt werden. Gebet und Lobpreis sind die zwei Flügel, durch die unsere Seele in den Himmel liegt. Wenn einer vernachlässigt wird, fahren wir nicht auf mit Flügeln wie Adler (Jes 40,31).

Gebet und Lobpreis sind die zwei Schritte, mit denen das Heer des Herrn vorwärtsgeht. So gewiss, wie die Soldaten immer »links, rechts, links, rechts« marschieren, müssen wir unseren Lobpreis genauso üben undpflegen wie unser Gebet, wenn wir vorwärtsschreiten wollen.

Wir stehen alle in Gefahr, das Gebet zu vernachlässigen, und wir stehen vielleicht alle in noch größerer Gefahr, den Lobpreis zu vernachlässigen. Manch eine Gebetsstunde würde neu belebt werden und neue Kraft empfangen, wenn die Menschen beginnen würden, Gott zu loben.

Wenn es einen besseren Maßstab für das geistliche Leben gibt als das Gebetsleben, dann ist es das Leben des Lobpreises. Satan fürchtet das Gebet. Wenn es etwas gibt, was er noch mehr fürchtet als das Gebet, dann ist es der Lobpreis. Lobpreis verleiht dem Christen den Wohlgeruch.

Gott wartet auf die Stimme Seiner Kinder. Das ist die schönste Musik für Seine Ohren. Wenn Er etwas lieber hört als die Stimme des Gebets, ist es die Stimme des Lobpreises und der Anbetung.

Wenn es etwas gibt, das das Christenleben noch wohlriechender macht, ist es Lobpreis. Es soll hier nicht um Gebet oder Lobpreis gehen. Die beiden gehören zusammen. Wir sollen beten ohne Unterlass und sollen auch viel Zeit mit Loben verbringen (Luk 21,36; 1.Thes 5,17; Heb 13,12-15).

Lobpreis verschönert die Seele. Das Loben ist vielleicht die schönste Tätigkeit der Seele. Ein Leben, das mit Lobpreis erfüllt ist, wird fast engelhaft. Lobpreis, Danksagung, Liebe, Anbetung bringen das Leben zum Leuchten.

Die Herrlichkeit Gottes umgibt das Leben, das allezeit fröhlich ist, Dank sagt in allen Dingen und reine Liebe zu Gott und Menschen ausstrahlt (1.Thes 5,16-18; Röm 5,5). Lobpreis macht die Stimme süßer und die Seele lieblicher. Lobpreis erfüllt das Leben mit Gesang, das Herz mit Freude und verleiht dem ganzen Wesen einen Glanz.

Der Lobpreis sollte im Gebet an erster Stelle stehen. Es ist bedeutsam, dass in der verheißenen zukünftigen Herrlichkeit die Mauern »Heil« und die Tore »Lob« heißen sollen (Jes 60,18). »Geht zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben« (Ps 100,4).

Es gibt keinen würdigeren Eingang in die Gegenwart Gottes, als den Eingang des Lobpreises. Loben öffnet die Tore zum Segen. Loben bahnt den Weg zu erhörtem Gebet. Loben bahnt den Weg zum Herzen Gottes. »Mögen sie den Herrn preisen wegen seiner Güte und wegen seiner Wundertaten an den Menschenkindern; und Opfer des Lobes opfern und mit Jubel erzählen seine Taten!« (Ps 107,21-22).

Es ist ein Geheimnis des gesegneten Lebens, dass Lobpreis nicht nur Segen hinzufügt, sondern auch jeden Segen Gottes vermehrt. Lobpreis erfüllt ein Leben mit der Atmosphäre des Himmels.

Es gibt Zeiten, in denen das Loben nicht leichtfällt. »So lasset uns nun opfern durch ihn das Lobopfer Gott allezeit, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen« (Heb 13,15). Wenn du beginnst zu loben, verschwindet langsam die Unruhe aus deinem Herzen und die Furcht aus deiner Seele wie der Nebel vor der Sonne.

Wenn du anfängst zu loben, wird der Friede deiner Seele vermehrt. Wenn du anfängst zu loben, wird deine Sorge in Freude verwandelt.

Wenn du anfängst zu loben, verstummen Murren und Kritik, der Odem des Himmels bläst die Wolken weg, und du fühlst dich wieder rein und neu. Wenn du anfängst zu loben, wendet sich Satan mit Schrecken ab und flieht.

Der Lobpreis Gottes bahnt dem Heiligen Geist den Weg in deinem Leben. Der Lobpreis Gottes erhebt dich über die Anklagen Satans. Der Lobpreis Gottes verwandelt deine Berge der Schwierigkeiten in Hügel des Segens.

Der Lobpreis Gottes verleiht dir Adlerflügel, und mit dem Glaubensauge siehst du schon den Sieg! Der Lobpreis Gottes vermehrt deinen Glauben und erfüllt dich mit Freude und Frieden im Glauben (Röm 15,13).

Der Lobpreis Gottes scheint dich mit dem Glauben Gottes selbst zu füllen und dich mit der Kraft des Heiligen Geistes zu stärken. Der Lobpreis Gottes wandelt dich und die Situationen vor deinen Augen um. Gott zu loben, bahnt Wundern den Weg.

Der Lobpreis Gottes bringt alle Hilfsquellen des Himmels zu deiner Unterstützung herbei. Die Engel Gottes erkennen den Ton des Lobpreises und eilen, dir in der Erringung des Sieges behilflich zu sein. Der Lobpreis Gottes bringt den Siegesruf mitten im Kampf.

In der Schlacht zur Zeit Josaphats, als König und Volk sich demütigten und Gottes Angesicht suchten, gab der Herr durch Seinen Geist einem unbekannten Leviten eine Botschaft der Hoffnung. Sie glaubten der Verheißung Gottes und zogen mit Lobgesang in die Schlacht. »Und da sie anfingen mit Danken und Loben, ließ der Herr einen Hinterhalt kommen über die Ammoniter und Moabiter und die vom Gebirge Seir, die wider Juda gekommen waren, und sie wurden geschlagen« (2Chr 20,22). Lobpreis stellt dem Teufel einen Hinterhalt. Kein Wunder, dass er lieht, wenn er Lobpreis hört! Als Israel Gott pries, fielen die Mauern von Jericho. Als Paulus und Silas beteten und Gott lobten, öffnete der Herr die Gefängnistüren zu Philippi (Apg 16,23-24).

Und wenn du beginnst, den Herrn zu loben, werden auch dir neue Siege geschenkt.

Das war das Geheimnis, das David lernte, und wir alle müssen es immer wieder lernen.

David bezeugt: »Ich will den Herrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein« (Ps 34,2).  Meine Zunge soll … dich täglich preisen« (Ps 35,28). »Lass meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich« (Ps 71,8).

»Wer kann die großen Taten des Herrn ausreden und alle seine löblichen Werke preisen?« (Ps 106,2). »Ich aber will immer harren und will immer deines Ruhmes mehr machen… Ich gehe einher in der Kraft des Herrn« (Ps 71,14.16). Kannst du nun erkennen, warum David ein Mann nach dem Herzen Gottes war? (Apg 13,22).

Möchte jeder Tag ein Tag des Lobpreises werden. Beginne, indem du dein Herz mit Lobpreis erfüllst, wo du auch sein magst. Beginne, gleich am Morgen als erstes, den Herrn zu preisen. Jedes Mal, wenn du versucht wirst zu zweifeln, dich zu fürchten, zu sorgen, zu kritisieren, irgendeiner Versuchung nachzugeben, fange an, Gott zu preisen. Lobpreis erfüllt dich mit Glauben und Kraft. Lobpreis kleidet dich mit der Schönheit des Himmels. Lobpreis öffnet dem Segen die Tür. Lobpreis gewinnt die Schlacht für Gott.

»Lobe den Herrn, meine Seele! Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, solange ich hier bin« (Ps 146,1-2).

Autor: W.Duewel

Thema: Lebendiger Glaube | Beitrag kommentieren

554. Ein Platz am Tisch des Königs

Montag, 19. Dezember 2016 | Autor:

Festtafel_by_raphael-reischuk_pixelio-de

Ich bedanke mich bei Isolde Müller für die Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Predigt.

 

Das Leben Davids in der Bibel spiegelt viele Facetten wider. David als Hirte, als König, als er Goliath besiegte oder eine andere, weniger bekannte Geschichte, die das Herz Davids offenbart. Er war ein außerordentlicher Mensch. Gott nennt ihn: ein Mann nach meinem Herzen. David hat viele Fehler gemacht und auch große Fehler, doch sein Geheimnis war ein bußfertiges Herz. Immer wieder lesen wir, dass es ihm leidtat, nachdem er Fehler gemacht hatte. Daraus sehen wir, dass Gott keine Übermenschen oder perfekte Menschen braucht, um zu sagen: ein Mann oder eine Frau nach meinem Herzen! David war ein Mensch wie Sie und ich. Mit allen Fehlern und Schwächen. Es kommt alleine auf unsere Herzenseinstellung an, die wir zu Gott haben. Darauf, ob wir überhaupt daran denken, unsere Fehler bei Gott zu bereinigen! Kommen Sie mit Ihren Fehlern unter die Vergebung Gottes und bewahren Sie sich ein reines Herz! So wie David es tat. In der Bibel lesen wir eine Geschichte, die mich selber sehr berührt hat und ich musste denken: Was für ein Herz hatte dieser David! Es ist die Geschichte eines Mannes, der am Tisch des Königs David sitzen durfte. Dieser Mann hatte viel Leid erlebt und lebte versteckt, ohne dass ihn jemand wahrnahm. Wir lesen von ihm, als er noch ein kleiner Junge war. Er war fünf Jahre alt und war, durch einen Sturz, an beiden Beinen gelähmt. Eine furchtbare Geschichte für einen Jungen, der in dieser damaligen Zeit lebte. Sein ganzes Leben war ruiniert seit diesem Sturz. Damals gab es keine Hilfe, keine Krankenversicherung, keine Hilfsmittel, keinen Rollstuhl. Lahme Menschen waren dazu bestimmt, betteln zu gehen. Der Name dieses kleinen Jungen war Mefi-Boschet und er war der Sohn Jonatans, des Sohnes Sauls, also der Enkel von Saul.

 

Die Geschichte beginnt in 2. Samuel, Kapitel 4, Vers 4: Und Jonatan, der Sohn Sauls, hatte einen an beiden Füßen gelähmten Sohn. Er war fünf Jahre alt, als die Nachricht von Saul und Jonatan aus Jesreel kam; da hatte ihn seine Amme aufgenommen und war geflohen. Und es geschah, als sie hastig floh, dass er hinfiel und gelähmt wurde. Und sein Name war Mefi-Boschet. Man kann sich diese Panik vielleicht vorstellen. Die Nachricht kam, dass Saul und Jonatan tot waren und jeder dachte, nichts wie weg hier. In diesem Aufruhr fiel dieser kleine Junge so unglücklich, dass er von diesem Moment an gelähmt war. Wir würden heute sagen, sein Kindermädchen hat ihn auf der Flucht fallen lassen. Das war in dieser Zeit eine furchtbare Sache, denn er konnte sich bestenfalls mit Krücken fortbewegen und sonst nichts. Die Bibel schweigt lange über sein Leben. Er war von den Menschen vergessen. Keiner dachte mehr an ihn, er wurde überhaupt nicht wahrgenommen.

Doch Gott hatte ihn nicht vergessen! Auch Sie sind nicht vergessen, wenn Sie in einer ausweglosen Situation stecken, wie dieser kleine Junge. Vielleicht haben Sie auch schon gedacht: Jetzt ist alles zu Ende – niemand kann mir noch helfen! Vielleicht sind Sie verzweifelt, wie es dieser Junge bestimmt auch war, als er merkte, dass er nicht mehr gehen konnte. Sind auch Sie an so einem Punkt, wo es nicht mehr weitergeht? Ich möchte Ihnen sagen: Gott hat Sie nicht vergessen!“ Egal wo Sie versteckt sind. Vielleicht werden auch Sie nicht wahrgenommen, leben zurückgezogen, ohne Freunde? Doch Gott hat Sie nicht vergessen!

 

Sehen wir weiter in unserer Geschichte. Inzwischen ist David König über Israel. In 2. Samuel 8, Vers 15 heißt es: Und David war König über ganz Israel. Und David übte Recht und Gerechtigkeit an seinem ganzen Volk. Und plötzlich kommt es David in den Sinn: Gibt es vielleicht noch jemand, der vom Haus Sauls übrig geblieben ist, damit ich Gnade an ihm erweise, um Jonatans willen? (2. Samuel 9,1). David erinnert sich plötzlich – da waren doch noch mehr Familienangehörige. Was für ein Herz hatte David! Den Angehörigen von Saul will er Gnade erweisen. Er selber wurde verfolgt, nicht für voll genommen, verspottet, man wollte ihn umbringen – wie hat ihn doch Saul drangsaliert. Und nun wollte er Gnade erweisen an den Nachkommen vom Hause Sauls. Kein Groll war da – keine Rachegedanken, kein: Geschieht ihnen recht, wenns ihnen schlecht geht! Sein Herz war voller Barmherzigkeit und Gnade. Ein wunderbares Bild auf Jesus! Jesus als König übt Recht und Gerechtigkeit an seinem ganzen Volk. Auch er hat nicht gesagt: Geschieht ihnen recht, wenns ihnen schlecht geht! Warum haben sie mich abgelehnt oder verfolgt oder wollten nichts von mir wissen! Nein! Jeden Menschen nimmt er an, wenn wir nur zu ihm kommen. Jesus hat Barmherzigkeit und Gnade für jeden von uns, wenn wir sie nur haben wollen. So wie es hier auch bei David war.

 

Lange Zeit ist vergangen und Mefi-Boschet ist inzwischen erwachsen. Er fristet sein Leben weitab bei Menschen, die ihm helfen. 2. Samuel 9,2: Es war aber ein Knecht vom Haus Sauls, sein Name war Ziba, … Vers 3-7: Und der König sagte: Ist niemand mehr da vom Haus Sauls, damit ich Gottes Gnade an ihm erweise? Da sagte Ziba zum König: Es ist noch ein Sohn Jonatans da, der an beiden Füßen gelähmt ist. Und der König sagte zu ihm: Wo ist er? Ziba sagte zum König: Siehe, er ist im Haus Machirs, des Sohnes Ammiels, in Lo-Dabar. Da sandte der König David hin und ließ ihn aus dem Haus Machirs, des Sohnes Ammiels, aus Lo-Dabar holen. Da kam Mefi-Boschet, der Sohn Jonatans, des Sohnes Sauls, zu David und fiel auf sein Angesicht und warf sich nieder. Und David sagte: Mefi-Boschet!Er sagte: Siehe, dein Knecht. Und David sagte zu ihm: Fürchte dich nicht! Denn ich will nur Gnade an dir erweisen um deines Vaters Jonatan willen, und ich will dir alle Felder deines Vaters Saul zurückgeben; du aber sollst ständig an meinem Tisch das Brot essen. Jetzt gab es eine Wende in Mefi-Boschets Leben. Der König hatte ihn gesehen! Wenn der König Sie sieht, gibt das auch Ihrem Leben eine Wende. Hier sehen wir eine wunderbare Parallele: König David rief ihn mit Namen und er antwortete und David sagte: Fürchte dich nicht! Denn ich will nur Gnade an dir erweisen … Jesus ruft auch Sie beim Namen: Er kennt Ihren Namen. Wenn Sie ihm geantwortet haben und Ihr Leben ihm gegeben haben, hat er Ihren Namen in das Buch des Lebens geschrieben. Sie sind von nun an berechtigt, am Tisch des Königs zu sitzen und wenn man beständig am Tisch sitzt, ist man zu Hause, man gehört zur Familie. Am Tisch zu Hause versammelt man sich, um Dinge zu besprechen, um wichtige Entscheidungen zu fällen. Da hört man, was der Vater sagt. Da bekommt man die Gedanken und Entscheidungen mit, die dort gefällt werden. Wenn Sie in der Gemeinschaft des Vaters, Jesus und des Heiligen Geistes sind, hören Sie, was sie Ihnen zu sagen haben. Jesus selbst sagt, dass er seinen Kindern das mitteilt, was er vom Vater hört.

Wenn Sie beständig in der Gemeinschaft sind, kennen Sie auch den Willen des Vaters und wie er es meint. Jesus sagt auch zu Ihnen: Fürchte dich nicht! Wenn wir zu unserem König Jesus Christus kommen, verändert sich unser Leben radikal! Gnade heißt die Wendung. Wir erfahren Gnade und alle Furcht weicht. Gnade, weil Jesus für uns am Kreuz von Golgatha gestorben und siegreich auferstanden ist. Deshalb fließt Gnade in unser Leben. Begnadigt zu sein, kann nur einer verstehen, der Schuld auf sich geladen hat. Vergebung zu erlangen, aus lauter Liebe. Nicht mehr draußen zu sein, weit weg, wie Mefi-Boschet, sondern aufgenommen in die Familie – am Tisch des Königs. Er brauchte sich nicht mehr zu verstecken. Da war plötzlich Geborgenheit. Nicht mehr der Außenseiter – ausgestoßen! Nein, David sagte zu ihm: „Fürchte dich nicht!“ Gott sagt auch zu seinem Volk, ja zu jedem Einzelnen: „Fürchte dich nicht! Ich bin bei dir! Ich halte dich, durch meine Gerechtigkeit!“ Wenn wir ganz nahe beim König sind, brauchen wir uns nicht mehr zu fürchten. Was oder wer kann uns etwas anhaben, wenn der allmächtige Gott mit uns ist? Römer 8,31: Wenn Gott für uns ist, wer ist gegen uns?

Lesen wir in unserer Geschichte weiter, lässt uns Mefi-Boschet in sein Herz schauen. Es ist ein gebrochenes Herz, voller Angst. 2. Samuel 9, Vers 8: Da warf er sich nieder und sagte: Was ist dein Knecht, dass du dich einem toten Hund zugewandt hast, wie ich einer bin? Man kann hier den Schmerz herauslesen und die Hoffnungslosigkeit, die sein Leben im Griff hatten. Er beschreibt sich als toten Hund. Er hatte sich selber aufgegeben. Fallen gelassen von seiner Amme. Gelähmt, ohnmächtig seiner Situation gegenüber, verletzt und verlassen, nutzlos. Kennen wir das heute nicht auch? Fallen gelassen von unseren Freunden – am Arbeitsplatz in der Familie – von Nahestehenden um uns herum? Vielleicht haben Sie sich auch schon aufgegeben. Doch, noch viel freundlicher, wie David sich Mefi-Boschet zuwendet, wendet sich Jesus Ihnen zu. Denken Sie nicht, dass er Sie hat fallen lassen. Im Gegenteil: Er fängt Sie auf. Egal wie Sie sich fühlen. Egal was Sie von sich denken – auch wenn Sie sich schon aufgegeben haben. Sie fallen nie tiefer als in Gottes Hand, das ist sicher. Er hebt Sie wieder auf, wenn Sie am Boden liegen. Fühlen Sie sich geistlich gelähmt, wie tot? Enttäuschung, Ohnmacht, nutzlos? Bleiben Sie nicht an dem Ort, wo Mefi-Boschet war. Der König ruft Sie! So wie wir gelesen haben: Gibt es vielleicht noch jemand, der … übrig geblieben ist, damit ich Gnade an ihm erweise …? Ich füge hinzu: Um Jesu willen! Kommen Sie zum Tisch des Königs. Sie sind eingeladen. Dort, am Tisch des Königs, sitzen alle, die zur Familie gehören. Söhne und Töchter! Als Mefi-Boschet am Tisch des Königs Platz genommen hatte, war alles anders. Seine Würde war wiederhergestellt. Seine Angst verschwunden. Vergessen die vielen Jahre der Hoffnungslosigkeit. Er fasste wieder Vertrauen. David sagt in Vers 10: Mefi-Boschet selbst aber, der Sohn deines Herrn, soll ständig das Brot an meinem Tisch essen. Am Tisch des Königs war Versorgung. Vorher war er Bettler – jetzt Königssohn. Was für eine Wendung! Sie brauchen nicht zu betteln. Kommen Sie zum Tisch des Königs, da ist Versorgung. Jeder, der zur Familie Gottes gehört, darf am Tisch des Königs essen.

Lesen wir noch den letzten Vers in unserer Geschichte, den Vers 13: So wohnte Mefi-Boschet in Jerusalem, denn er aß beständig am Tisch des Königs. Er war aber gelähmt an beiden Füßen. Wir denken oft, wir seien unvollkommen und deshalb nicht würdig, am Tisch des Königs zu sitzen. Mefi-Boschet war auch unvollkommen. Er hatte ein körperliches Leiden. Sie müssen nicht perfekt sein – niemand ist perfekt! Sie denken vielleicht jetzt: Ich müsste doch so sein oder so, wie es die Bibel sagt. Das Einzige was zählt ist unsere Haltung und unser Herz! Wenden Sie Ihr Herz dem König zu. Wenn Sie am Tisch des Königs sind, hilft er Ihnen, so zu werden, wie er ist. Stück für Stück Veränderung. Stück für Stück Erkenntnis. Kommen Sie zum Tisch des Königs. Sie sind gerufen! Egal wie Sie sich fühlen, egal wie krank Sie sind, egal wie groß Ihre Not oder Sorge ist. Am Tisch des Königs ist alles anders! Da ist Versorgung, Befreiung, Heilung und Wiederherstellung. Es gibt nichts, was für den König zu schwierig ist. Er hat den Feind besiegt am Kreuz von Golgatha – und deshalb ist alles möglich – und Gnade für uns alle. Es ist noch Platz am Tisch des Königs! Wenn Sie noch nicht Platz genommen haben, ist Ihr Platz noch frei. Vielleicht stehen Sie in der Ferne und schauen zu und denken: „Wenn ich doch nur wüsste, ob ich da hingehen kann?“ Kommen Sie, der König ruft Sie! Oder vielleicht möchten Sie ganz neu Ihren Platz einnehmen am Tisch des Königs. Haben Sie Ihren Platz vernachlässigt oder viel Zeit dort ausgelassen? Ihr Platz ist frei und der König wartet auf Sie. Auch Sie sollen ständig das Brot am Tisch des Vaters essen welch ein Vorrecht!

 

Quelle: Missionswerk Karlsruhe

Autor: Isolde Müller

 

Thema: Lebendiger Glaube | Beitrag kommentieren

553. Die herrliche Tatsache unserer Auferstehung

Montag, 19. Dezember 2016 | Autor:

Israel-Gartengrab1

Das Grab ist leer

Herzlichen Dank dem Autor Benjamin Schmidt für die Genehmigung diesen guten Bericht hier veröffentlichen zu dürfen.

 

Im vorletzten Punkt des Apostolischen Glaubensbekenntnisses heißt es: „Ich glaube an die Auferstehung der Toten.“

Die Errettung in Jesus Christus beinhaltet nicht nur unsere Seele, sondern uns als gesamte Person und somit auch unseren Körper. Wenn wir diese Tatsache übersehen, dann übersehen wir einen sehr entscheidenden Teil von Gottes Offenbarung von unserer Errettung und des christlichen Glaubens.

Wenn ein Gläubiger stirbt, dann verlässt seine Seele seinen Körper und geht unmittelbar zu Christus. Davon spricht der Apostel Paulus, wenn er sagt, er habe „Lust, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn“ (2Kor 5,8). Wenn Jesus Christus wiederkommt, so sagt es die Bibel, werden die Leiber aller verstorbenen Gläubigen auferstehen und wieder mit ihren Seelen vereint (vgl. 1 Thess 4,16-17; 1 Kor 15,52). In demselben Augenblick werden die Körper der noch lebenden Gläubigen verwandelt werden und gemeinsam mit den auferstandenen Gläubigen und mit Christus im Himmel vereint.

Da die Auferstehung der Toten bei der Wiederkunft Jesu geschieht, wissen wir, dass alle Christen in demselben Moment verherrlicht werden. Wir kamen alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten zum Glauben, wir haben zu unterschiedlichen Zeitpunkten gelebt, aber wir werden alle in ein und demselben Moment verherrlicht werden (vgl. 1 Thess 4,16-17; Hebr 11,39). Diese Tatsache ist einfach wunderbar. Wir werden mit Christus und mit allen Gläubigen aus allen Generationen gemeinsam verherrlicht werden (vgl. Röm 8,17). Zwar sagt uns die Schrift, dass Christus bereits verherrlicht ist (vgl. Apg 2,33-36; Phil 3,21), sie zeigt uns aber auch, dass der finale Akt der Erhöhung und Verherrlichung Jesu dann erreicht sein wird, wenn Er in Macht und Herrlichkeit wiederkommt, um Seine Gläubigen endgültig zu erlösen.

 

Wie werden wir verherrlicht werden?

Die Bibel klärt uns darüber auf, dass unser Körper nach unserer Auferstehung und Verherrlichung dem von Jesus gleich sein wird. In Philipper 3,20-21 lesen wir zum Beispiel: „Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, so dass er seinem verherrlichten Leib gleich sein wird, nach der Kraft, durch die er sich selbst auch alles unterwerfen kann.“

Stellen wir zuerst einmal fest, dass Jesus auch nach der Auferstehung noch immer Seinen Körper besaß. Wir neigen leicht dazu, zu glauben, dass Jesus nach Seiner Himmelfahrt aufgehört hätte menschlich zu sein. Aber das ist nicht so. Er wird für alle Ewigkeit wahrer Gott und wahrer Mensch bleiben, ausgerüstet mit einem menschlichen Körper. Schließlich spricht Paulus in Philipper 3 von „seinem verherrlichten Leib.“ Zum einen wissen wir, dass Jesu Grab leer war. Warum? Weil Er leiblich auferstanden ist. Die Jünger konnten Ihn nicht nur sehen, sie aßen auch mit Ihm und berührten Ihn (vgl. Apg 10,41; Mt 28,9; Joh 20,27). Jesus forderte sie selbst auf: „Seht meine Hände und meine Füße, ich bin’s. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch noch Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe“ (Lk 24,39).

 

Die Auferstehung der Gläubigen

Da die Schrift sagt, dass Jesu Auferstehung das Vorbild für unsere Auferstehung ist, dürfen wir mit Recht erwarten, dass auch wir leiblich auferstehen werden. Unsere „Leiber der Niedrigkeit“ werden umgestaltet und verherrlicht, wenn Christus wiederkommt. Mit anderen Worten: Wir werden Körper bekommen, die dem Leib Christi gleich sind. „Wie wir das Bild des Irdischen (Adam) an uns getragen haben, so werden wir einmal das Bild des Himmlischen (Christus) tragen“ (1 Kor 15,49).

Eine der Stellen, die dies sehr deutlich zeigt, finden wir in Römer 8, wo Paulus davon spricht, dass wir auf die „Erlösung unseres Leibes“ hoffen (V. 23). Unsere sterblichen, vergänglichen Leiber werden also nicht übergangen, sie werden erneuert, wiederhergestellt, lebendig! Ist das nicht wundervoll?

Jesus sagt selbst: „Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich’s auferwecke am Jüngsten Tag. Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag“ (Joh 6,39). Diese Erwartung hatten bereits die Gläubigen des Alten Testaments. Der Prophet Daniel darf vorausschauend bezeugen: „Viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen; die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande“ (Dan 12,2). Bei Hiob finden wir dieselbe Erwartung: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und zuletzt wird er sich über den Staub erheben. Und nachdem diese meine Hülle zerbrochen ist, werde ich, von meinem Fleisch los, Gott schauen; ja, ich selbst werde ihn schauen, und meine Augen werden ihn sehen, ohne ihm fremd zu sein. Danach sehnt sich mein Herz in mir!“ (Hiob 19,25-27).

Wenn dies aber stimmt, dass Christus uns zu neuem physischen Leben auferwecken wird, damit wir als Gläubige in Ewigkeit bei Gott wohnen, wie sind dann solche Stellen aus 1. Korinther 15 zu verstehen, die in Verbindung mit der Auferstehung von einem „geistlichen Leib“ sprechen (V. 44) oder erklären, „dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können“ (V. 50)? Nun, diese Stellen widersprechen nicht den Stellen, die von einer leiblichen Auferstehung sprechen. Vielmehr verweist Paulus hier auf die geistliche Vorbedingung derer, die als Kinder Gottes Sein Reich erben sollen. Diejenigen, die in Gottes ewigem Reich leben werden sind „geistlich“ – im Sinne von „aus Gottes Geist geboren“; Paulus erklärt weiter, dass „Fleisch und Blut“, also Menschen, die nicht geistlichen Ursprungs sind und keine geistliche Gesinnung, sondern eine fleischliche haben, die also auf ihre Abstammung und ihre Werke vertrauen, statt auf Christus, nicht in Gottes ewiges Reich kommen können. Jesus formulierte dieselbe Wahrheit in Johannes 3 so: „Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen! Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist (V. 5-6).“ „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen“ (V. 3).

Wer also allein auf Christi Werk am Kreuz vertraut, darf die zukünftige Wiederherstellung seines Körpers erwarten – eine Wiederherstellung oder Erneuerung, die weitaus besser ist, als alles Bisherige; „denn das Verwesliche (unser alter Körper) muss Unverweslichkeit anziehen (unseren neuen Körper), und das Sterbliche muss Unsterblichkeit anziehen … dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: ‚Der Tod ist verschlungen in Sieg!‘“ (V. 53 u. 54b).

 

Die Wiederherstellung aller Dinge

Und dies betrifft nicht nur uns, nein, wir lesen in Römer 8, dass „die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit“ (V. 21). Also wird nicht nur der Körper der Gläubigen zu neuem physischen Leben erweckt, nein, auch die Neue Schöpfung wird eine physische, greifbare sein. Häufig halten Christen das ewige Leben, den „Himmel“, für einen rein geistlichen Ort. Aber dies ist nur die halbe Wahrheit. In der „Ewigkeit“ werden die geistlich-himmlische Welt und die neue physische Schöpfung miteinander vereint sein. Wie wir bereits gesehen haben, wird „die Schöpfung frei von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes“ (Röm 8,21). Offenbarung 21,1 sagt uns auch, dass es einen „neuen Himmel und eine neue Erde“ geben wird und im nächsten Vers offenbart uns Johannes, dass die ewigen Örter, das „neue Jerusalem von Gott aus dem Himmel herabsteigen“ wird. Der Himmel kommt auf die (neue) Erde und Gott wird mitten unter uns (seinem Volk) wohnen. Das ist unvorstellbar, oder? Wir werden Zutritt zum Himmel haben; wir werden mitten in einem erneuerten, unvorstellbar herrlichen und unendlichen Universum leben; und das alles gemeinsam mit dem dreieinigen Gott in Ewigkeit! Wir könnten nicht einmal erahnen, wie herrlich all das sein wird, selbst wenn wir die Möglichkeit hätten, die tiefsten Tiefen der Schöpfung und von Gottes Wesen zu ergründen!

 

Die Auferstehung der Ungläubigen

Die Auferstehung, Verherrlichung und das ewige Leben der Gläubigen unter Gottes Herrschaft sind wundervolle Tatsachen. Aber wir sind hier noch nicht am Ende. Die Bibel spricht nicht nur von der leiblichen Auferstehung der Gläubigen, sondern davon, dass die Leiber aller Menschen auferweckt werden. Allerdings besteht ein entscheidender Unterschied. Die Leiber der Gläubigen werden auferweckt zu einem Leben in ewiger Herrlichkeit, währen die Leiber der Ungläubigen auferweckt werden zur „ewigen Schmach und Schande“ (Dan 12,2 u.a.).

Ich möchte nur einige der vielen Bibelstellen nennen, die davon sprechen:

„Ich habe die Hoffnung zu Gott, … dass es eine Auferstehung der Gerechten wie der Ungerechten geben wird“ (Apg 24,15).

„Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und hervorkommen werden; die das Gute getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben zur Auferstehung des Gerichts“ (Joh 5,28-29).

„Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als auch Leib zu verderben vermag in der Hölle“ (Mt 10,28).

 

Schon heute ein Vorgeschmack der Ewigkeit

Die „Ewigkeit“ scheint uns sehr häufig weit entfernt, als würde sie uns noch nicht persönlich betreffen. Dabei ist die „Ewigkeit“ etwas, das heute schon beginnt und das jetzt bereits erfahrbar werden kann. Auch wenn das ewige Leben mit allen sichtbaren Auswirkungen noch vor uns liegt, dürfen wir bereits hier und jetzt einen Vorgeschmack haben. Denn „ewiges Leben“ bedeutet nicht bloß ein nie endendes Leben, es ist vor allem ein Leben ohne Vergänglichkeit und mit einer nie endenden und ungetrübten Beziehung zu Gott.

Kurz bevor Jesus seinen Freund Lazarus von den Toten aufweckte, sprach Er zu Martha: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer lebt und an mich glaubt, der wird niemals mehr sterben“ (Joh 11,25-26). Diese Aussage von Jesus zeigt uns zwei wichtige Dinge: Er hat die Macht, ewiges Leben zu geben – ein Leben, über das der Tod keine Macht mehr hat – und dieses unzerstörbare Leben verheißt Er all jenen, die an Ihn glauben. Hier gelangen wir wieder an denselben Punkt, von dem vorhin bereits die Rede war: Ein Leben ohne Vergänglichkeit, mit einer nie endenden und ungetrübten Beziehung zu Gott, in Seinem Reich können nur die erleben, die von sich wissen, dass sie mit ihrem verdorbenen fleischlichen Wesen Gott niemals gefallen und Seine Herrlichkeit niemals erreichen können, die aber darauf vertrauen, dass in Christus – in Seiner Person, in Seinem völligen Gehorsam, in Seinem stellvertretenden Tod und in Seiner Auferstehung – das wahre Leben zu finden ist; ein Leben ohne Sünde, ein Leben in Gerechtigkeit vor Gott und in endloser und ungetrübter Gemeinschaft mit Ihm. Wer in dieser Weise völlig auf Christus vertraut, „der hat das ewige Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er hat den Schritt vom Tod zum Leben bereits getan“ (Joh 5,24).

 

Autor: Benjamin Schmidt

Quelle – Herold

Thema: Lebendiger Glaube | Beitrag kommentieren

550. Krankheit – ein Leiden um Christi willen

Mittwoch, 16. November 2016 | Autor:

730709_web_r_k_b_by_ligamenta-wirbelsaeulenzentrum_pixelio-de

Ligamenta Wirbelsäulenzentrum_pixelio.de.

 

 

Liebe Blog Besucher,

als ich im Oktober 2016 das Magazin „Taube“ der Arche Gemeinde Hamburg in die Hände bekam, stach mir der Artikel „Krankheit – ein Leiden um Christi willen“ ganz besonders ins Auge.

Ich saugte die Worte förmlich auf, weil Sie auf meine Situation und die meiner Frau in ganz besonderer Weise seit einigen Jahren zutreffen.

Genau dass was Pastor Wolfgang Wegert hier beschreibt erleben wir und können dazu nur AMEN sagen. Danke, Danke, Danke, dass Sie sich vom Heiligen Geist so haben führen lassen.

Dankeschön

Das Sie mir auch die Genehmigung zur Veröffentlichung hier in meinem Blog erteilt haben, auch dafür meinen herzlichen Dank. Ihnen, Ihrer Familie und der gesamten Gemeinde wünsche ich Gottes reichen Segen.

WolfgangWegert

 

Von Wolfgang Wegert

Immer wieder fragen Christen, wie denn ihre Krankheit zu sehen ist. Ist sie Strafe für ihre Sünde? Gewiss kann sie die Konsequenz eines ungöttlichen Lebensstils sein, den manchmal leider auch Gläubige führen. Auch kann sie ein Erziehungsmittel Gottes sein, durch das sie reifen und geistlich wachsen. Aber kann sie auch ein Leiden um Christi willen sein? Einige verneinen das vehement. Sie meinen, dass zwar Verfolgung, Gefängnis oder Martyrium Leiden um Christi willen sind, niemals aber Krankheit. Ist das wirklich so?
Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns die Worte des Apostels Paulus im Kolosserbrief an. Sie lauten: „Jetzt freue ich mich in meinen Leiden, die ich um euretwillen erleide, und ich erfülle meinerseits in meinem Fleisch, was noch an Bedrängnissen des Christus aussteht, um seines Leibes willen, welcher die Gemeinde ist“ (Kolosser 1,24).

Leidensfreude
Paulus beginnt diesen Vers mit den Worten: „Ich freue mich in meinen Leiden, die ich um euretwillen erleide.“ Was will er damit sagen? In Verfolgungen werden meist die Leiter der Gemeinden verhaftet. So wie zur Anfangszeit der Gemeinde Jesu nicht alle Christen eingesperrt wurden, sondern in erster Linie die Apostel, war es durch die gesamte Geschichte hindurch. Immer griff man zuerst nach den Leitern – beispielsweise in der ehemaligen Sowjetunion. Immer wurden die Pastoren, die Häupter der Gemeinde, nach Sibirien in die Arbeitslager verschleppt. Dort litten sie stellvertretend für die ganze Gemeinde. Natürlich nicht in dem Sinn, dass sie für die Sünden der Gläubigen gelitten und bezahlt hätten. Nein, das hat Christus allein stellvertretend für uns getan. Und so war auch Paulus im Gefängnis in Rom, weil er die Speerspitze der Gemeinde war.

Und er freute sich über diese Rolle, über die Verantwortung, die er im Reich Gottes einnehmen durfte! Er freute sich darüber, dass er von Gott gewürdigt worden war, Leitfigur der Christenheit zu sein und stellvertretend für alle in Haft genommen worden zu sein. So dürfen wir seine Worte verstehen: „Ich freue mich in meinen Leiden, die ich um euretwillen erleide.“

Was an Leiden noch fehlt
Und dann schreibt Paulus weiter: „… und ich erfülle meinerseits in meinem Fleisch, was noch an Bedrängnissen des Christus aussteht, um seines Leibes willen, welcher die Gemeinde ist“ (V. 24 b). Es „stehen noch Bedrängnisse aus“. Das deutet daraufhin, dass der Gemeinde Jesu bis zu Seiner Wiederkunft ein festgesetztes Maß an Leiden bestimmt ist, das die Gotteskinder noch tragen müssen. Und vor diesem Hintergrund sieht Paulus sein Leiden als einen Anteil an diesem noch ausstehenden Maß an Leiden. Daraus geht klar hervor, dass die Gemeinde Jesu zum Leiden berufen ist. Das ist Gottes Absicht mit Seiner Kirche. Und solange Jesus verzieht, stehen noch Leiden und Bedrängnisse aus, an denen wir alle je nach Berufung teilhaben.
Was ist damit gemeint? So wie Christus in der Welt gehasst wird, wird auch Seine Gemeinde gehasst. So wie Er bekämpft wird, wird auch die Gemeinde bekämpft – bis heute und solange der Herr noch verzieht. Denn sie ist Sein Leib, und die einzelnen Christen, die durch den Heiligen Geist wiedergeboren worden sind, sind Glieder an Seinem Leib. Wir sind so sehr eins mit Ihm, dass wir die Schläge abbekommen, die Christus gelten. Das heißt konkret: Die Wut, die der Teufel immer noch an Jesus auslassen möchte, lässt er an uns aus. Das Haupt kann er nicht mehr erreichen, aber den Leib und Seine Glieder. Darum hat Jesus gesagt:

„Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen“ (Johannes 15,20). Warum? Weil wir Jesus angehören, weil wir eins mit Ihm sind! Damit steht fest: Christen müssen leiden. Sonst sind sie keine Christen. Wenn Fische nicht schwimmen, sind sie keine Fische, und wenn Christen keine Bedrängnisse erfahren, sind sie keine Christen. Denn wenn sie Christen sind, zeichnen sie das Leben Christi nach. Und so wie es keinen Jesus Christus ohne Leiden gibt, so gibt es auch keinen Wiedergeborenen ohne Leiden.

Das hebt Paulus an die Korinther deutlich hervor, wenn er schreibt: „Denn die Leiden des Christus ergießen sich reichlich über uns“ (2. Korinther 1,5). Und Petrus erklärt: „Dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt“ (1. Petrus 2,21). Christus war uns ein Vorbild in allen Bereichen des Lebens, und Er war uns auch ein Vorbild im Leiden. Es steht also noch ein festgesetztes Maß an Bedrängnissen und Leiden aus. Darum brauchen wir uns nicht über Christenverfolgung zu wundern – lasst uns aber für unsere leidenden Geschwister sehr viel beten!

Krankheit – ein geistlicher Kampf
Aber was ist mit uns? Haben Christen im Westen keinen Anteil an der Erfüllung des Leides, das noch fehlt, das noch aussteht, weil sie keine Verfolgung leiden? Wir werden zwar nicht im vollen Sinn des Wortes verfolgt, aber doch leiden auch wir unter der zunehmenden Missachtung des christlichen Glaubens in der Gesellschaft und in den Medien. Allerdings ist das nur ein sehr geringfügiger Beitrag an den noch ausstehenden Leiden Christi, den wir damit erbringen. Denn trotz viel Widerspruch und Benachteiligung haben wir dennoch Glaubensfreiheit.

Aber unser Beitrag an den noch fehlenden Leiden Christi besteht gewiss auch in den Krankheiten, die wir erleiden. Denn sie sind auch Bedrängnisse um Christi willen, ja auch Verfolgung. Die Trübsale und Krankheiten des Hiob beispielsweise waren Verfolgungsangriffe vonseiten des Teufels. Hiob wurde nicht von Menschen um seines Glaubens willen verfolgt – und doch wurde er bitter und bis aufs Blut bekämpft. Es war der Teufel, der ihn angriff. Was hatte der vor mit den Hautgeschwüren, den körperlichen Leiden, die er Hiob versetzte? Wollte er ihn einfach nur krank machen? Nein! Er wollte den Glauben und das Gottvertrauen Hiobs zerrütten! Darum sagte seine Frau alsbald: „Hältst du noch fest an deiner Frömmigkeit? Sage Gott ab und stirb!“ (Hiob 2,9). Seine Krankheit war eine Krankheit um seines Glaubens willen – um Christi willen. Genauso war es mit den Fäusten eines Satansengels, die Paulus schlugen. Dieser „Pfahl im Fleisch“ beschrieb mehr als nur körperliches Leiden. Er beschrieb einen geistlichen Kampf, den Paulus um Christi willen auszufechten hatte.

Der Krebs eines Gotteskindes und der Krebs eines Gottlosen sind – obwohl äußerlich dasselbe – doch zwei völlig verschiedene Dinge! Im Falle des Gotteskindes handelt es sich um Angriffe aus der finsteren Welt mit dem klaren Ziel, seinen Glauben zu unterwandern und ihn ihm zu rauben. Du sollst verzagen, du sollst zweifeln, du sollst hadern und deine Heilsgewissheit aufgeben. Du sollst dem Herrn absagen. Darum scheinen Christen manchmal mehr Krankheitsnot in ihrem Leben zu haben als die Menschen in der Welt. Dass es den Nichtgläubigen oft viel besser ergeht als den Gotteskindern, wusste schon Asaph, den diese Tatsache fast zum Straucheln gebracht hätte (Psalm 73). Wundern auch wir uns nicht, dass Christen oft mehr leiden als Gottlose!

Denn Erkrankung bei Gotteskindern geht immer einher mit einem Glaubenskampf, einem geistlichen Kampf zwischen Licht und Finsternis. Oft merken wir gar nicht, dass die Krankheit – wie bei Hiob – nichts anderes ist als ein Frontalangriff auf unseren Glauben, auf unser Gottvertrauen, auf unsere Herzensbeziehung zu Jesus. Wenn wir unsere Leiden so einordnen, dann gehen wir anders mit ihnen um. Dann sagen wir, dass sie zu unserem Leben als Christ dazugehören, denn wir gehen in Jesu Fußstapfen. Dann sprechen wir mit Paulus:

„Jetzt freue ich mich in meinen Leiden … und erfülle meinerseits in meinem Fleisch, was noch an Bedrängnissen des Christus aussteht, um seines Leibes willen, welcher die Gemeinde ist“ (Kolosser 1,24).

Also vergiss in deinen Krankheiten und Leiden nicht, dass hinter ihnen immer ein Angriff des Bösen steckt, der deinen Glauben zermürben will! Der Teufel hat nicht in erster Linie deine körperliche Zerstörung im Sinn, sondern die Zerrüttung deines Gottvertrauens. Er will dich von Jesus lösen. Bei Wiedergeborenen gibt es also keine Krankheit, die nicht zugleich auch eine geistliche Auseinandersetzung ist. Weil der Teufel Jesus direkt nicht mehr angreifen kann, greift er dich an. Und deswegen ist es völlig korrekt, auch bei Krankheit von Leiden um Christi willen zu sprechen.
Der Herr Jesus allerdings hat mit Krankheit bei Seinen Kindern ein völlig anderes Ziel als der Böse. Jesus schickt uns in diesen Kampf, damit wir in Ihm geistlich reifen und zu siegen lernen. Unser Glaube soll durch unsere Leiden nicht geschwächt, sondern gestärkt werden. Wenn du wegen deines Zeugnisses von Christus auch nicht im Gefängnis sitzt, sondern „nur“ sogenannte zivile Leiden zu erdulden hast, so wisse, dass auch diese Leiden Verfolgung um Christi willen sind. Denn du wirst angegriffen, weil du zu Jesus gehörst. Darum lass dich von keiner Not durcheinanderbringen, sondern halte in ihr im Glauben fest an Christus, wie einst Daniel in der Löwengrube. Der Herr wird bei dir sein und dich stärken, bis der Kampf vorüber ist! Denn unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

Wolfgang Wegert

Thema: Lebendiger Glaube | Beitrag kommentieren

549. Bete den König aller Könige an

Sonntag, 30. Oktober 2016 | Autor:

thumbs_kirchenfenster10_erhobenpos

Gemälde Michael Willfort

Lieber Blog Besucher,

seit einigen Jahren habe ich die Entdeckung gemacht, dass mein Christsein ohne Anbetung nichts wert ist. Anbetung Gottes, meines Vaters und meines Erretters Jesus Christus ist das Schönste und Wertvollste in meinem Christsein. König David ist für mich ein Vorbild, wenn es um Anbetung geht.

Es ist eine Tatsache, dass mit der Anbetung dem Leib Christi eine mächtige geistliche Kraft zur Heiligkeit gegeben ist. Gott ruft jeden seiner Kinder dazu auf ein Anbeter zu sein. Gott vollbringt gewaltige Dinge, wenn wir IHN anbeten.

Einer der diese Anbetung immer wieder verhindern will ist Satan. Er versucht durch vielerlei Dinge uns von der Anbetung abzuhalten. Das können z.B. viele christliche Aktivitäten innerhalb und außerhalb der Gemeinde sein. Weißt du warum er dies tut? Weil er die Macht der Anbetung kennt. Er will selbst angebetet werden. Er bot Jesus alle Königreiche dieser Welt an.

Anbetung ist die wirksamste Art geistlichen Kampfes.

Ich wünsche Dir für die nächsten zwei Stunden, dass Du tief eintauchen kannst in die Gegenwart Gottes um IHN groß zu machen mit Deiner Stimme und in Deinem Herzen. Gott segne Dich.

 

 

 

 

Weil es so wunderschön war noch eine Zugabe

 

 

 

 

Thema: Lebendiger Glaube | Beitrag kommentieren