Home

633. Das Energie Chaos der Politik

Samstag, 22. September 2018 | Autor:

Windkraft_web_R_by_sterntaler62_pixelio.de

 

 

Liebe Blogbesucher,

immer wenn mir dieses Thema in die Quere kommt muss ich an eine bestimmte Partei im Bundestag und an den Rattenfänger von Hameln denken. Dabei kommt unweigerlich auch der Gedanke auf, ist es denn möglich, dass die angeblich so intelligenten Menschen des 21. Jahrhunderts auf die Finden einer leicht durchschaubaren Idelogie herein fallen. Und ich muss feststellen, ja es ist möglich, und besonders bei den deutschen Bürgern. Welch eine Tragik.

Schalten Sie beim lesen des nachfolgenden Artikel einfach mal ihren gesunden Menschenverstand ein, und urteilen Sie dann selbst.

PV Anlage

 

Liebe Freunde,

die JUNGEN FREIHEIT befasst sich in ihrer Ausgabe vom 24. August 2018 mit den natürlichen Schranken der Energiewende und bringt dazu folgendes Beispiel:

Der russische Eisbrecher “Arktika” ist mit zwei kleinen Kernreaktoren ausgestattet, welche die Energie für zwei Generatoren mit einer Gesamtleistungvon 55,2 Megawatt liefern. Auf Photovoltaik statt auf Uran angewiesen, gliche der Eisbrecher einem gewaltigen Flugzeugträger, weil für eine vergleichbare

Leistung Sonnenstrom 5,5 Quadratkilometer Deckfläche für Solarzellen nötig wären. Wollte man den Eisbrecher mit Windkraft betreiben, müsste man ein Ungetüm konstruieren, das 42 Turbinen des modernsten Typs Enecron E 126 (198 Meter hoch und mit jeweils 1,3 Megawatt Leistung) zu tragen hätte.

Mit dieser Thematik befasst hat sich Horst-Joachim Lüdecke, bis 2008 Professor für Informatik, Operations Research und Physik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlands, heute im „Unruhestand“ und ein scharfer Kritiker des von der Bundesregierung betriebenen Ausstiegs aus Kohle und Kernkraft.

Es ist wohl so, dass den Politikern, die aus ideologischen Gründen die Energiewende und den Ausstieg aus bisherigen Technologien betreiben, sowohl die Kenntnis als auch das Verständnis für physikalische Gesetzmäßigkeiten abgeht.

Atomkraftwerk_by_Daniel Bleyenberg_pixelio.de

 

 

Entscheidende Parameter sind Energiedichte und Leistungsdichte, die sich auf der Hüllrohrfläche eines Reaktors oder der Brennkesselwand entfalten. Bei Uran und Kohle mit einer Leistungsdichte von 300.000 bzw. 250.000 Watt pro Quadratmeter entfaltet sich die Energie schon auf kleinen Flächen.

Wind und Sonne bringen es hier nur auf kümmerliche 45 bis 200 Watt bei Turbinen und nur 10 Watt pro Quadratmeter bei Solarzellen. Hinzu kommt, dass sich die Leistung bei Verschmutzung oder bei Zuschneien dem Wert Null nähert.

Diese geringe Leistung kann nur mittels immer noch gigantischerer Windräder und immer noch riesigerer Solarzellenfelder ausgeglichen werden, wobei man an natürliche Grenzen stößt, weil es einfach nicht möglich ist, gewaltige Landstriche mit Solarzellen zu versiegeln oder mit gigantischen Windrädern zuzudecken.

Was weiterhin fehlt, sind entsprechende Stromtrassen, mittels derer der Strom weitergeleitet werden kann und ebenso gibt es noch keine brauchbare Speichertechnik, so dass weiterhin auf konventionelle Kraftwerke zurückgegriffen werden muss.

Das Einzige, was die “Energiewende” bislang gebracht hat, ist, dass wir in Deutschland die höchsten Strompreise in Europa haben. Das “Erneuerbare-Energie-Gesetz” kostet Industrie und privaten Stromkunden 30 Milliarden Euro pro Jahr, die damit die unter freien Marktverhältnissen gar nicht konkurrenzfähige Energieform mitsamt den für den wetterabhängigen “Wackelstrom” unverzichtbaren konventionellen Kraftwerken subventionieren.

 

Wie ist das alles zu bewerten?

 

Die Bundeskanzlerin neigt zu nicht nachvollziehbaren spontanen Einfällen, zu denen auch der “Ausstieg aus der Kernenergie” und die damit verbundene “Energiewende” gehören. Was verwundert ist, dass eine Kanzlerin so selbstherrlich wie eine absolutistische Herrscherin über das Parlament hinweg bestimmen kann, ohne dass sich Widerstand regt.

Wenn Frau Merkel wirklich Physikerin ist und ihr Diplom nicht im “russischen Roulette” als Gegenleistung für ihre Gesinnungstreue gewonnen hat, muss ihr das alles klar sein. Aber als “Honeckers Trojanerin”, wie sie schon apostrophiert wurde, ist sie gehalten, unserem Land zu schaden.

Das Element Silizium kommt nicht nur im Kosmos, sondern auch auf der Erde sehr häufig vor. In reiner Form wird es für die Herstellung von Solarzellen benötigt. Es ist allerdings so, dass auch das reinste Silizium noch keine elektrolytischen Eigenschaften hat.

Diese hat es erst, wenn es zuvor mit hochgiftigen Zusatzstoffen wie Cadmium und Tellur “dotiert” wurde. Erst dann ist es für die Energieerzeugung zu gebrauchen und kann in Solarzellen verbaut werden. In Deutschland unterliegt die Verarbeitung der genannten giftigen Elemente strengen Bestimmungen oder ist überhaupt verboten.

Wir haben hier ein ähnliches Problem wie mit dem Atommüll, weil auch die Solarzellen nicht ewig halten, sondern irgendwann entsorgt werden müssen. Wie gewinnt man dann die hochgiftigen Bestandteile aus den Solarzellen zurück?

Solarzellen haben aber noch eine andere unangenehme Eigenschaft, die aus Gründen politischer Korrektheit verschwiegen wird: Da sie ständig unter Spannung stehen, erschweren sie im Brandfall die Löscharbeiten, weil sie die Feuerwehrleute gefährden. Man lässt ein Haus dann lieber abbrennen.

Auch die Windräder sind der Schrott von Morgen, der irgendwann entsorgt werden muss. Die sehr gesundheitsbewussten Deutschen, die überall Gefahren wittern, fühlen sich mittlerweile auch durch Windräder belästigt, die deshalb einen bestimmten Abstand zu bewohnten Ortschaften einhalten müssen.

Als lästig wird das Wummern der Rotoren empfunden, und außerdem soll von den Rotoren ein gesundheitsschädlicher Infraschall ausgehen, der zwar nicht hörbar ist, aber erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen bewirken soll, zumal der Infraschall selbst Wände durchdringt und innerhalb der Häusermauern durch Reflexion verstärkt wird.

Infraschall ist das Gegenteil von Ultraschall. Also ein Schall mit einer niedrigen Frequenz, die unterhalb der Hörgrenze liegt. Also nicht nur lästiger Lärm kann stören, sondern auch unhörbarer Lärm.

Die gesundheitlichen Beschwerden der Anwohner, unter anderem in Dänemark, haben dort zu einem Stopp des Baus von Windkraftanlagen geführt.

Auch bei uns bilden sich Bürgerinitiativen gegen den Bau von Windrädern.

Bei den Windrädern kommt noch hinzu, dass ihre Leistung bei nachlassendem Wind überproportional sinkt. Die Betonmassen für aktuell 28.000 Windräder sind das Äquivalent für 6.860 Autobahnkilometer.

Und eine weitere “Gefahr” habe ich noch gar nicht erwähnt: Nämlich den “gesundheitsschädlichen Elektrosmog”, der möglicherweise von Hochspannungsleitungen bzw. Stromtrassen ausgeht.

Mir fällt hierzu eine Dame ein, die durch einen Sendemast in ihrer Nähe ganz erhebliche gesundheitliche Beschwerden erlitt, wobei die Beschwerden bereits auftraten, als der Mast noch gar nicht in Betrieb war.

Das entbehrt nicht einer gewissen Komik, denn von irgendwoher muss der Strom ja kommen.

Gegen Kernkraft und Kohle wurde bzw. wird Front gemacht, und wie ich sehe, hat sich die wirkliche oder auch nur eingebildete Gefahrensituation durch die Energiewende nicht verringert.

Ein rotierendes Windrad erreicht an seinen Flügelspitzen Geschwindigkeiten von 300-400 km/h, weshalb dadurch auch Vögel geschreddert werden. Nachweislich gefährlich sind Windräder damit nur für die Vögel.

Die Idee, die im Sonnenlicht und im Wind enthaltene Energie zu verwerten, ist nicht schlecht und im kleineren Rahmen sicher auch sinnvoll. Was man bei uns allerdings vorhat, ist total überzogen.

Ich meine, dass die Energie der Zukunft die Kernenergie ist, auf die man früher und später zurückkommen wird, nachdem man genügend Reinfälle mit erneuerbaren Energien erlebt und damit ausreichend Lehrgeld gezahlt hat. Die Zukunft liegt meines Erachtens in der Kernfusion, wie sie auch in der Sonne stattfindet. Das wäre dann wirkliche “Sonnenenergie”.

Aus ideologischen Gründen wird bei uns hier nicht weitergeforscht. Die Entwicklungen und das Geschäft werden, wenn wir den technischen Fortschritt verpassen, dann von anderen gemacht. Denn für unsere Solarzellen –und Windrad-Ladenhüter wird sich niemand mehr interessieren.

 

Was kann vom Wort Gottes dazu gesagt werden?

Was der Gottlose fürchtet, das wird ihm begegnen;

Sprüche 10, Vers 24

 

In der Psychologie spricht man hier von “Erfüllungszwang”. Dass heißt, dass derjenige, der sich vor etwas fürchtet, durch sein unsicheres und zwanghaftes Verhalten dazu beiträgt, dass genau das passiert, was er am meisten befürchtet.

Das liegt daran, dass das bei uns weit verbreitete Bedenkenträgertum vor lauter Bedenken und Einwänden zu keinen Entscheidungen kommt und damit genau das eintritt, was eigentlich verhindert werden sollte.

Ich las dieser Tage die Geschichte vom Eselskelett, das zwischen zwei Heuhaufen gefunden wurde. Der Esel verendete, weil er sich nicht entscheiden konnte, von welchem Heuhaufen er fressen wollte.

Christen sind nicht leichtsinnig oder unvorsichtig. Aber im Vertrauen auf Gott, der alles in Händen hat, haben sie den Mut, neue Dinge anzupacken.

Aber woher soll der Mut in einer zunehmend gottlosen Gesellschaft kommen?

 

Es grüßt

Jörgen

 

 

Thema: Deutschland wach auf! | Beitrag kommentieren

632. Skandalöse Entwicklungen in Deutschland

Samstag, 22. September 2018 | Autor:

Demo für alle

Liebe Blogbesucher,

immer wenn mir dieses Thema Gender, Ehe für alle und dergleichen über den Weg läuft dann muss ich an einen Ausspruch denken, den mir vor Jahren mal jemand gesagt hat.

Wenn Gott die Sünden in unserem Volk und in unserer Politik ansieht, dann müsste er sich nachträglich – muss ER natürlich nicht, weil er ja Gott ist – bei Sodom und Gomorrah entschuldigen. Der Verfall von Werten hat in den letzten zwei Jahrzehnten so dramatisch zugenommen, dass man sich fast keine Steigerung des Abfalls mehr vorstellen kann. Wenn man aber das Wort Gottes kennt, dann weiß man das es eine Zuspitzung der Gotteslästerung gibt. Gott wird dann in dramatischer Art und Weise eingreifen, so dass die ganze Schar der Gotteslästerer in Angst und Schrecken kommen werden und dann wird das Ende kommen. Das heißt, Gott wird die Lebenden und die Toten richten. Dann wird keiner der Schreier und Lästerer nur noch einen Ton von den Lippen bekommen, und es wird für all diese Menschen keine Chance mehr zur Umkehr geben.

Viele Christen beten zurzeit noch für diese Menschen, dass Sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und umkehren. Leider erleben wir dies im Wohlstandsland – Deutschland sehr wenig. In Ländern denen es wirtschaftlich viel schlechter geht, bekehren sich Menschen zu Zehntausenden täglich zu Jesus – denn Er allein ist der Weg zu Gott.

 

 

Demo für alle in Köln – die Gegenspieler

Ich bedanke mich bei Frau Hedwig von Beverfoerde für die Genehmigung zur Veröffentlichung von Text und Bild hier auf meinem Blog.

Hedwig_Freifrau_von_Beverfoerde(Wikipedia)

Ehe für alle

 

Nachdem eine Normenkontrollklage gegen das verfassungswidrige Ehe-Öffnungsgesetz vorerst in die Ferne gerückt ist und homosexuelle Paare das Recht auf „Ehe“ haben, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie auch ein Recht auf eigene Kinder einfordern werden. Der Ruf nach Legalisierung der in Deutschland zu Recht verbotenen Leihmutterschaft und Eizellspende, um auch schwulen Männern ihren Kinderwunsch zu erfüllen, wird jedenfalls immer lauter.

Das wachsende Interesse der Medien an dem Thema (siehe Presseschau Leihmutterschaft) und der große Andrang auf der 2. „Kinderwunsch“-Messe vor kurzem in Berlin sind dafür ein alarmierender Beleg. Ausländische Leihmütter- und Eizellspenderfirmen warben dort offensiv für ihre Dienste. Die erste Kinderwunsch-Messe vor einem Jahr hatte zumindest bei Fachärzten noch für Kritik gesorgt. Sie warnten „vor unseriöser Geldmacherei“. In diesem Jahr richteten sich die Messebetreiber ganz explizit auch an Lesben und Schwule als neue potentielle Kunden. Die nächste Kinderwunsch-Messe soll „aufgrund der großen Nachfrage“ bereits am 13./14. Oktober 2018 in Köln stattfinden.

Die Wirtschaft hat großes Interesse an dem „Geschäft mit dem Produkt Kind“. Flankierend dazu fordern der deutsche Ethikrat und die einflußreiche Wissenschaftsakademie Leopoldina ein neues Fortpflanzungsmedizingesetz, wonach u.a. die Elternschaft von in Deutschland aufwachsenden Kindern ausländischer Leihmütter rechtlich anerkannt werden soll. So werden Straftatbestände in Deutschland salonfähig gemacht und in Salamitaktik die Legalisierung der Leihmutterschaft vorangetrieben. Besonders aufrüttelnd haben dies auf unserem Symposium zu den Folgen der Ehe-Öffnung Dr. Stephanie Merckens und Birgit Kelle in ihren Vorträgen zur Leihmutterschaft ausgeführt – Videos anschauen.

Leihmutterschaft ist zutiefst menschenverachtend: Frauen werden ausgebeutet und das Kind zur Ware degradiert. Wir werden uns deshalb im Rahmen unseres Einsatzes für Ehe und Familie jetzt auch darauf konzentrieren, die Legalisierung von Leihmutterschaft und Eizellspende zu verhindern.

 

Hedwig von Beverfoerde

 

Birgit Kelle: »Leihmutterschaft: Wie Menschenhandel wieder salonfähig gemacht wird«

 

 

Dr. Stephanie Merckens: »Leihmutterschaft auf dem Vormarsch – die rechtlich-ethische Situation«

 

 

 

 

Thema: Deutschland wach auf! | Beitrag kommentieren

631. Wofür starb Jesus?

Donnerstag, 20. September 2018 | Autor:

Gemälde von Michael Willfort

Liebe Blogbesucher,

der Großteil der westeuropäischen Bevölkerung ist weit davon entfernt sich mit einer solchen Frage auseinander zu setzen. Grund ist meiner Meinung nach, dass man sich vom christlichen Glauben weit entfernt hat. In Regierungskreisen und Parteien wird dieser Trend noch stärker sichtbar. Der kleine Rest von Christen in Deutschland sollte sich davon nicht entmutigen lassen. Denn, ich habe das Buch der Bücher die Bibel bis zum Ende der Offenbarung 22, Vers 21 gelesen, und darin ist jeden Gläubigen eine wunderbare Zukunft verheißen.

Ich bedanke mich bei der Redaktion von „Christen an der Seite Israel“ für die Genehmigung, diesen Artikel hier in meinem Blog veröffentlichen zu dürfen.

 

Wofür starb Jesus?

Von Pfr. Henk Poot

In der Kirche glauben wir, dass Je­sus um unsrer Sünden willen starb. Das stimmt auch. Johannes der Täufer weist auf Jesus hin und sagt: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ Der Apostel Paulus schreibt in seinen Briefen davon: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Chris­tus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist“ (Römer 5,8). Wenn wir aber auf Israel sehen, so erblicken wir noch mehr.

Was hat das Leiden des Messias für Israel zu bedeuten? Gott hat ihn ja an erster Stelle für Israel ge­sandt (Apostelgeschichte 4,26). Im Evangelium des Johannes und im Hebräerbrief ist die Rede von Rei­nigung. Gott hat durch das Opfer, durch Christi Blut, Israel von seinen Sünden gereinigt: der Sohn Gottes hat sich zur Rechten Gottes gesetzt, nachdem er die Reinigung von den Sünden bewirkt hat (Hebräer 1,3). Es erinnert mich an die Worte des Paulus, wo er schreibt (Epheser 5,25-27), dass Christus die Gemein­de „geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei“. Und ich glaube, dass man da bei dem Wort Gemeinde, ekklesia, an das ur­alte Volk der Auserwählten denken muss. Gott hat Israel ja den Händen seines Sohnes anvertraut.

 

Miteinander verbunden

 

Es fällt mir aber auch Jeremia 31 ein. Dort lesen wir, dass Gott Israel einen neuen Bund verheißt: „Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da schließe ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neu­en Bund“ (Vers 31). Der alte war in den Tagen Moses geschlossen wor­den. Mose hatte am Sinai im Namen Gottes die besondere Stellung und Berufung Israels verlesen. Die Isra­eliten hatten gehört, dass Gott sie dazu befreit hatte, ihm zum Eigen­tum zu sein, ihm zu dienen als ein heiliges Priestervolk. Dazu hatten sie wie aus einem Mund „Amen“ gesagt. Da errichtete man für den Herrn einen Altar, es wurden Tiere geschlachtet, deren Blut aufgefan­gen wurde. Dieses Blut war auf Got­tes Altar ausgegossen worden. Das Volk, das dabei stand, wurde damit besprengt. Durch dieses Blut wur­den Gott und Israel miteinander verbunden. So wurden die Israeli­ten gereinigt und geheiligt.

 

Bestätigung der Berufung Israels

 

Jesus redet am Abend vor seinem Sterben vom neuen Bund. Durch ihn tritt dieser jetzt in Kraft und der Schreiber des Hebräerbriefs gibt dazu die weiteren Erklärun­gen: Jesus ist der Mittler des neuen Bundes, er hat das vollkommene Opfer dargebracht und sein Blut ins himmlische Heiligtum gebracht. Durch sein Blut wurde Israel wiede­rum geheiligt und bereit gemacht, dem lebendigen Gott zu dienen (Hebräer 9,11+14; 10,14).

So sehen wir denn auch kurze Zeit nach der Himmelfahrt, wie Christus selber am Pfingstfest die Gaben des neuen Bundes austeilt. Nicht nur die Vergebung aller Sünden, aber auch den Heiligen Geist. Israel erfährt Be­stätigung seiner Berufung. So dau­ert es nicht lange und es wird der Welt der Name Gottes wie noch nie zuvor durch die zwölf Jünger, die Vertreter und künftigen Herrscher Israels, verkündet (Matthäus 19,28).

 

Gottes Pläne gelingen

 

Da ist aber noch mehr. Wenn Jesus stirbt, nimmt er die Sünden Israels und der Welt mit in den Tod und ins Grab. Das bedeutet nicht weniger, als dass der Teufel, der Fürst der Welt, seine Machtgrundlage ver­liert. Jesus sagt auch, dass er den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen sah und spricht von seinem Sterben als einer Stunde seiner Ver­herrlichung (Johannes 12,23).

Jetzt wird der Fürst der Welt gerich­tet und hinausgeworfen. Jetzt kön­nen alle Verheißungen Gottes zur Wirklichkeit werden. Die Macht der Sünde kann dem Heilsplan Gottes nichts mehr in den Weg legen. Die zerstreuten Kinder Israels können aus der Diaspora befreit und heim­gebracht werden (Johannes 11,52; 12,32; Jesaja 49,22-25).

Der Hebräerbrief sagt, dass vieles noch verhüllt ist. Nicht verhüllt aber ist die Tatsache, dass der Satan ent­thront und Christus mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt ist (Hebräer 1,8). Die Angst vor dem Tod wurde weggenommen. Gottes Pläne ge­lingen. Der Messias selber wird sie ausführen (Jesaja 53,10).

Für Israel hängt das Leiden Jesu zu­sammen mit Reinigung, mit Erneu­erung im Dienst Gottes, mit dem Ende des Exils, mit der Wiederher­stellung Jerusalems, mit der Neu­machung aller Dinge. Wir dürfen Zeugen sein, ja sogar daran teilha­ben. Auch für uns ist die Bedeutung vom Sterben Jesu noch größer, als wir manchmal glauben.

Thema: Wichtiges! | Beitrag kommentieren

630. Jesus, der Jude, Messias und Herr

Mittwoch, 16. Mai 2018 | Autor:

Jerusalem

Lieber Blogbesucher,

viele Christen missachten das Alte Testament und haben dadurch große Defizite zur Person Jesus. Als ich den Artikel in der Zeitschrift Christen an der Seite Israels gefunden habe, habe ich mich sofort bemüht hierzu eine Genehmigung zur Veröffentlichung auf dieser Seite zu bekommen.

Ich danke den Autor Tobias Krämer sehr herzlich für diese Genehmigung und kann Ihnen den nachfolgenden Artikel sehr empfehlen.

Ultra-orthodoxe Juden in der Torat Emet-Jeschiwa in Jerusalem. Eine Jeschiwa (Mehrzahl: Jeschiwot) ist eine jüdische Hochschule,
an der sich die Schüler dem Tora-Studium, besonders dem Talmud-Studium widmen. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

 Jesus, der Jude, Messias und Herr

„Gottes Sohn wurde nicht Fleisch, Mensch […] in irgendeiner Allgemein­heit, sondern jüdisches Fleisch. Die ganze kirchliche Inkarnations- und Versöhnungslehre wurde abstrakt, billig, bedeutungslos in dem Maß, als man das für eine beiläufige und zufäl­lige Bestimmung zu halten begann.“ (Karl Barth) (1)

Jesus war und ist Jude. Nach dem großen Theologen Karl Barth ist das keine Nebensächlichkeit. Karl Barth hat hier offenbar etwas begriffen, was sich vielen Christen entzieht: Dass das Heil vom Judesein Jesu ab­hängt. Eine gewaltige und gewagte Aussage! Im folgenden Beitrag wird versucht, diese Wahrheit zu ent­schlüsseln und zugänglich zu ma­chen. Dabei wird sich herausstellen, dass man an Jesus tatsächlich nur glauben kann, wenn man ihn durch die jüdische Brille sieht. Christlicher Glaube ist ohne Judentum nicht möglich, denn der christliche Glaube ist von seiner Substanz her jüdisch.

 

Einführung: Jesus aus der Sicht seiner Zeitgenossen (2)

 

Jesus wuchs als Junge in einem frommen, jüdischen Elternhaus auf. Er wurde am achten Tag beschnit­ten, so dass er unter der Tora war, mit der Tora erzogen wurde und von Anfang an mit Gottes Willen vertraut gemacht wurde. Auf diese Weise wuchs er unter dem Schutz der Tora heran. Vermutlich erhielt Jesus Tora- Unterricht, möglicherweise in einer Tora-Schule in einer Synagoge in Nazareth. Auf diese Weise wurde er mit dem Tanach bekannt, der jüdi­schen Bibel (= Altes Testament), was erklärt, dass er zielsicher bestimmte Passagen finden konnte (Lk 4,16-21). Als Jugendlicher wurde bei Jesus be­reits ein besonderer Draht zu Gott sichtbar, doch blieb er zunächst bei seinen Eltern, ordnete sich ihnen un­ter und nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Men­schen (Lk 2,41-52). Das Neue Testa­ment lässt keinen Zweifel daran, dass Jesu Umfeld ihn als einen der Ihren gesehen hat, wenngleich viele auch wahrnahmen, dass Jesus in einem besonderen Verhältnis zu Gott stand (Mk 6,1-3).

Als Jesus später eigenständig wur­de, bewegte er sich frei im damali­gen jüdischen Umfeld. Sein innerster Antrieb war es, dass durch ihn Gott zum Zuge kommen sollte. Dies hat Gott auf herausragende Weise bestä­tigt, indem überall, wo Jesus diente, die Herrschaft Gottes durchbrach: Menschen wurden zurechtgebracht und fanden wieder den Weg ins Le­ben, viele wurden geheilt und von dunklen Mächten befreit, manche wurden sogar von den Toten aufer­weckt. Das hatte es in der Weise in Israel zuvor nicht gegeben. Zugleich wurde deutlich, dass Jesus ein be­gnadeter Lehrer und Hirte war. Wer Jesus begegnete, der begegnete in einer überraschenden Unmittelbar­keit Gott selbst und seiner Liebe. In Jesus wurde Gott sichtbar. Durch ihn floss auf vielfältige Weise die Kraft Gottes, durch ihn kam Gott selbst zu Gehör. Jesus war sozusagen „das Wort Gottes in Person“. Das drückte der Evangelist Johannes mit dem be­rühmten Diktum aus: „Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns.“ (Joh 1,14) Das heilige, ewige und unver­änderliche Wort Gottes war in dem Menschen Jesus gegenwärtig und erfahrbar. Dies muss für die Zeitge­nossen Jesu, die dafür einen Sinn hatten, ungeheuer beeindruckend gewesen sein.

 

 1.Jesus im jüdischen Kontext des 1. Jahrhunderts

Zur Zeit Jesu gab es verschiedene Gruppierungen und Bewegungen in Israel. Sie wetteiferten miteinan­der um das richtige Verständnis der Schrift und des Glaubens. Wir wissen, dass Jesus zweien davon besonders nahestand. Den einen schätzte er über alle Maßen, die anderen kriti­sierte er herzhaft. Die Rede ist von Johannes dem Täufer und den Pha­risäern.

Nach dem Zeugnis aller vier Evan­gelien hat sich Jesus von Johannes taufen lassen. Damit begann seine öffentliche „Laufbahn“. Seine Beweg­gründe wissen wir nicht, aber die Symbolik spricht für sich: Durch die Taufe hat Jesus den Täufer als Lehrer und Propheten anerkannt und hat ihm Respekt gezollt. Jesus ordnete sich dem Täufer zu und schloss sich der Täuferbewegung an. Damit ver­ankerte er sich selbst und die ihm Folgenden in der Täuferbewegung. Jesus wollte, dass sein Dienst im Licht des Täufers gesehen wird. Dies hat einen Grund. Aus Jesu Sicht gab es keinen Größeren als Johannes den Täufer (Lk 7,28). Das ist ein großes Wort. Die Einzigartigkeit des Täufers bestand darin, dass er eine landes­weite Buß- und Erweckungsbewe­gung auslöste, durch die Israel zurück in den Bund mit Gott gebracht und auf das Kommen des Reiches Gottes vorbereitet werden sollte. Deshalb war Johannes der letzte und wich­tigste Prophet. Nach ihm kam nur noch der Messias, der das Werk des Täufers aufgreifen sollte und eines Tages zur Vollendung führen wird. Jesus ließ sich von Johannes taufen und bestätigte damit diesen Bußpre­diger als großen Gottesmann. Diesen Akt der Demut bestätigte wiederum Gott, indem er im Rahmen der Tau­fe Jesus bestätigte: Gott öffnete die Himmel, ließ den Heiligen Geist auf Jesus fallen und bezeichnete ihn als „geliebten Sohn“ – ein jüdischer Aus­druck für den Messias (Mk 1,9-11). Das heißt: Die Salbung zum Messias Israels empfing Jesus im Rahmen sei­ner Taufe.

Neben dem Täufer stand Jesus den Pharisäern nahe. Doch hier war das Verhältnis zwiespältig. Während Jesus über den Täufer nur positive Worte fand, bekamen die Pharisäer ordentlich „ihr Fett ab“. Jesu Kritik an den Pharisäern wird oft als Abrech­nung mit ihnen oder gar dem ganzen Judentum verstanden. Das aber ist ein Missverständnis. Im Gegenteil: Je­sus hielt sich sogar zu den Pharisäern (wie Paulus auch), denn sie waren „die Frommen“ seiner Zeit, die es ernst meinten mit dem Wort Gottes und dem Leben mit Gott. Insofern ist Jesu Kritik nicht an andere gerichtet (an die „Opposition“), sondern sozusa­gen an die eigene Partei. Grundsätz­lich schätzte Jesus die Ernsthaftigkeit der Pharisäer, aber manchmal war es mit ihnen auch zum Verzweifeln. Deshalb rang Jesus mit ihnen um das rechte Verständnis des jüdischen Glaubens. Jesus wäre nie auf den Ge­danken gekommen, Israel oder das Judentum an sich zu hinterfragen. Im Gegenteil, er wusste sich gesandt „zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Mt 15,24).

 

2.Jesus als Schrifttheologe, Lehrer und Exeget

Jesus kannte die jüdische Bibel gut. Gerne ließ er sich in Gespräche über das Wort Gottes verwickeln, so wie jeder Rabbi dies tat. Die Bergpre­digt (Mt 5 – 7) ist ein gutes Beispiel, wie sich Jesus als Bibelausleger betä­tigt. Dabei kommt er auch auf die 10 Gebote zu sprechen, also den inners­ten Kern der Tora. Mehrfach beginnt Jesus seine Ausführungen mit dem Satz:

„Ich aber sage euch.“ Dieser be­kannte Einleitungssatz wurde oft so verstanden, dass Jesus sich gegen die jüdische Tora stellte und stattdessen seine eigene „Jesus-Lehre“ aufrichte­te. Doch das ist ein Missverständnis. Jesus war ein frommer Jude und hätte nie etwas gegen die Tora gesagt. Das betont er schon in der Einleitung zu seinen Ausführungen: „Ich bin nicht gekommen, die Tora aufzulösen, sondern zu erfüllen …“ (Mt 5,17-19). Erfüllen heißt tun bzw. verwirklichen. Jesus baut hier dem Missverständ­nis vor, er würde sich gegen die Tora aussprechen. Jesus wollte, dass die Tora getan wird. Das war und ist sein Ziel. Die Einleitungsformel ist vom hebräischen Hintergrund gar nicht so konträr gemeint, wie Christen das oft verstehen. Denn so haben die Rabbiner häufig ihre Redebeiträge eingeleitet. Zunächst wurde referiert, was die Schrift oder andere Rabbiner sagten, und dann gab man sein eige­nes Votum ab. Somit könnte man die Einleitungsformel folgendermaßen paraphrasieren: „Die Tora sagt bzw. Rabbi xy sagt und dazu sage ich …“. Was nun kommt, ist also eine Ausle­gung oder eine aktuelle Anwendung der Tora, ein weiterführender Gedan­ke oder eine Ergänzung, eben ein eigener Diskussionsbeitrag. Und weil aus christlicher Sicht Jesus der Messi­as war (und ist), ist seine Auslegung von besonderem Rang.

Jesu Auslegung geschah im Sin­ne der Tora. Das gilt sogar für das bekannte „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ (Mt 5,38-42). Zunächst ist zu sagen, dass dies nichts mit Rache oder Vergeltung zu tun hat. Es han­delt sich um eine rechtliche Rege­lung, wie Schadenersatz zu leisten ist, nämlich nach dem Prinzip der Ver­hältnismäßigkeit. Dies wurde schon im Alten Testament und später auch zur Zeit Jesu durch Ersatzzahlungen erreicht. Dass einer ein Auge verlor und daraufhin dem Täter seines aus­gestochen hätte, war nicht der Fall – das ist Fantasie. Doch sorgten Richter dafür, dass gerechte Entschädigung vorgenommen wurde. Für ein Auge der Gegenwert eines Auges, für ei­nen Zahn eben der Gegenwert eines Zahns. Dafür gab es sogar Listen mit konkreten Sätzen und Beträgen. Wie bei uns heute auch. Jesus hat nun das Anliegen, dass dieses Prinzip nicht in den privaten Bereich übernommen wird. In zwischenmenschlichen Kon­flikten soll es nicht zu einem „Wie du mir, so ich dir“ kommen. Denn dabei fühlt sich jeder vom anderen über den Tisch gezogen und am Ende eskaliert die Sache. Also: kein Aus­gleich. Doch spricht Jesus auch nicht von einem simplen Ertragen von Ungerechtigkeiten und Machtmiss­brauch. Worauf Jesus hier abhebt, ist die Möglichkeit, auf unerwartete und kreative Weise Unrecht offenzu­legen. Nicht mit Gewalt oder simplen Retourkutschen. Dazu nennt er drei unterschiedliche Beispiele aus dem Alltag: Beleidigung (die Ohrfeige mit dem Handrücken; V. 39), das „letz­te Hemd“ ausgezogen bekommen (weil man Schulden nicht zurückzah­len kann; V. 40) und von Römern zu Hilfsdiensten gezwungen werden (beispielsweise das Tragen von Reise­gepäck; V. 41). (3) Diese Anweisungen sind Protestnoten, doch bestechen sie durch ihre unerwartete Anders­artigkeit. Das Machtgefüge wird je aufgebrochen und die Mächtigen finden sich in Situationen wieder, die ihnen unangenehm sind. Eine Form des Protests, die weniger von Härte, als vielmehr von Intelligenz geleitet ist und auf Gewalt verzichtet.

Jesus hat seine Lehre aus der Tora, dem Judentum und konkreten Fra­gen seines Volkes heraus entwickelt. Wie es sich für den jüdischen Messias gehört.

Anmerkungen

1 Karl Barth, Kirchliche Dogmatik. Band IV/1, Zollikon 1953, S. 181f.
2 Einen kurzweiligen Überblick bietet der Video-Clip: „Wer war Jesus Christus?“ (Katholisch für Anfänger, von katholisch.de, zu finden auf You­tube, Dauer 8 Min).
3 Wenn man bedenkt, dass die Menschen der damaligen Zeit meist nur zwei Kleidungsstücke trugen (Untergewand und Mantel) und der Mantel überlebenswichtig und somit unpfändbar war, ist das zweite Bei­spiel durchaus markant.

 

3. Jesu Wirken und Anspruch als „Messias “

In den Evangelien ist Jesus der Messias. Das hebräische „Maschiach“ heißt im Griechischen „Christus“ und übersetzt „der Gesalbte“. Diese Be­zeichnung ist im Neuen Testament so zentral, dass sie sogar zum Namens-bestandteil geworden ist: Jesus Christus.

Dies ist kein simpler Name, son­dern ein Glaubensbekenntnis: Jesus aus Nazareth ist der Messias. Dass Je­sus der Messias war, stand ihm aller­dings nicht auf die Stirn geschrieben. Manche sahen ihn so, andere nicht (Mk 8,27-30).

Mit dem Anspruch, der Messias zu sein, ist Jesus nicht hausieren ge­gangen, doch lag dies in der Luft. Jesu Handeln deutete darauf hin: Die Sammlung der 12 Jünger als Symbol für die 12 Stämme Israels, die Tem­pelreinigung, messianische Zeichen und Wunder, all das führte zu Anfra­gen von außen und zu Diskussionen im eigenen Jüngerkreis. Nicht ohne Grund ist Jesus als Messiasanwärter (als „König der Juden“) gekreuzigt worden.

Der Messias ist im Judentum so etwas wie eine universale Heilsfigur, in der die verschiedenen Heilser­wartungen des Judentums zusam­menkommen. Doch sind die Vorstel­lungen recht unterschiedlich. Grob kann man sagen: Der Messias ist der, der die Heilszeit einläuten und alles in Ordnung bringen wird. Was das konkret heißt, ist eine andere Frage. Deshalb gab es im Judentum recht verschiedene, nämlich königliche, priesterliche und prophetische Mes­siaskonzepte. Im königlichen Kon­zept sollte der Messias als Nachfahre Davids kommen, um Israel als Nation Gottes wieder zu alter Größe zu ver­helfen. Im priesterlichen Konzept war der Messias der endgültige Versöh­ner zwischen Gott und Israel, durch den alle Schuld gesühnt werden wird, und im prophetischen Konzept stellte der Messias Israel wieder her, indem er ganz Israel zur Tora zurück­führte.

Nicht umsonst wird Jesus als kö­niglicher, priesterlicher und prophe­tischer Messias gesehen.

Manche meinten auch, dass ein Messias nicht genügt, und erwar­teten zwei: einen königlichen und einen priesterlichen. Andere rechne­ten damit, dass der Weg des Messias ein Leidensweg sein könnte, wie dies bei den Propheten Israels oft der Fall war. Und wieder andere waren der Meinung, dass Gott keinen Messias braucht, sondern eigenhändig die Heilszeit einläuten wird. Was auf den ersten Blick diffus und widersprüch­lich wirkt, hat einen gemeinsamen Nenner: Israel und die Welt liegen im Argen und es braucht Gottes Initiati­ve, um diesen Missstand in Ordnung zu bringen. Genau dies ist die Aufga­be des Messias.

 

4. Jesu Kreuzestod und Auferweckung

Jesu Tod bedeutete das schmähli­che und grausame Ende eines Messi­asanwärters. Das messianische Hoff­nungsprojekt war mit Jesus (wieder einmal) gestorben. Doch kurze Zeit später wendete sich das Blatt. Jesus war auferstanden – und das änderte alles. Dass Jesus wieder zum Leben erweckt worden war, konnte ja nur heißen, dass das Projekt Jesu wei­terging und nicht am Kreuz ende­te. Gott hatte Jesus auferweckt, der Messias war am Leben! Aus dieser Perspektive musste man sagen, dass Jesus von Gott in eindrücklicher Wei­se bestätigt worden war – und er tat­sächlich der Messias ist. Somit stand auch Jesu Kreuzestod in einem völlig neuen Licht da. Jesu Tod war offen­bar kein Scheitern, sondern hatte eine andere Bedeutung. Aber welche nur? Diese Frage stellte sich für die ersten Gläubigen und sie hatten nur eine Möglichkeit, sie zu beantworten: Mit Hilfe der jüdischen Bibel. Hier fan­den sie die entscheidenden Katego­rien: Stellvertretung und Sühne – Je­sus starb für uns. Sein Tod diente zur Erlösung Israels, ja aller Menschen, sein Kreuz wendete das Schicksal der Welt! Ähnliches galt auch für Jesu Auferweckung. Auch ihre Bedeutung musste erst einmal begriffen werden und auch hier blieben nur die Schrift und die jüdische Tradition als Schlüs­sel. Auch an dieser Stelle wurde schnell deutlich: Die Auferweckung Jesu erfolgte für uns. Jesus hat den Tod überwunden und ewiges Leben erworben. Er ist, wie Paulus es aus­drückt, der „Erstling aus den Toten“. Der Erstling steht in der jüdischen Bi­bel stellvertretend für das Ganze. Ist nun Jesus der „Erstling aus den Toten“, dann bedeutet das, dass mit ihm die endzeitliche Totenaufer­weckung ihren Anfang genommen hat. Wenn der Erste auferstanden ist, dann werden auch all diejenigen auferstehen, die zu ihm gehören und die er repräsentiert. Das wurde den ersten Gläubigen anhand der Schrift klar. Die Bahn ins ewige Leben war gebrochen! (1 Kor 15,20-22)

Dieses Denken findet sich beispiel­haft und gebündelt in Jes 53. Am be­kanntesten ist Vers 5: „Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir ge­heilt.“ Doch lohnt es sich, das ganze Kapitel zu studieren, um zu sehen, wie Gott seinen Knecht zum Heil für die Menschen einsetzt. Passion, Tod und Auferweckung Jesu werden hier beispielhaft vorweggenommen, so dass sich der Text wie ein erläutern­der Kommentar zu Jesu Leidensweg liest. Nicht umsonst ist es in verschie­denen jüdisch-orthodoxen Kreisen verboten, diesen Text zu studieren. Denn er führt manchen orthodoxen Rabbi zu nah an Jesus heran.

Ohne die schriftgelehrte Arbeit der ersten Jesusgläubigen hätten wir nie erfahren, was es mit Tod und Aufer­weckung Jesu auf sich hat. Vielleicht hätten wir die Auferstehung Jesu als Wunder bestaunt, aber weiter wä­ren wir nicht gekommen. Ohne das Licht des Judentums wären wir blind geblieben, denn die Schlüssel zum Verstehen hätten uns gefehlt. Der Zu­gang zur geistlichen Bedeutung von Kreuz und Auferweckung Jesu wäre verschlossen geblieben, das Evan­gelium wäre weder formuliert noch verkündigt worden. Das Judentum ist der Schlüssel zum Evangelium.

 

5. Jesu Hoheit

Jesu Auferweckung ist aber nicht nur als Sieg über den Tod zu ver­stehen. Sie ist verbunden mit Jesu Himmelfahrt, so dass die Jünger von Anfang an wussten: Jesus ist im Him­mel bei Gott. Was aber macht er da? Auch hier konnte nur die jüdische Bi­bel weiterhelfen. Dort war beispiels­weise zu lesen: „Der HERR sprach zu meinem Herrn: ‚Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel unter deine Füße lege.‘“ (Ps 110,1) Dieses Wort hatte sich in Jesus erfüllt. Jesus ist „zur Rechten Gottes“ eingesetzt und auf diese Weise mit hohen Ehren bedacht worden. Zur Rechten Gottes zu sitzen, das ist ne­ben Gott die höchste Position, die es gibt. In dieser Position kann Jesus – sozusagen als „Rechte Hand Gottes“ – als König herrschen. So übt er die Herrschaft aus, die Gott innehat. Er kann sich aber auch Gott zuwenden und für die Menschen Fürbitte tun. Als Anwalt und Versöhner. Beides ist in dieser Position möglich und ver­bindet sich mit ihr. Durch seine Erhö­hung wurde Jesus also zum „Mittler“ zwischen Gott und Menschen.

Er repräsentiert Gott vor den Menschen und umgekehrt auch die Menschen vor Gott. Das ist die zent­rale Funktion, die Jesus hat. 1 Tim 2,5 bringt dies markant auf den Punkt: „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus.“

In Apg 2 wird dieser Vorgang de­tailliert beschrieben: „So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus ge­macht hat.“ (V. 36) Die Auferweckung Jesu führte dazu, dass Gott Jesus „zum Herrn und Christus gemacht hat“, ihn also im Himmel in diese ho­hen Ämter eingesetzt hat. Wer nun wissen will, wer der Herr bzw. der Messias ist, bekommt eine klare Ant­wort: Jesus, der Gekreuzigte und Auf­erweckte. Folglich haben Christen „einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm, und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn“ – einen Gott und einen Herrn (1 Kor 8,6). Jesu Auferweckung bedeutete seine Ein­setzung im Himmel zur Rechten Got­tes. Diese Einsetzung erfolgte durch Gott – das sagt die Schrift (Ps 110). Und aufgrund dieser Einsetzung wird Jesus eines Tages wiederkommen. Denn noch ist sein messianisches Werk nicht vollendet. (1)

 

6. Jesu Parusie (Wiederkehr)

Weil Jesus der Messias ist, wird er eines Tages (wieder-)kommen, Israel wiederherstellen und die Welt in Ord­nung bringen. Das ist als Messias sein Job. Neben der Auferweckung ist die Parusie Jesu somit das zweite große Heilsdatum, das im Neuen Testament mit Jesus verbunden wird. Das geht auch gar nicht anders, denn wenn Je­sus der Messias ist, dann muss er wie­derkommen. Die gesamte frühjüdi­sche Messiaserwartung funktioniert so, dass der Messias kommt. Dies ist auch nötig, denn noch ist sein Werk nicht abgeschlossen. Er kommt, von Gott gesandt, auf die Erde und voll­endet die Gottesherrschaft. Darauf warten die Christen. Darauf warten aber auch die Juden – wir warten also gemeinsam. In Apg 1,6-12 wird diese Perspektive deutlich. Kurz vor seiner Himmelfahrt wird Jesus von den Jün­gern gefragt: „Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel?“ Für die Jünger war dies das Nächstliegende:

Jesus wird kommen, um das Reich aufzurichten – mit Israel im Zentrum. So hatten es die Propheten ja verhei­ßen und das ist die Aufgabe des Mes­sias. Jesus stimmte seinen Jüngern zu, dass dies eines Tages geschehen wird, doch machte er den Jüngern zweierlei klar: (1.) Es steht ihnen nicht zu, „Zeit und Stunde zu wissen“, denn der Zeitpunkt ist allein Gottes Sache. Es kann also schnell gehen oder län­ger dauern. (2.) In der Zwischenzeit haben die Jünger einen Auftrag zu erfüllen: Sie sollen das Evangelium bis an das Ende der Erde bringen. Jesus wird kommen und er wird das endzeitlich-messianische Frie­densreich für Israel aufrichten, das ist keine Frage. Nur weiß niemand, wann das sein wird, und so soll die Zwischenzeit genutzt werden, um die Menschen mit dem Evangelium bekannt zu machen.

 

Ultra-orthodoxe Juden in Israel feiern die Einweihung einer neuen Tora-Rolle. Foto: Yaakov Naumi/Flash90

 

„Jeschua“

Der eigentliche Name unseres Herrn ist „Jeschua“, und weil er der Messias ist, wird er „Jeschua HaMaschiach“ genannt. Messi­as bedeutet „der Gesalbte“ und wird auf Griechisch mit „Christós“ wiedergegeben, während man Jeschua mit „Iesoús“ gräzisiert hat. Eingedeutscht wurde daraus „Jesus Christus“ und so reden die Christen ihren Herrn meist mit „Jesus“ oder „Herr Jesus“ an.

Wer den Namen verwenden möchte, der ihm tatsächlich ge­geben wurde, muss auf „Jeschua“ umsteigen. Der Unterschied ist ungefähr so, wie wenn man ei­nen deutschen Johannes mit dem englischen John ansprechen würde.

Gott hat Jesus zum Herrn und Christus gemacht. Als Herr herrscht Jesus bereits jetzt zur Rechten Got­tes, als Messias wird er eines Tages gesandt werden, um die Herrschaft auf Erden durchzusetzen. Beides ist wesentlich und gehört zusammen.Jesus wird eines Tages wiederkom­men und die Erde Schritt um Schritt von all seinen Feinden, von allen widergöttlichen Mächten und Kräf­ten befreien. Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. Dann ist Jesu Sieg vollkommen aufgerichtet (1 Kor 15,20-28). Jesus hat aber die Herrschaft nur inne, bis alle Feinde überwunden sind. Wenn dies er­reicht ist, wird er die Herrschaft an den Vater zurückgeben, „auf dass Gott sei alles in allem“ (V. 28). Dann ist das Ziel der Geschichte erreicht: Die Erde wird wieder voll und ganz von Gott bestimmt sein und vollstän­dig unter seiner Herrschaft stehen. Diese grandiosen Heilserwartungen sind jüdisch-messianischer Natur. Der Messias Jesus wird erfüllen, was in der heiligen Schrift der Juden ver­heißen ist. Die Schrift spannt den endzeitlichen Horizont auf, in dem sich Jesus bewegt.

 

7. Zurück zum Anfang: Wer ist Jesus?

Nachdem den Jüngern nach Os­tern all dies vor Augen stand, stellte sich nochmals neu die Frage, wer Je­sus überhaupt ist. Jesus war und ist voll und ganz Mensch, das war kei­ne Frage. Aber doch kein normaler Mensch „wie du und ich“. Er war auch nicht nur Prophet, Weisheitslehrer oder Wundertäter – er war mehr. In ihm war in einzigartiger Weise der Gott Israels präsent. Das war offen­kundig. Auf Erden war Jesus der he­rausragende Repräsentant Gottes gewesen und im Himmel bekleidet er nun die höchsten Ämter. Das war einzigartig und so musste auch von Jesus in einzigartiger Weise gespro­chen werden.

Ein Hoheitstitel, der an dieser Stelle eine zentrale Rolle spielt, ist „Sohn Gottes“. Das hebräische Wort für „Sohn“ (ben) bezeichnet die Her­kunft bzw. die Zugehörigkeit in recht allgemeiner Weise und so ist der Titel „Gottessohn“ auch nicht auf Jesus beschränkt. Die Einzigartigkeit Jesu wird allerdings dadurch zum Aus­druck gebracht, dass Jesus der Sohn ist (vgl. Hebr 1,2; Joh 5,19-27 u. ö.): der eine und einzigartige Sohn. Die­ses Verständnis führt wieder zum Messias hin, denn der Sohn Gottes ist frühjüdisch kein anderer als der Mes­sias. Durch ihn wird Gott sein ewiges Friedensreich aufrichten. Dies ist die Aufgabe des Messias, des Sohnes Gottes. Als Sohn wurde Jesus von Gott gesandt. Gesandt zu seinem jü­dischen Volk und „unter die Tora“ ge­tan (Gal 4,4). Dies war aus mehreren Gründen notwendig: (1.) Damit Jesus unter dem Schutz der Tora aufwach­sen konnte, (2.) damit er die Tora aufrichten konnte, (3.) damit er die erreichen konnte, die unter der Tora sind (die Juden) und (4.) damit er der Messias in all seinen Funktionen sein konnte.

Jesus musste Jude sein. Daran hängt alles. Daran hängen seine Per­son und sein Werk, seine Worte und Taten, sein Kreuzestod und seine Auf­erweckung. Es ist von daher viel zu wenig, wenn man von Jesus abstrakt als vere Deus et vere homo („wahrer Gott und wahrer Mensch“) spricht, wie es auf den altkirchlichen Kon­zilien von griechisch-philosophisch denkenden Theologen definiert wur­de. Von Jesus muss vor allem jüdisch gesprochen werden. Denn daran hängt die gesamte Bedeutung Jesu. Nur vom Judentum her ist Jesus zu begreifen.

Wir verstehen Jesus entweder jü­disch oder wir missverstehen ihn. Wenn wir durch die jüdische Brille schauen, sehen wir Jesus als Erlöser, Retter, Hei­land und Herrn. Das weckt Glauben und führt zur Erlösung. Wenn wir durch irgendeine andere Brille schauen, dann sehen wir nur einen besonderen Men­schen – und das Heil zerrinnt uns zwi­schen den Fingern.

Das Heil – unser Heil! – hängt an Jesu Judesein. An Jesus glauben kann man nur, wenn man ihn als Juden sieht. Das sagt auch Jesus selbst, wenn er betont:

 

„Das Heil kommt von den Juden.“ (Joh 4,22)

 

Anmerkung

1 Diese Ämter sind mit jüdischen Titeln verbunden, die „Hoheitstitel“ genannt werden. Einige wurden hier schon vor­gestellt: Der Messias-König, der Herr, der Mittler und der Gottesknecht. Weitere fin­den sich unter www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/themenkapitelnt, im Ka­pitel „Christologische Hoheitstitel“. –

Quelle: Israel aktuell Ausgabe April/ Mai 2018

 

Thema: Israel | Beitrag kommentieren

629. „Ich wünsche uns Ehrfurcht vor dem Leben“

Sonntag, 6. Mai 2018 | Autor:

Baby_R_by_Christian-v.R._pixelio.de

Liebe Blogbesucher,

ich freue mich, wenn ich Berichte wie den von Frau Hannelore Reichert lese, dann habe ich immer noch Hoffnung, dass diese Gesellschaft „nicht ganz den Bach hinunter geht“. Menschen wie Frau Reichert bräuchte unser Land viel mehr, dann sehe vieles, sehr viel besser aus. Da die Hoffnung zuletzt stirbt und Christen wissen, dass Gott im Regiment sitzt, geben wir nicht auf, die Menschen auf den Weg Gottes hinzuweisen.

 

 

Lesen Sie in Ruhe dieses wunderbare Lebenszeugnis von Frau Reichert.

Persönlich erzählt: Eine Abtreibung – und die Folgen

Ich bin eine Beschenkte. Beschenkt, weil ich leben darf (geboren 1944, keine gute Zeit für ein Neugeborenes). Weil ich durch und mit Jesus leben darf. Beschenkt mit 10 Kindern: eigenen, adoptierten und Stiefkindern. Beschenkt mit 20 Enkeln und 10 Urenkeln.

Überreich beschenkt. Mit größeren und kleineren Kinder, dicken und dünnen, mit hellen Locken und dunklen glatten Haaren, stille Kinder, laute Kinder, sportliche, musikalische, auch an Körper und Geist behinderte Kinder. Wunderbare Kinder. Jedes etwas ganz Besonderes, Originale eben.

Kinder sind ein Geschenk. Leben mit Kindern, Mutter oder Vater oder Oma sein ist ein Geschenk. Es ist nicht selbstverständlich, dass Kinder in unseren Familien sind. Jedes in seiner Einmaligkeit anzunehmen, ist eine wunderbare Aufgabe. Zu erleben, welche Talente und Fähigkeiten jedes Kind entwickelt, ihm ins Leben und in den Glauben zu helfen – es gibt nichts Größeres.

 

Kaputte Beziehungen

Aber. Zu meinem Leben gehören auch drei fehlgeborene Kinder und eine Abtreibung. Von diesen Kindern gibt es kein Foto, kein Jäckchen, keinen ersten Zahn, keine Grabstelle.

Wie kam es dazu? Ich bin aufgewachsen in Ostdeutschland, geprägt durch ein sozialistisches Schul- und Wertesystem: „Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein.“ Mit einer gesetzlichen Regelung: Es gibt (ab 1972) das Recht auf Unterbrechung einer Schwangerschaft. Ohne Beratung, ohne Begründung. Unterbrechung?

Ohne darüber nachzudenken, habe ich meinem Kind das Leben verwehrt. Obwohl ich schon mehrere Kinder geboren hatte und hätte wissen sollen, wie weit entwickelt ein Kind in der 10. Schwangerschaftswoche ist. In freier Entscheidung habe ich das Leben meines Kindes beendet. Ich habe abgetrieben.

Was mir nicht klar war, waren die Folgen: Verletzungen an Körper, Seele und Geist, und lauter kaputte Beziehungen:

Eine kaputte, nicht tragfähige Beziehung zu Gott, soweit überhaupt vorhanden aus der Kinderzeit. Eine kaputte Beziehung zum Ehemann. Zwischen uns lag nun ein totes Kind. Nicht ein gestorbenes, nein: ein getötetes Kind. Kaputte Beziehungen zu meinen Kindern. Wie kann eine Mutter liebevoll, verständnisvoll, mitfühlend sein mit dieser Last?

Was folgte, waren Süchte, als eine Möglichkeit zum Überleben, 20 Jahre lang, bis zum Zusammenbruch.

Aber Jesus ist mir nachgegangen. Er stellte mir Menschen in den Weg, die mich auffingen. Und annahmen. Ich durfte meine Schuld erkennen, umkehren und mit Gottes Hilfe mein Leben neu ordnen, Vergebung und Heilung erfahren.

 

Und heute?

Ich bin angenommen, geliebt, geborgen. Die Verletzungen aus Kindheit und Ehe sind geheilt, die Beziehungen zu den Kindern vergeben. Es gibt Hoffnung, Heilung. Gott heilt auch heute noch, zur rechten Zeit und vollständig. Das darf ich weitersagen, ich könnte sonst meine Geschichte nicht erzählen.

Mit dieser Erfahrung und mehreren Ausbildungen in der Laienseelsorge begleite ich seit 25 Jahren Frauen und Familien in Konfliktschwangerschaften oder nach Abtreibung.

 

Was ich sagen möchte:

Jedes Kind, jeder Mensch ist von Gott gewollt. Danken wir Gott für jedes Kind, auch in schwieriger Lebenslage! Und für Gottes Lebensplan mit ihm als Ärztin, Forscher, Musiker, Lehrerin, Gemeindeleiter, Bundeskanzlerin, Vater und Mutter. Heißen wir jedes Kind willkommen!

Beten wir aber auch für diejenigen, die Kraft und Mut für ein Kind nicht hatten und sich für eine Abtreibung entschieden haben.

Wie tragen wir als christliche Gemeinden mit an dem Leid der verletzten Ehefrauen und Mütter, den zerbrochenen Familien, der Flucht in Süchte? Beten wir für sie, unsere Nächsten?

Wo immer Menschen erkennen, was da tatsächlich geschehen ist bei der Tötung eines ungeborenen Menschen, braucht es Hilfe und behutsame Begleitung. Sagen wir ihnen: Es gibt Hoffnung und Heilung. Vergebung. Jesus ist für alle meine Schuld ans Kreuz gegangen. Er hat sich geopfert, damit ich frei sein kann.

Ich wünsche uns Ehrfurcht vor dem Leben, es sei jung oder alt, gesund, behindert oder pflegebedürftig, geboren oder ungeboren. Leben, das allein Gott gibt. Er allein hat das Recht, Leben zu beenden. Und ich wünsche uns das Vertrauen, dass Gott zu der Aufgabe auch die Kraft gibt.

Hannelore Reichert hat ihre Geschichte im Herbst 2017 erzählt anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Vereins „Rahel“, der sich um Frauen kümmert, die eine Konfliktschwangerschaft und Abtreibung hinter sich haben (www.rahel-ev.de).

 

 

Autorin: Hannelore Reichert

Quelle: Magazin EINS

Thema: Zeitgeist | Beitrag kommentieren

628. Nicht mitmachen bei Abtreibungen!

Sonntag, 6. Mai 2018 | Autor:

Liebe Blogbesucher,

es ist für mich immer wieder erschütternd wenn ich höre, wie wir in Deutschland und weltweit mit diesen Thema umgehen. Jeder, der noch ein Gewissen hat wird nicht zur Tagesordnung übergehen, wenn er von diesen millionenfachen Morden(weltweit zwischen 40 bis 56 Millionen) auf dieser Erde Kenntnis bekommt. Jeder ob Christ oder Atheist muss sich darüber im Klaren sein, dass er für das was er gemacht hat eines Tages Rechenschaft vor Gott ablegen muss. Ob er dies jetzt glaubt oder nicht, ist nicht entscheidend, jeder wird es erleben. Die Menschen unserer Zeit wollen in fast allen Lebensbereichen Gewissheit und Sicherheit haben, bei den entscheidenden Fragen des Lebens gehen sie aber sehr sorglos mit Ihrer Zukunft um. Bedauerlich, aber Gott zwingt niemanden zu irgendeiner Entscheidung, das heißt jeder ist für sich selbst verantwortlich. Ich bin gewiss, dass da viele wenn sie den letzten Atemzug hier auf der Erde getan haben, sehr überrascht sein werden.

Wie weit unsere Gesellschaft und Politik inzwischen Gottes Gebote ignoriert, bzw. selbst Gott spielt, und wie man Menschen die sich an Gottes Gebote halten benachteiligt, verunglimpft und verfolgt, ist ein Spiegel unserer Zeit. Ein Arzt hat die Aufgabe Leben zu erhalten. Dr.Börner wollte man gezwingen seinen Eid zu brechen. Christen die den Geboten Gottes Folge leisten werden gemoppt und verfolgt. Das Recht auf eine eigene Meinung wird nicht mehr akzeptiert. Wie weit ist dieses ehemals christliche Deutschland gesunken. Wir werden dafür die Ernte sehen, ja wir sehen schon jetzt in vielen Bereichen wie es bei uns aussieht. Ein Beispiel nur: Wir hätten genügend Fachkräfte, wenn wir unsere Ungeborenen Kinder leben lassen würden und ausbilden. Was machen wir?

Lesen Sie einmal diesen Bericht von Dr.Börner. Vor Menschen wie Ihn ziehe ich meinen Hut und bin überzeugt, dass Gott mit Ihn einen guten und gesegneten Weg für den Rest seines Lebens haben wird.

 

 

Dr.Thomas Börner

Mein Zeichen für das Lebensrecht:

Thomas Börner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, geriet vor gut einem Jahr in die öffentlichen Schlagzeilen. Als Chefarzt der gynäkologischen Abteilung in der Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg (Niedersachsen) entschied er, dass keine Abtreibungen (außer aus medizinischen Gründen) mehr vorgenommen werden dürften – auch nicht von anderen Ärzten. In Medien, bei Verbänden und in der Politik stieß das Verbot auf Kritik. Als auch die Leitung des schwedischen Konzerns, zu dem die Klinik gehört, die Forderung Börners ablehnte, verließ er die Klinik. Für EiNS beschreibt er seine Haltung.

Als ich nach dem Medizinstudium meine erste Stelle als Assistenzarzt in der Gynäkologie antrat – in einem nicht-konfessionellen Krankenhaus im Ruhrgebiet –, war eine der ersten Ansagen meines damaligen Chefs, dass in seiner Abteilung keine Schwangerschaftsabbrüche nach der Fristenlösung stattfinden dürfen. So bin ich ausgebildet worden, und dies entsprach auch meiner Einstellung.

Nach nunmehr 27 Jahren bin ich dabei geblieben, dass das von Gott gegebene „Du wirst nicht töten“ auch für das Kind im Bauch der Mutter gilt. Diese Entscheidung des Gewissens wird in Deutschland durch das Gesetz unterstützt. In §12 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes heißt es z.B., dass niemand zur Mitwirkung am Schwangerschaftsabbruch verpflichtet sei (außer in den Notfällen, in denen es sich sonst um unterlassene Hilfeleistung handeln würde).

Diejenigen, die im Schwangerschaftskonflikt meinen, den Frauen mit einer Abtreibung zu „helfen“, müssen sich fragen lassen, wo das Gewissen eine Grenze setzen soll. In Deutschland bei rund 100.000 Abbrüchen auf 700.000 Geburten? Oder in Frankreich mit 200.000? Bei 42 (von 135) Millionen Geburten weltweit?

Von den 99.237 Abbrüchen 2015 in Deutschland wurden 3.879 aus medizinischer Indikation und 20 nach kriminologischer Indikation vorgenommen. Das bedeutet: Der ganz überwiegende Teil geht nach der Fristenlösung. Und diejenigen, die der Frau zur Abtreibung geraten haben, sind hinterher nicht mehr da, wenn die Depression kommt, wenn echte Hilfe erforderlich ist.

 

Eine wichtige Frage

Wer sich heute gegen den Mainstream stellt und Abtreibung für nicht richtig hält, ist mindestens ein „Gutmensch“ (als wenn wir „Schlechtmenschen“ werden sollten). Auf dem „Marsch für das Leben“ wird man beschimpft und bespuckt.

Und man kann seinen Job als Chefarzt verlieren. Es wurde nicht geduldet, dass ich den Schwangerschaftsabbruch für meine Abteilung nicht zulassen wollte. Ein Medienaufschrei in ganz Deutschland, ein Propst, der sich über meine Entscheidung „entsetzt“ zeigte, eine Sozialministerin, die dem Krankenhausträger mit dem Entzug von Fördermitteln drohte. Bei so viel Gegenwind kann man nicht gewinnen. Ich musste aufgeben.

Mein Posten war weg, meine Pläne waren nicht Gottes Pläne. Darin liegt aber auch der Trost und die Zuversicht: Gott wird alles zum Guten wenden, er hält die Welt im Innersten zusammen. Er hatte mich mit einem Traum vorbereitet – und hat mir einen Anschluss-Job gegeben. Wenn wir Gott mehr gehorchen als den Menschen, wird er uns nicht fallen lassen, auch wenn wir es manchmal anders empfinden. Dazu gehörte etwa, dass ich durch unzählige Briefe, E-Mails, Telefonate, persönliche Besuche, Petitionen und meine Ortsgemeinde getröstet und in meiner Entscheidung ermutigt wurde. Ich hätte mir niemals träumen lassen, einmal in die Situation zu geraten, plötzlich der umstrittenste Gynäkologe Deutschlands zu sein.

Ich habe nicht mitgemacht. Vielleicht ist das eine wichtige Option auch in anderen Bereichen und für andere Menschen: Einfach nicht mitmachen. Zeichen setzen, Licht und Salz sein wollen, damit etwas von Gottes Geist noch durch unser Land weht – obwohl oder gerade weil wir uns unserer Unvollkommenheit vor Gott bewusst sind.

Manchmal stelle ich mir eine wichtige Frage: Was würde Jesus sagen, wenn ich so oder so handeln oder reden würde? Eines würde er aber bestimmt sagen: Mach nicht überall mit!

 

Autor: Thomas Börner

Quelle: Magazin EINS

Thema: Zeitgeist | Beitrag kommentieren

627. Flüchtlinge – echte und trickreiche

Dienstag, 27. Februar 2018 | Autor:

by_Timo-Klostermeier_pixelio.de_.jpg

Liebe Blog Besucher,

was sich beim Thema Flüchtlinge im Herbst 2015 in unserem Land abgespielt hat, kann man eigentlich nur mit einem Wort beschreiben: Chaos!

Chaos deshalb weil eine Bundeskanzlerin sich über Gesetze in unserem Land hinweg gesetzt hat. Kein zweiter Regierungschef in Europa hat sein eigenes Volk zu überfahren wie Frau Merkel.

Die negativen Folgen erleben wir jetzt nach mehr als 2 Jahren tagtäglich in unseren Alltag. Deutschland hat sich verändert und ist nicht mehr das Gleiche wie vor 2015.

Der nachfolgende Artikel von Jörgen Bauer zeigt klar und deutlich auf wie man dieses ganze Chaos hätte vermeiden können. Viel Erkenntnis beim lesen.

 

 

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend und ohne Obdachsind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!

Jesaja 58, Vers 7

 

Der obige, oft auch überstrapazierte Vers, ist allgemein bekannt.

 

Mit großem Interesse habe ich deshalb den Beitrag von Pfarrer Johannes Frey im Informationsbrief der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, Ausgabe Februar 2018, Nr. 308, gelesen, der unter der Überschrift „Willkommenskultur oder Abschottung? – Gibt es eine christliche Antwort auf die gegenwärtige Völkerwanderung?“ – stand.

Der Autor ist ein biblisch orientierter, kritischer Analytiker, der sehr sinnvoll und überzeugend zwischen „Gesinnungsethik“ und „Verantwortungsethik“ differenziert. Dabei geht es um den Unterschied zwischen gut und gut gemeint.

Der Unterschied zwischen beiden Haltungen besteht darin, dass der Gesinnungsethiker weltweit allen Menschen helfen will, und wie bei der Willkommenseuphorie, auf rechtswidrige und gröblich rechtsverletzende Weise blindlings alle Welt zu uns einlädt, anschließend mit vollen Händen Geld, das ihm nicht gehört, verteilt und auf ebensolche Weise großzügige Zugeständnisse macht, ohne dabei auch nur im Geringsten die Folgen zu bedenken.

Er verhält sich wie der sagenhafte Karnevalist, der, bevor am “Aschermittwoch alles vorbei ist”, noch schnell sein restliches Geld auf den Putz haut, wobei es ihm egal ist, wovon er ab Donnerstag leben wird.

Genau das ist bei der die Flüchtlingskrise auslösende unverantwortlichen Einladung an alle Mühseligen und Beladenen erfolgt, was mit humanistischen Phrasen und aus dem Zusammenhang gerissenen biblischen Zitaten unterlegt wurde, wobei diejenigen, die das kritisch sahen, diffamiert wurden und ihnen gleichzeitig ein schlechtes Gewissen gemacht werden sollte.

Die Folgen dieses unverantwortlichen und letztlich sogar strafbaren Verhaltens haben wir noch lange nicht im Griff. Es sind nämlich nicht nur Flüchtlinge und wirklich Schutzbedürftige unkontrolliert eingesickert, sondern in ganz erheblichen Maße auch kriminelle Elemente, Asoziale, Betrüger und Gewalttäter aus Kreisen, die weiterhin alle sich bietende Gelegenheiten ausnutzen, um mittels gefälschter Pässe und sonstigen frisierten “Dokumenten” illegal einzureisen und es dabei mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

Und alle diese Leute werden großzügig alimentiert, wobei sich der Staat weitgehend als handlungsunfähig erweist bzw. indem er sich selbst durch seine Bürokratie und dem Wunsch, es allen recht zu machen, verbunden mit ausufernden Klagemöglichkeiten, lähmt.

Vom politisch-medialen Komplex wird uns hier weiterhin eine heile Welt vorgegaukelt und nicht dazu passende Fakten und Tatsachen großzügig unterschlagen. Auch wenn die sozialen Netzwerke kontrolliert (NetzwerkDG) und zensiert werden (“Bundestrojaner”), sickert doch noch vieles an skandalösen Vorgängen durch, wodurch der Eindruck entsteht, dass wir seitens der gleichgerichteten Medien und Politiker nach Strich und Faden verdummt werden, ganz genau so, wie man es von der früheren DDR her kennt.

Das Gegenstück zum emotional aufgeladenen Gesinnungsethiker ist der Verantwortungsethiker, der ebenfalls Notleidenden helfen will, aber dabei die Folgen seines Tuns bedenkt.

Ein Verantwortungsethiker war Friedrich von Bodelschwingh (1831 – 1910). Der Gründer von Bethel gab den Obdachlosen keine Almosen, sondern eine Aufgabe. Dazu gab er ihnen Werkzeuge in die Hand und die nötige Anleitung. Das war nicht immer einfach. Aber am Ende wurden aus Fürsorgebedürftigen aktive und respektierte Teilnehmer am gesellschaftlichen Leben.

Und das Werk Friedrich von Bodelschwinghs ist nicht das Einzige dieser Art von christlich geprägter Nächstenliebe.

Gesinnungsethik und Verantwortungsethik erwachsen jeweils aus einer bestimmten Glaubenshaltung. Gesinnungsethik geht von einem falschen Menschenbild aus, wonach der Mensch von Natur aus gut ist, und das ist der große Irrtum, der zu rückgratloser Duldsamkeit gegenüber kriminellen Elementen und Betrügern führt, die sich, zu Lasten des aufnehmenden Staates, trickreich als Notleidende ausgeben und damit Forderungen stellend in die sozialen Sicherungssysteme einsickern.

Der obige Vers aus Jesaja 58 hebt nicht darauf ab, allen Notleidenden weltweit zu helfen, sondern sich in allererster Linie der akut Notleidenden im unmittelbaren Umfeld anzunehmen, und bereits da gibt es nach wie vor genug zu tun.

Gesinnungsethik erwächst aus dem Gedanken, dass der Mensch durch sein Tun qualifiziert wird. Wer das Gute tut, ist somit gut und wertvoll.Das ist die Haltung der Gesetzlichkeit, die Jesus am pharisäischen Judentum scharf kritisierte. Dieser Haltung ist das eigene Gutsein wichtiger als die Folgen des eigenen Tuns für andere.

Die Verantwortungsethik erwächst aus dem Wissen, dass ich niemals durch mein Tun zu einem guten Menschen werden kann, sondern immer ein Sünder bleiben werde.

Das heißt nicht, nichts zu tun, sondern zu wissen, dass auch beim Helfen Fehler gemacht werden, was aber besser ist, als überhaupt nichts zu tun.

Wie ist das alles zu bewerten?

Wenn sich der Staat in rechtswidriger Weise als Wohltäter der Menschheit aufspielt, dann belastet er ungefragt seine Bürger und gibt deren Geld mit vollen Händen aus. Die Regierenden, die hier vom Recht abweichen, verzichten dabei nicht auf ihr eigenes Recht, sondern auf das Recht der ihnen anvertrauten Menschen. Es geht dabei auch um das Recht der Bürger auf Schutz vor dem Unrecht, den der Staat ihnen nicht vorenthalten darf.

Daraus ergibt sich, dass die Politik zur Aufnahme Schutzsuchender nur in den engen Grenzen des Asylrechts berechtigt ist. Für den Bereich der Migrationspolitik besteht die Pflicht, in Abwägung der Folgen das Beste für die aufnehmende Gesellschaft anzustreben.

Dementsprechend wählen klassische Einwanderungsländer ihre Immigranten nach ihrer Leistungs- und Integrationsfähigkeit und -bereitschaft aus. Denn niemand hat ein Recht auf Einwanderung nur aufgrund der Tatsache, dass sein Einkommen in seiner Heimat geringer wäre als die Sozialhilfe in Deutschland.

Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise ist eine große Zahl von Jugendlichen bei uns eingereist, denen man bereitwillig unsere großzügigen Leistungen der Sozial- und Jugendhilfe zur Verfügung stellt, so dass es ihnen an nichts fehlt.

Jetzt wurde der Ruf nach Familienzusammenführung laut, damit die Jugendlichen bei uns noch besser integriert werden können. Wie bekannt ist, wurden viele Jugendliche als Quartiermacher vorausgeschickt, die hier den Boden für den Zuzug der restlichen Familie bereiten sollen.

Aber kann das der Sinn der Sache sein? Warum soll eigentlich alles bei uns integriert werden? Familienzusammenführung ist auch möglich, wenn die Jugendlichen wieder zu ihren Familien zurückkehren, dorthin, wo sie hergekommen sind.

Die andere Seite ist die islamische Unterwanderung und die Ausdünnung der ursprünglichen Bevölkerung durch Menschen aus einem anderen Kulturkreis mit Gewohnheiten und Verhaltensweisen, die nicht zu unserer Kultur passen, sondern als Bedrohung wahrgenommen werden müssen. Es ist nur zu verständlich, wenn sich hier Widerstand formiert.

Was kann vom Wort Gottes noch dazu gesagt werden?     

 

Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.

Galater 6, Vers 10

Es ist immer richtig, Flüchtlingen und Notleidenden, die zu uns kommen, ohne Ansehen der Person, zu helfen. Das muss aber im Rahmen der Gesetze und vernünftig geschehen, wobei die Folgen für Staat und Gesellschaft zu bedenken sind und die Bewahrung der eigenen Grundlagen im Auge behalten werden müssen.

Aufgabe der Christen hierzulande wäre es, sich in allererster Linie der Christen unter den Flüchtlingen anzunehmen, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden und die in den Flüchtlingsheimen teilweise von den gleichen Leuten bedroht und schikaniert werden, deretwegen sie geflüchtet sind.

Es gäbe also viel zu tun, um die eingetretenen Fehlentwicklungen zu korrigieren und die Flüchtlingsproblematik auf ein akzeptables Maß zu reduzieren.

Vor lauter unkritisch einseitiger Wohltätigkeit, dürfen die vielschichtigen sozialen Probleme, die es hierzulande gibt, nicht in traumtänzerischer Weise negiert werden. Zuallererst wäre deshalb an die diversen Notstände in diesem unserem Land zu denken, wo es allenthalben klemmt, bevor das Geld großzügig für andere Zwecke verschwendet wird.

 

Autor: JÖRGEN BAUER

Thema: Deutschland wach auf! | Beitrag kommentieren

626. Der Glaube an das Wunder der Geburt Jesu

Sonntag, 14. Januar 2018 | Autor:

R_by_NicoLeHe_pixelio.de

Liebe Blogbesucher,

bei vielen Themen der Bibel diskutieren sich Menschen fast zu Tode. Besonders religiös orientierte Menschen tun sich da besonders hervor, so auch beim Thema Jungfrauengeburt. Dabei ist für einen gläubigen Christen die Sache ganz einfach. Was Gott mir durch sein Wort, die Bibel, mitteilt und das was mir der Heilige Geist offenbart ist für mich die Wahrheit. Wenn man eine Neugeburt wie im  Johannes Evangelium, Kapitel 3 beschrieben erlebt hat, dann hat man sein Leben, Jesus Christus zu 100% ausgeliefert, weil er der Weg – der einzige – die Wahrheit – er ist die Wahrheit – und das Leben – ohne IHN kein wirkliches Leben – ist. Ohne Jesus werden wir kein ewiges Leben bekommen. Unter diesem Level geht es nicht. Was uns sogenannte „Kirchenfürsten“ mit Dr.Titeln alles erzählen wollen ist irrelevant.

 

Ich bedanke mich bei der Herold Redaktion für die Genehmigung diesen Artikel hier veröffentlichen zu dürfen.

Die christliche Lehre, dass Jesus Christus von einer Jungfrau geboren wurde, ist für die Welt gelinde gesagt eine unvorstellbare Behauptung. In vielen Zeitschriften und Magazinen finden sich zur Weihnachtszeit verschiedenste Artikel und Kommentare darüber, wie Menschen so unwissenschaftlich und naiv sein können, um an solch eine Lehre zu glauben. In der bekannten New York Times schrieb ein Redakteur: „Der Glaube an die jungfräuliche Geburt Jesu beweist, dass die Christenheit wenig mit Intellekt, sondern viel mit mystischer Weltanschauung gemeinsam hat.“

Aber ist dies tatsächlich der Fall? Vertreten wir Christen eine unhaltbare Lehre? Und kann ein Christ die Lehre, dass Jesus Christus von einer Jungfrau geboren wurde, ablehnen und trotzdem noch Christ sein? Oder ist diese Lehre, wie sie die Bibel ganz klar und deutlich bekennt, unverzichtbar für den rettenden Glauben?

Tatsächlich gehört die Lehre von der jungfräulichen Geburt Jesu zu den biblischen Lehren, die als erste beim Aufkommen der Bibelkritik zunächst angezweifelt und dann im Laufe der Zeit als unhaltbar abgelehnt wurde. Kritiker behaupteten, da diese Lehre ohnehin „nur“ in zwei der vier Evangelien Erwähnung findet, wäre sie schließlich auch nicht unverzichtbar. Und da der Apostel Paulus in seinen Predigten in der Apostelgeschichte kein Wort darüber verliert, so die Kritiker, hat er vermutlich auch nicht an diese Lehre geglaubt. Doch für die meisten Kritiker ist es eine unglaubliche Lehre, weil sie schlichtweg so übernatürlich ist. Moderne Irrlehrer, wie der pensionierte Bischof der Episkopalkirche John Shelby Spong, vertreten die Meinung, die Lehre von der übernatürlichen Geburt Jesu sei nur ein Beweis dafür, dass die frühe Gemeinde die Göttlichkeit Jesu überbewertet hätte. Spong bezeichnet die Geburt und die Auferstehung Jesu als „Eintritts-Mythos“ und „Austritts-Mythos“ die den Jesus-Mythos umrahmen würden. Ach, wäre doch Spong nur ein Mythos!

Leider existieren heute auch unter selbsternannten „Evangelikalen“ solche, die die übernatürliche Geburt Jesu für überflüssig halten. Für sie zählt nur die Bedeutung hinter dem Wunder Jesu Geburt, doch eine historische Tatsache müsse sie dadurch noch lange nicht sein.

Also nun die Frage: Muss man daran glauben, dass Jesus Christus von einer Jungfrau geboren wurde? Natürlich ist es möglich, dass ein Mensch zu Christus findet und an Ihn als den Erlöser glaubt, ohne sofort die Lehre, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde, zu kennen. Schließlich kennt ein Neubekehrter noch nicht jede christliche Wahrheit von Anfang an, sondern erlernt diese erst nach und nach. Aber die Frage hier ist: Kann ein Christ diese Lehre aus Überzeugung ablehnen? Und hierauf muss die Antwort unbedingt „Nein!“ lauten.

Matthäus berichtet uns, dass Maria, ehe sie mit ihrem Verlobten, Joseph, Geschlechtsverkehr hatte, „schwanger war von dem Heiligen Geist“ (Mt 1,18). Und dann erklärt uns Matthäus, dass hierdurch erfüllt wurde, was der Prophet Jesaja vorausgesagt hatte: „Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben. Das heißt: ‚Gott mit uns’“ (Mt 1,23; Jes 9,6-7).

Lukas gewährt uns sogar noch tiefere Einblicke, indem er uns darüber berichtet, wie ein Engel Maria besuchte, um sie darauf vorzubereiten, dass sie, obwohl sie noch eine Jungfrau war, ein Kind erwartet – und zwar nicht irgendein Kind, sondern ein göttliches Kind: „Und der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das gezeugt wird, Gottes Sohn genannt werden“ (Lk 1,35).

Doch nehmen wir einmal an, nur eine Bibelstelle würde von der Geburt Jesu durch eine Jungfrau sprechen, so würde diese eine Bibelstelle doch völlig ausreichen, um sie als für alle Christen verbindliche Lehre anzusehen. Wir haben kein Recht, den Wert einer biblischen Lehre daran zu messen, wie häufig sie in der Schrift Erwähnung findet. Wir können nicht einerseits die Bibel als Gottes Wort ansehen und dann andererseits ihre eindeutigen Aussagen hinterfragen.

Millard Erickson fasste dies gut zusammen: „Wenn wir die Lehre von der Geburt Jesu durch eine Jungfrau ablehnen, obwohl die Bibel sie so deutlich vertritt, haben wir die Autorität der Bibel untergraben und es besteht kein Grund mehr, warum wir dann noch eine ihrer Lehren akzeptieren sollten. Zudem hat das Ablehnen der jungfräulichen Geburt Jesu Auswirkungen, die weit über die Lehre an sich hinausreichen.“

Was sind das für Auswirkungen, von denen Erickson hier spricht? Nun, wenn Jesus nicht von einer Jungfrau geboren wurde, wer war dann sein Vater? Jede Antwort auf diese Frage stellt eine Demontage des Evangeliums dar! Die übernatürliche Geburt Jesu erklärt, wie Christus zugleich Gott und Mensch sein konnte, warum Er sündlos war und dass die Erlösung ganz das gnädige Werk Gottes ist. Wäre Jesus nicht von einer Jungfrau geboren, dann hätte Er zwangsläufig einen menschlichen Vater und die Bibel würde uns belügen!

Carl Henry, ein Dekan eines evangelikalen theologischen Instituts sagt, dass die jungfräuliche Geburt Jesu das „zentrale historische Indiz der Menschwerdung ist. In ihr sehen wir nicht nur die göttliche und die menschliche Natur in dem Menschgewordenen vereint, sondern sie führt uns auch das Wesen, die Absicht und die Durchführung von Gottes Erlösungsplan vor Augen.“ Henry fasst dies sehr gut zusammen, und wir tun gut daran, dies zu unserer Überzeugung zu machen.

Die weltlichen Redakteure der bekannten und angesehensten Zeitschriften und Magazine können die jungfräuliche Geburt Jesu als Beweis für intellektuelle Zurückgebliebenheit der Christen ansehen. Aber es ist der Glaube der Gemeinde Jesu, bezeugt durch Gottes Wort und geschätzt von allen wahren Gläubigen zu allen Zeiten. Diejenigen, die die jungfräuliche Geburt Jesu leugnen, halten an anderen biblischen Lehren nur noch mit Not fest, denn sie haben die Autorität der Bibel bereits aufgegeben. Sie haben Christi Natur untergegraben und seine Inkarnation abgeschafft.

Christen müssen die Tatsache beachten, dass ein Leugnen der jungfräulichen Geburt Jesu auch ein Leugnen von Jesus als dem Erlöser ist. Der Erlöser, der wegen unserer Sünden stellvertretend für uns starb, wurde vom Heiligen Geist gezeugt und von einer Jungfrau geboren. Die jungfräuliche Geburt ist keine losgelöste Sonderlehre, sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der biblischen Offenbarung über die Person und das Werk Jesu Christi. Mit ihr steht und fällt das Evangelium.

Eines wissen wir ganz sicher: Errettung finden wir allein in dem Glauben an den versöhnenden Opfertod Jesu Christi, dem von einer Jungfrau geborenen Erlöser. Ohne diese Lehre gibt es kein Christentum, und ein wahrer Christ wird niemals die unverzichtbare Wahrheit der jungfräulichen Geburt Jesu leugnen.

 

Autor: Albert Mohler ist Leiter des größten theologischen Seminars der südlichen Baptisten, Prediger und Buchautor. Er ist ein großer Kämpfer für die Verteidigung des christlichen Glaubens, der evangelischen Bekenntnisse und der Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift.

Quelle: Herold – Schriftenmission

 

Thema: Lebendiger Glaube | Beitrag kommentieren

625. ABTREIBUNG – Recht oder Unrecht?

Sonntag, 14. Januar 2018 | Autor:

Liebe Blogbesucher,

das Thema Abtreibung bzw. Morden ist eine sehr traurige Geschichte. Nicht nur in Deutschland sondern weltweit. Man geht davon aus, dass jährlich über 52 Mio. Menschen – die von Gott gewollt und geliebt sind – im Mutterleib getötet werden.

Ich zitiere aus der Webseite Zeltmacher: …was der Mensch sät, das wird er ernten. Die Deutschen haben seit 1974 etwa acht Millionen mal entschieden, ihren Nachwuchs schon im Mutterleib zu töten. Nun müssen sie sich sorgen, wie ihre Gesellschaft fortbestehen, wer in Zukunft ihre Rente bezahlen und wie wirtschaftliches Wachstum ohne kaufende Menschen funktionieren soll. Die Gesellschaft überaltert und Deutschland schafft sich ab – mit oder ohne Migration.

Mehr braucht man zu dieser Thematik glaube ich nicht mehr zu sagen.

 

Ich bedanke mich bei der Herold Redaktion für die Genehmigung diesen Beitrag hier veröffentlichen zu dürfen.

 

Man mag es kaum glauben, doch einige der Menschen, die befürworten, dass die Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung allein im Ermessen der schwangeren Frau läge, versuchen sogar, dies auf Grundlage der Bibel zu rechtfertigen. Ihr Argument lautet, dass die Bibel kein Wort über Abtreibung verliere. Allerdings ist dies ein riesiger Irrtum, denn die Bibel verbietet mehrfach und sehr ausdrücklich das Töten Unschuldiger (siehe z.B. 2.Mose 20,13). Und die Bibel erklärt unmissverständlich, dass Ungeborene menschliche Wesen sind, die es zu beschützen gilt (vgl. 2.Mose 21,22-25).

Hiob beschreibt auf sehr eindrückliche Weise, wie Gott ihn im Leib seiner Mutter geschaffen und geformt hat (vgl. Hiob 10,8-12). Was sich dort im Bauch von Hiobs Mutter befand, war kein Zellklumpen oder ein unpersönliches Etwas, aus dem einmal Hiob werden sollte, es war Hiob. An den Propheten Jesaja gerichtet sagt Gott: „So spricht der HERR, der dich gemacht und von Mutterleib an gebildet hat, der dir hilft“ (Jes 44,2). Das, was uns als Menschen ausmacht, werden wir nicht erst irgendwann, wir sind es bereits im Mutterleib!

In Psalm 139,13-16 wird uns ein wundervolles Bild davon gemalt, wie Gott in der Erschaffung und im Wachstum eines jeden von uns aktiv ist. Dort lesen wir, dass Gott Davids Nieren und Gebeine, also seinen Körper, im Mutterleib gebildet hat. Kein Mensch, ganz gleich von welcher Herkunft und von welcher körperlichen oder geistigen Beschaffenheit, ist ein Zufallsprodukt, sondern wurde von Gott persönlich erdacht, geschaffen und gebildet. Ja selbst jeder Tag in unserem Leben – auch die zukünftigen – ist ein Teil von Gottes Plan (vgl. Ps 139,16).

Meredith Kline stellte fest: „Es gibt schlichtweg keine biblische Begründung für eine Abtreibung. Der Grund, weshalb wir jedoch kein Verbot im mosaischen Gesetz finden ist, dass eine Abtreibung für eine jüdische Frau der damaligen Zeit undenkbar war, was ein Verbot völlig unnötig machte. Zudem sagt Gott sehr deutlich: „Du sollst nicht töten“ (2.Mose 20,13), was als Verbot völlig ausreichte. Für jeden Juden damals war klar, dass ein ungeborenes Kind eben auch ein Mensch ist, und somit durch dieses eine Gesetz geschützt war. Und wenn wir ganz ehrlich sind: Uns ist dies genauso klar, wie den Menschen damals. Wir wissen alle, dass eine schwangere Frau ein Kind in sich trägt. Jedes Kind im Mutterleib ist ein Geschöpf Gottes und ein Teil von Gottes Plan.

Es ist keine Frage, dass die Begriffe Säugling oder auch Heranwachsender von einem menschlichen Wesen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien sprechen; dasselbe trifft auf Embryos und Föten zu. Es ist schlichtweg wissenschaftlicher Schwachsinn zu behaupten, dass ein menschlicher Embryo oder ein Fötus nicht menschlich wären, nur weil sie sich in einem früheren Entwicklungsstadium befinden als ein Kleinkind. Ansonsten könnte man auch behaupten, dass ein Säugling kein menschliches Wesen wäre, nur weil er noch nicht so weit entwickelt ist wie ein Jugendlicher. Oder sollten wir etwa immer menschlicher werden, je mehr wir heranwachsen? Wenn das so wäre, dann wäre ein Erwachsener mehr Mensch als ein Kind. Im Gegenzug wird auch etwas nichtmenschliches nicht dadurch menschlich oder menschlicher, dass es älter oder größer wird. Menschen sind von Beginn an Menschen und ihr Recht zu leben beginnt nicht erst ab einem gewissen Alter oder einer gewissen Größe, denn schließlich sind Kleinkinder nicht weniger lebenswert als ihre Eltern.

Wenn wir erst einmal akzeptieren, dass Ungeborene vollwertige Menschen sind, dann stellt sich die Frage nach ihrem Recht zu leben erst gar nicht – ganz gleich auf welche Weise sie gezeugt wurden! Somit ist es Unrecht, einer Mutter zuzugestehen, über das Fortbestehen ihres Kindes zu entscheiden. Tatsächlich ist der häufigste Grund für eine Abtreibung heutzutage, dass ein Kind nicht zu dem Lebensstil der Mutter passt. Wäre es aber nicht das einzig Richtige, von einem Erwachsenen zu erwarten, dass er seinen Lebensstil ändert und sich vorübergehend einschränkt, wenn die einzige Alternative die wäre, ein Kind zu töten?

Abtreibungsbefürworter führen zu 99% Vergewaltigungen als Rechtfertigung für Abtreibungen an und gewinnen damit die Zustimmung der Gesellschaft. Sie erwecken den Anschein, als würde so gut wie jeder Abtreibung eine Vergewaltigung vorausgehen. Doch auch wenn dies so wäre, ist ein Kind dennoch kein verabscheuungswürdiges Produkt einer Vergewaltigung, sondern ein einzigartiges, wundervolles von Gott in Seinem Ebenbild erschaffenes Wesen. Das eigene Kind in den Armen zu halten wird für die Seele einer missbrauchten Frau doch wohl sehr viel gesünder sein als der Gedanke daran, dass ihr Kind in ihrem Körper sterben musste, um ihr über ein Trauma hinweg zu helfen.

Alan Keys, ein engagierter Abtreibungsgegner wurde einmal während eines Schulvortrags von einer 13-jährigen Schülerin gefragt, ob er denn keinen Unterschied machen würde, ob jemand ein Kind aufgrund einer Vergewaltigung abtreiben würde oder nicht. Er antwortete daraufhin: „Stell Dir vor, Dein Vater würde eine Frau vergewaltigen und wir würden dies erfahren. Wäre es dann gerecht von uns zu sagen: ‚Weil sich Dein Vater der Vergewaltigung schuldig gemacht hat, haben wir jetzt das Recht Dich zu töten.‘?“ Natürlich antwortete die ganze Klasse, dass dies unter keinen Umständen erlaubt wäre. Auf die Frage, warum man aber einem Mädchen, das so etwas Schreckliches wie eine Vergewaltigung erlebt hätte, zumuten sollte, das Kind dieses Vergewaltigers auch noch zur Welt zu bringen, antwortete Alan Keys mit einer Geschichte:

„Nehmen wir, an Du bist 19 Jahre alt und Dein Land befindet sich im Krieg. Und nun bist Du dazu verpflichtet, Dein Land in diesem Krieg zu verteidigen. So gibt es keine Wahl für Dich, ob Du in den Krieg ziehst oder nicht. Du bist verpflichtet zu gehen und dort dein Leben zu riskieren. In der Vergangenheit haben viele ihr Leben auf dem Schlachtfeld riskiert, haben Tag für Tag Kämpfe auf sich genommen und letztendlich ihr Leben verloren. Warum? Was haben sie verteidigt? Die Freiheit ihres Landes und die Sicherheit ihrer Familien! Dafür mussten sie sehr viel Leid auf sich nehmen, doch sie haben es stellvertretend für andere und für deren Freiheit getan!

Der Grund für Freiheit ist, dass wir von Gott gegebene Menschenrechte besitzen. Denkst Du daher, es ist falsch von einigen zu erwarten, dass sie Opfer bringen, um diese gottgegebenen Rechte zu erhalten? Allerdings wäre es falsch den Schmerz, den eine Vergewaltigung mit sich bringt noch zu verschlimmern; doch genau das geschieht, wenn ich in einem solchen Fall eine Abtreibung befürworte. Ich verschlimmere den Schmerz der Vergewaltigung, indem ich dieser Frau zusätzlich die Last der Abtreibung aufbürde. Denn was Gottes Gesetz fordert, ist in unsere Herzen geschrieben, das bezeugt unser Gewissen (vgl. Röm 2,15). Und eines Tages wird dein Gewissen darunter zerbrechen!

Daher finde ich, dass es weder dem Kind noch der Frau gegenüber gerecht wäre, dass beider Leben – das physische Leben des Kindes und das psychische der Mutter – dadurch zerstört werden. Unsere Gesellschaft begeht ein unglaubliches Verbrechen gegenüber vielen Müttern und Kindern, weil sie die Tötung Ungeborener toleriert. (Quelle: ProLife Info Digest, Februar 2000.)

David Reardon, Professor für Bioethik aus Amerika, hat mit einigen anderen Abtreibungsgegnern ein Buch veröffentlicht mit dem Titel „Victims and Victors“ (zu Deutsch: „Opfer und Sieger“). Darin berichten sie von 192 Frauen, die aufgrund von Vergewaltigungen schwanger wurden und als Folge dessen eine Abtreibung durchgeführt hatten. In dem Buch werden diese Opfer persönlich zu ihrer Haltung zur Abtreibung befragt. Ihre Antworten überraschen, denn sie sind ganz anders, als die meisten unserer Gesellschaft es erwarten würden: Fast jede der Frauen sagte, sie bereue es, ihr Kind abgetrieben zu haben, trotz der schrecklichen Umstände, durch die es gezeugt worden sei. Und mehr als 90% der Befragten sagten aus, sie würden anderen Opfern sexueller Gewalt davon abraten, eine Abtreibung durchzuführen. In anderen Fällen wurden Frauen befragt, die nach einer Vergewaltigung das Kind ausgetragen hatten, und nicht eine von ihnen bereute es.

Letztendlich ist die Tötung des unschuldigen ungeborenen Kindes, das während einer Vergewaltigung gezeugt wurde, ja keine Strafe für den Täter und auch keine Entschädigung für das Opfer der Vergewaltigung. Indem man ein zweites Opfer schafft wird das Leid des ersten Opfers nicht gelindert. Abtreibungen tragen nicht zur seelischen oder körperlichen Heilung von Vergewaltigungsopfern bei.

Jesu Jünger hatten nicht gewusst, wie wichtig Kinder in Gottes Augen sind. So lesen wir in Lukas 18 davon, dass einige Eltern mit ihren Kindern zu Jesus kamen, damit Er sie segnet, doch die Jünger wollten sie davon abhalten. Als Jesus dies sah, sprach Er zu den Jüngern: „Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn gerade für solche wie sie ist das Reich Gottes“ (V. 16). Hier erklärt Jesus ganz deutlich, dass Kinder keine Belästigung, sondern ein Teil seines göttlichen Reiches sind.

In Gottes Augen sind Kinder ein Segen und ein Geschenk Gottes (vgl. Ps 127,3-5). In unserer westlichen Kultur werden sie allerdings häufig nur als Verpflichtung angesehen. Wir müssen daher lernen alle Kinder so anzusehen, wie Gott sie sieht, und sie so behandeln, wie Gott es von uns erwartet. Nämlich indem wir das Recht der Schwachen und Waisen verteidigen, indem wir für die Bedürftigen und Schutzlosen einstehen und sie aus der Gewalt der Gottlosen befreien (vgl. Ps 82,3-4).

 

© Tabletalk magazine; Ligonier Minstries

Autor: Randy Alcorn ist Leiter des christlichen Missionswerkes Eternal Perspective Ministries.

Quelle: Herold Schriftenmission

Thema: Zeitgeist | Beitrag kommentieren

624. Gott liebt Deutschland

Donnerstag, 28. Dezember 2017 | Autor:

Liebe Blogbesucher,

Gottes Zusagen sind Ja und Amen, dass was unser Gott zusagt das hält ER gewiß. ER sagt es uns in seinem Wort der Bibel vielemale, dass wir ihn auch auf seine Verheißungen hin prüfen können. Ich habe es in meinem Leben erfahren, dass Gott treu ist und viele Millionen anderer Christen können dies ebenfalls bezeugen. Auch seine Zusagen zu Völkern hält Gott zuverlässig ein. Wenn wir Gott aber verlassen, dann zieht ER sich auch manchesmal für eine bestimmte Zeit zurück. Wenn wir aber von unseren falschen Wegen umkehren, dann ist ER treu und gerecht, dass ER uns unsere Sünden vergibt und uns immer wieder so herstellt als hätten wir nie gesündigt.

Dieser Beitrag von Pastor Aidoo sagt ein Stück zu dieser Thematik aus. Ich bedanke mich bei der Evangelischen Allianz für die Genehmigung zur Veröffentlichung.

Deutschland Fahne_by_Lilo Kapp_pixelio.de

Warum nur, fragt sich der afrikanische Pastor Richard Aidoo, sind in Deutschland die Regale voll und die Gesichter leer?

 

Deutschland hat viel getan für den Rest der Welt: Missionare, Martin Luther, und sogar Mercedes Benz. Deutschland hat Entwicklungshilfe geleistet und zwar weltweit. Wir lernen immer noch viel von Deutschland und wir sollten täglich für Deutschland beten. In Hebräer 6,10 lesen wir: „Denn Gott ist nicht ungerecht, dass er vergäße euer Werk und die Liebe, die ihr seinem Namen erwiesen habt, indem ihr den Heiligen dientet und noch dient.“

 

Es stimmt, viele Gesichter, denen man in Deutschland begegnet, sind leer. Aber es gibt ebenso viele Menschen hier, die Gott dienen und sein Wort verbreiten. Wie die Mitarbeiter der Evangelischen Allianz und des Arbeitskreises Migration und Integration (AMIN), und darüber hinaus natürlich alle christliche Organisationen, die Menschen täglich helfen und das Wort Gottes leben. Gott hat nicht vergessen was Deutschland für die Welt getan hat. Und wird es auch nie vergessen.

 

Alles aus der Gnade Gottes

In meiner Heimat in Afrika müssen wir uns auf Gott verlassen, denn oftmals sind Ärzte oder Shoppingcenter oder Lebensmittelläden nicht vorhanden. Gott ist es, der uns versorgt: mit Regen für die Ernte, mit Heilung für die Kranken und mit Freude über die wunderschöne Landschaft die wir dort tagtäglich bewundern können.

Das Leben dort ist zwar einfacher, oftmals schwieriger, aber mit Gott komplett ausgefüllt. Gott ist in vielen Gesprächen Hauptthema. Und es gehört ganz selbstverständlich dazu, zu sagen: Gott segne dich. Psalm 42,1 und Psalm 121 drücken aus, wie sehr die Menschen in meiner Heimat dürsten nach Gott. Denn sie wissen, ihre Hilfe kann nur von Gott kommen. Das Trinkwasser und einfache Lebensmittel können nur von Gott kommen. Segen, Heilung, Bildung: Alles ist nur aus der Gnade Gottes vorhanden. Viele Menschen müssen ihre Augen auf Gott richten, denn sie können von keinem anderen Ort Hilfe erwarten.

In Deutschland verlassen sich jedoch viele Menschen auf ihr Wissen und Können sowie auf die Tatsache, dass die Regale hier immer gefüllt sind. Es gibt physisch keinen Mangel. Es gibt ein Gesundheitssystem und Obdach für jeden der will. Aber in den Herzen der Menschen gibt es noch mehr: einen tiefen Hunger nach einem Gott, den sie (noch) nicht kennen. Im Herzen sind sie zum Teil leer und es spiegelt sich auf vielen Gesichtern wieder.

 

Gegen die tiefe Leere

In Deutschland ist ein Auto oder Geld ein Gott für viele, denn dadurch bekommen sie Frieden und Freude. Aber wir wissen, wahrer Frieden und Freude kommt von Gott allein. Das Geld oder ein Auto kann nicht retten – und das Problem liegt darin, dass wenn aus irgendeinem Grund wie Arbeitslosigkeit plötzlich alles weg ist, dann entsteht eine tiefe Leere.

Geld kommt und Geld geht, ein Ehemann oder eine Ehefrau in vielen Fällen auch. Viele Menschen verlieren ihr Haus oder Vermögen oder einen geliebten Menschen und fühlen sich dann auf einmal wie verlassen. Es liegt also keine Sicherheit in irdischen Dingen. Aber Jesus gibt uns ewiges Leben, ewige Freude inmitten des Sturmes und tiefen Frieden – egal was passiert. Er liebt uns und bleibt für immer bestehen (Psalm 27,10 und Jesaja 43,2).

Menschen müssen wissen: Gott liebt dich, unermesslich! Es gibt kein Limit an Gottes Liebe und Gnade für dich. Meine Überzeugung ist: Deutschland wird geistlich wieder aufwachen und wieder zu einem geistlichen Riesen werden. Wir Christen in Deutschland müssen Gott „projizieren“: allen Menschen zeigen, wie er wirklich ist.

 

Mit Jeremia 31,3 möchte ich sagen: Gott liebt dich, Deutschland.

 

 

 

 

Autor:

Pastor Richard Aidoo stammt ursprünglich aus Ghana. Er ist Gründer und Leiter der New Life Church in Düsseldorf, einer internationalen Gemeinde, die jeden Sonntag 6 Gottesdienste für 41 verschieden Nationalitäten anbietet. Dieser Text ist die Zusammenfassung des Referats von Richard Aidoo, das er im Rahmen des Allianzabends am 23. September 2011 in Bad Blankenburg gehalten hat.

 

Quelle – EINS Magazin

Thema: Wichtiges! | 4 Kommentare