Home

Archiv für die Kategorie » Lebendiger Glaube «

129. Was eine kleine Taschenbibel ausgelöst hat

Sonntag, 10. Oktober 2010 | Autor:

Bundesweite Fahndung nach Gideon-Ehepaar!

Es gibt hier einen Knoten zu lösen, den wir zusammen vielleicht lösen können. Wir sind von der Christlichen Gemeinde aus Frankenthal. Euere Adresse haben wir von einem Bekannten erhalten. Er hat uns in der Gemeinde einmal besucht. Wir unterhielten uns über unseren „FALL“(meine Frau und ich). Wie wir zum Glauben kamen usw.

Meine Frau und ich waren vom 03.10. – 17.10.1991 in Dorf-Tirol in Urlaub. Dort saßen wir in der Weinstube beim Abendessen. Es setzten sich zwei junge Leute zu uns. Ein Mann und eine Frau. Er betete vor dem Essen. Nach dem Essen kamen wir in ein Gespräch. Das Gespräch ergab sich daher, weil meine Frau ihn fragte, ob er Pfarrer sei, weil er vor dem Essen gebetet hatte. Er lachte und sagte, ob man Pfarrer sein müsste, weil man betet. Wir hatten ein gutes Gespräch, und meine Frau(Freidenkerin) interessierte sich das erste Mal für Gott. Er gab uns den Rat, wenn wir wieder zu Hause sind, in eine Gemeinde zu gehen wo Jesus Christus der Mittelpunkt ist. Um es kurz zu machen, er sagte, er verteile Gottes Wort in Hotels, Schulen, Gefängnissen, usw. Am anderen Morgen lagen zwei Zeitschriften und ein kleines Neues Testament, der Gideons, auf unseren Frühstückstisch. Die lieben Geschwister, so muss ich jetzt sagen, hatten es bei der Hauswirtin abgegeben, als wir noch schliefen. Unsere Namen kannten sie nicht. Sie wussten nur, wo wir wohnten, und das wir mit der Bahn da waren. In unserer Pension waren wir die einzigen Bahnfahrer, und wir waren entlarvt. Sie wohnten im Nachbarort, kamen auch aus Westdeutschland, woher wissen wir aber nicht.

Es wäre doch sehr schön, wenn sie erfahren würden, dass wir durch ihren Anstoß jetzt Gotteskinder sind.

Wer vom Gideonbund war in der Zeit vom 03. – 17.10.1991 in Südtirol? Sie hatten braunes Haar. Die Frau etwas dunkler. Möglich, dass sie eine Brille trug. Es würde uns riesig freuen, die beiden näher kennenzulernen. Vielleicht kann der Herr uns zusammenführen.

Hinweis, die zur „Ergreifung“ der Gesuchten führen, werden mit großer Freude belohnt. Geschäftsstelle Wetzlar www.gideons.de

Herzliche Grüße und im Herrn verbunden verbleiben

H.u.G.W. März 1995

Bundesweite Fahndung nach Gideon-Ehepaar erfolgreich abgeschlossen.

Die Gesuchten haben den Aufruf in der Zeitschrift der Gideons gelesen, und wussten sofort, dass sie damit gemeint waren. Das sich steckbrieflich gesuchte Menschen über einen Fahndungsaufruf freuen, ist nicht sehr oft der Fall. Als Beweisstück wurde die Zimmerreservierung von Oktober 1991 eingesandt.

Am 29/30.07.1995 fand ein Besuch in Frankenthal statt. Es war für beide Seiten ein unvergessliches Wochenende. Die beiden neuen Gotteskinder hatten in den 4 Jahren ein gewaltiges Glaubenswachstum erlebt. Sie sind in ihrer Gemeinde inzwischen zu großen Stützten geworden.

Fazit:

Wir streuen den guten Samen das Wort Gottes – und der HERR macht Gewaltiges daraus. Für mich ist die Umkehr eines Menschen von seinem alten Leben, das größte Wunder, dass ich mir denken kann. Denn es ist keinen Menschen möglich, mit nichts auf der Welt, einen anderen Menschen von seiner Verlorenheit zu überzeugen. Dies kann allein nur der Heilige Geist tun.

M.T.

Thema: Lebendiger Glaube | Beitrag kommentieren

126. Von Neuem geboren

Dienstag, 22. Juni 2010 | Autor:

Baby_R_by_Christian-v.R._pixelio.de

 

Offen gesagt ich bin angetan von diesen Mann. Er ist einer der hellsten Köpfe in Jerusalem, hat eine einflussreiche Position und er ist dazu auch noch fromm. Er gehört zu einer Gruppe, die es sich wahrlich nicht leicht macht für Gott etwas zu tun. Nein, er überlässt es nicht den Zufall ob er Zeit hat in den Heiligen Schriften zu lesen, er lässt es nicht darauf ankommen ob sich eine Gelegenheit zum beten bietet oder nicht und er lässt es auch nicht darauf ankommen ob er opfert und wie viel er opfert. Er will für Gott etwas tun. Er versteckt sich mit seinem Glauben nicht in einem Winkel. Er tritt öffentlich auf als glaubender Mensch und tritt öffentlich dafür ein das andere Menschen auch an Gott glauben. Nicht nur Einzelne, nein, dass ist ein Mann der will das Volk gewinnen. Das Volk gewinnen, das war das Ziel und das Thema seines Lebens. Davon war er so begeistert, dass Volk zu gewinnen das er den griechischen Namen, dafür sich selber gab, Nikodemus. Einer, der das Volk gewinnen will, deshalb gefällt mir dieser Mann so. Er tut etwas für Gott, er will dass andere für Gott auch etwas tun. In einer Zeit in der andere immer noch rätseln wer denn der eine sein könnte über den alle diskutieren, da hat Nikodemus bereits den Durchblick. Die einen die sagen, dass ist ein Mensch und mehr nicht. Die anderen sagen, dass ist ein Übermensch. Was sagt Nikodemus?

Sie finden es in Johannes 3. Er kommt zu Jesus, zu einem Gespräch und leitet dieses Gespräch ein mit einem großen Kompliment, mehr sogar, nämlich mit seinem Glauben, er sagt, Meister, das heißt, du bist einer der drüber steht. Meister, wir wissen das du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist, denn niemand kann die Zeichen tun die du tust, wenn nicht Gott mit ihm ist, dass weis Nikodemus und das ist richtig was er weiß und das ist auch wichtig und wenn dies mehr gewusst hätten damals was Nikodemus hier sagt, dann wäre viel gewonnen gewesen.

Und nun staune ich allerdings, dass das was Nikodemus weis, was so richtig ist und wichtig ist, Jesus offensichtlich nicht aufnimmt. Denn Jesus antwortete ihm, wahrlich, wahrlich ich sage dir, wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Ich bitte sie einmal zu überlegen, was dieser Gesprächseinstieg des Nikodemus, mit der Antwort Jesus zu tun hat. Doch so gut wie gar nichts. Wir haben festgestellt, dass was Nikodemus weis ist richtig und wichtig, aber offensichtlich weis er eines nicht, was für ihn wichtig ist und was jetzt neu ist oder soll ich sagen, was er noch nicht wissen kann. Deshalb antwortet ihn Jesus so überraschend und steigt überhaupt nicht auf seinem Vorschlag ein. Nikodemus will mit Jesus reden, wie er denn sei und wie er sich selber verstehe. Jesus will Nikodemus helfen, dass er für immer zu ihm gehört und dafür hat Jesus eine neue Lösung, einen neuen Weg.

Wer nicht von Neuem geboren wird, kann das Reich Gottes nicht sehen. Dieses Wort vom Reich Gottes kommt übrigens im Johannes Evangelium nur ein einziges mal vor und zwar an dieser Stelle. Deshalb möchte ich dies sorgfältig beachten. Was ist denn damit gemeint, mit dem Reich Gottes? Ich will das mal mit einfachen Worten sagen. Es geht einfach darum, dass ein Mensch unverbrüchlich gewiss wird, dass er zu Gott gehört, das Gott sich mit ihm versöhnt hat, das Gott ihm vergibt und das Gott ihn heilt und das er über den Tod hinaus eine Hoffnung in sich birgt. Das ein solcher Mensch aus Dank für das was Gott getan hat, dann das weitergibt und aus Dank dafür nicht mehr tut was er will und nicht mehr nach dem fragt was andere tun, sondern nur noch auf Gott selber schaut und fragt, Herr was willst DU tun, der kann das Reich Gottes sehen, der gehört dazu.

Nun ist die Frage, wie kommt man denn dazu? Wie wird man denn ein Mensch, dessen Herr Jesus Christus allein ist. Wie wird man denn ein Mensch, der sich darüber freut, dass Christus alles getan hat. Ich möchte gerade, wenn ich an Nikodemus denke und an mich, sagen, wie man in das Reich Gottes offensichtlich nicht hinein kommt. Man wird nicht in dieses Reich hinein geboren, so wie man in diese Welt hinein geboren wird. Man kann auch nicht langsam in dieses Reich hinein wachsen. Man kann sich auch nicht langsam in dieses Reich hinein arbeiten, in der ehrenamtlichen oder hauptamtlichen Mitarbeit. Ich riskiere jetzt einen Satz, man kann auch nicht in dieses Reich hinein getauft werden, trotz der großen Gnade die uns in der Taufe zugesprochen wird. Ich riskiere noch einen Satz, man kann sich auch nicht in dieses Reich Gottes hinein bekehren, sondern man kann nur von Neuem geboren werden und dann in diese Reich kommen und dieses Reich sehen.

Darüber, liebe Schwestern und Brüder müssen wir uns heute einmal unterhalten. Wie verstehen wir denn selber das was wir für Gott tun? Wie verstehen wir uns, wenn wir wie Nikodemus andere gewinnen wollen, dass sie für Gott auch etwas tun. Warum tun wir das? Mit welcher Absicht tun wir das? Es ist geradezu tragisch, ich empfinde es tragisch, dass meistens wenn wir fragen woran denn ein Christ zu erkennen sei, dann zählen wir auf was ein glaubender Mensch tut.

Er liest die Bibel, er betet, er arbeitet mit in der Gemeinde, er opfert etwas und er sagt seinen Glauben weiter. Das alles ist ja gar nicht verkehrt. Nikodemus hat das alles auch getan. Das war Goldrichtig. Aber, Nikodemus hat das von sich aus getan und hier in diesen Abschnitt wird der glaubende Mensch einmal ganz anders beschrieben, nämlich, nicht mit dem was wir für Gott tun, sondern was Gott an uns tut.

Wir werden von Neuem geboren, und ich finde das unwahrscheinlich befreiend, denn in allen Religionen der Welt geht man davon aus, der Mensch kann etwas tun und der Mensch muss deshalb auch etwas tun, was er Gott anbieten kann. Und da bleibt in der Regel nichts anderes zurück als der ängstliche Zweifel, ist denn genug, was ich getan habe. Wird Gott denn mit mir zufrieden sein? Das ist nicht nur ein Refrain, aus einem Lied, das die Muslime singen, ich kenne diese Frage aus meinem eigenen Herzen. Ist das genug was ich für Gott getan habe? Und zurück bleibt die Angst.

Jesus befreit uns, ein für allemal von dieser Angst, indem er sagt, ihr könnt von Neuem geboren werden. Das ist der Punkt an dem sich der christliche Glaube von allen Religionen der Welt unter-scheidet. Ich sag es noch einmal, in allen Religionen geht man davon aus, der Mensch kann etwas tun und der Mensch muss etwas tun. Der christliche Glaube sagt, der Mensch kann nichts tun und muss nichts tun um Gott etwas anzubieten. Aber Gott hat für den Menschen alles getan. Ich kann neu geboren werden, ich kann mich von Gott beschenken lassen, ich muss mich nicht mehr krampfhaft anstrengen um für Gott etwas zu tun, sondern ich kann mit leeren Händen vor ihm stehen und Gnade empfangen. Ich muss nicht an mir selber arbeiten um das auszumerzen was mich selber stört und worunter andere leiden. Ich kann von Neuem geboren werden. So wird in der Bibel der glaubende Mensch beschrieben, als einer, an dem Gott zuerst etwas tut. Gott bietet ihnen und mir Versöhnung an, Jesus vergibt mir und ihnen Schuld. Jesus hofft für uns, er trägt uns und dort wo uns unser Herz verklagt da bleibt er uns treu.

Ich bin von Neuem geboren und das er zu mir hält und ich zu ihm gehöre, das muss ich mir nicht einreden und das muss ich nicht ablesen an meinen eigenen frommen Leistungen. Das er an mir festhält und ich zu ihm gehöre, das sagt er mir. So verstehe ich Wiedergeburt. Dann kann ich aufatmen, weil ich weis das Gott mich nicht mehr beurteilt, nachdem was ich bringe, nein, er schenkt mir was ich brauche und das in Fülle.

Ich denke, liebe Schwestern und Brüder das Gott es nicht leicht hat mit uns, uns zu beschenken. Ich möchte Ihnen, das jetzt nicht unterschieben, aber ich kann es von mir sagen, Gott hat es mit mir nicht leicht, mich zu beschenken, mir gnädig zu sein. Ich bin so veranlagt, dass ich lieber für Gott etwas tue, als das ich mich abfinde mit dieser erbärmlichen Lösung, dass er alles für mich tun muss, um mich mit sich wieder zu versöhnen. Eine erbärmliche Lösung. Gott sei Dank, eine erbärmliche Lösung, dass er sich unser erbarmt. Von Neuem geboren heißt dann, sich beschenken lassen. Gott etwas tun lassen an sich selber, mit IHM versöhnt sein, sein Kind werden, sich an der Vergebung freuen, die ER uns schenkt. So möchte ich von Neuem geboren werden und mich beschenken lassen.

Mir ist da ein Beispiel eingefallen bei diesem Gedanken, dass Gott es mit uns nicht leicht hat, uns zu beschenken. Ich weiß nicht ob das hier bei ihnen auch so ist, aber im Schwäbischen ist das ein ganz bestimmtes Ritual. Wenn man nämlich irgendwo einen Besuch macht, dann kommt man nicht mit leeren Händen, man bringt eine „Kleinigkeit“ mit, so sagen wir da im Schwäbischen, eine „Kleinigkeit“. Dann sagt man Grüß Gott und Guten Tag und sagt, da haben wir eine „Kleinigkeit“ mitgebracht. Dann sagt der Gastgeber immer, dass wäre doch nicht nötig gewesen, ihr dürft doch auch ohne etwas kommen, ihr braucht doch uns nichts zu schenken und dann sagt man wieder, es ist doch nur eine „Kleinigkeit“.
Ich fürchte liebe Schwestern und Brüder, ihr lachen scheint mir zuzustimmen, ich fürchte, dass dann, wenn wir das Geschenk auspacken, wir bereits den Wert des Geschenkes abtesten und dann sagen, dass hat im Kaufhof mindestens 9,80 gekostet, wenn wir das nächste mal bei denen zu Besuch sind, dann müssen wir mindestens etwas für 12,50 mitbringen. Wir können uns nicht gut und leicht beschenken lassen, Gott hat es schwer mit uns.

Deshalb versteh ich auch den Nikodemus, der auf dieses Thema überhaupt nicht einsteigt, der hat gar nicht richtig zugehört. Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird kann er das Reich Gottes nicht sehen. Jetzt meldet sich Nikodemus und sagt. Wie kann denn ein Mensch geboren werden wenn er alt ist. Kann er denn wieder in den Leib seiner Mutter kommen und geboren werden. Ich stell mir das konkret so vor, das Nikodemus gesagt hat, Herr ich bin 1,73 groß und wiege 59 kg, das sind so die idealen Zahlen, das kann doch nicht wahr sein, ich in meinen Alter noch einmal geboren werden. Nikodemus hört etwas von Neuem Leben und denkt nur zurück an das was er bisher erlebt hat. Wer unter uns macht das den Nikodemus nicht nach? Immer wenn uns Gott nach vorne weißt, wenn ER uns Zusagen gibt für neue Wege, prüfen wir diese Zusagen ob wir das bisher schon so erlebt haben. Wenn Gott uns nach vorne weißt uns Wunder verheißt, schauen wir zurück und überlegen ob wir das so schon einmal geschafft haben.

Typisch Nikodemus, typisch auch für mich. Nikodemus prüft ob das medizinisch und biologisch möglich ist, er hat seine Fragen an diese neue Geburt. Er lässt sich nicht hinein nehmen, weil er an dem, was er bisher erlebt hat zweifelt. Kennen sie das auch, dass dort wo Gott uns beschenken will, wo Gott will dass wir neu geboren werden, da sagen wir, Herr das haben wir doch nicht nötig. Da kratz ich doch wieder alles zusammen, was ich aus meiner Frömmigkeit, aus Restbeständen finde und sage Gott, du kannst doch mit mir zufrieden sein. Wenn du mir hilfst, wenn du ergänzt was ich tue, dann gibt dies doch auch ein Ganzes.

Nein, Gott knüpft nicht an, bei dem was bei mir ist, da ist nichts zum anknüpfen. Sondern ER schenkt mir neues Leben, weil ER mir das Alte alles vergibt. Das macht Jesus nun deutlich, in diesem Gespräch, es ist übrigens im Johannes Evangelium das erste längere Gespräch und wenn sie es in Ruhe einmal nachlesen, werden sie auch merken und entdecken wie Jesus im 3, 5 und im 11 Vers, seine Antwort immer einleitet, mit der alten Hebräischen Bekräftigungsformel, die man genommen hat wenn man den Eid schwor, wahrlich, wahrlich ich sage dir.

Was Jesus hier den Nikodemus also sagt ist nicht, dass was IHM zufällig in der Nacht noch einfällt, sondern, dass ist das, was wahr ist, was gültig bleibt, für Nikodemus und für mich und für alle. In diesem Gespräch macht Jesus den Nikodemus also klar, wo er denn falsch gedacht hat mit seiner Frage, wenn er nur zurück denkt an seine Geburt die er erlebt hat. Und Jesus greift hier ein Gegensatzpaar auf, was vom Fleisch geboren ist das ist Fleisch und was vom Geist geboren ist das ist Geist. Und wenn jemand nicht – im Vers 5 – durch Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Das ist vielleicht etwas mühsam, diese Begriffe zu klären aber wir betreiben hier miteinander ja Bibelarbeit. Was meint denn Jesus hier, wenn ER vom Fleisch und vom Geist spricht.

Ich meine, dass das nicht so verstanden werden kann, das mit Fleisch all das Niederträchtige gemeint ist in mir, all meine Triebe die stärker sind als meine Treue, sondern mit Fleisch meint das N.T. alles was wir von Natur aus sind. Mit Fleisch meint das N.T. auch alles was uns möglich ist und mit Fleisch meint das N.T. auch das, was wir von uns aus für Gott tun wollen und tun können. Das ist mindestens bei Nikodemus nicht wenig. Aber was sagt ihm Jesus? Was vom Fleisch geboren ist das ist Fleisch, d.h., im Zusammenhang dieses Gespräches, was ich von mir aus tun will und tun kann um es Gott anzubieten zählt vor Gott nicht, taugt nicht im Reiche Gottes. Es taugt nur dass, was vom Geist geboren wird und damit ist jetzt nicht mein Intellekt gemeint und ist nicht der vergeistigte Bereich meines Lebens gemeint, sondern, Jesus meint hier eindeutig, wenn ER vom Geist spricht, Gott selber. Was Gott in mir wirkt, dort wo Gott mich verändert, dass ich nicht mehr um mich kreise und IHM etwas anbiete, sondern dort wo ich vor IHM stehe, mir vergeben lasse, mich beschenken lasse, dort entsteht für mich etwas neues.

So, liebe Schwestern und Brüder werden wir in das Reich Gottes kommen, so und nicht anders. An dieser Stelle sind mir zwei Gedanken wichtig und ich setze mich damit auch etwas kritisch auseinander, mit manchem was heute unter Christen oft verbreitet wird. Wir tun heute manchmal schon so, als ob unsere Aufgabe als Christen erschöpft sei, wenn wir einen anderen helfen können, dass er mit sich und mit anderen leichter zu Recht kommt. Ich schätze das nicht gering ein und das ist ein wichtiger seelsorgerlicher Dienst und wir tun heute manchmal auch so, als ob unser geistliches Leben darin begrenzt sei, dass wir auch mahnen, dass in dieser Welt nicht weiter wahnsinnig gerüstet wird. Das wir auch mahnen, dass die Güter gleichmäßig und gerecht verteilt werden. Auch das ist richtig und wichtig und dringend nötig. Aber darin, kann sich doch christlicher Glaube nicht erschöpfen.

Deshalb habe ich mich gefreut über dieses Thema. Wiedergeboren ins Reich Gottes und nicht einfach engagiert an einer guten Sache und wenn sie noch so dringend und noch so gut wäre. Nein, Veranstaltungen mit guten Themen und guten Gedanken sind noch keine Gottesdienste, wenn es nicht um Gott geht. Aktionen die wir durchführen sind noch keine Mission, wenn es nicht um Gott geht. Das ist der eine Gedanke der mir wichtig ist, weil ich den Eindruck habe, dass heute da große Missverständnisse da sind.

Wiedergeboren ins Reich Gottes und nicht nur in eine Gemeinde hinein gekommen und nicht nur etwas, wieder getan.

Und der andere Gedanke der mir wichtig ist. Dass, wir doch ja nicht länger die Konsequenzen unseres Glaubens mit den Glauben selber verwechseln. Man redet heute manchmal so, als ob die Folgen der Nachfolge, Nachfolge selbst wäre, d.h., man gibt sich schon damit zufrieden das überhaupt jemand in die Gemeinde kommt und man ist froh, dass die Leute überhaupt bewusster leben.

Gut, darum mühe ich mich auch. Aber damit ist ein Mensch noch nicht Wiedergeboren ins Reich Gottes und dort entscheidet sich für ihn Leben und Tod. Dort entscheidet sich, für unsere Welt Leben und Tod. Ich möchte deshalb hellhörig bleiben und empfindsam, ob mein reden, mein glauben, mein unterrichten mit dem Reich Gottes etwas zu tun hat und ob ich dabei mithelfe, das Menschen von Neuem geboren werden. Auch wenn ich dann manchmal wie Nikodemus die Frage habe, wie kann das geschehen, auch wenn ich dann manchmal sehr zaghaft bin und zweifelnd, weil mir hier nichts mehr verfügbar ist.

Nikodemus fragt nicht umsonst wie kann dies geschehen. Er wollte das Know How wissen, er wollte die Methode erfragen, er wollte wissen wie man dies jetzt in Jerusalem denn so machen kann, dass möglichst alle schnell von Neuem geboren werden. Nein, dass ist und das bleibt ein Wunder, nicht verfügbar, nicht machbar, nicht planbar, aber ich kann offen sein.
Ich kann mich verschließen und deshalb fragt Jesus den Nikodemus: Du bist Israels Lehrer und weißt das nicht. In den Versen nach unserem Abschnitt heißt es dann, wenn ich euch Irdisches sage und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch Himmlisches sage.

Liebe Freunde,

ich möchte Euch Mut dazu machen, dies zu glauben, dass alle verändernden Kräfte in dieser Welt, alle verändernde Kraft meines eigenen Lebens, nur dort wirksam wird, wo ich von Neuem geboren werde.

Ich meine, dass wir dies unserer Gesellschaft schuldig sind. Nikodemus wundert sich und Jesus sagt ihm wundere dich nicht. Ich habe mich auch gewundert, als ich vor einigen Jahren in einer Pressenotiz lass, dass das Thema Wiedergeburt in unserem Volk Hochkonjunktur hat. Jeder fünfte in der Bundesrepublik glaubt an Wiedergeburt, in dem Sinne, dass er meint, wenn er gestorben sei, werde er noch einmal geboren und komme dann als Eichhörnchen oder als Adler auf die Welt um dann solange und so viel zu tun bis er erlöst ist. Wie beängstigend und welch freimachende Botschaft haben Christen, wenn wir selber von neuem geboren sind. Ich habe diesen Schritt am 13.07.1984 mit meiner Frau gemeinsam vollzogen, und darüber bin ich noch heute froh und dankbar.

M.T.

Thema: Lebendiger Glaube | 4 Kommentare

89. Was geschieht, wenn ein Christ sündigt?

Samstag, 3. April 2010 | Autor:

 

von Dr. Oswald J. Smith

Was geschieht, wenn ein Christ sündigt? Ist er dann für immer verloren? Stößt Gott ihn hinaus, oder ist er immer noch Gottes Kind? Wenn ja, wie verfährt Gott dann mit ihm? Sechs Dinge will ich als Antwort auf diese Frage sagen:

Der Christ lebt nicht in der Sünde

Er lebt in der Gerechtigkeit. Er lebt ein rechtschaffenes Leben. In 1. Joh. 3,6.8 und 9 finden wir folgende Worte: „Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht; wer da sündigt, der hat ihn nicht gesehen noch erkannt…Wer Sünde tut, der ist vom Teufel…Wer aus Gott geboren ist, der tut nicht Sünde, denn was er von Gott empfangen hat, das bleibt ihn ihm; und kann nicht sündigen, denn er ist von Gott geboren. Daran wird offenbar, welche die Kinder Gottes sind.“ Diese Worte sind im Präsens geschrieben, und drücken eine Gewohnheit aus. Das Kind Gottes lebt nicht mehr in der Sünde. Es gibt nicht immer wieder der Sünde nach. Die Ausübung der Sünde charakterisiert sein Leben nicht mehr. Mit anderen Worten, es hält nicht an der Sünde fest. Wenn es das tut, dann ist es nicht aus Gott geboren. Es gehört dann immer noch dem Teufel an.

Aber der Christ kann in Sünde fallen

„Meine Kindlein, solches schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und derselbe ist die Versöhnung für unsere Sünden“ (1. Joh. 2,1-2). Es ist also klar, dass der Christ nicht sündigen muss. Es ist nicht nötig, dass er bewusst oder absichtlich Sünde tut. Er kann von der Sünde befreit werden und braucht nicht in die Sünde zu fallen. „Solches schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt.“
Auf der anderen Seite gibt es aber eine Versöhnung für den Christen, der doch sündigt. Gott sagt: „Wenn jemand sündigt“, und daraus geht deutlich hervor, dass ein Christ sündigen kann. Er kann in die Sünde fallen, wenn es auch nicht normal für sein Leben ist. Er ist wie eine Kompass-Nadel. Die Nadel zeigt immer nach Norden, aber es ist möglich, dass irgend etwas sie einmal ablenkt und sie einen Augenblick lang in eine andere Richtung zeigt; aber – und das ist unvermeidlich – sie wird wieder zurück schwingen und aufs neue nach Norden zeigen. So ist es auch mit dem Christen. Er lebt nicht in der Sünde, er braucht nicht zu sündigen. Andererseits kann er aber in Sünde fallen. Wenn er das tut, hat er einen Fürsprecher, den Herrn Jesus Christus. Er wird zum Thron der  Gnade Gottes, zur Versöhnung. Seine Sünde kann vergeben werden.
Es ist wie mit dem Schaf und der Sau. Da ist eine schmutzige Pfütze. Das Schaf kommt zu nah heran und fällt plötzlich hinein. Die Sau muss nicht erst hineinfallen. Sobald sie die schmutzige Pfütze sieht, läuft sie  geradewegs auf sie zu und watet freiwillig hinein. Aber was geschieht jetzt? Das Schaf krabbelt sofort wieder heraus, und wenn es draußen ist, entfernt es sich so weit wie möglich von der Pfütze. Es bleibt nicht im Schlamm. Die Sau aber bleibt in der Pfütze. Sie macht keinerlei Anstrengungen herauszukommen. Sie befindet sich in ihrer natürlichen Umgebung. Sie liebt den Schlamm. So ist es auch mit dem Gläubigen. Er ist wie das Schaf. Er mag unerwartet hineinfallen, aber er krabbelt augenblicklich wieder heraus. Er bekennt seine Sünde und wendet sich wieder Gott zu. Er möchte in dem kostbaren Blut gereinigt werden. Wenn er draußen ist, entfernt er sich sofort von der schmutzigen Pfütze. Das Schaf handelt so, weil es ein Schaf ist.

Der nicht erlöste Mensch wälzt sich, wie die Sau, im Schmutz. Er liebt ihn. Er ist sein natürliches Element. Er sucht ihn und lässt sich darin nieder. Er bleibt im Schmutz der Sünde. Die Sau bleibt im Schlamm, weil sie eine Sau ist. Es ist ihre Natur. So ist es auch mit dem Sünder. Auf diese Weise kann man ein Schaf von einer Sau unterscheiden, und so kann man auch ein Gotteskind von einem Teufelskind unterscheiden. Beide fallen vielleicht hinein, aber nur eines bleibt darin. Der Christ lebt nicht in der Sünde. Er bleibt nicht in der schmutzigen Pfütze. Die Sau aber tut es, und ebenso auch der Sünder. Nicht die Tatsache, dass man „hineinfällt“, zeigt, dass man ungläubig ist, sondern die Tatsache, dass man darin bleibt. Der Sünder praktiziert die Sünde. Er lebt in der Sünde. Er hat Freude an der Sünde. Das Kind Gottes aber, verabscheut die Sünde und wendet sich von ihr ab, selbst wenn er ihr in seiner Schwachheit einmal nachgibt.

Wenn der Christ sündigt, wird Gott ihn nicht enterben und hinausstoßen

In Joh. 6,37 steht: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ Gott wird den Christen nicht enterben. Er wird mit ihm umgehen wie mit einem Sohn. Wie geht denn ein Vater mit einem Sohn um? Wir wollen sehen, was Gott darüber zu sagen hat. In Psalm 89 lesen wir von Vers 31-35:

„Wenn aber seine Kinder mein Gesetz verlassen und nicht in meinen Rechten wandeln, wenn sie meine Ordnungen entheiligen und meine Gebote nicht halten, so will ich ihre Sünde mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Plagen; aber meine Gnade will ich nicht von ihm wenden und meine Wahrheit nicht trügen lassen. Ich will meinen Bund nicht entheiligen und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist.“ Was wird Gott tun, wenn Seine Kinder Sein Gesetz verlassen und nicht in Seinen Rechten wandeln? Wenn sie Seine Ordnungen entheiligen und Seine Gebote nicht halten? Wird Er Seinen Bund mit ihnen brechen? Wird Er ändern, was aus Seinem Munde gegangen ist? Keineswegs.
Gott sagt, Er wird sie züchtigen. Er wird sie bestrafen. Er wird ihre Sünde mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Plagen. Er wird Seine liebende Freundlichkeit aber nie von ihnen wenden. Seine Treue wird nie brechen. Aber Er wird sie strafen, wie ein Vater seine Kinder straft.

Was tut ein Vater, wenn seine Kinder ihm nicht gehorchen? Er züchtigt sie, nicht wahr? Sie müssen ihre Strafe hinnehmen, und die Strafe hat den Zweck, sie zu bessern. Er möchte sie zurückgewinnen und wendet deshalb die Rute an. Gott will dasselbe. Die Strafe ist vielleicht streng, sehr streng. Wenn Gott züchtigt, das ist Leiden. Aber genau wie ein Vater züchtigt und bestraft, genau wie ein Vater schlägt, wenn es nötig ist, so wird auch Gott Seine Kinder züchtigen. Kein Vater würde seinem Sohn die Tür zeigen und ihm sagen, er solle hinausgehen und nie wiederkommen. Er ist immer noch sein Kind. Er ist immer noch in der Familie. Deshalb bessert er ihn durch die Züchtigung. Gott tut dasselbe.

Dieselbe Wahrheit finden wir in 2. Samuel 7,14-15: „Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Wenn er eine Missetat tut, will ich ihn mit Menschenruten und mit der Menschenkinder Schlägen bestrafen; aber meine Barmherzigkeit soll nicht von ihm entwandt werden.“

So, siehst du, ist Gott unser Vater, und wir sind Seine Kinder. Wenn wir Unrecht begehen, züchtigt Er uns. Er gebraucht die Rute. Wir müssen die Schläge hinnehmen. Aber wenn Er straft, nimmt Er Seine Barmherzigkeit nicht von uns. Wir sind immer noch Seine Kinder. Wir sind immer noch in der Familie, und Er behandelt uns als Mitglieder Seiner Familie.

Buße stellt die gebrochene Gemeinschaft wieder her

In 1. Joh. 1,9 lesen wir folgende Worte:
„Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend.“
In dem Augenblick, in dem wir sündigen, wird die Gemeinschaft mit Gott zerbrochen. Wir stehen nicht mehr in Verbindung mit Ihm. Die Sünde ist dazwischen getreten. Wenn ein Kind seinem Vater nicht gehorcht, dann hat es keine Gemeinschaft mehr mit seinem Vater, und wenn es die Gemeinschaft wiederherstellen will, muss es seinen Ungehorsam bekennen und um Vergebung bitten. Dann, und nur dann, ist eine Versöhnung möglich.
Viele Gotteskinder sind, fürchte ich, nicht mehr in der Gemeinschaft mit Ihm. Sie haben keine Freude und keinen Frieden, und zwar einfach deshalb, weil sie im Ungehorsam leben. Sie handeln nicht nach Gottes Willen. Sie haben Gott verfehlt. Sie haben gegen Ihn gesündigt. Sie haben Seine Gebote übertreten. Er wartet darauf, dass sie ihr Versagen bekennen, damit Er die Gemeinschaft wiederherstellen kann. Solange die Gemeinschaft unterbrochen ist, kann das Gebet nicht erhört werden. Sie kann nur durch Bekenntnis und Vergebung wiederhergestellt werden. Aber sobald wir unsere Sünden bekennen, vergibt Er uns. „Und das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, reinigt uns von aller Untugend“ (1. Joh. 1,17). Denk aber daran, dass nicht dem ungläubigen Sünder gesagt wird, er solle seine Sünden bekennen. Alles, was dieser zu tun hat, ist, zu bekennen, dass er ein Sünder ist, so wie der Zöllner, der ausrief: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ Der Christ aber muss seine Sünden bekennen.

Er ist vom Weg abgekommen. Er muss wieder zurückfinden. Er kann das nur erreichen, indem er seinen Fehler zugibt und umkehrt. Wenn zwei zusammen gehen und einer davonwandert, ist ihre Gemeinschaft unterbrochen. Der eine, der davongewandert ist, wird zurückkehren müssen, wenn die Gemeinschaft wiederhergestellt werden soll. Das ist vielleicht der Grund, warum Du so unglücklich bist. Du hast keine Gemeinschaft mehr mit Gott. Du bist Sein Kind, aber die Verbindung ist unterbrochen. Die Gemeinschaft ist zerbrochen worden.

Wenn der Christ sich nicht selbst richtet, wird er von Gott gerichtet werden

Schlag nun bitte 1. Kor. 11,27-32 auf:
„Welcher nun unwürdig von diesem Brot isst oder von dem Kelch des HERRN trinkt, der ist schuldig an dem Leib und Blut des HERRN. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher also isst und trinkt, dass er nicht unterscheidet den Leib des HERRN, der isst und trinkt sich selber zum Gericht. Darum sind auch viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil sind entschlafen. Wenn wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber von dem HERRN gerichtet werden, so werden wir gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verdammt werden.“

Unwürdig essen heißt, essen, ohne die Sünde bekannt zu haben, deren sich der Gläubige schuldig gemacht hat. Sie muss bekannt und abgetan werden. Der Vereinigung mit Ihm muss Reinigung und Vergebung vorausgehen. Gott sagt dem Gläubigen, er solle sich selbst prüfen. In anderen Worten, sich selbst richten. Das heißt gar nichts anderes als: einsehen, zugeben, bekennen, mit dem HERRN darüber sprechen und so weit wie irgend möglich wiedergutzumachen suchen. Falls er es nicht tut, sagt Gott, dann isst und trinkt er sich selber zum Gericht. Das heißt, er wird gezüchtigt werden.

Deshalb sagt Gott nun, dass viele Schwache und Kranke unter Seinen Kindern seien. Einige, so stellt Er fest sind sogar entschlafen. Ich sage nicht, dass jede Krankheit von der Sünde verursacht wird. Bei weitem nicht! Aber es ist möglich, dass Schwachheit und Krankheit das Ergebnis der nicht gestandenen Schuld sind. Vielleicht hast Du deshalb Deine Stelle verloren. Gott beschäftigt sich mit Dir. Er richtet Dich. Du wirst gezüchtigt. Er will, dass Du wieder in die Gemeinschaft, in die Verbindung mit Ihm zurückgebracht wirst. Denn Er sieht, dass Du Deine Sünde nicht bekennen willst und dass Du ihn immer noch entehren und entwürdigen wirst, dann nimmt Er Dir vielleicht gar das Leben. Wenn Er das tut, werden Dir Deine Übertretungen vor dem Richterstuhl Christi vorgehalten werden, und dort wirst Du vielleicht alles verlieren. Er muss Dich entweder jetzt oder später richten.

Nun sagt Er uns aber, dass wir – falls wir uns selbst richten, uns freiwillig Seinem Urteil unterstellen – nicht gerichtet werden sollen. Das heißt, wenn wir unsere Sünde erkennen und bekennen und Vergebung erlangen, wird Gott uns nicht züchtigen müssen. Der einzige Weg, um der Züchtigung zu entgehen, ist der des Selbstrichtens. Wenn Du das Unrecht nicht wieder recht machst, wird Gott mit Dir abrechnen müssen. Wenn Du Dich selbst richtest, wird Er Dich nicht richten müssen. Es gibt keinen anderen Weg, der Züchtigung zu entgehen, als den des Bekenntnisses, der Vergebung und der neuen Vereinigung mit Gott. Wenn ein Kind das tun würde, würde der Vater es nicht bestrafen, aber wenn das Kind sich weigert, die Dinge wieder ins reine zu bringen, dann muss der Vater züchtigen. Genauso ist es mit Gott.

Gott sagt sehr klar, dass Er uns züchtigt, wenn Er uns richtet. So ist Sein Gericht. Und der Grund, warum Er uns züchtigt, ist der, dass wir Seine Kinder sind und ER uns nicht mit der Welt verdammen will. Er will, dass wir gerettet werden. Wenn wir aber Seine Kinder sind, dann behandelt Er uns auch so. Wir müssen die Züchtigung Gottes also erdulden. Vielleicht leidest Du deshalb gerade jetzt. Gott richtet Dich, Gott züchtigt Dich, und Du kannst Dich Seiner Züchtigung nur dadurch entziehen, dass Du Deine Sünde bekennst und mit Ihm ins reine kommst.

Wenn wir im Licht wandeln, werden wir täglich gereinigt

In 1. Joh. 1,7 lesen wir: „Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.“ Wir wandeln im Licht, indem wir Gott gehorchen, uns von allem Unrechten abwenden und im Zentrum des göttlichen Willens leben. Wenn wir uns der Sünde zuwenden, wandeln wir nicht im Licht, weil wir wissen, dass die Sünde Unrecht ist. Der Mensch, der nun im Licht wandelt, wird täglich von seiner Sünde gereinigt.

Ich war immer der Meinung, dass ich Gott für die letzte Sünde, die ich begangen hatte, um Vergebung bitten müsste, um rein zu sein. Dann entdeckte ich eines Tages, dass Gott bereits für die tägliche Reinigung gesorgt hat. Wenn ich im Licht wandle und für Gott lebe, dann werde ich Tag und Nacht gereinigt, ob ich wache oder schlafe. Das Blut Jesu Christi reinigt mich laufend von aller Sünde, so dass ich immer gereinigt bin, Gott entgegenzutreten.

Du weißt, Jesus wollte Petrus die Füße waschen. Petrus weigerte sich, und Jesus sagte ihm, er könne kein Teil an Ihm haben, wenn er sich nicht von Ihm die Füße waschen ließe. Daraufhin wollte Petrus ganz gewaschen werden. Mit anderen Worten, er wollte ein Vollbad. Aber Jesus sagte ihm, dass er, wenn er schon ein Bad gehabt habe – mit anderen Worten, wenn er sich bekehrt habe, wenn er gerettet worden sei – nicht noch einmal gewaschen werden müsse. Er brauchte nicht noch ein Vollbad. Aber seine Füße wurden beschmutzt, da sie dauernd mit dem Straßenstaub in Berührung kamen, und deshalb mussten sie gereinigt werden. Aus diesem Grunde bestand Jesus darauf, dem Petrus die Füße zu waschen.

Du bist gerettet worden, Du hast ein Vollbad gehabt, Du bist wiedergeboren, Du bist Gottes Kind. Aber Du lebst in täglichem Kontakt mit der Welt, und solange das so ist – solange Du in Deinem Leben bist -, wird es Schmutz und Flecken geben, ob Du sie siehst oder nicht, und Du wirst einer dauernden Reinigung bedürfen. Gott hat vorgesorgt. Das Blut Jesu Christi, Seines Sohnes, reinigt Dich laufend von aller Sünde. Das heißt, wenn Du im Lichte lebst. Wenn Du tust, was recht ist, und Dich von allem fernhälst, von dem Du weißt, dass es unrecht ist.

Ich bitte Dich also, wende Dich Gott zu, sobald Du sündigst. Du brauchst nicht zu sündigen, aber Du wirst sündigen. Wenn Du gesündigt hast, dann tue sofort Buße, wenn Du Gottes Kind bist, und bitte um Vergebung. Die Gemeinschaft ist gebrochen, die Verbindung unterbrochen worden. Wenn Du aber Deine Sünde bekennst und Dich im Blut reinigen lässt, wird die Verbindung wiederhergestellt, und Du bist wieder in Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus Christus. Du hast Dich jetzt selbst gerichtet. Gott wird Dich nicht mehr richten müssen. Wenn Du Dich weigerst, Dich selbst zu richten, dann wirst Du Dich dem Gericht Gottes stellen müssen. Wenn Du andererseits im Licht wandelst, wird das Blut Jesu Christi Dich dauernd von aller Sünde reinigen.

Das also geschieht, wenn ein Christ sündigt. Ich bin so froh, dass Gott vorgesorgt hat, dass Er von der  Möglichkeit der Sünde weiß, und dass Er – anstatt uns hinauszustoßen und uns zu enterben, wenn wir versagen – uns als Kinder, als Mitglieder Seiner Familie behandelt. Wir können Vergebung erlangen und wieder in die Gemeinschaft zurückgeführt werden, und wir können wieder mit Gott leben. Nur dann werden wir uns freuen. Nur dann wird Sein Friede in unseren Herzen wohnen. Nur dann werden wir untereinander und mit Jesus Christus Gemeinschaft haben.

 

Thema: Lebendiger Glaube | Beitrag kommentieren

88. Was habe ich nicht getan?

Samstag, 3. April 2010 | Autor:

Was habe ich nicht getan?

Man bewertet den Menschen oft nur nach dem, was er getan hat. Hat er sich durch besondere Leistungen hervorgetan, ehrt man ihn mit Verdienstorden oder Ähnlichem. Es muss ja nicht gleich das Bundesverdienstkreuz sein. Auch unsere Nachbarn messen wir daran, was sie getan haben – sei es Gutes oder Böses. So sind an unserer Messlatte nur die Taten als Maßeinheit markiert. Gott dagegen bewertet uns in unserer Ganzheit, d.h. auch an dem, was wir nicht getan haben.

Jesus spricht in seiner Bergpredigt von Menschen, die vor dem Richterstuhl Gottes stolz ihre Taten aufzählen: ,,HERR, HERR haben wir nicht in deinem Namen prophetisch geredet, böse Geister ausgetrieben und viele Wundertaten vollbracht?“ (Matthäus 7). |a, das haben sie und das war auch gut so! Demgegenüber aber haben sie vieles nicht getan. Sie haben sich nämlich nicht an das Gesetz Gottes gehalten. Vielleicht weil sie meinten, das käme für sie als Christen, die charismatische Gaben besaßen, nicht mehr in Frage. Und nun? Nun verwirft Gott sie trotz ihrer Geistesgaben als Täter der Gesetzlosigkeit, denn Gott beurteilt und verurteilt sie auch nach dem, was sie nicht getan haben. Es kommt nicht nur darauf an, was unsere Mitmenschen über uns sagen, sondern es kommt in erster Linie darauf an, was Gott über uns sagt. So füllt Gott ein vernichtendes Urteil über die Gemeinde zu Laodizaa (Offenbarung 3). Warum? Weil die Mitglieder dieser Christengemeinde nicht heiß und nicht kalt waren. Ach, wären sie doch kalt oder heiß gewesen, heißt es in der Urteilsbegründung. Daraus könnte man schließen, dass Gott einen Ungläubigen mehr respektiert, als einen lauen Christen, der keine Zivilcourage besitzt, sondern nur immer darauf bedacht ist, nirgends anzuecken, um dadurch – wie es hier heißt – reich zu werden, Erfolg zu haben. Wir sehen: Auch hier spricht Gott das Urteil nach dem, was der Betreffende nicht war. Auch ich muss mich oft dazu durchringen, bei meinen Vorträgen Klartext zu reden, auch auf die Gefahr hin, dass man mich nicht mehr einlädt. Als die Jünger Jesu mit seiner Rede nicht einverstanden waren, weil sie, eine harte( anstößige) Rede“ war, folgten ihm viele nicht mehr nach (Johannes 6 ), denn die Nachfolge Jesu ist keine theologische Haarspalterei sondern eine Herausforderung, die man nur von ganzem Herzen, ganzer Seele und mit ganzer Hingabe erfüllen kann. Alles, was weniger als eine ganze Hingabe ist, ist zu wenig, gehört zu den Dingen, weswegen Gott uns einmal verurteilt, denn ,,wem viel gegeben ist, von dem erwartet Gott auch viel“ (Lukas 12), d.h. von einem Theologen und Prediger mehr als von einem Laien. Leider gibt es auch unter Glaubensgenossen Streitereien. Auch wenn man überzeugt ist, dass der andere Schuld hat, verlangt Gott von uns, dass wir den ersten Schritt zur Versöhnung tun. Bevor ich zum Gottesdienst gehe, soll ich mich mit dem, der etwas gegen mich hat, versöhnen, heißt es in der Bergpredigt (Matthäus5 ), denn der Schuldige ist wegen seiner Schuld derart belastet, dass er diesen ersten Schritt nicht tun kann. Hier muss man bedenken: Man ist nicht groß, indem man seinen Gegner erniedrigt, sondern nur wenn man vorbildhaft über ihn hinauswächst.

Auch hier verurteilt Gott uns, weil wir etwas versäumt haben, nämlich den ersten Schritt zu tun. Und wenn wir den Sünder nicht warnen, so dass er wegen seiner Sünde verloren geht, wird Gott das Blut des durch unsere Unterlassung Verlorengegangenen von unseren Händen fordern (Hesekiel 3 ).

Es ist nicht so, dass Gott unsere guten Taten nicht wertet. Nein, er misst sie sehr genau und gerecht, vergleicht sie aber immer mit dem, was wir hätten tun sollen, aber nicht getan haben. So lobt der HErr die Gemeinde zu Ephesus(Offenbarung2 ): ,,Ich kenne deine Werke und deine Mühsal und dein standhaftes Ausharren und dass du das Böse nicht zu ertragen vermagst.“ Wunderbar! Ungeachtet dessen aber kommt jetzt Gottes Kritik ,,Aber ich habe an dir auszusetzen, dass du die erste Liebe aufgegeben hast.“ Muss Gott denen, die er vorher so gelobt hat, nun diesen Wermutstropfen beimischen? Ja, denn Gott will, dass wir nicht verloren gehen; er beurteilt uns in unserer Ganzheit.

Ludwig Schneider NAI

Thema: Lebendiger Glaube | Beitrag kommentieren

Gott ist gut
Datenschutzübersicht

Wir verwenden Cookies, die es uns ermöglichen, die Benutzung der Webseite zu analysieren. So können wir die Seite weiter verbessern. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmst Du der Nutzung von Cookies zu. In unserer Datenschutzerklärung findest Du mehr Informationen und kannst die Cookies deaktivieren.
(Datenschutzerklärung)