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419. Jesus – das Ende aller Religion

Dienstag, 11. November 2014 | Autor:

Lieber Blogbesucher,

der Titel dieses Buches hat mich sofort angesprochen, weil ich auch in vielen meiner Beiträge die Aussage gemacht habe: „Jesus Christus ist das Ende aller Religionen“.

Auch wenn ich mir bei einigen der Aussagen von Urs Naegeli bisher noch keine endgültige Meinung bilden konnte, möchte ich diesen Beitrag doch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Jeder soll und muss sich selbst prüfen, d.h. für mich den Heiligen Geist zu fragen.

M.T.

 

 

 

 

„Religion ist fromm organisiertes Verbrechen!“

Gekürzte und leicht veränderte Wiedergabe des Youtube-Videos zum aktuellen Buch „Jesus – das Ende aller Religion“.

Das Buch „Jesus – das Ende aller Religion“ ist ein Werk, das in religiösen Kreisen durchaus Staub aufwirbeln wird. Dies ist vom Autor auch so beabsichtigt. Urs-Heinz Naegeli, welche Fragen beantworten Sie in Ihrem neuen Buch?
Sagen wir es mal so: Ich beantworte nicht die Fragen der Besserwisser. Wenn jemand also meint, dass er alles weiss und gar keine Glaubensfragen mehr hat, dann ist er bei mir an der falschen Adresse. Ich erinnere da an das Zitat von Jesus, der gesagt hat, dass nicht die Gesunden den Arzt brauchen, sondern die Kranken. Wenn also Leute religiös krank sind, wenn sie merken, diese Religion – gerade auch die christliche – besteht nur noch aus Vorschriften, dann bin ich die richtige Ansprechadresse.

Welche Reaktionen rund um Ihr neuestes Buch würden Sie am meisten erfreuen?
Am meisten würde mich freuen, wenn verschiedene Christen sagen würden: „Das ist es. Auf diese befreiende Botschaft habe ich schon lange gewartet. Jetzt gibt es für mich nichts Wichtigeres mehr als nur Jesus allein.“ Eine der grössten Freuden wäre für mich deshalb, wenn einzelne Christen ganz neu zu Jesus vordringen würden. Eine ganz andere Form der Freude hätte ich dann, wenn mein Buch da und dort Verunsicherung, Entsetzen und heftige Reaktionen auslösen würde. Ich glaube nämlich, dass eine Botschaft nur dann eine gute ist, wenn sie Entsetzen und Kontroversen in einer breiten Bevölkerungsschicht auslöst. Auch bei den Worten, die Jesus predigte, entsetzten sich die Zuhörer oft. Die in unseren heutigen frommen Kreisen oftmals vorhandene Gleichgültigkeit blieb bei ihm somit aussen vor. Seine Worte bewegten immer etwas und führten jeweils zu heissen Diskussionen.

Der Untertitel Ihres Buches lautet:

„Das Ende der frommen Machthaber kommt. Ganz bestimmt.“ Was ist darunter zu verstehen?
Die Evangeliumsbotschaft wurde bis jetzt noch gar nie oder nur ganz selten richtig gepredigt. Was wir in den letzten 2.000 Jahren verkündet und ausgelebt haben, das war vor allem christliche Religion. Aber die Zeit wird kommen, so hat es auch Jesus vorausgesagt, in der das Evangelium noch in Vollmacht verkündigt wird. Und zwar unmittelbar vor dem Ende. So hat er es in seiner Endzeitrede gesagt. Ich glaube, dass all das, was wir bis heute gemacht haben, nur begrenzt etwas mit derjenigen Evangeliumsverkündigung zu tun hat, so wie sie Jesus gerne gesehen hätte.

Wollen Sie damit sagen, dass wir uns seit 2.000 Jahren in die falsche Richtung bewegen?
Das ist so. Das Christentum ist zur reinen Farce geworden. Alles wurde zu einer starren und festen Struktur. Doch das war niemals das, was Jesus wollte. Wenn Sie behaupten, dass die echte Evangeliumslehre noch nicht verkündigt wurde, so lehnen Sie sich ja weit aus dem Fenster.

Was genau ist denn die richtige Botschaft?
Das ist diejenige, bei der nicht die einzelnen Menschen im Zentrum stehen, sondern nur Jesus allein. Sie sagen, dass wir die religiöse Form der Gemeinschaft, so wie sie heute ausgelebt wird, gar nicht brauchen. Die heutigen religiösen Kirchen und Gemeinschaften sind schlichtweg ein fromm organisiertes Verbrechen. Jesus hat nirgends gesagt, dass wir solche Zusammenkünfte, wie wir sie heute haben, brauchen. Vielmehr lehrte er, dass dort, wo zwei oder drei Menschen – also nicht zweihundert oder dreihundert – in seinem Namen versammelt sind, er mitten unter ihnen ist. Doch dazu brauchen wir weder Päpste noch Bischöfe, auch keine Kardinäle oder Pfarrherren. Wir brauchen auch keine bestimmte Struktur, innerhalb der wir unseren Glauben auszuleben haben. Der Glaube an Jesus hat mit starren Regeln rein gar nichts zu tun.

In einem Zwischentitel Ihres Buches schreiben Sie, dass Gott nie christliche Kirchen wollte. Beziehen Sie sich bei dieser Aussage auf die Überorganisation?
Wir Nachfolger Jesu sollten uns nicht durch die Kirchen, sondern durch den Heiligen Geist leiten lassen. Dieser weht gemäss Jesus jedoch wo er will und – ich würde sagen – auch wie er will. Und der Geist Gottes weist uns immer wieder auf Jesus und seine Worte hin, niemals jedoch auf religiöse Führer, auf Pfarrherren oder Theologen und deren Lehren. So soll denn auch Jesus und nicht unsere Kirche, unsere Gemeinde, eine Veranstaltung, ein Programm oder eine bestimmte Form der Theologie im Mittelpunkt stehen.

Sie kritisieren ganz scharf auch die Kanonisierung, also die Auswahl der heute in unserem Neuen Testament enthaltenen 27 Bücher. Ich bin froh darüber, dass vier von diesen 27 neutestamentlichen Büchern, nämlich die vier Evangelien, tatsächlich niedergeschrieben wurden. Gegen die Originalton-Worte von Jesus habe ich rein gar nichts einzuwenden. Was wir aber überhaupt nicht brauchen, was absolut unnötig ist und auch nirgends vorausgesagt wurde, das sind die weiteren Texte von Paulus, von Petrus, Jakobus oder anderen neutestamentlichen Autoren.

Aber dieser Inhalt füllt ja landauf und landab Tausende von Predigten. Sehen Sie darin die Gefahr, dass am Ziel vorbeigeschossen wird?
Genau. So schreibt Paulus zum Beispiel seine Briefe an bestimmte Gemeinden. Und hier kommt denn auch bereits wieder ein ziemlich strukturiertes Gedankengut vor. Die Kanonisierung der Lehrbriefe eines Paulus führte letztendlich dazu, dass die Christen selbst rund 2.000 Jahre später mehr schriftgeleitet, statt eben geistgeleitet sind. Das Problem ist nun, dass die Bibel, so wie wir sie heute vorliegen haben, weder von Jesus noch von alttestamentlichen Propheten je vorausgesagt wurde. Es steht auch nirgends geschrieben, dass wir künftig mal ein Buch hätten, welches uns in die Wahrheit leiten würde. Diese Aufgabe steht vielmehr dem Heiligen Geist zu. Und dieser wiederum weist immer auf Jesus Christus allein hin, der gesagt hat: „Meine Worte werden nie vergehen.“ Es sind nicht die Worte von Paulus oder anderen neutestamentlichen Schreibern, die ewigen Bestand haben, sondern nur diejenigen von Jesus allein.

Sagen Sie damit auch, dass wenn wir eine gewisse Abhängigkeit von den Worten der Bibel bräuchten, dass dies uns dann durch die Propheten oder zumindest durch Jesus selbst vorausgesagt worden wäre?
Richtig. Jesus hat alles vorausgesagt. Er sagte zu seinen Jüngern, dass er sie bezüglich der kommenden Dinge nicht im Unklaren lassen will. Sie sollten wissen, was geschehen wird. Und deshalb wurde auch alles, was nur irgendwie von Bedeutung war, vorausgesagt. Diesen Charakterzug Gottes finden wir nicht nur bei Jesus, sondern bereits auch schon im Alten Testament, wo es heisst, dass Gott nichts tut, ohne dies zuvor seinen Propheten zu offenbaren. Wir haben also unzählige Aussagen über Jesus, seine Wichtigkeit und Bedeutung für uns. Es gibt jedoch keine einzige Prophetie, die darauf hinauszielt, dass sich die Nachfolger Jesu irgendwann mal nach einem Buch namens Bibel zu richten hätten. Die ganze Kanonisierung ist somit ein reines Menschenwerk und stand nie in der Absicht Gottes.

Sie gehen noch einen Schritt weiter und schreiben, dass Jesus sogar jede Form von Religiosität verurteilt. Aber war er nicht selbst auch religiös?
Auf keinen Fall. Wenn einer absolut nicht religiös war, dann er. Er verurteilte jede Form der Religiosität. Das kann man ganz gut an seinem Umgang mit den damaligen Schriftgelehrten und Pharisäern erkennen.

Lehnen Sie sich auch deshalb so gegen jegliche Art von Religion auf?
Wenn ich persönlich Jesus liebe und dabei eine gute, eine christuszentrierte Botschaft weitergeben will, dann bleibt mir gar nichts anderes übrig, als mich gegen alles Religiöse, gegen die starren Formen und die rein menschliche Machbarkeit aufzulehnen. Denn Jesus sagte, dass wir ohne ihn nichts tun, nichts Entscheidendes bewirken können. Bei dem Spiel, das heute jedoch gespielt wird, da bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob diejenigen Leute, die da meinen, sie seien in alle Ewigkeit hinein gerettet, ob die das wirklich sind.

Was soll man Ihrer Ansicht nach tun, damit man der Wahrheit näher kommt?
Das Geheimnis wird dort gelüftet, wo wir den Mut aufbringen zu verlieren, zu sterben. Wir müssen den eigenen Vorstellungen, nach denen wir bisher geglaubt und gehandelt haben, gänzlich absterben. Es geht um ein Verlustgeschäft. So hat es primär auch Jesus gepredigt. Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und völlig abstirbt, so wird es keine Frucht bringen können. Wer sein Leben für sich selbst, für seine eigenen Vorstellungen verliert, der wird es gemäss Jesus auch verlieren; wer aber dazu bereit ist, sich neu oder auch erstmalig auf das auszurichten und nach dem zu handeln, was Jesus lehrte, der wird das Leben finden.

Welche Christen dürfen sich Ihrer Ansicht nach ihres ewigen Heils sicher sein?
Diesbezüglich möchte ich darauf hinweisen, dass Jesus unter anderem auch über den breiten und den schmalen Weg lehrte. Doch zu wem sprach er diese Worte? Es handelte sich dabei um Menschen, die bereits an ihn glaubten und die ihm nachfolgten. Diese Warnung betreffs dem breiten Weg war somit ganz klar an Gläubige gerichtet. Und zu solchen sagte Jesus, dass sie aufpassen müssen, dass sie nicht auf diesem Weg bleiben. Vielmehr sollen sie diesen nun verlassen und auf dem schmalen Weg gehen. Es ist also durchaus nicht so, wie fälschlicherweise immer wieder gelehrt wurde, dass es sich beim breiten Weg um die böse Welt, um die Ungläubigen handeln würde. Wenn wir also auch hier den Worten von Jesus Glauben schenken, so müssen wir festhalten, dass sich die meisten gläubigen Christen auf dem breiten Weg befinden. Wenn man dies ganz klar im Zusammenhang liest, so müssen wir festhalten, dass die meisten Christen sich somit auf dem direkten Weg in die ewige Verdammnis befinden. Es ist der schmale Weg, der zum ewigen Leben führt. Wir müssen deshalb den breiten Weg der christlichen Religion verlassen.

Gibt es noch etwas, was Sie zum Schluss dieses Interviews weitergeben möchten?
Gerne. Wir sind als Nachfolger von Jesus nur so stark von ihm infiltriert, wie wir ihn ins Zentrum unserer Gedanken und unserer Verkündigung rücken. Wir gehören dann zu den wahren Verkündigern, wenn wir nicht mehr irgendeine Theologie oder die religiösen Machbarkeiten verkündigen, sondern einzig und alleine nur noch auf ihn, auf Jesus Christus hinweisen.

Die Fragen stellte Philip Keller, morgenluft.ch, CH-7430 Thusis.

Foto Montage Agentur PJI Integration-Z1.

Leseprobe aus
„Jesus –das Ende aller Religion“
von Urs-Heinz Naegeli
Die größte Geldverschwendung, welche diese Welt je erlebt hat, betrifft die kirchlichen Gebäude und Einrichtungen. Noch nie wurde seit Menschengedenken so sinnlos viel Geld für etwas ausgegeben, wases gar nicht braucht. Das sind alles in allem riesengroße Summen, die da Jahr für Jahr verschlungen werden. Und dies, obwohl in der Regel diese Häuser nur während wenigen Stunden in der Woche benutzt werden. Würde man all dieses Geld, welches zum Erbauen wie auch zum Unterhalt eingesetzt wird, fürdie Armen und Benachteiligten in dieser Welt einsetzen, so müsste niemand mehr hungern. Zudem würden die Christen –auch ohne missionieren oder evangelisieren zu müssen – dadurch in der Gesellschaft viel glaubwürdiger sein.
Falls Sie nun denken, dass dieser Gedanke abwegig oder gar nicht umsetzbar ist, so muss ich dem klar widersprechen. Denn etliche der ersten Christen lebten genau danach. Diese bauten nämlich alles andere als teure Kirchen und Versammlungslokale. Vielmehr trafen sie sich entweder in bereits bestehenden Einrichtungen oder auch in den Privathäusern(1) der einzelnen Gläubigen. Und sie teilten auch alles untereinander. Diejenigen, die Überfluss hatten, gaben von diesem an diejenigen weiter, welche deutlich weniger besaßen(2). Die Folge davon war, dass das Evangelium sich schnell verbreitete und Gott täglich bewirken konnte, dass noch mehr Menschen den Glauben an Christus annahmen(3).
Das Erbauen von Kirchen und Gemeindegebäuden ist ganz klar etwas, was nicht Gottes Willen entspricht. Wenn wir aber trotzdem meinen, dass wir diese unnötigen Kosten und somit die Lasten rund um die von uns selbst erbauten Häuser mit uns herumschleppen müssen – warum hat Gott uns dann nicht zur Schnecke gemacht?! Diese Geschöpfe sind es ja, welche die Lasten ihrer Häuser zu tragen haben.
Wenn man bedenkt, dass Jesus selbst mittellos war und somit weder ein eigenes Haus besaß noch einen Platz hatte, wo er hätte zur Ruhe kommen können, so ist diese enorme Geldverschleuderung wirklich äußerst fragwürdig. „Die Füchse haben Gruben und die Vögel haben ihre Nester; der Menschen Sohn aber hat keinen Platz, wo er seinen Kopf hinlegen kann“,(4) sagte er über sich selbst. Wie können wir aufgrund dieser Tatsache es überhaupt verantworten, unser Geld in leichtfertiger Weise für so sinnlose und teure Gebäude auszugeben?!
Jesus hielt rein gar nichts davon, dass Menschen den Glauben in solchen strukturellen Gefäßen auslebten oder in solche einzupressen versuchten. Innerhalb derjenigen organischen Gemeinde, die Christus sich wünscht, geht man denn auch nicht in die Kirche oder in die Gemeinde, sondern man ist Gemeinde. Die neue Gemeinde, die sich Gott für uns Menschen erdacht hatte, war keineswegs mehr etwas, was menschliche Baupläne erforderte. Eine Begebenheit, die dies mit aller Klarheit deutlich macht, und der ich mich hier mal ein wenig detaillierter widme, ist die Erscheinung, als Christus sich dreien seiner Jünger als der Herr des Königreiches Gottes offenbarte.
So nahm Jesus eines Tages Petrus, Jakobus und Johannes zu sich und führte sie auf einen hohen Berg, ganz allein. Dort wurde er vor ihren Augen verwandelt. Seine Kleider wurden dabei leuchtend weiß, wie sie kein Färber auf Erden so weiß machen kann. Daraufhin erschienen ihnen Elia mit Mose zusammen, und sie redeten mit Jesus: „Meister, es ist schön, dass wir hier sind“, sagte Petrus zu Jesus.„Wir wollen drei Hütten bauen: dir eine, Mose eine und Elia eine.“ Doch noch während er redete, kam plötzlich eine leuchtend helle Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke heraus sprach eine Stimme: „Das ist mein geliebter Sohn! Hört auf ihn!“ Da das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: „Steht auf, und fürchtet euch nicht!“ Und als sie wieder aufsahen, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein(5).
Die meisten Ausleger sehen hinter dieser Begebenheit einfach ‚nur’ ein Sichtbarmachen des Königreiches Gottes. Doch es verbirgt sich dahinter ein noch viel tieferes Geheimnis, eine Wahrheit, die wir nicht einfach ignorieren können. Gott selbst lässt hier seine Stimme ertönen und stellt sich zu seinem Sohn. Er fordert uns auf, den Worten Jesu zu gehorchen und nur auf ihn zu hören. Das ganz Spezielle, welches von kaum einem Ausleger erwähnt wird, ist nun aber die Tatsache, dass das menschliche Blickfeld sich nicht auf den Bau der Hütten zu richten hat, sondern eben nur auf Jesus allein Bezug nehmen soll.
Aufgrund eines durchaus geistlichen Erlebnisses wollte Petrus aus einem absolut fleischlichen Wunsch heraus gleich drei Hütten bauen lassen. Nebst derjenigen von Jesus hätte, wenn es nach ihm ginge, durchaus auch noch für Elia und Mose je eine solche gebaut werden können. Doch Gott unterbrach dieses Gerede von Petrus abrupt durch sein Erscheinen. Zudem war nun endgültig auch der Zeitpunkt gekommen, nicht nur diesem besserwisserischen Jünger Einhalt zu gebieten, sondern gleichzeitig auch Elia und Mose aus dem bisherigen religiösen Programm herauszunehmen. Diejenigen geistlichen Führer, die über Jahrhunderte in Israel maßgebend waren, wurden zum Schluss gar nicht mehr wahrgenommen, denn die drei Jünger „sahen nur noch Jesus allein“. Wozu also sollte man auf diesem hohen Berg drei Hütten bauen? Und dies jetzt, wo doch die Zeit gekommen war, in der man „weder auf dem, noch auf einem anderen Berg anbetet“, sondern Gott, der Herr, vielmehr „im Geist und in der Wahrheit“ angebetet wird?(6)
Eine ebenfalls weitere Wahrheit, die viele Ausleger gar nicht lehren, ist die Tatsache, dass es überhaupt nicht mehr um das Bauen von Hütten geht. Wir brauchen somit unsere Kirchen, unsere Gemeindegebäude, weder für Jesus noch für Elia oder Mose aufzustellen. Denn Gott wohnt gar nicht in Gebäuden, die von Menschenhänden angefertigt sind.(7) Dies ist denn auch der Grund dafür, weshalb das Reich Gottes nicht durch menschliche Regentschaft kommt. Vielmehr ist es bereits mitten unter uns und vor allem in uns.(8) Auch der Vorhang, der innerhalb des damaligen Tempels den Blick ins Allerheiligste versperrte, wurde zerrissen.(9) Der Weg zu Gott ist nun frei(10) und wir haben durch Jesus Christus jetzt endgültig Zugang, um selbst in das Allerheiligste gelangen zu können.(11) Rund um dieses Ereignis ist nun auch definitiv das Ende der bisherigen Strukturgläubigkeit eingeläutet worden.
Die Botschaft, die Jesus verkündete, war eine Frohbotschaft. Ab sofort sollten wir – als von sämtlichen religiösen Gesetzen befreite Menschen – an Gott und an seinen Sohn glauben. Es ging um weit mehr als um die Befreiung von der damaligen römischen Knechtschaft. Es ging vielmehr um die Befreiung von der Gesetzlichkeit, wie sie damals praktiziert wurde. Das Allerheiligste, das Beste, das Schönste, sollte nun für jedermann einsehbar und zugänglich sein. Es macht deshalb dort, wo wir dies begriffen haben, nur wenig Sinn, wieder neue Gebäude und Strukturen ins Leben zu rufen und die Leute von neuem von religiösen Systemen abhängig zu machen. Denn das Zeitalter der Religion, wo man bestimmte Gesetze befolgen musste, um vor Gott als  gerecht zu gelten, ist nun endgültig vorbei.
All diese Wahrheiten hatten überhaupt nichts mehr mit den religiösen Vorschriften zu tun, nach denen die Menschen bislang lebten. Deshalb verwundert es auch nicht, dass gerade die Pharisäer und die Schriftgelehrten, die ihre Glaubenssicherheiten durch das Einhalten der bisherigen Regeln zu erhalten versuchten, sich gegen „diese neue Lehre“(12) von Jesus auflehnten. Für die damaligen religiösen Menschen war es fast zum Verzweifeln, weil sie die Sache nicht mehr im Griff hatten. Doch ein noch viel größeres Problem bestand darin, dass Jesus ihnen gegenüber Dinge aussprach, die mehr der Wahrheit entsprachen, als sie es sich eingestehen wollten. Sie wussten einfach nicht mehr weiter. Und schließlich gab es nur noch den einen „Ausweg“: Jesus musste von der Bildfläche verschwinden.

© 2014 by uhn.ch, CH-7220 Schiers

1 Apostelgeschichte 2,46; 5,42.
2 Apostelgeschichte 2,44.
3 Apostelgeschichte 2,47.
4 Lukas 9,58.
5 Markus 9,2-8; Matthäus 17,1-8.
6 Johannes 4,23-24.
7 Jesaja 66,1-2; Apostelgeschichte 7,48-51.
8 Lukas 17,20-22.
9 Matthäus 27,51.
10 Epheser 2,18; 3,12.
11 Hebräer 10,19-24.
12 Markus 1,27

Der Autor Urs Heinz Naegeli

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Thema: Buch Betrachtungen, Christliche Buchbetrachtungen

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Ein Kommentar

  1. […] Leider hat man bei dem Begriff Religion in unserer Zeit etwas Entscheidendes durcheinander gebracht, indem man auch das Christentum als Religion bezeichnet und dies ist es mit Bestimmtheit nicht. […]

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