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20. Blaise Pascal

Donnerstag, 22. Oktober 2009 | Autor:

Blaise Pascal – ein Nachfolger Jesu

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Blaise Pascal, der französische Mathematiker und Physiker, zählt zweifellos zu den größten Genies der Menschheit. Er wurde 1623 in Clermont-Ferrand geboren und starb, erst 39 Jahre alt, 1662 in Paris. Die Fülle seiner grundlegenden wissenschaftlichen Untersuchungen und Entdeckungen ist enorm.

Mit 17 Jahren entwickelt er den später nach ihm benannten Pascal’schen Satz, eine in der projektiven Geometrie wichtige Erkenntnis über die Kegelschnitte. Bald folgt eine Entdeckung nach der anderen. So ist er der Entdecker uns heute so bekannter Erscheinungen wie die Abnahme des Luftdrucks mit zunehmender Höhe oder das Gesetz der kommunizierenden Röhren. Grundlegende Arbeiten Pascals befassten sich auch mit der Kombinatorik und der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Selbst die Differentialrechnung und die Integralrechnung, die später der deutsche Mathematiker Gottfried Wilhelm Leibnitz (1646-1716) weiterentwickelte, gehen auf seine Überlegungen zurück.

Wikipedia David Monniaux Arts_et_Metiers_Pascaline_dsc03869

 

Bis heute wird das Andenken Pascals in den Wissenschaften in hohen Ehren gehalten. Jeder, der etwas von Wetterkunde versteht, weiß, dass der Luftdruck weltweit in Hekto-Pascal gemessen wird. Bei jedem ausführlichen Wetterbericht wird auf diese Weise an Pascals Name erinnert. Und wenn jemand ein Computer-spezialist ist, dann kennt er die nach ihm benannte Programmiersprache Pascal oder die Version Turbo-Pascal.

Weniger bekannt ist, dass Blaise Pascal gläubiger Christ war. Seine hochgradige Begabung und alle wissenschaftlichen Erfolge konnten ihn nicht ausfüllen und glücklich machen. Es gibt eine Fülle von zuverlässigen Quellen, die belegen, welche Gedanken der glänzende Naturwissenschaftler und Entdecker über den christlichen Glauben hat.

Der 23. November 1654 brachte die entscheidende Wende im Leben Pascals. Ihm wurde zutiefst bewusst, dass alle wissenschaftlichen Erkenntnisse – seien es physikalische, mathematische, astronomische oder andere – letzten Endes in ein Erschrecken der Seele über die menschliche Unzulänglichkeit und Verlorenheit führen. Und durch das Studium des Wortes Gottes kam er zum lebendigen Glauben an Jesus Christus.


In seinem umfangreichen Werk »Pensees« (= Gedanken) und in seinen anderen Schriften können wir seine Hinwendung zu Christus miterleben. So schreibt er im Blick auf die Wissenschaft:

»Die letzte Schlussfolgerung der Vernunft ist, dass sie einsieht, dass es eine Unzahl Dinge gibt, die sie nicht zu fassen vermag. Was wird man von den übernatürlichen Dingen sagen, wenn sie schon die Dinge der Natur nicht fassen kann? «

Und im Blick auf den Menschen kommt er zu der folgenden Erkenntnis:

»Je einsichtiger man ist, umso klarer sieht man Größe und Elend im Menschen. Die Philosophen verblüffen den Durchschnittsmenschen. Die Christen verblüffen den Philosophen. «

Ausführlich befasst sich Pascal mit der Erfüllung biblischer Prophetie. Kennzeichen dieser Prophetie ist, dass sie eintrifft. Was Gott durch sein Wort sagt und voraussagt, das hält er und das geschieht. Hören wir Pascal:

»Der überzeugendste Beweis Jesu Christi sind die Prophezeiungen. Deshalb hat Gott für sie gesorgt, denn die Geschehnisse, durch die sie erfüllt sind, sind beständige Wunder … Hätte ein beliebiger Einzelner ein Buch mit Weissagungen der Zeit und der Erscheinungsart Jesu Christi verfasst und wäre Jesus Christus übereinstimmend mit diesen Prophezeiungen erschienen, so wäre das von höchster Überzeugungskraft. Hier aber ist noch mehr: Vier Jahrtausende lang gab es Menschen, die einer auf den anderen folgten, um dasselbe Ereignis kundzutun. Da ist ein ganzes Volk, das ihn verkündet und das vier Jahrtausende besteht, um von den Verheißungen, die ihm zuteil wurden, wie ein Mann Zeugnis abzulegen, und zwar ungeachtet aller Drohungen und Verfolgungen. Das ist unvergleichlich viel bedeutsamer.

Aus diesem Grund lehne ich alle anderen Religionen ab … So erhebe ich meine Arme zu meinem Erlöser, der, nachdem er vier Jahrtausende geweissagt war, gekommen ist, um für mich auf Erden zu leiden und zu sterben, zur Stunde und in der Weise, wie es im Voraus verkündet war.
Und durch seine Gnade erwarte ich den Tod in Frieden und in der Hoffnung, auf ewig mit ihm vereint zu sein. Und bis dahin lebe ich froh und zufrieden mit dem, was ihm gefiel, mir zu geben. Und ich bin auch zufrieden mit den Leiden, die er mir zu meinem Heil gesandt und die zu erdulden mich sein Beispiel gelehrt hat. – Auf Jesus Christus schauen beide Testamente, das Alte Testament in der Erwartung, das Neue Testament auf ihn als Urbild, und beide auf ihn als Mittelpunkt. «

Und in dem Folgenden kurzem Gedicht bringt er seine feste Glaubenszuversicht so gut und prägnant zum Ausdruck:

Ich weiß, dass du mein Vater bist,
in dessen Arm ich wohl geborgen.
Ich will nicht fragen, wie du führst,
ich will dir folgen ohne Sorgen.
Und gäbest du in meine Hand
mein Schicksal, dass ich selbst es wende,
ich legt‘ mit kindlichem Vertrauen
es doch zurück in deine Hände.

Diese Worte eines der größten Naturwissenschaftler der Menschheit sind beeindruckend. Doch nicht die Höhe des Intelligenzquotienten entscheidet über Himmel oder Hölle. Ob Nobelpreisträger oder Durchschnittsbürger – die Bibel sagt ohne Ansehen der Person jedem, worauf es ankommt. Christus selbst ruft dir zu: »Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben« (Matthäus 11:28). »Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm« (Johannes 3:36).

Der Zeit-Irrtum

Von Blaise Pascal stammt der Satz: »Wir irren in Zeiten, die uns nicht gehören, und die einzige, die uns gehört, nehmen wir nicht wahr. «
Mag sein, dass diese Aussage auf den ersten Blick schwer verständlich erscheint. Sie ist es aber nicht. Was meint er damit? Etwas ganz Entscheidendes: Er lenkt unseren Blick auf das Heute! Heute – das ist der Scheitel der Zeit. Da wird die uns zugemessene Zeitstrecke unterteilt. Denn was gestern war, ist Vergangenheit. Was morgen sein wird, ist Zukunft.
Heute, das ist die kurze Zeitspanne, die jetzt gleichsam auf der Waage liegt. Die Zeit, in der ich jetzt atme, lebe, lese, nachdenke. Dieses Heute kann ich nicht festhalten. Es hat keine Dauer. Es kehrt niemals in derselben Weise unter denselben Umständen wieder.

Was jetzt »Heute« heißt, wird im nächsten Augenblick vom Strom der Zeit weggespült. Es lässt sich nicht wieder zurückholen. Das Vergangene ist meinem Zugriff entzogen.

Wer das Heute versäumt, versäumt das Leben. Denn leben heißt, das Heute nutzen und gestalten. Wann fallen die Entscheidungen unseres Lebens?

Im Heute. Und doch: »Wir irren in Zeiten, die uns nicht gehören.« Zum Beispiel denkt das Kind: »Ach, hätte ich doch erst einen Schulranzen und könnte wie mein Freund zur Schule gehen!

« Und dann geht es weiter nach der Melodie des »hätte, wäre, könnte …«
…?wäre die Schulzeit doch endlich vorbei
…?hätte ich doch eine Ausbildungsstelle oder einen Studienplatz
…?hätte ich die Prüfungen doch schon hinter mir
…?könnte ich doch einen guten Job finden
…?hätte ich doch einen lieben Ehepartner, der zu mir passt
…?hätten wir unser Haus endlich abbezahlt
…?wären unsere Kinder doch schon groß
…?würde uns doch die Gesundheit nicht so viel Sorgen machen.

Und dann ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem man der Vergangenheit nachtrauert, nach der Melodie: »Man müsste noch mal zwanzig sein.

« Achte einmal darauf: Die Jungen sprechen mit Vorliebe von der Zukunft, und die Alten reden von der Vergangenheit.

Ob Jung oder Alt, alle »irren in Zeiten, die ihnen nicht gehören«. Die vergangene Zeit ist erstarrt zu kalter, unbeweglicher Lava, und die Zukunft ist oft nur eine Fata Morgana: »… und die einzige, die uns gehört, nehmen wir nicht wahr. «

Welche Zeit gehört mir denn wirklich? Das Heute, die Gegenwart! Es ist das Stückchen Zeit, das ich jetzt zur Verfügung habe. In wenigen Sekunden schon ist es Vergangenheit. Jetzt begegnet uns Gott in seiner Gnade, seinem Reden, seiner Nähe. Als Jesus Christus in diese Welt kam, hat Gott die Menschen in das Heute seines Heils und seiner Gnade gerückt: »Denn euch ist heute in der Stadt Davids ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr« (Lukas 2:11).

Dasselbe geschieht jedes Mal, wenn durch die Verkündigung – ob durch das gesprochene Wort oder durch eine Schrift wie diese – Jesus, der auferstandene und lebendige Herr, einem Menschen in den Weg tritt. So wie damals bei dem Zöllner-Oberst Zachäus in Jericho: »Denn heute muss ich in deinem Haus bleiben« (Lukas 19:5). In deinem Haus, in deinem Herzen! Die Speerspitze der Entscheidung ist auf dich gerichtet!

Heute gilt es, Ohren und Herz aufzutun. Heute ruft dich Gott. »Jetzt gebietet er den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen« (Apostelgeschichte 17:30). Jetzt ist die Stunde, die Gott setzt. Es ist nicht die Stunde, die mir gerade passt. Die Stunde, die für mich »erfüllte Zeit« ist, ist Zeit, die Gott mit Gnade füllt. Wer heute nicht hören will, nicht Gott die Herrschaft über sein Leben einräumt, will es im Grunde nicht. Und doch weiß keiner, was morgen ist. Einmal läuft die gelegene Zeit ab; denn »nur ein Schritt ist zwischen mir und dem Tod« (1. Samuel 20:3). –

Darum: Nimm die einzige Zeit, die dir gehört, wahr: das Heute!

Friedhelm König
aus: Anders als gedacht
(CSV Hückeswagen)

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Thema: Christliche Seite

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