Home

Beiträge vom » Mai, 2026 «

851. Die Wahrheit wird euch frei machen

Dienstag, 26. Mai 2026 | Autor:

Wahrheit-Lüge_by_Gerd-Altmann_pixelio.de_.jpg

 

Liebe Besucher,

ich stelle mir in den letzten Jahren oft die Frage:

„Wurde die Wahrheit schon immer so mit Füssen getreten wie in den letzten Jahren?“

Ich glaube, dass die Anzahl der Lügen nicht entscheidend ist, sondern, dass man die Wahrheit seit Beginn der Schöpfung gegen die Lügen des Verführers (Satan) eingetauscht hat. Schon Paulus hat dies vor 2000 Jahren deutlich gesagt.

Röm 1,25 Sie haben Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen.

 

 

Bedanken will ich mich bei Peter Ischka für die Genehmigung zur Veröffentlichung hier in meinem Blog.

Ich möchte sie einladen, diesen Bericht von Peter Ischka zu lesen und wünsche ihnen gute Erkenntnis.

 

Frei – wovon?
Ist die Zigarette abgebrannt,
nach dem Schluck zu viel merkt man:
Die ersehnte Freiheit war doch nicht drin.

 

 

Frei – wovon? Der Wunsch nach Freiheit ist tief verwurzelt und gehört zur Mitte des Menschseins. Die Werbeindustrie hat das gründlich analysiert und weiß diesen Wunsch bestens zu instrumentalisieren mit der großen Freiheit des Marlboro Man, der durch die Weite des Monument Valley reitet, oder der kleinen Freiheit, die durch das Alter-Bier aus Hamburg ausgelöst wird (je nachdem, wie viel man davon konsumiert).
Aber wenn die Zigarette abgebrannt ist und nach dem Schluck zu viel vom Bier merkt man: Die ersehnte Freiheit war doch nicht drin.
Wer nach mehr Freiheit strebt, muss vielleicht alte Gewohnheiten aufgeben, die Erwartungen anderer und starre Denkmuster loslassen und neue Perspektiven erlauben. Da ist der Weg zur ersehnten Freiheit gespickt mit Stolpersteinen! Sieht man genauer hin, sind da nämlich die inneren Zwänge, man entdeckt eigentümliche Verhaltensmuster und blickt sogar versteckten Ängsten ins Auge. Das alles hinter sich lassen? Ja, schön wär’s … Aber woher nehmen – eine Freiheit, die nicht nur ein Wochenende lang hält!
In der Psychologie wird Freiheit oft verstanden als die Fähigkeit, eigenständige Entscheidungen zu treffen und handeln zu können ohne äußere oder innere Zwänge.

 

Der Titel ist ein Zitat von dem, der sagt, er sei die Wahrheit in Person. Dieser Anspruch ist einzigartig. Das ist nicht einer, der zu dem Thema auch noch etwas zu sagen hat; nein, er kann Wahrheit definitiv implementieren – einpflanzen.
„Wenn ihr mit mir verschmelzt, werdet ihr mich, die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“1 Wir merken schon: Hier geht es nicht um „wahr“ im Sinne von „richtig statt falsch“.
Jesus Christus hat sich seinen Freunden so vorgestellt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“2 In einer pluralistischen und überdiversifizierten Gesellschaft kann diese Exklusivität durchaus Reaktionen auslösen; doch am Sachverhalt ändert das rein gar nichts.
Auch bei den ersten Adressaten hat diese Aussage, „Die Wahrheit wird euch frei machen“, Widerstand ausgelöst: „Hallo, was heißt denn, wir sollen frei werden? Wir sind doch von niemandem abhängig!“3 Der Lackmustest ist schnell erbracht: Wer Sünde tut, ist ihr Sklave, voll abhängig, ein totaler Sündenjunkie.

 

Die automatische Unfreiheit

Sünde wird meist als moralischer Begriff überstrapaziert und noch dazu versehen mit einer Richter-Skala von eins bis hundert – doch da ist es nicht bedeutend, ob jemand „nur“ über eine andere Person lästert oder ob er sie umbringt.4
Das Problem: Bei Sünde handelt es sich um eine generelle Lebenszielverfehlung; und die zieht automatisch Unfreiheit nach sich und diese gibt es in allen Facetten. Absolut kein Mensch ist davon ausgenommen; der Grund ist der totale Mangel an Gottesbeziehung. Das ist der Sachverhalt – und keine Ideologie und keine Mehrheitsverhältnisse ändern daran etwas: „Alle sind in der Sünden-Unfreiheit gefangen; begnadigt und gerechtfertigt wird man ausschließlich durch die Erlösung in Christus Jesus“,5 der personifizierten Wahrheit.
Er ist der Weg aus dem Dilemma heraus hinein in die Wahrheit, die allein zum Leben in Freiheit führt. Niemand kommt mit Gott in persönliche Beziehung als nur durch ihn, ganz einfach, weil er diese Beziehung hat. Es ist ein Geschenk ohne Gegenleistung, das man nur hat, wenn man es annimmt! Ein Psychologe nennt das wahrscheinlich „die Freiheit, eine Entscheidung zu treffen“. Das Gegenteil wäre, es aus Stolz abzulehnen und in Unwissenheit sich weiterhin kritisch über den christlichen Glauben zu äußern. Gelegentlich wird dann die widersinnige Frage gestellt: „Warum lässt Gott das zu?“ (Katastrophen und dergleichen), wo man doch meint, es gäbe ihn nicht. Tatsächlich will Gott aber, dass alle Menschen gerettet werden und die Wahrheit erkennen6 – diese Wahrheit, die frei macht.

Produziert Schuldgefühle

Jeder moralische Anspruch, wie sensibilisiert ein Gewissen auch sein mag, führt immer zu Schuldgefühlen und hinterlässt Unfreiheit. Alle möglichen Gesetze liefern uns einen Maßstab und der zeigt uns nur umso deutlicher, wie ohnmächtig wir sind gegenüber dieser Abhängigkeit. Das geht zurück auf Mose, durch ihn wurde das Gesetz gegeben; doch die Gnade und die Wahrheit sind durch Jesus Christus geworden.7
Seit der Geist der Wahrheit gekommen ist, und das ist nun rund 2000 Jahre her, seitdem entfaltet er die ganze Wahrheit8 für jene, die ihn nicht – bewusst oder unbewusst – daran hindern. Die säkulare und oft auch die religiöse Welt kann sich nicht auf seine Frequenz einstellen und ihn daher auch nicht empfangen. Wer ihn aber empfängt, bemerkt das sehr wohl – und bleibt dann natürlich auf Sendung.9

Es ist schon interessant: Dieser Geist der Wahrheit wird auch als „Tröster“ bezeichnet. Aber das ist nicht zu vergleichen mit einem, der auf die Schulter klopft: „Du armes Würstchen, ist doch alles nicht so schlimm, halt einfach nur durch …“ Der Trost, von dem hier die Rede ist, kommt mit der Wahrheit10 und fegt Lüge hinweg.

Eckpunkte, die zeigen, dass wir mit der Wahrheit verbunden sind:

  • Unser Herz ist zur Ruhe gekommen.
    • Das Herz klagt uns nicht mehr an.
    • Wir haben freien Zugang zu Gott.
    • Was immer wir bitten, empfangen wir von ihm.
    • Wir leben in Übereinstimmung mit seinen Absichten.11

Was Gott von uns erwartet?

Das ist recht einfach: dass wir an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben (ihm vertrauen) und dass wir einander lieben.12 Das ist alles! Wer so handelt, bleibt in Christus und Christus in ihm;13 und er bekommt die Bestätigung durch den Geist der Wahrheit, den er uns dauerhaft gegeben hat.

„Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Lasst euch nicht verrückt machen und wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“14 In Freiheit zu leben – für einen begnadigten lebenslänglich Gefangenen ist das nicht leicht. So geht es uns mit dem Hang zu Schuld­gefühlen: Es ist nicht einfach, die umfassende Vergebung anzunehmen; leicht lassen wir uns ein religiöses Joch aufladen. Da hat jede Denomination ihre Spezialitäten und Ansprüche: Was man da nicht alles tun muss, um akzeptabel zu sein! Aber es gibt nichts, was wir tun könnten, um uns für Gott akzeptabel zu machen.

Auf die Frage „Frei – wovon?“ kommt hier die Antwort: „Denn das Gesetz des Geistes der Freiheit in Christus Jesus hat uns frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“15 Wenn es Ihnen möglich ist, treten Sie einen Schritt zurück und betrachten Sie Ihr religiöses Verhalten mit etwas Distanz; finden Sie heraus, wo überall so ein Joch versteckt sein könnte: Was haben Sie alles zu erfüllen, um im System Ihrer Denomination annehmbar zu sein? Vermutlich gibt es keine christliche Gruppe, die nicht die Freiheit einschränkt, zu der Christus uns frei gemacht hat.

 

Mit dem Alten kommt niemand ins Neue

Eine Vermischung mit alttestamentlicher Technologie, angefangen beim Priester-Konzept der Suche nach einem Mittler zwischen Menschen und Gott – das hat sich erübrigt, seit Christus sich im Himmel auf seinen Thron gesetzt16 und den direkten Zugang zu Gott eröffnet hat. Spätestens seitdem sind die „Bitt für uns“-Gebete überflüssig.
Jesus erklärt es ganz unmissverständlich: „Ihr selbst werdet in meinem Namen direkt bitten, und ich sage: Nicht einmal ich werde den Vater für euch bitten; denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich geliebt und geglaubt habt, dass ich vom Vater ausgegangen bin.“17 Um das zu verstehen, muss man kein Theologe sein, denn schon das Mustergebet von Jesus macht es ganz deutlich: „Unser Vater …“ Bitten wir jemand anderes, kann das ganz schön in die Hose gehen.
Das ist nur ein Beispiel von den vielen Traditionen, die mit der Freiheit inkompatibel sind. Ein einfacher Test klärt das: Mache ich eine fromme Übung, um dafür von Gott etwas zu bekommen? Das wäre das K.-o.-Kriterium. Ist jemand frei, dann macht er etwas, weil er von Gott Unermessliches bekommen hat.

Niemand muss unfrei bleiben

Spätestens als Christus sich auf den Thron setzte, nachdem er auferstanden war, ist der Neue Bund in Kraft getreten – sprich, damit hat der Alte sich erübrigt; was aber veraltet ist und sich überlebt hat, verliert seine Relevanz.18 Paulus war ein 150-%‑iger seines Faches, er hat den Alten Bund gekannt und ausgeübt wie kaum ein anderer; aber was auch immer ihm vom Alten Bund einst Gewinn gewesen war, das achtete er um Christi willen für Verlust, ja wirklich, er hielt das alles für Dreck, nur um Christus zu gewinnen und in ihm gefunden zu werden. Wie machte er das? Indem er nicht mehr seine eigene Gerechtigkeit hochhielt, die aus dem Gesetz war, sondern die durch den Glauben Christi, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens.19
Paulus hat wie kein anderer begriffen, was der Unterschied ist zwischen dem, dass man unter dem Joch des Gesetzes der Sünde ist, und dem, im Gesetz der Freiheit zu leben. Wer nämlich in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschnuppert hat und dabei geblieben ist, indem er nicht nur zuhört, abnickt und vergisst, sondern das Gehörte umsetzt, der wird in all seinem Tun glückselig sein.20

Die Freiheit, die diese Bezeichnung verdient

Ja, die Sehnsucht nach Freiheit ist ein tiefes menschliches Bedürfnis. Die Wahrheit wird euch frei machen. Christus ist die Wahrheit in Person, der Geist der Wahrheit wird uns in die ganze Wahrheit, nicht in die halbe, leiten. Er will … Wollen wir das auch? Diese Entscheidung ist für viele der erste Schritt in die Freiheit, die wahrhaftig diese Bezeichnung verdient.

1 Johannes 8,31–32.
2 Johannes 14,6.
3 Johannes 8,33.
4 Matthäus 5,21–22.
5 Römer 3,22–24.
6 1. Timotheus 2,4.
7 Johannes 1,17.
8 Johannes 16,13.
9 Johannes 14,17.
10 Johannes 15,26.
11 1. Johannes 3,19–24.
12 Johannes 13,35;
1. Johannes 4,7–8.
13 1. Johannes 4,16.
14 Galater 5,1.
15 Römer 8,2.
16 1. Timotheus 2,5.
17 Johannes 16,23–24.27.
18 Hebräer 8,13.
19 Philipper 3,5–9.
20 Jakobus 1,25.

 

Thema: Denke einmal nach! | Beitrag kommentieren

850. Klimalügen – Teil 10

Freitag, 15. Mai 2026 | Autor:

Liebe Besucher,

sicher kennen viele von ihnen, das Sprichwort: „Lügen haben kurz Beine“. Das zeigt sich nun beim Thema Klimawandel auf breiter Front. Und was machen uns Medien? Sie schweigen diese Lügen einfach, die sie jahrelang mit allen möglichen Mitteln den Menschen eingetrichtert haben. Auch dies wird sich in naher Zukunft lösen, weil die Wahrheit siegen wird.

Es hat mich gefreut als ich dieser Tage von einem Bekannten den folgenden Bericht erhielt, der es klar und deutlich ans Licht bringt, wie man uns jahrelang belogen hat. Aber, wir werden lange darauf warten müssen, dass sich diese Leute für ihre Lügen entschuldigen bzw. um es biblisch auszudrücken, Busse tun.

 

Hier der angekündigte Bericht

 

UN-Klimagremium gibt stillschweigend zu, dass seine Weltuntergangsszenarien „unplausibel“ waren

 

Gerne gebe ich ihnen noch einige Informationen mehr zu diesem Thema

UK-Klimachefs: Netto-Null-Plan beruht auf unzureichenden Daten

Experten warnen vor Desinformation Im Rahmen der Klimakonferenz – TKP auch

Schlechte Temperatur- und Klimadaten führen zu falschen Schlüssen und Prognosen

ORF leugnet IPCC Daten über Temperatur seit letzter Eiszeit

Meereis in der Arktis: UNO-IPCC Modelle versus Wirklichkeit

Starke und heftige Tornados sind seit 1950 weniger geworden

Finnland-Temperaturen in letzten 8000 Jahren: bis zu 2,5 Grad wärmer als heute

Extremregenfälle doppelt so wahrscheinlich? Nur wenn man Geschichte leugnet!

Klimawandel-Desinformation von IPCC und Medien – Video

 

 

Ich könnte ihnen hier noch viele Beweise aufführen die diese Lügen offenbaren, aber ich denke für heute reicht das Angebot um sich eine eigene Meinung zu bilden.

Bleiben sie wachsam, denken sie selbst und lassen sie nicht andere für sie denken, denn dies führt sie in die Irre.

 

 

 

Thema: Klima - Umwelt - Schöpfung | Beitrag kommentieren

849. Leben in der Endzeit

Dienstag, 12. Mai 2026 | Autor:

Gemälde Michael Willfort

 

Liebe Besucher,

über das Thema Endzeit wird in den letzten Jahren immer mehr gesprochen, und ich glaube aus gutem Grund. Denn sieht man die Zeichen der Zeit im Licht der Bibel, dann könnte es sein, dass wir nahe am Endpunkt dieser Periode angekommen sind. Wir sollen nicht spekulieren wie es manche Zeitgenossen tun, sondern als Christen haben wir Gottes Wort das uns Antworten gibt.

 

Deshalb hat mich der Bericht von Brd. Thomas Inhoff vom Missionswerk Karlsruhe angesprochen und darum habe ich mich entschieden diesen Bericht auch hier in meinen Blog zu veröffentlichen.

Für die Genehmigung zur Veröffentlichung möchte ich mich sehr herzlich bei Pastor Thomas Inhoff bedanken. Wünsche ihnen lieben Lesern viel Erkenntnis.

 

Gemälde von Michael Willfort

 

Das Wort „Apokalypse“ wird in Filmen und Bücher oft für dramatische Katastrophen oder einen möglichen Weltuntergang verwendet. Doch wer die Bibel liest, entdeckt ein überraschend anderes Bild. Das Wort „Apokalypse“ bedeutet im Griechischen gar nicht Weltuntergang, sondern „Enthüllung“, „Offenlegung“ oder „Offenbarung“. Und mit diesem Wort beginnt auch das letzte Buch der Bibel: „Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss.“ Schon dieser erste Satz verändert die Blickrichtung. Die Offenbarung beschreibt nicht zuerst Katastrophen. Sie deckt auf, was bisher verborgen war und vor allem, wer am Ende wirklich regiert. Damit wird schon am Anfang klar: Die Offenbarung ist kein Buch, das Angst verbreiten soll. Sie ist vielmehr eine Einladung, die Geschichte aus Gottes Perspektive zu sehen.

 

Leben wir überhaupt in der Endzeit?

Eine der häufigsten Fragen lautet: Wann beginnt die Endzeit eigentlich? Viele Menschen gehen davon aus, dass sie irgendwann in der Zukunft einsetzen wird. Doch im Hebräerbrief klingt das anders. Er beginnt mit einer Überschrift, die über dem gesamten Neuen Testament stehen könnte: „Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn“ (Hebräer 1,1–2, eigene Hervorhebung).
Für die ersten Christen war also klar: Mit Jesus hat die Endzeit bereits begonnen. Deshalb beschäftigen sich weder Paulus noch Johannes, der Autor der Offenbarung, intensiv mit der Frage nach einem konkreten Zeitpunkt der Wiederkunft. Für sie ist der entscheidende Punkt längst klar: Christus ist gekommen, und die Geschichte bewegt sich seitdem auf ihre Vollendung zu. Die eigentliche Frage der Endzeit lautet deshalb nicht: Wann beginnt sie? Die entscheidende Frage lautet: Wie leben wir in dieser Zeit?

 

»Jesus Christus – der treue Zeuge, der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde«

(nach Offenbarung 1,5)

 

Die erste Überraschung

Viele meinen, die Offenbarung sei voller Katastrophen. Doch wer sie aufmerksam liest, merkt schnell: Sie beginnt ganz anders, nämlich mit einer Person – mit Jesus Christus. Johannes beschreibt ihn mit drei kraftvollen Titeln: „der treue Zeuge“, „der Erstgeborene der Toten“ und „der Herrscher über die Könige der Erde“ (Offenbarung 1,5). Schon diese drei Aussagen enthalten die ganze Grundlinie des Buches. Jesus ist der treue Zeuge, weil er Gottes Wahrheit bis zum Kreuz bezeugt hat. Er ist der Erstgeborene der Toten, weil seine Auferstehung den Beginn einer neuen Schöpfung markiert. Und er ist der Herrscher über die Könige der Erde, weil seine Herrschaft größer ist als jede politische Macht. Damit sagt Johannes etwas, das für seine Zeit höchst brisant ist. Die Christen leben mitten im Römischen Reich. Der Kaiser beansprucht göttliche Verehrung. Das Imperium präsentiert sich als Garant von Ordnung, Frieden und Macht. Loyalität gegenüber dem Kaiser gilt als Pflicht. Christen bekennen jedoch etwas anderes. Sie sagen: Jesus ist der Herr.

 

»Die Offenbarung ist kein Buch, das Angst verbreiten soll.«

 

Diese Aussage stellt die gesamte Ideologie des Imperiums infrage. Johannes selbst erlebt die Konsequenzen. Er befindet sich auf der Insel Patmos in der Verbannung. Seine Botschaft gilt als gefährlich. Deshalb verwendet er in seinem Buch eine Bildsprache voller Symbole. Rom erscheint unter dem Namen „Babylon“. Die politischen Machtstrukturen werden als Tiere dargestellt. Und die Ideologie des Imperiums – Expansion, Eroberung, Macht und Ausbeutung – wird in prophetischen Bildern entlarvt.

Doch hinter all diesen Bildern steht eine klare Botschaft: Nicht der Kaiser regiert die Welt. Sondern Christus.

 

Pantokrator – Herr über alles

In der frühen Kirche wurde Jesus häufig mit einem griechischen Titel beschrieben: Pantokrator. Während Kyrios den Herrn bezeichnet, dem wir persönlich gehören, beschreibt Pantokrator den Gott, dessen Macht den ganzen Kosmos umfasst. Dieses Wort bedeutet „der alles Beherrschende“, „der Herr über alles“. In vielen alten Kirchen findet man bis heute Mosaike mit dieser Darstellung: Christus als Pantokrator, der König der ganzen Welt. Für die ersten Christen war dieser Titel keine poetische Übertreibung, sondern eine Glaubensüberzeugung. Wenn Johannes Jesus als den „Herrscher über die Könige der Erde“ beschreibt, betont er genau das: Christus ist der wahre Pantokrator. Nicht Rom herrscht über die Welt – Gott herrscht.

Die wahre Autorität liegt bei Christus. Auch das zeigt, dass die Offenbarung kein Buch der Angst, sondern der Entlarvung ist. Die scheinbar unerschütterlichen Mächte der Welt werden erschüttert werden und nicht das letzte Wort haben.

Eine geöffnete Tür im Himmel

Ein entscheidender Moment der Offenbarung begegnet uns im vierten Kapitel. Johannes beschreibt, wie sich ihm eine Tür im Himmel öffnet: „Danach sah ich, und siehe, eine Tür war geöffnet im Himmel“ (Offenbarung 4,1). Mit diesem Bild verändert sich die Perspektive. Johannes sieht die Welt nicht mehr nur von unten – aus der Sicht bedrängter Gemeinden. Er bekommt einen Blick von oben. Und was sieht er zuerst?

Kein Chaos. Keine Katastrophen. Keine Kriege. Er sieht einen Thron. Dieser Thron steht im Zentrum der Vision. Alles im Himmel ordnet sich um ihn herum. Engel und himmlische Wesen beten Gott an und rufen: „Du bist würdig, unser Herr und Gott, Herrlichkeit und Ehre und Macht zu empfangen; denn du hast alle Dinge geschaffen“ (Offenbarung 4,11). Für die bedrängten Christen im Römischen Reich war diese Szene von enormer Bedeutung. Auf der Erde sah es so aus, als würden Gewalt, Machtpolitik und Verfolgung die Geschichte bestimmen. Doch Johannes zeigt: Hinter der sichtbaren Welt gibt es eine andere Realität. Die Welt ist nicht dem Chaos ausgeliefert. Gott sitzt auf dem Thron.

 

Johannes weint

Im fünften Kapitel der Offenbarung sieht Johannes eine Buchrolle in Gottes Hand. Sie steht für Gottes Plan mit der Geschichte. Doch niemand scheint würdig zu sein, sie zu öffnen. Johannes beginnt zu weinen. Scheinbar muss die Zukunft verschlossen bleiben. Dann geschieht etwas Unerwartetes. Johannes sieht ein Lamm – ein Lamm „wie geschlachtet“ (Offenbarung 5,6). Dieses Lamm steht für Christus. Weil er sein Leben hingegeben hat, ist er würdig, die Buchrolle zu öffnen. Das Bild ist tief bewegend. Die Zukunft der Welt wird nicht durch Gewalt geöffnet, sondern durch das Opfer Christi. Darum singt der Himmel: „Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurde“ (Offenbarung 5,12). Die Offenbarung zeigt damit etwas Grundlegendes: Das Kreuz ist der Schlüssel zur Geschichte.

Die Zeichen der Zeit

Trotz politischer Umbrüche spricht Jesus selbst mit erstaunlicher Nüchternheit über das Geschehen. In seiner Endzeitrede sagt er: „Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei. Seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte und Erdbeben da und dort sein. Das alles aber ist der Anfang der Wehen“ (Matthäus 24,6–8; vgl. Markus 13,7–8; Lukas 21,9–11). Wehen gehören zu einer Geburt. Sie sind schmerzhaft, aber sie sind kein Zeichen für den Tod, sondern für neues Leben. Die Krisen der Welt sind daher nicht einfach Vorboten eines Weltuntergangs. Sie sind Hinweise auf Gottes Handeln: Etwas Neues wird geboren. Gott bringt Erneuerung hervor.

 

Verführung als eigentliches Thema

Interessanterweise beginnt Jesus seine Endzeitrede mit einer Warnung: „Seht zu, dass euch niemand verführe!“ (Matthäus 24,4). Für Jesus ist Verführung das eigentliche geistliche Risiko der Endzeit. Johannes richtet im Buch der Offenbarung den Blick zunächst auf die Gemeinden. Verschiedene Gefahren werden angesprochen: verlorene Liebe, geistliche Müdigkeit, falsche Lehren oder Selbstzufriedenheit. Die größte Gefahr besteht gar nicht draußen in der Welt, sondern im Inneren.

 

Das Malzeichen und das Siegel

Ein weiteres Thema der Offenbarung hat im Lauf der Geschichte viele Ängste ausgelöst: das Malzeichen des Tieres. Die Offenbarung selbst setzt einen anderen Schwerpunkt. Bevor von diesem Kennzeichen die Rede ist, geht es um das Siegel Gottes. In einer Vision sieht Johannes, wie Gottes Diener versiegelt werden, bevor Gericht über die Erde kommt: „Tut der Erde und dem Meer und den Bäumen keinen Schaden, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben“ (Offenbarung 7,3). Dieses Siegel zeigt: Diese Menschen gehören zu Gott. Sie stehen unter seinem Schutz und seiner Herrschaft. In den neutestamentlichen Briefen erfahren wir, dass dieses Siegel der Heilige Geist selbst ist, den Gott den Glaubenden gegeben hat (vgl. Epheser 1,13; 4,30; 2. Korinther 1,21-22).

Erst nach dem Siegel erwähnt die Offenbarung das Malzeichen des Tieres. Dieses Kennzeichen steht im Gegensatz zu Gottes Siegel. Es beschreibt eine falsche Loyalität – die Entscheidung, einer Macht zu folgen, die Gottes Platz einnehmen will. Die Frage lautet: Wem gehört mein Herz? Gehöre ich zu Gott – oder lasse ich mein Leben von einer anderen Macht bestimmen?

»Die Endzeit ist nicht das Ende der Hoffnung – sie ist der Anfang der Vollendung.«

 

Anfang der neuen Welt

Am Ende der Offenbarung lesen wir eine Vision, die alle vorherigen Bilder überstrahlt. Johannes sieht einen neuen Himmel und eine neue Erde. Leid, Schmerz und Tod sind verschwunden. Gott wohnt bei den Menschen. Die Bibel endet nicht mit Zerstörung, sondern mit Erneuerung. Die Welt wird nicht einfach beendet. Sie wird verwandelt. Darum endet die Bibel mit einem Satz, der wie ein Ruf durch die Geschichte klingt: „Komm, Herr Jesus!“ Dieser Ruf ist kein Ausdruck von Angst, sondern von Hoffnung. Denn der, der kommt, ist derselbe, der sein Leben für die Welt gegeben hat. Die Endzeit ist nicht das Ende der Hoffnung – sie ist der Anfang der Vollendung. Unser Leben in dieser Zeit ist deshalb geprägt von der Vorfreude auf seine Wiederkunft. Für viele wird sie so überraschend kommen wie ein Dieb in der Nacht. Doch für die, die zu Christus gehören, gilt eine andere Perspektive. Paulus schreibt: „Doch ihr, liebe Brüder und Schwestern, lebt ja nicht in der Finsternis. Also kann euch der Tag, an dem der Herr kommt, auch nicht wie ein Dieb in der Nacht überraschen. Ihr alle lebt im Licht; ihr gehört zum hellen Tag und nicht zur Nacht mit ihrer Finsternis“ (1. Thessalonicher 5,4–5). Genau auf diese Weise wollen wir unser Leben gestalten: im Licht.

 

 

 

 

Thomas Inhoff

Pastor im Missionswerk Karlsruhe

 

Thema: Endzeit | Beitrag kommentieren

Gott ist gut
Datenschutzübersicht

Wir verwenden Cookies, die es uns ermöglichen, die Benutzung der Webseite zu analysieren. So können wir die Seite weiter verbessern. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmst Du der Nutzung von Cookies zu. In unserer Datenschutzerklärung findest Du mehr Informationen und kannst die Cookies deaktivieren.
(Datenschutzerklärung)