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24. Wiedervereinigung Deutschlands – wer dankt Gott?

Dienstag, 10. November 2009 | Autor:

 

Nun danket alle Gott

Erinnerungen

In diesen Tagen erinnern wir uns an die Ereignisse im Herbst 1989. Sie liegen erst 20 Jahre zurück, und doch scheint es, als hätten viele Bürger unseres Landes schon alles vergessen. Es waren nicht die NATO-Bomber, nicht die amerikanischen Cruise-Missiles Marschflugkörper und auch nicht die Leopard-Panzer der Bundeswehr, die das kommunistische Regime der ehemaligen DDR zum Einsturz brachten, sondern Menschen, die trotz 40-jähriger antichristlicher Diktatur ihren Glauben an den lebendigen Gott im Himmel nicht aufgegeben haben. Im Vertrauen auf IHN, den Allmächtigen, versammelten sie sich über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig jeden Montag zu „Friedensgebeten“ in der Nikolaikirche in Leipzig. Eines Tages fasste diese Gruppe den Entschluss, die Kirche zu verlassen, um betend durch die Stadt zu marschieren. Dabei war diesen Helden bewusst, dass sie mit ihrem Vorhaben ihr Leben riskierten.

Das damalige DDR-Regime würde solche eine Aktion nicht ohne weiteres hinnehmen. Das Ende der Studentenprotest in Chinas Hauptstadt Peking, auf dem „Platz des himmlischen Friedens“, bei dem unzählige Studenten einige Monate zuvor von Panzern der Armee niedergewalzt wurden, blieb auch den Menschen in Leipzig nicht verborgen. Wie würden die allgegenwärtige Stasi und die SED reagieren? Offene Fragen, die niemand im Voraus beantworten konnte.

Gebetsbewegung wird zur Lawine

Inzwischen ist es Geschichte geworden. Von Woche zu Woche wurde die Schar der Beter und Marschierer größer. Allmählich organisierten sich auch in anderen Städten Bürger in den Kirchen und zu anschließenden Märschen durch die Städte. Unter starker Beachtung der internationalen Medien wuchs die zuerst kleine Gebetsbewegung zu einer mächtigen Lawine an, die schlussendlich das ganze morsche, sozialistische, atheistische System des Kommunismus zum Einsturz brachte.
Was bis dahin niemand in seinen kühnsten Träumen zu hoffen wagte, wurde Wirklichkeit. Nicht nur 17 Millionen Deutsche wurden vom Joch des Kommunismus befreit, nein, in den folgenden Monaten stürzten auch alle anderen Tyrannen Osteuropas von ihren Thronen. Nach über 70 Jahren Kommunismus entlarvte sich das sozialistische Paradies als grausame Folterkammer, in dem Millionen Menschen unter schrecklichen Qualen ihr Leben verloren.

Gott bestimmt die Politik

In jenen Wochen des Herbst 1989 hielt die Welt den Atem an. Deutlich war zu erkennen, dass hier ein anderer die Politik bestimmt. Es war der damals regierende amerikanische Präsident Bush, der in einem Zeitungsinterview zum Ausdruck brachte, dass die ganzen Veränderungen in Deutschland und Europa die Resultate der Gebete von Gläubigen waren. Er gab damit offen zu, dass nicht die großen Politiker mit ihren Künsten diese unblutige Revolution einleiteten, sondern dass der allmächtige Gott Himmels und der Erde den Menschen zeigte, wer eigentlich das Sagen hat!

Die Mauer muss weg

Durch die Ereignisse vor 20 Jahren in der ehemaligen DDR machte Gott deutlich, dass ER durch Seine Kinder die Politik eines Landes in Seinem Sinne gestalten will.
Damit räumte Gott selbst mit der unter vielen Bekennern Jesu weit verbreiteten, aber total unbiblischen Meinung auf, dass Christen nichts mit der Politik zu tun haben sollten.

Dürfen Christen neutral bleiben?

Was wäre geschehen, wenn damals die Christen in Leipzig sich nicht von Gott hätten gebrauchen lassen, wenn sie weiterhin schön „neutral“ geblieben wären? Wo stünde Deutschland heute, wenn sich die Christen in Leipzig und anderen ostdeutschen Städten geweigert hätten, sich mit ihren öffentlichen Auftritten n die Politik ihres Staates einzumischen?

Hätten wir das Geschenk der Widervereinigung ohne Blutvergießen jemals bekommen?

Für Kenner der Bibel ist interessant festzuhalten, dass es genau nach sieben Montagsmärschen in Leipzig war, nach dem die Mauer in Berlin sich öffnete und das SED- Regime abdanken musste. Hier zeigen sich Parallelen zu dem Marsch des Volkes Israel um die Stadt Jericho, deren Mauern am siebten Tag, nach dem siebten Rundgang um die Stadt, einstürzten.

Auf der Mauer

„Vergiss nicht, was ER Dir Gutes getan hat“

Zwanzig Jahre danach scheint alles vergessen, Nach anfänglichem Schweigen und Abtauschen in die Versenkung geben heute weithin wieder die alten atheistischen Seilschaften den Ton an. Die Frauen und Männer der ersten Stunde, die damals in der ehemaligen DDR mutig für Freiheit und Gerechtig-keit eintraten, zogen sich vielfach resigniert aus der Öffentlichkeit zurück. Mutige, bekennende Christen sind kaum in einflussreiche öffentlichen Ämtern vertreten. Oft ließen sie sich von alten Handlangern des gestürzten Regimes ins politische Abseits drängen. Enttäuschungen über nicht eingetroffene Erwartungen eines schnellen wirtschaftlichen Aufstiegs machten sich breit. Bei vielen Bürgern offenbarte sich auch eine heimliche Sehnsucht nach dem alten Regime. Damals brauchte sich niemand um etwas kümmern. Jeder wurde mit der langen Leine an der Nase herumgeführt.
Doch hier stellt sich nun die Frage, ob der Besitz von materiellen Gütern wirklich das Wichtigste für einen Menschen sein kann? Ist z.B. die Achtung des Menschenrechts auf freie Meinungsäußerung, die Glaubensfreiheit, das Privileg der Reise- -und Bewegungsfreiheit und viele andere Dinge, die mit der Wiedervereinigung auch den Bürgern in den neuen Bundesländern geschenkt wurden, nicht höher zu bewerten als vergänglicher materieller Wohlstand?

Wo bleibt unser Dank?

Unmittelbar nach dem Fall von Stacheldraht und Mauer gab es eine euphorische Aufbruchstimmung im Volk. „Wir sind das glücklichste Volk“, tönte es an vielen Orten. Die Begeisterung über die Zusammenführung getrennter Familien und Freundschaften kannte keine Grenzen. Doch inzwischen hat sich Unzufriedenheit und eine depressive Stimmung in weiten Teilen Deutschlands verbreitet. Wahrsager und Spiritisten haben Hochkon-junktur, währende die Gotteshäuser immer leerer werden.

Doch hat Gott nicht unser aller Dank für Seine Wunder im Herbst 1989 verdient, die zur Wiedervereinigung unseres Volkes führten?
Es ist ein göttlicher Grundsatz, dass der Mensch, der für empfangene Wohltaten dankbar ist, immer noch mehr von Gott gesegnet wird! Wo die Menschen aber undankbar sind, da hält Gott weiteren Segen zurück.
Sind die letzten Jahre dafür nicht ein Beleg? Vielleicht sollten wir wirklich einmal gründlich darüber nachzudenken?

Wann haben Sie, lieber Leser, wann hat man in Ihrer Umgebung zuletzt oder überhaupt schon einmal für die Wiedervereinigung unseres Volkes gedankt? Sollten wir dies nicht regelmäßig tun? Fangen wir damit an und lassen uns dann überraschen, welch weiteren Segen Gott für uns noch bereits hält.

Beitrag aus Salz & Licht Gerhard Heinzmann

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Thema: Christ und Politik

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