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1. „Preis des Geldes“

Donnerstag, 20. August 2009 | Autor:

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Auszüge aus Buch: „Preis des Geldes“

Viele Gespräche und persönliche Erfahrungen in den letzten Monaten, in Sachen Wirtschaftskrise, haben mich veranlasst das Buch „Der Preis des Geldes“ von Thomas Giudici und meinen Freund Wolfgang Simson noch einmal gründlich zu lesen. Für alle die, die wissen möchten was der Inhalt des Buches ist, habe ich die wichtigsten Aussagen einmal kurz zusammengefasst. Es ist aber auch daran gedacht, neugierig zu machen und es selbst zu kaufen und einmal ganz vollständig zu lesen.

Wir sind unfrei geworden

S. 41
Sei frei und habe Spaß! Wahr ist nur noch, was für mich wahr ist.

S.42
Die Abschaffung gesellschaftlicher Normen und Werte führt zu Orientierungslosigkeit. Niemand weiß mehr, was gültig ist und was nicht.

S.44
Auch in der Arbeitswelt gibt es immer mehr Regulierungen, z.B. unter dem Stichwort „corporate governance“ werden immer mehr firmeninterne Normen und Regeln aufgestellt, an die sich die Angestellten zu halten haben. Durch das Abschaffen von Grenzen sind wir zunehmend grenzen- und orientierungslos – aber nicht freier – geworden.

S.48
Grundsätzlich dienen wir heute mehr dem Geld als der Arbeit. Und der Sinn unserer Arbeit besteht nicht mehr so sehr darin, was wir arbeiten, sondern was wir für unsere Arbeit bekommen.
Warum gehen viele Menschen jeden Tag zu einer Arbeit, die ihnen keinen Spaß macht, die sie nicht erfüllt, die sie nicht weiterbringt, die ihrer physischen und psychischen Gesundheit schadet? Weil sie abhängig, unfrei, versklavt sind.

S.49
Je mehr Bedürfnisse, desto unfreier. Bei uns ist Kaufen zum religiösen Akt, Shoppen zum spirituellen Erlebnis, das Kaufhaus zur Kirche geworden. „Man könnt sich ja sonst nichts“, sagen wir uns und denken: „Wir haben ja sonst nichts mehr, für das sich zu leben und zu arbeiten lohnt“. Also konsumieren wir wie wild und ohne Sinn weiter. Die Abschaffung von Gott, die Versklavung an Arbeit und Geld und der Zerfall der Familien haben in unsere Seelen tiefe Wunden gerissen. Konsum ist unser Allheilmittel dafür.

S.66
Heute nennen wir habsüchtiges und gieriges Verhalten ambitioniert, ehrgeizig und erfolgreich.

S.69
„Die Bewohner dieser Erde heißen Autos. Ihre Sklaven haben zwei Beine und müssen für sie arbeiten.“ Unser Besitz frisst unsere Zeit. Es herrscht Überfluss, nur die Zeit ist knapp.

S.75
Wir tun so viel, um Dinge zu bekommen, die wir nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen.

S.103
Es ist vor allem ein finanzieller, nicht ein theologischer Alptraum für traditionelle Kirchen, wenn ganz normale Nachfolger von Jesus wie früher auch andere taufen und das Abendmahl in den kirchlich so unkontrollierbaren Privathäusern stattfindet. Wenn das Schule macht, dann brechen ihre wichtigsten Mit-Gliedergewinnungsstrategie und auch das gesamt Finanzierungskonzept zusammen. Es käme unweigerlich zur finanziellen Katastrophe.

S.105
Die Kirchen des Mittelalters – und hier natürlich vor allem die römisch-katholische Kirche – betonen dazu den fernen, unnahbaren und grundsätzlich strafenden Gott, dem man sich auf gar keinen Fall ohne die unschätzbaren und daher unbezahlbaren Dienst der Kirche nähern sollte. Die Kirche profitiert von der geistlichen Unwissenheit der Leute.

S.108
Man schenkt der Kirche heute nicht mehr in erster Linie sein Land, sondern seine Arbeit. Unverheiratete Priester haben keine Kinder, an die sie vererben können. Die materielle Frucht ihres gesamten Schaffens und Lebenswerkes kehrt daher nach ihrer Demission in den Schoß der Kirche zurück. Die heutige Zahl der Priester beträgt weltweit, so der katholische Erzbischof Ternyak im Jahr 2004, 405067 – ohne Nonnen, Ordensbrüder etc., die diese Zahl auf weit über 1 Million anschwellen lässt. Wenn jeder dieser 1 Million Personen im Dienst der katholischen Kirche im Verlauf seines Lebens Spenden, Schenkungen und anderen Wertzuwachs für die Kirche in einer Höhe von 1 Million Euro erwirkt, so wären das 1000 Milliarden pro Arbeitsgeneration. Da kann die Kirche doch kein Finanzproblem haben, sollte man meinen.
Zusätzlich werden kirchliche Dienste mit öffentlichen Geldern subventioniert oder bezahlt. Ferner räumt der Staat den Kirchen steuerliche Privilegien ein. Deren Umfang beziffert der Hamburger Politologe Carsten Frerk, Autor des Buches „Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland“(Alibri Verlag 2002), mit rund 10 Milliarden Euro. Rund 3,4 Milliarden Euro kostet den Staat die Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer. Auf den kirchlichen Banken liegen laut Frerk rund 21 Milliarden Euro als Einlagen von Kirchen und ihren Bediensteten. Neben den Einnahmen haben die Kirchen über Jahrhunderte hinweg ein derart riesiges Vermögen angehäuft, das über dessen Umfang und Rendite nur spekuliert werden kann. Gemäß der Schätzung von Frerk beträgt das Gesamtvermögen beider deutscher Staatskirchen in Geld, Aktien, Beteiligungen, Immobilien und Grundstücken rund 440 Milliarden Euro! Die Kirchen sind in Deutschland die größten nichtstaatlichen Grundbesitzer. Der Grundbesitz wurde – man höre und staune – letztmals 1937 im Hitlerdeutschland in einer offiziellen Reichsstatistik erfasst. Aktuellere Zahlen gibt es nicht. Beide Kirchen besitzen rund 680.000 Hektar Land(entspricht dreimal der Fläche von München, Hamburg, Berlin und Bremen zusammen).

S.113
Trotz all des Besitzes werden die Kirchgänger regelmäßig aufgefordert

1.
Gebt ein Opfer – eine besonders unangenehme Variante dieser Auforderung ist das Herumreichen des Klingelbeutels durch die Reihen der Kirchenbänke am Sonntagmorgen. Niemand kann sich den Gruppen-Zwang entziehen.

2.
Gebt Almosen – es gehört zum Standardrepertoire eines Predigers die Kirchgänger immer wieder aufzufordern für die Armen zu geben.

3.
Gebt den Zehnten – diese Aufforderung ist bei den Staatskirchen eher selten. In den Freikirchen ist sie mehr zu hören, weil dort die meisten Pastoren vom Zehnten leben müssen. Bei Freikirchen hört man dann oft Aussagen wie: Sind die 10% brutto oder nette gemeint? Hier die gute Nachricht: Keine Sorge, Gott ist kein Buchhalter. Wäre er nämlich einer, so würde er von den Christen – wie von seinem Volk Israel früher auch – 23,3% Spenden verlangen, und zwar vom Umsatz brutto, bevor irgendwelche andere Zahlungen getätigt werden! Das Thema Kirche und Geld ist und bleibt peinlich.

S.126
Gott hat kein Finanzproblem. Die Kirche hat eines, die Christen haben eines, aber Gott nicht. Die Kirche hat es geschafft, dass Christen und Nichtchristen sagen: Gott ja, Kirche nein.

S.135
Was die Bibel zum Thema Geld sagt, ist ein Skandal. Das beginnt schon bei der Menge an Aussagen. Wir haben uns nicht die Mühe gemacht zu zählen, aber andere Autoren gehen davon aus, dass es 2350 Verse in der Bibel gibt, die sich mit den Themen Geld, Besitz, Management befassen. Damit steht diese Themengruppe im Vergleich zu allen anderen, vor allem im Vergleich zu allen religiösen Themen wie Glauben, Gebet, Heiligung usw. unbestritten an der Spitze. Es gibt mehr Aussagen von Jesus in der Bibel zu Geld als zu Himmel und Hölle zusammen. Ist bereits die Menge an biblischen Aussagen zum Thema bemerkenswert, so sind die Inhalte einfach schockierend. Die biblischen Aussagen zum Thema Geld sind ebenso klar wie widersprüchlich zu unserm Zeitgeist.

S.136
Die Hauptbotschaft der Bibel zum Thema Geld ist eine Aufforderung zum Gesinnungswandel. Das ist sehr interessant, denn die Gesinnung ist die Betrachtungsweise, die Denkart, die Einstellung, die Geisteshaltung, die wir zum Geld haben.

S.138
Die Auforderung zur Erneuerung der Gesinnung ist eine gewaltige Herausforderung für uns alle. Und wir erkennen schmerzlich in unserem alltäglichen Leben, dass sie sich nicht von allein vollzieht und vermutlich nie zu Ende ist.

S.139
Um es gleich vorwegzunehmen: Die Bibel hat gar nichts gegen Geld, aber sie hat alles gegen die Geldgesinnung, also eine Gesinnung, die auf das Geld fokussiert ist, bei der Geld im Zentrum von Denken und Handeln steht. Diese Ablehnung zieht sich vom Alten bis zum Neuen Testament.

S.142
Was Jesus und das NT zu Geld sagen, ist starker Tobak. Das Schockierendste ist, dass Jesus eine direkt Verbindung zwischen dem geistlichen Zustand eines Menschen und seiner Einstellung zum Geld zieht.

S.143
Im NT kommt der Begriff Reichtum 19mal vor. 8mal bezeichnet er materiellen und 11mal immateriellen Reichtum. Interessant ist, dass der materielle Reichtum jedes Mal negativ bewertet wird, weil er betrügerisch oder unsicher ist, verfaulen und gestohlen werden kann oder von den Ungerechten genommen und den Gerechten gegeben wird.

S.149
Wenn Gott nicht der Herr über das Geld bzw. den Besitz eines Menschen sein darf, dann ist er auch nicht Herr dieses Menschen.

S.150
Das Wort „Mammon“ leitet sich vom aramäischen Wort „aman“ ab und bedeutet „das worauf man traut“ oder „das was zuverlässig ist“.

S.152
Wo unser tatsächlicher Schatz ist, können wir daran erkennen, an was wir am meisten denken, für was wir die meiste Zeit aufwenden, was wir am wenigsten gerne verlieren würden.

S.155
Jesus hat kein Geldproblem. Aber wir haben eines. Geld ist ein sehr schlechter Herr, der uns versucht zum Beispiel mit Schulden, Sorgen oder Ängsten zu versklaven. Hingegen sollen wir das Geld einsetzen, um Ausgleich zu schaffen und Nächstenliebe zu üben.

S.156
Wir sollen mit dem Geld dienen. Wir sollen der Herr über unser Geld sein, damit es uns dienen muss. Wir sollen es einsetzen für die tätige Nächstenliebe und um einen Ausgleich zwischen Habenden und Bedürftigen zu schaffen.

S.179
Im alten Israel gab es nicht einen Zehnten, sondern gleich drei.
1) 10% Prozent aller Erträge des Landes wurden pro Jahr abgegeben als Lohn für die landlosen, levitischen Priester und ihren Tempeldienst (die wiederum ihrerseits 10% in die Lagerhäuser des Tempels zu bringen hatten) (3.Mose 27,30-33; 4.Mose 18,21-31).
2) Zehn weitere Prozent pro Jahr waren für die Finanzierung des ausserordentlich aufwendigen Systems von jüdischen Festen aufzubringen (5.Mose 14,22-27). Von diesem „Festzehnten“ konnte man aus Gründen der Logistik die entsprechenden Erträge auch zu Hause verkaufen und zu Geld machen, sich dann auf den Weg nach Jerusalem begeben und dort mit dem Geld wieder die Dinge kaufen, die für das Fest benötigt wurden.
3) Schließlich gab es die Vorschrift eines Armenzehnten (5.Mose 14,28-29; 26,12-13), der nur alle 3 Jahre, im sog. „Zehntjahr“, zusätzlich abzugeben war. Dieser ähnelte einer Sozialversicherungsabgabe, denn er war bestimmt für die lokalen Leviten sowie Waisen, Witwen, Arme und Fremdlinge vor Ort.
Die Abgabebelastung der jüdischen Familie lag also bei durchschnittlich 23,3% des Bruttoertrages pro Jahr. Der berühmte „Zehnten-Vers“ aus Maleachi 3,10 sagt demgemäss auch nicht: bringt den Zehnten“ (Einzahl), sondern „die Zehnten (Plural) in mein Haus“. Wer damals „zehntete“, gab also 23,3% brutto, nicht etwa 10% netto.
Mit der Einführung der Monarchie zur Zeit Sauls wurde zudem eine vierte Abgabe fällig, der sogenannte Königszehnte, der den Steuersatz sogar auf 33,3% p.a. hob. Dies war eine politisch-militärische Steuer, die das Königtum, einen Hofstaat und alle militärischen und sonstigen Eskapaden des Königs zu finanzieren hatte.
S.180
Wo Abgaben, Steuern und Zölle anfallen, sind die Hinterzieher nicht weit. Es gab sie schon immer. Und ganz so pünktlich nahmen es viele Israeliten wohl auch nicht mal mit den Zehnten. Deshalb fordert Gott die Israeliten einmal ausdrücklich auf: „Bringt den Zehnten ganz in mein Kornhaus, damit in meinen Haus Speise sei, und prüft mich, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffne und Fülle des Segens herabschütte(Mal.3,10). Er bot ihnen also eine Art Test für das Prinzip an: Großzügigkeit gegenüber Gott führt zur Großzügigkeit Gottes gegenüber Menschen. Gott sagt ihnen somit: Probiert es aus. Der Zehnte ist biblisch, aber absolut nicht christlich. Warum aber etwas 80-90% aller Kirchen, die ausdrücklich den Zehnten predigen, ausgerechnet Finanzprobleme haben, darüber herrscht Ratlosigkeit oder Stillschweigen.

S.199
Der biblische Begriff apostolisch bedeutet auftragsgemäß, der ursprünglichen Sendung gemäß, im Sinn des Sendenden handeln. Ein guter Repräsentant handelt niemals eigensinnig. Er weiß, er steht stellvertretend für jemand anderen, der wesentlich größer und wichtiger ist als er selbst. Die Christen lebten Güterteilung. Durch einen schlichten, kommunalen Lebensstil kam es zu einer drastischen Ausgabenminimierung. Sie besaßen ein klares Feinbild: Mammon wurde als einer der Dämonen verstanden – und ebenfalls überwunden. Geben war stets freiwillig und beruhte nicht auf dem Gedanken: Was muss ich geben, sondern: Was kann ich getrost behalten.
Richtig viel Geld wurde immer „zu Füßen der Apostel gelegt“ und im Zusammenarbeit mit besonderen Administratoren für diakonische Zwecke in den eigenen Reihen verwendet sowie für die Finanzierung der Arbeiter und Ausbilder eingesetzt, allerdings nicht als dauerhaftes Gehalt, sondern meistens im Sinne einer einmaligen Anschubfinanzierung. Blieb dann noch Geld übrig, „taten sie Gutes an jedermann“ – etwa unbezahlte diakonische Dienste an Nichtchristen.

S.204
Wer sich der finanziellen gegenseitigen Verantwortung entzog und sich absonderte und seine Habe nur für sich behielt, konnte unmöglich wirklich Christ sein.

S.214
Statt ihnen nun zu Beginn der Mission Marschverpflegung und finanzielles Budget zu geben, sagt er zu der Truppe ausdrücklich: Geht ohne Geld und finanzielle Vorsorge in diese Mission; die Menschen, die ihr treffen werdet, werden euch versorgen. Aus diesem Kontext kommt der berühmte gewordene Ausspruch: „Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert.“
Das Geld, aus dem sich die erste Christenheit finanzierte, kam also aus zwei Quellen: An erster und weitaus gewichtiger Stelle kam es von Nichtchristen, die neu zum Glauben kamen, also von außerhalb; und zweitens aus Sammlungen von Christen, also von innerhalb.
Wer Überfluss hatte, gab denen, die Mangel hatten.

S.216
Sowohl die regelmäßigen Sammlungen als auch die Großspenden, welche zu Füßen der Apostel – nicht etwa der Pastoren, Theologen, Evangelisten oder Propheten – gelegt wurden, wurden zu Beginn sieben besonders ausgewählten Leuten anvertraut.
Diese sieben wurden keinesfalls von den Aposteln selbst eingesetzt – zu schnell käme es dann zur Vettern
wirtschaft, zum möglichen Vorwurf, die Verwalter würden mit den Aposteln unter einer Decke stecken und Jachten und griechische Inseln kaufen. Die sieben wurden aus der Mitte der Christen gewählt und mussten drei unbedingte Qualifikationen haben: einen Leumund, „voll heiligen Geistes“ und weise sein.
Neben der Speisung ging das Geld selbst grundsätzlich an drei Zielgruppen: a) die eigenen Armen, b) die eigenen Arbeiter(die keine Siemens Pension hatten) und c) zuletzt an die nichtchristlichen Armen und Bedürftigen, und zwar in der wichtigen Reihenfolge genau dieser Priorität.

S.219
Arbeiter waren insbesondere alle diejenigen, die sich ohne das Einkommen aus einem säkularen Beruf voll und ganz für die Aufgaben der sich ausbreitenden christlichen Bewegung verpflichtet hatten. Es ist ein interessantes Phänomen, dass die meisten kirchlich geprägten Christen heute bei ihren Spenden außerhalb der Kirchenabgaben nicht im Traum daran denken, anderen Christen vor Ort oder den Ausbildern der eigenen Region ihre Finanzen vor die Füße zu legen, sondern man hilft, wenn überhaupt, zuerst den Armen am anderen Ende der Welt, den Fernsten.

S.222
Die Welt ist Inbegriff des durch schreiende Ungerechtigkeit organisierten Gemeinwesens, einer Welt, die ausdrücklich ohne Gott leben will. Die Welt, wie wir sie heute kennen, entstand durch Prospektieren, Kolonialisieren, Globalisieren, durch beständige Kriege aller Art, die nur durch temporäre Waffenstillstände unterbrochen zu sein scheinen. Die Welt ist weder gerecht noch „in Ordnung“, aus der Perspektive Gottes steht sie Kopf. Diese Ungerechtigkeit der Welt produziert exponentiell wachsende Probleme am laufenden Meter, mehr als UNA, NATO, IWF, das Rote Kreuz, die Sozialstiftung „Hilfe für Igel“ und Georg W. Bush jemals lösen können. Fünf willkürlich herausgegriffene Fakten sollen das beispielhaft illustrieren:

1) Die 200 reichsten Menschen der Welt besitzen mehr als 2 Milliarden Ärmsten der Welt zusammen.

2) Menschen in der industrialisierten Welt sind im Schnitt 74-mal reicher als in der armen Welt.

3) Die Mafiakartelle Russland, Japans und Südamerikas bewegen heute mehr Kapital als alle Regierungen der westeuropäischen Länder zusammen.

4) Der Börsenwert aller Aktiengesellschaften ist etwas 9,5-mal höher als der Realwert der Unternehmen – ein künstlich aufgeblähter Ballon.

5) Weltbank – Präsident James Wolfensohn geht im Jahr 2004 von einem Betrag von 900 Milliarden US-Dollar aus, der pro Jahr in Militärausgaben investiert wird – 450 Milliarden davon allein von USA.

S.223
Vor allen die Budget der Welt zeigen: Das meiste Geld fließt in die Bekämpfung von Dingen wie der scheinbar unbezähmbaren Angst voreinander und der durch Habgier verursachten globalen Ungerechtigkeit. Topkosten verursachen die organisierte Kriminalität, Lügen in Form von gefälschten Wirtschaftsbilanzen, Korruption und der Raubbau am eigen Körper oder der eigenen Familie, die das atemlose Rennen um Gewinnmaximierung finanzieren muss. Man kann es auch anders sagen: Sünde. Sünde kostet Geld, viel Geld, viel zu viel Geld. Das Wort kommt als solches in den Haushaltsbudgets nicht vor, aber genau daran bluten sie aus.
Und die Behandlung genau diese Kernproblem – des Menschen Sünde – ist die Domäne der Christenheit, ihre Kernkompetenz. Würden die Finanzminister diesen Zusammenhang durchschauen, hätten sie eine Lösung für ihre schlaflosen Nächte. Wenn sündhaftes Verhalten des Menschen – allein oder im Kartell – Ausgaben verursacht, dann ist nicht die Bekämpfung der Symptome, sondern des Grundproblems die Lösung.

S.225
Die ersten Christen übernahmen zwar nach Kräften soziale Verantwortung, aber nicht die gesellschaftliche Verantwortung für Dinge, die sie nicht verursacht hatten. Weder Jesus noch sein Jünger übernahmen in unseren modernen Sinn gesellschaftliche Verantwortung – und gaben dafür Geld aus.
Sie gründeten keine Schulen, bauten keine Krankenhäuser, übernahmen nicht die allgemeine Verantwortung für flächendeckende Diakonie und führten weder Hochzeiten noch Beerdigungen durch. Sie tauften weder Schiffe noch neue Feuerwehrautos, segneten keine Waffen und demonstrierten nicht Fahnen schwenkend gegen die imperialistische Kriegpolitik von Julius Cäsar. Sie übernahmen zwar keine gesellschaftliche Verantwortung, aber sie hatten einen ungeheueren Einfluss.

S.226
Christen hatten keine Botschaft, sie waren eine Botschaft.

S.227
Wenn Sünde im Leben eines Menschen die meisten Ausgaben verursacht, ist die Befreiung von Sünde ein geradezu dramatischer finanzieller Durchbruch. Sie löst Menschen aus kostspieligen Anhängigkeiten, der Versklavung an die eigene Lustbefriedigung, aus teueren Süchten und dem Verfall an Prestigeobjekte aller Art. Was finanziell jedoch noch viel wichtiger ist: Sie löst das Problem von Sinn, Angst und Gier. Und da die frühen Hausgemeinden völlig ohne Kirchenbauten, regelmäßige Gehaltszahlungen, Parkplätze, Overheadprojektoren und Chorroben auskamen, produzierten sie unter dem Strich wesentlich mehr Geld, als sie ausgaben. Heute ist dieser Gesamtansatz bei den meisten Kirchen in sein glattes Gegenteil verkehrt. Das Geld fließt in Strömen in Gebäude, in Priester- und Pastorengehälter, in Programme und Problembekämpfung, und je unstrategischer und unapostolischer heute eine kirchliche Finanzentscheidung ist, desto sicherer können wir sein, dass das Geld dafür zusammenkommt. War das Christentum früher ein stets überfließendes Fass, so wurde es bis heute ein Fass ohne Boden.

S.238
Die Wahrheit macht Sie aber nur frei, wenn Sie frei werden wollen. Gott kann uns nur frei machen, wenn wir ihm glauben, und das heißt, wenn wir ihm vertrauen und gehorchen wollen. Sie können beginnen, ihre Gesinnung zu ändern, indem Sie sich Rechenschaft über Ihre Motive geben.

Dazu helfen folgende Fragen:

– Wie wichtig ist Ihnen Geld und Besitz?
– Was haben Sie schon alles – legal und illegal – getan, um mehr Geld und Besitz zu haben?
– Wie einfach geben Sie Geld weg?
– Welches sind die Beweggründe für Ihre jetzige Arbeit und Arbeitsstelle?
– Was zeigt sich, wenn Sie rechnerisch untersuchen, wo Sie Ihre Zeit und Ihr Geld investieren?

Wenn Sie mit solchen und vielen anderen Fragen beginnen und im Vertrauen auf die Wahrheit Schritt für Schritt weitergehen, werden Sie die Unterstützung Gottes erleben.

S.244
Die satanische Botschaft im Hinblick auf Arbeit lautet: „Schaff und erwirb, zahl Steuern und stirbt!“ Und so werden wir, von Kindesbeinen an, wie folgt programmiert und mit wirkungsvollen Scheuklappen gegen jede Alternative versehen: Das Leben besteht aus Schule und Ausbildung, dann aus dreißig bis vierzig Berufsjahren, gefolgt von einem von Krankheit, Rückschlägen und Knappheit geprägten Pensionsalter, bis schließlich auf dem Grabstein Ihre Version steht von „Sein Leben war Arbeit und Müh“. Wie jemand treffend sagte: In der Jugend ruiniert man die Gesundheit wegen des Geldbeutels, im Alter ruiniert man den Geldbeutel wegen der Gesundheit.

S.251
Ändern Sie Ihre Einstellung zur Kirche, die theoretisch verantwortlich wäre, Menschen die erwähnte unsichtbare Realität näher zu bringen und zu erklären. Uns ist es wichtig, dass Sie erkennen, dass es zwischen der Bibel und der Kirche bzw. dem gelebten Christentum immer schon wesentliche Unterschiede gab.

S.252
Wenn Sie die heutige Kirchenlandschaft vor dem Hintergrund der Bibel betrachten, dann werden Sie schnell feststellen, dass diese mehr dem Bild von Kirche im Alten Testament als demjenigen im Neuen Testament entspricht. Wie im Alten Testament sind heute Kirchen so organisiert, dass sie in einem zentralen, auffälligen Gebäude stattfinden, in welchem die Priester für Gott arbeiten. Die Gläubigen hingegen sind draußen verstreut, wo sie während der ganzen Woche ihren Berufen nachgehen und für ihre weltlichen Herren arbeiten. Aus den Früchten ihrer Arbeit geben sie ihre Abgaben in den zentralen Ort, den sie auch regelmäßig – heute meist am Sonntagmorgen – zum „Gottesdienst“ aufsuchen. In dieser Art war es auch im Alten Testament, nur dass alles etwas einheitlicher und klarer organisiert und reglementiert war als heute.
Im neuen Bund, den Gott durch Jesus Christus mit seinem Volk schließt und von dem im Neuen Testament berichtet wird, wird einiges völlig anders geregelt. Ein Christ, also ein Mitglied im Volk Gottes, wird man nicht durch Geburt, sondern nur durch die Willensentscheidung, Jesus Christus nachzufolgen. Der Tempel ist abgeschafft und Jesus bezeichnet jeden Christen als Tempel Gottes. Auch die Priesterschaft im Sinne der Angestellten im Tempel ist abgeschafft, weil Jesus jeden Christen zum Priester erklärt und ihm einen direkten Zugang zu Gott ermöglicht hat, ausdrücklich ohne Umweg über eine vermittelnde Priesterkaste.

S.253
Was wir heute gemeinhin als Kirche oder Gemeinde bezeichnen, hat sehr wenig mit echter christlicher Gemeinschaft zu tun.

S.255
Die Berufenen machen sich abhängig von Gott mit allem, was sie sind und haben. Darum stellen sie nicht länger die Frage, wie viel sie abgeben müssen und wie viel sie behalten dürfen. Dieses Abgabeprinzip entspricht nicht mehr den neuen Lebens- und Arbeitsprinzipien. Hingegen lautet die Frage, wie viel brauche ich für meine eigenen Bedürfnisse, so dass ich alles andere der neuen Familie, den regional arbeitenden Apostel und damit Gottes langfristigen Absichten zur Verfügung stellen kann? Das ist kein Muss, sondern freiwillig. Nicht an der Hand Mammons, sondern nur an der Hand Gottes wird es uns gelingen, von reglementierter Abgabementalität zu befreiter Freigebigkeit zu kommen, wo tatsächlich nicht länger die Dinge uns haben, sondern wir sie. Wo nicht mehr wir dem Geld dienen, sondern das Geld uns dient.

S. 258
Wer seinen Wert von Gott und nicht von Menschen bezieht, wird immun gegen diese Abhängigkeiten und kann wirklich frei wählen. Welches ist nun Ihr erster Schritt? Diese Frage können wir natürlich nicht allgemein beantworten. Die Antwort hängt davon ab, welche Art von Persönlichkeit Sie sind. Sind Sie eher wagemutig und extravertiert oder eher ängstlich und introvertiert, haben Sie einen großen Glauben oder sind Sie ein Zweifler? Was sind Ihre Talente und Fähigkeiten, für was schlägt Ihr Herz? Die Antwort hängt davon ab, wo Sie auf dem Weg stehen. Was haben Sie bereits erlebt, welche Erfahrungen haben Sie gemacht, wie gut kennen Sie den Weg Jesus? Die Antwort hängt davon ab, mit wem Sie unterwegs sind. Was haben Sie für Freunde, Vorbilder, Ratgeber, Kollegen? Wo können Sie Hilfe und Unterstützung erhalten, Freuden und Leiden teilen? Alle diese Punkte entscheiden darüber, welches Ihr nächster Schritt sein kann.
Aber für Sie wie für uns gilt: in Bewegung kommen und bleiben, in Richtung Freiheit, sodass wir unsere Mission auf dieser Erde, die engstens mit Gottes Absichten für uns verbunden ist, erkennen und erfüllen können.

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Thema: "Christliche", Buch Betrachtungen

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Ein Kommentar

  1. Wunderbar! Das klappt ja schon hervorragend! 🙂

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