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857. Königstochter – Monika

Sonntag, 26. Juli 2026 | Autor:

 

Liebe Blogbesucher,

wenn sie diesen Bericht lesen, dann werden sie es nicht glauben, was erwachsene Menschen, Kinder antun können. Es ist ein deutlicher Beweis, dass Satan (Fürst dieser Welt) in unserer Gesellschaft noch viele Gehilfen hat, die sein abscheuliches Werk ausführen. Es ist ihn nur möglich, weil Menschen ihr Leben ohne Gott führen und ihnen seine Gebote und sein Wort gleichgültig ist. Sie wollen selbst Gott spielen und fallen so in die Hände des Widersachers Gottes.

Der Fall von Monika ist ein Beispiel dafür wie abgrundtief und menschenverachtend Menschen handeln können. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass es viele solcher Beispiele gibt, die nicht ans Licht kommen. Viele dieser Opfer werden ein Leben lang kein normales Leben mehr führen können, wenn sie nicht wie Monika Gottes Gnade und Barmherzigkeit erfahren dürfen.

Ich staune immer wieder über die Führungen Gottes, welche Wege er aufzeigt, und die, wenn wir sie ergreifen uns aus jedem Tal des Todes herausführen. Monika hat dieses Rettungsseil ergriffen und wurde in einen Prozess der körperlichen, seelischen und geistlichen Heilung geführt. Dafür gebührt Gott die Ehre!

 

Möchte mich bei Monika und der Voice Redaktion Frau Müller für die Genehmigung zur Veröffentlichung hier in meinen Blog sehr herzlich bedanken.

 

 

 

Königstochter

Monika Isabella Braun, Mutter einer erwachsenen gläubigen Tochter, ist Finanzamtsangestellte in Pforzheim. Ihre bewegende Geschichte findet sich auch in der ERF-Reihe „Mensch, Gott“ auf YouTube. Kontakt zu Monika: monikaisabella@gmx.de.

Meine Mutter war eine starke Alkoholikerin. Mein Vater war schon vor der Hochzeit und einmal danach fremdgegangen. Immer wieder saß er im Gefängnis, weil er sich vor anderen Menschen exhibitionistisch entblößte. Ihren Frust lud unsere Mutter an uns acht Kindern, besonders an uns beiden Mädchen, ab und verprügelte uns häufig. Immer wieder schrie sie mich an, dass ich nichts wert sei und dass sie es hasste, dass ich da war. Als einmal meine Schwester und ich, übersät von blauen Flecken, in die Schule kam, sprachen uns Lehrer darauf an. Doch wir spielten die Sache herunter und ließen uns irgendwelche Ausreden einfallen. Denn wir Geschwister wollten auf keinen Fall getrennt werden, wenn das Jugendamt eingeschaltet würde.

 

Misshandelt und missbraucht

Mein Opa und einer unserer Nachbarn missbrauchten mich immer wieder auch sexuell. Als ich acht oder neun Jahre alt war, nahm Mama mich mit in die Kneipe. Sie hatte wieder heftig getrunken und sagte zu den Männern, die dort saßen: „Da, ihr könnt sie haben.“ An diesem Abend vergewaltigten mich drei Männer. Ich versuchte, das alles zu verdrängen, doch das Erlebnis verfolgte mich noch viele Jahre. Im Schlaf hörte ich immer innerlich das Gelächter und Schnaufen meiner Vergewaltiger.

Oft hatte ich Angst, wenn ich von der Schule nach Hause kam, weil ich nicht wusste, in welchem Zustand ich meine Mutter antreffen würde. Mit 15 Jahren begann ich daher mit Kickboxen, um mich besser schützen zu können. Als meine Mutter mich wieder einmal schlagen wollte, drohte ich ihr: „Wenn du mich noch einmal anlangst, schlage ich zurück.“ Von diesem Zeitpunkt an schlug sie mich nie wieder.

In meiner Lehre als Friseurin las mein Chef eines Tages in der Zeitung von einem Exhibitionisten und machte sich darüber vor den Kunden lustig. Tiefe Traurigkeit und Scham überkamen mich. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen, bat ihn in den Nebenraum und vertraute ihm an, dass er bitte nicht mehr über diesen Mann reden möchte. Ich sagte ihm, dass mich diese Gespräche verletzten. Denn dieser Exhibitionist war mein Papa.

 

Zusammenbruch

Mit 16 Jahren zog ich zu einem Bekannten, musste aber, weil ich finanziell noch nicht unabhängig sein konnte, bald wieder zurück zu meinen Eltern ziehen. Mit 19 zog ich dann endgültig aus. Doch das Schema aus meiner Kindheit wiederholte sich auch, als das Elternhaus schon verlassen hatte. Wiederum stieß ich auf Männer, die mich wie Dreck behandelten. Nie sprach ich über die Dinge, die ich in meiner Kindheit erlebt hatte – und auch nicht über die neuen Demütigungen, die man mir zufügte. Ich nahm starke Antidepressiva. Mein Zwerchfell bäumte sich immer wieder auf und verursachte permanenten Schluckauf.

Mit 27 Jahren kam es, wie es kommen musste: Ich bekam keine Luft mehr und hatte einen kompletten Nervenzusammenbruch. In der Folge begann ich eine Behandlung, in der ich mich jedoch auch wiederum nur zögerlich öffnen konnte. Nach einigen Sitzungen sagte die Therapeutin: „Ein Wunder, dass Sie überhaupt noch leben.“ Aber ich schaffte es auch nicht, mit ihr das Erlebte aufzuarbeiten, und brach die Behandlung bald wieder ab.

Kurz darauf lernte ich einen Mann kennen. Ich liebte ihn nicht wirklich, aber weil ich mir ein Zuhause wünschte, zog ich mit ihm zusammen. Er war ein Narzisst, der schon bald begann, mich von meiner Außenwelt und meinen Bekannten zu isolieren. Auch verbot er mir, weiter arbeiten zu gehen. Als ich schwanger wurde, begann er sogleich über meinen Kopf hinweg zu bestimmen, wie mit dem Kind umzugehen sein würde. Auch seine Mutter hing am Alkohol und war mir gegenüber aggressiv. Ich war psychisch am Ende. Nach der Schwangerschaft wurde ich immer dünner. Ich dachte mir: Wenn ich jetzt nicht gehe, hat mein Kind entweder keine Mutter mehr oder ich lande in der Psychiatrie.

 

Absprung

Irgendwann schaffte ich doch den Absprung. Als meine Tochter ein halbes Jahr alt war, packte ich sie und meine Klamotten und zog fluchtartig aus. Ihr Vater verfolgte mich nun gerichtlich, weil er mir das Kind wegnehmen wollte. Ich begann nun selbst, in den Alkohol zu rutschen. Nächtelang konnte ich nicht schlafen und, wenn doch, hatte ich Albträume. Ich sah keinen Sinn mehr im Leben. Eines Nachts rief in meiner Verzweiflung laut von meinem Balkon in den Himmel: „Gott, wenn es dich gibt, dann hilf mir!“

Weil meine Tochter häufig gegen 4.30 Uhr aufwachte, kam eine Frau, die über mir wohnte und sich gestört fühlte, zu mir herunter, weil sie nicht mehr schlafen konnte. Eine Stunde lang diskutierten wir an der Wohnungstür darüber, was wir tun könnten. Als ich sie schließlich doch hereinbat und ihr einen Kaffee anbot, meinte sie: „Jetzt kann ich dir sagen, warum ich wirklich zu dir heruntergekommen bin. Jesus hat mich runtergeschickt.“

Ich brach in Tränen aus. Ich erzählte ihr, wie sehr ich nach Gott geschrien hatte. Und tatsächlich hatte Jesus mich gehört! Weil es Sonntag war und sie in den Gemeindegottesdienst nach Lichtenfels gehen wollte, trafen wir uns am gleichen Abend noch einmal. Silvia erzählte mir von Jesus und was er in ihrem Leben getan hatte. Ich wusste sofort: Das will ich auch! Und so übergab ich auch selbst Jesus mein Leben.

 

Tiefe Liebe

Als ich betete, hatte ich plötzlich ein Bild vor Augen: Ich sah, wie Jesus das Kreuz auf seinen Schultern trug und auch sein von Schmerzen verzerrtes Gesicht. Eine tiefe Liebe, wie ich sie noch nie erlebt hatte, kam in mein Herz. Ich weinte stundenlang. Als ich von Silvia zurück in mein Wohnzimmer ging, sah ich, dass auf allen meinen Uhren Datum und Uhrzeit auf null standen. Für mich war das das Zeichen, dass mit Jesus mein Leben ganz neu begonnen hatte.

Ich begann damit, in der Bibel zu lesen. Meine Beziehung zu Jesus vertiefte sich hierdurch stetig. Doch die Traumata verfolgten mich noch viele Jahre. Ende 2022 hatte ich kurz hintereinander zwei Träume, in denen ich sah, wie ich als Kind missbraucht und vergewaltigt worden war. Ein paar Tage später, an Neujahr, begegnete mir in meiner Gemeinde eine fremde Frau, die – ohne irgendetwas von mir zu wissen – mir auf den Kopf zusagte: „Ich sehe, was die Männer alles mit dir gemacht haben.“

Dann hatte ich einen Traum, wie ich in eine Gasse ging und von einem Mann überholt wurde, der sich bedrohlich vor mir aufbaute. Aber ich sah auch, wie eine Engelslegion sich um mich stellte und Jesus dem Mann ein Stoppschild entgegenhielt, so als wollte er sagen: „Stopp, du hast kein Anrecht mehr, meine Tochter anzurühren.“

Wieder wach, fragte ich Jesus, was das alles bedeuten sollte. Innerlich hörte ich die Stimme: „Das ist und war deine Vergangenheit.“ Und ich sah, wie die Hand Gottes in mich hineingriff und meinen ganzen Schmerz aus mir herausriss. Ich schrie auf, aber ich fühlte mich auch unendlich leicht – wie neugeboren.

 

Vergebung

Als Christin wusste ich, dass ich auch den Menschen, die mir so großes Leid angetan hatten, vergeben musste. Ich lernte, dass es mir umso besser ging, je mehr ich vergeben konnte. Am 75. Geburtstag meiner Mutter bedeutete mir der Geist Gottes, mich bei ihr zu melden. Jahrelang hatte ich keinerlei Kontakt mehr zu ihr gehabt. Von meinem Bruder ließ ich mir ihre Telefonnummer geben. Sie war schon schwer krank. Ich rief sie an, segnete sie und sagte ihr, dass ich ihr alles vergab, was sie mir angetan hatte. Sie sagte nichts. Doch spürte ich, wie sie am anderen Ende weinte. Ein paar Tage später erhielt ich eine Textnachricht von ihr. Darin stand nur: „Danke.“ Ich habe sie nie mehr gesehen. Zwei Wochen später starb sie.

Auch meinem Opa und meinem Nachbarn, die mich so oft missbraucht hatten, und selbst den drei Vergewaltigern konnte ich schließlich vergeben.

Heute bin ich völlig frei – von meinen Depressionen, aber auch meinen Zwerchfellproblemen. Immer wieder schickt Gott mich in Gemeinden, um dort meine Geschichte zu erzählen. Dabei kommt es vor, dass der Heilige Geist hierdurch Männer an eigene Schuld erinnert und zur Buße führt, aber auch, dass sich Männer öffnen, die selbst missbraucht und vergewaltigt worden sind.

Ich bin dankbar für die Prozesse, durch die ich gehen durfte. Immer wieder habe ich dem Herrn hierfür mein Ja gegeben. Und jedes Mal, wenn ein Schmerz geheilt wurde, kam neue Freiheit in mich, und Gott füllte mich mit seiner Liebe, seiner Gegenwart und mit allem, was ich brauchte. Ich habe ihn als den Papa kennengelernt, den ich nie hatte. Was immer auch die Menschen früher über mich gesagt haben: Heute weiß ich, dass ich wertvoll bin. Ich bin Tochter des Allerhöchsten – eine Königstochter. Und ich weiß: ER ist lebendig und wahrhaftig. Und ER war immer da!

Quelle – Magazin von Christen im Beruf

 

 

 

Thema: Lebendiger Glaube | Beitrag kommentieren

856. Wie in den Tagen Noahs

Sonntag, 26. Juli 2026 | Autor:

Der weiße Reiter – Gemälde von Michael Willfort

 

Liebe Blogbesucher,

dieser Artikel von Francois Botes hat mich sehr angesprochen, weil er unsere Gesellschaft sehr treffend beschreibt. Außerdem ist es wichtig solche Themen einmal ins Licht zu rücken, weil den Menschen unseres Zeitalters, das Thema Endzeit überhaupt nicht interessiert bzw. total ausblendet. Auch in die sogenannten christlichen Kirchen hört man davon so gut wie nichts.

Als wiedergeborener Christ sollte man sich schon interessieren, denn unser Herr Jesus Christus hat sehr viel über die Endzeit gesprochen. Also sollte es auch bei uns ein Thema sein.

Betrachten sie einmal diese guten Gedanken in Ruhe und handeln sie dann entsprechend.

 

Ich bedanke mich beim Leiter Daniel Müller vom Missionswerk Karlsruhe für die Genehmigung hier veröffentlichen zu dürfen.

 

 

Wie in den Tagen Noahs

Unsere Zeit wird erschreckend aktuell in der Bibel beschrieben. Und das macht Hoffnung.

 „Wenn der Menschensohn kommt, wird es sein wie zur Zeit Noahs.“ Diese Worte von Jesus aus Matthäus 24,37 wirken heute aktueller denn je. Wenn du ehrlich bist, spürst du wahrscheinlich auch, wie sich unsere Welt verändert. Nicht nur politisch oder wirtschaftlich. Etwas Tieferes geschieht. Menschen wirken orientierungslos, gleichzeitig aber voller Sehnsucht nach Sinn, Spiritualität und Hoffnung. Die Gesellschaft wird lauter, aggressiver und extremer. Viele fühlen sich innerlich erschöpft, obwohl sie äußerlich alles haben.

Und genau diese Atmosphäre beschreibt die Bibel bereits in den Tagen Noahs. Das Erstaunliche daran ist: Jesus hat nicht gesagt, dass die Welt kurz vor seiner Wiederkunft einfach böse sein würde. Er sagte, sie würde so sein wie damals bei Noah. Genau darin liegt ein Schlüssel zum Verständnis unserer Zeit.

 

Eine Generation, die Gott vergisst

Die Menschen zur Zeit Noahs führten ihr Leben ganz normal. Sie aßen, tranken, heirateten, arbeiteten und planten ihre Zukunft.  Das Problem war nicht ihr Alltag. Das Problem war, dass Gott darin keinen Platz mehr hatte. Genau das sehen wir heute wieder. Unsere Gesellschaft ist beschäftigt wie nie zuvor. Termine, Karriere, Selbstoptimierung, Social Media, Unterhaltung und Konsum bestimmen den Rhythmus des Lebens. Viele Menschen haben alles – und sind trotzdem innerlich leer.

Wir leben in einer Zeit, in der Menschen mehr denn je versuchen, Sicherheit ohne Gott aufzubauen. Versicherungen, Rücklagen, Technologien und politische Systeme sollen Stabilität geben. Doch gleichzeitig wächst die Angst. Depressionen nehmen zu. Beziehungen zerbrechen schneller. Viele Menschen verlieren ihre Orientierung.

 

»Die Sehnsucht nach einer geistlichen Realität ist immer noch da.«

 

Warum? Weil der Mensch nicht dafür gedacht ist, ohne Gott zu leben. Die Bibel macht deutlich: Der Mensch wurde für Gemeinschaft mit seinem Schöpfer geschaffen. Schon im Garten Eden rief Gott nach Adam: „Wo bist du?“ Nicht Adam suchte Gott – Gott suchte den Menschen. Bis heute sucht Gott Menschen, die bereit sind, ihm zu vertrauen.

 

Spirituell, aber ohne Wahrheit

Besonders auffällig ist die Entwicklung im geistlichen Bereich. Obwohl viele Menschen sich vom christlichen Glauben entfernen, wächst gleichzeitig das Interesse an Spiritualität enorm. Astrologie boomt. Esoterik wird salonfähig. Menschen beschäftigen sich mit Energie, Manifestation, Meditation, Kristallen oder spirituellen Erfahrungen. Viele sagen heute: „Ich bin spirituell, aber nicht religiös.“ Das zeigt etwas Entscheidendes: Die Sehnsucht nach einer geistlichen Realität ist immer noch da. Der Mensch wurde für die Ewigkeit geschaffen. Deshalb sucht die Seele nach mehr als nur Materiellem. Doch darin liegt auch eine große Gefahr. Denn nicht jede spirituelle Erfahrung führt zu Gott. Nicht alles Übernatürliche ist göttlich. Die Bibel warnt immer wieder davor, geistliche Erfahrungen wichtiger zu machen als die Wahrheit Gottes.

Heute erleben wir, wie Menschen zwar offen für Spiritualität sind, aber Jesus ablehnen. Sie suchen Erfahrungen, Gefühle und Energie – aber keine Beziehung zu Gott. Manche Menschen sehnen sich nach Engeln, Zeichen oder mystischen Erlebnissen, verlieren dabei aber die Orientierung an Gottes Wort. Viele Menschen wollen Spiritualität ohne Hingabe an Gott. Und genau das ähnelt den Tagen Noahs.

 

Wenn das Böse normal wird

Die Bibel beschreibt die Zeit Noahs als eine Epoche zunehmender Gewalt und moralischer Orientierungslosigkeit. Rücksichtslosigkeit wurde normal. Auch das sehen wir heute immer deutlicher. Der Ton in der Gesellschaft wird rauer. Menschen reagieren aggressiver. Konflikte eskalieren schneller. Hass und Spaltung nehmen zu. Selbst Kinder und Jugendliche wachsen in einer Atmosphäre auf, die von Unsicherheit, Angst und Identitätskrisen geprägt ist. Menschen werden öffentlich bloßgestellt, ausgegrenzt oder digital zum Schweigen gebracht. Die Fähigkeit, einander zuzuhören, geht zunehmend verloren. Viele lassen ihrer Wut und Frustration freie Bahn. Die Gesellschaft wirkt zuweilen wie ein Pulverfass, das jederzeit explodieren kann. Die Bibel formuliert, dass die Erde zur Zeit von Noah „vor Gott verdorben“ und „voller Gewalttat“ war. Das ist erschütternd. Und dennoch zeigt uns die Geschichte Noahs nicht nur das Gericht Gottes – sondern vor allem seine Geduld.

Ein faszinierendes Detail der Noah-Geschichte ist Methusalem – der älteste Mensch der Bibel. Eine mögliche Bedeutung seines Namens lautet sinngemäß: „Wenn er stirbt, kommt das Gericht.“  Und genau das geschah mit der Sintflut. Doch bevor das Gericht kam, schenkte Gott dieser Generation jahrhundertelang Zeit zur Umkehr. Das zeigt das Herz Gottes. Gott richtet nicht gerne. Er ist geduldig. Er wartet. Er ruft Menschen zurück zu sich. Seine Liebe zeigt sich gerade darin, dass er dem Menschen immer wieder neue Chancen gibt. Auch heute lebt unsere Welt noch immer in dieser Zeit der Gnade. Noch ist die Tür offen. Noch ruft Gott Menschen zu sich. Noch können Herzen verändert werden. Noch schreibt Gott Geschichten der Rettung.

 

Noah: unperfekt

Oft denken Menschen, Noah sei ein fehlerloser Held gewesen. Doch das stimmt nicht. Noah war kein perfekter Mensch – aber er war ein Mensch, der mit Gott lebte. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Gott sucht keine perfekten Menschen. Er sucht Menschen mit einem offenen Herzen. Noah hörte auf Gottes Stimme, obwohl niemand ihn verstand. Während andere ihn wahrscheinlich verspotteten, baute er jahrelang an der Arche weiter. Er hielt fest an dem, was Gott gesagt hatte. Er ließ sich nicht von der Meinung der Masse bestimmen, sondern von seinem Vertrauen auf Gott. Und genau das braucht es heute wieder. Menschen, die nicht jede gesellschaftliche Strömung mitmachen. Menschen, die Gott mehr vertrauen als dem Zeitgeist. Menschen, die auch dann standhaft bleiben, wenn sie belächelt werden. Menschen, die nicht perfekt sind, aber bereit, mit Jesus zu leben.

 

Die Gemeinde als moderne Arche

Die Arche war Gottes Rettungsplan mitten im Chaos. Heute ist Jesus dieser Rettungsplan. Und die Gemeinde Jesu ist dazu berufen, ein Ort der Hoffnung zu sein. Nicht ein perfekter Ort. Nicht ein Ort für religiöse Leistung. Sondern ein Ort, an dem Menschen Gnade erleben.

In einer immer dunkler werdenden Welt soll die Gemeinde Licht sein. Hoffnungsträger. Zufluchtsort. Familie. Gerade in Zeiten zunehmender Unsicherheit wird echte Gemeinschaft immer wichtiger werden. Menschen brauchen Orte, an denen sie getragen, ermutigt und geistlich gestärkt werden. Orte, an denen sie nicht funktionieren müssen, sondern angenommen sind. Orte, an denen Wahrheit und Liebe zusammenkommen. Die Bibel zeigt: Noah wurde nicht alleine gerettet. Seine Familie war mit ihm in der Arche. Das ist ein starkes Bild für die Gemeinde heute.

 

»Bis heute sucht Gott Menschen, die bereit sind, ihm zu vertrauen.«

 

Der Kampf um Identität

Einer der größten Kämpfe unserer Zeit ist der Kampf um Identität: Wer bin ich? Was bestimmt meinen Wert? Woran orientiere ich mich? Die Geschichte von Daniel zeigt, wie stark dieser Kampf schon damals war. Daniel und seine Freunde bekamen in Babylon neue Namen, neue Werte und eine neue Kultur aufgezwungen. Das Ziel der Babylonier war klar: Die jungen Männer sollten vergessen, woher sie kamen und wer sie waren. Doch Daniel blieb innerlich frei und dieses Rückgrat braucht es heute wieder.

Die Welt versucht ständig, Identität neu zu definieren. Menschen sollen sich permanent selbst erfinden und dabei jede Grenze auflösen. Besonders junge Menschen wachsen heute unter enormem Druck auf. Sie sollen früh Entscheidungen treffen, für die oft selbst Erwachsene keine Antworten haben.

Doch Gott hat bereits gesprochen. Deine Identität entsteht nicht aus Trends, Ideologien oder Gefühlen. Deine Identität entsteht daraus, dass Gott dich geschaffen hat. Du bist gewollt. Du bist gesehen. Du bist von Gott geliebt.

 

Jesus mitten im Feuer

Christsein wird in Zukunft vermutlich nicht einfacher werden. Schon heute erleben viele Christen Druck im Beruf, in Schulen oder im gesellschaftlichen Umfeld. Wer an biblischen Werten festhält, wird schnell als intolerant oder rückständig abgestempelt. Doch die Bibel macht Mut. Daniels Freunde wurden in den Feuerofen geworfen, weil sie sich weigerten, fremde Götter anzubeten. Und dort erschien ihnen Jesus mitten im Feuer. Das ist die große Hoffnung des Evangeliums: Gott verspricht kein problemfreies Leben. Aber er verspricht seine Gegenwart. Mitten im Feuer. Mitten im Druck. Mitten in der Unsicherheit.

Vielleicht wird Nachfolge in Zukunft mehr Mut kosten. Vielleicht wird es Momente geben, in denen Christen Entscheidungen treffen müssen, die unbequem sind. Doch gerade dann ist Gott an unserer Seite.

 

»Gott verspricht kein problemfreies Leben. Aber er verspricht seine Gegenwart.«

 

Ende mit Hoffnung

Endzeit bedeutet nicht Hoffnungslosigkeit. Zwar beschreibt die Bibel schwierige Entwicklungen. Aber sie endet nicht mit Angst – sondern mit Hoffnung. Jesus hat angekündigt, dass das Evangelium allen Nationen gepredigt werden wird. Das bedeutet: Gott hat diese Welt noch nicht aufgegeben. Noch rettet er Menschen. Noch verändert er Herzen. Noch schenkt er Heilung und Hoffnung. Noch baut er seine Gemeinde. Vielleicht fühlt sich unsere Zeit manchmal dunkel an. Aber in dunklen Zeiten leuchtet Licht am stärksten.

Trotz aller Herausforderungen darf eines niemals verloren gehen: die Freude am Herrn.

Sie ist keine oberflächliche Fröhlichkeit, sondern eine tiefe Hoffnung, die nicht von Umständen abhängig ist. Die Freude am Herrn gründet darauf zu wissen, dass Gott dich hält und mitten in deinem Alltag gegenwärtig ist. Und diese Freude wird zu einem Zeugnis für andere Menschen. Denn während die Welt immer hoffnungsloser wird, strahlen Christen die tiefe Hoffnung und Freude aus, dass Jesus lebt.

Die Tür der Arche war damals nicht ewig offen. Irgendwann wurde sie geschlossen. Doch heute ist die Einladung Gottes noch da. Noch ruft Jesus Menschen zu sich. Noch gibt es Gnade. Noch gibt es Hoffnung. Vielleicht spürst du beim Lesen dieses Artikels selbst eine Sehnsucht nach mehr. Nach Wahrheit. Nach Frieden. Nach echter Hoffnung. Dann mach dich auf die Suche nach Jesus. Suche nicht nur Erfahrungen. Nicht nur Gefühle. Nicht nur Spiritualität. Sondern suche ihn selbst. Denn darin liegt die Hoffnung für unsere Zeit.

 

Quelle – Missionswerk Karlsruhe Magazin „Freude am Leben“ Ausgabe Juli 2026

Thema: Endzeit | Beitrag kommentieren

855. Erbe für dich

Donnerstag, 2. Juli 2026 | Autor:

Liebe Besucher,

dieses Thema ist ja allgegenwärtig, wenn man bedenkt, dass täglich viele Menschen sterben und dann immer die Frage nach dem Erbe zur Sprache kommt. Leider kümmern sich aber sehr viele Menschen nicht um das sichere Erbe, dass uns von Gott zugesagt ist, wenn wir seinem Wort gehorsam sind und tun was er von uns erwartet.

Isolde Müller hat es in diesem Bericht wieder einmal auf den Punkt gebracht.

Ich möchte mich für die Genehmigung zur Veröffentlichung hier bedanken und hoffe, dass viele den Wert dieser Worte erkennen.

 

Isolde Müller – Leiterin des Missionswerk Karlsruhe

 

Ein Erbe für dich

Nimm, was dir gehört, denn Gott hat dir viel versprochen

 

Viele Familien haben schon schmerzhaft lernen müssen, wie schwierig es werden kann, wenn jemand stirbt, der sein Erbe nicht geregelt hat: Wenn beispielsweise mehrere Personen als Erbengemeinschaft erben, müssen alle Entscheidungen über ein Haus oder ein Konto einstimmig getroffen werden. Das hat schon zu viel Streit geführt. Oder es tritt ohne ein Testament die gesetzliche Erbfolge in Kraft und es erben zuweilen Personen mit, zu denen seit Jahrzehnten kein Kontakt bestand. Oder alle Kinder erben denselben Anteil – egal, ob sie jahrelang die Eltern gepflegt haben oder nicht.

Gott hat sein Erbe geregelt: Gleich am Anfang des Herbräerbriefes lesen wir, dass Gott seinen Sohn Jesus zum Erben über alles eingesetzt hat (vgl Hebräer 1,2). Er hat seinem Sohn alles anvertraut. Und später lesen wir im Hebräerbrief, dass wir Miterben sind: Weil wir von unseren Übertretungen erlöst sind, „können alle, die Gott berufen hat, das versprochene ewige Erbe empfangen“ (Hebräer 9,15).

 

»So können alle, die Gott berufen hat, das versprochene ewige Erbe empfangen.«

Hebräer 9,15

 

Du bist Teil der Familie

Ein Erbe verdient man sich nicht, sondern es wird übertragen, weil man zur Familie gehört. Wenn du Jesus Christus in dein Leben aufgenommen hast, gehörst du zur Familie – und bist deshalb erbberechtigt, so beschreibt es Paulus im Römerbrief: „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selbst zeugt mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi …“ (Römer 8,15-17).

Du bist Sohn oder Tochter und somit erbberechtigt. Jesus hat dich losgekauft, damit du nicht mehr unter Zwang, Angst oder geistlicher Armut lebst. Das Erbe ist die Grundlage für ein neues Leben: Wir sind keine Sklaven des Teufels mehr, sondern Kinder Gottes, durch die Erlösung am Kreuz.

 

Jeder ist erbberechtigt

Schon im Alten Testament hat Gott bestimmt, dass jeder Einzelne einen Anspruch auf ein Erbe hat. Dazu lesen wir eine erstaunliche Geschichte in 4. Mose 27,1-8: Ein Mann namens Zelofhad hatte fünf Töchter und keinen Sohn. Nach damaligem Gesetz hatten Frauen kein Erbrecht. Da es keine männlichen Erben gab, wäre der Landanteil ihres Vaters an andere Verwandte gefallen. Die fünf Töchter wären leer ausgegangen und hätten keine Lebensgrundlage gehabt. Doch sie klagten Mose ihr Leid und Mose bringt die Angelegenheit vor Gott. Er sagt nicht nur achselzuckend: „Das Gesetz ist halt so“, sondern er fragt Gott. Und Gott antwortet: „Die Töchter von Zelofhad haben recht. Sie sollen auf jeden Fall Grundbesitz erhalten, genauso wie die Männer aus ihrer Sippe. Ein Stück Land soll auf den Namen ihres Vaters eingetragen werden und ihnen als seinen Erben gehören. Sag den Israeliten: Wenn jemand stirbt und keinen Sohn hinterlässt, soll seine Tochter das Erbe bekommen.“

Gott nimmt die Erbfrage ernst – und klärt hier ein für alle Mal, dass jeder Mensch erbberechtigt ist. Gott änderte das Rechtssystem, damit Menschen ihr Erbe bekommen. Wenn das schon im Alten Bund so war, wieviel mehr im Neuen Testament! Damals ging es um ein physisches Erbe, heute geht es um unser geistliches Erbe. Der Teufel will uns immer weismachen, dass wir kein Recht auf Gottes Verheißungen haben, doch das Gegenteil ist der Fall. Du hast ein Recht auf deinen Erbteil!

 

»Du hast ein legales Recht auf all das, was uns in der Bibel zugesagt wird.«

 

Das Reich Gottes erben

Wenn hier auf der Erde ein Testament eröffnet wird, und du darin benannt bist, hast du die Möglichkeit es anzunehmen oder auszuschlagen. Wenn du dein Erbe ablehnst, bleibt es wirkungslos. Genauso ist es im geistlichen Bereich. Manche Christen sind Miterben, aber sie nehmen es nicht in Anspruch.

In Galater 5,21 sagt uns Paulus: „Von diesen sage ich euch im Voraus, so wie ich vorher sagte, dass die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden.“ Es gibt etwas, das uns vom Erbe ausschließt. Paulus spricht hier von „Werken des Fleisches“: Zorn, Eifersucht, Neid, Streit und Ähnliches. All das schließt uns davon aus, das Reich Gottes zu erben. Doch wenn wir diese Dinge wieder ablegen und Jesus um Vergebung bitten, haben sie keine Wirkung mehr in unserem Leben und wir können das Erbe antreten. Dann sind wir Teilhaber am Reich Gottes, an Gottes neuer Welt, dessen Währung Gerechtigkeit, Friede und Freude ist. Leben im Fleisch hält uns klein. Leben im Geist öffnet uns den Raum für unser Erbe.

 

Nimm dein Erbe in Besitz!

Du hast ein legales Recht auf all das, was uns in der Bibel zugesagt wird:

  • Du hast Vollmacht! Jesus hat seine Jünger ausgesandt und zu ihnen gesagt: „Siehe, ich gebe euch die Vollmacht, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über die ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch irgendwie schaden“ (Lukas 10,19). Dieser Widerstand geschieht in Vollmacht. Lass dich nicht einschüchtern, sondern benutze die Vollmacht, die du durch dein Erbe hast.
  • Du hast Kraft! „Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist“ (Apostelgeschichte 1,8). Der Heilige Geist ist da. Er ist in dir! Mit dem Erbe kommt die Kraft. Paulus bezeugt im Brief an Timotheus, dass Jesus ihm Kraft verliehen hat – und dieselbe Kraft wirkt auch in dir: die Kraft für jeden neuen Tag, die Kraft zu vergeben, die Kraft, Gutes zu tun und allen Versuchungen zu widerstehen, die dir jeden Tag begegnen.
  • Du hast den Sieg! Du kämpfst nicht für den Sieg, du lebst aus dem Sieg, den Jesus errungen hat. In diesem Sieg überwinden wir alle Herausforderungen, die auf uns zukommen. „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (1. Korinther 15,57). Er hat dir alles bereitgestellt, was du brauchst.
  • Ebenso gehört die Herrlichkeit Gottes zu unserem Erbe. Jesus selbst sagt, dass er die Herrlichkeit, die er vom Vater empfangen hat, an uns weitergegeben hat. Nicht erst im Himmel, nicht nur für geistliche Leiter, sondern für seine Nachfolger hier und jetzt. Im Alten Testament trug die Bundeslade die Gegenwart Gottes – im Neuen Testament trägt sie der Mensch.
  • Heilung ist nicht vom Erbe ausgenommen. Das ganze Neue Testament ist voll davon, wie Jesus Menschen heilte: „Als aber die Volksmengen es erfuhren, folgten sie ihm; und er nahm sie auf und redete zu ihnen vom Reich Gottes, und die Heilung brauchten, machte er gesund“ (Lukas 9,11). Das ist dein Erbe! In einem Testament können nicht Teile gültig sein und andere Teile nicht gültig. Entweder ist es rechtsgültig oder nicht. Warum sollte in der Bibel manche Zusagen gültig sein und dieser nicht? „Der da vergibt alle deine Sünde, der da heilt alle deine Krankheiten“ (Psalm 103,3). Jesus hat geheilt, befreit und versorgt. Viele Menschen haben schon erfahren, dass Gott sie heute genauso berührt hat. Wenn du Lasten mit dir herumschleppst, die du nicht los wirst, lade sie ab bei Jesus. Dafür ist er gekommen: um dich freizumachen.

Er hat dir ein Erbe hinterlassen und die entscheidende Frage ist nicht, ob das Testament gilt, sondern, ob du es annimmst. Nimm, was dir gehört!

 

Isolde Müller

Leiterin des Missionswerk Karlsruhe

 

 

 

 

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854. Heilungskraft

Donnerstag, 2. Juli 2026 | Autor:

Liebe Besucher,

mich hat dieser Bericht von Daniel Müller vom Missionswerk Karlsruhe wieder einmal sehr angesprochen und darum möchte ich diesen einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen. Ich hoffe, dass sie dadurch auch angesprochen werden.

 

Ich bedanke mich bei Daniel Müller für die Genehmigung hier veröffentlichen zu dürfen.

Daniel Müller – Leiter des Missionswerk Karlsruhe

 

Die gegenwärtige Heilungskraft

 

Wir können Heilung und Gottes Wirken nicht erzwingen. Aber kleine Schritte bewirken bei Gott oft große Wunder.

 

Es gibt eine Sehnsucht in dir, die sich nicht einfach abschütteln lässt, egal wie beschäftigt du bist, egal, wie stark du nach außen wirkst, egal, wie sehr du gelernt hast, mit Dingen zu leben, die eigentlich nie so gedacht waren. Denn tief in dir weißt du, dass es mehr geben muss: mehr als nur durchhalten, mehr als nur funktionieren, mehr als nur irgendwie klarkommen – nämlich echte Heilung, echte Freiheit, echte Wiederherstellung. Es gibt eine Sehnsucht in dir nach einer Berührung Gottes, die nicht nur oberflächlich ist, sondern die dich im Innersten verändert.

 

»Heilung fließt aus Gottes Wesen, aus seiner Natur, aus seinem Herzen heraus.«

 

Vielleicht hast du dich daran gewöhnt, dass bestimmte Dinge einfach „zu deinem Leben gehören“, dass Schmerzen bleiben, dass innere Wunden Teil deiner Geschichte sind, dass Gebete manchmal unbeantwortet scheinen. Doch was wäre, wenn das gar nicht die Wahrheit ist? Was wäre, wenn Gott nie vorgesehen hat, dass du dich mit weniger zufriedengibst, als er für dich vorbereitet hat?

 

Gott handelt noch immer

Du musst nicht auf einen besonderen Moment warten, nicht auf einen perfekten Zustand, nicht auf einen Tag, an dem dein Glaube stark genug ist. Denn Gott ist nicht in der Zukunft gefangen. Er ist nicht auf Distanz, nicht schwer erreichbar, sondern er ist gegenwärtig, genau jetzt, während du diese Worte liest, mitten in deinem Alltag, mitten in deiner Situation, mitten in dem, was dich gerade beschäftigt, und genau darin liegt die Kraft des Evangeliums: Gott hat nicht nur einmal gehandelt, sondern er handelt noch immer.

Als Jesus sagte, dass der Geist des Herrn auf ihm ist, um zu heilen, hat er keine Theorie formuliert, sondern eine Realität eröffnet, die bis heute gilt, und dieser gleiche Heilige Geist ist nicht verschwunden, er ist nicht weniger geworden, er ist nicht zurückgezogen, sondern er wirkt weiter, leise, kraftvoll, liebevoll, beständig, und vielleicht ist er dir näher, als du es jemals gedacht hast.

 

Heilung ist Ausdruck seines Wesens

Gott entscheidet sich nicht, gelegentlich zu heilen – sondern Heilung fließt aus seinem Wesen, aus seiner Natur, aus seinem Herzen heraus. Denn Gott ist gut, er ist voller Leben, voller Liebe, voller Wiederherstellung, und alles, was er berührt, trägt diese Handschrift. Deshalb ist Heilung kein Sonderfall, sondern ein Ausdruck seiner Gegenwart, ein Zeichen seines Reiches, ein Echo des Himmels auf der Erde.

 

»Gott hat nicht nur einmal gehandelt, sondern er handelt noch immer.«

 

Die Bibel sagt, dass er derselbe ist, gestern, heute und in Ewigkeit. Deshalb ist das, was du in den Evangelien liest, nicht nur Geschichte, sondern Einladung, Verheißung und Möglichkeit – auch für dich, auch jetzt.

 

Der Heilige Geist bringt den Himmel in dein Leben

Der Heilige Geist ist nicht einfach eine Kraft, die irgendwo existiert, sondern er ist die lebendige Gegenwart Gottes, die den Himmel in dein Leben hineinträgt. Der Heilige Geist ist die Verbindung zwischen dem, was Gott ist, und dem, was du erlebst. Wo er Raum bekommt, da beginnt sich etwas zu verändern, manchmal sichtbar, manchmal unsichtbar, aber immer real.

Vielleicht hast du gelernt, deine Erwartungen herunterzuschrauben, dich anzupassen, dich zu arrangieren. Doch der Heilige Geist lädt dich ein, neu zu sehen, neu zu glauben, neu zu hoffen. Denn wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit: eine Wirklichkeit, die dein Leben berühren will.

 

Heilung beginnt mit Empfangen, nicht mit Anstrengung 

Du musst dich nicht anstrengen, um Gott zu bewegen. Du musst ihn nicht überzeugen, du musst nicht kämpfen, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen: Er ist schon da, schon bereit, schon am Wirken. Und oft liegt der Schlüssel für uns nicht darin, mehr zu tun, sondern darin, loszulassen, still zu werden, offen zu werden, empfänglich zu werden.

Es ist so leicht, in einen Modus zu geraten, in dem du denkst, du müsstest mehr glauben, mehr leisten, mehr richtig machen. Doch die Wahrheit ist: Heilung entsteht nicht aus deinem Druck, sondern aus seiner Gegenwart. Alles, was es manchmal braucht, ist ein ehrliches Herz, das sagt: Gott, ich öffne mich. Ich lasse zu. Ich empfange, auch wenn ich noch nicht alles verstehe.

 

Momente der Veränderung

Es gibt diese Momente, in denen etwas geschieht, das du nicht erklären kannst, Momente, in denen Frieden plötzlich real wird, in denen Schmerz nachlässt, in denen sich etwas in dir löst, das lange starr und fest war. Genau das sind die Momente, in denen der Himmel die Erde berührt. Meist sind sie gar nicht spektakulär im äußeren Sinn, aber tiefgreifend im Inneren. Wenn der Heilige Geist wirkt, bleibt nichts unverändert, dann beginnt ein Prozess, der dich Stück für Stück in Freiheit führt, in Leichtigkeit, in Leben. Vielleicht hat dieser Prozess schon längst begonnen, ohne dass du es bemerkt hast?

 

»Im Reich Gottes sind es oft die kleinen Schlüssel, die große Türen öffnen.«

 

Jetzt ist dein Moment

Vielleicht ist genau jetzt dieser leise, aber entscheidende Moment, in dem du innerlich stehenbleibst und merkst, dass Gott dich ruft, eine Einladung voller Liebe und Nähe ausspricht. Und alles, was er sich wünscht, ist dein Ja. Ein einfaches Ja, das sagt: Ich öffne mich, ich vertraue dir, ich lasse dich wirken, ich höre auf, alles kontrollieren zu wollen, und beginne zu empfangen, was du für mich hast. Vielleicht fühlt sich dieses Ja klein an, unsicher, vorsichtig. Aber im Reich Gottes sind es oft genau diese kleinen Schlüssel, die große Türen öffnen.

 

Daniel Müller

Leiter im Missionswerk Karlsruhe

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Gott ist gut
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