857. Königstochter – Monika
Sonntag, 26. Juli 2026 | Autor: intern
Liebe Blogbesucher,
wenn sie diesen Bericht lesen, dann werden sie es nicht glauben, was erwachsene Menschen, Kinder antun können. Es ist ein deutlicher Beweis, dass Satan (Fürst dieser Welt) in unserer Gesellschaft noch viele Gehilfen hat, die sein abscheuliches Werk ausführen. Es ist ihn nur möglich, weil Menschen ihr Leben ohne Gott führen und ihnen seine Gebote und sein Wort gleichgültig ist. Sie wollen selbst Gott spielen und fallen so in die Hände des Widersachers Gottes.
Der Fall von Monika ist ein Beispiel dafür wie abgrundtief und menschenverachtend Menschen handeln können. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass es viele solcher Beispiele gibt, die nicht ans Licht kommen. Viele dieser Opfer werden ein Leben lang kein normales Leben mehr führen können, wenn sie nicht wie Monika Gottes Gnade und Barmherzigkeit erfahren dürfen.
Ich staune immer wieder über die Führungen Gottes, welche Wege er aufzeigt, und die, wenn wir sie ergreifen uns aus jedem Tal des Todes herausführen. Monika hat dieses Rettungsseil ergriffen und wurde in einen Prozess der körperlichen, seelischen und geistlichen Heilung geführt. Dafür gebührt Gott die Ehre!
Möchte mich bei Monika und der Voice Redaktion Frau Müller für die Genehmigung zur Veröffentlichung hier in meinen Blog sehr herzlich bedanken.
Königstochter
Monika Isabella Braun, Mutter einer erwachsenen gläubigen Tochter, ist Finanzamtsangestellte in Pforzheim. Ihre bewegende Geschichte findet sich auch in der ERF-Reihe „Mensch, Gott“ auf YouTube. Kontakt zu Monika: monikaisabella@gmx.de.
Meine Mutter war eine starke Alkoholikerin. Mein Vater war schon vor der Hochzeit und einmal danach fremdgegangen. Immer wieder saß er im Gefängnis, weil er sich vor anderen Menschen exhibitionistisch entblößte. Ihren Frust lud unsere Mutter an uns acht Kindern, besonders an uns beiden Mädchen, ab und verprügelte uns häufig. Immer wieder schrie sie mich an, dass ich nichts wert sei und dass sie es hasste, dass ich da war. Als einmal meine Schwester und ich, übersät von blauen Flecken, in die Schule kam, sprachen uns Lehrer darauf an. Doch wir spielten die Sache herunter und ließen uns irgendwelche Ausreden einfallen. Denn wir Geschwister wollten auf keinen Fall getrennt werden, wenn das Jugendamt eingeschaltet würde.
Misshandelt und missbraucht
Mein Opa und einer unserer Nachbarn missbrauchten mich immer wieder auch sexuell. Als ich acht oder neun Jahre alt war, nahm Mama mich mit in die Kneipe. Sie hatte wieder heftig getrunken und sagte zu den Männern, die dort saßen: „Da, ihr könnt sie haben.“ An diesem Abend vergewaltigten mich drei Männer. Ich versuchte, das alles zu verdrängen, doch das Erlebnis verfolgte mich noch viele Jahre. Im Schlaf hörte ich immer innerlich das Gelächter und Schnaufen meiner Vergewaltiger.
Oft hatte ich Angst, wenn ich von der Schule nach Hause kam, weil ich nicht wusste, in welchem Zustand ich meine Mutter antreffen würde. Mit 15 Jahren begann ich daher mit Kickboxen, um mich besser schützen zu können. Als meine Mutter mich wieder einmal schlagen wollte, drohte ich ihr: „Wenn du mich noch einmal anlangst, schlage ich zurück.“ Von diesem Zeitpunkt an schlug sie mich nie wieder.
In meiner Lehre als Friseurin las mein Chef eines Tages in der Zeitung von einem Exhibitionisten und machte sich darüber vor den Kunden lustig. Tiefe Traurigkeit und Scham überkamen mich. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen, bat ihn in den Nebenraum und vertraute ihm an, dass er bitte nicht mehr über diesen Mann reden möchte. Ich sagte ihm, dass mich diese Gespräche verletzten. Denn dieser Exhibitionist war mein Papa.
Zusammenbruch
Mit 16 Jahren zog ich zu einem Bekannten, musste aber, weil ich finanziell noch nicht unabhängig sein konnte, bald wieder zurück zu meinen Eltern ziehen. Mit 19 zog ich dann endgültig aus. Doch das Schema aus meiner Kindheit wiederholte sich auch, als das Elternhaus schon verlassen hatte. Wiederum stieß ich auf Männer, die mich wie Dreck behandelten. Nie sprach ich über die Dinge, die ich in meiner Kindheit erlebt hatte – und auch nicht über die neuen Demütigungen, die man mir zufügte. Ich nahm starke Antidepressiva. Mein Zwerchfell bäumte sich immer wieder auf und verursachte permanenten Schluckauf.
Mit 27 Jahren kam es, wie es kommen musste: Ich bekam keine Luft mehr und hatte einen kompletten Nervenzusammenbruch. In der Folge begann ich eine Behandlung, in der ich mich jedoch auch wiederum nur zögerlich öffnen konnte. Nach einigen Sitzungen sagte die Therapeutin: „Ein Wunder, dass Sie überhaupt noch leben.“ Aber ich schaffte es auch nicht, mit ihr das Erlebte aufzuarbeiten, und brach die Behandlung bald wieder ab.
Kurz darauf lernte ich einen Mann kennen. Ich liebte ihn nicht wirklich, aber weil ich mir ein Zuhause wünschte, zog ich mit ihm zusammen. Er war ein Narzisst, der schon bald begann, mich von meiner Außenwelt und meinen Bekannten zu isolieren. Auch verbot er mir, weiter arbeiten zu gehen. Als ich schwanger wurde, begann er sogleich über meinen Kopf hinweg zu bestimmen, wie mit dem Kind umzugehen sein würde. Auch seine Mutter hing am Alkohol und war mir gegenüber aggressiv. Ich war psychisch am Ende. Nach der Schwangerschaft wurde ich immer dünner. Ich dachte mir: Wenn ich jetzt nicht gehe, hat mein Kind entweder keine Mutter mehr oder ich lande in der Psychiatrie.
Absprung
Irgendwann schaffte ich doch den Absprung. Als meine Tochter ein halbes Jahr alt war, packte ich sie und meine Klamotten und zog fluchtartig aus. Ihr Vater verfolgte mich nun gerichtlich, weil er mir das Kind wegnehmen wollte. Ich begann nun selbst, in den Alkohol zu rutschen. Nächtelang konnte ich nicht schlafen und, wenn doch, hatte ich Albträume. Ich sah keinen Sinn mehr im Leben. Eines Nachts rief in meiner Verzweiflung laut von meinem Balkon in den Himmel: „Gott, wenn es dich gibt, dann hilf mir!“
Weil meine Tochter häufig gegen 4.30 Uhr aufwachte, kam eine Frau, die über mir wohnte und sich gestört fühlte, zu mir herunter, weil sie nicht mehr schlafen konnte. Eine Stunde lang diskutierten wir an der Wohnungstür darüber, was wir tun könnten. Als ich sie schließlich doch hereinbat und ihr einen Kaffee anbot, meinte sie: „Jetzt kann ich dir sagen, warum ich wirklich zu dir heruntergekommen bin. Jesus hat mich runtergeschickt.“
Ich brach in Tränen aus. Ich erzählte ihr, wie sehr ich nach Gott geschrien hatte. Und tatsächlich hatte Jesus mich gehört! Weil es Sonntag war und sie in den Gemeindegottesdienst nach Lichtenfels gehen wollte, trafen wir uns am gleichen Abend noch einmal. Silvia erzählte mir von Jesus und was er in ihrem Leben getan hatte. Ich wusste sofort: Das will ich auch! Und so übergab ich auch selbst Jesus mein Leben.
Tiefe Liebe
Als ich betete, hatte ich plötzlich ein Bild vor Augen: Ich sah, wie Jesus das Kreuz auf seinen Schultern trug und auch sein von Schmerzen verzerrtes Gesicht. Eine tiefe Liebe, wie ich sie noch nie erlebt hatte, kam in mein Herz. Ich weinte stundenlang. Als ich von Silvia zurück in mein Wohnzimmer ging, sah ich, dass auf allen meinen Uhren Datum und Uhrzeit auf null standen. Für mich war das das Zeichen, dass mit Jesus mein Leben ganz neu begonnen hatte.
Ich begann damit, in der Bibel zu lesen. Meine Beziehung zu Jesus vertiefte sich hierdurch stetig. Doch die Traumata verfolgten mich noch viele Jahre. Ende 2022 hatte ich kurz hintereinander zwei Träume, in denen ich sah, wie ich als Kind missbraucht und vergewaltigt worden war. Ein paar Tage später, an Neujahr, begegnete mir in meiner Gemeinde eine fremde Frau, die – ohne irgendetwas von mir zu wissen – mir auf den Kopf zusagte: „Ich sehe, was die Männer alles mit dir gemacht haben.“
Dann hatte ich einen Traum, wie ich in eine Gasse ging und von einem Mann überholt wurde, der sich bedrohlich vor mir aufbaute. Aber ich sah auch, wie eine Engelslegion sich um mich stellte und Jesus dem Mann ein Stoppschild entgegenhielt, so als wollte er sagen: „Stopp, du hast kein Anrecht mehr, meine Tochter anzurühren.“
Wieder wach, fragte ich Jesus, was das alles bedeuten sollte. Innerlich hörte ich die Stimme: „Das ist und war deine Vergangenheit.“ Und ich sah, wie die Hand Gottes in mich hineingriff und meinen ganzen Schmerz aus mir herausriss. Ich schrie auf, aber ich fühlte mich auch unendlich leicht – wie neugeboren.
Vergebung
Als Christin wusste ich, dass ich auch den Menschen, die mir so großes Leid angetan hatten, vergeben musste. Ich lernte, dass es mir umso besser ging, je mehr ich vergeben konnte. Am 75. Geburtstag meiner Mutter bedeutete mir der Geist Gottes, mich bei ihr zu melden. Jahrelang hatte ich keinerlei Kontakt mehr zu ihr gehabt. Von meinem Bruder ließ ich mir ihre Telefonnummer geben. Sie war schon schwer krank. Ich rief sie an, segnete sie und sagte ihr, dass ich ihr alles vergab, was sie mir angetan hatte. Sie sagte nichts. Doch spürte ich, wie sie am anderen Ende weinte. Ein paar Tage später erhielt ich eine Textnachricht von ihr. Darin stand nur: „Danke.“ Ich habe sie nie mehr gesehen. Zwei Wochen später starb sie.
Auch meinem Opa und meinem Nachbarn, die mich so oft missbraucht hatten, und selbst den drei Vergewaltigern konnte ich schließlich vergeben.
Heute bin ich völlig frei – von meinen Depressionen, aber auch meinen Zwerchfellproblemen. Immer wieder schickt Gott mich in Gemeinden, um dort meine Geschichte zu erzählen. Dabei kommt es vor, dass der Heilige Geist hierdurch Männer an eigene Schuld erinnert und zur Buße führt, aber auch, dass sich Männer öffnen, die selbst missbraucht und vergewaltigt worden sind.
Ich bin dankbar für die Prozesse, durch die ich gehen durfte. Immer wieder habe ich dem Herrn hierfür mein Ja gegeben. Und jedes Mal, wenn ein Schmerz geheilt wurde, kam neue Freiheit in mich, und Gott füllte mich mit seiner Liebe, seiner Gegenwart und mit allem, was ich brauchte. Ich habe ihn als den Papa kennengelernt, den ich nie hatte. Was immer auch die Menschen früher über mich gesagt haben: Heute weiß ich, dass ich wertvoll bin. Ich bin Tochter des Allerhöchsten – eine Königstochter. Und ich weiß: ER ist lebendig und wahrhaftig. Und ER war immer da!
Quelle – Magazin von Christen im Beruf




