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114. Glauben – wie lerne ich das?

Montag, 14. Juni 2010 | Autor:

Glauben tut jeder!

Glauben – das tut bestimmt jeder. Der eine sagt vielleicht: „ Ich glaube, sie mag mich. „ Sie sagt: „Ich glaube, er sieht mich gern. „ Der eine meint: ,,Ich glaube, ich habe die richtige Entscheidung getroffen”. Jemand anderes sagt: „Ich glaube, das geht gar nicht anders.” Die einen denken: „Ich glaube, der Arzt macht schon keinen Fehler.” Andere wiederum, die mit ihrem Auto zur Werkstatt müssen, sagen: „Ich glaube, der Kraftfahrzeugmeister betrügt mich schon nicht. Ich weiß nicht, was Sie denken, wenn Sie zum Bäcker gehen und sich dort die Brötchen oder das Brot holen. Sie glauben ganz bestimmt, dass der Bäcker Ihnen kein Unkrautvertilgungsmittel hinein gemixt hat. Bewiesen hat er es Ihnen zwar nicht. Oder wenn Sie zum Fleischer gehen und ein Stück Kalbfleisch verlangen, dann glauben Sie auch, dass es Kalbfleisch ist und nicht ein Stück von einer deutschen Dogge. Also: wir glauben!

Was glauben wir heute nicht alles! Was uns da im Fernsehen vorgesetzt und erzählt wird, ob das immer stimmt? Selbst die Leute, die sagen ,,ich glaube nichts”, glauben eben an nichts. Und es hat jemand mal gesagt: ,,Atheismus ist der Glaube an keinen Gott”, aber es ist auch ein Glaube; denn bewiesen hat es bis heute niemand, daß es keinen Gott gibt. Glauben tut jeder, aber an was oder wen, das ist die Frage!

Was bedeutet für mich glauben?

Ist es für mich nur ein theoretisches „Für-wahr-halten“ oder darf der Glaube mein Leben bestimmen? Ist das, an was ich glaube, für mich Glück und ewige Seligkeit oder ist es nur eine irdische, vorläufige Hilfe? Der Glaube an Gott und an Jesus, meinen viele, ist für uns moderne Leute eine Zumutung. Am meisten, so sagen die Leute, ist er eine Zumutung für unseren Verstand. Aber der Glaube an Jesus ist am wenigsten eine Zumutung für unseren Verstand. Er ist vor allem eine Zumutung für unseren Willen!

Was hindert Sie zu glauben?

Ihr Gefühl?
Viele müsste man fragen: ,,Was hindert Sie eigentlich, an Gott und an Jesus zu glauben?” Vielleicht Ihr Gefühl? Manche hindert ihr Gefühl. Sie warten darauf, dass irgendein frommes Gefühl kommt. Aber wer sich von seinem Gefühl abhängig macht, der hat sich auf das Unzuverlässigste verlassen, was es gibt. Unser Gefühl hängt vom Wetter ab, von unsrer Stimmung, vom Schlafen, vom Ergehen – oder wie jemand mit uns umgeht. Wer sich auf sein Gefühl verlässt, der ist verlassen! Glauben, ohne zu fühlen, gilt es. Warten Sie nicht auf fromme Gefühle, auf irgendwelche Bußgefühle, Bekehrungsgefühle, Glaubensgefühle oder Liebesgefühle- das bringt nichts!

Ihre Zweifel?
Hindern Sie Ihre Zweifel? Glaube wendet sich als erstes an meinen Geist und Willen mit dem Anspruch des Wortes Gottes. Viele sagen, ihre Zweifel hindern sie zu glauben. Was sind das für Zweifel? Manche haben Zweifel aus Unkenntnis. Sie haben sich noch nie richtig mit der Bibel oder mit Jesus befasst, aber bezweifeln sie. Oder manche sagen auch: “Ich glaube nicht, was mir nicht bewiesen ist.“

Denen muss man doch erwidern: ,,Was dir bewiesen ist, brauchst du nicht mehr zu glauben.” Diese Zweifel sind einfach töricht. Hier hat man zu kurz gedacht und sich nicht intensiv genug mit der Sache befasst.
Es gibt Massenzweifel, die man heute so in Groschenblättern überall serviert bekommt, die man massenweise immer wieder lesen kann und vorgekaut bekommt. Sie sind billig wie diese Blätter. Da braucht man selbst nicht nachzudenken. Die kann man einfach übernehmen. Sind das Ihre Zweifel? Oder haben Sie ,, vorgestellte” Zweifel? Manche nehmen ihre Zweifel wie ein Alibi, wie ein Schutzschild tragen sie diese dauernd vor sich her. Es darf für sie Gott einfach nicht geben. Denn wenn es Gott geben würde, dann müssten sie ihm auch gehorchen und seinen Geboten folgen. Darum stellen sie dauernd Gott in Frage. Mit immer neuen Fragen bezweifeln sie Gott. Und so lange sie Gott in Frage stellen können, brauchen sie ihm nicht zu gehorchen. Das sind unredliche Zweifel.

Klaus Eickhoff erzählt in seinem Buch „Ich muss mit Dir reden” von einem jungen Mann, der in einer Vortragswoche jeden Abend mit ihm gesprochen hat. Er hat ganz ernstlich versucht, ihm sämtliche Zweifel zu nehmen und der Reihe nach eine Frage nach der anderen zu erklären. Aber er konnte ihn nicht überzeugen. Schließlich wurde ihm das zu ,,bunt”. An einem Abend sagte er: ,,Jetzt mal ehrlich, warum glaubst du eigentlich nicht? Und ganz ehrlich, was hindert dich zu glauben?“,,Ja”, meinte er so ein bisschen betreten, ,,wenn ich so darüber nachdenke, eigentlich nichts.“
,,Ja, warum glaubst du dann nicht?”, fragte Klaus Eickhoff. Und nun wurde es peinlich., , Ja, Sie müssen wissen”, sagte er, ,,ich habe da eine Freundin.” ,,Das ist doch nicht schlimm, wenn du eine Freundin hast ” , sagte Klaus Eickhoff, „ich habe auch eine Freundin gehabt. Heute ist sie meine Frau.” ,,Ja, aber meine ist schon verheiratet”, sagte der junge Mann. Jetzt kam es heraus. Sein eigentliches Problem war sein Leben – sein Leben, das mit Gott und seinen Geboten nicht übereinstimmte. Das Problem war nicht Gott. Aber Gott musste dauernd problematisch gemacht werden, damit nur er selber mit seinem Problem nicht entdeckt wurde und in dieser Situation bleiben konnte. Es gibt Zweifel aus Überschätzung des Verstandes. Da will man seine Grenze nicht anerkennen. Unser Verstand ist eben nicht allwissend und allmächtig. Man kann mit seinem Verstand allein Gott nicht in den Griff bekommen. Hier muss Gottes Geist über meinen Geist kommen, und ich darf ihn gnädig bitten: „Offenbare Du Dich mir. Zeige Du Dich mir in Deinem Wort oder unter der Verkündigung. Laß mich Dich schauen und erleben. „Gott ist größer als unser Verstand! Er kann mit seinem Geist über meinen Geist kommen und ihn erleuchten, so dass ich ihn erkennen und anerkenne.

Ihr Wille?
Viele hindern aber nicht nur ihre Zweifel. Viele hindert ihr Wille. Und dieses Hindernis muß sehr ernst genommen werden. Viele haben eine Menge erkannt von Gott, von seiner Wahrheit, von dem, was Jesus gelebt und gesagt hat, und sehen das auch alles für wahr und richtig an. Aber sie wollen dieser Erkenntnis nicht folgen. Sie wissen genau dass das Konsequenzen für ihr Leben hat . Sie müssten hier ihren Willen einspannen. Da steht Gottes Wille gegen den Eigen-Willen. Ich möchte mein Eigenleben im Eigenwillen einfach nicht aufgeben. Ich möchte mein eigener Herr bleiben und nicht Gottes Willen tun. Aber Glaube an Jesus ist immer Glaubensgehorsam unter Jesus. Ohne diese Konsequenz geht es nicht.

Ihre Schuld?
Viele hindert ihre Schuld. Sie wissen, dass ihr Leben nicht mit dem übereinstimmt, was Gott will (das ist Schuld). Aber sie wollen so weiterleben wie bisher. Es macht ihnen Spaß so zu leben. Sie meinen, das wäre die Freiheit. Sie wollen keine Sinnesänderung. Ihre Schuld hindert Sie, wirklich zu glauben und trennt Sie von Jesus. Was hindert Sie: Ihre Schuld, Ihr Wille, Ihre Zweifel oder Ihr Gefühl?

Glauben – wie lerne ich das?

Ich möchte Ihnen anhand einer biblischen Geschichte diese Frage beantworten. Sie kennen diese Geschichte sicher gut, wenn ich sie Ihnen erzähle. Sie steht in Lukas 5, 1-11. Sie sollten diese Bibelstelle aufschlagen und nachlesen. Ich weiß nicht, ob Sie schon einmal einen Dia-Bericht über Israel gesehen haben oder selbst in Israel waren.

Es war dort am Nordwestufer des Sees Genezareth. Dort hat diese Geschichte sich abgespielt. In irgendeiner Seitenbucht liegen einige Fischer mit ihren Booten, die vom Fischfang nachts zurückgekommen sind. Sie sind müde, aber sie waschen schnell noch ihre Netze. In dieser gleichen Bucht auf der anderen Seite hat sich ,,viel Volks” gelagert. Jesus selbst steht am Ufer des Sees und predigt, und die Menge des Volks hört ihm zu. Auf der einen Seite diese Fischer – resigniert, die ganze Nacht nichts gefangen, nur Mühe und Plage gehabt, ohne Erfolg. Trüb und sorgenvoll ödet sie alles an, dazu noch einen schweren Tag vor sich. Dann hören sie immer wieder neben dem Plätschern der Wellen, dass da drüben jemand predigt. Was soll denn das Gerede? Sie haben ganz andere Sorgen!

1. Absetzen und zuhören
Unter diesen Fischern ist einer, den wir aus der Bibel gut kennen, der Petrus. Bis dahin war er in der Bibel nicht bekannt. Aber Jesus hat nicht nur die Masse im Auge, sondern den einzelnen. Und so kommt es dann dazu, dass Jesus zu den Fischern hingeht und einen bittet – nämlich Petrus, nachdem er in sein Boot getreten ist: ,,Rudere mich bitte ein Stück vom Land, dass die Leute mich besser sehen und hören können.” Mit dieser Bitte sagt Jesus etwas, was er zu vielen in dieser gehetzten Zeit sagen möchte, nämlich: Komm und höre!
So hat Gott vielleicht schon Menschen benutzt, die sind in Ihre Wohnung gekommen und haben Sie gebeten: Komm doch mal mit, nicht mit einem Schiff, sondern nimm den Weg unter die Füße, oder setz dich in dein Auto – aber setz dich ein bisschen ab vom Alltag, von deinem normalen Leben und hör doch mal zu! Hör doch mal auf Jesus! Darin gipfelte die Bitte des Herrn Jesus auch bei Petrus: ,,Komm, Petrus, setz dich mal ein bisschen zu mir.” Und dann rudert er den Herrn Jesus dort hinaus und setzt sich zu ihm ins Boot.

Was mag der Petrus für Gedanken gehabt haben? Jesus kennt unsere Gedanken. Er weiß, was auch Sie bewegt, und was Sie an Sorgen haben. So erfuhr es Petrus auch. Es ist ihm bestimmt nicht sofort gelungen, abzuschalten. Er hat den Herrn Jesus vor sich gehabt, vielleicht hat er zunächst ein bisschen eine fromme Miene aufgesetzt. Er soll auch einen Bart gehabt haben. Vielleicht hat er sich auch in seinem Bart gekrault und hielt sich selbst hinter seiner aufgestützten Hand versteckt. Er hat so ein bisschen durch die Finger geblinzelt und beobachtet, wie die Frommen da vorne zuhören oder nicht zuhören. Mit dem einen Auge hat er auf die Frommen gesehen und mit dem anderen zu Andreas und seinen Freunden hinüber, die die Netze immer noch wuschen. Es ist schwer, zuzuhören! Es ist schwer, auf Jesus zu hören. Aber damit beginnt Glaube ganz praktisch: mit dem Hören auf Jesus. Eigentlich schon mit dem Stillwerden vor ihm.

Setzen Sie sich doch einmal ab von allem, lassen Sie mal wirklich alles hinter sich. Setzen Sie sich „zu Jesu Füßen” und hören Sie zu, wo sein Wort verkündigt wird. Greifen Sie nach seinem Wort, nach der Bibel, nach einer Kassette mit Wortverkündigung oder nach einem Buch mit dem Verlangen, Jesus zu hören. Setzen Sie sich mal von allem anderen ab und hören Sie auf ihn. Werden Sie einmal wirklich still. Lassen Sie sich durch nichts ablenken, durch nichts irritieren, seinen Sie konzentriert auf ihn mit der Bitte: „Herr, rede, ich möchte dich hören.”

Jesus kann mit uns reden. Bei Petrus ging es dann so: Jesus spricht sehr persönlich mit ihm, nicht nur so allgemein predigend, sondern sehr persönlich. Als er das Volk nämlich entlassen hat, da hat er nur Petrus im Boot. Jesus wusste um sein Probleme, er wußte um seine Not, und er redet an dieser Not und seinem Problem und an dem Konflikt seines Lebens und seiner ganzen inneren Lage nicht vorbei, sondern er sagt ihm: „Petrus, fahre hinaus auf den See, wirf die Netze aus, du wirst einen großen Fang tun!” Das war ein ganz persönliches Wort von Gott an Petrus. Dann hat Petrus für sich gedacht – genauso wie wir manchmal denken und unsere Bedenken haben – das ist doch eine starke Zumutung, so ein Unsinn, am helllichten Tage da hinauszufahren. Da sehen schon die Fische allein den Schatten meines Bootes und werden von dem Schatten vertrieben! Und da soll ich die Netze auswerfen?! Nein, das hat keinen Sinn, das tue ich nicht.

Nein, diese Konsequenz nicht ! Nur nicht so! Man fühlt sich überfordert und blockiert sich. Bei Petrus war das ähnlich. Nach diesem Befehl Jesu so ganz persönlich in seine Lage hinein: „Fahre hinaus auf die See, wirf deine Netze aus, du wirst einen großen Zug tun”, da stand vor ihm auf einmal alles, was ihn hinderte zu glauben: seine eigene Erfahrung, sein Verstand, seine Kenntnisse, seine Zweifel und Bedenken und vor allem die anderen. Wenn er das machen würde, jetzt – da hinausrudern am hellichten Tage – was würden die anderen sagen?!

Was meinen Sie, wie viele die Konsequenzen ihres Glaubenslebens nicht ziehen wegen den anderen, wegen der Ehe und Familie, wegen den Verwandten und Bekannten, den Nachbarn und Kollegen und dann wegen den Freunden.
Wir haben das schon angesprochen: ,,Gehört habe ich es wohl, allein mir fehlt der Glaube, der es t u t.“ Viele sind diesen ersten Schritt des Glaubens gegangen, sie haben gehört, sie haben auch erkannt, daß das, was da gesagt wird, stimmt und trägt und wahr ist. Man spürt: ,,Das geht mir sogar zu Herzen, das würde mein Leben bereichern. Wenn ich diese Konsequenz ziehen würde, dann würde manches sich in meinem Leben ändern, das weiß i c h.“ Aber sie haben es nie getan, es nie gewagt. Hören auf Jesus, wäre das erste!

2. Erkennen
Wer redet denn da? Erkennen, wer Jesus ist, das ist der zweite Schritt im Glauben. Wer steht hinter den Worten? Hier in dieser Geschichte wird das ganz klar. Petrus überlegt sich das hin und her, und dann auf einmal sagt er: ,,Wir haben zwar die ganze Nacht nichts gefangen, aber weil du es sagst, Rabbi, auf dein Wort will ich es wagen!” Und er nennt den Herrn Jesus Rabbi, Meister, und damit erkennt er, wer hinter den Worten steht und wer da spricht.
Wissen Sie, das sind dann die entscheidenden Unterschiede, die man wirklich im Glauben einmal erkennen muß. Da redet nicht der Pastor, da redet nicht der Prediger, da redet nicht der Evangelist, da redet nicht ein Mensch, sondern es wird wahr, was in Matthäus 10,20 steht, was Jesus seinen Jüngern sagt: „Ihr seid es gar nicht, die da reden, sondern des Vaters Geist ist es der durch euch redet.” Da redet Jesus zu ihnen. Da steht hinter dem Wort Jesus selbst. Und was sagen Sie zu Jesus? Wer ist Jesus für Sie? Ist er ein lieber Heiland? Ist er so ein fernes, fremdes Wesen? Ist er ein Religionsstifter? Ist er nur ein Sozialreformer? Wer ist Jesus für Sie? Nur ein unpersönliches Wesen, so ein unverbindlicher Mensch, oder ist er Gottes Sohn und Ihr persönlicher Herr?

Petrus erkannte: Hinter diesem Wort steht der, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist. Er sagt mir das. Er spricht mich an. Er selbst redet jetzt persönlich mit mir!

In dem Moment, wo er das erkennt, da entzündet sich sein Glaube. Was mögen Menschen uns schon für gute Worte gegeben haben in unserem Leben, aber die tragen nicht. Doch dieses Wort Jesu Christi trägt, auf das können Sie bauen, darauf können Sie sich verlassen. Vor allem auf den, der dahintersteht, auf Jesus, den Allmächtigen, auf den kommt es an. An den gilt es zu glauben, ihn gilt es als Herrn anzuerkennen. Damit beginnt Glaube: ,,Auf dein Wort hin”, weil du es sagst, will ich folgen, will ich das tun – so meint es Petrus.

3. Wollen
Hier kommt der dritte Schritt. Petrus will! Ich muss wollen, was Jesus will. Theoretisch erkannt haben eine Menge, was Jesus will. Gehört haben schon viele Menschen die biblische Botschaft und Verkündigung von Jesus und seinen Anspruch auch erkannt. Aber, ob sie es gewollt haben, was Jesus will, das ist der entscheidende Schritt. Jesus wendet sich mit seinem Wort über unseren Geist an unseren Willen. So kommt Paulus zum Glauben, als er vor Damaskus zusammenbricht. Da ist seine erste Frage: “Herr, was willst du, das ich tun soll?” Glauben ist erst wirklich Glauben, so wie ihn Jesus erwartet, wo ich den ersten Schritt des ,, Glaubensgehorsams” tue. An einem Punkt, wo ich in meinem Leben erkannt habe, das ist richtig, das ist wahr, da müsste ich es eigentlich endlich wollen und tun. Also, das Erkannte dann wirklich wollen und tun, das ist Glaube! Bleiben Sie nicht in Erkenntnissen stecken, warten Sie nicht auf ein frommes Gefühl, es kommt auch kein Engel zu Ihnen, ganz nüchtern geht es um Ihren Willen.

Manche Leute, mit denen ich sprechen konnte, waren sehr überrascht, dass ich das, was sie bewegte, ganz nüchtern auf diesen Kristallisationspunkt, führte und fragte: “Was willst du eigentlich, willst du nun glauben an Jesus oder willst du nicht? Willst du endlich im Gebet mit ihm reden oder nicht? Willst du weiter auf sein Wort hören und zur Bibel greifen oder nicht? Willst du seine Gemeinde suchen oder nicht? So wird Glaube gelebt. Willst du das, was in deinem Leben einfach krumm und schief liegt und von Jesus her nicht bejaht wird, endlich lassen oder nicht? Was willst du?” Willst du deinem Eigenwillen folgen oder deinen Willen unter Jesus beugen?
Gott zeigt uns immer einen Punkt, der dran ist, den gilt es zu wollen und zu tun. ,,Aber”, sagte Jesus der Stadt Jerusalem, ,,ihr habt nicht gewollt.” Mit diesem „Nicht – Wollen“ blockieren die meisten ihr Glaubensleben. Die meisten legen sich hier selbst die Knüppel zwischen die Beine. Wollen Sie doch endlich das, was Jesus von Ihnen will an dem einen Punkt Ihres Lebens! Sagen Sie doch endlich wie Petrus: „Ich will! „ Er hatte nichts in der Hand als das Wort Jesu. Auf dieses Wort hin sagte er: „Ich will! „

4.Tun
Nun kommt der nächste Schritt zum Glauben an Jesus: Das Tun. Da heißt es im Bibeltext: ,,Und da er es tat.” Nun müssen Sie sich das einmal vorstellen. Petrus stieg jetzt in sein Boot, nachdem er die Netze hineingeworfen hatte und ruderte hinaus. Der Herr Jesus fuhr nicht mit und sagte zu Petrus nicht bei jedem Ruderschlag: „Hauruck, Petrus! Nur Mut! Schau nicht rechts noch links! Hauruck, Petrus, fürchte dich nicht, glaube nur!” Nein, er jubelte ihn nicht hoch, sondern der Herr Jesus blieb am Strand zurück.

Petrus musste ganz allein in seinem Boot sitzen und losrudern. Die anderen guckten: ,,Was macht denn der jetzt am hellichten Tag? Wirft die Netze da ins Wasser?” Einige fassten sich vielleicht schon an den Kopf.

Da musste er nun ganz allein hinausrudern. Da kam kein frommes Gefühl. Der Herr Jesus rief auch nicht vom Ufer aus:“ Nur Mut, Petrus, wirf dein Vertrauen nicht weg”, oder so etwas – nichts von dem. Ganz schweigsam und auf sich gestellt, musste er selbst handeln. Er hatte nur dieses eine Wort von Jesus, jetzt musste er ganz allein hinausrudern ohne Gefühl, ohne Zuspruch, ohne einen Glaubensbruder mit auf der Ruderbank zu haben, der dann sagte: ,,Mach die Augen zu, und jetzt mal ran.”

Ganz allein, und das ist es, was viele nicht wollen. Ganz allein diesen Schritt immer wieder wagen, auf Gottes Wort vertrauend und im Glauben das zu tun, was dran ist. Es wäre nötig, den entscheidenden ersten Schritt allein zu tun. – Mehr erwartet Jesus nicht! Ganz allein und persönlich gehorsam werden. Hier steht jeder und fällt jeder seinem Gott. Jeder muss seinen Glauben allein leben, jeder selbst gewisse Schritte gehen.

So wird Gott Sie einmal fragen nach Ihren alleinigen, persönlichen Glaubensschritten. Zunächst nicht danach, was die anderen da geglaubt haben oder nicht, wo Sie da mit geschwommen sind oder nicht. Nein, ob Sie so angefangen haben, gegen den Strom zu rudern wie Petrus; ob Sie angefangen haben, so gegen den Strom zu schwimmen, allein in Ihrer Familie, allein im Kollegenkreis oder wo immer es sei. Dieser alleinige Gehorsam, der Glauben, der zur Tat wird in der Liebe zu Jesus, der ist dran.

5.Erfahrungen
„Und da sie es taten” – als sie hinausgerudert waren und die Netze ausgeworfen hatten, ,,da beschlossen sie eine große Menge.” Da machen sie eine große Erfahrung, da fangen sie eine große Menge Fische. Hier kommt es zur Erfahrung im Glauben. lm Glauben kann man Jesus erfahren, da kann man spüren und erleben: Sein Wort trägt und trügt nicht. Das, was Jesus verheißt und verspricht, das erfüllt und gibt er auch. Ich kann mich auf ihn verlassen. Da kann ich noch Wunder erleben. ,,Sie beschlossen eine große Menge” , und er muss die andern herbeiwinken, sein Boot fasst die große Menge der Fische nicht. Er macht eine große Erfahrung im Glauben an Jesus.
Schauen Sie – so geht es: Die Erfahrung steht nicht immer am Anfang. Viele denken so: ,,Ja, wenn ich Jesus erfahren könnte, wenn Jesus sich beweisen würde, wenn ich heute noch ein Wunder erleben würde, dann würde ich auch glauben wollen.”

Das Wunder oder die Erfahrung steht oft am Ende unsres Glaubens! Zunächst gilt es auf Jesus zu hören und ihn anzuerkennen, das Wollen und Tun auszuleben, praktisch gehorsam zu werden – dann kommt auch die Erfahrung. Wenn Sie diese Schritte nicht gehen wollen, dann kommen Sie viel leicht nie zur Glaubenserfahrung.

Petrus ist überwältigt. Eine solch große Menge, das hätte er Jesus nicht zugetraut. Das hätte er vorher nicht vermutet. Wie viele sind überrascht, die auf Jesu Wort vertrauten und es so gewagt haben mit Jesus! Das hätten sie nie gedacht, dass man mit Jesus so viel erfahren und erleben kann.
Mit Jesus lohnt es sich alles zu wagen. Mit Jesus lohnt es sich zu leben, für ihn zu leiden, ihm zu dienen, für ihn dazusein. Für Jesus lohnte s sich! Nichts ist in dieser Welt mit dem Glaubensleben
Auszutauschen oder in irgendeiner Weise zu vergleichen. Wenn ich Jesus erfahren und mit ihm leben kann, das ist Spitze- das ist reiches, glückliches Leben. Dieses Leben fing bei Petrus erst jetzt an. Er erfuhr später noch viel mehr mit Jesus. Jesus hat die Fülle für unser Leben, er will es restlos ausfüllen und uns glücklich machen!

6.Sündenbekenntnis und Christusbekenntnis
Dann kommt Petrus zurück vom Fischfang. Es folgt für ihn der sechste Schritt im Glauben „ Er steht vor Jesus allein. Da zwingt es ihn auf die Knie“ Ich habe schon oft gesagt, wenn viele Menschen heute erkennen, was Sünde ist, dann so: Sie erkennen auf einmal, wie groß Jesus ist, wie lieb Jesus sie hat, wie wunderbar Jesus an ihnen handelt – und dann erkennen sie den großen Abstand, wie sie selbst sind und was da alles in ihrem Leben fehlt.

Petrus kann nicht mehr anders, er geht vor Jesus auf die Knie und sagt: ,,Herr, gehe von mir, ich habe gesündigt, ich bin ein sündiger Mensch, ich bin’s nicht wert!”

Das gehört auch zum Glauben: Wenn ich Jesus erkenne und erfahre, dann kommt es dazu, daß ich auf einmal sehe, wie ich bin. Dann bekenne ich es ihm und rede so von meiner Schuld: ,,Herr, ich habe gesündigt!”

Ich darf kommen, so sündig wie ich bin, und Jesus verwirft mich nicht. Das war für Petrus klar, mit meiner Sünde bin ich bei Jesus an der richtigen Adresse. Neben seinem Christusbekenntnis: „Du bist der Herr” steht sein Sündenbekenntnis: Ich habe gesündigt”. Das gehört unmittelbar zusammen in unserem Glaubensleben und muss uns immer so erhalten bleiben. Ich bekenne mich auf der einen Seite zu Christus und zu dem, was er für mich bedeutet und auf der anderen Seite sehe ich: Ich bin ja nicht der, der ich vor Gott sein sollte.

Doch einen solchen, wie ich bin, hat Jesus lieb und verwirft ihn nicht. Ich darf jeden Tag von seiner Vergebung und Gnade leben. So steht Petrus vor Jesus: Er bekennt seine Sünde! Und er bekennt sich zu Christus! Ein wichtiger Schritt im Glauben! Nur damit wird alles hinweggetan, was zwischen Jesus und mir steht. Wie wichtig ist das vielleicht bei Ihnen? Wäre dieser Schritt dran?

7.Nachfolgen
Aber genau da, wo Petrus vor Jesus auf den Knien liegt, wo er von sich denkt, ,,ich bin’s eigentlich nicht wert, dass er so an mir handelt”, da sagt Jesus: ,,Du, ich kann dich gebrauchen.” Mit anderen Worten: „Ich will dich haben, Petrus. Von nun an wirst du Menschen fangen. Du wirst nicht mehr Fische zum Tode fangen, sondern Menschen retten zum ewigen Leben. „Petrus, ich habe einen neuen Beruf für dich”, sagt Jesus, und das ist ganz entscheidend für sein Leben. Viele wollen diesen Schritt im Glauben nicht gehen. Jesus sagt ihnen: „Du, ich habe eine Konsequenz für dich, die dein ganzes Leben umfasst: “ Ich berufe dich in meinen Dienst! Du sollst für mich jetzt stellvertretend in dieser Welt sein und Hand anlegen, diese Liebe auszuleben, die ich dir gebe. Du sollst das, was ich dir sage, weitersagen und weitertragen in diese Welt. Du sollst ein Licht und ein Salz in der Welt werden. Du sollst Menschen retten zum ewigen Leben. Willst du diesen Dienst tun? Du sollst jetzt für mich da sein und dich nicht mehr um dich selbst drehen. Willst du das?” Viele wollen diese Konsequenz nicht. Sie wollen fromm werden, aber auch ihr Eigenleben weiter leben. Das geht nicht! “Komm in meinen Dienst!“ – sagte Jesus. – Leben Sie nicht mehr für sich selbst. Fangen Sie an, jetzt für Jesus zu leben im seelenrettenden Heilsdienst!

Wie viele, die gläubig geworden sind oder sich irgendwann einmal bekehrt haben, haben diese Bekehrung nicht so vollzogen, dass sie sagten: ,,Herr Jesus, jetzt kannst du mit mir machen, was du willst! ” Erst da wird Ihr Leben richtig froh und innerlich frei. Da kommt es zu dem, was Jesus aus unserem Leben machen möchte, wenn ich das sage: ,,Mache mit mir, was du willst! Ich will ein Werkzeug sein in deiner Hand! Von nun an will ich Menschen retten zum ewigen Leben!” Was macht Ihr Leben aus? Nichts gegen Arbeit und Mühe und Plage im Beruf und alles, was wir sonst im Leben tun müssen. Das kann alles Gottesdienst sein und werden, aber die Krönung unseres Lebens darf sein, dass Gott mich gebrauchen will, um Menschen zum ewigen Leben zu retten! Menschen zum Glauben an Jesus zu führen, das ist die eigentliche göttliche Berufung. Dazu sollte mein Glauben führen, nicht nur, dass ich meinen Glauben habe an Jesus, sondern daß ich andere zum Glauben an Jesus führe. Das ist die Krönung! Das ist Frucht des Glaubens, die bleibt. Petrus lässt Netze und Schiffe zurück und folgt Jesus in diesen Auftrag.

In dem Abschnitt aus Lukas 5,11 heißt es am Schluss:
„Und sie folgten ihm nach. „Nicht nur der Petrus, sondern alle seine Fischergenossen folgten. Das ist die Folge, von der ich schon sprach. Es ist oft so gewesen in einer Familie: Da muss einer den ersten Schritt tun! Da muss einer es zuerst wagen. Da muss ich selbst im Glauben das echt einfach mal leben und sehr bewusst leben und anfangen; dann zieht das seine Kreise, wie wenn man einen Stein ins Wasser wirft. Dann kommen die andern auf einmal auch in Bewegung und gehen mit. Da muss einer anfangen in der Schulklasse, und dann kommt dieser Durchbruch: – andere folgen nach! So war es bei mir, so wird es bei vielen unter uns gewesen sein. Hier heißt es: , , . . . und sie folgten ihm nach.” Die anderen folgen dem vorglaubenden Beispiel des Petrus nach und brechen durch zum Glauben an Jesus.

– dem ersten Schritt im Glauben müssen weitere folgen!
Nachfolge Jesu gilt es zu leben – das ist Glauben! Glaube ist niemals nur ein erster Schritt auf Jesus zu. Der erste Schritt könnte Bekehrung heißen, er muss nicht plötzliche Bekehrung heißen, man kann auch hineinwachsen in den Glauben an Jesus. Der erste Schritt kann auch Hören heißen, der erste Schritt kann auch Beten heißen, der erste Schritt kann auch Buße tun heißen. Aber nach dem ersten Schritt auf Jesus zu folgen die anderen Schritte in diesem Rahmen der Nachfolge:

dass ich jeden Tag nun auf Jesus höre und ihm gehorche,
dass ich jeden Tag auf Jesus höre und mit ihm rede, und dass ich jeden Tag auf Jesus höre und das auch tue also, in die Tat der Liebe im Gehorsam umsetze.
Diesen Rahmen des Glaubens praktisch zu leben, das ist gelebter Glaube ganzer Nachfolge: Schritt um Schritt hinter Jesus bleibend!

Was wäre bei Ihnen dran? Welcher Schritt muss getan werden? Nach dem Hören – endlich das Anerkennen Jesu? Nach dem Hören vielleicht endlich das Reden mit Jesus – das Beten? Nach dem Hören vielleicht endlich das Wollen und Tun? Nach dem Hören endlich das Bekenntnis Ihrer Sünde? Nach dem Hören und Erkennen und Wollen und Tun endlich auch einmal zu sagen: ,,Nun mache mit mir, was du willst, ich möchte für dich da sein!?” Tun Sie den Schritt im Glauben jetzt, der dran ist von Jesus her – und tun Sie ihn ganz!

Autor: W.Davin

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Thema: Willst du es wissen?

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4 Kommentare

  1. 1
    Vobro 

    Dieser Artikel regt zum Nachdenken an. Ich denke wieder einmel darüber nach, wie man vor allem junge Menschen vor diesem abergläubigen Unsinn schützen kann.

  2. 2
    intern 

    Dazu möchte ich mit Sprüche 26, Vers 4 und 5 und 1.Korinther Kap.1 Vers 18 antworten.

  3. Jesus ist lange tot und in Deiner Anleitung zum Glauben sind zuviele Anordnungen enthalten. Habe das Gefühl ich lese das Strafgesetzbuch. Ihr redet immerzu von Jesus aber ich habe nicht das Gefühl, dass ihr seine Botschaften wirklich verstanden habt. Fehlinterpretation ist menschlich und so lesen sich auch Glaubensbekenntnisse und Beteuerungen…man rezitiert sie so lange bis man sie glaubt aber denken und querdenken wäre manchmal eine sinnvolle Alternative. Jesus hätte sicher niemals verlangt an ihn oder seinen Gott zu glauben oder dies gar zu bezeugen. Er wollte etwas verändern und er ist dafür gestorben, weltweite Aufmerksamkeit wurde ihm bis heute zu teil, zu Recht. Aber was die kirchlichen Institutionen ihm im Nachhinein in den Mund gelegt haben, in seinem Namen predigten würde ihn sicher heute sehr unglücklich machen. Findet ihr dazu auch eine Antwort in euren Versen und Psalmen – mit Sicherheit! Es lebe der Starrsinn!

  4. 4
    intern 

    Zuerst einmal danke ich Ihnen, dass Sie sich die Zeit genommen haben diesen Artikel zu lesen und zu kommentieren. Darf ich Ihnen gleich zu Anfang widersprechen. Jesus ist nicht schon lange tot – Jesus lebt! Ich habe diesen Artikel hier veröffentlicht weil er sehr angeschaulich geschrieben ist und viel aus unseren Christenalltag wiederspiegelt. Über den Glauben diskutieren habe ich schon lange aufgegeben, weil der Herr mit jeden Menschen einen anderen Weg hat. Das die Kirchen die Botschaft von Jesus verwässert haben, sehe ich auch. Aber ich werde von Tag zu Tag vorsichtiger damit Urteile über Menschen oder Institutionen zu fällen, weil ein Urteil nur dem Herrn zusteht. Wenn es Ihre Gabe ist, den Menschen im Glauben Hilfe zu sein, dann will ich Sie dazu ermuntern. Gott segne Sie zu diesem Dienst!

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