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611. Lassen Sie Gott ihre Geschichte schreiben!

Donnerstag, 26. Oktober 2017 | Autor:

Liebe Blogbesucher,

als ich diese Predigt von Isolde Müller las fand ich mich zu 100% darin wieder. Es ist so hilfreich zu sehen, dass viele bedeutende Personen in der Bibel die gleichen Schwierigkeiten hatten wie wir. Deshalb kann ich jeden der in einem Lebenstief steckt nur ermuntern an Gott festzuhalten. Lassen Sie sich von den nachfolgenden Worten ermutigen.

Isolde Müller

Ich danke Isolde Müller vom Missionswerk Karlsruhe für die Genehmigung zur Veröffentlichung.

Erst wenn wir uns mit unserer Vergangenheit versöhnen, werden wir wirklich frei. Dafür können wir einiges von Hiob lernen.

 

Jeder Mensch hat eine Geschichte – seine persönliche Lebensgeschichte. Ganz speziell. Gott selbst schreibt sie. Deshalb weiß Gott, durch welche Herausforderungen Sie in Ihrem Leben schon gegangen sind. Er weiß, welche Enttäuschungen Sie erlebt, welche Höhepunkte Sie gefeiert haben. Gott kennt Ihre Kindheit, Ihre Eltern, Ihr Umfeld, Ihre Ehe und Familie. Er kennt unsere Geschichte besser als wir selbst. Wie ergeht es Ihnen, wenn Sie zurückblicken? Können Sie sagen: „Es ist gut, wie Gott mich geführt hat“? Viele Menschen nehmen ihre eigene Lebensgeschichte nicht an. Sie hadern damit. Sie wünschten, ihre Vergangenheit wäre anders verlaufen oder sie selbst wären eine andere Persönlichkeit. Oder sie haben Schuldgefühle bzw. ein schlechtes Gewissen wegen etwas, das in der Vergangenheit geschehen ist und denken: „Hätte ich bloß damals dies und jenes getan!“ oder: „Hätte ich doch anders entschieden!“

Gott schreibt nur gute Geschichten

Zur geistlichen Reife gehört, dass wir uns mit unserer Geschichte versöhnen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott einen Plan hat mit unserem Leben. Wir dürfen vertrauen, dass er unsere Geschichte mit guten Absichten schreibt und dass sie gut ausgehen wird. Auch aus unseren Niederlagen macht er etwas Gutes! Wenn wir diese Gewissheit haben, erfahren wir Frieden und Gelassenheit im Leben. Vielleicht scheint in Ihrem Leben alles kaputt zu sein? Ich kann Ihnen zusprechen: Es gibt Hoffnung! Gott wird wiederherstellen, was Satan rauben konnte. In der Bibel lesen wir oft von Menschen mit vielen verschiedenen Nöten. Gott begegnete jeder Not anders. Er will auch Ihrer Not begegnen. Er kann Ihre Geschichte anders weiterschreiben als bisher.

Manchmal ist es nötig, dass wir dafür unsere Blickrichtung ändern. Schauen Sie nicht auf Ihre Umstände, sondern heben Sie den Blick: Sehen Sie auf Gott. Die neue Blickrichtung setzt den Segen in Bewegung und verändert Ihre Situation. Und dann können Sie es getrost Gott überlassen, wie er Ihr Problem löst. In der Bibel gibt es unzählige Beispiele, wie Gott mit Menschen Geschichte geschrieben hat – trotz ihrer Fehler, trotz ihrer Unzulänglichkeiten:

Mose konnte sich schlecht ausdrücken, er stotterte und war ein Mörder.

Gideon hatte Angst.

David hatte eine Affäre und war ebenfalls ein Mörder.

Petrus verleugnete Jesus.

Und Martha machte sich ständig Sorgen.

Man könnte noch viele weitere aufführen. Gott hat mit ihnen allen Geschichte geschrieben! Egal wie ihre eigenen Geschichten aussahen, egal welche Fehler hinter ihnen lagen. Selbst die Jünger hatten keine glänzenden Lebensgeschichten. Jesus kannte ihre Fehler gut – und trotzdem hat er sie in seinen engsten Kreis berufen!

Hiob: ein Beispiel für Gottes Sieg

Betrachten Sie mit mir ein besonderes Leben: die Geschichte von Hiob. Wenn es uns sehr schlecht geht, vergleichen wir uns manchmal mit Hiob. Sogar die Welt kennt diesen „armen Kerl“, der den Ausdruck „Hiobsbotschaft“ geprägt hat. Hiob wird eigentlich nur im Negativen genannt. Dabei ist seine Geschichte ein Beispiel für Gottes Sieg und Wiederherstellung! Ich denke, mit dieser Geschichte will Gott uns seine Souveränität zeigen: Unser Leben ist in seiner Hand. Gott hat zugelassen, dass Hiob von Satan angegriffen wurde, obwohl es keinen Grund dafür gab: Er hatte sich nicht versündigt und sich nichts zuschulden kommen lassen. Eine Geschichte mit einer ähnlichen Aussage lesen wir auch im Neuen Testament, in Johannes 9,1–3: „Und als [Jesus] vorüberging, sah er einen Menschen, blind von Geburt. Und seine Jünger fragten ihn und sagten: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbart würden.“ Das ist auch der eigentliche Sinn des Buches Hiob: Gottes Macht soll offenbar werden. Wir sollen erkennen, dass Gott treu ist. Gott will zeigen, dass Satan nichts ausrichten kann, auch wenn er noch so wütet: Gottes Macht ist größer! Gott kann alles wiederherstellen, was Satan uns geraubt hat. Ja, er kann es sogar vermehren.

Behalten Sie Ihr Gottvertrauen

In Hiob 1,1 sagt uns die Bibel, dass Hiob ein rechtschaffener, redlicher und gottesfürchtiger Mann war, der das Böse mied. Wir kennen die Geschichte: Hiob verlor alles – seinen Besitz, seine erwachsenen Kinder und er wurde sehr krank. Doch trotz alldem hielt er Gott die Treue. Er überprüfte sich, ob Sünde in seinem Leben war und wir lesen in Kapitel 2,10, dass Hiob sagte: „Das Gute nehmen wir von Gott an, da sollten wir das Böse nicht auch annehmen?“ Und weiter heißt es: „Bei alldem sündigte Hiob nicht mit seinen Lippen.“

 

Es ist hilfreich, sich selbst die Frage zu stellen: Was kommt im Laufe unserer Lebensgeschichte aus unserem Mund heraus? Sind wir schnell dabei, Gott Vorwürfe zu machen oder das Warum und Wieso zu beklagen? Wenn Gott nicht gleich eingreift, meinen wir, er höre uns nicht oder habe uns vergessen. So verbeißen wir uns in unser eigenes Denken und werfen unser Vertrauen weg, wenn etwas nicht so geht, wie wir es uns wünschen. Hiob dagegen hat Gott vertraut. Kein schlechtes Wort gegen Gott kam ihm über die Lippen.

Doch dann erlebte Hiob die Anfechtung in Form seiner Freunde. Sie ließen nicht locker und wollten ihm einreden, dass er Schuld auf sich geladen habe. Sie kamen mit all den Floskeln, die manche von uns auch gut kennen: „Du hast gesündigt.“ – „Du hast zu wenig Glauben.“ – „Gott straft dich.“ – „Gott hat dich vergessen, er hört dich nicht.“ Sind das Sätze, die Sie auch denken?

Die Texte in Hiob beschreiben detailliert, wie sehr Freunde oder andere Menschen einem zusetzen können. Hiob war innerlich zerschunden und verletzt. Er fühlte sich angegriffen. Am Anfang hatte er auf Gott vertraut, aber dann begann er zu zweifeln. Er wollte sterben. Er wollte aufgeben, weil er plötzlich keinen Ausweg mehr sah. Genauso kann es uns selbst ergehen, wenn wir auf Menschen hören, die uns Falsches einreden. Lassen Sie sich von anderen nichts einreden, wenn es Ihnen schlecht ergeht, sonst kommt Verzweiflung auf. Lassen Sie nicht zu, dass Satan Sie durch falsche Einflüsterungen in Depressionen führt.

In Hiob 42,7 spricht Gott mit Hiobs Freunden: „Ich bin voller Zorn über dich und deine beiden Freunde, ihr habt nicht die Wahrheit über mich gesagt, so wie mein Diener Hiob es tat!“ Auch wir hören oft die Unwahrheit über Gott – von Menschen um uns herum. Die Frage ist: Wem glauben wir? Den Menschen oder Gottes Wort?

Sagen sie sich los vom Negativen

Im letzten Kapitel im Buch Hiob lesen wir, was Hiob schließlich in einem Zwiegespräch mit Gott sagte: „Herr, ich erkenne, dass du alles zu tun vermagst; nichts und niemand kann deinen Plan vereiteln. Du hast gefragt: ‚Wer bist du, dass du meine Weisheit anzweifelst mit Worten ohne Verstand?’ Ja, es ist wahr: Ich habe von Dingen geredet, die ich nicht begreife, sie sind zu hoch für mich und übersteigen meinen Verstand. Du hast gesagt: ‚Hör mir zu, jetzt rede ich, ich will dich fragen, und du sollst mir antworten.’ Herr, ich kannte dich nur vom Hörensagen, jetzt aber habe ich dich mit eigenen Augen gesehen. Darum widerrufe ich meine Worte, ich bereue in Staub und Asche“

(Hiob 42,2-6). Hiob bereute, dass er sich von seinen Freunden so hatte herunterziehen lassen. Es tat ihm leid, dass er Gott angeklagt und an seiner Hilfe gezweifelt hatte. Hiob hat Gott um Vergebung gebeten, seine negativen Worte widerrufen. Er hat sich losgesagt von all dem Blödsinn, den er geredet hatte. Ist das in Ihrer Situation gerade auch angebracht? Sagen Sie sich los von allen negativen Worten und Gedanken.

„ALS HIOB FÜR SEINE FREUNDE BETETE; DA WENDETE DER HERR FÜR IHN ALLES ZU GUTEN:“

HIOB 42,10

Vermeiden Sie Negative Festlegungen

Wenn eine negative Haltung in uns wächst und wir diese aussprechen, machen wir leicht eine Tür auf für den Feind. Negative Aussagen können eine Festlegung in unserem Leben sein. Mit dem Ausspruch „Ich schaffe es nicht!“ legen wir uns beispielsweise fest, dass die Situation im Schlechten bleibt.

Manchmal sind es auch andere Menschen, die uns festlegen. Wenn wir ihre Aussagen glauben und annehmen, können Sätze wie „Aus dir wird nie etwas werden!“ oder „Du bist ein Versager!“ zu Festlegungen werden, die uns binden. Es ist, als lege der Feind den Finger darauf und trumpfte auf: Du hast es doch gesagt! In Galater 6,7 lesen wir: „Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten.“ Der Same, den wir aussäen, wird wachsen. Positiv oder negativ.

Üben sie sich in Vergebung

Gott hat Hiobs Leben wiederhergestellt: seine Ehre, seinen Stand. Hiob wurde von Gott gerechtfertigt – und er hat mehr bekommen als vorher: „Als Hiob für seine Freunde betete, da wendete der Herr für ihn alles zum Guten. Er gab ihm doppelt so viel, wie er früher besessen hatte“ (Hiob 42, 10). Von Krankheit war nun auch keine Rede mehr. Die wichtigste Aussage des ganzen Buches Hiob lesen wir in diesem Vers: Hiob musste erst vergeben, bevor Gott ihn großzügig neu beschenkte. Mit Groll im Herzen kann man nicht für seine Widersacher beten. Danach wendete der Herr für ihn alles zum Guten – so steht es hier. Das Buch Hiob ist die Lebensgeschichte einer Wiederherstellung. Aber die Voraussetzung ist, dass wir vergeben.

Gott kennt Ihr Leben, Ihre Geschichte, Ihre Herausforderungen. Versöhnen Sie sich mit Ihrer Geschichte. Schaffen Sie heute einen Wendepunkt in Ihrem Leben. Lassen Sie sich ermutigen durch die Geschichte von Hiob – einer Geschichte der Wiederherstellung. Plagen Sie sich nicht mit Selbstvorwürfen. Klammern Sie sich nicht an alten Groll. Gehen Sie den Weg der Vergebung. Sie können Ihrer Lebensgeschichte eine Wendung geben und Gott kann Ihre Geschichte ganz anders weiterschreiben!

 

Isolde Müller – Leiterin des Missionswerkes

Quelle: Freude am Leben

 

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Thema: Lebendiger Glaube

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