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592. „Was sagt die Bibel zur Säuglingstaufe?“

Samstag, 27. Mai 2017 | Autor:

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Liebe Blog Besucher,

nicht nur beim Thema Taufe auch bei vielen anderen wichtigen Fragen spricht die Bibel von Gehorsam gegenüber Gottes Wort und dem Herrn Jesus selbst. Schon die Wortwahl Babytaufe ist falsch. Taufe kommt von Baptizo bedeutet „ganz einzutauchen“ – dabei geht es um die Taufe im Wasser, im Heiligen Geist und darum voll in das Leben einzutauchen, das Gott für uns vorbereitet hat.

Wenn man dann sieht wieviel hierzu hin und her diskutiert wird, nur um irgend welche Argumente für die Babybesprenkelung zu finden, dann braucht man nicht mehr weiter zu diskutieren. Ein Jünger Jesu tut das was Jesus ihm sagt ohne wenn und aber. Punkt.

Wassertaufe durch untertauchen

 

Frage: „Was sagt die Bibel zur Säuglingstaufe?“

Antwort: Es gibt viel Verwirrung über die Taufe in verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen. Dies ist jedoch kein Resultat einer verwirrenden Lehre der Bibel zur Taufe. Die Bibel sagt eindeutig aus, was die Taufe ist, wozu sie da ist, und was dadurch erreicht wird. In der Bibel werden nur Gläubige, die ihren Glauben in Jesus gesetzt hatten, getauft – zum öffentlichen Zeugnis ihres Glaubens und der Identifizierung mit ihm (Apostelgeschichte 2,38; Römer 6,3-4). Die Wassertaufe durch das Untertauchen ist ein Gehorsamsschritt nach dem Glauben an Jesus. Es ist ein Ausruf des Glaubens in Christus, eine Erklärung des Gehorsams an ihn und eine Identifizierung mit seinem Tod, Begräbnis und der Auferstehung.

Mit diesem Hintergrund ist die Säuglingstaufe keine biblische Praxis. Ein Säugling kann seinen oder ihren Glauben nicht in Christus setzen. Ein Säugling kann keine wissentliche Entscheidung Christus zu gehorchen, treffen. Ein Baby kann nicht verstehen, was die Wassertaufe symbolisiert. Die Säuglingstaufe ist der Ursprung des Besprengens und Schüttens als Taufmethode, da es unsicher ist ein Baby unter das Wasser zu halten. Auch die Methode, wie Säuglinge getauft werden, ist nicht in Übereinstimmung mit der Bibel. Wie stellt das Schütten oder Besprengen den Tod, das Begräbnis und die Auferstehung Jesus Christus dar?

Viele Christen, die die Säuglingstaufe praktizieren tun dies, weil sie die Säuglingstaufe als neuen Bund, gleichzusetzen mit der Beschneidung, verstehen. Genauso wie die Beschneidung einen Hebräer mit dem Bund Abrahams und Moses verbunden hat, so verbindet die Taufe eine Person mit dem Neuen Bündnis der Rettung durch Jesus Christus. Dieser Gesichtspunkt ist nicht biblisch. Das Neue Testament verbindet nirgends die Taufe und die Beschneidung. Das Neue Testament beschreibt auch nicht die Taufe als das Zeichen des Neuen Bündnisses. Es ist der Glaube an Jesus Christus, die eine Person befähigt den Segen des Neuen Bündnisses zu genießen (1.Korinther 11,25; 2.Korinther 3,6; Hebräer 9,15).

Die Taufe errettet niemanden. Es ist gleichgültig, ob man durch das Untertauchen, Beschütten oder Besprengen getauft wurde – wenn man nicht zuerst an Christus für seine Rettung geglaubt hat, ist die Taufe (egal mit welcher Methode) bedeutungslos. Die Wassertaufe durch das Untertauchen ist ein Gehorsamsschritt, der nach der Rettung als ein öffentliches Zeichen des Glaubens an Christus und der Identifizierung mit ihm getan wird. Die Säuglingstaufe passt nicht in die biblische Definition der Taufe oder der biblischen Methode der Taufe. Wenn christliche Eltern ihr Kind Christus weihen möchten, ist eine Babyweihung angebracht. Aber auch Babys die Christus geweiht wurden, müssen dennoch wenn sie aufwachsen eine persönliche Entscheidung treffen, an Jesus Christus zu glauben, um gerettet zu werden.

 

Quelle: GotQuestions.org

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558. Der Brexit – ein Weckruf für Europa?

Donnerstag, 22. Dezember 2016 | Autor:

Lieber Blog Besucher,

was ist bei diesem Thema im Vorfeld alles geschrieben, geredet und manipuliert worden. Für mich ist es immer wieder schön festzustellen, dass der Gott des Himmels und der Erde die Dinge in seiner Hand hat. Und wenn Menschen IHN suchen, dass es dann auch ein gutes Ende nimmt.

 

 

Ich bedanke mich bei Harald Eckert für die Genehmigung diesen seinen Vortrag hier veröffentlichen zu dürfen.

Vermag der Austritt Großbritanniens die Völker Europas und die christliche Kirche wieder an ihre jüdisch-christlichen Wur­zeln zu erinnern?

 

Ein biblischer Denkanstoß von Harald Eckert – Christen an der Seite Israels

Theodor Heuss, der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutsch­land, hatte ein klares Bild von Europa. Er sah den Kontinent auf drei Hügeln gebaut: Die Akropolis in Athen, Golgatha in Jerusalem und das Kapitol in Rom. Geistesgeschichtlich gesprochen steckt in dieser Beob­achtung viel Wahrheit. Aber sind diese drei Quellen europäischer Geis­tesgeschichte wirklich miteinander vereinbar? Die Zerreißprobe, der sich die Völker Europas (und auch die Kirche in Europa) derzeit gegenüber sieht und die durch den Austritt Großbritanniens eine neue Dimension erreicht hat, gibt dieser Frage eine besondere Brisanz und Aktualität.

Sind Athen (Hellenismus) und Jerusalem (Judentum) wirklich miteinan­der vereinbar? Ist Rom (Vatikan) mehr von „Athen“ oder mehr von „Jeru­salem“ beeinflusst? Biblisch gesprochen – mit Genesis als Ausgangspunkt und dem Buch Offenbarung als Zielpunkt der biblischen Offenbarungsge­schichte – stellt sich die gleiche Frage nochmals etwas anders: Wie verhal­ten sich Jerusalem und Babylon zueinander?

 

Jerusalem oder Babylon?

Babylon ist biblisch gesprochen der Inbegriff der menschlichen Hybris und der anti-göttlichen Verführungskraft: Macht, Gier, Gotteslästerung, übermäßiger Stolz und die Anbetung des Menschen und seiner Werke (Humanismus) werden durch „Babylon“ versinnbildlicht. Im Gegensatz dazu Jerusalem: Jerusalem wird in Psalm 48,3 und in Matthäus 5,35 als die „Stadt des großen Königs“ (David, Jesus) bezeichnet. Sie ist gleichzeitig auch eine priesterliche und eine prophetische Stadt. Sie ist die Stadt, in der Jesus ge­wirkt hat, gestorben und auferstanden ist. Jerusalem hat als Stadt vor Gott und in der Bibel eine einzigartige Bedeutung. Welcher Einfluss auf Europa ist prägender: Der babylonisch-hellenistische oder der jüdisch-christliche?

Die Gründungsväter Europas hatten nach der Katastrophe zweier Weltkriege mehrheitlich eine Rückbesinnung zu den jüdisch-christlichen Grundwerten vor Augen. Die Absage an den Gottesbezug in der europäi­schen Verfassung (2004/2005) spricht allerdings eine andere Sprache – hier dominiert eine anti-christliche Tendenz. Etwas vereinfacht kann man sagen, dass es die älteren, tendenziell christlich-konservativeren Kräfte in Groß­britannien waren, die in Richtung Brexit gedrängt haben. Im Rest-Europa verläuft die Hauptlinie der Zerreißprobe entlang der ehemaligen Ost-West-Grenze: Die Osteuropäer neigen in Richtung christlich-konservativer Werte (die Werte, die ihnen halfen, die kommunistische Hybris zu überwinden) – im Gegensatz zu den hellenistisch-humanistischen Werten des Westens.

 

Die Schwäche der Kirche

Die Kirche hätte eigentlich eine große Chance, in dieser Zeit der wach­senden Orientierungslosigkeit eine Leuchtturmrolle wahrzunehmen und „Salz und Licht“ für ein strauchelndes Europa zu sein. Ein Europa der De­mut, der Versöhnung, der guten Nachbarschaft und Nächstenliebe, des Respekts, des Maßhaltens, der Integrität und der Gottesfurcht hätte eine Chance, sich im Segen Gottes zu entwickeln. Die Schwäche der Kirche liegt meines Erachtens darin, dass sie weithin selbst an die Aussage des ersten Bundespräsidenten Heuss von den drei europäischen Hügeln glaubt und diese aus traditioneller Prägung heraus lebt und verkörpert. Mit anderen Worten: Die Kirche Europas ist selbst zu sehr von „Athen“ und „Rom“ ge­prägt, um aus der Kraft „Jerusalems“ heraus Europa eine klare Orientierung vermitteln zu können. Die Kirche selbst braucht Erneuerung aus „Jerusa­lem“ – um wirkungsvoll zu einer Erneuerung der jüdisch-christlichen Wur­zeln Europas beitragen zu können.

 

Die drei Hügel Jerusalems

„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von denen mir Hilfe kommt …“ betet der Psalmist in Psalm 121, Vers 1. Dieser Vers erinnert uns daran, dass die wichtigsten drei Hügel der Menschheitsgeschichte alle in Jerusa­lem stehen: Der Hügel Moria, auf dem Abraham bereit war, seinen Verhei­ßungssohn Isaak zu opfern (heute: Tempelberg), der Hügel Golgatha (der Kreuzigungsort Jesu) und der Ölberg (der Ort der Himmelfahrt und der verheißenen Wiederkunft Jesu). Diese Berge sind genug. Von diesen Ber­gen möge beides ausgehen: Erneuerung der Kirche und eine segensvolle Orientierungshilfe hin zu den Völkern Europas.

Ja – die Kirche hat sich immer an Golgatha erinnert, aber Moria (das Erbe Abrahams und des Alten Testamentes) und den Ölberg (der biblisch vor­hergesagte Ort der Wiederkunft Jesu in Macht und Herrlichkeit zum Heil und zum Gericht) hat die Christenheit Europas weithin aus dem Blick verlo­ren. Aber nur alle drei Hügel gemeinsam repräsentieren adäquat die gan­ze Tiefenschärfe in Geschichte und Verheißung, für die „Jerusalem“ steht. Und nur aus diesem jüdisch-christlichen Wurzelstock heraus können jene fettigen Säfte fließen (Römer 11), welche der Kirche die nötige Vollmacht verleihen, um den Völkern Europas wirkungsvoll „Salz und Licht“ zu sein. –

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548. Legen Sie Ihre Probleme in Gottes Hände

Dienstag, 2. August 2016 | Autor:

Lieber Blogbesucher,

dieser Beitrag hat mir persönlich sehr geholfen und darum möchte ich, dass viele Menschen auch einen Anstoß bekommen. Es ist ein Thema, dass denke ich jeden Menschen betrifft, und viele Menschen in unserer heutigen Zeit wissen nicht mehr so richtig wie Sie mit ihren Problemen umgehen müssen. Ich hoffe, dass der ein oder andere Leser großen Gewinn aus diesen Gedanken von Isolde Müller zieht.

 

Isolde Müller Okt.13

Isolde Müller

Legen Sie Ihre Probleme in Gottes Hände

 

Johannes 16,26 u. 27: An jenem Tag werdet ihr bitten in meinem Namen, und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich geliebt und geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin. Der Vater liebt Sie! Jesus sagt: Ich brauche gar nicht für euch bitten, denn der Vater liebt euch. Jesus und der Vater sind eins. Der Vater liebt uns, weil wir an Jesus glauben.

 

  1. Petrus 5, 6 und 7: Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit, indem ihr alle eure Sorge auf ihn werft; denn er ist besorgt für euch. Gott liebt Sie und deshalb ist er besorgt um Sie. Er kümmert sich um Sie und er möchte, dass Sie frei sind von Bedrückung und Sorgen. Werfen Sie alle Ihre Sorgen auf ihn! Damit zeigen Sie Ihre Demut vor Gott, weil Sie eingestehen, dass Sie es nicht selber tun können. Wenn wir uns demütigen, gestehen wir unsere Schwachheit ein. Wir sind machtlos – doch für Gott ist nichts unmöglich. Stolz sagt: Wir schaffen das alleine und probieren dies und jenes aus. Doch Gott belohnt, wenn wir unser Vertrauen auf ihn setzen. Vertrauen Sie ihm Ihre ganzen Sorgen an! Seien Sie um nichts besorgt, so wie es dieser Bibelvers sagt. Philipper 4, 6 und 7: Seid um nichts besorgt, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus. Wenn wir Dank sagen für alles, kommt Friede in unser Herz. Friede, der so gewaltig ist, dass wir es gar nicht begreifen können. Dieser Friede wird unser Herz und unsere Gedanken bewahren.

 

Wenn wir uns keine Sorgen machen, kann uns der Feind nicht angreifen und uns damit beschweren. Weder in unserem Herzen durch Schuldgefühle oder ein schlechtes Gewissen oder Depressionen noch in unseren Gedanken – weil wir gar nicht mehr darüber nachdenken! Sobald wir unsere Probleme loslassen, kann Gott die Dinge ändern. Er verwandelt Negatives in Positives. Fluch in Segen. Nichts – aber auch gar nichts, kann Sie trennen von der Liebe Gottes. Römer 8,31: Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer ist gegen uns? Wer kann gegen uns etwas ausrichten, wenn Gott für uns ist? Niemand! So sagt es die Bibel. Gott wird den Fluch in Segen verwandeln, weil er Sie liebt. Gleich im nächsten Vers heißt es: Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat: wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Alles will er Ihnen schenken, weil Jesus für Sie gestorben ist. Vers 33: Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt.

Wer ist, der verdamme? Wer will Sie anklagen oder Ihnen Böses tun? Keiner kann Anklage gegen Sie erheben, weil Sie in Gottes Hand sind. Vers 34 u. 35: Christus Jesus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet. Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hungersnot oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Seien Sie sich gewiss, niemand vermag Sie zu trennen von Gott, außer Sie selbst. Dazu sagt Paulus in Vers 38: Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

Römer 8,28: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind. Alles wird Gott in Ihrem Leben zum Guten wenden. Auch wenn wir Fehler machen. Der einzige Mensch, der keine Fehler gemacht hat, war Jesus Christus, als er auf dieser Erde war. Oft machen wir Fehler und kommen selbst verschuldet in schwierige Situationen, wenn wir Dinge tun, obwohl wir genau wissen, dass wir das nicht sollten und Gott ungehorsam sind. Fehler, die uns gewaltig zu schaffen machen! Dinge, die wir auch manchmal nicht wiedergutmachen können und sie unser ganzes Leben mit uns herumschleppen. Niemand ist perfekt! Vielleicht denken Sie jetzt: Dann kann ich ja tun und lassen was ich will – Gott wird immer alles ausbügeln und zum Guten wenden. Dieser Gedanke ist nicht richtig. Sünde ist Trennung von Gott – da sind wir weg von Gott! Gott macht aus unseren Fehlern etwas Gutes, wenn sie vergeben sind! Durch diese Vergebung haben wir wieder Zugang zu Gott. Gott liebt die Menschen trotzdem, auch wenn sie in Sünde leben, aber er kann nichts tun, weil sie sich entfernt haben von ihm. Durch Vergebung kommen wir wieder zurück in Gottes Gegenwart. Wenn unsere Fehler mit Sünde zusammenhängen, muss die Sünde vergeben und ausgeräumt werden – sonst kann Gott nichts Gutes daraus machen. Gott kann aus unseren Fehlern Wunder machen. Das beste Beispiel dafür ist David.

Er hat viele Fehler gemacht und trotzdem hat Gott gesagt: Ein Mann nach meinem Herzen. Er war ein Freund Gottes! David hat Ehebruch begangen. Er hatte einen Mann auf dem Gewissen, den er absichtlich in den Tod geschickt hat. Uria, den Mann von Batseba. Er war Gott ungehorsam und hat eine Volkszählung veranlasst, obwohl Gott das gar nicht wollte. Die Konsequenz dieser Fehler war, dass sein Sohn gestorben ist und 70 000 Menschen umkamen. David tat das einzig Richtige: Er demütigte sich vor Gott und Gott hat ihm vergeben. Er bereute, was er getan hatte. Das zweite Kind, das er mit Batseba hatte, war Salomo und wir lesen im 2. Samuel 12,24: Und der HERR liebte ihn. Nachdem David sich gedemütigt hat und Vergebung erlangte, konnte Gott ihn wieder segnen. Gott macht aus unseren Fehlern etwas Gutes, wenn wir uns vor ihm demütigen und um Vergebung bitten. In 2. Samuel 24, Vers 10 und 11 lesen wir diese Geschichte von David: Aber nachdem David das Volk gezählt hatte, schlug ihm das Herz. Und David sagte zum HERRN: Ich habe sehr gesündigt mit dem, was ich getan habe. Und nun, HERR, lass doch die Schuld deines Knechtes vorübergehen, denn ich habe sehr töricht gehandelt. Und als David am Morgen aufstand, da geschah das Wort des HERRN zu dem Propheten Gad, dem Seher Davids, wie folgt: Geh hin und rede zu David: … Vers 14 und 15: Und David sagte zu Gad: Mir ist sehr angst! Lass uns doch in die Hand des HERRN fallen, denn seine Erbarmungen sind groß! Aber in die Hand der Menschen lass mich nicht fallen! Da gab der HERR die Pest in Israel, vom Morgen an bis zu der bestimmten Zeit. Und es starben von dem Volk, von Dan bis Beerscheba, 70 000 Mann. Vers 17-19: Und als David den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zu dem HERRN und sagte: Siehe, ich habe gesündigt, und ich habe verkehrt gehandelt! Aber diese Schafe, was haben sie getan? Lass doch deine Hand gegen mich und gegen das Haus meines Vaters sein! Und Gad kam zu David an jenem Tag und sagte zu ihm: Geh hinauf, errichte dem HERRN einen Altar auf der Tenne des Jebusiters Arauna. Da ging David hinauf nach dem Wort Gads, ganz wie der HERR geboten hatte. Vers 25: Und David baute dort dem HERRN einen Altar und opferte Brandopfer und Heilsopfer. Da ließ der HERR sich für das Land erbitten, und die Plage wurde von Israel abgewehrt. David hatte einen gravierenden Fehler gemacht, so wie wir auch oft Fehler machen und manchmal sind bei unseren Fehlern andere betroffen und das tut dann besonders weh. David gibt seine Schuld zu und sagt: Mir ist sehr angst! Er hat das nicht auf die leichte Schulter genommen und hat sich unter die Hand Gottes begeben. Trotzdem sind 70 000 Menschen umgekommen durch die Pest. Erst als David dem Herrn opferte auf dem Altar, d. h. sich reinigte von seiner Schuld – hat Gott vergeben und eingegriffen. Gott wendet unsere Fehler zum Guten, wenn wir vor ihm bekennen, dass es falsch war, was wir getan haben. Gott hat David diesen großen Fehler vergeben und Gott wird dasselbe auch für Sie tun! Egal was Ihr Fehler war oder ist! Gott ist immer noch derselbe und somit tut er das Gleiche auch für Sie. Nichts – gar nichts kann Sie trennen von der Liebe Gottes. Bringen Sie Ihre Fehler in Ordnung vor dem Herrn und er kann auch aus Ihren Fehlern Wunder machen. Gott wird Sie nicht verlassen, wenn es noch so schlimm aussieht. Gott steht zu Ihnen, wenn Sie Ihre Fehler ausräumen und bekennen. Betrachten wir die Begebenheiten der Bibel, sehen wir überall unvollkommene Menschen. Mose hat Fehler gemacht – als er den Ägypter erschlug oder als er den Felsen schlug, statt zu ihm zu reden. Abraham hat Fehler gemacht – die Sache mit Hagar oder als er Sarah als seine Schwester ausgab. Und doch hat Gott alles zum Guten gewendet. Kein Mensch ist perfekt.

 

Das Gegenbeispiel zu David ist König Saul. Er wurde von Gott berufen und alles war gut. Mit dem Unterschied, dass bei ihm nicht alles zum Guten ausging. Saul wurde stolz und hatte Menschenfurcht – und er blieb stolz und hat sich nicht gebeugt vor Gott. 1. Samuel 15,10 und 11: Da geschah das Wort des HERRN zu Samuel: Es reut mich, dass ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich von mir abgewandt und hat meine Worte nicht ausgeführt. Saul hat es gar nicht gekümmert, was Gott wollte. Er hat einfach seine Sache gemacht. Er hat gelogen, hat die Schuld auf andere geschoben und Gottes Gebot bezüglich des Opferns missachtet. In 1. Samuel 15,2 gibt Gott ihm den Befehl, gegen Amalek zu kämpfen und alle Beute zu vernichten – er tut dies aber nicht. Saul rechtfertigt sein Tun in Vers 21: Aber das Volk hat von der Beute genommen: Schafe und Rinder, das Beste vom Gebannten, um es dem HERRN, deinem Gott, in Gilgal zu opfern. Saul schiebt hier die Verantwortung dem Volk zu. Er sagt: Sie waren es! Und in Vers 30 sagt dann Saul zu Samuel: Und er sprach: Ich habe gesündigt! Aber ehre mich doch vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel und kehre mit mir um, dass ich den HERRN, deinen Gott, anbete! Saul sagt lapidar: „Ich habe gesündigt, aber ich will die Ehre von Gott, dass ich vor den Menschen gut dastehe.“ Was für ein Hochmut! Saul war sich inzwischen sein eigener Gott, rechthaberisch und uneinsichtig. Er machte gravierende Fehler, doch er hatte keine Einsicht und keine Reue. Er wollte nicht umkehren und wollte die Vergebung Gottes nicht. Ehre von Menschen war ihm wichtiger als Gottes Segen. Wir kennen das Ende der Geschichte: Gott hat das Königtum von Saul genommen und David gegeben. Das Problem war nicht, dass Saul Fehler gemacht hat, sondern wie er damit umging! Er hat sich Gott widersetzt und wollte alles selber machen.

Auch im NT finden wir unvollkommene Menschen, die Fehler gemacht haben. Das Leben der Jünger Jesu war ein ständiges Auf und Ab. Umhergeschüttelt von Emotionen und Rückschlägen. Petrus z. B. war sehr ungestüm und ist in so manches „Fettnäpfchen“ getreten bzw. hat so manchen Fehler gemacht. Er wollte sogar Jesus abhalten, nach Jerusalem zu gehen, um den Weg des Kreuzes zu gehen – er tadelte Jesus deswegen. Jesus sagte dann zu ihm: Geh hinter mich Satan! Du bist mir ein Ärgernis …Nachzulesen in Matthäus 16,23. Es ist nicht schön, von Jesus als „Ärgernis“ bezeichnet zu werden. Er wollte Gott vorschreiben, was er zu tun habe. Die bekannteste Geschichte aber ist wahrscheinlich die, als er Jesus bei seiner Gefangennahme verleugnete. Nachzulesen in Matthäus 26,69-75. Das ist eine Geschichte, wo wir denken könnten: Was will Gott mit so einem anfangen? Einer, der seinen besten Freund verleugnet – der sich selbst verflucht – und sogar schwört, dass er ihn nicht kennt. Bester Freund Jesu! Hoffnungsträger – und versagt kläglich. Haben Sie auch schon einmal versagt und dachten, Gott will bestimmt mit Ihnen nichts mehr zu tun haben? Sind Sie vielleicht einmal ausgerastet oder haben jemand beschimpft. Sie waren im Unrecht und haben sich völlig danebenbenommen?

Da sind Sie in bester Gesellschaft. Petrus ging es genauso. Als er zur Besinnung kam, weinte er bitterlich. Was ging wohl in seinem Herzen vor? Die Bibel schweigt über das, was Petrus zu Jesus sagte bzw. betete. Er konnte ihn ja danach nicht mehr persönlich sprechen, doch aus der Tatsache, dass er bitterlich weinte, können wir schließen, wie weh ihm das tat. Wenn es ihm egal gewesen wäre, hätte er nicht bitterlich geweint. Petrus hat einen Fehler gemacht und hat ihn sofort bereinigt, als es ihm bewusst wurde und was hat Gott aus ihm gemacht? Er war einer der größten Männer Gottes. Bei seiner Pfingstpredigt kamen 3000 Menschen zu Jesus! Gott hat sein Leben umgedreht und aus seiner Schwachheit etwas Großes gemacht. Auch Ihre Schwachheit verwandelt Jesus in Stärke! Alle Dinge werden Ihnen zum Guten werden, so sagt es uns die Bibel. Auch bei Paulus war es so. Saulus war der größte Gegner von Jesus. Auch wenn Sie der größte Gegner von Jesus sind oder waren – Gott kann aus Ihnen etwas Großartiges machen. Es ist nicht die Frage, ob wir Fehler machen oder nicht – sondern wie wir damit umgehen. Jesus verspricht uns, dass nichts – aber auch gar nichts – uns scheiden kann von seiner Liebe. Er ist treu – wenn wir zu ihm kommen.

 

Quelle: Missionswerk Karlsruhe – Der Weg zur Freude

Autorin: Isolde Müller

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469. Nachdenkliches für Manager – Aus der Spur geraten 4-96

Sonntag, 18. Oktober 2015 | Autor:

Lieber Blog Besucher,

die tiefsinnigen Gedanken von Karlheinz Binder haben mich viele Jahre erfreut und immer wieder zum Nachdenken angeregt. Genießen Sie diese Worte und nehmen Sie davon etwas in Ihrem Alltag mit.

 

 

Aus der Spur geraten

Die Fußgängerampel sprang auf Rot. Ich fuhr langsam heran an den Überweg und erkannte plötzlich unter den Passanten Yvonne, die Schwester von der chirurgischen Abteilung des örtlichen Krankenhauses. In den drei Jahren, die ich sie nicht gesehen hatte, war sie noch hübscher geworden. Ich winkte ihr zu, aber der Gruß blieb unbemerkt.
Meine Gedanken wanderten die 36 Monate zurück: Ich hatte damals Schmerzen bekommen, mein Hausarzt schickte mich zum Facharzt in die Klinik und der sah mich nach der Untersuchung freundlich an und sagte: „Wir müssen operieren und zwar schnell. Sie finden sich am Mittwoch hier ein, dann treffen wir alle Vorbereitungen und Donnerstagfrüh sind Sie dran“.
Er machte sich in seinem beeindruckenden DIN-A4-Kalender eine Notiz und als ich in die Brusttasche nach meinem eigenen Planer griff, lächelte er mich in einer Art an daß ich wußte: Hier war nichts abzustimmen, es hatte keinen Zweck Termine zu vergleichen, das war entschieden.
Wir klappten unsere Bücher zu, gaben uns die Hand und ich ging.
Im Büro schaute ich auf meinen Tagesplänen nach, was für die nächsten Wochen anstand und unter dem Druck höherer Gewalt fügte sich plötzlich alles ganz einfach: Die Konferenz am 17. würde auch ohne mich laufen, den Inhalt einer Geschäftsreise erledigte ich durch ein 5-Minuten-Telefonat, andere Anlässe delegierte ich an Mitarbeiter und Kollegen und erntete hier und da ein freudiges Lächeln über den Vertrauensbeweis und als alles geklärt war fragte ich mich nachdenklich, ob eigentlich erst so etwas notwendig ist, um unsere Wichtigkeit und Bedeutung auf das Wirkliche zu reduzieren.

Als sie mich mit meinem Klinikbett durch die sich leise surrend öffnende Tür in der Operationssaal fuhren, war ich noch ganz der alte. Ich scherzte mit dem Anästhesisten, machte dem Chefarzt ein Kompliment über seinen grünen, offensichtlich maßgeschneiderten Kittel und fühlte mich wie immer, als einer, der gut trainiert war, körperlich fit.
Meine letzte Wahrnehmung bestand in einer Stimme, die zu mir sagte: „Machen Sie schon mal die Augen zu, gleich werden sie schlafen“ und dann versank ich in samtene Dunkelheit.

Als ich wieder aufwachte, schien die Sonne ins helle Zimmer, ich hatte keine Schmerzen, aber meine Kraft war weg.
Seltsam, dachte ich, da kommt plötzlich eine Situation in unser Leben, unerwartet, unangemeldet, reißt uns aus unserem Rhythmus, unserem Selbstverständnis, dem gewohnten Rahmen, zwingt uns eine veränderte Umgebung, Geltung, einen anders gültigen Stellenwert auf, innerhalb von ein paar Stunden wandelt sich ein Mensch vom Bestimmenden zum Duldenden. Einer, der sonst auf seine Energie und Tüchtigkeit als Normalität vertraut, wird zum Abhängigen. Da zeigt es sich: Die Fundamente unserer gewohnten Sicherheiten sind viel dünner als vermutet. Eine Krankheit, ein unachtsamer Augenblick hinter dem Steuer, ein falscher Tritt auf einer Treppenstufe, selbst ein falsches Wort im falschen Augenblick können zu einem eigendynamischen sozialen oder biologischen Prozeß werden, zur verändernden Weichenstellung ins nicht mehr durch uns selbst Planbare.
Ich beobachtete die freundlichen Ordensschwestern in ihren weißen Trachten, mit ihrer gütigen Freundlichkeit, ihren fleißigen, helfenden Händen, die nur deshalb so unermüdlich sein konnten, weil sie in der unsichtbaren Verborgenheit unablässig zum Gebet gefaltet waren. Die deshalb Herzlichkeit ausstrahlten, weil ihre Liebe aus dem Wissen stammte, daß da einer war, der seinen Leuten gesagt hatte: „Liebet einander, wie ich Euch geliebt habe“, Jesus Christus. Ihre Lebensaufgabe ist das Dienen, eine Gabe Gottes, aber wer strebt schon nach ihr.
Ist nicht Befehlen, Anordnen, Dirigieren, viel attraktiver, erhebender? Das ist doch etwas anderes, als jemand die Bettpfanne unterzuschieben, ihm den Rücken mit Franzbranntwein einzureiben, die Arme und Achselhöhlen zu waschen?
Gehört Krankheit, das Zurückgeworfensein auf unsere vergängliche Physis, dazu, wieder Mensch zu werden?

Da fühlen wir Verantwortlichen, Tonangeber, Opinion-Leaders uns so sicher in unser Art und Wichtigkeit, wir achten darauf, daß unser Image stimmt, man uns die Beachtung schenkt, die uns zukommt, wir wirken entschieden, dynamisch, überzeugend, vertrauenerweckend und schätzen uns selber auch so ein und dann wirft uns irgend ein Ereignis aus dem so spursicheren Selbstverständnis.

Was hatte Yvonne, die hübsche Krankenschwester gesagt, als sie den Kopf durch die Tür meines Zimmers steckte?: „Sind Sie der Karlheinz Binder, der in „Geschäftsmann und Christ“ Artikel schreibt? Ich hatte mit dem Kopf genickt und mit einem herzlichen Gefühl der Dankbarkeit an die Chefredaktion in Zürich gedacht, die sich durchgerungen hatte, von mir endlich ein Foto zu bringen, auf dem selbst ich mich wiedererkannte.
„Dann schreiben Sie doch mal“ meinte Yvonne, „etwas über Ihre Zeit hier im Krankenhaus, denn wenn es Situationen gibt, die Menschen nachdenklich machen könnten, dann doch wohl hier, oder?“
„Ja“, sagte ich zu ihr, „ich werde einen Artikel schreiben und Sie kommen darin vor“.
Wie immer Sie heißen, ich grüße sie herzlich und mit einer besonderen Empfehlung von Yvonne.

Karlheinz Binder

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452. Das Missverständnis des Glaubens

Dienstag, 22. September 2015 | Autor:

WolfgangWegert

Lieber Blog Besucher,

mich sprach der Predigttext und die Gedanken die sich Pastor Wolfgang Wegert von der Arche Gemeinde Hamburg dazu gemacht hat, sehr an. Ich hoffe, dass auch Sie einen Gewinn davon haben.

Die Bibel sagt zum Thema Glauben folgenden wichtigen Satz:

Der Glaube ist der tragende Grund…….

 

Hier nun der Predigttext

Arche Hamburg

Arche Gemeinde Hamburg

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432. Wie verfolgte Christen den Islam erleben

Montag, 9. März 2015 | Autor:

weltverfolgungsindex2015

Foto von open doors

Lieber Blog Besucher,

seit Jahren hat es mir Gott aufs Herz gelegt, für meine verfolgten Geschwister weltweit täglich zu beten. Der monatliche Gebetskalender von open doors ist da eine große Hilfe. Wenn man sich mit dieser Problematik täglich auseinander setzt dann kommt sehr oft ein Gedanke von Wut und Verzweiflung. Da ich aber weiß, dass Gott alles was auf dieser Erde gesieht in seiner Hand hat, bete ich weiterhin mit Zuversicht und Hoffnung.

Was mich aber immer wieder traurig macht ist die Tatsache, dass viele Christen hier im Westen keinerlei Anteil am Schicksal unserer Geschwister nehmen, obwohl dies Jesus ausdrücklich befohlen hat. Lieber spult man seine eigenen Programme Tag für Tag herunter und bleibt in der christlichen Komfortzone. Nach dem Motto – nur nicht auffallen.

Ein weiterer Punkt der mich erschüttert ist die Tatsache dass Kirchenführer sich den Islam andienen, obwohl es doch mehr als deutlich ist, dass Allah nicht der Gott der Bibel ist. Wenn ein Pastor in Bremen nun so etwas in seiner Predigt deutlich macht, dann wird er von diesen Leuten samt der Politik „an die Wand“ gestellt.

Jeder der ernstlich an der Wahrheit interessiert ist, sollte diesen Bericht von Markus Rode einmal mit offenen Augen und Ohren des Herzens lesen, und den Heiligen Geist um Offenbarung bitten. Der Herr segne Sie.

 

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Foto von open doors

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Ein Kommentar von Markus Rode, Leiter Open Doors Deutschland

Am 7. Januar hat Open Doors den Weltverfolgungsindex 2015 veröffentlicht, um auf die fehlende Religionsfreiheit von Millionen Christen weltweit aufmerksam zu machen. Namhafte Medien haben daraufhin die Rangliste der 50 Länder veröffentlicht, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. 40 dieser 50 Länder haben muslimische Regierungen und sind vom Islam geprägt. Als Haupttriebkraft der zunehmenden Christenverfolgung gilt der islamische Extremismus, der weltweit und auch in der westlichen Gesellschaft immer deutlicher hervortritt.

Am Tag der Veröffentlichung des Weltverfolgungsindex ereignete sich in Paris der schreckliche Anschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo. Medien, Politiker, Kirchenvertreter und muslimische Verbände erklärten angesichts der erschütternden Nachrichten wie schon häufig zuvor, dass Terror und Gewalt nichts mit dem Islam zu tun hätten.

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Der Islam, so der Tenor der meisten Beiträge, sei, richtig verstanden, eine friedliche Religion. Wenn wir verfolgten Christen, die seit Generationen in islamischen Ländern leben, erklären würden, der Islam sei friedlich, so würden sie das als eine weitere Demütigung und Ungerechtigkeit empfinden. Denn sie zahlen gerade deshalb einen hohen Preis, weil sie mit einem Islam konfrontiert sind, der ihnen verbietet, ihren Glauben frei zu bekennen.

Werfen wir einen kurzen Blick auf die aktuelle Lebensrealität einiger Christen in islamischen Ländern, deren Leid stellvertretend für viele steht. Im Sudan wurde die Ärztin und Christin Meriam Ibrahim wegen Apostasie (Abfall vom Islam)
zum Tode verurteilt. Dabei ist sie bei ihrer christlichen Mutter aufgewachsen und hat sich selbst zeitlebens als Christin betrachtet. Ihr zweites Kind musste sie – mit Ketten gefesselt – im Gefängnis zur Welt bringen. In Pakistan wurde ein christliches Ehepaar wegen angeblicher Entweihung des Korans von einem aufgebrachten Mob grausam gelyncht. Im gleichen Land wurden in Lahore etwa 150 christliche Familien von mehreren Tausend Muslimen aus ihren Häusern gezerrt und vertrieben. Auslöser war der Vorwurf gegen einen Christen, er habe den Propheten Mohammed beleidigt.

Wie wirkt die Aussage, der Islam sei eine friedliche Religion, auf die pakistanische Christin Asia Bibi, die 2010 von einem islamischen Gericht wegen angeblicher Blasphemie zum Tod verurteilt wurde und seitdem in einer Todeszelle sitzt? Wie auf die Christen muslimischer Herkunft, die im islamischen „Gottesstaat“ Iran wegen Apostasie (Abfall vom Islam) in Gefängnissen gefoltert werden?

Auch wenn die große Mehrheit der Muslime in unserem Land einen friedlichen Islam praktiziert, müssen Millionen von Christen im Nahen und Mittleren Osten, in Zentralasien und Afrika seit vielen Jahren als Minderheit unter einem Islam leben, der ihnen das Menschenrecht auf Religionsfreiheit verweigert. Daran sind nicht nur extremistische Gruppen wie IS, Boko Haram, Al Kaida oder Hamas beteiligt. Auch viele andere verstehen sich deshalb als die „wahren“ Muslime, weil sie den Worten des Propheten vorbehaltlos Gehorsam leisten wollen. Diesen Muslimen wie auch ganzen Staaten gilt das „göttliche“ Gesetz der Scharia höher als jedes von Menschen gemachte Gesetz. Sie bekämpfen Christen, aber auch zunehmend gemäßigte Muslime, die den „wahren“ Islam aus ihrer Sicht verraten. Dies gilt u.a. auch für Länder wie Sudan oder Saudi-Arabien, in denen die Regierenden einen Islam durchsetzen, der die Menschenrechte der Christen und Andersgläubiger völlig missachtet.

Auch wenn der Islam in seiner extremistischen Ausprägung Hauptursache für die weltweite Christenverfolgung ist, sieht die weitaus größte Zahl der betroffenen Christen es nicht als ihre Aufgabe an, gegen den Islam vorzugehen. Stattdessen sind sie bestrebt, allen Muslimen nach dem Vorbild Jesu in Liebe zu begegnen und ihnen seine Botschaft des Friedens mit Gott und
den Menschen weiterzugeben.

Der Gründer von Open Doors, Bruder Andrew, buchstabiert das Wort „ISLAM“ auf ganz eigene Weise: I Sincerely Love All Muslims (Ich liebe alle Muslime).

Weil der Preis immer höher wird, den unsere Glaubensgeschwister durch die Zunahme der Verfolgung zahlen, brauchen sie umso mehr unsere Gebete und Unterstützung.

 

www.opendoors.de

Ich danke der Pressestelle von open doors für die Genehmigung zur Veröffentlichung.

Thema: Christliche Seite | Ein Kommentar

418. Der große Unterschied beim Sterben

Donnerstag, 30. Oktober 2014 | Autor:

 

Gemälde von Michael Willfort

Vom Leben und Sterben des Paul Beßler

Eine ungewöhnliche Bekehrung Ein Anruf bei idea mitten im Urlaub: Ein todkranker 24-Jähriger ist Christ geworden. Nun möchte er, dass bekannt wird: Man kann als Christ getrost sterben. Eine junge Ärztin aus Halle an der Saale bat im Auftrag des Patienten, darüber zu berichten.

Also, auf nach Sachsen-Anhalt! Ein Bericht des Leiters der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, Helmut Matthies (Wetzlar), die das Wochenmagazin ideaSpektrum herausgibt.

Universitätsklinikum Halle an der Saale am 23. Juli 2013: Draußen sind 28 Grad. Es herrscht eine fröhliche und ausgelassene Stimmung in der mit rund 230.000 Einwohnern größten Stadt im Bundesland Sachsen-Anhalt. Hier gründete einer der bedeutendsten Pietisten – August Hermann Francke – vor 300 Jahren eine Schulstadt und Waisenhäuser. Er schrieb Kirchen-, Missions- und Bildungsgeschichte. Davon zeugen bis heute die großen Franckeschen Stiftungen mitten in der Stadt. Nach 56 Jahren Diktatur (von 1933 bis 1989) ist freilich vom Pietismus und Kirchlichen wenig übrig geblieben.

Nicht mal 10 % gehören überhaupt irgendeiner Kirche an. Und doch schreibt Gott auch in dieser Stadt seine Geschichte weiter und lässt Menschen auf völlig ungewöhnliche Weise Christen werden.

Paul ist himmelswach

Am Ende der Krebsstation der Uniklinik liegt im letzten Zimmer Paul Beßler. Er ist 24 Jahre alt und möchte sterben, weil er sterben kann. Denn er freut sich auf den Himmel, wo kein Leid mehr ist, keine Tränen, keine Schmerzen. Das Wort Krebs hat hier seinen Schrecken verloren. Paul Beßler ist nicht lebensmüde, sondern himmelswach. Und das ist ganz ungewöhnlich für einen jungen, hoffnungsvollen Spitzensportler wie ihn, der einmal blendend aussah.

Weltmeister im Drachenbootfahren

Wie kam es dazu? Paul und seine ältere Schwester wachsen nahe Halle in einer Familie auf, die lieb, gebildet, strebsam ist, aber bisher nichts mit Gott und Kirche zu tun hatte. Paul schafft das Gymnasium ohne Probleme. Er engagiert sich intensiv im Halleschen Kanu-Club 54 e. V. Bei den Weltmeisterschaften im Drachenbootfahren 2005 in Schwerin erlangt er mit den „Kanu Tigers“ zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille; 2007 kehrt sein Team von den Weltmeisterschaften in Frankreich mit sechs Titeln als erfolgreichste Mannschaft nach Halle zurück.

Nach dem Abitur 2010 zieht es Paul hinaus in die Ferne – nach Australien. Er möchte sich mal ganz allein ausprobieren und arbeitet zunächst auf einer Rinder- und später auf einer Schafsfarm. Nach seiner Rückkehr fängt der auch technisch interessierte Paul an, Mechatronik (eine Kombination aus Maschinenbau, Elektronik und Informatik) an der thüringischen Universität Ilmenau zu studieren. Ein Kommilitone von ihm – Jonathan von der Studentenmission in Deutschland (SMD) – spricht ihn als Einziger in seinem bisherigen Leben auf den christlichen Glauben an.

Paul hört interessiert zu, aber es geht nicht in die Tiefe. Er ist jung, erfolgreich und hat eine glückliche Familie im Hintergrund. Welchen Mehrwert sollte da Gott bringen?

Die Krankheitszeit begann im Juli 2012

Im Juli 2012 wird er an einem Wochenende in Ilmenau plötzlich zweimal hintereinander bewusstlos und erleidet Krampfanfälle. Im Krankenhaus stellt man einen Gehirntumor fest. Schon am Mittwoch wird Paul operiert. Für die Bestrahlungen und die Chemotherapien kommt er in seine Heimatstadt Halle. Bald hat er Wundheilungsstörungen. Er muss erneut am Kopf operiert werden. Wieder wird die Schädelplatte entfernt. Zwischenzeitlich nimmt er an einer Reha in Kreischa südlich von Dresden teil. Danach geht die Behandlung weiter.

Sie haben noch drei Tage zu leben

Im November hat er plötzlich starke Schmerzen im Rücken. Er kann sein linkes Bein nicht mehr richtig bewegen, hat Taubheitsgefühle und bewegt sich nur noch an Krücken fort. Eine Neurologin aus Halle überweist ihn in die Notaufnahme des Universitätsklinikums. Er muss sofort operiert werden. Überall finden sich Metastasen. Er wird operiert und operiert. Es gibt Komplikationen. Im Januar erfährt Paul von den Neurochirurgen, dass er noch ungefähr drei Tage zu leben hat. Der Vater (ein leitender Angestellter in der Baubranche) und die Mutter (Leiterin einer Kindertagesstätte) – die sich ständig rührend um ihn kümmern – sind total verzweifelt. Paul klagt: „Ich bin noch zu jung, um schon zu sterben!“

Eine kleine Chance

31. Januar 2013: Paul wird auf die onkologische Abteilung des Universitätsklinikums verlegt. Die Krebsexperten sehen aus ihrer langjährigen Erfahrung eine kleine Chance. Sie wollen noch eine Chemotherapie versuchen. Sie erfolgt am selben Tag. Plötzlich ist wieder Hoffnung da. Paul wird von einem Team von Onkologen betreut, zu dem der Oberarzt Thomas Kegel und auch die junge Ärztin Ivonne Hasche gehören. Die 35-jährige Pietistin aus der Nähe von Bautzen strahlt – wie Paul sagt – einen tiefen inneren Frieden aus. Sie erzählt dem Verzweifelten von ihrem christlichen Glauben, der ihr Sinn und Halt im Leben gibt.

Wie geht beten? Was sagt man da?

Paul merkt auf. Er fragt und fragt, sie antwortet und antwortet. Dann ist es so weit: „Wollen wir nicht einmal zusammen beten?“ Paul: „Wie soll das denn gehen? Was muss ich denn da sagen?“ Die Ärztin (inzwischen duzen sie sich):

„Sag einfach, was du auf dem Herzen hast.“ Sie fährt Paul im Rollstuhl in den „Raum der Stille“ des Uniklinikums. Dort sind sie ungestört. „Was wünschst du dir eigentlich von Gott?“ Paul: „Ich möchte einmal das Gefühl haben, dass ich gehalten werde, dass ich geborgen sein kann.“ Beide beten miteinander. Im „Raum der Stille“ steht ein Korb mit kleinen Karten, auf denen geistliche Worte stehen. Paul zieht eine heraus: „Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand!“ (ein Vers aus einem Lied von Arno Pötzsch). Nach mehreren Chemotherapien kann Paul an seinem Geburtstag am 23. März für einen Tag nach Hause – ein Festtag für ihn und seine Familie.

Paul kämpft jeden Tag weiter

Juni: Paul kämpft jeden Tag weiter. Nicht nur Ärzte, auch Schwestern bemühen sich über die Maßen um ihn. Mit seiner ruhigen und liebevollen Art erobert Paul ihre Herzen. Wenn trotz der Chemotherapie die Tumore wieder gewachsen sind und Paul große Angst hat, betet er mit „seiner“ Ärztin zusammen. Eines Tages fragt sie ihn: „Paul, möchtest du nicht dein Leben Jesus Christus anvertrauen?“ Berührt von der Frage sagt Paul: „Ja, ich will.“ Und er spürt, dass er tatsächlich von Gott gehalten wird.

Der erste Gottesdienst seines Lebens

7. Juli: Paul erlebt den ersten und einzigen Gottesdienst seines Lebens. Die Ärztin nimmt ihn mit zum Kloster Petersberg bei Halle, wo die evangelische Communität Christusbruderschaft (die Zentrale befindet sich in Selbitz/Franken) Gottesdienste, Seelsorge und Gemeinschaft anbietet. Es ist auch die geistliche Heimat der Ärztin. In der Predigt geht es um die Taufe. Nun will sich auch Paul taufen lassen. Ein Termin soll später festgelegt werden, wenn es ihm bessergeht.

Taufe auf der Intensivstation

18. Juli: Pauls Zustand verschlechtert sich in der Nacht dramatisch. Der Vater erinnert die Ärztin an den Taufwunsch seines Sohnes. Sie ruft den Prior des Klosters, Bruder Johannes Wohlgemuth, an: „Kannst du bitte schnell auf die Intensivstation kommen? Ein Patient möchte sich taufen lassen!“ Bruder Johannes kommt und tauft inmitten von Apparaturen, dem Ticken und Piepsen der Geräte mit Wasser aus einer Nierenschale. Nur eine kleine Kerze sorgt für eine „heilige“ Atmosphäre. Paul wünscht sich als Taufspruch einen Bibelvers, in dem Erlösung vorkommt – sein neues Sehnsuchtswort. Bruder Johannes hat es ausgewählt: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43,1). Seine Eltern sind tief berührt. Im ganzen Uniklinikum geht es wie ein Lauffeuer umher: Ein sterbenskranker junger Mann wurde bei uns getauft!

Der Höhepunkt seines Lebens

Die Taufe ist für Paul der Höhepunkt seines Lebens. Er erfährt nun ein so großes Gefühl von Frieden und Geborgenheit, dass er vielen bekanntmachen möchte: „Gott hilft in schwierigsten Situationen, und man kann im Glauben an Jesus Christus getröstet sterben.“ Und er nutzt jede Gelegenheit, um dies weiterzusagen. Pauls Bekehrung verändert auch das Leben seiner Angehörigen. Sie hatten bisher keine Berührung mit dem christlichen Glauben. Pauls Mutter sagt: „Wir dachten, wir geben Paul Kraft, aber jetzt gibt er sie uns.“ Pauls Wende hat auch ganz konkrete Konsequenzen. Die Mutter: „Jetzt sitzen wir – mein Mann, die Großeltern Pauls und ich – abends auf der Terrasse und lernen das von ihm so geliebte Vaterunser auswendig.“ Pauls Eltern sind jeden Tag in der Klinik. Vater oder Mutter lesen ihm auf seinen Wunsch hin abwechselnd aus der Bibel vor. Zuvor hatten sie das Buch nie in der Hand gehabt.

„Ich feiere oben, ihr feiert unten“

24. Juli: Ab jetzt ist Paul zum Sterben zu Hause. Er lädt täglich noch Freunde zu sich ein. Er bittet sie, ihm aus der Bibel vorzulesen, auch wenn er schlafe. Viele seiner nichtchristlichen Sportkameraden schauen nun erstmals in das für sie fremde Buch. Und er betet mit ihnen – und (!) für sie! Etwas, was wohl fast alle ebenso zum ersten Mal erleben. Paul möchte, dass sie zu seiner Beerdigung kommen – unter einer Bedingung: „Erscheint nicht in Schwarz, sondern in Bunt. Denn ich bin ja dann im Himmel, wo es mir gutgeht.“ Paul weiter: „Ich bin jetzt ein Kind Gottes. Jetzt will ich mit meinem Vater im Himmel zusammen sein. Ich feiere oben, ihr feiert unten.“ Als „seiner“ Ärztin Tränen über das Gesicht laufen, sagt Paul zu ihr: „Warum weinst du? Ich gehe doch zu Gott! Dort werde ich dich einmal mit offenen Armen empfangen.“ Als seine Mutter ebenso weinen muss, nimmt Paul ihre Hand: „Sei nicht traurig, ich bin weiter tief in deinem Herzen, auch wenn ich bei Gott bin.“

30. Juli abends: Gemeinsam feiern Bruder Johannes vom Kloster Petersberg, Paul, seine Eltern und die Ärztin das Abendmahl. Paul geht es zunehmend schlechter.

Das Kreuz auf der Stirn

31. Juli nachmittags: Paul atmet schwerer, sein Zustand wird immer kritischer. Eine Palliativärztin ist vor Ort, gibt ihm Medikamente zur Linderung der Schmerzen. Am Abend kommt „seine“ Ärztin – Ivonne Hasche – hinzu. Gemeinsam mit den Eltern betet sie aus dem Kirchengesangbuch das Abschiedsgebet für Sterbende:

„Herr unser Gott, du hast Leben und Tod in deinen Händen. Um deines Sohnes Jesu Christi willen erbarme dich unseres lieben Pauls. Du kannst Sünde vergeben, Qual verkürzen und aus dem Tod erlösen.Wir bitten dich für unseren lieben Paul, nimm ihn auf in die ewige Freude.“

Danach spricht Frau Hasche ihm Gottes Segen zu und zeichnet ein Kreuz auf seine Stirn. Nach dem Segen wird Paul plötzlich ganz ruhig. Seine Atmung wird immer langsamer. Seine Eltern halten seine Hände, die Ärztin den Kopf. Nach kurzer Zeit legt er ihn zur Seite. Eine letzte Träne kullert aus dem Auge. Er ist heimgegangen. Ergriffen von der erlebten Situation äußert die anwesende Palliativärztin: „Ich habe schon viele Menschen sterben sehen, aber so einen friedvollen Tod habe ich noch nie erlebt.“

4. August: Gottesdienst der Communität Christusbruderschaft im evangelischen Kloster auf dem Petersberg.

Erstmals in ihrem Leben beten die Eltern, Pauls Schwester und die Großeltern das Apostolische Glaubensbekenntnis – lesend aus dem Gesangbuch – mit.

17. August 2013: Paul wird auf dem Friedhof in Döllnitz südlich von Halle von Bruder Johannes bestattet. Pauls Mutter berichtet, er habe ihr genau gesagt, wie er im Sarg angezogen sein und was er mitnehmen wolle: seine beiden Holzkreuze, die Goldmedaille und die Bibel. Bei der Bibel habe sie gesagt: „Sie verbindet uns beide. Wir haben dir als Nichtchristen aus der Bibel vorgelesen. Jetzt haben wir erfahren, dass der Glaube Berge versetzt. Wir möchten sie behalten.“ Paul ist damit einverstanden.

Die Ewigkeit ist nahe gekommen

Paul hat in den letzten Wochen seines Lebens eine SMS vor allem an seine vielen Sportkameraden geschrieben: „Hallo, Freunde … ich möchte mich von jedem von euch verabschieden. Es ist auch mein Wunsch, dass ihr dann zu meiner Beerdigung kommt!“ Und sie kommen tatsächlich. Keiner trägt Schwarz – weil Paul es so gewünscht hat. Eine Kanutin berichtet während der Feier: „Ich habe die Nacht vor meinem Treffen mit Paul nicht schlafen können, weil ich nicht wusste, wie ich ihn trösten sollte. Dann aber hat er mich getröstet.“ Ein Kanute: „Er war im Sterben für uns wie eine Leuchte.“ Ein anderer: „Wenn ich eine solche glaubwürdige Ärztin wie Paul erleben würde, würde ich auch Christ.“ In seiner Ansprache sagt Bruder Johannes von der Christusbruderschaft u. a.: „Dass Paul nicht verzweifelte, war die größte Tat Gottes in seinem Leben. Der Frieden, der ihm geschenkt wurde, floss zu seinen Eltern hinüber. Mir ist in Paul die Ewigkeit nahe gekommen.“

„Paul lebt für immer“

Und zum Schluss macht er den vielen Trauergästen – zu über 95 % Atheisten – Mut: „Der Himmel ist auch für euch offen! Paul freut sich auf euch. Wer an Jesus Christus glaubt, bekommt ewiges Leben. Den Glauben kann man erproben. Die Bibel kann man testen. Fragt die Christen, die bei dieser Feier anwesend sind.“ Am Ende der Feier singt ein Sportler ein Lied, in dem immer wieder die Worte vorkommen: „Paul lebt für immer.“ Auf die Frage, ob er das wirklich glaube, sagt er: „Ja, ich bin Christ, aber Paul hat mich in meinem Glauben bestärkt.“

Und so ging und so geht es weiter

8. September: Freunde, Verwandte und Menschen, die durch Pauls Sterben am christlichen Glauben interessiert sind, treffen sich im Kloster Petersberg. Dabei berichten die Eltern eines schwerkranken Kindes (siehe Foto Seite 5), was sie mit Paul erlebt haben. Die Mutter: „Man hatte unserer Tochter eine Niere entnommen und sie hat jetzt 27 Chemotherapien hinter sich.“ Der Vater: „Pauls Umgang mit dem Tod hat uns sehr beeindruckt. Wir haben auf der Krebsstation zum ersten Mal in unserem Leben wirklich Leid kennengelernt. Paul hat uns deutlich gemacht, jeden Tag bewusst zu leben, zu genießen. Nicht schon den nächsten Tag oder die ganze Woche im Auge zu haben. Ich frage mich aber: Warum muss Gott ausgerechnet so gute Menschen wie den Paul sterben lassen?“. Darauf meinte Bruder Johannes: „Diese Frage muss jetzt noch warten. Aber eine Antwort zeichnet sich doch jetzt schon ab. Viele von Ihnen sehen jetzt, was wirklich wichtig ist im Leben. Und wir haben gerade gehört von der großen Wirkung, die Paul durch den idea-Artikel hat.“ Der Vater des Kindes: „Ja, Pauls Umgang mit dem Tod hat unser Leben verändert.

Ich war bisher ein schlimmer Choleriker. Jetzt beginne ich, das in den Griff zu bekommen.“ Seine Frau: „Wir waren verzweifelt, im Krankenhaus am Boden zerstört vom Leid unserer Tochter. Und dann kam Paul.“ 23. September: Christen, die davon bewegt sind, wie Paul Christ wurde, wollen, dass in ihrer Stadt auch andere Christen werden. Sie treffen sich, um eine Gruppe der Internationalen Vereinigung Christlicher Geschäftsleute (IVCG) ins Leben zu rufen. Der Vater von Paul engagiert sich inzwischen im Förderverein des Klosters Petersberg.

Pauls Mutter und die Ärztin Hasche sind dabei, alles, was sie mit Paul erlebt haben, für ein Buch zusammenzustellen. Dezember: Als weitere Reaktion auf das Erleben mit Paul hat sich ein Gebetskreis von Ärzten und Pflegepersonal für Patienten in der Uniklinik gebildet.

Januar 2014: Vor allem die Sportkameraden von Pauls Kanuclub, die sich für den christlichen  Glauben interessieren, sollen zu einem Glaubenskurs eingeladen werden.

Februar und März: Weitere Glaubenskurse sind vorgesehen.

23. März: Pauls Geburtstag. Ein großes Glaubensfest soll im Kloster Petersberg stattfinden.

 

Der idea-Artikel über Paul wurde in fast allen evangelischen Kirchenzeitungen in Deutschland nachgedruckt. Hunderttausende lasen, was christlicher Glaube bedeutet: Er trägt sogar in der Stunde, vor der fast alle Menschen Angst haben, der Stunde des Todes.

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von Marburger Medien

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417. Gedanken zum Ewigkeits-Sonntag

Donnerstag, 30. Oktober 2014 | Autor:

 

Gemälde von Michael Willfort

Von guten Mächten wunderbar geboren

Editorial

Wie ist das Sterben?

Vor einigen Tagen unterhielt ich mich mit unserer Jüngsten lange über das Sterben. Ein guter Bekannter hatte bei einer Fahrradtour einen Herzinfarkt erlitten, an dessen Folgen er noch am selben Abend gestorben war.  Wir waren traurig und betroffen und ließen unseren Gefühlen und Fragen viel Raum. Trotz allem, was wir sprachen, diskutierten und in der Bibel nachlasen, schien unsere Tochter noch nicht richtig zufrieden zu sein. Schließlich erinnerte ich mich an ein Erlebnis, das Axel Kühner einmal erzählt hat:

Ein schwerkranker Junge merkt, dass er nicht wieder gesund wird. Eines Tages fragt er seine Mutter: „Mama, wie ist das Sterben?“ Die Mutter erklärt es ihm so: „Weißt du noch, als du klein warst, da bist du oft so herumgetobt, dass du abends viel zu müde warst, um dich auszuziehen. Du bist einfach umgesunken und eingeschlafen. Am nächsten Morgen aber warst du in deinem Zimmer und in deinem Bett. Jemand, der dich sehr lieb hat, hatte sich um dich gekümmert. Dein Vater war gekommen und hat dich auf seinen Armen hinübergetragen. So ist das Sterben. Eines Morgens wachen wir zu einem neuen Tag auf. Denn Jesus hat uns mit seinen starken Armen hinübergetragen, weil er uns sehr lieb hat.“ Der Junge wusste nun, dass sein Vater im Himmel ihn mit Liebe erwartet zu einem neuen Leben. Und so ist er einige Wochen später zu ihm gegangen. Wer sich an Jesus Christus hält und sein ganzes Leben in seine Hand legt, darf wissen, dass auch sein Sterben und seine Zukunft in seinen starken Armen ruhen.

„Der Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen.“ (Die Bibel: Johannes 10,29)

Bernhard Matzel

 

Gemälde von Michael Willfort

Momente für die Ewigkeit

Die Zeit lässt sich nicht anhalten

Ich werde nie den Abend vergessen, als ich mein erstes Konzert mit Louis Armstrong, dem unvergesslichen Jazztrompeter und Sänger, erlebte. Damals war Armstrong noch voll in Form und ich war ganz jung. Und ich konnte es überhaupt nicht fassen, dass ich diesen Mann, den ich nur von Schallplatten her kannte, ein paar Meter vor mir stehen sah, ihn singen und spielen hören konnte.

Das war so unwahrscheinlich, so traumhaft schön – ich war einfach selig und hatte nur einen Wunsch: das Konzert sollte immer weitergehen und niemals aufhören. Aber ich musste die ganz Zeit, gerade weil es so herrlich war, denken: In spätestens zwei Stunden, in einer Stunde, in einer halben Stunde ist alles vorbei. Und so war es ja auch. Nach der letzten Zugabe fiel der Vorhang. Licht aus. Und ich musste raustreten in die Finsternis der Nacht in einer fremden Stadt.  Aber zum Glück hatte ich dort einen Freund, der mir ein Zimmer verschafft hatte. Mein Freund, ich frage dich: Wo gehst du hin, wenn die Vorstellung deines Lebens endgültig aus ist? Wenn der Vorhang fällt, wenn du abtreten musst, raus in die Finsternis der Todesnacht? Hast du einen Freund, der dann eine Wohnung für dich hat, wenn du hier deine Zelte abbrechen musst?

Jesus sagt: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen, und ich gehe jetzt, um einen Platz für euch vorzubereiten.“  (Die Bibel: Johannes 14,2)

Die wichtigste Entscheidung

Als Jesus zum ersten Mal zu uns kam, kam er als Kind, als Mensch. Er sah aus wie jeder andere. Keiner konnte ihm ansehen, dass er der Herr der Welt ist. Seine Henker konnten ihn anspucken, ihn kreuzigen, und bis auf den heutigen Tag kann jeder auf ihn pfeifen. Aber am letzten Tag, wenn das große Spiel der Weltgeschichte abgepfiffen wird, kommt er in Herrlichkeit, also so, dass jeder sehen kann – und sehen muss, dass er der Herr der Welt ist. Allen anderen Herrn, die Sie verehrt oder gefürchtet haben, vor den sie gekatzbuckelt oder gekrochen sind, werden Ihnen nie wieder begegnen. Der Einzige, dem Sie noch einmal begegnen werden, nach Ihrem Tod, ist Jesus.

Ihm allein müssen sie Rechenschaft geben über Ihr Leben. Aber nicht nur Sie allein – alle kommen ins Gericht, alle Völker, alle Menschen, egal, wann und wo sie gelebt haben – unter welcher Regierung, unter welchen Verhältnissen. Alle Unterschiede, die es bis dahin gab – Geld, Ruhm, Position, bedeutend oder unbedeutend, spielen dann keine Rolle mehr. Am Ende kommt die große Scheidung. Dann gibt es nur noch zwei Gruppen: Gerettete und Verlorene. In einer von beiden Gruppen werden Sie sein, in einer von beiden Gruppen werden Sie die Ewigkeit verbringen. Haben Sie sich schon entschieden, wo Sie hinwollen? Hin zu Gott oder weg von Gott? Um diese Entscheidung zu treffen, hat Gott Ihnen das Leben gegeben. Wenn Sie Jesus heute als Herrn Ihres Lebens finden, haben Sie auch Ihren Platz für die Ewigkeit gefunden.

Dr. Theo Lehmann  

 

Gemälde von Michael Willfort

Als wäre es gestern gewesen

Lang ist es her. Gut 60 Jahre. Aber vergessen habe ich es nie. Der Krieg war zu Ende. Die Bomber flogen nicht mehr. Die französische Flagge war auf dem Rathaus gehisst. Hunger war im Land, entsetzlicher Hunger. Nicht einmal genug Kartoffelscheiben lagen auf dem Frühstücksteller. Die Mutter litt für ihr Kinder.

Und eines Tages wurde ein Care-Paket ins Haus gebracht. Drei Jungen und drei Mädchen balgten sich darum wie junge Löwen um die Beute.

Amerikanische Christen hatten eingepackt, Kaffee, Kakao, Kaugummi … Auch ein Neues Testament hatten sie dazu gepackt. Auf der ersten Seite war als Widmung Johannes 3, Vers 16 abgedruckt, aber mit einer kleinen Änderung: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab, damit …, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.“

Darunter war in Kleinschrift aufgefordert, an der gepunkteten Stelle seinen eigenen Namen einzusetzen. Ich riss mir als Bescheidenster der Geschwisterschar das Testament unter den Nagel. Dann holte ich den Rotstift und trug in Fettbuchstaben meinen Namen ein. So las ich laut: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab, damit Konrad Eißler, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.“

Und so habe ich es verstanden und auch behalten. Bis heute ist es mir in Kopf und Herz geblieben, dass Konrad Eißler nicht verloren geht. Ich lade jeden ein, seinen eigenen Namen an dieser Stelle einzusetzen. Bitte keine falsche Bescheidenheit. Und Skrupel sind auch fehl am Platz, ob man denn das richtige Gesangbuch oder die richtige Bildung oder gar die richtige Hautfarbe habe. Der Kirchenvater Augustin schrieb: „Gott liebt jeden so, als ob es außer ihm niemand gäbe, dem er seine Liebe schenken könne.“ Und selbst wenn man nicht schreiben könnte: Für Gott, der wegen dieser Liebe seinen einzigen Sohn ans Kreuz schlagen ließ, genügen sogar drei Kreuze.

Konrad Eißler

 

Gemälde von Michael Willfort

Gott persönlich kennen lernen

Jedes Leben ist einzigartig. Auch die Geschichte Gottes mit jedem Menschen ist unverwechselbar und sehr persönlich. Vielleicht fragen Sie sich, wie so eine persönliche Beziehung zu Gott aussehen kann. Wir möchten gern versuchen, Ihnen das zu erklären.

Gott ist der Schöpfer dieser Welt. Jeder Mensch ist sein Geschöpf. Auch Sie! Wir Menschen sind geschaffen, um in Beziehung mit Gott zu leben. Das ist der tiefe Sinn unseres Lebens.

Weil Gott aber keine Marionetten geschaffen hat, wird auch keinem Menschen die Beziehung zu Gott aufgezwungen. Die Bibel erzählt davon, dass der Mensch sich gegen Gott entschieden hat. Er hat sich von Gott verabschiedet und damit auch von Gottes Maßstäben und Plänen für sein Leben. Die Bibel nennt das Sünde. Das Wort „Sünde“ beschreibt einen tiefen Abgrund, eine Kluft, die sich zwischen Gott und den Menschen aufgetan hat. All das, was wir als Sünden bezeichnen, ist nichts anderes als die Auswirkungen eines Lebens ohne Gott.

Die tiefe Kluft der Sünde trennt uns von Gott. Gott und Sünde, das passt nicht zusammen. Aus eigener Kraft gibt es für uns keinen Weg zurück. Wir können die Kluft nicht überwinden. Nicht einmal, wenn wir versuchen, ein anständiges Leben zu führen, immer nett und hilfsbereit sind? Die Bibel sagt: Nein! Egal, wie sehr wir uns anstrengen, wie viel gute Taten wir auch immer auf unserem Konto sammeln: Wir sind und bleiben Sünder. Die Sünde verbaut uns den Weg zurück zu Gott. Eine ernüchternde Erkenntnis.

Was wir aus eigener Kraft nicht schaffen, hat Gott längst für uns erledigt. Er hat eine Brücke gebaut, um die Kluft zwischen uns und ihm zu überwinden. Diese Brücke heißt Jesus Christus. Er ist nicht nur eine historische Gestalt. Er ist Gottes Sohn, der auf die Welt kam, um uns den Weg zurück zu Gott freizumachen. Er ist am Kreuz ge­storben. Doch das war kein Unfall der Weltgeschichte. Es steckt viel mehr dahinter. Jesus hat die schlimmen Folgen der Sünde auf sich genommen. Die schlimmste Folge der Sünde war und ist der Tod. Jesus war der Erste, der den Tod besiegt hat. Er ist auferstanden von den Toten. Er hat das Tor aufgestoßen zu einem ewigen Leben in Gemeinschaft mit Gott. Wer sich Jesus anvertraut, für den trägt er die Folgen der Sünde und schenkt ihm ein Leben, das nicht mit dem Tod zu Ende ist.

Dieses Leben in Gemeinschaft mit Gott kann schon jetzt beginnen. Jesus hat uns Gott als einen Vater vorgestellt, der sehnsüchtig darauf wartet, dass sein Kind zurück nach Hause kommt. Er liebt Sie über alles. Er möchte mit Ihnen gemeinsam durchs Leben gehen, durch all die Höhen und Tiefen. Er möchte Sie trösten, wenn Sie traurig und enttäuscht sind. Er möchte Ihnen neue Kraft und Lebensmut geben, wenn Sie am Ende sind. Jesus hat einmal gesagt: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und be­laden seid. Ich will euch Ruhe geben für eure Seelen.“ Sie können mit Gott reden. Er hört zu. In der Bibel können Sie lesen, wie Gott sich Ihr Leben vorstellt. Eine persönliche Beziehung zu Gott –  eigentlich ist das nicht schwer.

Wenn Sie sich Gott anvertrauen möchten, dann können Sie das jederzeit tun. Sie können es jetzt tun. Er ist nur ein Gebet weit entfernt. Beten, das ist nichts anderes als ein Gespräch mit Gott. Es braucht keine großen Worte. Sagen Sie Gott das, was Ihnen auf dem Herzen liegt. Kommen Sie so zu ihm, wie Sie sind. Er versteht Sie. Er hört Ihnen zu. Vielleicht sind Sie trotzdem unsicher. Deshalb hier ein Vorschlag für ein solches Gebet:

Gott, ich danke dir für deine Liebe.

Ich vertraue darauf, dass du mir nahe bist und mich verstehst.

Du kennst mein Leben – die Vergangenheit, Gegenwart und meine Zukunft. 

Ich wünsche mir, dass du bei mir bist und immer bei mir bleibst. 

Jesus, ich danke dir, dass du auch für mich am Kreuz gestorben bist.

Ich bitte dich um Vergebung für alles, was mich von dir trennt.

Ich will mich darauf verlassen, dass du meine Sünde auf dich genommen hast

und danke dir, dass du dafür mit deinem Leben für mich bezahlt hast.

Du hast mir eine Brücke zu Gott gebaut und mir ewiges Leben geschenkt.

Ich nehme dieses Geschenk an und bitte dich: Komm in mein Leben.

Ich will mich dir anvertrauen und möchte nicht mehr ohne dich leben.

Du hast gesagt, dass du niemanden abweist, der nach dir sucht.

Deshalb bitte ich dich, dass du dieses Gebet erhörst und mich annimmst.

Amen.

Wenn Sie mehr Informationen brauchen, Fragen haben oder einen Ansprechpartner für persönliche Lebensfragen suchen, können Sie gern mit unseren Seelsorgen Kontakt aufnehmen.

Außerdem empfehlen wir Ihnen die Internetseite: www.gottkennen.com

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Marburger Medien

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374. Wüstenzeit

Dienstag, 3. September 2013 | Autor:

Gemälde von Michael Willfort

Lieber Blogbesucher,

der nachfolgende Artikel hat mich persönlich angesprochen, weil ich mich darin wieder gefunden habe. Vielleicht geht es Ihnen zur Zeit ähnlich, dann ermuntere ich Sie, diesen Artikel einmal zu lesen. Mir haben die Worte geholfen und Mut und Glauben aufgebaut.

Wünsche Ihnen Gottes Segen für Ihr Leben!

 

Wüste in Israel

 

 

Durch die Wüste zum Ziel

 

Isolde Müller Missionswerk Karlsruhe

Es gibt viele Arten von Wüsten, flache Sandwüsten, Sanddünenwüsten, Felswüsten, Wüsten mit hohen Bergen, Sand und Steine gemischt usw. Jeder von uns kennt auch solche Lebenswüsten in seinem persönlichen Leben. Bei jedem Menschen sieht das anders aus. Das sind Herausforderungen, Situationen, die schwierig sind, Krankheit usw. In Psalm 139 verspricht uns Gott, dass er immer mit uns ist. Wären wir am Ende der Welt, so wäre er immer noch da. Vers 9 und 10:


Eilte ich dorthin, wo die Sonne aufgeht, oder versteckte ich mich im äußersten Westen, wo sie untergeht, dann würdest du auch dort mich führen und nicht mehr loslassen. Und darum, weil Gott uns nicht mehr loslässt, ist er auch in unserer Wüste bei uns.

Doch wie bewältigen wir solche Lebenswüsten, Zeiten, in denen es sehr „trocken“ in unserem Leben ist? Vielleicht spüren wir Einsamkeit oder spezielle Nöte oder eine enorme Last liegt auf uns. Auf unserem Weg als Christen wird uns das begegnen. Niemand wünscht sich das, aber wir brauchen dieses Wüstentraining. Dies zu verstehen, ist sehr hilfreich für unser Leben. Die Bibel sagt uns nicht, dass in unserem Leben alles glatt gehen wird, sondern dass Gott mit uns sein wird, auch in jeder erdenklich schwierigen Situation. Psalm 23,4: Und geht es auch durch dunkle Täler, fürchte ich mich nicht, denn du, Herr, bist bei mir. Ist das nicht wunderbar? Egal, wie Ihr Tal aussieht – er verlässt Sie nicht! Einige Verse vorher, in Psalm 22,32 lesen wir: Die noch nicht geboren sind, werden es hören und weitersagen: Gott ist treu, auf seine Hilfe ist Verlass! Es wird immer so sein und sich nicht ändern: Gott ist treu, auf seine Hilfe ist Verlass!!!

 

Jeder hat seine persönliche Wüste: in der Familie, am Arbeitsplatz, bei den Finanzen, bei Krankheit oder in persönlicher Not. Gott will damit in unserem Leben etwas bezwecken, obwohl wir es oftmals nicht verstehen. Doch es ist eine Zeit, in der wir Gott intensiv suchen. Wenn Gott uns in bestimmte Situationen hineinführt, kommt das heraus, was in unserem Herzen ist: Furcht, Frustration, Zorn, Entmutigung, Verwirrung, Einsamkeit, Unverständnis, Misstrauen, Verletzungen, Unversöhnlichkeit, Neid oder Eifersucht. Solche Dinge will Gott aufdecken, damit wir sie ausräumen können und er uns heilen kann. Jeder Weg  durch eine Lebenswüste sollte für uns gewinnbringend sein und hat nur ein Ziel: Uns vorzubereiten! Das, was Gott uns verheißen hat, fällt nicht vom Himmel, wir erreichen es nur, wenn wir uns dafür zubereiten lassen. Eine Wüstenzeit ist keine negative Zeit, auch wenn sie uns meistens so vorkommt.

Wie reagieren wir auf solche Wüstenzeiten z. B. in Krankheitsnot? Machen wir Gott Vorwürfe oder kommen wir mit Danksagung? „Danke, dass du mich heilen willst!“ „Danke, dass du mir hilfst!“ Viele Christen geben in Zeiten der Dürre auf, doch Gott sagt: Gib nicht auf! In Jesaja 35,1 lesen wir, was mit der Wüste passiert:

Freuen werden sich die Wüste und das dürre Land, frohlocken wird die Steppe und aufblühen wie eine Narzisse. Sie wird in voller Blüte stehen und frohlocken, ja frohlockend und jubelnd. Die Herrlichkeit des Libanon ist ihr gegeben, die Pracht von Karmel und Scharon: Sehen werden sie die Herrlichkeit des Herrn, die Pracht unseres Gottes. Vers 6 und 7: Denn in der Wüste brechen Wasser hervor und Bäche in der Steppe. Und die Wüstenglut wird zum Teich und das dürre Land zu Wasserquellen.

Dieser Bibelvers bezieht sich auf die Heimkehr des Volkes Israel. Doch, wenn auch wir heimkehren, d.h. umkehren, zurückkommen auf Gottes Wege – uns reinigen und verändern lassen – DANN wird auch unsere Wüste frohlocken, es werden Wasser hervorbrechen,  das dürre Land wird zu Wasserquellen und –  wir werden die Herrlichkeit des Herrn sehen, die Pracht unseres Gottes. Das ist der ganze Sinn und Zweck unserer persönlichen Wüste: dass wir die Herrlichkeit Gottes sehen. Ihre persönliche Wüste ist keine Bestrafung und auch keine Ablehnung von Gott. Der beste Beweis ist, dass Jesus selber auch in der Wüste war. Hat Gott Jesus bestraft? Natürlich nicht! Er hatte keinen Grund dazu, denn der Vater hat zu ihm gesagt: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden Lukas 3,22. Das geschah bei der Taufe Jesu durch Johannes.

Direkt danach ereignete sich Folgendes: Lukas 4,1:

Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde durch den Geist in der Wüste vierzig Tage umhergeführt und von dem Teufel versucht.

Auch wenn Sie voll Heiligen Geistes sind – Ihr Weg führt trotzdem durch die Wüste, wie bei Jesus! Jesus hat den gleichen Weg gemacht, den auch Sie und ich gehen. Das Ende dieser Begebenheit ist folgendermaßen, das lesen wir in Lukas 4,14:

Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück, und die Kunde von ihm ging aus durch die ganze Umgegend.

Ab diesem Zeitpunkt, direkt nach dieser Wüstenerfahrung begann der Heilungsdienst von Jesus. Das Ende jeder Wüstenerfahrung ist für uns ein Gewinn. Gott lässt uns nicht in der Wüste sitzen, er leitet uns durch. Gott hört nicht auf, in unserem Leben zu wirken, nur weil wir in der Wüste sind!  

Die Zeit in der Wüste ist keine Zeit in der wir nach großen Zeichen und Wundern streben, sondern eine Zeit, in der wir in uns gehen. Eine Zeit, in der wir zum Nachdenken kommen und Veränderung passiert. Zeichen und Wunder erleben wir danach. Nachdem Jesus in der Wüste war, begann sein
Heilungsdienst und in der o.g Bibelstelle haben wir gelesen: danach werden wir die Herrlichkeit des Herrn sehen.

In der Bibel lesen wir viele Beispiele von Menschen, die auch Zeiten der Wüste hatten. Bei jedem verliefen sie anders und auch die Zeiträume waren verschieden lang. Im Buch Hiob gibt es eine Beschreibung, wie Hiob sich fühlte. Hiob Kapitel 23,8 – 10:

Siehe, gehe ich nach vorn, so ist er nicht da, nach hinten, so bemerke ich ihn nicht, nach links, sein Tun schaue ich nicht, biege ich ab nach rechts, so sehe ich ihn nicht. Denn er kennt den Weg, der bei mir ist. Prüfte er mich, wie Gold ginge ich hervor.

Denken Sie auch manchmal: Gott sei nicht da? Sie meinen, es geht überhaupt nichts vorwärts und nichts verändert sich, die Träume schwinden. Die Erfüllung Ihrer Verheißungen scheint unmöglich. Ich sehe nichts, ich merke nichts, ich höre nichts! Und doch ist Gott da! Gott ist immer da! Er wohnt in Ihnen. Gott ist nicht abhängig davon, ob Sie ihn bemerken, ihn hören oder spüren! Im Hebräer 13,5+6 lesen wir:

denn ER hat gesagt: Ich will dich nicht versäumen noch verlassen, so dass wir zuversichtlich sagen können: Der Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten.

Oder Jesaja 41,7:

Ich, der HERR, werde sie erhören, ich, der Gott Israels, werde sie nicht verlassen.

Auch uns wird er nicht verlassen, weil wir seine Kinder sind. Weiter heißt es hier in Vers 18:

Ich werde die Wüste zum Wasserteich machen und das dürre Land zu Wasserquellen.

Hiob’s Wüste war heftig und doch wurde auch seine Wüste zum Wasserteich. Wir lesen das Ende der Geschichte in Hiob 42,10 – 17:

Und der HERR vermehrte alles, was Hiob gehabt hatte, auf das Doppelte. Und Hiob lebte nach diesen (Ereignissen noch) 140 Jahre. Und er sah seine Kinder und seine Kindeskinder, vier Generationen. Und Hiob starb, alt und der Tage satt.

Hiob hat durchgehalten. Wenn wir die Zeitspannen seines Lebens betrachten, war es nur eine kleine Zeit in der er in dieser Lebenskrise war und Gott hat in seinem Leben alles wieder hergestellt. Alles hat er zurück bekommen und noch viel, viel mehr.

Hiob ist vielleicht das bekannteste Beispiel, doch es gibt auch noch andere, in deren Leben wir das Wirken Gottes erkennen können. Josef wurde von seinem Vater geliebt und von seinen Brüdern gehasst. Verkauft als Sklave landete er sogar im Gefängnis. Er hatte eine lange und harte Wüstenzeit. Lange Gefängnisaufenthalte, Verleumdung und das noch in einem fremden Land, obwohl alles so vielversprechend begonnen hatte. Das, was ihm zum Schaden durch seine Brüder zugefügt wurde, benutzte Gott zur Erfüllung seines Traumes. Egal, was passierte, Josef hat immer das Beste daraus gemacht und nie aufgegeben oder an Gott gezweifelt. Psalm 105, 17-19:

Joseph wurde als Knecht verkauft. Sie zwängten seine Füße in Fesseln, (in) Eisen kam sein Hals, bis zu der Zeit, da sein Wort eintraf, das Wort des HERRN ihn bewährte.

Auch Josef musste warten, bis Gott eingriff. Wir wissen nicht, wann er eingreift, denn er hat seinen Zeitplan. Wir müssen durchhalten und Geduld haben.

Auch bei Josef ist das Ende der Geschichte wunderbar. Gott hat ihn gewaltig gebraucht und ihn erhöht und viel Ehre gegeben. Er wurde der zweite Mann im ganzen Reich. Gott weiß, was er tut, auch in Ihrem Leben. Geben Sie nicht auf! Gott wird Sie nicht verlassen, egal wo Sie sind und egal, wie es Ihnen geht. Hadern Sie nicht mit Ihrem Schicksal, sondern kommen Sie mit Dank vor sein Angesicht, so wie es auch
David in den Psalmen sagt. Ich möchte noch einmal Psalm 22 zitieren, in dem es heißt:

 

Gott ist treu, auf seine Hilfe ist Verlass!

Auch in Ihrem Leben!

Am Ende der Wüstenzeit dürfen wir uns hochschwingen wie ein Adler

Gemälde von Michael Willfort

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334. Europhorie

Mittwoch, 7. November 2012 | Autor:

Bei den offiziellen Feiern zum „Tag der Deutschen Einheit“ (3. Oktober 2012) fiel nicht nur mir auf, dass in den Politikerreden weniger von Deutschland, dafür aber umso mehr von Europa die Rede war. Europa war auch das Thema der Rede des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert beim zentralen Festakt in München am 03.10.2012.

Es fiel auch auf, dass zum Beginn der Feierlichkeiten die Europahymne gespielt wurde. Bei einem Nationalfeiertag würde man zum Beginn die Nationalhymne erwarten. Nicht überall stieß die Überbetonung Europas auf Zustimmung. Manchem stieß das auch auf.

Das Herausstreichen Europas bei einem Nationalfeiertag könnte man allerdings auf zweifache und damit gegenteilige Weise deuten:

Die eine Möglichkeit wäre, dass die Bundesrepublik Deutschland ganz Europa, als das von ihr dominierte Territorium betrachtet, weshalb der Nationalfeiertag gleichzeitig der Feiertag für das gesamte deutsche „Herrschaftsgebiet“ ist.

Die andere – und wahrscheinlichere – Möglichkeit ist die, dass es am deutschen Selbstbewusstsein fehlt, weshalb man sich danach „sehnt“, aufgelöst zu werden, um in einem europäischen Superstaat aufzugehen.

Es könnte natürlich auch eine Mischung aus beiden Möglichkeiten sein.

Da ich aber eher mangelndes Selbstwertgefühl und ein mangelndes Nationalbewusstsein – kurzum fehlendes Standvermögen – vermute, wobei Standvermögen politisch ohnehin nicht korrekt wäre, will ich mal eine Antwort auf die Frage versuchen, ob Begriffe wie Volk, Vaterland und Nation überflüssig geworden sind.

Zuerst zu Europa:

Europa besteht aus einer Vielzahl verschiedener Völker mit den entsprechenden Staatsgebieten. Die in diesen Ländern lebenden Menschen kann man mit Fug und Recht als „Europäer“ bezeichnen, weil sie durch eine gleiche Kultur und gleiche Werte verbunden sind.

Der erste Bundespräsident, Theodor Heuss, sagte, dass Europa auf drei Hügeln steht: Der Akropolis in Athen, als Quelle des abendländischen Denkens, dem Capitol in Rom, als Quelle des europäischen Rechts und dem Hügel Golgatha vor den Toren Jerusalem, als dem Ort, an dem das Christentum, das Europa geprägt hat, seinen Anfang nahm.

Und wenn man sich in Europa umschaut, erkennt man, dass es so ist.

Das, was in Europa erfunden und kreiert wurde, hat die ganze Welt beeinflusst. Erkennbar daran, dass sich alle Welt an europäischen Standards ausrichtet und in aller Welt Ableger der europäischen Kultur entstanden sind. Auch das heutige Amerika ist ein Ableger Europas.

Aus dieser Sicht macht es Sinn, wenn sich die europäischen Länder zu einer Gemeinschaft zusammenschließen.

Bei allen Gemeinsamkeiten darf aber eines auf gar keinen Fall ignoriert werden, nämlich dass es in Europa nach wie vor die unterschiedlichsten Völker gibt, die, innerhalb des gemeinsamen europäischen Erbes, ihre nationalen Besonderheiten haben.

Es gibt nach wie vor kein einheitliches europäisches Staatsvolk, das in einen europäischen Überstaat integriert werden könnte. Ob es jemals soweit kommt,ist ungewiss. Und wenn, dann nur in einer sehr, sehr langen Entwicklung.

Europa lässt sich insoweit nicht mit den USA vergleichen, wo sich Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen und Erdteilen, auf kleinen gemeinsamen Nennern, zu einem Gesamtstaat verbunden haben, der wiederum aus zahlreichen Einzelstaaten mit individuellen Besonderheiten besteht.

In Europa haben die Völker immer noch ein ausgeprägtes Nationalbewusstsein, daran erkennbar, dass es weiterhin separatistische Bestrebungen gibt, wo sich einzelne Völker aus einem Staatsverband lösen und verselbständigen wollen.

Zu denken ist hier an die Iren in Nordirland, an Schotten, Basken, Katalanen, Flamen, Wallonen usw. Und selbst in einem föderalistischen Staat, wie der Bundesrepublik, ist es gewollt, dass es verschiedene Volksgruppen mit unterschiedlichen Eigenheiten gibt, wobei manche Volksgruppen, wie die Bayern, besonderen Wert auf Eigenständigkeit legen. Aber auch sonst werden die regionalen Besonderheiten hervorgehoben.

So wie in einem Haus verschiedene Familien, mit unterschiedlichen Lebensstilen leben, gibt es auch unterschiedliche Volksfamilien, die man nicht mittels eines Heckenschnitts gleich machen kann. Und manchmal hat man den Eindruck, dass gerade dies versucht werden soll, wobei man sich von deutscher Seite, besonders ins Zeug zu legen scheint.

Woher kommt der deutsche Drang, zur Selbstauflösung?

Eine Antwort gab kürzlich Altbundeskanzler Helmut Schmidt, in einer der diversen Fernseh -„Quasselrunden“, als er sinngemäß erklärte, dass Deutschland aufgrund seiner Vergangenheit und der furchtbaren Verbrechen, welche Deutsche angerichtet hätten, verpflichtet sei, einen besonderen Beitrag zur Einigung Europas zu leisten um damit zu zeigen, dass Deutschland auch in der Lage ist, positive Dinge zu vollbringen. Wobei bei dem „besonderen Beitrag“ finanzielle Zugeständnisse in Sachen Euro-Krise gemeint sind.

Genau das ist das deutsche Trauma, das mit typisch deutscher Gründlichkeit gepflegt wird.

Mir fällt hier immer der Bub ein, der als Kind einmal etwas Dummes angestellt hatte und aus dem nichts wurde, weil er immer dann, wenn er etwas wollte, von der Mutter daran erinnert wurde, was für ein schlechter Kerl er gewesen sei, weshalb er nichts fordern könne.

Es ist richtig, dass im deutschen Namen sehr schlimme Dinge geschehen sind, und es ist richtig den Opfern ein ehrendes Andenken zu bewahren. Und es ist richtig aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, wobei allerdings zu fragen ist, ob man wirklich etwas gelernt hat, denn wenn man beobachtet, wie unkritisch und bereitwillig zeitgeistlichen Parolen gefolgt wird, könnte man hier seine Zweifel haben.

Es ist allerdings falsch, die geschehenen Untaten zur Grundlage einer Art von Ersatzreligion mit regelmäßigen Reue- Scham- und Schuldbekenntnissen zu machen.

Es ist auch falsch, das Dritte Reich als die zwangsläufige Folge der gesamten vorangegangenen deutschen Geschichte zu interpretieren und deutsche Geschichte auf eben diese Zeit des Dritten Reiches zu reduzieren. Es war auch keinesfalls so dass alle zur Zeit des Dritten Reichs lebenden Deutschen an den Naziuntaten beteiligt waren, wofür die heute lebenden Deutschen die Verantwortung übernehmen müssten.

Niemand käme auf die Idee das russische Volk in gleicher Weise pauschal für die Opfer des Stalinismus / Kommunismus (weltweit 100 Millionen Tote) verantwortlich zu machen, obgleich sehr viele Russen im stalinistischen Diensten gestanden haben müssen.

Deutsche waren ebenso Opfer des Nazismus, wie Russen Opfer des Stalinismus waren, und beide Systeme unterschieden sich in ihrer Unmenschlichkeit nur unwesentlich.

Selbst im Ausland versteht man die Deutschen wegen ihrer ständig gepflegten Schuldgefühle nicht mehr. Die ganze menschliche Geschichte ist, aufgrund der gefallenen menschlichen Natur, mit Unmengen von Blut, Tränen, Bosheit und bitterem Unrecht geschrieben. Das menschliche Herz ist das eigentliche Problem.

Wir machen uns heimatlos, werden zum Spielball der nationalen Interessen der anderen europäischen Länder und zum „Einwanderungsland“, das andere in ihrem Sinne gestalten, wenn wir uns nicht besinnen und umdenken. Es hat noch nie funktioniert, in der Vergangenheit begangenes Unrecht durch ein Selbstopfer ausgleichen zu wollen. Auch ein Team läuft nicht rund, wenn ein Mitglied eine Selbstwertproblematik hat.

Die „Vereinigten Staaten von Europa“ waren zudem nie vorgesehen. Die Rede war immer von einem Europa der Vaterländer. Es sind die Regierenden, die undemokratisch und am Volk vorbei, ständig Vereinbarungen und Absprachen brechen, um hinter dem Rücken der Bürger, klammheimliche ihre „Visionen“ von Europa zu verwirklichen.

Daran sollten wir bei vollmundigen Politikerreden, voll „freudiger Erwartung“, und beim Abspielen der Europahymne am Tag der Deutschen Einheit denken. Denn Begriffe wie Volk, Vaterland und Nation sind selbstverständlich nicht überflüssig. Wir Deutschen wären die Einzigen in Europa, die auf diese Sinn- und Gemeinschaft stiftenden Werte verzichten würden, und das zu unser aller Nachteil.

Der deutsche Drang zur Selbstauflösung könnte aber noch einen anderen Grund haben, der weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Deutschland hat immer noch keinen Friedensvertrag, sondern einen Waffenstillstand, und das Grundgesetz war nur als vorübergehende Lösung gedacht, die nach der Wiedervereinigung einer Verfassung weichen sollte, die vom gesamten deutschen Volk beschlossen wird.

Nach der Wiedervereinigung wurde das 1990 geändert, und jetzt heißt es, dass Deutschland als gleichberechtigtes Glied, in einem vereinten Europa, dem Frieden der Welt dient und das Grundgesetz auch für die neuen Bundesländer gilt, womit sich die Sache mit der Verfassung erledigt hat, wobei man darüber streiten kann, ob diese einen Friedensvertrag voraussetzen würde.

Von daher kann es angebracht sein, die Dinge ruhen zu lassen, denn einen Friedensvertrag, verbunden mit saftigen Reparationen, kann niemand wünschen. Man wird also versuchen, sich hier herauszumogeln, wobei allerdings zu fragen ist, wie souverän Deutschland wirklich ist, nachdem z.B. immer noch US-amerikanische Atombomben in Deutschland lagern.

Was kann uns das Wort Gottes dazu sagen?

Und ich sah einen andern Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf Erden wohnen, allen Nationen und Stämmen und Sprachen und Völkern.
Offenbarung 14, Vers 6

Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. Und die Völker werden wandeln in ihrem Licht; und die Könige auf Erden werden ihre Herrlichkeit in sie bringen. Und ihre Tore werden nicht verschlossen am Tage; denn da wird keine Nacht sein. Und man wird die Pracht und den Reichtum der Völker in sie bringen.
Offenbarung 21, Verse 23 bis 26

Bis in die letzten Verse der Bibel hinein steht von Völkern geschrieben. Deshalb diese Verse aus der Offenbarung.

Gott liebt die Vielfalt, was für jeden erkennbar ist, der sich in die Schöpfung umsieht. Und so wie Gott keinen uniformen Einheitsmenschen, sondern lauter Originale geschaffen hat, hat ER, in der nächst höheren Ordnung, kein Einheitsvolk, sondern höchst unterschiedliche Völker geschaffen.

Diese Vielfalt ist ein Reichtum, mit dem Gott verherrlicht wird.

Und bis zuletzt spricht die Bibel von Völkern, Stämmen und Nationen, die es selbst in der Neuschöpfung Gottes noch geben wird.

Das ist kein Widerspruch zu der Aussage, dass alle diejenigen, die in Gottes neuer Welt leben, Sein Volk sind. Damit werden individuelle Unterschiede aber nicht aufgehoben. Auch in unserer vergänglichen Welt bilden alle Völker und Nationen, die eine Menschheit.

Und was begangene Untaten betrifft:

Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden.
Jesaja 1, Vers 18

Gott vergibt, wenn man von falschen Wegen umkehrt, Gott schenkt Neuanfänge und rechnet das Böse nicht mehr an. Es wird nicht ungeschehen gemacht, aber es soll nicht mehr belasten.

Von daher ist ein „Schuldkult“, in Form der Pflege ständiger Schuldgefühle, etwas absolut Widergöttliches was dem Willen Gottes entgegensteht. Die Antrieb für Hilfe, Wiedergutmachung und „gute Taten“, muss von Innen kommen und nicht aus einem Druck, der zu diesem Zweck gepflegt wird. Ein solcher Druck kann nur dort entstehen, wo man sich von Gott losgesagt hat und stattdessen mit menschlichem Maß misst.

Und da man in europäischen Kreisen nichts von Gott wissen will und auch einen Gottesbezug in der europäischen Verfassung ablehnt, kann eigentlich nichts Besseres nachkommen.

Notwendig ist Umkehr. Aber damit wird wohl nicht zu rechnen sein.

Jörgen Bauer

www.christliche-impulse.de

 

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